Hallo Miteinander,
ich bin überzeugt, dass die Art der Aufzucht eine besonders große Rolle bei der späteren Lebensentfaltung spielt. In den 70-ern hatte ich eine Zeit lang Amazonas Barsche gezüchtet. Um mehr Ausbeute zu haben, wurden die Gelege separat aufgezogen. Etwa drei Generationen später ließ eindeutig die Brutpflege der elternlos aufgewachsenen Pärchen nach. Eben, weil sie es nicht kannten.
Beim Percula & Co. denke ich, dass das ähnlich sein wird. Die meisten kennen nicht die Vorteile von Anemonen.
Als Nachwuchs in der Natur lernen sie am Fluchtverhalten der Eltern, dass eine Anemone zum Lebenserhalt gehört.
Somit kommen wir an den Punkt, dass im Aquarium in der Regel sichere Verhältnisse herrschen. Somit ist das Fluchtverhalten wenig ausgeprägt. Was bleibt, ist der Schutz des Nachwuchses/Reviers. Und da das gefähliche Jungleben nebst Anemonentrutzburg nicht vorhanden ist, bekommen die Fische auch nicht das Bedürfnis nach einer Anemone.
Somit stellt sich die Frage, ob es bei unseren Heimzuchtfischen tatsächlich Quälerei ist, wenn diese Fische keine Anemone geboten bekommen.
(Ich sehe es viel kritischer, was aus diesen Fischen alles an schrägen Formen und Farben verinzuchtet wird.)
Grüße von der nassen Eifelkante,
Werner
