Kann mir bitte jemand erklären, was bremst Keramik so gewaltig aus?

  • Hans-Werner,

    Stefan hat eigentlich von Anfang an immer nur danach gefragt.

    Zitat von Hans-Werner

    Die Sache mit den (Kalkrot-)Algen habe ich schon weiter oben beantwortet, darauf ist aber der Themenstarter auch nicht eingegangen.


    Sorry, dass habe ich dann wohl überlesen. Wo hast du das geschrieben?

    Zitat

    Hast Du den Thread gelesen? ... und erklär bitte mal genauer, was Du meinst und inwiefern ich das Thema in diese Richtung gelenkt habe?


    Habe ich gelesen. Zeile für Zeile. Weil mich das Thema persönlich interessiert.
    Einige gute Ansätze sind ja auch gekommen. Das dann aber gerade von dir wieder so ein Rückschwenk auf Stefans aquaristische Fähigkeiten kommt ist etwas frustrierend. Wenn in EINEM Becken LG, Glas, PVC, etc. langsam bewächst und Keramik eben nicht, dann ist das doch eine Beobachtung der etwas Aufmerksamkeit gewidmet werden darf. Inwiefern es hier hilfreich ist wenn man die grundsätzliche Beckenbiologie in Frage stellt bzw. unterstellt hier etwas falsch zu machen, das verstehe ich nicht. Sonst würden die KRA ja überhaupt nicht wachsen.


    Dietmar: Na siehst du, das ist ja auch schon die einzige Sache die ich selbst bekrittelt habe. Wenns dann einem Aquarianer mit deiner Erfahrung auch passiert, noch schlimmer. Noch notwendiger wäre der Hinweis darauf.
    Das es grundsätzlich mit Riffkeramik funktioniert ist ja hinlänglich bewiesen und stelle ich auch nicht in Frage. Megabecken wie deines zeigen es ja.

  • Hallo Andreas,

    ich stelle nicht Stefans aquaristischen Fähigkeiten in Frage, lediglich seine Ambitionen, was das Aussehen und Wachstum von SPS angeht. Es ist Stefan selbst, der immer wieder auf seine Versuche SPS zu halten einging (siehe Zitat), oder sehe ich das falsch? Ich hätte ja gar nichts mehr dazu geschrieben, wenn es bei der Frage nach den Kalkalgen geblieben wäre.

    Ich habe in den letzten Jahren auch ein paar Anlagen ohne viel Lebendgestein eingerichtet, überwiegend mit totem Gestein und, da keine Schaubecken, auch mit Ziegel, quasi dunkler "Riffkeramik". Auch in diesen Becken sind die Kalkrotalgen zunächst auf dem intakten Gestein frisch aus anderen Aquarien gewachsen, dann an den Scheiben, möglicherweise auch Kunststoff. Erst nach dem Abkratzen von den Scheiben und der damit erfolgenden "Aussaat" sind die Kalkrotalgen auch auf den Ziegeln gewachsen. Ich werde es mir nächste Woche nochmal genauer betrachten, ich meine aber, dass das abgestorbene Gestein zunächst vor allem von anderen Algen und Cyanos besiedelt wurde bevor Kalkrotalgen recht langsam darauf zu wachsen beginnen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Was ist den daran schlimm das es mit toter deko auch mal länger dauern kann?
    Selbst bei mir mit nur totem LS dauerte es fast 2 Jahre bis Stabilität rein gekommen ist.

    Ich denke jeder der sich mit der Thematik von verschiedener Deko befasst weis das auch.
    Beliest sich über das einfahren und Nährstoffverhältnisse.
    Gerade jetzt den Thread zu schließen wenn sich jemand meldet der sein Becken voll mit Keramik eingefahren hat, und das dann auch so toll da steht wäre schade.

    Mfg Stefan

  • Hallo Stefan,

    das wäre der erste Thread, den ich kenne, der bei einer so relativ sachlichen Diskussion schon geschlossen würde. Der Threadstarter muss dann in aller Regel mit seinem Zauberlehrling-Status (die Geister, die ich rief, werd´ ich nun nicht los) klarkommen.

    Hallo Andreas nochmal, nur um das mit den Algen nachzureichen:

    Von nichts kommt nichts und praktisch alle Meeresalgen benötigen bestimmte Stoffe, die von Bakterien produziert werden und umgekehrt. Das muss erstmal in Gang kommen und das kann Lebendgestein bewirken, das kann man aber auch anders haben und nachahmen. Im Meer ist alles überall vorhanden und das Wasser transportiert überall organische Stoffe, Nährstoffe, Bakterien und Algensporen, im frisch eingerichteten Aquarium ist das nicht so.

    Ich würde raten, erst einmal in diese Richtung zu denken und zu experimentieren, bevor man in Verzweiflung verfällt und vielleicht den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, nur mal so als allgemeiner Tipp.

    Das gilt meines Wissens auch für Kalkrotalgen. Auch meine Erfahrung zeigt, dass Kalkrotalgen von bestimmten organischen Substanzen gefördert werden. Das dürfte mit Bakterien zusammenhängen, die von diesen Substanzen gefördert werden und die auf Keramik natürlich zunächst mal nicht vorhanden sind.

    Dass Kalkrotalgen auf neutralen Substraten besser wachsen als auf totem Riffgestein mit abgestorbenen Substanzen und Nährstoffüberschüssen oder auf Riffkeramik mit einem vermuteten Nährstoffdefizit, kommt hinzu. Während Kunststoffe und Glasscheiben sich bereits in einem Gleichgewicht befinden, weder Nährstoffe abgeben noch aufnehmen, scheinen solche Vorgänge auf anderen Substraten das Wachstum der Kalkrotalgen negativ zu beeinflussen, das ist zumindest meine Theorie dazu.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Stefan,

    das wäre der erste Thread, den ich kenne, der bei einer so relativ sachlichen Diskussion schon geschlossen würde. Der Threadstarter muss dann in aller Regel mit seinem Zauberlehrling-Status (die Geister, die ich rief, werd´ ich nun nicht los) klarkommen.

    Das sehe ich auch so, deshalb wird der Thread nicht geschlossen.

    Auch wenn Stefan nicht mehr diskutieren mag, können die Ausführungen für andere oder spätere Leser doch ganz interessant sein.

    Viele Grüße,
    Ina

  • Hallo zusammen,
    Bei Keramikbecken sei Durchhaltevermögen angesagt? Absolut! Leider wird, oft aus kommerziellen Gruenden, das Gegenteil kolportiert. Das führt manchmal zu Erwartungen, die bei Pannen zu erheblichen Irritationen führen koennen. Es gibt auch keinerlei garantierte Lösung. Ist mir jedenfalls nicht bekannt. Indikatoren fuer das Gelingen, schon.
    Kalkrotalgen im Meer profitieren von aehnlich stabilen Voraussetzungen wie die Steinkorallen selbst: Licht, Wassertemperatur, Nährstoffe usw., da sie ja meist auch die gleichen Plätze besiedeln. Vielfältig wie die Korallen sind auch ihre Arten, von senkrecht und solitaer wachsenden "Kalkpflanzen" bis hin zu den verschiedenen, krustig und/oder lamellenartig geformten Überzügen auf jeglichem Untergrund und Wassertiefe. Nur, Photosynthese sollte noch gegeben sein. 1 Quadratmeter Kruste kann bis zu 4.5kg Kalzium enthalten! Das hätte ich nicht vermutet - hab's nachgelesen. =) Ich bin zwar nicht bewandert in den speziellen Arten, kann mir aber vorstellen, dass wir in unseren Aquarien nicht immer dieselbe krustige Spezies vorfinden. Mit neu eingesetzten und flaechig ueberzogenen Steinen, die oftmals noch die Basis von wild entnommenen Korallen waren, habe ich selten Glück gehabt. Sie wurden hell und heller und verschwanden nach kurzer Zeit. Die Gruende scheinen die abrupte Veränderung ihrer Umweltparameter zu sein, so wie sie sich von den Gegebenheiten ihres natürlichen Standorts unterscheiden, wie zum Beispiel hauptursaechlich dem Licht. So gesehen, unterscheiden sie sich in ihren Wachstumsbedingungen kaum von ihren natuerlichen Nachbarn, den Korallen. Aus diesem Grund kann man ein gutes Kalkrotalgenwachstum auch als besten Indikator für das Gelingen einer optimalen (Stein)Korallenpflege ansehen.
    Es genügt eben nicht nur den Zeitangaben der Hersteller des Kunstgesteins zu folgen, diese sollten nur als grobe Richtlinien verstanden werden, sondern das Augenmerk sollte schon auf dem Fortschritt der biologisch/chemischen Reife des Beckens liegen. Siehe Kalkrotalgen. Dieser Reifungsprozess ist aus verschiedenen Gründen von Fall zu Fall, auch von Keramik zu Keramik, deutlich verschieden. Auf die Ursachen möchte ich nicht eingehen. Diese sind vielfältig und die Pannen oft nicht einmal nachzuvollziehen. Auch sollten wir nicht von irgendwelchen Videos oder Fotos auf eine bereits in einem halben Jahr erreichte Perfektion verleiten lassen, denn auch diese Bilder sind nur Momentaufnahmen, Fragmente,die sehr wenig über den wahren Zustand bzw. eine dauerhafte, gepflegte Stabilität aussagen. Manche Becken brauchen halt länger, um in Tritt zu kommen. Nicht nur Keramikbecken. So einfach ist das.
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Ich sage schon seit vielen Jahren, dass Meerwasserbecken ca. 1,5 Jahre brauchen, (oder länger, je nachdem) bis sie alle Phasen überwunden haben und einigermaßen stabil stehen. Das setzt voraus, dass nicht ständig was geändert wird und die Becken genügend Zeit hatten, sich einzufahren. Wer nach 4 Wochen das Becken voll besetzt und mit Fischen überladen hat, wird eben mit erheblichen Ausfällen rechnen müssen. Und genau an diesem Punkt versuchen ja viele Wundermittelchen, die Gesetze der Natur, außer Kraft zu setzen. Meerwasseraquaristik ist nun mal kein Hobby für Ungeduldige .....

    Grüße ... Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

  • Hallo zusammen

    Ich glaube hier wird etwas aus dem Kontext gerissen.
    Niemand hat behauptet das er keine Geduld hat. Es ging nur darum
    Dass von korallenwelt auf der homepage suggeriert wird, dass man das Becken in kürzester Zeit einrichten könnte und es auch stabil läuft. Ich finde auch das dadurch Anfänger hinter das Licht geführt werden. Und jeder möchte ein schönes becken haben auch wenn es nicht die buntesten acroporen sind.
    Stefan hat auch geschrieben dass wenn er vorher gewusst hätte das ein Keramik becken erst nach 2! jahren so richtig stabil läuft er sich damit auch abgefunden hätte.
    Ich kann den Frust der Leute verstehen wenn Torsten dann auch noch wie oben reagiert naja was soll man sagen, ich werde definitiv kein Kunde dieser Firma werden. Emotionen hin oder her da reagiert man einfach nicht so das man die Kunden als unfähig abstempelt.

    Ich glaube wenn Torsten auf seine Homepage schreibt das erst nach 2 Jahre mit dem einsatz von sps zu rechnen ist wäre die Entscheidung für viele Kunden einfacher und jeder könnte Abwegen ob er 2 Jahre warten möchte.

    Es gab vor einiger zeit ein Pärchen in diesem forum welches die Keramik raus geschmissen hat und siehe da nach dem Tausch ggn lebendgestein hat jede sps überlegt und ist nicht qualvoll eingegangen.

    Vg erbul

  • Gerade das schnelle Besetzen des Beckens soll Stabilität bringen. Ich hoffe ich zitiere Jörg Kokott und Oliver Pritzel nicht falsch. Bei mir wuchsen Acroporen direkt nach dem Einsetzen. Verluste gab es nur wenn ich Blödsinn gemacht habe. Zum Beispiel zu niedrigen Phosphatwert zu schnell zu stark angehoben. Auch beim Einbau des Kalkies habe ich den Wert durch Unfähigkeit von 6 auf 10 innerhalb eines Tages angehoben. Zusätzlich noch den Salzgehalt durch zu hohes einstellen des Schäumers auf 30 in dieser Zeit reduziert. Trotzdem haben 75 Prozent der Acroporen überlebt und sind teilweise ordentlich gewachsen. Teilweise vervierfacht in der Größe. Mein Becken steht jetzt ein Jahr. Kalkrotalgen wachsen in allen Farben und Formen. Teilweise wie Montiplatten. Dass man erst nach eineinhalb Jahren mit dem Besatz anfangen sollte verstehe ich nicht. Ich habe sehr viel falsch gemacht und trotzdem wachsen SPS. Ich mußte Fische früher einsetzen als geplant damit ich nicht in eine Limitierung lief.

    Wenn ich jetzt die Entwicklung von Uwe Hirschberg und StefanR betrachte kann es nicht an den Personen liegen. Von dem was ich lese schätze ich beide als konstanter ein als mich. Außerdem habe einige andere auch diese Erfahrung hier geteilt.

    Meiner Meinung nach haben wir in dieser Diskussion hier Unterschiede in der Dekoration festgestellt. Viele sind trotz der langen Einlaufzeit sehr zufrieden mit der Korallenwelt Dekoration. Meistens erfahre Aquarianer. Und hier sollten man tatsächlich ansetzen. Anfängern wird bei einer anderen Deko anscheinend eher verziehen. Viele bauen ihr Becken schon nach einem Jahr aus vielen Gründen wieder ab. Und bei mir persönlich ist es so dass ich lieber Abstriche bei der Dekoration machen würde dafür aber ein Becken einfacher und schneller am laufen habe. Nein ich habe keine zwei Jahre Geduld wenn ich weiß dass es anders schneller geht auch wenn diese Meinung anscheinend nicht gut ankommt.

    Außerdem kommt mir die Diskussion über natürliches Meerwasser wieder in den Sinn in der Torsten meiner Meinung nach ziemlich aggressiv reagiert hat. Ob er damals Recht hatte oder nicht. Hier wird für ein Forum wirklich sehr sachlich diskutiert. Vermutlich aus Respekt vor Torsten, den er sich hier verdient hat. Es gab gegen Torsten nicht die aggressive Vorgehensweise die er vor einem Jahr betrieben hat. Trotzdem verschließt er sich der Diskussion. Jetzt ist es zu spät noch Stellung zu beziehen. Vielleicht wären wir aber mit ihm nicht zu diesem eindeutigen Ergebnis gekommen.

    Es ist nur wichtig dass der Kunde weiß dass es länger dauern kann. Vor allem ein Anfänger. Wenn man sowieso keine Geduld hat gibt es Alternativen. Auch wenn diese nicht so hübsch sind. Außerdem würden diese Diskussion hier verschwinden wenn der Kunde dieses Wissen teilt.

    Grüße Torben

    Gesendet mit Tapatalk

    4 Mal editiert, zuletzt von Torben (12. September 2015 um 13:00)

  • Interessant wäre mal gegenüber zu stellen wie viel Berliner Systeme nach 12 Monaten wieder abgebaut werden. Der absolute Einsteiger neigt eher zu einem "Idiotensicheren System" auch wenn es dies im Meerwasserbereich nicht gibt und auch nicht geben wird. Dennoch wäre es mal interessant wie viel Einsteiger mit Keramik scheitern oder erfolgreich werden und wie es sich bei der inzwischen klassischen Lebendgestein Version verhält.

    Mein 350l Becken mit LG kam auch erst nach 18 Monaten so richtig in Schwung, so das ich sagen konnte, "nun läuft es" Viele haben einfach nicht die Geduld das auszusitzen und bauen wieder ab oder schrauben unnötigerweise an den Wasserparametern rum. Möglichst noch gleichzeitig in Verbindung mit Nährstoffabsenkern usw. Ich seh es bei meiner Frau und ihren Süßwasserbecken. Erfahrene Süßwasseraquaristin seit mehr als 20 Jahren aber wehe es läuft mal nicht ganz so toll. Da wird hier und da getestet und gemacht und getan, so das sie nach 4 Wochen schon gar nicht mehr weiß was sie alles probiert hat. Protokolle führen hat sie erst durch mich und dem Meerwasser gelernt :winking_face: Geduld ist der Schlüssel, bei dem einen oder dem anderen System.

    Gruß Hauke

  • Zitat

    Wenn ich jetzt die Entwicklung von Uwe Hirschberg und StefanR betrachte kann es nicht an den Personen liegen.


    Du bringst es auf den Punkt, Torben.... es liegt nicht an den Personen. Schließlich hatte Uwe Hirschberg schlagartig Erfolg, nachdem die Riffkeramik komplett entfernt wurde. Sowie andere auch hier im Forum. Wer mit 100 % Riffkeramik dekoriert, sollte sich einfach auf eine Elendszeit einstellen und darauf hoffen, dass es in 2-3 Jahren steht.
    Gewundert habe ich mich, als Torsten mal in seiner BA geschrieben hat, nach einbringen von Deko, Wasser und Salz, könne man sofort Fische und Korallen zugeben... Das ist in meinen Augen ein unverzeihlicher Fauspax ohnesgleichen, denn diese Empfehlung wird zumindest einen Großteil aller Fische innerhalb 2-3 Wochen, himmeln...


    Man kann die Einfahrtszeiten sicherlich etwas verkürzen. Echtes Meerwasser wäre einer der Punkte. Die Einfahrzeiten können nicht *gravierend* verkürzt werden, egal auf welche Art und Weise. Das sind meine Erfahrungen aus den letzten Jahrzehnten. Sowohl bei mir als auch bei vielen meiner Meerwasserfreunde....


    Grüße .. Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

    Einmal editiert, zuletzt von klaus Jansen (12. September 2015 um 17:03)


  • Man kann die Einfahrtszeiten sicherlich etwas verkürzen. Echtes Meerwasser wäre einer der Punkte. Die Einfahrzeiten können nicht verkürzt werden, egal auf welche Art und Weise. Das sind meine Erfahrungen aus den letzten Jahrzehnten.


    Hallo Klaus,

    möchtest du gern für jeden, der dich zitieren will, etwas Passendes anbieten? :winking_face:

    Grüße
    Ingrid

  • Hallo,

    hinsichtlich der Einfahrzeit bzw. Wartezeit beim Besatz mit Korallen hat sich heute aufgrund positiver Erfahrungen doch etwas geändert. Früher ging ich auch von langwierigen Einfahrphasen aus. Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass nach kurzer Zeit - von ganz frisch angesetztem Wasser einmal abgesehen - ein wirklich dichter Besatz sehr wohl erhebliche Vorteile mit sich bringt. Die üblichen Algen - und Cyanoplagen werden dabei meist vermieden. Es müssen anfangs ja nicht die heikelsten Importkorallen sein.
    Allerdings beziehen sich meine Erfahrungen dabei ausschließlich auf die Verwendung lebender Steine, auf die ich nie verzichten würde. Mit ihrer Einführung waren ganz entscheidende Fortschritte in der Meeresaquaristik verbunden. Den vielfältigen marinen Mikrokosmos - ohnehin nur beschränkte Teile - wird man anderweitig nur sehr schwer ins Becken bekommen; mit ein paar Bakterien schon gar nicht.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo zusammen,

    In diesem Zusammenhang sind vielleicht ein paar Bilder und Erfahrungen hilfreich von einem Becken, gestartet mit Atoll-Riff-Deko.

    Das Becken wurde Anfang Februar diesen Jahres neu gestartet. Es wurde natürliches Meerwasser von ATI verwendet. Innerhalb von 2 Wochen musste der Inhalt vom ScubaCube umgezogen werden. Gefahren wird das Becken mit Sangokai, incl. Kalkhaushaltversorgung.
    Sieht man die Gesamtaufnahme, könnte man meinen es wäre alles in Ordnung. Auf zwei weiteren Bildern könnt ihr das Kalkrotalgenwachstum Stand heute sehen. Auch hier ist noch viel Luft nach oben. Und zu guter Letzt 2 Detailaufnahmen von Acroporas. Hier sieht man sehr gut, dass eben nicht alles perfekt läuft.
    Aber für ein Becken dieser Standzeit kann ich damit leben. Ich habe mich dazu entschlossen die Acroporas einfach so zu belassen und nicht weiter einzugreifen.
    Bei den LPS musste ich nicht einen Verlust hinnehmen. Als ich damals meinen ScubaCube mit Keramik (PM) gestartet habe, sind mir innerhalb des ersten Jahres sämtliche Trachyphyllias, Acans, eingegangen. Nach 12-15 Monaten war der Spuk vorbei und es wuchs alles prächtig.

    Viele Grüße

    Matthias
    ________________________________

  • Hallo zusammen,

    in den 80ern ging man davon aus, ich glaube Wilkens hat es auch so beschrieben, dass ein Aquarium mindestens ein halbes Jahr laufen muss und Kalkrotalgen bereits wachsen sollten, bevor man empfindlichere Korallen, insbesondere Steinkorallen, einsetzt. Damals hat allerdings noch niemand Montipora oder Acropora gehalten. Steinkorallen, das waren Porites, Hirnkorallen, Blasenkorallen, Euphyllia, Catalaphyllia und Trachyphyllia, um mal einige der am häufigsten angebotenen Gattungen und Familien zu nennen.

    Die Sache mit dem Lebendgestein kam verstärkt in den 90ern, wahrscheinlich auch in Verbindung mit dem SPS-Boom. Zweifellos hat Lebendgestein einen wesentlichen Beitrag in der Einfahrphase und deren Verkürzung geleistet, wie Bernd schon schreibt. Es hat aber auch Nachteile, insbesondere das Einschleppen diverser Plagen. Leider kann man sich die aber auch mit der Unterlage der Korallen noch einschleppen.

    Insofern, ja, Lebendgestein ist fast ein Garant, um ein Becken zuverlässig und schnell einzufahren. Allerdings könnte der Mangel an Alternativen auch mit daran liegen, dass in den letzten 20 Jahren kaum ernsthaft danach gesucht wurde. Ich habe ja schon mehrfach geschrieben, was ich für sinnvoll halte, die Einfahrphase ohne Lebendgestein abzukürzen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi,

    ich finde die Diskussion schon sehr interessant. Wie bereits geschrieben, habe ich mein neues Becken nur mit Real Reef Rock und Atoll-Riff-Deko und den schlimmen, schlimmen Bakterienzusätzen eingerichtet. Es entwickelt sich bereits jetzt besser als mein letztes Becken (100% LG). Was mich besonders begeistert ist das RRR. Dieses ist zwar eingefärbt, aber man sieht schon was davon KR-Algen sind und es ist voll davon, allerdings auch die Riff-Deko wird davon jetzt verstärkt besiedelt.

    Ich bin weder Gegner noch Befürworter von der Riff-"Keramik", ich würde sie mir zwar nicht kaufen, vor allem weil sie mir optisch überhaupt nicht gefällt, aber was ich bei der ganzen Betrachtungsweise etwas vermisse, sind die unzähligen LG-Becken, von denen ich in den letzten Jahren gelesen habe, die in die "Grütze" gefahren wurden.

    Grüße

    Michael

  • Servus zusammen

    hier mein erster versuch mit einem 100% riffkeramikbecken aus dem jahr 2013 start im juli. fotos der entwicklung bis Dezember 2013.
    das aquarium wurde sofort nach start mit sps besetzt zum teil aus meinem altbestand ,neue kamen auch dazu.

    viele grüsse vitus

  • Hallo Virus

    Sehr schöne Korallen, bei dir sieht man, dass du im Verhältnis zum Wasservolumen sehr wenig Riffgestein benutzt hast.
    Ich glaube es würde nicht so aussehen wenn du dir die ganze Rückwand zugehauen hättest.

    Vg erbul

  • Hallo Vitus,

    das ist höchst interessant, insbesondere die Farbentwicklung der Korallen.

    Täusche ich mich, oder bist Du derjenige, der sein Becken aufgelöst hat, als es am besten stand? Der Zeitraum ist zwar nur ein halbes Jahr, aber immerhin haben die Korallen hervorragend ausgesehen und sind auch gewachsen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • servus

    @Hans Werner
    das becken lief bis diesen frühling, ansonsten hatte ich eigentlich doch mehr langzeitaquarien mein grosses 1800liter aqua lief ca. 10 jahre .
    in der tat war die farbentwickung bei diesem mit RK sehr interessant da sich diese in sehr kurzer zeit erheblich verbessert hatte.

    ich sehe es so wie Erbul nur das nötigste an gestein mit viel Wasser drum rum.

    das selbe hatte ich auch in meinem grossen aqua das komplett mit LS lief .nach einigen jahren wurde das gestein um die hälfte reduziert ,es lief erheblich besser

    ich denke die bioaktive Oberfläche des gesteins steht in konkurrenz mit den Korallen,kann mich aber auch täuschen :face_with_rolling_eyes:

    gruss Vitus

  • Hallo Vitus,

    ich könnte mir gut vorstellen, dass Du da richtig liegst. Ich habe ja eine Theorie, dass Bakterien wichtige organische Substanzen immer schneller verbrauchen und abbauen, das könnte in eine ähnliche Richtung gehen. Durch den bakteriellen Abbau der organischen Substanzen wird die Wasserchemie auf die mineralische Seite verschoben, Nährstoffe reichern sich an, es entsteht ein Mangel an organischen Substanzen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Servus!

    Zu diesem Aspekt habe ich bereits Geschriebenes von Jörg Kokott verlinkt, der das Thema der Dekorationsoberfläche als Siedlungsraum bespricht. Hier nochmal: http://www.sangokai.org/fileupload/SAN…oblatt_Nr.2.pdf

    Ab Punkt 2 bzw 2.1 ...

    Grüße aus der niederbayerischen Heimat vom
    Niederbayern
    (in öffentlichen Foren nie mit echtem Namen, in PNs schon)

    Einmal editiert, zuletzt von Niederbayer (13. September 2015 um 07:39)

  • Hallo Vitus,

    ich könnte mir gut vorstellen, dass Du da richtig liegst. Ich habe ja eine Theorie, dass Bakterien wichtige organische Substanzen immer schneller verbrauchen und abbauen, das könnte in eine ähnliche Richtung gehen. Durch den bakteriellen Abbau der organischen Substanzen wird die Wasserchemie auf die mineralische Seite verschoben, Nährstoffe reichern sich an, es entsteht ein Mangel an organischen Substanzen.

    Gruß

    Hans-Werner


    Hallo Hans Werner

    das würde ich sofort so unterschreiben.

    genau damit habe ich seit Standzeit meines Schaubeckens zu kämpfen. Am Anfang habe ich noch ein wenig damit kokettiert, mittlerweile ist es nicht mehr lustig.Alles so schön Nährstoffarm, von wegen.
    Jörg hatte, da ich ja auch zu Beginn mit Sangokai gestartet bin, mehr als intensiv darauf hin gewiesen.
    Bei der Fläche an Gestein, werden sich zu 100% Probleme einstellen. Recht hatte er, und ich kann es fast schon garantieren. Viel ungenutzte Oberfläche= viele Probleme.

    Jetzt habe ich seit gut einem Jahr dagegen gekämpft, die permanenten Stick- und Nährstoffzugaben führen m.M. nach nur zu einer Verschlimmbesserung. Durch Zugabe einiger Spurenelemente sowie Aminosäuren usw. habe ich nun sogar noch eine Schwermetallanreicherung die mich dazu gebracht haben komplett umzudenken. Das sind alles die falschen Werkzeuge
    ein Aquarium gesund zu halten.

    Also als Ergebnis der knapp 2 Jahre Standzeit; ABBAU des Beckens.

    Einige techn. Mängel wie schlechte Strömungsverhältnisse führten zusätzlich zu dem Entschluß.

    Wir, die Firma Atoll Riff Deko werden daher auch in Zukunft einen anderen Weg gehen, bezüglich der Empfehlungen für die Einrichtung aus toter Deko.
    Die Materialbeschaffenheit, sowie die eingebrachte Menge auf die Literzahl YX ist m.E. mit ein Faktor für Erfolg oder Misserfolg. Auch wenn das so sicher etwas pauschal gesagt ist, viele viele Becken zeigen das aber ganz klar in ihrer Entwicklung.

    Vor etlichen Jahren mit nur viel LG und fast immer zu hohen Werten gab es die Problem nicht. Man sieht auch am Verkaufsregal, Mittel gegen PO4 laufen schlechter als Mittel für höhere Werte.
    Also für uns gilt in Zukunft ein Stück weit "back to the roots".

    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo Norbert,

    ich finde es super, dass Du so offen und ehrlich über die eigenen Probleme mit dem eingeschlagenen Weg berichtest. Die Masse des biologisch ungenutzten Gesteins hat ihren Ursprung im verständlichen Versuch, sofort mit der Einrichtung der Becken auch eine dekorative Unterwasserlandschaft zu schaffen, zumindest was sich viele Leute darunter vorstellen. Abgesehen davon, dass dies leicht zu unnatürlichen Phantasiegebilden im Stil einer Modelllandschaft wie bei Spielzeugeisenbahnen führen kann, wird damit häufig unnötig Raum und Wasservolumen verbraucht.
    Die Unterwasserlandschaft sollte besser durch ihre lebenden Bewohner mit ihrer Formen-und Farbenvielfalt gestaltet werden. Dabei sollte man auch von der inzwischen häufig recht einseitigen Dominanz von SPS etwas abrücken, sich nicht allein auf Korallen konzentrieren. Die Riffe haben da noch viel mehr zu bieten, und je artenreicher unsere Becken sind, dest stabiler scheinen sie zu blieben.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo zusammen,

    das Thema der konkurrierenden Besiedlungsflächen ist doch so neu nicht. Man kann es in jedem gereiften Becken beobachten, wenn dort der Zeitpunkt eines überproportionalen Wachstums der Korallen gekommen ist. Wenn also die Korallen gegenüber der Ansiedlungsfläche die Überhand gewinnen. Siehe Foto. Ich habe mich in allen Diskussionen, nicht nur im Forum, für ein starkes Korallenwachstum ausgesprochen, in den Fällen, wo es um den Besatz mit großen Fischen gegangen ist. Das hat zum einen den Vorteil einer relativen Robustheit der Korallen den Fischen gegenüber, hat aber auch einen anderen nützlichen Aspekt. Nämlich eine nicht zu unterschätzende und unterstützende Funktion in der Nährstoffelimimierung bzw. der Reduzierung von Stoffwechselprodukten. Da macht es bald keinen Unterschied mehr, ob ich nun eine oder mehrere Tafeln Frostfutter aus Versehen zuviel verfüttere. Die Korallen verarbeiten auch dies gleichermassen befriedigend.
    Relatives Neuland sind die Wege dorthin und über die lohnt es sich nachzudenken. Auch, warum manche trotz dieser neuen Systeme scheitern.
    Ich weiß, die Bilder sind alle schon einmal von mir in anderen Freds gezeigt worden. Doch als Anschauungsmateriel und für Diskussionen sollten sie trotzdem reichen.
    Gruß
    Hajo





    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Zitat

    Die Materialbeschaffenheit, sowie die eingebrachte Menge auf die Literzahl YX ist m.E. mit ein Faktor für Erfolg oder Misserfolg. Auch wenn das so sicher etwas pauschal gesagt ist, viele viele Becken zeigen das aber ganz klar in ihrer Entwicklung.

    Hi Norbert ....


    mit Deiner Aussage kann ich zu 100 % konform mit Dir gehen... Genau das sind auch meine Beobachtungen an vielen Kundenbecken.... So wie es wohl aussieht, ist weniger doch mehr.... Auf YouTube findet man viele Beispiele, die das eindeutig belegen : ... viele wenig, bis sehr spärlich dekorierte Becken, sind oft die schönsten.... und alle haben eins gemein : ... sie haben keine dekorierten Rückwände, manche haben nicht mal Sand, so dass diese Oberflächen entfallen. Und sie haben oft einen überdurchschnittliche hohen Technikstandart....


    Zitat

    Dabei sollte man auch von der inzwischen häufig recht einseitigen Dominanz von SPS etwas abrücken, sich nicht allein auf Korallen konzentrieren.


    Hi Bernd....


    stimmt ... Ich finde Weichkorallenbecken viel lebendiger und schöner , als die quitschbunten, fischarmen, reinen SPS-Aquarien ...


    Zitat

    ich denke die bioaktive Oberfläche des gesteins steht in konkurrenz mit den Korallen,kann mich aber auch täuschen


    Hi Vitus ....


    das ist auch genau die Erkenntnis, die ich schon vor vielen Jahren gewonnen habe. In älteren Beiträgen habe ich darauf hingewiesen, dass ich keinen Sand mehr verwende um die bioaktiven Oberflächen möglichst klein zu halten. Schon in den alten Wilkensbüchern weist der Autor darauf hin, dass große biologisch aktive Oberflächen, zu erheblichen Problemen führen können. Unter anderem weist er darauf hin, dass es bei der Zersetzung zu Bildung von Bakterientoxinen kommen kann. Nicht ohne Grund sind alle sog. biologischen Filtersysteme wieder aus der Meerwasseraquaristik verschwunden. Ich kenne noch die Zeiten von mannshohen, gegenbelüfteten Rieselfiltersäulen, bestückt mit Biobällen, unterschiedliche Rieselfiltersysteme, Sandfilter mit Sandkastaden, Flächenfilter, Patronenfilter, lebender Sand mit bis zu 15 cm Schichthöhen, Schlammfilter usw... durchgesetzt über all die Jahre hat sich bis heute nur der Abschäumer für die Reinigung des Wassers, denn ein Abschäumer holt raus und wandelt nichts um


    Hier mal ein paar Beispiele von Aquarien mit sehr wenig Deko...


    Grüße .. .Klaus

  • Hallo Klaus,

    hinsichtlich der Filtertechniken kann ich Dir voll zustimmen. Auch ich hatte dies früher alles am Becken bzw. am noch heute funktionierenden Mega-Algenrefugium hängen: Schnellfilter mit blauem Filterschwamm, riesengroßen Rieselfilter mit Filterigeln, Bodenfilter im Refugium usw.. Alles hatte mehr oder weniger gut funktioniert, aber mit jedem Abbau wurde es eigentlich besser, vieles hat sich als völlig unnötig oder sogar eher schädlich erwiesen. Parallel dazu hat sich dann der Beckenbesatz immer mehr verbessert und vergrößert, alles bunt gemischt von SPS und LPS, Leder und Hornkorallen bis zu div. Krusten etc.. Heute ist das Becken nahezu ein Selbstläufer, welches - ähnlich wie von Hajo beschrieben - auch Störungen und Unzulänglichkeiten schadlos verkraftet. Ein echtes (Luxus)-Problem stellt nun aber der zu gute Wuchs der Korallen dar. Wenigstens zweimal pro Jahr muss gegärtnert werden, trotz vieler Verlockungen ist kein Platz mehr für Neues und alles wird immer enger. Man sollte sich von manchem trennen, aber dies ist leichter gesagt als getan.

    Gruß

    Bernd

  • @Bernd

    ich befinde mich nach 30 Jahren Salzwasser imnmer noch in der Lernphase.
    Für mich gehört zur postiven Entwicklung einer Sache oder eines Menschen, auch Kritik anzunehmen, bzw. Ohren und Augen weit aufzumachen.

    Die Sache mit den Verhältnissen (schreibt Hajo ja auch) ist ja wirklich nicht neu. Ich glaube aber die meisten nehmen das gar nicht bewußt als eine Option für gewisse Porbleme wahr.


    Lassen wir mal die Materialien und Hersteller bei Seite, es gibt meiner Beobachtung nach immer mehr Probleme bei überproportional eingerichteten Becken. Eben dort wo das Verhältnis Wasser= Deko und Sand, scheinbar zu schlecht verteilt ist. Da ist für mich sogar mittlerweile Fakt.

    In wie weit dort nun kausale Zusammenhänge zu finden sind, was wirklich einer speziellen Problematik zuträglich ist, kann ich nicht genau sagen. Dinos, Cyanos oder anderen "Nebenwirkungen"
    treten ja überall auf. (auch in LG- Becken) Die Frage ist eben könnte es wie hier im Thema eigentlich verfolgt, auch das Wachstum von Kalkalgen beinflussen usw.

    Ich habe vor Jahren mal mit Iwan Lässer (CH) über dieses Thema diskutiert, er hatte auch viele Dinge zwecks Optimierung reiner SPS Becken probiert. Wir konnten uns schon damals darauf einigen. Willst du bei großem Besatz an SPS stabile Verhälnisse haben, mußt du zwansläufig mit dem Wachstum der Biomasse mehr Fische einsetzen. Er steueret so grob gesagt seinen Nährstoffeintrag.

    Die Deko picke packe voll mit lebenden Tieren (gerne auch wie du sagst, keine Monokulturen im weitesten Sinne erstellen) und viele Produzenten.

    @Klaus

    das Hauptproblem ist es, dem Einsteiger, ob Hobbyaquarianer mit 200Liter oder dem Hotelbesitzer mit 20.000 Liter, dieses Bild in seiner Phantasie dar zu stellen. In der Regel ist es so, der Kunde hat eine fertige Idee (quasi ein Bild von einem vol besetzten Becken, die wenigsten kommen mit der Idee für einen Steinaufbau) im Kopf. Wenn du nun ein Veto gut begründet einlegst, siehst du oftmals ungläubige Augen.

    Setzt du es dann um, nach deinen Vorstellungen, ist er oftmals enttäuscht. Es fehlt ihm einfach die Vorstellungskraft, trotz vieler Erklärungen Bilder. (auch dieser Diskussion hier)
    Da bleibt fast nur ihm zu folgen, und evtl. zu wissen, das gibt Probleme.

    Da kommt mir spontan eine Idee. Ich könnte die Deko für das Schaubecken 2 x bauen. Einmal ins Becken stellen und mit Tieren zu stellen, und einmal an der Decke hängend ohne Tiere. :grinning_squinting_face: :winking_face:
    Bei der nächsten Diskussion über zu wenige Steine im Becken lasse ich die Deko dann auf einem Brett montiert neben dem Schabecken ab. Ich könnte mir vorstellen so gibt es den großen Aha- und Oh Effekt


    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • servus

    hier mal die technik von diesem 450 liter becken
    ist richtig, die technik ist komplett überdimensioniert

    10x80 watt t5
    strömung: kleine masterstream tunze ca.50000 liter
    etwas siporax und eine Handvoll zeolith,da kein bodengrund etwas zeobac und zeofood
    und ein Bubbleking 300
    gruss

  • Zitat

    ....hier mal die technik von diesem 450 liter becken. ist richtig, die technik ist komplett überdimensioniert ...


    Bingo... ja, die Technik ist nicht nur absolut überdimensioniert, sondern auch im obersten Preissegment angesiedelt... und da sehe auch noch einen großen Dastaco Kalkreaktor :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Hier mal ein klassisches Beispiel eins Kundenbeckens vor gut 11 Jahren. Dieses Becken wurde ohne Sand gefahren, die Wände und Böden mit Spezial-PU-Schaum ausgeschäumt. Der PU-Schaum war geschlossenporig und extrem hart in der Oberfläche. Ansiedeln konnte sich innerhalb des Schaums nix. Die Deko bestand nur aus ein paar Korallenwelt-Riffsäulen und wenig Steinen + ca. 30 kg Lebensgestein, was aber überwiegend im Filter untergebracht wurde. Der Mix war in etwas 50/50

    Bereits nach wenigen Wochen bildeten sich hauptsächlich auf dem dunklen PU-Schaum die ersten Kalkrotalgen. Erst sehr viel später wurde die Keramik besiedelt. Nach einem Jahr war das Becken komplett zugewachsen. Algenphasen gab es keine. Allerdings hat sich der Kunde auch strikt an unsere Einfahranleitungen gehalten und die waren :

    die ersten 4 Wochen nur etwas Blaulicht....
    nach drei Monaten erster Besatz mit Weichkorallen....
    nach 4 Monaten erste Fische
    nach 6 Monaten erste Steinkorallen

    Richtig gut und perfekt lief das Becken nach rund 12-13 Monaten..... es gab keine Schwankungen oder Abstürze.... selbst empfindlichste Fische wie der Kirschfleck-Doktor, hatten nicht ein Pünktchen. Ein Fisch, der schon Pünktchen bekommt, wenn man ihn nur schief anschaut....

    Und wie man hier auch gut erkennen kann, sind die lichtabgewandten Stellen, als erstes und komplett zugewuchert mit Kalkrotalgen.... die Bilder entsprechen dem Zustand des Beckens nach 8 Monaten, das letzte Bild nach 15 Monaten....


    Wie gesagt : ... die Bilder sind über 10 Jahre alt....


    Grüße .. Klaus

    Ps ... bevor Fragen kommen : .. Nein, wie bauen keine Komplettanlagen mehr :winking_face:








    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

  • Hallo zusammen,

    erstmal: eine super Diskussion hat sich hier entwickelt, endlich mal wieder alle Foren-Koryphäen da und das Ganze nicht zu theoretisch-wissenschaftlich behandelt.

    Das Thema Sand bzw. Bodengrund nervt mich mittlerweile komplett und ich bin kurz davor, ihn ein für alle Nal rauszunehmen. Im April habe ich einen Teil des ATI-Sands gegen Natures Ocean Reef Substrate getauscht Bodengrundbewohner massiv aufgestockt. Mittlerweile durchpflügen 50 Cerithium-Schnecken, zwei Seesterne und eine große Olivschnecke das Substrat und dennoch: Cyanos während oben rum die Korallen so gut stehen wie noch nie *kotz*. Grundeln, habe ich mir geschworen, kommen mir in kein Becken mehr. Also gar kein Bodengrund mehr? Was wären die Folgen, wenn man ihn langsam komplett entfernt? Der Optik ist das sicher nicht zuträglich aber das sind die Cyanos ja auch nicht gerade.

    Bilder

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    nimm doch einfach eine ganz dünne Schicht feinen Korallenkies ( 3- 5 mm). Nach meinen Erfahrungen setzen sich da Cyanos nur ungern fest. Kommt es doch vor, dann kann man den Kies mit einem Stab o.ä. ganz einfach ohne großen Aufwand umrühren. Dies vertragen die Cyanos nicht lange.
    In einer dünnen Kiesschicht entstehen keine ungewollten Depots oder sauerstoffarme Zonen, sie wird durch die Strömung nicht verschoben; es sieht aber fraglos besser aus als nackter Glasboden.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernhard,

    Danke für den Tipp. Bin momentan zwiegespalten: habe es jetzt zwei Wochen mit "stören" probiert und fast jeden Tag durchgerührt und habe das Gefühl, dass es eher schlimmer geworden ist. Jörg Kokott empfiehlt ja, die Cyanos in Ruhe zu lassen so lange sie nur ein optisches Problem sind (passende Werte vorausgesetzt). Ich habe auch noch einiges an freier Fläche Riffdeko. Da machen sie sich auch ein wenig breit. Wird wohl Zeit, diese Flächen mit Korallen zuzupflastern.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo,

    wie sähe denn dann eurer Meinung nach ein auf 100 Liter normiertes Becken optimal aus? Das könnte man dann ja auf jede beliebige Literzahl hochrechnen.

    - kg-Dekofläche im Verhältnis zum Wasservolumen?

    - m2-Dekofläche im Verhältnis zum Wasservolumen?

    - m2-Bodengrund im Verhältnis zum Wasservolumen?

    - m3-Technikbecken im Verhältnis zur gesamten Wassermenge?

    Da es ja keine Normen/Anhaltspunkte gibt, wie bei den z.B. Schwimmteichbesitzern bzgl. Wasserparameter, wäre das doch mal ein Versuch wert, darüber nachzudenken, wie es ohne "Norm" geht.

    Gruß,
    Peter

  • Hallo Peter,

    was willst Du denn hier mit dem Hinweis auf Normen? Der Sinn Deiner Anmerkungen erschließt sich mir nicht ganz. Mir ist auch nicht bewusst, das hier jemand derartige Überlegungen ins Spiel gebracht hätte.

    Sicher gibt es kein bestimmtes Verhältnis der Deko zum Wasservolumen. Schließlich haben wir es mit individuellen Becken und Vorstellungen zu tun. Wohl aber gibt es Auffassungen, dass es Sinn macht, sowohl aus beckenbiologischen Gründen als auch nach Gestaltungsgesichtspunkten, so wenig - vor allem künstliche - Deko wie möglich einzubringen: ein paar (möglichst lebende) Steine zur Strukturbildung, als Sockel für die Korallen und u.U. auch zum Verdecken technischer Gerätschaften und ein möglichst dünner Bodengrund, wenn man nicht unbedingt grabende Tiere pflegen möchte.

    Einen bestimmten Bezug zum Wasservolumen kann ich dabei aber nicht erkennen.

    Gruß

    Bernd

  • Viel Interessanter finde ich eine ganz andere Erkenntnis. Es wurde eingangs berichtet, dass die Keramik innen schneeweiss ist, wenn man nach Jahren ein Stück abbricht. Diese Erfahrung teile ich auch. Es wurde daraus abgeleitet, dass im Gegensatz zu LS oder ehemaligem Totgestein vermutlich keine Bakterien im Inneren siedeln können und in Folge dessen bestimmte Prozesse nicht optimal ablaufen. Diese Feststellungen konnten den Eindruck erwecken, dass man es mit einem enormen Nachteil zu tun hat, wenn man ein derart beschaffenes Material verwendet.

    Norbert Dammers und Klaus Jansen sagen, dass zu viel Oberfläche, die von Bakterien besiedelt werden kann, kontraproduktiv ist, weil sich dann die Nährstoffkonzentration vom organischen in den mineralischen Bereich verschiebt und/oder zu viel Substrat eine zu große Siedlungsfläche bietet, aus der sich evtl. eine Nährstoffarmut ergeben könnte. Klaus hat zusätzlich ein Becken vorgestellt, das mit PU-Schaum ausgeschäumt wurde, der garantiert im Inneren keine Bakterientätigkeit zulässt - gemäß seiner Ausführung. Ich hoffe, dass ich alles richtig verstanden habe - ansonsten möge man mich korrigieren.

    Wenn wir jetzt mal davon ausgehen, dass die sichtbare Oberfläche eines Substrats gleichzeitig den kleinsten Anteil hat, weil die Porosität die Oberfläche in Wirklichkeit ausmacht, dann wären weniger poröse Materialien oder eine äußert geringe Menge an Riffgestein günstiger. Das würde gleichzeitig bedeuten, dass die mutmaßlich nicht so poröse Keramik sogar optimal sein müsste, wenn wir davon ausgehen, dass sie (auch nicht der gescholtene Kleber in der unbeschrifteten Kartusche) keine unerwünschten Stoffe ans Wasser abgibt????

    Ich verstehe es nicht so ganz. Das ist zumindest die Botschaft, die ich aus den Postings gelesen habe!


    Christian

  • Hi Christian

    Ich schließ mich Dir an. :confused_face: :loudly_crying_face: :confused_face: :loudly_crying_face:

    Gruß Ewald

    _______________________________________________________________________________________________________________________________

    Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
    Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
    hab ich Angst vorm Licht. :loudly_crying_face:

  • Ich müßte mal meinen Hersteller raussuchen (über Megazoo gekauft), aber von Porösität hab ich bei meiner (beigen) Säule nichts gemerkt.
    Hat beim einsetzen auch nicht gesprudelt, was eigentlich normal wäre, wenn sich die Zwischenräume mit Wasser füllen, und das Gas austritt.

    Sand oder Kies sind in dem Sinn auch porös (Zwischenräume), aber ohne gute Durchströmmung gibts eben nur Dreck oder "Unkraut".

  • Hallo Bernd,
    du darfst das mit dem Begriff "Norm" nicht so "Bierernst" nehmen.
    Es ist der Versuch eines Ansatzes um spätere Probleme zu vermeiden.

    Will sagen: je weniger Oberfläche (Bodengrund, Deko, egal von wem), desto weniger Probleme, desto besser steuerbar das Becken.

    Klaus hat es ja mit seinen letzten Fotos schon gezeigt.

    An dieser Stelle wollte ich anknüpfen und zum Nachdenken anregen, ob eine Möglichkeit besteht, dieses in Zahlen auszudrücken.

    Ich werde es beim nächsten Becken auf jeden Fall machen, allerdings mit einem faulen Kompromiss.

    Der Kompromiss heißt dann am Anfang (Einfahrphase) eben: nicht schön aber effektiv

    Christian hat es ja gerade eigentlich gut zusammen gefasst.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!