Clown Versteher gesucht

  • Hallo Miteinander,

    ich bin überzeugt, dass die Art der Aufzucht eine besonders große Rolle bei der späteren Lebensentfaltung spielt. In den 70-ern hatte ich eine Zeit lang Amazonas Barsche gezüchtet. Um mehr Ausbeute zu haben, wurden die Gelege separat aufgezogen. Etwa drei Generationen später ließ eindeutig die Brutpflege der elternlos aufgewachsenen Pärchen nach. Eben, weil sie es nicht kannten.

    Beim Percula & Co. denke ich, dass das ähnlich sein wird. Die meisten kennen nicht die Vorteile von Anemonen.

    Als Nachwuchs in der Natur lernen sie am Fluchtverhalten der Eltern, dass eine Anemone zum Lebenserhalt gehört.

    Somit kommen wir an den Punkt, dass im Aquarium in der Regel sichere Verhältnisse herrschen. Somit ist das Fluchtverhalten wenig ausgeprägt. Was bleibt, ist der Schutz des Nachwuchses/Reviers. Und da das gefähliche Jungleben nebst Anemonentrutzburg nicht vorhanden ist, bekommen die Fische auch nicht das Bedürfnis nach einer Anemone.

    Somit stellt sich die Frage, ob es bei unseren Heimzuchtfischen tatsächlich Quälerei ist, wenn diese Fische keine Anemone geboten bekommen.

    (Ich sehe es viel kritischer, was aus diesen Fischen alles an schrägen Formen und Farben verinzuchtet wird.)

    Grüße von der nassen Eifelkante,
    Werner

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

    Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K.+ 5 Spots
    6 Turbellen, Rundströmung mit Wellen im 1-Sekundentakt, "Ebbe - Flut" alle 3,5 h
    Deltec 600i, Fe-Adsorber (Ramsch-Perlen), Biopellets, Balling light
    15 % Wasserwechsel/Woche

    Täglich lebende Artemianauplien + 120 cm³ frisch gezapftes Phytoplankton

  • Dann die Wahl der falschen Anemone. Bietet man den Tieren eine E. quadricolor ohne Ausweichmöglichkeit, nehmen sie diese notgedrungen an, sofern sie nicht sogar Eckensteher werden (der traurigste Anblick) - so seine Meinung. Befinden sich im Becken allerdings Korallen, deren Polypen eher an Stichodactyla erinnern, bevorzugen sie oft diese vor der ungeliebten Blasenanemone. Das würde auch erklären, weshalb sich manche in großen Lederkorallen, Euphyllias oder ähnlichen LPS aufhalten würden. Ich fand den Ansatz sehr interessant und so mancher Bericht scheint das zu bestätigen.

    Gruß

    Wolfgang

    "Traurigster Anblick" - Absolut. Mir gefällt es überhaupt nicht, dass die Tiere Abends oben in ihrer Ecke an der Silikonnaht liegen... :weinen:

    Allerdings meiden sie eben auch jegliche Alternative. Auch in die sehr große Lederkoralle mögen sie nicht. Die Euphyllia meiden sie. Sie meiden konsequent jeglichen Kontakt zu jeder Anemone und Koralle (oder jedem "Ding" im Becken). Futter wird nicht mehr verfolgt, wenn es im Becken sinkt und in die Nähe einer Koralle/Anemone/Stein etc. kommt.

  • Somit stellt sich die Frage, ob es bei unseren Heimzuchtfischen tatsächlich Quälerei ist, wenn diese Fische keine Anemone geboten bekommen.

    Das ist eine interessante Frage, die ich mir auch schon oft gestellt habe. Wenn die Tiere die Möglichkeit im Becken haben und diese schlicht nicht ergreifen, dann ist doch die Frage, ob das überhaupt als Qual empfunden wird. Sie wissen schlicht wohl einfach nicht, wie sie sich zu verhalten haben weil sie es in der Tat nie gelernt haben. Kann man als Tier etwas vermissen? Noch dazu, wenn man es nie kennengelernt hat? Wäre der Leidensdruck so groß, würden sie es dann nicht verändern wenn die Option dafür vorhanden ist?

    Ich plädiere hier ausdrücklich nicht dafür, die Tiere ohne Anemone zu halten. Ganz im Gegenteil. Aber als Halter von solchen Tieren die sich konsequent jeglicher Anemone und Koralle verweigern frage ich mich, ob ich hier nicht mehr Leidensdruck erzeuge wenn ich sie dazu ständig auf diversem Wege zu zwingen versuche.

  • Hallo Chris,

    Wenn die Fische nicht in eine Anemone gehen oder eine alternative Koralle wählen, heißt das nicht automatisch alles paletti. Vielleicht wurde nur nicht alles versucht.

    eigentlich ist es super einfach. Die Clowns werden in der Zucht mit Tontöpfen gehalten. Setzt man daheim eine Anemone in einen Tontopf und setzt die Clowns dazu, gehen sie nahezu 100%ig in die Anemone.
    Ich dachte eigentlich, das sei Allgemeinwissen...

    Das hat noch den Vorteil, dass die Anemone in der Regel an ihrem Standort im Tontopf bleibt.
    @Elisabeth hatte dazu mal einen tollen Bericht verfasst.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

  • hi rüdiger,

    anemone in tontopf kennt man.

    dass nachzuchtocellaris aus tontöpfen automatisch in die tontopfanemone schwimmen eher nicht.

    wobei sich da die frage aufdrängt, gehen sie nun in die anemone wegen der anemone oder ertragen sie diese, um im tontopf wohnen zu können. :winking_face:

  • Hallo Joe,

    ehen sie nun in die anemone wegen der anemone oder ertragen sie diese, um im tontopf wohnen zu können

    den Tipp habe ich von einem Züchter bekommen und hat auch funktioniert.
    Ich vermute mal, dass die in die Anemone schwimmen, um im Tontopf wohnen zu können. Irgendwann kickt aber der Instinkt ein und sie merken, dass die Anemone passend "riecht".

    Viele Grüße,
    Rüdiger

  • Unsere Erklärungsversuche für die geschilderten Verhaltensweisen sind eben genau das: Erklärungsversuche, die wir nur nach Wahrscheinlichkeit und Schlüssigkeit bewerten können.

    Dass das Leben in Anemonen sich genetisch niedergeschlagen hat, zeigt sich ja schon daran, dass Anemonenfische in Tentakeln baden können, ohne vernesselt und aufgefressen zu werden, wie das den meisten anderen Fischen passieren würde. Ihre Haut bzw. der vorhandene/erworbene Schleim täuscht die Anemone. Dass das angeboren ist, zeigt das oben eingefügte Video recht schön, sonst wären die Nachzuchten, die nie eine Anemone erlebt hatten, schnell verspeist worden. Dass auch das Verhalten, in einer Anemone zu leben, nicht erlernt oder durch bloße Fluchtreflexe erzwungen wird, zeigt ebenfalls das Video. Die Fischchen konnten das in den wenigen Minuten schwerlich lernen, bedroht waren sie auch nicht. Und es ist ja nicht so, dass alle nachgezüchteten Anemonenfische ein "Fehlverhalten" zeigen würden. Es gibt ja doch auch viele Fälle, in denen Nachzuchten, die ohne Anemonen aufgewachsen sind, früher oder später im Aquarium den Weg in die Anemone finden und dort bleiben - selbst in Blasenanemonen.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Unsere Erklärungsversuche für die geschilderten Verhaltensweisen sind eben genau das: Erklärungsversuche, die wir nur nach Wahrscheinlichkeit und Schlüssigkeit bewerten können.


    Es gibt ja doch auch viele Fälle, in denen Nachzuchten, die ohne Anemonen aufgewachsen sind, früher oder später im Aquarium den Weg in die Anemone finden und dort bleiben - selbst in Blasenanemonen

    hallo wolfgang,

    ja, das macht man nun mal, wenn etwas passiert, was ungewöhnlich erscheint und es ergibt oft einen weg, dem ungewöhnlichen wieder in die spur zu helfen.

    nun ist dein zweiter satz dazu geeignet, ein neues fass aufzumachen: ist es "artgerecht", ocellaris in kupferanemonen oder c zu pflegen.

    letztlich hat jede clownfischart ihre eigene wirtsanemonenart, die sie bewohnt.

    teil aber auch artübergreifend in der nutzung dieser.
    .

  • Sagt der Joe da etwa, dass die Kupfer-/Blasenanemone auch nur eine Ersatzanemone ist und keine natürlich Wirts-/Symbioseanemone?

    Ja, und damit hat er natürlich recht. Siehe hier.


    nun ist dein zweiter satz dazu geeignet, ein neues fass aufzumachen: ist es "artgerecht", ocellaris in kupferanemonen oder c zu pflegen.

    Ich vermeide das Wort "artgerecht" und verwende lieber den im Tierschutz gebräuchlichen Ausdruck "verhaltensgerecht". Artgerecht wäre die Haltung z.B. von A. ocellaris nur in einer Radianthus (Heteractis) magnifica, Stichodactyla gigantea oder Stichodactyla mertensii. Das wäre der Idealfall. Verhaltensgerechte Haltung kann aber auch mit anderen Anemonen, wenn sie denn angenommen werden, vorliegen. Auch in der freien Natur sind meines Wissens Einzelfälle bekannt, dass Anemonenfische ausnahmsweise in nicht arttypischen Anemonen gefunden wurden. Das eigentliche Fass, das man damit aufmacht, ist jetzt aber, ob dann auch das Leben in einer großen Sarcophyton oder LPS noch als verhaltensgerecht akzeptiert werden kann. Da es in der freien Natur aber eine extreme Fixierung auf Anemonen gibt und wohl keinerlei Fälle bekannt sind, dass Anemonenfische dort ausnahmsweise auch in Weich- oder Steinkorallen leben, halte ich das nicht für verhaltensgerecht, denn das ist ein vom natürlichen Verhalten gänzlich abweichendes Fehlverhalten. Aber immer noch besser, als im Blumentopf oder gar an der Silikonnaht (wobei die Halter/innen nicht in jedem Fall etwas dafür können!).

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Als Nachwuchs in der Natur lernen sie am Fluchtverhalten der Eltern, dass eine Anemone zum Lebenserhalt gehört.

    Hallo Werner!
    Da solltest Du nochmals nachlesen.
    Die Anemonenfische haben eine Planktonphase und suchen sich danach eine Anemone um sesshaft zu werden.
    Die Eltern pflegen nur den Laich, nach dem Schlupf haben sie mit dem Nachwuchs nichts mehr am Hut.

  • Hi,
    ich war zwischenzeitlich gesperrt.... offensichtlich....bzw schien es mir so.
    Habe auch keine Lust, mich mit dem seitdem geschriebenen zu beschäftigen.
    Vermutlich muss ich mir selbst Anemonenfische zulegen und eigene Erfahrungen sammeln.....oder nen Schwarm Doris zulegen.
    Eigentlich war es ganz angenehm, gesperrt zu sein. Man hatte nicht mehr den Drang, nach neuem Content zu sehen (was meist eine Enttäuschung war)
    Bitte dauerhaft sperren.
    Grüße....

  • Hallo zusammen, unten teile ich meine Erfahrungen mit Anemonenfisch ohne Anemone mit euch.

    @SteffenStgt Ich bin mir nicht sicher ob es sich jetzt um Ironie handelt ? Aber bestimmt :confused_face: der Schwarm Doris ist sicher nur ein Bait?

    Ich finde seit der 1 ct Aktion ist hier wieder mehr Leben, trotz Sommerloch.

    Anekdote/Erfahrungsbericht:
    Bei der Übernahme unseres ersten Beckens (~30 Liter, LS voll mit Discosomen) war eine Clown Dame dabei. Diese hatte notgedrungen mit den Discosomen geschmust, gab ja auch kaum Platz geschweige denn Alternativen. Nach der weiteren Recherche ist diese schnellstmöglich (etwa 2 Wochen) in ein Xenia 100 gezogen. Weitere zwei Wochen später hat sie einen Mini Mann bekommen. Der ihr seither nicht mehr von der Seite weicht. Beide haben dann etwa anderthalb Jahre mit der algenbewachsenen Glaswand und äußersten Ecksilikonaht gekuschelt.
    Trotz vorhandener Anemonen, u.a. auch welchen in Tontöpfen (These von oben kann ich also nicht bestätigen).

    Irgendwann haben sie dann wohl "ausversehen" ihre Ecke verlassen und eine Anemone auf dem Aufbau berührt. Vielleicht weil abends ein Gast nah auf ihrer Seite zum WC ging, vielleicht aber auch einfach so. Von da an wurde erst mit dem Stein unter der Anemone gekuschelt und dann nach und nach wurde es zwischen den Tentakeln "ausgehalten".
    Ich bin froh das die Beiden es mittlerweile geschnallt haben. Das füttern der Anemone macht Madame mittlerweile auch. Lediglich das "nuckeln" an den Anemonenzipfeln habe ich noch nicht bemerkt.

    Auch wenn die Blaseanemone nicht die natürliche Symbioseanemone ist (welche ich bisher auch noch nicht im Laden gesehen habe) bin ich froh das sie darin schlafen.

    Beste Grüße aus dem regnerischen Münster

  • Ich kann hier keine Funktion finden, als Thread-Eröffner, einen Thread zu schließen.
    Das empfinde ich als sehr unprofessionell, zumal, wenn man mitten in der Diskussion ausgeschlossen wird und nicht auf Antworten reagieren darf.
    Ich möchte darum bitten, diesen Thread zu beenden/abzuschließen.

  • wenn man mitten in der Diskussion ausgeschlossen wird

    Ich glaube, da liegt ein Missverständnis vor. Ich konnte auch das Forum längere Zeit nicht erreichen.

    Ich möchte darum bitten, diesen Thread zu beenden/abzuschließen.

    Warum? Ich finde den dadurch entstandenen Meinungs- und Erfahrungsaustausch interessant und lehrreich. Dafür ist so ein Forum da.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Werner!Da solltest Du nochmals nachlesen.
    Die Anemonenfische haben eine Planktonphase und suchen sich danach eine Anemone um sesshaft zu werden.
    Die Eltern pflegen nur den Laich, nach dem Schlupf haben sie mit dem Nachwuchs nichts mehr am Hut.


    Zurück zum Thema.

    Richtig, Reinhard, hier lag mein Denkfehler. Da aber diese Fische durchaus ein gewisses Schwarmverhalten zeigen, gehe ich dennoch von einem Lerneffekt/Prägung adult/juvenin aus, was das Verhalten in der Natur bezüglich Anemonenschutz betrifft. -

    Absatz
    Möglicherweise hat dieser Fisch aber auch schlichtweg "kuscheln" als angenehm erlernt? Daher ist es ihm primär egal, ob Anemonen- oder Lederkorallententakeln seine Haut berühren?

    Meine G. histrio zeigen ebenfalls typisches Kuscheln in diversen Korallententakeln.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Hi Steffen,

    du wurdest nicht gesperrt, wie kommst du darauf? Gesperrt wird nur, wer gegen die Nutzungsbedingungen verstößt und in der Regel wird oft erstmal nur verwarnt.

    Deine Eingangsfrage hat zu einem interessanten Erfahrungs-, Wissens- und Meinungsaustausch geführt. Insofern sind solche Beiträge wertvoll!

    Evtl. gefallen dir die Antworten nicht, aber wie geschrieben, jeder entscheidet selbst. Wenn du nach dem Gesagten trotzdem die Fische halten möchtest, kann dich keiner daran hindern und selbstverständlich wirst in deswegen nicht gesperrt.

    Bitte erstmal sacken lassen, du beteiligst dich ja auch sonst hier und da und ich glaube, du hast da was in den falschen Hals bekommen. Deine Beiträge sind willkommen und falls der Ton mal etwas barsch und direkt ist, nicht persönlich nehmen. Jeder hat halt ein anderes Temperament.

    Viele Grüße

    Chris

    Grüße

    Chris

  • Ja, und damit hat er natürlich recht. Siehe hier.

    Den Hinweis auf Entecmea würde ich noch einmal überdenken, da sie nachweislich auch in der Natur als Wirt von verschiedenen Amphiprion-Arten beschrieben wird.
    Explizit wird dem auch in der verlinkten Beschreibung nicht widersprochen.
    Referenzen werde ich später beifügen, da ich momentan unterwegs bin.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,
    ich habe ja schon geschrieben, dass es auch in der Natur Ausnahmen gibt. Aber speziell zu Ocellaris und Percula ist mir im Zusammenhang mit Blasenanemonen nichts bekannt. Hast du da etwas?

    Gruß

    Wolfgang

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  • Hallo Wolfgang,

    here we go!

    https://www.tfhmagazine.com/articles/saltw…symbiotic-pairs


    #1: The Bubble Tip Anemone Entecmea quadricolor
    Im 4. Abschnitt werden die Amphiprion-Arten beschreiben, die in der Natur in Entecmea vorkommen


    https://www.saltcorner.com/Articles/Showa…p?articleID=144

    Am Beispiel von Amphiprion frenatus wird ebenfalls Entecmea als natürlicher Wirt erwähnt


    https://animal-world.com/Aquarium-Coral…ble-Tip-Anemone

    in der Beschreibung von Entecmea wird auf 13 verschiedene Untermieter verwiesen.


    "The Bubble-Tip Anemone is a favorite of aquarists and highly favored by clownfish, hosting 13 different species in the wild"


    Es existieren noch weitere Hinweise in anderen Beschreibungen.


    Mir ist schon früher einmal aufgefallen, dass manche davon ausgehen, die Entecmea wäre keine "richtige" Wirtsanemone.

    Vielleicht liegt der Grund in der Kompatibilität mit einer Vielzahl von Anemonenfischchen.

    Bei den anderen Wirtsanemonen ist der Untermieterkreis stärker begrenzt, als bei der Blasenanemone.


    Gruß

    Hajo


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  • Hajo,

    In der Natur wurde die Blasenspitzen-Anemone als Wirt für die 13 unten aufgeführten Clownfischarten gefunden. In Gefangenschaft beherbergt es auch die Ocellaris-Clownfisch.

    Also nur in der Gefangenschaft und keine natürlich Wirtsanemone für die falschen Clownies.

    VG

    Chris

  • Hajo,

    In der Natur wurde die Blasenspitzen-Anemone als Wirt für die 13 unten aufgeführten Clownfischarten gefunden. In Gefangenschaft beherbergt es auch die Ocellaris-Clownfisch.

    Also nur in der Gefangenschaft und keine natürlich Wirtsanemone für die falschen Clownies.

    Ja, das ist richtig.
    Ich bin leider irrtümlich nicht von Percula oder Ocellaris ausgegangen, sondern habe speziell auf Entecmea geschaut, von der oft behauptet wird, sie sei keine "echte" Wirtsanemone, sondern nur ein Ersatzwirt für die Aquarienhaltung.Das wollte ich deutlich machen.
    Dass sich in der Gefangenschaft häufig die Vorzeichen ändern ist bekannt.

    Gruß
    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

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  • Danke Hajo! Das entspricht meinem Kenntnisstand. Wenn ich das richtig sehe, gibt es eben A. ocellaris und percula nicht in Blasenanemonen, andere aber schon. Dass diese Anemone nicht grundsätzlich ungeeignet ist, zeigt sich ja auch daran, dass sie von Clowns doch oft auch angenommen wird, aber halt nicht so gerne
    Im Video oben dürfte ja auch eine Blasenanemome beteiligt sein

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • und NUN.....


    Dass sich in der Gefangenschaft häufig die Vorzeichen ändern ist bekannt.

    Und nun.... Genau das habe ich und viele andere oben schon behauptet.

    Ich habe oben auch ein paar (laut Literatur) geeignete Anemonen aufgeführt. Eine Entecmea war da nicht dabei. Also sind unsere Clowns dann nur halb "verirrt", wenn sie eine "falsche" Anemone wählen, anstelle eines anderen gar nicht üblichen Tieres.

    Ich finde die Gedanken von Werner gar nicht so abwegig bzw. mehr als überdenkenswert, bezweifle aber, dass die meisten in Ihren Überlegungen überhaupt soweit zu gehen bereit sind. Und dass, obwohl man ein derartiges Verhalten (besser wäre vermutlich zu sagen, einen Wechsel des Verhaltens) tausendfach beschrieben hat.

    Somit kommen wir an den Punkt, dass im Aquarium in der Regel sichere Verhältnisse herrschen. Somit ist das Fluchtverhalten wenig ausgeprägt.

    Da kann ich Werner nur zustimmen.

    Bietet den Clowns unbedingt eine Anne an, gehen sie hinein, freut Euch (es ist ein wunderschönes Schauspiel (vor allen für uns)), machen sie es nicht, ist es eben leider so, dann seid den Fischen aber bitte nicht böse.

    LG
    Daniel

  • Da kann ich Werner nur zustimmen.

    Ich nicht. Die Fische treffen doch keine überlegte Entscheidung für oder gegen eine Anemone. Und das ignoriert die offensichtlich vorhandene genetische Verankerung (erinnert mich ein wenig an Kreationisten :grinning_squinting_face: ). Dass die Symbiose nicht erlernt sein kann, hat Reinhard ja anschaulich belegt und zeigen auch das Video sowie viele Fälle, in denen Anemonenfische ohne vorherigen Kontakt eine Anemone aufsuchen.

    Und ein Fluchtreflex bei aktiv drohender Gefahr ist es auch nicht. Woher sollen die Fische bei der Flucht wissen, dass sie ausgerechnet in der nesselnden Anemone sicher sind und nicht gefressen werden? Andere Fische meiden auch bei größter Lebensgefahr die Berührung mit Anemonen. Woher sollten dann die Clowns wissen, dass sie die Ausnahme sind, wenn das Verhalten nicht instinktiv gesteuert wäre? Alle überlebenden Jungfische suchen sich im Meer eine passende Anemone und nicht nur dann, wenn der Zackenbarsch hinter ihnen her ist.
    Und im Aquarium? Die meisten Anemonenfische, die nicht in angebotene Anemonen gehen, tun das von Anfang an. Woher aber sollten sie wissen, dass es im Aquarium nicht gefährlich ist? Natürlich kann man einwenden, dass sie bei der Aufzucht keine Feinde kennengelernt haben. Aber gerade dann, wenn sie aus einem Beutel in eine völlig neue Umgebung kommen, wäre es doch naheliegend, sich zunächst in der Anemone zu schützen und sie erst dann zu verlassen, wenn eine längere Erfahrung zeigt, dass keine Feinde vorhanden sind. Im Übrigen gibt es durchaus Fälle, in denen z.B. Eckensteher von anderen Bewohnern gepiesackt werden und trotzdem nicht in eine Anemone oder zumindest Koralle flüchten - z.T. mit tödlichem Ergebnis für den Anemonenfisch.

    Dass die Aufzuchtmethode die Fische fehlleiten kann, habe ich selbst eingebracht. Aber wenn das Ergebnis ein nicht annähernd der Natur entsprechendes, also ein "unnatürliches" Verhalten ist, sollte man es bleiben lassen oder ändern.

    Bietet den Clowns unbedingt eine Anne an,

    Da sind wir uns wieder einig, meine Kollegin Anne möchte aber keinem Clown angeboten werden - sie ist schon mit einem verheiratet. :grinning_squinting_face:

    Gruß

    Wolfgang

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  • Hai

    Ich hab hunderte von Larven ohne Anemonen aufgezogen und sie sind bei meinem Händler damals alle umgehend in die Anemonen geschwommen.

    Seit mir mal ne Anemone nachts in die Strrömungspumpe gewandert ist und mir damit fast den gesamten Besatz gehimmelt hat, kommt mir keine Anemone mehr ins Haus!

    Clownfische kommen im Aquarium auch wunderbar ohne Anemonen zurecht und so lange sie einen passenden Ersatz haben, wie bei mir zb. ein halber Tontopf mit pumpenden Xenien überwuchert, ist das auch keine Tierquälerei.


    Mfg Torsten

  • ist das auch keine Tierquälerei.

    Darum geht es nicht und auch nicht darum, ob "das geht". Es geht um die Frage der verhaltensgerechten Haltung und ob man sich diese Fische anschaffen "muss", auch wenn eine solche Haltung von vorneherein nicht beabsichtigt oder möglich ist.

    Gruß

    Wolfgang

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  • Welchen Vorteil haben sie durch die Anemone den sie sonst nicht haben?

    Das ist ganz einfach: Ihre natürliche, in ihrem Wesen angelegte Lebensweise. Das Leben in der Anemone bietet Schutz, aber die Fische überlegen natürlich nicht, ob sie den gerade brauchen oder nicht. Die Evolution hat sie dazu bestimmt, ihr Leben mit einer Anemone zu verbringen. Dafür sind sie schlechte Schwimmer, die leicht Opfer werden können.

    Aber wir drehen uns im Kreis.

    Müssen muß man nicht aber man kann.

    Ja, das ist dann aber der unbedingte Habenwollen-Ansatz.

    Gruß

    Wolfgang

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  • Andersrum gefragt, warum leben sie überhaupt in der Natur in den Anemonen?

    Welchen Vorteil haben sie durch die Anemone den sie sonst nicht haben?

    Die Vorteile von Amphiprion hat Wolfgang beantwortet.
    Aber warum denkt eigentlich keiner an den Vorteil der Anemone ?
    Bei einer Symbiose hat doch jeder etwas davon!
    Wo in der Natur der Schutz durch die Anemone fehlt, hat der Untermieter das Nachsehen. Er überlebt nicht.
    Wo in der Natur Amphiprion fehlt, haben ihre Wirtsanemonen kaum Überlebenschancen. Sie werden gefressen.

    Gruß
    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

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  • Hallo Torsten,

    das Verteidigen gegen Tentakelfresser aller Art ist schon lange bekannt (so manche Aquarianerhand hat das auch schon zu spüren bekommen :smiling_face: ). Die Vorteile für die Anemonen sollen aber noch viel weiter gehen.

    Siehe hier und hier.

    Gruß

    Wolfgang

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  • Hai Hajo

    Welche potentiellen Freßfeinde haben Anemonen die von den Clownfischen erfolgreich abgewehrt werden?

    Anemonen gehören für mich persönlich zb. nicht In ein Gesellschaftsbecken.

    Deine Frage ist u. a. mit Chaetodonten zu beantworten.
    Das mit dem Gesellschaftsbecken sehe ich auch so,
    Obwohl ich das von der Beckengrösse, dem Pfleger und dem Fischbesatz abhängig machen möchte.
    Gruß
    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
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  • Anemonen gehören für mich persönlich zb. nicht In ein Gesellschaftsbecken.

    Da gebe ich dir grundsätzlich recht. Aber in großen Becken mit eher "weichem" Besatz geht das ganz gut. Am sichersten ist natürlich immer noch ein Artbecken.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hier hat jemand eine ganz andere Meinung zu diesem Thema! :grinning_squinting_face:

    Gruß
    Hajo


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    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Wolfgang,

    Ich nicht.


    Ich schon. Und ich selber habe das schon mehrfach beobachten dürfen und du sicherlich genauso.

    Natürlich ist das Verhalten zum großen Teil genetisch verankert, bei uns doch genauso, im Inneren sind wir alle noch irgendwie Urmenschen.
    Von den mehr als über tausend Anemonenarten, die im Ozean leben, koexistieren gerade mal 10 Arten mit (laut Literatur) 26 Arten tropischer Clownfische. Und innerhalb dieser Arten sind es wieder nur ausgewählte Paare von Anemonen und Clownfischen, die "kompatibel" sind (obligatorische Symbionten).

    Anemonenfische haben sich im Laufe der Zeit (Try and Error) an die Anemonen angepasst. Sei es dadurch, dass die Schleimschicht bei Anemonenfischen viel dicker ist um sich vor einen Nematozystenbefall zu schützen oder dass sie sogar Stoffe der Anemone aufnehmen und der Anemone vorgaukeln, selber eine Anemone zu sein usw. usf. Nur der der am perfektesten angepasst war (die dickste Schleimschicht, das "Wissen" ich darf nicht in die Tentakeln beißen, sonst werde ich selber gefressen..... ) hat sich erfolgreich vermehrt und diese Eigenschaften weitergegeben. Das Fressen von Tieren auf der Anemone, die dieser sonst schaden, nutz beiden ungemein. Dass ein eigenes Düngesystem von Vorteil ist, steht außer Frage, aber irgendwann und irgendwie müssen Fische auch Ihre Abfallprodukte loswerden und Salzwasserfische müssen im Gegensatz zu Süßwasserfischen recht viel trinken und "Pipi machen".

    Dass die Anemonen von Ihren Fischen in der Nacht frisches Wasser zugefächelt bekommen, könnte auch eine Fehlinterpretation sein. Nachts erzeugt die Anemone anstelle von O2 eben CO2. Für den Clown nicht ganz so angenehm. Da würde ich meine Behausung auch verlassen und außerhalb nach Luft schnappen.

    Im Aquarium gibt es eben oft kein Feinde und die Tiere merken das und lernen das. Welchen Nachteil hat der Clown, der jetzt (der artuntypisch) nicht in der Anemone ist. Keinen.....

    Pawlow begründete die behavioristische Lerntheorie, die besagt, dass einer natürlichen, oft angeborenen und damit sogenannten unbedingten Reaktion durch Lernen eine neue Reaktion hinzugefügt werden kann.

    Das kennt jeder Aquarianer, der einen Futterautomat hat. Die Fische warten schon zu entsprechenden Zeit unter selbigen oder setzen sich bereits in Bewegung, wenn das Teil anfängt sich zu drehen (selbst dann, wenn kein Futter drin ist). Meine Fische wissen schon, wenn ich das Zimmer betrete, gibt es meistens was zu futtern.....

    Ich bin (wie die meisten hier) kein Biologe und auch kein Verhaltensforscher, insofern kann ich an die Sache nur trocken herangehen, wie ich es als Ingenieur gelernt habe. Mag sein, das man immer wieder mal einen Holzweg beschreitet. Das Wichtigste ist aber immer wieder alles in Frage zu stellen und nach besseren Lösungsansätzen und Erklärungen zu suchen.

    Unsere Frage hier war ja, warum immer wieder Clowns in unseren Aquarien keine Anemone nutzen, es ist nicht die Frage, ob man eine Anemone anbieten soll (dort lautet die Antwort unbedingt.) Meine bescheide Lösung wäre, weil sie es vermutlich hier nicht müssen. In der freien Natur wurde ein solches Verhalten sicherlich zu alsbaldigen Ableben führen, im Aquarium eben nicht. Das erklärt allerdings nicht, warum die Clowns trotz Anemone oft auch andere Tiere zum kuscheln entdecken.

    LG
    Daniel

  • Meine Meinung zu Clowns :grinning_squinting_face: . OK, für diesen Beitrag erwarte ich keine Spend :face_with_tongue: .

    Bilder

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

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