Weißpünktchen Plage

  • Hallo zusammen,


    wir haben ein riesen Problem und hoffen, hier hat jemand einen guten Rat.


    Im Dezember 23 haben wir uns auf ein 1.400 Liter Aquarium vergrößert. Unser früheres Becken lief problemlos.

    Nach dem Umzug ging es allen gut. Wasserwerke waren gut und auch den Fischen ging es gut.


    Anfang Januar ist dann ein Palettendoktor eingezogen. Er kam aus einem „kleinen“ 400 Liter Becken. 4-5 Tage nach dem Einzug hatte er Pünktchen. Wir haben ihn in ein Quarantänebecken gesetzt. Leider bekam dann der übrige Bestand nach und nach auch Pünktchen. Und bis auf den Pallettendoktor und den Segelflossendoktor, den Korallenwächter und eine Dekorgrundel sind alle verstorben. Wir haben das Futter mit Knoblauch und Sanostol angereichert.


    UVC lief und läuft auch.


    Das Becken stand 3 Wochen ohne Fischbesatz. Wir haben einen Wasserwechsel von 500 Litern gemacht.

    Wir haben nun wieder einen neuen Fisch und die „Überlebenden“ eingesetzt. Der neue Fisch hat nach drei Tagen auch wieder Pünktchen bekommen. Die „Überlebenden“ haben nichts bekommen.

    Wir wissen langsam nicht weiter, wie wir diese Krankheit wieder los werden.


    Hat jemand schonmal so einen verheerenden Befall gehabt und einen Tipp, wie wir es wieder los werden?


    Vielen Dank und viele Grüße

    Lana

  • Die Vorgehensweise ist der Erkrankung nicht angemessen, wenn man nicht auch die überlebenden Fische einer Behandlung unterzogen hat.

    Und zwar, bevor sie wieder zurückversetzt wurden.

    3 Wochen Wartezeit ist die unterste Grenze für eine Rücküberführung in eine Erreger freie Zone.

    Mehr Geduld wäre sinnvoller gewesen.

    Was auffällt, ist die rasche Infektion des neu eingesetzten Fisches.

    In nur 3 Tagen wird kaum ein vormals gesunder Fisch deutliche Symptome zeigen.

    Da Fische nach einer überstandenen Infektion eine Art von Immunität ( Prämunität) erwerben können, Erreger und Wirt leben „harmlos“ miteinander, erkranken oft nur Neuzugänge.

    Da der Vermehrungszyklus mehrere Stadien umfasst, sind deutliche Auffälligkeiten in dieser frühen Zeit ungewöhnlich.

    Ob der Neuzugang sich am alten Besatz infiziert hat, oder bereits befallen war, ist kaum zu klären.

    In jedem Fall ist eine mehrwöchige Quarantäne für ALLE Fische zu empfehlen.

    Bleibt das aus, bleibt auch die Unsicherheit.


    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)


    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • welcher art ist den der neue?


    Anfang Januar ist dann ein Palettendoktor eingezogen.


    Stress bei Fischen, z.B. beim Umsetzen, bei der Neueinrichtung eines Beckens oder auch beim Einzug neuer Fische, kann die Entstehung der Weißpünktchenkrankheit sehr begünstigen. Durch solchen Stress wird das Immunsystem der Fische zusätzlich geschwächt und sie sind deutlich anfälliger für Cryptocarion.

    Protomor von Aquarium Münster könnte eventuell helfen.

    LG
    Daniel

  • Hallo,


    Hans-Werner hat in solchen Fällen zu Präbiotika geraten. Als Futter, Zusatz, Salz usw. Eventuell macht es Sinn, es bei jedem Neuzugang prophylaktisch mit beizugeben. Ich habe selbst keine Erfahrung damit, noch weiß ich, ob es gesichert hilft. Aber gerade bei so angeschlagenen Fischen in der Quarantäne und Neuzugängen schadet es sicher nicht.

    Ich habe bei so einem Befall das Futter Dr. Basleer Biofish Food Matrine verwendet. Das sind keine Präbiotika, sondern andere Wirkstoffe, die die Schleimhaut der Fische schützen soll und abwehrend gegen Parasiten wirkt. Bis auf den Fisch, der die Krankheit mit ins Becken gebracht hat, ist sonst kein Fisch gestorben. Haben sich alle erholt. Aber wie immer kann man es nicht sicher auf diese Maßnahme zurückführen.

    Ich denke mir halt, im schlimmsten Fall hat man gutes Futter verfüttert, was evtl. minimal teurer ist. Im besten Fall hilft es tatsächlich.

    Neben Dr. Basleer gibt es noch andere Hersteller, Tropic Marin hat da auch ein paar Produkte im Sortiment.

  • Hallo und danke schon mal,


    wir haben eine 75W UVC mit einem Durchfluss von 1.500 Litern.


    Die Fische im Quarantänebecken haben wir mit Oodniex esha behandelt.


    Der Neuzugang war ein Blaustreifendoktor.


    Viele Grüße

  • Das Becken stand 3 Wochen ohne Fischbesatz. Wir haben einen Wasserwechsel von 500 Litern gemacht.

    Wir haben nun wieder einen neuen Fisch und die „Überlebenden“ eingesetzt. Der neue Fisch hat nach drei Tagen auch wieder Pünktchen bekommen.

    :winking_face:

  • Ein kleiner Tipp:


    Wenn schon sinnvoll und sicher in einem Quarantänebecken behandelt werden soll, dann nicht mit Oodinex esha sondern mit einem reinen Kupfermittel, wie Odinex von HW !!

    Das ist die absolut sicherste Methode um der Krankheit Herr zu werden.

    Wenn schon, denn schon!

    Alles andere ist Pillepalle und hat bestenfalls als Ergebnis, dass die Fische mit dem stärksten Immunsystem überleben und der Rest das Zeitliche segnet.

    Schönreden und hoffen hilft nicht unbedingt weiter.


    Gruß

    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)


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  • Hallo Hajo,

    Hallo alle anderen :-),


    Hajo, das was du sagst, ist komplett richtig.

    Leider ist es aber so, dass bei einem vernünftigen Besatz ohne permanenten Stress (eine Palette unter 2.500 Liter ist leider permanenter Stress!!!!!!) viele Fische gegen Cryptocarion und Co genug Abwehrkräfte haben. Es gibt die Erreger zwar permanent (also auch auf den Fischen) im Becken, aber es kommt zu keinen wirklichen Krankheitsausbruch. Bei einem Neuzugang gibt es dann auf einen Schlag heftige Probleme. Der Acanthurus leucosternon ist auch so ein beliebter Kandidat.

    Also wer kann, sollte unbedingt alle Neuzugänge wie von Hajo empfohlen vorab behandeln. Alles andere ist (wie Hajo es sagst) eh immer eine Lotterie. 100%igen Schutz wird es aber nie wirklich geben. Aber jeder, der ohne

    Wenn schon, denn schon!

    Fische in ein Becken einsetzt riskiert das Leben seiner Pfleglinge.


    LG
    Daniel

  • Hallo zusammen!


    Der Internethandel bietet Vorteile, aber auch Nachteile für den Käufer.

    Einerseits reizt die Bequemlichkeit den Einkauf zu tätigen,

    andererseits stellt sich die Frage nach der Unversehrtheit der lebenden Fracht.

    Nicht alles, was ankommt, ist auch gesund.

    Technische Produkte schaffen selten Probleme.

    Sie unterliegen diversen Garantiebestimmungen.

    Lebendes Inventar hingegen stellt besondere Anforderungen an die Transportkette und an die Unversehrtheit.

    Garantie fast Null!

    Geschwächt durch suboptimale Transportbedingungen sind alle Fische anfällig gegen allerlei Schwächeparasiten.

    Der Name ist schon Programm.

    In einem geschlossenen System erhöht sich der Infektionsdruck rasant.

    Die Folgen sind bekannt.

    Was ist zu tun?

    Der Erfolg einer Behandlung im besetzten Aquarium ist begrenzt.

    Die Gründe sind bekannt.

    Die Hoffnung liegt jetzt auf den unterstützenden Massnahmen, die je nach Schweregrad der Infektion den Infektionsdruck vom Fisch nehmen sollen.

    Von Bedeutung ist der Beginn der Therapie!!

    Setzt sie zu spät ein, besteht wenig Hoffnung auf Erfolg.

    Im frühen Stadium dagegen, kann mit gezielten Massnahmen, wie angereichertem Futter etc. und mit Hilfe einer geeigneten UVC/Ozon versucht werden, das Immunsystem des Fisches zu stärken und die Wasserqualität zu verbessern.

    Dann heisst es abwarten.

    Der begeisterte Fischfreund wählt eine andere Methode.

    Ein Übergangsbecken bringt einige Vorteile, weil womögliche Erkrankungen mit Medikamenten separat behandelt werden können, ohne den Altbesatz zu gefährden.

    Nicht nur allein aus diesem Grund empfehle ich diese Art von Übergang, sondern auch die Futterfrage von Mimosen kann auf diesem Weg effektiver geklärt werden, als im voll besetzten Riffbecken.

    Hat der Gast das Futter toleriert und ist Parasiten frei geblieben, steht er also gut im Futter, verläuft für ihn der vor ihm liegende und zu erwartende Stress mit dem Altbesatz gelinder, als mit geschwächtem Zustand als Rucksack.

    Die Kritik, Fische unterliegen einem besonderen Stress innerhalb einer Quarntäne, lasse ich nicht gelten.

    Der Stress innerhalb der Transportkette ist und war um ein Vielfaches höher, als in einer zwar etwas beengten, aber ruhigeren Umgebung.

    Die Alternative wäre für einen geschwächten Neuankömmling im Riffbecken ungleich stressiger.

    Bricht dagegen unter Quarantäne eine Infektion aus, habe ich immer die Möglichkeit eine Kette von sehr effektiven Massnahmen in Gang zu setzen, die mir die Gesundheit des Patienten erhalten.

    Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Warum?

    Weil viel davon abhängt, welche Diagnose gestellt wird!

    Zu welchem Zeitpunkt und von wem.

    Auch aus diesem Grund empfehle ich allen Fischfreunden die einschlägige Literatur über Fischkrankheiten und ihre Behandlung.

    Es ermöglicht uns, schon vor dem Kauf die Spreu vom Weizen zu trennen.

    Ein kritischer Blick ins Händlerbecken hilft dabei.

    Beim Internetkauf dagegen, sind wir beim Russisch Roulette angelangt.


    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)


    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Moin, wie schaut denn das Becken aus?

    Es ist ja noch recht "neu" . Liefert es ggf noch nicht genug verstecke, das die Fische zusätzlich gestresst sind? (Wenig Struktur, ggf kein Sand, kleine Korallenableger etc.)

    Vieleicht kannst du Bilder einstellen.

    VG Tina

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