Diese sauge ich händisch täglich 1-2 x ab & gebe das Wasser durch Vlies gefiltert zurück ins Becken. Hier werden es allerdings nicht wirklich weniger - trotz Reduktion der Beleuchtungsdauer.
Das machst du schon alles richtig. Leider kann es manchmal Wochen oder gar Monate dauern. Es gibt so viele unterschiedliche Arten und Unterarten. Und je nach Art gibt es unterschiedliche Strategien (UV, Kieselalgenblüte, Bakterienblüte, H2O2, Temperatur).
Was immer hilft und angebracht ist: stören und absaugen. Und was auch sehr wichtig ist: so wenig wie möglich zugeben an Spurenelementen, keine Wasserwechsel machen bei Befall. Wenn man dann beständig weiter absaugt, werden die in der Regel weniger und verschwinden irgendwann. Ist aber auch keine Garantie bzw. Patentrezept.
Ich hatte 10 Jahre gar keine sichtbaren Dinoflagellaten und dann in zwei Becken mehrmals hintereinander Probleme damit und viel dazu gelesen. Wenn der Befall anhält und man irgendwas machen muss, gibt es für jede Art teilweise sehr ausgereifte Behandlungsstrategien. Nur leider funktionieren die nicht in jedem Becken. Ich würde jetzt erstmal abwarten, ob die nicht von alleine wieder weg gehen.
Zum Thema Licht: man kann schon die Beleuchtung prüfen, Spektrum, Intensität und Dauer. Aber damit wird man Dinoflagellaten nicht los. Auch die häufig eingesetzte Dunkelkur (3-5 Tage absolute Dunkelheit) hilft in den meisten Fällen nur kurz. Das Becken sieht dann wieder sauber und schön aus, aber es dauert nicht lange, bis die Algen wieder auftauchen. Zusätzlich schwächt man Korallen und andere lichtbedürftige Organismen. Ich würde da nicht zuviel ändern bzw. nur überprüfen, ob Dauer, Intensität und Spektrum für die zu pflegenden Tiere passen.
Nährstoffe: zumindest bei mir tauchten Dinos immer auf, wenn die Nährstoffe, vor allem Phosphat, nicht mehr nachweisbar waren. Du hast angegeben 0,02 und 0,03. Klar kann das kein Problem sein, aber es sind punktuelle Messungen, die auch nicht super genau sind und eventuell gibt es Zeiten, wo PO4 nicht mehr zur Verfügung steht. Ich habe die Nährstoffe durch mehr Fütterung bei Dinobefall immer etwas angehoben.
Zu den Ursachen: kann man m.E. nach vergessen, darüber zu philosophieren. Irgendwas scheint sich in betroffenen Becken so zu verändern (chemisch, physikalisch), dass das etablierte Mikrobiom geschwächt wird und Dinoflagellaten einen Vorteil haben. Breiten sie sich erstmal aus, verstärken sie oft die negativen Bedingungen für andere Organismen, z.B. durch Abgabe von schädlichen Stoffen. Daher ist das Absaugen und Entfernen der Beläge so wichtig.
Ansonsten: manche behandeln Dinos recht aggressiv mit Wasserstoffperoxid, andere lösen durch Kohlenstoffzugabe eine gezielte Bakterienblüte aus und wiederum andere dosieren Silikat, um eine Kieselalgenblüte auszulösen. Das kann alles funktionieren, aber eben auch nicht. Es gibt Dinos, die Algen und Bakterien fressen, es gibt welche, die mit Ihnen in Symbiose leben (die meisten Dinos können keine B Vitamine herstellen und müssen sie sich holen), bei manchen funktioniert jedoch die Strategie und Kieselalgen bzw. Bakterien verdrängen die Dinos.
In den meisten Fällen führt eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen letztlich zum Erfolg.
Dein Becken ist frisch und da würde ich jetzt mal sagen, kann passieren und ist durchaus nicht ungewöhnlich und geht auch meist schnell wieder vorbei.
Ansonsten gibt es den wohl längste Diskussion zu diesem Thema hier:
Außerdem gibt es noch gute Zusammenfassungen:
A dinoflagellate treatment guide
Beating dinofalgellates: a complete guide