Posts by Sandy Drobic

    Macht irgendeiner der anderen Fische ihm das Futter vielleicht streitig oder versucht, sich mit reinzudrängen oder ist er allein vor der Pinzette?


    Mein Fuchsgesicht ist der einzige, der meine Finger bearbeitet, wenn ich sein Lieblingsflockenfutter anbiete. Allerdings kommen die Chromis jetzt auch deutlich näher und versuchen, etwas davon direkt an der Quelle zu erhaschen. Der Rest der Meute wartet auf das Futter, das von der Strömung zu ihnen getrieben kommt. Vielleicht wird er wieder gieriger, wenn er seine Alleinstellung bei der Pinzette verliert.

    Hallo Chris,


    das hört sich doch sehr positiv an! Solange ein Fisch frisst ist alles andere sekundär, auch wenn der Aufwand natürlich nicht ganz ohne ist.


    Da ich gerade mühselig meinen Krempel geputzt habe und weiss, was für Mengen an Futterresten in solchen Ecken stecken können, habe ich schon den Verdacht, dass es sich um ein regelrechtes Trauma beim Fisch handelt und er den Geruch und Geschmack von dem Futter mit seiner Situation im Schacht assoziiert. Wenn das zutrifft könnte es bereits deutlich helfen, den Schacht und Technikbecken und eventuelle Gammelecken von altem Futter zu säubern, so dass der Geruch davon aus dem System verschwindet und der Fisch erst mal Abstand bekommt von der Erinnerung. Deine Wasserwerte werden es Dir zusätzlich danken. (^-^)


    Zusätzlich würde ich über andere Sorten von Frostfutter nachdenken, von Plankton angefangen zu anderen Sorten von Krill, Artemia, Mysis, selbst gefriergetrocknete Mysis oder Plankton mit Salzlake konserviert wie etwa von FM und ähnliches wäre einen Versuch wert.


    Ansonsten denke ich, dass nur Zeit das Trauma heilt und optimalerweise die Entfernung des Geruchs von Gammelecken wie dem Ablaufschacht.


    Bei mir hat sich die Vorflutkammer des Vliesers der Dreambox als regelrechte Futter-Müllhalde erwiesen, dort haben sich Unmengen von Futter angesammelt und wurden dann beim Runter- und Hochfahren der RFP in rauhen Mengen ins Becken gespült in der Art Drecksturm. Die Fische waren verwirrt und nicht ganz angetan von der Situation. Der Chelmon hatte einen Stückchen davon aufgesaugt, ist zu mir zur Scheibe geschwommen und hat es mir vor die Füße gespuckt und mich angeschaut. Der wusste sehr gut zuzuordnen, wer der Schuldige war und ich habe mich auch aufrichtig entschuldigt und Besserung gelobt. Mein Rücken hat gejubelt bei der Fronarbeit. Bei ihm war das Trauma zum Glück nicht so heftig, dass er kein Frostfutter nimmt.

    Hallo Chris,


    mein Rezept dafür ist relativ einfach: ich lasse mir vom Verkäufer zeigen, dass der Fisch bereits Frostfutter nimmt und umgehe das Problem so. Gerade beim Chelmon ist es sehr aufwändig mit Mißerfolgsquote, ihn von der Futterverweigerung zum Fressen zu bringen. Wenn es kein Quarantänebecken gibt, wo er seine Ruhe hat und sich beim Fressen Zeit lassen kann ist es noch schwieriger, weil im Schaubecken selbst meist eine Meute von Fischen viel weniger Bedenken hat und ihn schnell zur Seite schubst, um das Futter nieder zu machen.


    Bei Leierfischen ist es auch schwierig, teils ernähren sie sich einfach aus dem Becken und teils muss man sie ans Frostfutter bringen, damit sie nicht verhungern. Wie hajo bereits sagte ist es immer sinnvoll mit Lebendfutter in der passenden Größe anzufangen und dieses zuerst zu füttern und wenn das angenommen wird, entsprechendes gutes Frostfutter zusammen mit Lebendfutter anzubieten und beobachten, ob der Fisch es irgendwann nimmt.


    Ich würde mir bei solchen Problemfischen auch überlegen, ob eine Zucht der Futtertiere möglich ist oder man Lebendfutter in ausreichender Menge und Zuverlässigkeit bekommen kann. Artemiafarm etwa bietet Lebendfutter der Artemia nur in der Zeit an, wo sie frisch gefangen werden. Wegen der anhaltend kalten Witterung ist es deshalb noch nicht verfügbar, wahrscheinlich erst gegen Ende Juni/Anfang Juli.


    Habe übrigens ein Anschlußproblem im Augenblick: mein Chelmon ist seit zwei Jahren bei mir und nimmt problemlos Frostfutter, wächst auch gut, aber mit der schlechten Qualität von Frostfutter im Augenblick hatte ich überlegt, ob es nicht besser ist, auf Qualität für menschlichen Genuss umzusteigen und dieses anzubieten. Also ein Mix aus TK-Kost ohne Würzung (Garnelen, Muschel, Tintenfisch) in den Mixer gegeben und dann den Fischen angeboten. Viele Fische waren erst mal verwirrt wegen des ungewohnten Futters, haben aber trotzdem einiges gefressen davon. Nur der Chelmon hatte deutliche Probleme, diese kleinen Brocken als Futter zu akzeptieren, obwohl die Qualität deutlich besser sein dürfte als das übliche Frostfutter. Offenbar war die Form ihm nicht nach Futter vorgekommen. Er blieb erst mal hungrig und wartete hoffnungsvoll, bis "echtes" Futter serviert wurde. Habe ich dann auch gemacht. Nächster Versuch wird sein, ihm die Futtersorten separat zu servieren, am besten sogar als feine kleine Streifen, damit es mehr nach den Würmern aussieht, die er so gerne nimmt.


    Langer Atem, Beharrlichkeit und einen Plan B bei Fehlschlägen sind leider notwendig. Ich würde vor allem über ein Quarantänebecken nachdenken, wo der Fisch seine Ruhe hat um das Futter zu untersuchen.

    Hallo Christoph,


    da habe ich als ebenfalls gebranntes Kind vollstes Verständnis für! Bei mir läuft eine 100W RD3 als RFP und sie sollte laut RE nicht mehr mit diesen Controllerproblemen zu tun haben. Sagt RE... Auch meine Abschäumerpumpe ist von 2020 oder so, kurz bevor das RD3-Programm eingestellt wurde.


    Bisher geht es auch gut, allerdings habe ich sie noch nie ausgebaut, seit ich sie in der Dreambox eingebaut habe. Ich vermeide es, sie vom Strom zu trennen selbst bei der Reinigung und fahre sie nur komplett runter und reinige sie vor dem Becken. Als es bei mir zu einem Stromausfall kam war bei mir auch das Herz am Wummern, ob die Pumpen wieder hochlaufen würden.


    Einmal hatte ich bei der Abschäumerpumpe auch ein seltsames Phänomen: ich hatte die Pumpe bei Tests runtergefahren (nicht ausgeschaltet) und merkte dann, dass der Controller nicht mehr steuerbar war, er lies sich nicht hoch oder runtersteuern, er blieb in der eingestellten Geschwindigkeit hängen und reagierte ansonsten nicht, Pumpe lief leicht. Wegen der bekannten Problematik habe ich es nicht gewagt, die Pumpe vom Netz zu nehmen und habe lieber erst mal gar nichts gemacht, notfalls am nächsten Tag lieber RE angerufen. Nach einer Stunde, als ich wieder nachschaute, ging es dann wieder, die Leistung zu steuern. Hatte ich so auch noch nicht erlebt vorher.


    Als mögliche Ersatzpumpe würde ich mir mal die Aquabee anschauen, die ist auch sehr leise und effektiv, ich habe die Aquabee UP 5000 (die Niedervolt mit Elektronik) als Förderpumpe bei mir gehabt und sie hat tadellos und kraftvoll gearbeitet, auch wenn sie haptisch nicht so robust wirkte.

    Universal BLDC Abschäumerpumpe UP 5000 skimmer V24 | Aquabee


    Ich meine, dass jemand diese Pumpe auch mal zusammen mit einem RE DC-Abschäumer verwendet hat.

    Ich habe mal etwas gesucht und als günstigste Möglichkeit bei RE eine RDX-Pumpe für gut 300€ gesehen, zusätzlich dann noch die Anpassung an die Höhe des Abschäumers, es lohnt wirklich nicht.

    Es gibt aber immer wieder die Ati Abschäumer auch gebraucht, nicht nur die Pumpe, sondern den kompletten Abschäumer für 150-200€, das dürfte deutlich sinnvoller sein als eine alternative Pumpe zu suchen. Bei meinem Ati Powercone 200i ist übrigens auch die gleiche Pumpe verbaut. Du kannst also nach beiden Modellen schauen, wenn jemand etwas anbietet.

    Wenn die Töpfe durchströmt werden sammelt sich innen auch Detritus, das ist unvermeidbar. Stehen diese noch in hohem Sand wird auch eine Menge Sand reinkommen früher oder später.


    Vielleicht schreibst Du auch etwas über deine DIY-Kapazitäten. Gutes Werkzeug und eine ruhige Hand erweitern die Möglichkeiten enorm.


    Du kannst z.B. die Ablegerdecks von Fauna Marin verwenden, die sehr flexibel in der Gestaltung und Höhe sind (Füße erhältlich mit 5,10, 15cm Höhe, Einsetzbar in jedes Loch der Ablegerplatte). Da kannst Du dann auch ohne Rücksicht die Platte des Korallendecks einfach auf die gewünschte Größe für Deine Riffdeko zurechtschneiden und die Füße einsetzen, wo es Dir am besten passt. Ich habe bei meinem Korallendeck einen Fuß umsetzen müssen, da unter dem Deck die Pumpe dagegengeblasen hat und das Korallendeck durch die Gegend pustete.

    Die schlanken Füße und das Deck in schwarz sind zudem sehr dezent und verschwinden im Hintergrund.

    Wenn Du das System des DSBs nicht wirklich verstehst und richtig umsetzt wird das eher eine Müllhalde mit hohem Detritusanteil und Nährstoffproduzent als eine Filterschicht, wo eine Nährstoffreduktion stattfindet. Ein DSB nicht nicht einfach ein hoher Bodengrund.


    Keramik kann auch eine Menge Silikat abgeben, da sollte man ein Auge drauf haben.

    Hallo Melanie,


    diese Plastiktöpfe sind keine gute Idee, denn sie zersetzen sich im Laufe der Zeit und brechen dann zusammen. Nur wenige Kunststoffe bleiben stabil in Meerwasser und geben keine unerwünschten Stoffe ab. Viele verwenden Lichtrasterplatte, teilweise in Kombination mit PVC-U-Teilen, wie sie auch für die Verrohrung verwendet wird. Acrylglas ist auch möglich.


    Normale Sandböden sind nur 1-2cm hoch, sonst sammelt sich eine Menge Detritus im Sand.

    Ja, das ist in der Tat möglich. Ich kenne das ähnlich von Triton, wo da aluminumbasierte AL99 verwendet wird für die Phosphatadsorption. Wenn der Aluminiumgehalt zu hoch wird soll ein eisenbasierter Adsorber verwendet werden wie der RowaPhos. Dies nicht gleichzeitig, sondern immer im Wechsel.


    Diese Wechselwirkungen zwischen Mitteln aus verschiedenen Methoden ist ein guter Grund, sich lieber innerhalb eines Systems zu bewegen und nicht alles mögliche miteinander zu kombinieren. Da verliert man schnell den Überblick, was für Probleme dort auftreten können.


    Bezüglich des Silikats sehe ich das eigentlich ziemlich entspannt inzwischen. Es ist halt ein Nährstoff ähnlich wie Nitrat und Phosphat und inzwischen werden die Nährstoffe nicht mehr so verteufelt wie früher, wo Nullwerte als ideal angesehen wurden. Diese Zeit ist zum Glück vorbei.

    Fangschreckenkrebse oder Knallkrebse deuten sich durch die Geräuschkulisse an. Ich habe bei mir leider einen Fangi im Becken, den ich noch nie gesehen habe, aber immer wieder höre, besonders nachts. Wenn man Glück hat kann man eine solche Höhle sehen, teilweise kann man auch Häutungen oder zumindest Teile davon finden.


    Wenn diese Geräuschkulisse mit den typischen Knack und Knallgeräuschen fehlt geht es eher in Richtung Kieferwurm.


    Interessant wäre aber zu erfahren, ob das Verhalten der Fische sich geändert hat oder andere Auffälligkeiten zeigt. Wenn Fische krank sind verkriechen sie sich gerne irgendwo in einer Spalte, wo man oft nicht glauben würde, dass der Fisch da rein passt. Wenn sie dort dann sterben sieht man sie nicht wieder und die Resteverwerter zerlegen sie einfach in aller Stille.

    Wer ist auf seinem Weg als Meerwasseraquarianer nicht mal durch ein Tal der Tränen gewandert. Früher oder später wird jeder dies wohl durchmachen.


    Als ich mein großes Becken gestartet hatte war ich auch noch sehr unerfahren und musste einiges an Verlusten und Enttäuschungen hinnehmen. Mit den Erfahrungen aus der ersten Zeit habe ich das große Becken dann erst stillgelegt, da ich viele Punkte sehen konnte, die einen vernünftigen Betrieb deutlich erschwerten. Vor allem in Bezug auf vernünftige und einfache Beckenwartung.


    Ich habe mich nur darauf konzentriert, das große Becken umzugestalten und die Schwachpunkte zu beheben, damit es nicht noch einmal zu so massiven Problemen kommt wie ich sie erlebt hatte. Letztendlich hat es Jahre gedauert, bis ich das große Becken letztes Jahr endlich wieder neu gestartet hatte.


    Keine Ahnung, wie viele hundert Stunden an Arbeit und Geld da reingeflossen war, aber ich habe wirklich teils als Dauerbaustelle gelebt, weil ich auch sehr viele Sachen selbst gebaut habe und dies eben deutlich länger dauert als fertige Artikel zu kaufen. Billiger war es nicht unbedingt, aber eben genau so wie ich es wollte.



    So sah mein Becken 2013 aus gut ein halbes Jahr nach dem Start. Zwei lange Lampen lagen auf dem offenen Becken auf, unten ein unbequemes, viel zu hohes Technikbecken mit plätscherndem Refugium und die Technik eher prekär balanciert und alles hing wild in der Gegend rum. Oben auf dem Becken war immer die Gefahr, dass die Lampe mal verrutscht und im Becken landet, und die Wartung hat das auch nicht gerade vereinfacht, dass die dort rumlag. Die Verdunstung hat dafür gesorgt, dass mein Wohnzimmer verdächtig Ähnlichkeit hatte mit einer Sauna. Im Refugium sammelte sich wirklich jeder Dreck.


    Es gab wirklich viele Baustellen:

    Das Becken sollte nicht abgedeckt sein und eine flächige Beleuchtung haben, gleichzeitig aber einfach zu warten und nicht so viel verdunsten. Letztendlichhabe ich eine Lampe gebaut, die aus vier einzelnen Lampen besteht und genauso groß ist wie das Becken, also als schwebende Abdeckung über dem Becken hängt. Mit 200cm x 70cm ist sie so groß wie eine Tür und durch die Aluplatte als Kühlfläche auch fast 40kg schwer. Angefangen hatte ich sie 2014, fertig gestellt aber erst Anfang 2023, lange stand sie einfach in der Ecke, hatte andere Sachen zu tun.

    Wegen dem Gewicht konnte ich sie nicht einfach an die Decke hängen, das hätte die Rigipsdecke nicht ausgehalten. Also durfte ich eine Zwischendecke über dem Becken ziehen mit Stahlträger zur Stütze vorne, die an der Wand abgestützt wurde, dort einen Rolladenmotor installiert und die Lampe dann hängend über dem Becken gesetzt. Jetzt kann ich sie mit Knopfdruck hoch und runter fahren und so immer einfach das Becken frei machen für die Beckenwartung und die Fütterung.


    Der große Ablaufschacht hat mich enorm gestört, rechts war das Becken nur weniger als 50cm tief und das viele ablaufende Wasser beim Pumpenstop erforderte sehr große Technikbecken zum Auffangen. Ich habe den Ablaufschacht beseitigt, die Bohrungen zugedeckt und verklebt und einen externen Ablaufschacht selbst angeklebt. Dafür musste natürlich auch an der Seitescheibe noch ein Stück abgeschnitten werden, was auch unendlich lange gedauert hat.


    Als Technikbecken habe ich dann eine RE Dreambox mit Vliesfilter installiert um auch eine saubere Technikbeckenabdeckung und Kabelführung zu erhalten. Jetzt kann ich vernünftig mit dem Becken arbeiten. Auch wenn ich gemerkt habe, dass auch bei der Dreambox 3.0 nicht alles Gold ist und tatsächlich eher Alpha-Stadium bei der Entwicklung ist, gerade beim Vliesfilter.


    Aber an allererster Stelle steht eine Erkenntnis: ein Meerwasserbecken zu betreiben ist teuer im Betrieb und benötigt vor allem konstante Pflege und Aufmerksamkeit, sei es Wasserwechsel, putzen, Dreck beseitigen und auf der Hut beim Suchen nach Plagen und unerwünschten Entwicklungen zu sein und die Beckenparameter konstant zu überwachen. Sei es Temperatur, pH-Wert, Entwicklung bei den Wasserwerten und bei Veränderungen dieser auf der Ursachensuche zu sein oder die Tiere zu beobachten, ob sie Verhaltensänderungen zeigen.


    Ich habe vor kurzem etwa auch immer weiter steigende Nährstoffwerte gehabt und als Ursache letztendlich Detritus-Depots vermutet und durfte dann Schritt für Schritt Ablaufschacht, die ganze Dreambox und auch im Becken versteckte Dreckansammlungen aufspüren. Es kostete viel Arbeit und Zeit, mein Rücken jubelte, aber ohne die Beharrlichkeit, diesen Aufwand zu betreiben, wird man auf Dauer kein erfolgreiches Becken haben. Ich bin übrigens seit Wochen da dran und immer noch weiter damit beschäftigt. Ein fertiges Becken, wo alles einfach läuft und so bleibt gibt es eben nicht!


    Von daher kann ich Dir nur empfehlen, die bittere Pille zu schlucken, dass der Chelmon gestorben ist, einen großen Wasserwechsel zur Linderung der Probleme durchzuführen und dann zu überlegen, ob Du es Dir zutraust, die Probleme im Becken Zug um Zug zu beheben oder ob Du vielleicht die Tiere nicht abgibst oder in Pflege gibst und dann ohne den Druck des laufenden Beckens den Neustart planst. Wenn Du jemanden in Reichweite findest, der euch etwas unterstützt mit Rat und Tat wäre das ideal.


    Ich drücke euch die Daumen und hoffe, dass ihr das Becken wieder zu alter Form bringen könnt!

    Nachhaken ist kein Verbrechen, sondern vernünftig! Wenn eine Nachfrage notwendig ist spricht das eher für eine schlechte Erklärung meinerseits. Nichts ist schlimmer als ohne Verständnis einfach Empfehlungen zu befolgen und eventuell vor einer Katastrophe zu stehen, schließlich haben wir es hier mit Lebewesen zu tun, die uns noch Jahre weiter begleiten sollen.

    Deshalb bitte erst handeln, wenn alles klar ist und Du verstanden hast, warum etwas empfohlen wird. Bohre ruhig weiter bis es wirklich klar ist.


    Warum Filtersäcke suboptimal sind: Das Filtergranulat im Säckchen wird nicht gut durchströmt, weil das Wasser schlicht einfacher dran vorbei fließen kann und möchte. Im Technikbecken ist oft ein Stück Lichtrasterplatte im Wasserweg eingesetzt, auf das man das Säckchen legt. Leider ist das Säckchen nicht so groß, um den gesamten Wasserweg zu füllen und so das Wasser zu zwingen, durch das Säckchen zu gehen.

    Selbst wenn dies tatsächlich möglich ist bildet sich schnell der Weg des geringsten Widerstands, sprich eine Lücke im Granulat, wo das Wasser am einfachsten durchfließen kann.

    Zusätzlich kann das Granulat gerade in nährstoffreichen Becken mit viel organischen Bestandteilen sich zusetzen und regelrecht miteinander verbacken. Darum wird empfohlen, das Granulat immer wieder mal sanft zu lockern und zu wenden. Es ist also kein Selbstläufer, den man einfach reinhängen und vergessen kann.


    Deshalb hat Häuptling Faule Socke eine automatische Lösung gefordert, wo er nicht ständig mit den Händen im nassen Technikbecken matschen muss. Die ersten Filter für Granulat waren deshalb Röhren mit Gitter/Schwamm, wo eine Pumpe das Wasser durchbewegte. Bei dicken groben Granulat nahm man auch gerne sogenannte Fliesfilter, wo das Wasser von unten reingepumpt wurde, oben mit Gitter das Granulat zurückgehalten wurde und das Wasser dann einfach oben überlief und zurück ins Technikbecken floß.

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    So weit so gut. Nur sind die meisten Granulate ziemlich weich, so dass das Wasser nicht mit Krawumm durch den Filter gejagt werden konnte, weil das Granulat sich sonst zerrieb und dieser Abrieb sich ins Becken setzte. Darum lies man das Wasser lieber schön langsam durchfließen, damit es nicht so viel Abrieb gab.

    Diese Filter werden deshalb mit wenig Durchsatz von 100-500l pro Stunde betrieben, die Pumpen sind klein und haben wenig Leistung.


    Leider hat Häuptling Faule Socke sich etwas verrechnet: Egal ob im Filtersack oder im Medienfilter, das Granulat kann immer noch gerne zusammenbacken, gerade wenn es in nährstoffreichen Becken eingesetzt wird. Es muss also eine Möglichkeit geben, das Granulat aufzulockern, um den Detritus darin loszuwerden und das Verbacken zu verhindern. Die ersten Lösungen waren mechanisch und gaben die Möglichkeit, mit einer zusätzlichen Gitterplatte an einer Stange mit Griff das Granulat im laufenden Betrieb einmal kurz zu rucken.


    Diese waren gerade für Zeolith sehr viel früher im Einsatz.

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    Hier hat man jetzt die Möglichkeit, mit dem Griff alle ein bis zwei Tage kurz das Granulat anzulockern. Ein kurzes Zupfen reichte dafür meist aus.


    Und dann gibt es die ECHTE Lösung für Häuptling Faule Socke, wie er sich das vorstellt: diese Granulatlockerung wird jetzt auch noch automatisiert! Da gibt es mehrere Lösungen für je nach Hersteller. Einige verwenden eine zweite Pumpe und schalten diese per Zeitschaltuhr zu, andere verwenden eine Luftheberpumpe, um kräftig Luft durchsprudeln zu lassen oder was auch immer.


    Was man nun nimmt ist eine Frage der eigenen Ansprüche und welches Granulat man verwendet. Auch ob man täglich zu Hause ist um manuell Arbeiten vorzunehmen spielt eine Rolle. Wenn ein Vliesfilter (fortgeschrittener Wattefilter wie etwa der Theiling Rollermat als Veteran) wird bereits eine Menge der Schwebepartikel entfernt und die Gefahr des Verbackens ist deutlich geringer.


    Der Überlauffilter links oben kann schnell plätschern beim Überlaufen, das ist beim Model rechts weniger der Fall, weil das Wasser hier im Rohr wieder unter die Wasseroberfläche im Technikbecken zurückfließt und allenfalls die Pumpe noch rumort.


    Viele haben auch noch eine Möglichkeit mit einer Quertrennung mehrere Medien gleichzeitig zu nutzen, etwa unten Aktivkohle und darüber Phosphatadsorber.


    Es gibt auch sogenannte Wirbelbettfilter, wo der Name schon besagt, dass das Granulat durchgewirbelt wird. Das ist eine Gradwanderung zwischen "das Granulat bewegt sich kaum und verbackt irgendwann" und "es wirbelt herum wie im Mixer und wird zum guten Teil zerrieben".


    Eine absolut perfekte Lösung gibt es nicht, die sogenannten selbstreinigenden Filter sind meist ziemlich teuer und man muss sie doch immer wieder kontrollieren.


    Wenn alle Stricke reissen und eine schnelle Lösung gefragt ist kann man auch einfach eine Kunststoff-Dose nehmen, unten ein Loch für eine kleine Pumpe reinmachen und oben in den Boden als Sieb ein paar Löcher reinbohren von 2-3mm oder so. Sie muss vom Format nur so sein, dass sie deutlich höher als breit ist und in die Granulatmenge aufnimmt.

    Gerne übersehen wird dabei auch Aluminium in Sprungsicherungen oder ins Becken zurücktropfendes Kondenswasser von Aluminiumrahmen. Alles mal noch einmal auf den Prüfstand stellen, was anderes hilft nicht.

    Ich würde das in so ein Säckchen packen und dann durchströmen lassen wie die Aktivkohle.

    Seufz. Geht für den Notfall, aber deutlich besser ist ein kleiner Medienfilter, der mit Pumpe das Wasser durchtreibt. Diese Säckchen haben die leidige Eigenschaft, dass das Wasser lieber dran vorbeiströmt und daher ihre Wirkung nur sehr zögerlich entfalten. Gibt es auch häufiger gebraucht für wenig Geld zu kaufen.

    Ich denke, das ist ein roter Hering, der in die Irre führen will. Da geht es um Großanlagen für Süßwasser, da sind meist ganz andere Kohlen und Mengen im Einsatz. Aktivkohle für Meerwasser ist sonst eher dafür bekannt, dass sie mehr oder weniger Phosphat abgibt, weswegen sie in Kombimedienfiltern auch meist vor dem Phosphatadsorbern positioniert wird. Dann eher Barium als Aluminium.


    Ansonsten setze sie für ein paar Wochen raus, nach ein paar Wasserwechseln sollte eine ICP-Analyse zeigen, ob jetzt genau der große Aha-Effekt kommt.

    Konntest Du denn eine stetige Steigerung in vorigen Analysen sehen oder kam das auf einen Schlag?

    Diese gebogene Frontscheibe sieht nach einem Sera-Würfel aus. Die grünen Kelche vorne sind Scheibenanemonen, da gibt einige richtig hübsche. :thumbs_up:

    Diese Bäumchenkoralle sieht nach eine Sinularia aus, einer Weichkoralle. Das Gestrüpp rechts ist auch sehr gut, eine Pinnigorgia, also eine Hornkoralle. Sehr widerstandsfähig!

    Und hinten die Kupferanemone für die Nemos.


    Das sollte sich verwirklichen lassen.


    Das Cuprisorb sollte dafür einsetzbar sein. Sinnvoller als es ins Technikbecken zu legen/hängen ist aber, es aktiv durchströmen zu lassen. Hast Du eine Möglichkeit, einen kleinen Medienfilter einzusetzen dafür? Ähnlich wie für Aktivkohle?

    Hört sich nach einem Eheim Würfel 270 an, so einem 65cm Kantenlänge überall Würfel, der kleinere ScubaCube 165 hat AFAIK 55cm Kantenlänge. Dafür ist das schon relativ viel an Fisch.


    Die Kelchartingen sind wahrscheinlich Montipora-Platten gewesen, die verkraften meist auch einiges. Was sie nicht so toll finden sind stark schwankende Nährstoffwerte.


    Im Augenblick habt ihr durch die hohen Nährstoffwerte das Problem, dass sich eine Menge Nährstoffe auch als Depots in Sand und Gestein festgesetzt haben. Ohne Teile der Deko zu ersetzen müsste durch Wasserwechsel und Adsorber dies erst mal wieder gesenkt werden, was dauern kann.

    Etwas schneller geht es, wenn neben ein paar Wasserwechseln auch der Detritus direkt mit Sand abgesaugt wird und Steine ohne Korallen entfernt werden, später vielleicht durch etwas neues Gestein ergänzen, optimalerweise auch etwas Lebendgestein. Im Rahmen der Wasserwechsel dann immer wieder Teile vom Sand absaugen und ersetzen durch frischen.


    Schau mal, dass Du einen ordentlichen Test für Salinität, kH-Wert, Nitrat und Phosphat verwendest und die Ergebnisse mit einer Meerwasserreferenz abgleichst zur Überprüfung. Dann sollten in ein paar Wochen die Wasserwerte deutlich besser dastehen. Die Lederkorallen sind nicht ganz harmlos und haben das Beckenmilieu für sich beeinflusst. Teilweise ist es dann nicht einfach, SPS-Korallen wie Montipora zu etablieren, wenn so viel Korallenmasse durch Weichkorallen eingenommen wird. Aber dazu müssen wie gesagt erst mal die Wasserwerte etwas besserund vor allem das Kupfer reduziert werden.

    Ich denke nicht, dass es aus der Leitung kommt, dann sollte in der Osmosewasseranalyse etwas davon zu sehen sein.

    Habt ihr einen Harzfilter hinter der Osmose? Wenn nicht würde ich empfehlen einen hinzuzusetzen.


    Ich bin leider ziemlich weit weg von euch. Aber es sollte einige Aquarianer aus dem Forum hier im Osten geben.


    Was ist denn eigentlich eure Zielsetzung, wie das Becken aussehen soll, also welche Korallen und welcher sonstiger Besatz schwebt euch vor?

    Bei der Pulzar gibt es mehrere Längen. Ich nehme an, ihr haben die Variante Marine in 90cm Länge mit 70W? Zwei davon sollten ausreichend sein selbst für einige SPS, von den Weichkorallen ganz zu schweigen. Ich denke nicht, dass es markante Probleme bei der Technik gibt, wenn da nicht das Kupfer herkommt. Vielleicht mal einen scharfen Blick auf die Pumpen werfen, ob dort vielleicht Metall oder sogar Kupfer Kontakt mit Wasser hat.

    Versuche beim Wasserwechsel doch mal eine deutlich längere Ansetzzeit, z.B. über Nacht eine Strömungspumpe laufen lassen im Eimer und dabei die Salinität exakt einstellen. Längere Zeiten haben bei mir zu besseren Ergebnissen geführt.


    Sili-Out ist auf Alubasis auch ein Phosphatentferner, sollte aber nicht zu so drastischen Ergebnissen führen. Hast Du den Adsorber vor dem Einsetzen mit Osmosewasser ausgespült? Teilweise sind die sehr staubig, was natürlich nicht ins Becken kommen sollte.


    Beim Futter habe ich ein ähnliches Phänomen, dass gerade der Fuchs total versessen auf die Prime Reef Flakes ist, die Formula One aber nicht eines Blickes würdigt. Die Reef Flakes ist der Angsthase bereit, mir aus dem Fingern zu fressen. Ich mische ihm einen Teil von den Formula One drunter, vor lauter in die Finger beissen merkt er es nicht. :face_with_tongue:


    Je nach Qualität kann Aktivkohle neben Phosphat noch viele Stoffe abgeben, allgemein kann man das nicht sagen, aber Aluminium aus der Kohle halte ich für wenig wahrscheinlich, auch nicht aus den Temperatursonden.

    Hallo Katrin,


    das ist schon mal sehr hilfreich! :thumbs_up:


    Ein paar Sachen sind mir beim schnellen Durchschauen direkt aufgefallen:

    - Salinität ist etwas zu niedrig, die Fische werden damit keine Probleme haben, wenn Korallen zicken schon eher. Dürfte hier aber trotzdem nicht die Hauptursache sein.

    - Jod ist sehr niedrig, bei so niedrigem Jodwert solltest Du neben der Empfehlung von FM zum Ausgleich des Wertes auch täglich etwas zudosieren. Ich würde für 2-3 Wochen etwa 20% von dem Ausgleichswert täglich zudosieren. Im Augenblick ist das Becken ausgehungert nach Jod und zieht eine Menge sehr schnell.


    Bei den Nährstoffen ist es noch einigermaßen erträglich. Nitrat 25 geht noch, bei dem Wert lasse ich monatelang mein SPS-Becken laufen und die Korallen wachsen fröhlich. Phosphat bei fast 1mg/l ist schon deutlich zu viel, sollte aber nicht zu schnell zu ruckartig gesenkt werden. Bei einem Wasserwechsel von 30-50% wird dieser schon gut gesenkt. Verwendet ihr Phosphatadsorber?

    Bei den Weichkorallen würde ich in Richtung 0,2mg/l Phosphat etwa steuern.


    Der eigentliche Knackpunkt kommt erst bei den Spurenelementen mit Kupfer bei über 60µg/l und Arsen bei 22µg/l, was deutlich über der Toleranzgrenze ist. Hier ist wirklich Linderung und vor allem Ursachenforschung notwendig.


    Die Wissensdatenbank von Fauna Marin ist hier sehr nützlich und nur einen Klick entfernt. Bei Kupfer etwa steht hier:


    Probleme: Zu hohe Kupferwerte ab 20 µg/l können partielles Absterben von Korallen verursachen. Beginnen tut dies mit deutlichem Aufhellen von Acropora (später Seriatopora, Pocillopora und Montipora) und Weichkorallen. Zuerst sterben Mollusken wie Muscheln und Schnecken sowie Garnelen. Typisch ist ein schleichender Beginn, bevor die Symptome dann irgendwann dramatisch zunehmen.

    Maßnahmen: Filterung über Adsorber, Teilwasserwechsel und Entfernung der Quelle.


    Der sterbende Seestern kann auch sehr wahrscheinlich an einer Kupfervergiftung gestorben sein, nicht an Hunger.


    Auch bei Arsen ist ein guter Hinweis:


    Was ist das: Arsen findet sich, wie Chrom, in der Regel nur dann in Aquarien, wenn künstliche Riffdekorationen verwendet werden. Ab einer Konzentration über 20 µg/l wirkt Arsen toxisch und sollte mit Phosphatadsorber Powerphos oder Phos 0,04 entfernt werden.

    Probleme: In vielen ICP-Analysen wird Arsen in geringen Mengen angezeigt. Neben der technisch bedingten Anzeige nicht vorhandenen Arsens wird dieser Stoff über Futtermittel, insbesondere billiges Futter mit Reismehl als Basis, wie auch Frostfutter und regenerierte Adsorber ins Becken eingebracht. In unserem Testbericht geben wir den Arsenwert nur dann an, wenn er validiert ist bzw. eine Notwendigkeit zur Reduktion besteht. Als Grundwert dient hier der Wert von 10 µg/l, der auch als Grenzwert bei Trinkwasser gilt. Zu hohe Arsenwerte ab ca. 20 µg/l sind zu vermeiden, da sie zu partiellen Gewebsverlust und späteren Absterben der Korallen führen.

    Maßnahmen: Arsen lässt sich durch eisenbasierten Phosphatadsorber leicht aus dem System entfernen.


    Fazit: die meisten Probleme werden durch einen Wasserwechsel deutlich gemildert, Arsen durch eisenbasierten Phosphatadsorber rausgezogen und Kupfer notfalls mit mehreren Wasserwechseln oder über Mittel wie Triton Detox gebunden und entfernt.


    Was ihr auf jeden Fall noch versuchen solltet herauszufinden ist, wie die Schadstoffe ins Becken kamen, damit die Fortsetzungen des Dramas direkt abgesetzt werden aus dem Programm. Das Osmosewasser ist nicht sehr sauber, daher gehe ich davon aus, dass der Harzfilter hinter der Osmose entweder nicht vorhanden oder erschöpft ist. Bei nicht vorhanden würde ich klar empfehlen, eine Harzfilterpatrone hinter die Osmose zu schalten.


    Ich drücke Dir die Daumen, dass es dem Becken bald besser geht.


    PS: ich würde im Profil den Wohnort(nur die Stadt) eintragen, dann kann man direkt sehen, ob man sich in der Nähe befindet und kann dann bei Bedarf auch direkt anbieten, vor Ort helfen, wenn dies sinnvoll ist.

    Nitrat war auch bei der Wasseranalyse im Labor zu hoch. Da lag NO3 bei 57. Referenzwert ist zwischen 1 und 10.

    Hat da jemand eine Idee was man machen kann?

    Wenn Du eine Analyse hast, dann stelle sie doch bitte hier ein, dann erübrigen sich viele Fragen bereits zu den Werten.

    Hallo Katrin,


    ich habe das Gefühl, dass dieser Test zum einen etwas ungenau ist und vor allem eher für Süßwasser. pH 7,5 ist deutlich unter dem normalen Wert. kH 40 jenseits von allen normalen Werten (normal ist um etwa 7-8), GH ist bedeutungslos für Meerwasser. Ich denke deshalb, dass dieser Test für Meerwasser untauglich ist.


    Da noch etwas lebt kann es nicht so krass sein, dass man es nicht in den Griff bekommt. Die Probleme, die Du geschildert hast, betreffen vor allem Tiere mit besonderen Anforderungen wie den grabenden Seestern und den Pinzettfisch, und dies sind meistens Futterfragen. Bei den Korallen hast Du wahrscheinlich schlechte Wasserwerte und zusätzlich wohl kein gutes Licht.

    Der Seestern dürfte verhungert sein, schließlich ernährt er sich nicht von Sand, sondern von dem Mikroleben im Sand. Bei dem Chelmon ist mir aufgefallen, dass an seiner Schwanzflosse ein paar Flecken sichtbar sind. Vielleicht habt ihr euch eine Krankheit eingefangen? Zumindest sieht er nicht aus, als ob er verhungern würde.


    Könntest Du mal schreiben, was genau ihr an Licht, Becken und sonstiger Technik einsetzt und welche Pflegemaßnahmen ihr normal durchführt? Womit werden Wasserwerte gemessen und wie oft messt ihr? Welches Futter verwendet ihr?


    Erste Hilfe Maßname, wenn man nicht weiter weiss ist am besten ein größerer Wasserwechsel von 30-50%.

    Mache einen etwas größeren Wasserwechsel, das sollte den Wert deutlich senken. Bei der nächsten Probe mit Osmosewasseranalyse nimm etwas Osmosewasser und füge etwas zerstampftes Futter hinzu, lasse es eine Stunde stehen und filter es dann ab. Wenn dann in der Osmosewasserprobe eine große Menge an Alu gezeigt wird hast Du den Verdächtigen.

    Nein, die Schlitze sind etwa 2-3mm breit, da geht Futter einfach durch. Ohne das Sieb gab es tatsächlich ab und zu das Problem, dass Luft von der Oberfläche angesaugt wurde (Ablaufschacht ist nur halb-hoch). So habe ich Luftansaugen von der Oberfläche und Schnecken oder Fische im Ablauf direkt verhindert.

    Hallo Torben,


    Du wirst es nicht gerne hören, aber diese Alge war ein Hauptgrund, warum ich das 500l-Becken ausgeräumt und alle Steine entsorgt habe.


    An meine Variante gingen keine Fressfeinde dran, und wenn sie es taten ging es ihnen richtig übel. Weder Fuchsgesicht noch Doktoren noch Seeigel oder Schnecken. Einzig der Pfaffenhut ging da etwas dran und hat es direkt bereut. Dann war er für zwei Tage benommen und blieb auf der Stelle, konnte sich kaum rühren. Die Alge hatte also eine starke Abwehr für Fressfeinde, die normalerweise an Algen gehen.

    Die Sprossen gehen auch problemlos für längere Strecken unter Steine ohne Licht, sie klammert sich hervorragend in Steine fest, lässt sich leider nicht sauber entfernen und kommt aus den kleinsten Fitzelchen wieder. Du kannst sie also nur unterdrücken durch manuelles Entfernen, aber beseitigen war nicht möglich bei mir.

    Und wenn Du neue Deko besorgst würde ich alle Korallen nur als guten Ableger abschneiden und alle Steine entsorgen, auf keinen Fall Ablegersteine mit aus dem Becken nehmen. Es ist echt die Pest schlechthin.

    Nein, die Reinigungszyklen sind eher im Bereich von Wochen oder sogar Monaten, da ich auch noch einen Vliesfilter habe, der viel rausholt. Bei mir habe ich das Teil von Aqua Medic drin, das sind nicht Gitter, sondern einfach Schlitze. Es reicht, dass Fische und Schnecken nicht durchkommen, soll aber nicht dazu dienen den Vliesfilter oder Wattefilter zu ersetzen.


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    Solltest Du tatsächlich das Problem bekommen, dass es sich in kurzer Zeit zusetzt, dann ist das mehr ein Symptom für ein mit Detritus und größeren Schwebestoffen gefülltes Becken. Das kann tatsächlich passieren, wenn Du etwa viele Algen im Becken hast, die durch die Gegend treiben. In einem normal laufenden Becken sind wie gesagt längere Zeiten dazwischen, bis es Probleme mit dem Durchfluß gibt.


    Also ein klares Zeichen, dass das Becken Pflege dringend nötig hat. (^-^)

    Ich habe mal eben dieses Foto aus meiner Kristallkugel extrahiert...

    Wie ganz klar zu sehen ist liegt es eindeutig an... Erdstrahlen!!

    Bitte sofort einen Hut mit Alufolie aufsetzen für gut abgeschirmten Durchblick!


    Aber jetzt mal etwas ernsthafter: generell gibt es drei Möglichkeiten, dass Luft in die Leitung kommt:

    • Luft wird angezogen in einem Strudel, das sieht man gerne bei Abläufen, die weniger als 15cm unter der Wasseroberfläche enden. Denke bitte daran, dass der Wasserstand gerade bei der RFP schwanken kann.
    • Luft wird an einer nicht ganz dichten Stelle angezogen, besonders bei Verklebungen, Verschraubungen oder Übergängen Schlauch zu Rohr. Ist mir mal vorgekommen vor nicht langer Zeit, da hatte ich deutlich sichtbar bei meiner UVC-Pumpe vor dem UVC-Klärer alles sauber und hinter dem UVC-Klärer dann viele Luftblasen. Letztendlich hatte es an einer nicht ganz richtig arbeitenden Dichtung bei einer Verschraubung gelegen. Etwas Silikonfett, sauber ohne zu viel Druck anziehen und alles war gut.
    • Die Blasen werden durch Kavitation erzeugt. Dies geschieht bei harten Strömungskanten und viel Durchfluß. Dies kann bei dünnen Rohren mit schnellem Durchfluß und schlechter/unsauberer Verklebung passieren. Viel Kleber der absteht als Strömungshindernis und kräftig Druck durch das Rohr, oder harte Winkel bei zu hoher Strömungsgeschwindigkeit.

    Was davon zutrifft siehst Du auf dem obigen Bild... mit der richtigen Kristallkugel.

    Bequemlichkeit und Zeitaufwand. Für normales Frostfutter im gefrorenen Zustand brauche ich etwa 10 Minuten, wobei ich erst das Frostfutter zum Auftauen herausnehme und später dann das aufgetaute Futter im Sieb spüle und dann verfüttere.


    Das Futter in der Salzlake kann im Notfall direkt ins Becken gegeben werden oder wenn man etwas sauberer arbeiten möchte erst abgespült und dann verfüttert. Zeitaufwand vielleicht eine Minute. Wenn es morgens zur Arbeit geht zählt jede Minute, denn diese Minuten kann ich auch länger schlafen.


    Zusätzlich gibt es immer noch die Möglichkeit, die Salzlage per Dosierpumpe oder Tropflösung automatisiert zu verfüttern.

    Ja ich kippe meine Versuchslösung jetzt weg, da ich keine hochprozentige Salzlake verwendet habe und es drei Tage alt ist. Das ist mir selbst gekühlt zu heikel. Danke für die Erinnerung, dass es auch die Möglichkeit mit der Salzlösung noch gibt.

    Ich habe mit gehacktem gemischtem Sea Food gerade erst einen Rückschlag erlitten. Gerade den Fisch, der am meisten darauf angewiesen ist, hat das gehäckselte gute Futter nicht als solches anerkannt, wohingegen die üblichen fetten Verdächtigen damit keine Probleme hatten. Für den Chelmon muss es länglich und nach Wurm/Kleinkrebs aussehen. Muss mal noch einen Versuch mit in winzige Streifen geschnittenem Sea Food machen.

    Ich hatte einen großen Pfaffenhut und habe ihn schließlich bei Joe abgegeben, weil ich ihn nicht mehr ohne Zufütterung durchbekommen habe und er sich obendrein als echter Punk entpuppt hat und im Becken als Abrisskommando unterwegs war. Der Junge hatte einen gesegneten Appetit, dummerweise hatte ich keine Algen mehr für ihn und so zog er auf der Suche nach Futter kreuz und quer durch das Becken, selbst Fütterung mit Norialgen lies ihn nur etwas innehalten.


    In den anderthalb Jahren, wo ich ihn hatte ist er recht groß geworden, Körperdurchmesser fast 8cm (ohne Stacheln) und ein echtes Kraftpaket. Er dekoriert sich gerne mit allen möglichen Sachen, die er losreissen kann. Egal ob Korallen, Schnecken oder Steine oder andere Wirbellose. Ein echter Kleptomane.


    Als Algenfresser taugt er gut, er nimmt auch die meisten Algen, auch wenn er nicht sehr systematisch vorgeht. Was für Dich besser ist hängt auch viel von Deinem Becken und den anderen Bewohnern ab. Ohne Algen nur die feinen Aufwuchsalgen waren nicht genug für einen großen Seeigel. Auch nicht in meinem 800l-Becken.


    Wenn Du mit dem Blenny den Salarias fasciatus oder Salarias ramosus meinst solltest Du im Hinterkopf haben, dass sie zum einen sich meist nicht mit Borstenzahndoktoren verstehen und zum anderen nur dann auf Dauer gehalten werden können, wenn sie ständig genügend Algen bekommt und nicht zu viel Frostfutter. Sobald es für Dich gut läuft und die Algen verschwinden hat der Blenny ein Problem.