Posts by argonaut

    ...noch vergessen: ich habe die Algen spotartig mit H2O2 (Wasserstoffperoxid 3-6%ig) behandelt. Pumpen alle aus und das H2O2 mit einer Spritze in die Algen spritzen. 10 Minuten warten und Pumpen wieder anmachen. Die Algen sterben dann an diesen Stellen komplett ab. Sichere Dosierung 2-3ml/10 Liter (3%ig). Das würde ich aber nur an Stellen machen, wo man schlecht rankommt. Und schön langsam, nicht alles auf einmal behandeln.

    Die Erfolgsaussichten bei normalen Fadenalgen sind eher gering. Bei einigen wenigen Arten funktioniert es, aber in der Regel nur bei Bryopsis. Wie oben empfohlen, lieber an den Wasserwerten arbeiten. Algenfresser gibt es kaum für lange Fadenalgen. pH Wert Erhöhung kann auch helfen, was aber wirklich nachhaltig hilft, ist das mechanische Entfernen. Wenn es geht, außerhalb des Beckens. Die Algen wachsen zwar nach, aber wenn sie jung sind, werden sie eher gefressen. Ein Seeigel, passend zur Aquariumgröße, hilft auch.

    Der Schlüssel ist meiner Erfahrung nach das ständige Entfernen der Algen. Das kann sehr nervig und anstrengend sein, aber irgendwann werden die mit Unterstützung einer cleaning crew immer weniger.

    Wenn das Becken allerdings neu ist, würde ich erstmal gar nicht so viel machen. Das gehört oft dazu und verschwindet von alleine wieder.

    Das ist halt wieder so ein Beispiel für eine Gesetzgebung, bei der es primär um die Haftung/Verantwortung geht. Wenn was passiert, kann man sofort sagen, alles richtig gemacht, die Verantwortung liegt beim Anwender oder eben böser Händler, der das ohne Schein verkauft oder versendet hat.

    Wenn es primär um den Schutz des Anwenders gehen würde, würde man es grundsätzlich für private Anwender verbieten oder andere Auflagen verpflichtend machen. Sinnvoll fände ich z.B., dass solche Stoffe nur mit einem Paar Schutzhandschuhe und einer einfachen Brille verkauft werden dürften. Zudem eine kurze, aber eindringliche und gut verständliche Anleitung, wie man damit umzugehen hat. Das macht das Produkt zwar etwas teurer, aber es würde den Anwender viel besser schützen als Sachkundenachweise, die einfach nur dazu dienen, es verkaufen zu dürfen. Auch die Gefahrstoffpiktogramme mit den H-Sätzen sind bei solchen Stoffen meiner Ansicht nach nicht ausreichend.

    Der Stoff in den Hannabeuteln ist nicht ohne, da geht schon eine Gefahr aus. Auch kleine Mengen können schon schwere Schäden verursachen. Der Stoff senkt den pH Wert in Sekundenschnelle auf 1, er ist extrem ätzend. Ich habe bei Sonnlicht schon öfters bemerkt, das beim Aufschneiden und Klopfen etwas Staub entweicht. Wenn man das direkt einatmet oder in die Augen bekommt, dann kann das auch in diesen geringen Mengen schwer schädigen.

    Die aktuelle gesetzliche Regelung erschwert im Grunde nur den Verkauf und legt fest, wer die Verantwortung trägt. Dem Endverbraucher ist damit doppelt nicht geholfen, die Beschaffung ist schwieriger und "sicherer" wird es dadurch auch nicht.

    Wenn es so lange Fäden sind, sind es mit großer Wahrscheinlichkeit Dinos der Gattung Ostreopsis. Die kommen gerne, wenn die Nährstoffe gegen 0 gehen. Wie sieht es mit Nitrat und Phosphat aus? Falls eins der Beiden nahe 0 ist, die Werte in einen gut nachweisbaren Bereich bringen.

    Ostreopsis gehen nachts in ein Schwimmstadium über, daher ist UV recht effektiv. UV alleine hat das Problem bei mir nicht gelöst. Erst in Kombination mit einer starken Lichtreduktion sind sie dann verschwunden.

    nicht die höherwertigen Norpren-Schläuche

    Ich hatte mir vor Jahren für relativ viel Geld Meterware gekauft und die Schläuche komplett ersetzt. Die Norpren Schläuche gehen jetzt komplett durch, es gibt keine Verbindungsmuffen mehr. Das war eine gute Entscheidung. Sie sind extrem zuverlässig, belastbar, resistent und ändern sich nicht im Volumen. Kann ich nur jedem empfehlen...

    Grundsätzlich muss man ja immer die Dosierung anpassen, egal bei welchem Produkt. Auch beim klassichen Balling ändert man KH, Ca und MG nach Bedarf. Wenn es bei so Kombiprodukten mal Abweichungen gibt und die durch Zudosierung ausgeglichen werden, ist das ja kein Problem. Nur wenn man ständig nachdosieren muss mit einem zusätzlichen Produkt, macht es natürlich wenig Sinn...

    Hallo Wilko,

    mit was erhöhst du KH? Gibst du dann mehr all for reef zu? Da KH in dem Produkt indirekt durch Umwandlung von Formiaten durch Bakterien gebildet wird, kannst du die KH Erhöhung nicht gleich sehen. Wenn Calcium im guten Bereich ist, würde ich KH mit einem anderen Produkt erhöhen. So mache ich es. Ist egal welches, Oceamo, ATI, Balling light, usw. Meistens muss man das nur kurzzeitig machen.

    es kommt halt auch darauf an, wie die Luftfeuchtigkeit im Raum ist. Wenn man da ständig fechte warme Luft hineinbläst, die eventuell an der kalten Wand kondensiert, dann wird das vermutlich nicht viel helfen. Nur so ne Idee: es gibt Heizkabel, 50W., 6m lang Das könnte man in den Spalt auf den Boden mehrfach hin- und her verlegen. Muss ja nicht den ganzen Tag laufen, aber der erwärmt unten die Luft, die dann nach oben steigt und die Wand trocken hält.

    Ich würde das in keinem Fall machen. Im Winter bläst du ständig warme Luft nach draußen. Außerdem ist das eine ziemliche Kältebrücke. Man kann zwar Lamellen hinmachen, aber das dämmt ja nicht. D.h. du müsstest das ständig laufen lassen.

    Außerdem entsteht Schimmel oft auch an Außenwänden, wenn nur ein Schrank nah genug an der Wand steht. Da braucht es nicht immer ein Aquarium. Ist das Gebäude gedämmt?

    Ist schwer zu beurteilen aus der Ferne. Auch der Schimmel, der schon da ist, der müsste eigentlich weg. Ich würde mir das nochmal überlegen mit dem Abbauen und Versetzen. Dann kannst du es gleich richtig machen. Kann man das Wasser nicht zu 80% ablassen und das Teil mit ein paar Leuten verschieben? Die Korallen werden es überleben...

    Als Behelfslösung würde ich die Rückwand vom Unterschrank komplett zur Wand hin abdichten und die Luft über 1-2 kleine Lüfter aus dem Aquarienschrank an den Seiten oder nach vorne rausbefördern. Aber ob das generell reicht, keine Ahnung. Es kann aufgrund der Kombination höhere Luftfeuchtigkeit im Raum + Außenwand + zu nahe an der Wand trotzdem Schimmel entstehen.

    Hi,

    schau, dass du die Osmoseanlage zum Laufen bekommst und messen kannst, wie die Werte ungefähr sind. Das von Chris empfohlene TDS Meter gibt es in einfacher Ausführung für recht wenig Geld. Ist nicht super genau, aber ausreichend. Wenn du Mischbettharz nachschalten willst, musst du eine Patrone nachschalten, also dort, wo das Osmosewasser rauskommt. Da gibt es Patronen, da wird der Schlauch dann angebracht, das Wasser läuft durch die Patrone und danach hast du wieder einen Schlauch, dann eben mit Osmosewasser, was zusätzlich durch den Mischbettharzfilter gelaufen ist.

    Das Produkt kann mangelhaft sein, die Installation kann mangelhaft ausführt worden sein, da gibt es viele Fehlerquellen. Auch für Algen muss nicht zwingend das Wasser schuld sein. Ohne Werte ist es schwierig. Wenn du tatsächlich im Grunde Leitungswasser eingefüllt hast, solltest du es komplett wieder entfernen.

    Es ist schwer, übers Forum solche Dinge zu beurteilen, zumal die Fehlerbeschreibungen seltsam sind. Entweder hattest du da wirklich Pech oder du musst dich noch vertrauter machen mit diesen Geräten. Es ist oft nicht ausreichend, einfach eine Osmoseanlage zu kaufen und es ungetestet zu verwenden. Die Leistungen der Anlagen sind unterschiedlich, das Ausgangswasser ist unterschiedlich und daher sollte das Osmosewasser getestet werden, bevor man es verwendet. Aus Erfahrung braucht man oft noch einen Mischbettharzfilter. Und du solltest dich auch mit der Funktionsweise auseinandersetzen. Die ersten paar Minuten können noch sehr hohe Leitwerte haben. Man sollte das Wasser eine Weile laufen lassen und immer mal wieder testen. Der Leitwert sollte unter 5, besser nur 1-2 oder 0 sein.

    Solche Anlagen funktionieren sehr gut, wenn sie lange laufen. Mal kurz für ein paar Minuten anschmeißen ist nicht sehr gut. Ich kenne da deinen Wissensstand nicht, aber ohne diese ganzen Grundkenntnisse geht es oft schief.

    Reinwasser hört sich einfach sauber an und hat ja auch 95-98% weniger Inhaltsstoffe als Leitungswasser.

    So sehe ich es auch. Ich trinke schon über 10 Jahre Osmosewasser und ich lebe immer noch. Ich habe auch kein Problem mit Leitungswasser, aber es schmeckt einfach nicht, wenn man Osmose gewöhnt ist. Die Bakterienfilme kenne ich aber auch, auch in der Anlage beim Filterwechsel. Man kann beim Filterwechsel auch mal die ganze Anlage reinigen, z.B. mit H2O2. Das hilft zwar auch nicht gegen alle Bakterien, aber in der Regel ist der Film dann weg.

    Da kann ich ihn ja auch gleich noch ein paar Monate halten, oder? Der Aufwand ist der selbe..

    Verstehe ich nicht. Jetzt nimmt ihn der Händler wahrscheinlich zurück, du kannst dir einen anderen passenden Fisch kaufen und es ist erledigt. Du gewöhnst den Fisch nun an dein Becken und weißt nicht, ob du ihn bei entsprechender Größe so einfach wieder losbekommst.

    Ist doch unnötiger Stress. Es hört sich zudem etwas danach an, also ob du an dem Fisch nach wie vor hängst und ihn erstmal behalten möchtest. Aus meiner Sicht wäre es dann der zweite Fehler nach dem Spontankauf.

    Hallo zusammen,

    ich kämpfe seit Monaten mit einer Dinoplage. Ostriopsis bildet lange Fäden, daran kann man sie eigentlich immer gut erkennen. Sie überwachsen nicht nur nur Sand und Gestein, sondern auch Korallen. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die sich vermehren. Wenn ich eine Koralle davon befreit habe, war nach zwei Stunden schon wieder ein brauner Belag zu sehen.

    Ursache war wohl, dass meine Nährstoffe auf 0 gefallen sind, vor allem Stickstoff. Auf jeden Fall habe ich dann erstmal die Nährstoffe erhöht und brav immer alles abgesaugt, keinen Wasserwechsel mehr gemacht und abgewartet. Leider war das ein Kampf gegen Windmühlen. Einige Korallen gerieten auch stark in Bedrängnis, zeigten keine Polypen mehr und zogen sich zurück.

    Dann habe ich eine UV installliert, alles nochmal penibel abgesaugt und das Becken für 3 Tage komplett abgedunkelt. Den Tieren hat es nicht geschadet und erstmal sah alles sehr gut aus. Die Dinos kamen jedoch zurück, zwar nicht mehr ganz so stark, aber stark genug, dass sich wieder ein paar Korallen schlossen. Ich habe dann den gesamten Bodengrund abgesaugt und durch Live Sand ersetzt. Ich dachte, der bakterienangeimpfte Sand könnte einen Schwung Konkurrenz ins Becken bringen. Das war auch nur kurz erfolgreich, die Dinos kamen zurück und bildeten schnell wieder die braunen Fäden auf dem neuen Sand.

    Letzten Donnerstag dachte ich mir, ich schalte jetzt einfach mal meine Kessil LED ab und verkürze die T5 von 8 Stunden auf 6 Stunden. UV lief die ganze Zeit weiter. Was soll ich sagen, als ich gestern das Becken sah (es steht in der Firma, daher sehe ich es manchmal ein paar Tage nicht) dachte ich: wow, das sieht ja prächtig aus. Die Korallen stehen super da, alles offen und weit expandiert. Die Dinos sind komplett vom Sand, vom Gestein und den Korallen verschwunden. Lediglich an den Scheiben gibt es noch vereinzelte Spots, aber das nichts im Vergleich zu vorher.

    Ich weiß nicht ob ich die jetzt besiegt habe, ich lasse es erstmal so weiterlaufen. Schon krass und das bringt mich zum Nachdenken was generell die Lichtleistung anbelangt. An sich ist die Kessil ein treuer Begleiter seit ca. 7 Jahren. Die Lampe ist sicherlich nicht die Ursache für die Dinos, aber vielleicht war das in Kombination mit den niedrigen Nährstoffen doch eine Art Booster für die Dinos. Licht ist ja nach wie vor vorhanden, zwar weniger und deutlich verkürzt, aber ich hätte nicht gedacht, dass diese Maßnahme so durchschlagend ist.

    Ich werde mal jetzt die PAR Werte messen, nur mit den T5. In dem Becken habe ich nur noch wenige Acros, vielleicht reichen die 4 T5 Röhren ja auch aus.

    Hallo Hajo,

    ich habe es nicht despektierlich gemeint. Du hast völlig recht und es in Beitrag 7 schön zusammengefasst. Es ist ja kein Geheimnis, dass Menschen bis ins hohe Alter Muskeln aufbauen können. Dasselbe gilt fürs Gehirn. Training, Abwechslung und Beschäftigung ist in jedem Alter enorm wichtig. Mein Vater ist mittelschwer dement und ich konnte in den letzten 20 Jahren sehen, wie das Gehirn nach und nach verarmt ist. Kein Hobby, kein Sport, kein Urlaub, seit der Rente wälzt er nur Akten und sitzt vor dem PC. Da konnte man dem Verfall zusehen.

    "Spaß beiseite" bezog sich auf Bernd. Nach dem Gau und der langen Zeit im Hobby hört sich das nach einem endgültigen Schlussstrich an - nicht weil er es nicht mehr kann, sondern weil es jetzt eben Zeit dafür ist. Solange man Zeit, Lust und in der Verfassung ist, spielt das Alter keine Rolle.

    Ich möchte hier auch nochmal meinen Respekt und Dank kundtun für alle "alten Hasen", die hier immer noch aktiv mitmachen und ihren Erfahrungsschatz teilen. Das ist sehr wertvoll und ein Korrektiv für die ganzen schnelllebigen "Modeerscheinungen" und "ich weiß es besser".

    Old school rockt halt nach wie vor :smiling_face:

    Wenn die Werte in kurzer Zeit ungewöhnlich schwanken ohne eine Erklärung dafür zu haben, würde ich erstmal überprüfen, ob die gemessenen Werte stimmen. Entweder nochmal ein ICP machen oder die verwendeten Messgeräte prüfen.

    Hallo Bernd,

    sehr schade, du hattest so ein schönes Becken. Egal welche Lebensumstände, wenn man sich nicht mehr zu 100% um sein Becken kümmern kann oder will, ist es aus meiner Erfahrung sehr unbefriedigend und dann kann man das Hobby auch als belastend empfinden. Insofern Respekt für deine Entscheidung. Das ist dann zwar ein Ende mit Schrecken, aber zumindest ist die Gefahr gebannt, dass es eine dauerhafte Belastung wird.

    Du schreibst, du wirst bald 78 Jahre alt. Das ist ja kein Alter. Ich denke, du holst jetzt 2 Jahre Luft und startest mit Anfang 80 nochmal neu durch :winking_face: Spaß beiseite, schön dass du uns hier im Forum erhalten bleibst.

    Hi,

    ist das ein Stahluntergestell oder Alu? DD hat auf jeden Fall eine Version mit Stahl. Da brauchst du dann keine Versteifung.

    Ansonsten sehe ich es wie Sandy. Ich habe einen kleinen Unterschrank aus 25mm Aluprofilen gebaut. Das ist schon stabil für kleinere Projekte, bei dem 1500er würde ich dringend zu 40mm raten. Selbst mit den 40ern braucht man die Seitenverkleidung als Versteifung.
    Man merkt deutlich, wenn die fehlen, das wäre mir viel zu riskant.

    Hi Dietmar,

    ich bin da auch durcheinander gekommen. Die Mischung oben habe ich erst im Osmosewasser getestet und das hat nicht gepasst. Ich habe dann auf den Silikattest gestarrt und gerätselt, wo der Fehler liegen könnte. Da steht groß und fett "SiO2" drauf und dann hat es klick gemacht. Insofern erhöht die Mischung Silikat um 1mg/Liter und Silicium um 467 Mikrogramm/l.

    Ich habe vorgestern am Abend 1mg der Mischung dosiert. Gestern konnte ich noch 0,2mg/l nachweisen, heute zeigt der Test kleiner/gleich 0,1mg/l. Zeit für die nächste Dosierung!

    Interessanterweise ist ein zu geringer Silikatwert bei Fauna Marin in der ICP ständig als zu beachten angemerkt, aber es ist keine Dosierung vorgesehen. Früher oder später wird es bestimmt auch ein Mittelchen geben, welches für gutes Geld diesen Mangel beheben kann, vielleicht wird dann eine Dosierung empfohlen. (^-^)

    Das ist wohl eher die Ausnahme, oft sieht man da einen roten Pfeil nach oben Es gibt Mittelchen, z.B. Spongeexcel von Brightwell Aquatics. Aber zum einen ist das vergleichsweise teuer, zum anderen ist das Mittel hier bei uns schlecht erhältlich. Wenn ich sehe, was die oben genannte Mischung an Materialeinsatz kostet, würde ich als Hersteller sofort ein Produkt auf den Markt bringen

    Stimmt es, das Aktivkohle Silikat abgibt? Wenn ja, jede?

    Ja, ist wohl üblich. Hängt aber auch von der Kohle ab. Christoph von Oceamo hat es mal nachgewiesen in seinem Kohle Experiment.

    Wenn bei dir der Silikatwert recht hoch ist, du aber keine unschönen Kieselalgen hast, ist doch alles super. Oder habe ich was missverstanden?

    Ich bestelle mir jetzt erstmal eine neuen Silikattest damit ich mit der Kohle spielen kann. Bei der nächsten ICP schauen wir mal ob der neue Test und die ICP gleicher Meinung sind.

    Die ICP misst elementares Silicium. Die Heimtests, z.B. von JBL, messen SiO2! Das kann man dann nicht direkt vergleichen bzw. müsste man umrechnen. In 1 mg Siliciumdioxid ("Silikat") sind rechnerisch ca. 0,467 mg (bzw. 467 Mikrogramm) reines Silicium enthalten. Wenn du mit dem Heimtest 1mg/L SiO2 misst und die ICP zufällig um die 0,5mg/L ausgibt, passt es mit dem Heimtest.

    Hallo zusammen,

    ich dosiere immer mal wieder Silikat. Ich denke, es tut den Schwämmen gut und ich habe es auch schon eingesetzt, um eine Kieselalgenblüte auszulösen, die dann die Dinoflagellaten verdrängt hat. Klappt nicht bei allen Dinos, aber bei Porocentrum und Amphidinium wirkt es oft sehr gut. Die Kieselalgen verdrängen die Dinos, vor allem auf dem Sand.

    Wie auch immer, ich habe oft eine lose Zettelsammlung und dann finde die Rezeptur nicht immer auf Anhieb. Daher poste ich das hier, dann kann ich selbst auch mal nachschauen.

    Ihr müsst euch das umrechnen, ich habe es auf mein kleines Becken optimiert, d.h. 2ml der Lösung erhöhen den Silikatgehalt (SIO2) in 65 Liter um 1mg/Liter.

    Im Chemikalienhandel bekommt man sehr einfach und billig Natriummetasilikat Pentahydrat. Das Kilo kostet so um die 10 Euro. Damit kommt man ein Leben lang aus!

    Die Herstellung der Lösung ist denkbar einfach: 24g Natriummetasilikat Penayhydrat in ein Becherglas geben, am besten mit Graduierung und destilliertes oder Osmosewasser auffüllen bis 214ml (NICHT 24g Natriummetasilikat + 213ml Wasser!). Man muss hier nicht sehr genau sein, ob das 200 oder 230ml sind, spielt nicht wirklich eine Rolle. Zwar erhöht bzw verringert sich dann die Menge an SIO2, die man zugibt, aber man will hier eh keine "exakten" Werte einstellen. Wer einen Magnetrührer hat, ist klar im Vorteil. Ansonsten muss man eben eine Weile schütteln, es löst sich grundsätzlich gut auf.

    Ich habe die Lösung natürlich auch im Becken angewendet und zusätzlich den SIO2 Wert danach bestimmt. Die Rechnung oben passt.
    Es gilt als sicher, Silikat um 1mg/Liter auf einmal zu erhöhen. Ich stelle eigentlich immer fest, dass Silikat sehr schnell verbraucht wird und bereits nach 24 Stunden wenn überhaupt nur noch sehr wenig messbar ist. Wenn man es öfters macht, steigt der Wert natürlich irgendwann. Für Schwämme reicht es, 2ml der Lösung einmal die Woche zuzugeben (auf 65 Liter Wasser).

    Silikat ist ja etwas unbeliebt, vor allem weil es die unschönen Kieselalgen fördert. Allerdings brauchen viele Organismen Silikat und da heutzutage die meisten eine hochwertige Osmoseanlage haben und penibel darauf achten, möglichst einen Leitwert nahe 0 zu haben und zudem noch teilweise wenig Wasser gewechselt wird, könnte es schon zu einem Mangel kommen, zumindest für einige Organismen. Aber muss man ausprobieren.
    Wer grünen Scheibenbewuchs hat, wird eventuell feststellen, dass die Beläge braun werden (Kieselalgen). Man muss halt für sich die Dosierung herausfinden. Bei Überdosierung wird der Sand braun bzw. Kieselalgen wachsen sehr stark.

    Es ist schön, dass ihr alle helfen wollt:smiling_face:. Ich würde vorschlagen, wir lassen Scheibenanemone88 in ihrem Tempo weitermachen. Letztlich hängt die Qualität unserer Antworten von der Genauigkeit der Angaben ab und es wurde jetzt oft von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen. Mehr kann man glaube ich nicht machen.

    Scheibenanemone88: nur weil ein Test oder Gerät etwas anzeigt, muss es nicht stimmen. Es gibt zahllose Fehlerquellen, ich halte wie Sandy einen pH Wert von 8,4 auch für schwer möglich ohne zusätzliche Maßnahmen. Aber da deine anderen Tiere scheinbar gut stehen, scheinst du im Becken kein generelles Problem zu haben.

    Täusche dich aber nicht was Licht und Strömung anbelangt. Subjektiv mag ein Tier im Schatten stehen, aber mit unseren Augen können wir die Lichtintensität nicht wirklich beurteilen. Gleiches gilt für Strömung. Ich habe auch eine Scheibenanemone Art im Becken und die wollen auch nicht so richtig. Sie vermehren sich zwar langsam, sind aber oft sehr klein und zugezogen. Ich dachte eigentlich, dass Strömung und Licht in dem Bereich nicht stark sind. Aber wie es der Zufall will, habe ich neulich eine Scheibe entdeckt, die sich losgelöst hat und durch die Strömung in einen sehr strömungsarmen Bereich verweht wurde. Da ist sie vollkommen offen! Ein zweite, ebenfalls schön offene Scheibe habe ich unter einer anderen Korallen gesehen. Also wirklich im schattigen, strömungsarmen Bereich.

    Es gibt zahllose Arten und das ist sicher nicht für alle gleich. Aber es ist nicht verkehrt, alles immer wieder zu hinterfragen. "Passt schon", "Werte sind ok", das kann täuschen, wenn man genau hinschaut.

    Um die PAR-Werte geht's mir nicht, sondern nur um den natürlichen Anstieg und Abfall der Beleuchtungsstärke.

    Rechne mal von dem Diagramm runter mit deiner maximalen Beleuchtungsstärke, siehe Beitrag 7 von Joe. Du hast dann nur relative kurze Zeit die maximale Beleuchtungsstärke. Einen großen Teil des Tages dämmerst es dann so vor sich hin. In der Natur mag das keine Rolle spielen, weil da die PAR Werte schon sehr früh sehr hoch sind, 400 -1250 PAR.

    Das was ich oben vorgeschlagen habe ist auch nur ein Beispiel, wie man es machen kann. So gefällt es mir halt. Ich könnte genauso gut einen leichten Bogen einbauen oder wie es lange Zeit üblich war, einfach an- und ausschalten. Du wirst da keine Vorteile haben was Korallenwachstum und -gesundheit anbelangt.
    Ich will dir das aber auch nicht ausreden, vielleicht reicht es ja und alles wächst und gedeiht. Schau dir nur mal die ganzen Farmen an, die teilweise immer noch mit T5 beleuchten. Die gehen morgens an und abends aus.

    Hallo Stephan,

    hast du mal auf die PAR Werte geschaut in der Grafik von Dana Riddle? Da hast du von 8:30 bis 18 Uhr PAR Werte von über 400 (bei Bewölkung), in der anderen Grafik sogar krass viel mehr (strahlender Sonnenschein). Das bekommst du mit einer Lampe nicht hin, was bedeutet, dass du das nicht einfach übertragen kannst ins Aquarium.

    Hallo Joe,

    von schlimm hat niemand gesprochen. Stefan war ja erstmal nur auf Ursachensuche, da der Wasserstand im Becken so tief ist. Nach langem Rätselraten ist das wohl die Ursache, aber er hat sich bisher noch nicht geäußert. Ansonsten sehe ich es auch so, das macht überhaupt nichts.

    Hi Stefan,

    das wäre auch meine Frage.

    Man kann es schwer sehen, aber ist der Wasserstand im Becken ungefähr da wo der Überlaufkamm eingeklebt ist? Bei mir ist der Kamm undicht geworden, d.h. Wasser geht nicht nur über den Überlaufkamm, sondern unten (Klebestelle) in den Schacht. Im laufenden Betrieb merkt man es nicht, aber wenn das Wasser steht, läuft es halt langsam in den Schacht und zwar bis zur Leckstelle, also kurz unterhalb des Kamms.

    Hi Stefan,

    10-12 Stunden Beleuchtungszeit. Ich mache es so:

    Halbe Stunde Sonnenaufgang bis 80%, 1,5 Stunden von 80% auf 100%, dann für 6 Stunden 100%, dann wieder über 1,5 Stunden auf 80% und am Ende eine halbe Stunde Sonnenuntergang. Macht zusammen 10 Stunden Beleuchtungszeit.

    Überlegung dazu: allzu lange Blaulichtphasen sind recht strahlungsintensiv, daher nur eine halbe Stunde Sonnenauf- und untergang. 80-100%, um die Tiere langsam an die volle Beleuchtung zu gewöhnen und 6 Stunden volle Beleuchtung reicht für die meisten Tiere. Mit 100% meine ich übrigens nicht 100% der Lampenpower, sondern 100% von dem, was ich eingestellt habe. Aktuell sind 100%=60% der möglichen Lampenleistung.

    Ich würde mich da nicht zu sehr verkünsteln. Früher gab es auch nur an/aus. In der Regel versucht man, den Tagesablauf unter Sonnenschein abzubilden.

    Viel wichtiger ist die Beleuchtungsstärke und das Spektrum.

    Hallo Sven,

    herzlich willkommen im Forum!

    Ein schönes Projekt, dahin geht es wohl in den nächsten Jahren.

    Ein paar Anmerkungen:

    - pH Wert: wäre schön, wenn du hier pH morgens und pH abends unterscheiden würdest.

    - bei KI kommt ein Fehler „500“

    - bei Logbuch wäre die Kategorie „Problem“ ganz gut. Z.B. Cyanos, Dinoflagellaten, Korallen stehen schlecht. Das kann man dann mit den Werten verknüpfen bezüglich Ursachenforschung.

    Solange das kostenlos ist, kannst du hier posten, solange du möchtest.

    Sollte es mal kommerziell werden, ist es auch kein Problem, aber dann müsstest du dich als gewerblicher Anbieter registrieren.

    Hallo Stefan,

    schön gemacht! Allerdings verwendet kaum jemand hier die jbl Tests. Sie sind für Meerwasser bestimmt, aber zumindest in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die nicht so das Gelbe vom Ei sind. Wenn du damit klar kommst, kein Problem!

    Und wenn man nach den Bewertungen geht, scheinen die meisten damit sehr zufrieden zu sein. Vielleicht hat jbl da auch qualitativ aufgeholt...

    Stickstoff kommt per Dosierpumpe mit Sangokai NP-Complete mit 1ml/100L pro Tag und zusätzlich im Ca-Kanister das AddOn N von Oceamo (dzt. 2ml/L)

    Dann müssten meine Korallen bei meinen Wasserwerten (siehe ICP) permanent am Verhungern sein oder Cyanos am Explodieren.

    Ne, eben nicht. Du gibst ja was zu und das reicht offensichtlich, auch wenn es über Nitrat nicht nachweisbar ist. Ansonsten sehe ich das wie du, Nitrat muss nicht nachweisbar sein.
    Das Problem besteht aber darin, sicher zu erkennen, ob ein Stickstoffmangel vorliegt. Daher empfehlen die meisten einen gewissen Nitratwert, da kann man indirekt sicher sein, dass genügend Stickstoff vorhanden ist.
    Es gibt so viele unterschiedliche Becken. Es gibt traumhafte Becken mit recht hohen Nitrat- und Phosphatwerten. Genauso andersherum. Es gibt Becken mit Fadenalgen und hohen Nährstoffwerten und es gibt Becken mit Fadenalgen mit sehr niedrigen Nährstoffwerten. Die einen halten sich penibel an bestimmten Relationen von P zu N, andere pfeifen darauf.
    Letztlich merkt man aber über kurz oder lang, ob man richtig liegt mit seiner Vorgehensweise. Dann erhöht oder senkt man mal einen Wert und sieht, ob und wie es sich auswirkt.

    Dann schau dir mal das Gefahrenblatt von Aquarium Silikon an

    Das ist genau der Punkt, da steht NICHTS bezüglich Wassergefährdung. Die Klassen "schädlich für Wasserorganismen" und "schädlich für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung" stehen nicht umsonst auf solchen Produkten. Das ist übrigens kein Internetwissen, ich gehe täglich mit solchen Stoffen um.

    Unterscheiden muss man halt auch, auf was sich die Hinweise beziehen: meist auf das frische Produkt. Nach der Aushärtung sind die meisten Gefahstoffmerkmale nicht mehr gegeben. Bei Sikalflex wird das nicht genau angegeben, da könnte sich je nach Umstand (Salzwasser, Licht usw) über die Zeit etwas herauslösen.

    Ansonsten stimme ich mit dir überein: kein Drama daraus machen, einfach kurz checken, ob es tauglich ist oder eher nicht. Im Zweifel lassen und nach einer Alternative umschauen.

    Ich weiß nicht, ob das Produkt von Hobby "Fix Unterwasserkleber" für deine Zwecke geeignet ist, aber das wäre so eine Alternative, die sicher unbedenklich ist.

    Hi Stefan,

    was soll an Acryglas und Aquariensilikon schädlich sein? Die Frage bezog sich auf Sikaflex. Ist doch eigentlich ganz einfach. Wir stecken viel Geld ins Hobby, versuchen Werte penibel stabil zu halten und lassen über IPC die Spurenelemente testen und versuchen auch hier, alles im Optimum zu halten. Das alles riskiert man doch nicht, indem man irgendwelche Stoffe oder Materialien ins Becken bringt, die schaden könnten.

    Der richtige Ansprechpartner wäre hier Christoph von Oceamo. Der findet ständig irgendwelche Arzneimittelrückstände, Weichmacher und andere Stoffe. Ob und in welcher Konzentration die schädlich sind, who knows? Aber man muss es ja nicht provozieren.

    Viele Sikaflex Produkte tragen Gefahrstoffkennzeichnungen, wie "schädlich für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung". Es geht auch nicht nur immer um Fische und Korallen, der ganze Biofilm und die Kleinstlebewesen wollen auch gedeihen in möglichst sauberem Wasser.

    Insofern würde ich stets abklären, ob ein Klebstoff oder Material unkritisch ist für die Verwendung in unseren Becken.

    Die Verstärkungsleisten habe ich auch gesehen im Angebot. Wie ist das eigentlich zu verstehen, sind das Streifen, die zusätzlich eingeklebt sind? Sieht das dann nicht bescheiden aus, vor allem an den Seitenscheiben? Aquaemotions vergibt 5 Jahre auf Dichtigkeit des Beckens, Brillant 15 Jahre.