Seewasseraquaristik vor 30 Jahren

  • Hallo,

    nachdem ich, vor ein paar Tagen meinen Vater (Rentner, über 80 Jahre alt) besucht habe, drängte sich mir eine Frage auf.
    Dazu aber kurz zur Vorgeschichte:
    Mein Vater hat mich ja zur Aquaristik gebracht. schon als "kleiner" Jung war ich fasziniert über dieses Hobby meines Vaters. Na ja, und so dauerte es nicht lang und ich bekam (unter Einweisung und Führung) mein erstes kleines Becken. Damals natürlich Suesswasser. Und bis heute hat das Hobby für mich kein Stück nachgelassen. nein im Gegenteil, es ist faszinierend wie damals und der Reiz, in einem Aquarium z.B. die Welt der Korallenriffe in einem kleinen Ausschnitt - soweit als derzeit möglich - zu beobachten und zu pflegen ist ungebrochen. (Fast) eine Sucht. :winking_face:
    Mein Vater pflegte vor 30 Jahren bereits ein Meerwasserbecken.
    Kommen wir nun zu meiner Frage. Meerwasser vor 30 Jahren? Wie ging das denn nur? Heute stehen uns ja jede Menge Literatur, Gerätschaften (und nicht zuletzt das I-Net mit diesem Forum) und chemische Mittelchen zur Verfügung. Aber vor 30 Jahren? Noch dazu profitieren wir doch vom Wissen der "erfahrenen älteren" Aquarianer. Wo konnten die Aquarianer vor 30 Jahren sich informieren? "Learning by doing" vermute ich.

    Und mein Vater bestätigte mir das. Damals galt das vorrangige Ziel - der Fischpflege-, das Leben einer Art so lange als möglich im Aquarium zu erhalten. Es wurde viel experimentiert und auch "Lehrgeld" bezahlt. Ausgetauscht hat man sich dann untereinander bei Treffen mit Kaffe und Kuchen.
    Blumentiere waren selten und wenig bis garnicht vorhanden.

    Dennoch sind die Beobachtungen aus dieser Zeit von großer Wichtigkeit. Durch sie ist es möglich, den Fisch in seine Haltbarkeit einzustufen und Grundzüge seines Verhaltens im Aquarium abzuschätzen. Ich möchte sie daher als die Pioniere auf dem Gebiet der Fischaquaristik bezeichnen, die hier hervorragendes geleistet haben. Neben der erfolgreichen Pflege von Fischen ist ein weiteres wichtiges Ziel für uns, die Vergesellschaftung mit Wirbellosen geworden.
    Wir alle sind doch bestrebt, den kleinen Ausschnitt "Riff zu Hause" noch realer zu gestalten.
    Wir wollen mehr über die sozialen Aspekte unserer Pfleglinge erfahren. Wie lassen sich die Arten untereinander und miteinander vergesellschaften? Paarbildung und Ablaichverhalten sind in diesem Zusammenhang zwei weitere Schlagworte, die uns spannende Fragestellungen aufgeben.

    Bestimmt sind hier im Forum "Pioniere" der Aquaristik. Wie habt ihr das einst gemacht? Was waren eure Bestrebungen und was stand euch helfend zur Seite?

    Lieben Gruß
    Kay

    ___________
    Gruß aus dem hohen Norden
    Kay

    Hauptbecken ~ 400 Liter (gebogene Front)
    Beleuchtung Giesemann System 200
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  • Hallo Kay,

    Dein "damals vor 30 Jahren" liest sich ja grausam weit zurück. Ist es aber nicht. Auch hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon umfangreiche Litheratur und Fachzeitschriften. "Kaffee & Kuchen" gestaltete sich nicht anders als heute. Man(n) kam halt "auf ein Bier vorbei". Nur das Vereinsleben der Aquarienvereine war wesentlich aktiver.

    Schon damals gab es technische Diskussionen um Abschäumer und Licht. Vor 30 Jahren kamen nämlich die ersten HQI und HQL-Brenner in die Aquaristik. Ich selbst baute mir vor 33 Jahren die erste HQI-Lampe mit 3 Brennern in einer Alu-Schiene aus dem Fensterbau. Auch Abschäumer mit Venturieinströmung über Pumpen gab es schon.

    Auch über die verschiedenen Konzepte zu filtern (Bodengrundaufbau etc) wurde schon damals diskutiert. Und nicht anders wie heute viel zu viel mit Chemie herumgepanscht. Ich kenne kaum ein Mittelchen, das es vor 30 Jahren noch nicht gab ...

    Nur das Wissen und die Hälterung von Korallen ist "etwas" jünger. Aber die ersten großen Erfolge liegen auch schon 20 Jahre zurück

    Der wirklche Anfang der Meeresaquaristik (als breiteres Hobby) in Deutschland war etwa vor 50 Jahren. Ich drückte als Kind (hört, hört) meine Nase schon an einem Meerwasseraquarium in einem in ganz Deutschland bekannten Zoogeschäft - REHM - in Nürnberg platt. Auch im Aqaurienverein HEROS in Nürnberg (gegründet 1898 und so viel ich weiß, der älteste in Deutschland) gab es zu diesem Zeitpunkt schon viele Meerwasseraquarianer.

    Im Übrigen, kenne ich Szenen aus alten Filmen und den UFA-Nachrichten, wo Meerwasserbecken schon "vor demKrieg" im Hintergrund standen ...

    Heinz

  • Hallo,

    Quasi als kurzen Zwischeneinwurf, ein wenig OT: Viel schockierender finde ich eigentlich statt der Evolution im Bereich der Blumentierhaltung und Technik, dass sich in der parallel laufenden Süßwasseraquaristik in der glecihen Zeit fast nichts getan hat... :confused_face:

  • Hallo Jannes,

    wir haben jetzt auch den Abschäumer :grinning_squinting_face:
    Was soll denn noch so stark verändert werdn im süßen Bereich? Wir können so ziemlich alles halten was wir kennen, sehr viele Arten werden bereits gezüchtet, sämtliche Wasserwerte können geregelt weren ohne einen Chemiedoktor zu machen, innerartliche Beziehungen sind aufgund der verschiedenartigen Biotpansprüche begrenzt und weitgehend bekannt, Wirbellose sind derzeit schwer in Mode und überwiegend werden auch diese schon gezüchtet. Die Ernährung ist auch schon sehr weit.
    Du darft ja auch nicht vergessen, das die Süßwasseraquaristik eine Geschichte von mind. 100 Jahren hat, Roßmäßler hat vor hundert Jahren seinen berühmten Artikel verfasst.

    Gruß
    Benjamin

  • Hallo,

    Der springende Punkt ist ja nicht direkt, was heutzutage MÖGLICH ist, sondern was auch gemacht wird von den Aquarianern, und das ist ein himmelweiter Unterschied.
    Die Neuerungen werden im Seewasser doch deutlich besser/schneller aufgenommen, so siehst du hier z.B. kaum Leute, die keine Steinkorallen im Becken haben; oder?

    Während ein Blick in ein Süßwasserforum mir da immer noch das Grausen bringt; und dort wirklich KEIN MENSCH auch nur von irgendwas Ahnung hat. Es mag ein paar geben, die da irgendwas schaffen, aber der Großteil kriegt es trotzdem nicht hin, Neons oder Kardinalfische länger als ein oder zwei Jahre am Leben zu erhalten. Und das wollte ich damit eigentlich eher sagen: Während man im Meerwasser zunehmend begreift und darüber nachdenkt, was die einzelnen Tiere brauchen(natürlich nicht überall, es gibt genug schwarze Schafe- aber trotzdem sehe ich dieses Forum hier fast schon wie eine Insel der Vernunft), so fehlt dieses Verständnis im Süßwasser einfach noch- dort grassiert eben immer noch eine krankhafte Mischung aus Blödheit, Ignoranz und Sturheit; und da werden neue Filtermethoden nicht diskutiert, sondern ausgelacht, weil man sich doch lieber an die ollen Nitratschleudern klammert...
    Mal ganz abgesehen von der Wirbellosenmode, die mir genauso auf den Geist geht wie die L-Wels-Mode oder sonstiges; die "Fachleute" sind keine Fachleute weil sie sich damit auskennen, sondern weil sie einfach auf Teufel komm raus alles kaufen was es gibt und in ihre Becken pferchen, und mit etwas Glück machen die stabileren Tiere das dann mit, während die anderen wieder als unhaltbar gelten.

    Wie gesagt, das betrifft nicht alle Süßwasseraquarianer, aber 99% davon. Und der Rest bewegt sich bestenfalls in Richtung des Standes, die die Meeresaquaristik Mitte der 80er hatte.

    Zitat

    Wir können so ziemlich alles halten was wir kennen


    Süßwassermuscheln? Fächergarnelen werden teilweise noch als "heikel" eingestuft; Süßwasserseenadeln genauso? Schnecken sind eine unaufhaltsame Plage? Etliche Tiere können absolut nicht gezüchtet werden, weil deren Larven sich im Brackwasser entwickeln oder zu klein sind für die "Fachleute"?

    Und was Wasserwerte angeht, wie gesagt: Ja, kann man regeln, Biotopansprüche könnte man nachlesen. Tut aber kein Schwein. Ehrlich.
    Das ist leider das Problem, dass diese Fische so verdammt leidensfähig sind- wenn die sofort den Löffel abgeben würden, wären die Spinner auch mal gezwungen, ein bisschen was zu optimieren...

  • Hallo Jannes,

    sicher hast du recht das ein leider viel zu großer Anteil der Süßwasseraquarianer eine Art Konsumaquaristik betreibt und nur nach Aussehen und Status die Tiere irgendwie auswählt und häufig schlecht pflegt. ABER, es gibt auch sehr viele fähige Aquarianer die durchaus auch Garnelenlarven aufziehen die in Brackwasser aufwachsen müssen. Einige Süßwassernadeln werden bereits gezüchtet, und der Rest der nicht gezüchtet werden kann ist wohl um tausende Prozent kleiner als im Salzwasserbereich.
    Das Problem das neue Technikenauf viel Widerstand stoßen kenne ich leider zu gut, in einem Forum habe ich kürzlich einen Abschäumer für Süßwasserbecken vorgestell und die einzige Reaktion hierauf war: "Schnick schnack den keiner braucht". Leider sind die Süßen sehr schwer an neue Dinge zu gewöhnen. In diesem Punkt sind wir sicher Einer Meinung.

    Du solltest mal in einen Aquarienverein mit Süßwasseraquarianern gehen, da wirst du hauptsächlich auf kompetente Menschen stoßen die sich heiklen Arten widmen und versuchen die nötigen Bedingungen für eine dauerhafte Haltung zu ermitteln. Das sind die einzigen Süßwasseraquarianer die man ernsthaft mit der Szene in Verbindung bringen sollte, der leider zu große Rest hat ein Aquarium ist aber kein Aquarianer.

    Gruß
    Benjamin


    Edit, Sorry Kay fürs O. T. :peace:

    Einmal editiert, zuletzt von Benjaminb (20. August 2008 um 13:06)

  • Hallo,

    so wieder zum ursprünglichen Thema zurück :winking_face: Also was die Meerwasseraquarianer vor 30 Jahren gemacht haben, hat dir ja schon teilweise Heinz beantwortet. Ich könnte Dir auch noch sagen was die Meerwasseraquarianer viel, viel früher gemacht haben, nämlich in den Jahren so um 1910. Ja richtig gelesen, auch in diesen Jahren hat es diese Spezies von Aquarianern schon gegeben und darf Euch ein paar interessante Beispiele bringen.
    Also auch in diesen Jahren haben sich die Leute schon damit befasst, Meerestiere zu halten. Ich darf Euch ein altes Foto zeigen, wo eines dieser Aquarien abgebildet ist.

    Als Besatz hatte er folgendes drinnen:

    Edelsteinrosen-Nordsee
    Seemannsliebchen - Nordsee
    Pferdeaktinie-Adria
    Seenelken
    Seescheide usw.
    Die Tiere pflegte er zum Zeitpunkt des Berichtes so ca. 3 bis 5 Jahre. Also unser Hobby hat schon ein lange Geschichte......


    Und falls wer glaubt „künstliches Salzwasser“ ist eine relativ junge Errungenschaft, dem darf ich mal kurz eine Rezeptur aus dem Jahre 1915 zeigen. Und diese Rezeptur war schon eine Verbesserung, also gab es noch früher schon die ersten Erfahrungen damit. Und in diesem Wasser liesen sich anscheinend einige Tiere sehr gut halten, sicher noch weit entfernt natürlich von unseren heutigen Möglichkeiten, aber es war ja auch erst der Anfang.


    Leider gibt es nur mehr wenige Aufzeichnungen aus dieser Zeit, aber gerade deshalb ist es um so interessanter in diesen Büchern zu lesen und sich durch den Kopf gehen zu lassen, wie alt unser Hobby schon ist.

    Auf Grund dieses Beitrages versinke ich gerade mal wieder in diesen Büchern...........

    Lg

    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmar W. (20. August 2008 um 19:24)

  • moin,

    um noch einige zusätzliche fantasien zu zerstören, ich hab erst vor 25j angefangen, aber schon damals mit ls und korallen. und sie sind gewachsen :winking_face:

    mfg
    michael

  • Hallo,

    uiii, ich bin beeindruckt! Ich staune, das man schon um 1910 sich so damit beschäftigt hat. Zu der Zeit, so stelle ich mir das vor, waren die Möglichkeiten doch dahingehend sehr eingeschränkt. Denke dabei mal stellvertretend nur an Transport und Wasser "Herstellung" Hut ab!

    @Benjamin, Jannes
    No Problemo, bin immer für ne gute Diskussion zu haben. Und Unrecht habt ihr beide sicher nicht. Kann auch von ähnlichen Aussagen sprechen.......schade das manche nicht bereit sind, zum Wohle ihrer Pfleglinge, zu lernen...

    Ich freue mich, das hier die "Pioniere" sich zu Wort melden. Wenn Heinz sagt, er hat vor ca. 33 Jahren bereits mit HQI begonnen - Selbstbau-, dann kann ich nur stauen. Na ja, für mich sind 30 Jahre schon ne kleine Welt und ich kann ja heute alles kaufen. Es gibt die Beleuchtung in allen Möglichkeiten, technisch gesehen, in vielen Variationen und vor allen Dingen, per Express in 24 Stunden ins Haus, wenn man möchte. Aber seinerzeit....

    Dietmar:
    Einfach fantastisch, was du da hast. Ich bin im höhsten Maße erstaunt und hätte nicht mal ansatzweise vermutet, das dies seinerzeit schon möglich war. Gut ich gebe zu, das mich die heutige Entwicklung der Meerwasseraquaristik und das Verstehen der "Chemie" des Wassers, fasziniert, mich aber auch voll in Anpruch nimmt. Ich habe nicht soooo weit nach hinten geschaut. So weit zurück.
    Aber glaube mir, das werde ich nachholen. Ich denke, das ich dahingehend viel "altes - neues" entdecken und lernen kann.

    Bitte macht unbedingt weiter so. Ich bin total begeistert und freue mich auf weitere Beiträge.

    Lieben Gruß
    Kay

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    Kay

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    2 Mal editiert, zuletzt von drjasmin (20. August 2008 um 20:06)

  • Zitat

    Original von drjasmin
    Wenn Heinz sagt, er hat vor ca. 33 Jahren bereits mit HQI begonnen - Selbstbau-, dann kann ich nur stauen.

    vor 25j waren hqi eigentlich standart, allerdings noch mit 6500k. höhere k-werte kamen erst später.

    und der blauton wurde bei mir mit ner extrem dicken, blauen leuchtstoffröhre erreicht.
    soweit ich mich richtig erinnere, kam die aus der medizin und hatte einen wahnsinnigen energieverbrauch (meine glaub ich 150w!!!)

    mfg
    michael

  • Hallo Michael,

    ich staune deshalb darüber, weil man ja nicht vergessen darf, aus welchem Pool wir uns heute bedienen und welchen z.B. Heinz "damals" zur Verfügung stand. :yidee

    Mein Vater sagt heut noch: beobachte, verstehe und lerne...lerne daraus.
    Er hat eine auftauchende Alge nicht gleich mit Chemie bekämpft, nein, er hat sie untersucht, ihre Bedingungen zum Wachstum sozusagen "erforscht". Was fördert das Wachstum, was verschlechtert selbiges und welche natürlichen Resourcen können, wenn nicht gewünscht, eingesetzt werden. Meist blieben sie aber, denn auch sie haben eine "wohlwollende Funktion".
    Er sagt: Die Natur bereitet manches Problem, aber hat auch immer eine Antwort darauf!
    Nur müssen wir diese herausfinden.
    Ich bin ein aufmerksamer "Lehrling" geblieben und gehe seinen Weg weiter........

    Lieben Gruß
    Kay

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  • Zitat

    Original von drjasmin
    Er sagt: Die Natur bereitet manches Problem, aber hat auch immer eine Antwort darauf!
    Nur müssen wir diese herausfinden.

    auch wenn wir viele biologische abläufe in unseren becken nutzen,man sollte nicht den fehler machen, ein aquarium mit der natur gleichzusetzen :winking_face:

    mfg
    michael

  • Hallo

    so, dann möchte ich mal meine Erfahrungen ,angefangen in den 60er Jahren, schildern.

    Mein Onkel pflegte? schon in den 60er ein "Meerwasserbecken".
    Da konnte ich als kleiner Junge so mit 10 viel Zeit verbringen und da wurde ich wohl auch mit der Aquaristik infiziert.

    Dieses war zu dieser Zeit ein Eisenbecken mit gekitteten Scheiben.
    Er hatte damals ein Riesenbecken, so um die 300 l :grinning_squinting_face:
    Die Einrichtung bestand aus toten Korallenstöcken und Steinen.
    Als Fische wurden am liebsten gepflegt:
    1x Weißkehl
    1x Imperator
    1x Clownfisch
    1x Picassodrücker

    Ab und zu auch mal ein anderes Tier. Es wurden halt immer wieder Tier nachgekauft, die meisten wurden durch "Pünktchen" dahingeraft
    oder verhungerten. Fische waren halt "Verschleißartikel" :angry_face:

    Die Filterung bestand aus einem Eheimtopf, ein oder zwei Strömungspumpen (waren irgendwann Tunze 1000, die habe ich noch heute),
    Abschäumer war so ein "Piccolo" mit Holzausströmer". Beleuchtet wurde mit Röhren (2 oder 3).
    Salz wurde warscheinlich selbst gemischt oder es gab es fertig zu kaufen, das weiß ich nicht mehr.

    Die Krönung waren dann die wunderschönen Fadenalgen, in denen sich der Clownfisch reinsetzen konnte??

    So wurden einige Becken gepflegt, so in den 70er wurde ein Glasbecken (240 l) aufgebaut und so eine Tunze Filtereinheit eingebaut.
    War halt der Stand der Technik und der Wissensstand.
    An Korallen wurde wohl auch kein Gedanke verschwendent, die waren "unhaltbar", die konnte man vielleicht in einem Zoo sehen.

    Nach dieser Methoder pflegt mein Onkel bis in Ende der 70er und sein "Wissen" vermachte er auch mir.

    Mein 1. Seewasserbecken von 1979 (nach 10 Jahren Süß) war ein Glasbecken 160l, 100x40x40, mein Erstbesatz ein Picassodrücker, 2 Preußen,
    ein Schlüssellochkaiser und ein Hawaidoc.
    Wurde mir von meinem damaligen Händler so locker verkauft, alles gut haltbar!!!!
    Natürlich hatte ich auch einen tollen Steinhaufen und schöne Fadenalgen drauf.

    In den 80er kamen immer mehr "Niedere Tiere" in Mode, die mir aber egal waren.
    Ich stand nur auf Fische, die leider recht schnell durch Pünktchen starben,
    obwohl immer fleißig gekupfert wurde!
    Nachden vielen Verlußten schwenket ich um auf Muränen, die waren nicht so empfindlich.
    Auch zogen die ersten "Anemonen" aus der Normandie ein, die hielten sich recht lange.

    Die Technik wurde zu dieser Zeit von den Topffiltern auf einen riesigen Rieselfilter
    und ein Unterschrankbecken umgestellt. Auch wurde ein besserer Abschäumer angeschafft. Es war ein Tunze 233.
    Dieser sollte mein 720l Becken mit 3 Muränen, 1x Hawaidoc, 1x Sichelkaiserkaiser , 1x Igelfisch
    und ein Odonus Niger, sauberhalten.
    Es funzte wohl auch recht gut, die Tiere lebten jetzt schon mehrere Jahre.

    Meine Umschwenken wurde durch den Besuch 1993 vom Löbbecke Aquazoo ausgelöst, jetzt wollte ich auch ein Becken mit Niiederen Tieren.

    Mittlerweile gab es recht gute Literatur, auch ein paar passable, erfahren Händler und auch ein Kreis von Aquarianern fand sich zum Erfahrugsaustausch, ab ca. 2000 kam dann sogar das Internet dazu.

    Dies war ein kurzer Abriss über meine 40 Jahre Seewasser.

    Hier noch meine Literatur, nach der ich meine Erfahrungen sammelte.

    1. Das Aquarien und Terrarienbuch von Dieter Vogt und Heinz Wermuth, 1961:

    MFG
    Jürgen 

  • völlig richtig Michael, volle Zustimmung.
    Aber wir sollten und daran orientieren......deren Möglichkeiten mit einbeziehen.....das wollte ich damit sagen. :]

    Gruß
    Kay

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  • weiter geht es:

    2. von meinem Onkel geerbt
    Das Korallen-Aquarium von Jürgen Grobe, 1965

    Die bunten Korallen auf dem Titelbild sind "eingefärbt", so kam Farbe ins Becken :smiling_face_with_sunglasses:

    3.Das tropische Meerwasseraquarium von Frank de Graaf, 1969

    war mal meine "Aquarienbibel"

    MFG
    Jürgen 

  • und das letzte:

    4. Tropische Zierfische im Meerwasseraquariumm, auch von Frank de Graaf und
    von Kipper "das optimale Meerwasseraquarium"

    de Graaf wurde zur Fischauswahl zur Rate gezogen und Knipper war auch ein "Leitfaden"
    meiner Aquarianerzeit (damals)

    MFG
    Jürgen 

  • Hallo Zusammen,

    auch wenn ich keine eigenen Erfahrungen zur Meeresaquaristik von vor 30 Jahren oder früher beisteuern kann, hier ein paar Auszüge aus meinem Meerwasseraquaristikbuch-Schätzchen von 1955.

    Viele Grüße,
    Sabine

  • Hi,

    @jürgen
    genau die selben Bücher die Du abgebildet hast, hatte und habe ich auch. Nur damals gab es kein Internet und ich musste Stunden/Tage :winking_face: mit dem Auto fahren, um die Bücher zu bekommen.

    Lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmar W. (20. August 2008 um 21:39)

  • Hallo Jürgen und Sabine,

    fantastisch!

    @jürgen:
    Danke für deine Zeitreise durch 40 Jahre Aquaristik. Und auch für die Ehrlichkeit. Gekupfert, ist das Wort. Mein Vater hats auch gemacht. Seinerzeit war das "Gang und gebe". Man hielt es für richtig.......

    @Sabine:
    Vor 30 Jahren war ich auch schon Aquarianer =) aber nur ein ganz kleiner :ylol
    Ich finde es aber klasse, wenn sich auch "jüngere" hier zu Wort melden und sich beteiligen. Eine Meinung (und staunen) hat doch jeder hoffentlich dazu.

    Bemerkenswert, was zum Teil alte Literatur ihr noch habt. Darin zu schmökern muß toll sein.

    Lieben Gruß an euch und Danke

    Kay

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    Kay

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    Einmal editiert, zuletzt von drjasmin (20. August 2008 um 21:31)

  • Hi,

    ja und diese beiden Bücher hatte ich auch noch: Peter Wilkins Niedere Tiere im Seewasseraquarium Band1 und 2

  • Huhu Zusammen,

    ich kann zwar nicht auf 30 Jahre MW-Aquaristik zurückgreifen. Aber ich bin eigentlich erst durch einen Freund meines Vaters auf die Idee gekommen mich dafür zu interessieren. Und das ging vor gut 30 Jahren los. Allerdings fehlte es mir damals mit meinen zarten 5 Jahren an den nötigen Mitteln und dem Einverständnis der Eltern :grinning_squinting_face:

    Damals war mein Vater mit seinem Freund oft am Mittelmeer um Wasser, Fische, Korallen und andere Tiere zu holen. Was ich aus der Zeit noch weis war, dass hauptsächlich Krebse, Fische und ein paar Weichkorallenarten gehalten wurden. An Steinkorallen war nicht zu denken, aber es wurde schon eifrig geforscht und versucht in der Richtung etwas zu erreichen.
    Das ganze muss wohl immer etwas heikel gewesen sein, und es wurde gut 6 mal im Jahr ans Mittelmehr gefahren um für Tier-Nachschub zu sorgen.
    Einhellige Meinung war damals dass Aquarien unter 500 Liter kaum stabil haltbar waren, je größer desto stabiler und einfacher. Am liebsten wurde direkt Wasser aus dem Mittelmeer verwendet.

    Mich hat das damals schon fasziniert. So richtig zugeschlagen in Sachen Meeresaquaristik habe ich erst vor ein paar Jahren als ich mir mal ein paar Monate die mühe machte Bücher zu lesen. Da stellte ich fest dass das alles längst nicht mehr so kompliziert ist wie ich damals von meinem Vater vermittelt bekommen habe.

    Christian A.

    Webmaster / Administrator


    80x80x80 cm, ca. 500 Liter, 1x 400 Watt HQI, 2x 24 Watt T5, 2x Tunze Stream, ZC Cyclon AS 1500, Technikbecken mit ca. 80 L netto, Förderpumpe 3000 l/h


    Marubis e.V.

  • Hallo zusammen,

    ein schönes Thema, da kann man richtig in Erinnerungen schwelgen. Immerhin hatte mein erstes "richtiges"
    Meerwasserbecken damals (1974) sagenhafte 300 Liter (ein hochmodernes Vollglasaquarium), was viele Leute
    zum Zweifeln brachte, ob eine Wohnungsdecke sowas überhaupt aushält.
    Die Technik war teilweise schon ähnlich: Eiweißabschäumer, zwar luftbetrieben mit Filzausströmer aber immerhin
    schon mit einem Extraanschluss für den Ozonisator. Aktivkohle war (im Eheimfilter) auch schon im Einsatz.
    Es gab schon Fische wie Chelmon rostratus zu bewundern, aber leider (bei mir zumindest) nicht allzu lange.
    Anthozoen hielt man damals auch schon, mein erstes Meerwassertier war eine zum Preis von einer Mark im örtlichen
    Zoogeschäft erstandene Aiptasie!

    Der größte Unterschied zu heute: Steinkorallen legte man vor dem Einsetzen ins Aquarium erst mal in Bleichlauge :frowning_face:

    Gruß Armin

  • Hallo zusammen,

    kann mich nur anschliessen , schönes Thema.
    Ich selber stellte mein erstes Becken vor 28 Jahren auf , 250 L.Abschäumer gab es wohl schon , aber da ich noch in die Lehre ging und ich knapp bei Kasse war , wurde daran gespart.
    Lava war der letzte Schrei , und wieso es alles gut klappte zwar Jahre lang mit nur 2 T8 Röhren , bis dann der Gau kam durch einen defekten Regelheizer kam , ist mir heute eigentlich ein Rätsel
    An alle Deails kann ich mich gar nicht mehr erinnern , aber ich hatte da schon eine Symbioseanemone mit Clownies Becken und es ging gut.
    Ich kann mich noch entsinnen , das im Geschäft schon ein Becken mit vielen LPS Korallen stand.
    Ausserdem gab es damals mehrere Salzwasser-Händler in Essen als heute , und die Auswahl war absehen von Steinkorallen , besonders SPS , eher besser als heute...
    Ich habe dann das Hobby liegen lassen müssen wegen Beruf , ständigem Umziehen u.sw. , hatte aber den Traum daran , irgendwann wieder anzfangen , nie aufgegeben.
    Als es dann soweit war , war Lava total aus der Mode gekommen :grinning_squinting_face:
    Lebende Steine kannte ich noch gar nicht ...
    Einer der grössten Unterschiede 30 Jahre zurück ist wohl die Gegenwart vom Internett und Meerwasserforen ,
    es ist heutzutage wesentlich einfacher sich (relativ schnell) schlau zu machen , damals war man auf Bücher und gute Bekannte mit demselben Hobby angewiesen , mir wurde damals allerdings von allen Seiten davon abgeraten, mit
    Salzwasseraquaristik anzufangen...
    ..davon abgesehen , hier im mittlerem und nördlichem Nordwegen steckt das Hobby immer noch in den Kinderschuhen , und es gibt hier z.B.immer noch Händler , die an der Beleuchtung über den Korallenverkaufsbecken zu sparen versuchen...

    GRÜSSE AUS DEM HOHEN NORDEN
    mein Bilderbuch

    4 Mal editiert, zuletzt von Thomas Engels (21. August 2008 um 01:35)

  • Hallo Christian, Armin und Thomas,

    vielen Dank für eure Beiträge, die ich genüßlich verschlungen habe. Ja, ist wirklich interessant und spannend zu lesen, was sich damals so zugetragen hat. Plötzlich kommen da mehr und mehr Erinnerungen auf....

    Christian:
    kompliziert...mhh....so schien es mir damals auch, wenn ich so meinen Vater hab ständig am Becken "rumtüddeln" (so sagt man hier im Norden) sehen. Hier was einstellen, da was regeln usw....Ich glaube, als Kind ist das die Wahrnehmung. Aber das macht doch in Wirklichkeit auch gerade den Reiz mit aus, oder?

    Armin:
    :winking_face_with_tongue: Aiptasie für 1 ne Mark! Ja da lacht und staunt so mancher. Dabei spiegelt es doch nur die damalige Zeit wieder. Ich selber hab mich immer an meinen Vater gehalten, der als "Vorbild" mit mir die entsprechenden Tiere u.a. ausgesucht hat. Einfach eine tolle Geschichte Armin......

    Thomas:
    du sprichst meine Gedanken mit aus. Das Internet z.B. Heute kann man wirklich schnell und unkompliziert nachforschen, Verhaltensmaßnahmen beim Einsetzen von Tieren, Krankheitszeichen deuten, die Vergesellschaftung zwischen zwei Tieren prüfen, "entgleiste" Wasserwerte korrigieren usw...(könnte man ja weiter und weiter fortsetzen). Es gibt dazu Tabellen, Farbbilder und vieles mehr. In der Regel kommt man da sehr schnell an das gewünschte Ergebnis. Das stelle ich mir vor 30 Jahren schon deutlich schwerer vor, dies aus Büchern zu erlesen. Dazu müßte man ja schon seinerzeit über eine kleine Bibliothek verfügen. Mit dem I-Net sind alle Informationen mit nur ein paar kleinen Klicks erreichbar. Temporär gesehen, einfach unbezahlbar.

    Was mich hier aber immer wieder erstaunt ist die Tatsache, was derzeit bereits an "Technik" schon zur Verfügung stand. Das hätte ich nicht für Möglich gehalten. Leider kann ich mich nicht an diese technischen Details so genau erinnern, die z.B. mein Vater schon verwendete.

    Lieben Gruß
    Kay

    ___________
    Gruß aus dem hohen Norden
    Kay

    Hauptbecken ~ 400 Liter (gebogene Front)
    Beleuchtung Giesemann System 200
    2x150W HQI 14k, Dulux blau, LED Leiste weiß
    Umwälzung: 12.000 ltr/H - 4 Pumpen a. 3000 ltr/Std
    UV, Ozon, Kühlung - bei Bedarf
    externer Schaltschrank mit Steuerung - Eigenbau -
    Balling light

  • Hallo,

    ich kann hier mal meine Erfahrungen mit dem salzigen Bereich von vor circa 25 Jahren schildern.
    Ich hatte von klein auf zahllose Süßwasserbecken gehabt und wurde durch den Besuch eines Zoogeschäftes , das eine kleine Meerwasserabteilung hatte mit dem Virus infiziert.
    So kam es, dass ich mir ein gebrauchtes 250l Becken komplett mit Besatz und Technik über eine Zeitungsannonce kaufen konnte.
    Es war ein 250l Becken; an Technik war ein Sander Piccolo AS mit Ozon, ein Eheim-Topffilter, der auch für „Strömung“ sorgte.
    Der letzte Schrei war damals ein sog. Bodenfilter, bei dem das Wasser mittels Pumpen durch den Bodengrund gesaugt wurde. Beleuchtet wurde mit 4 T8-Röhren.
    HQI gabs damals schon (Preis war da glaub ich ganz vorne), war aber für mich als Schüler finanziell unerreichbar.

    Als Besatz kam mit ein Zwergkaiser und eine blaue Demoiselle.
    Blauäugig kaufte ich mir ein Pallettendoc und ein Haweidoc und was soll ich sagen, beide lebten ca. 4 Jahre bis ich zu Beginn des Studiums wieder abgeben musste.
    Der Versuch Anemonen zu härten scheiterte kläglich, auch ein bis 2 Versuche mit LPS.
    Scheibenanemonen und Gelbe Krusten gingen gut.

    WW wurden so gut wie nie gemacht, Chemie gabs für mich zumindest nicht, lediglich mit Kalkwasser wurde versucht das Wasser aufzuhärten.
    Wasserwerte wurden auch so gut wie nie getestet.

    Infos hatte ich nur aus ein oder 2 Büchern und von meinem Händler, der aber ca. 50 km weit weg war und mein Vater mich immer hinkutschieren musste.

    Was mich heute wundert, ist doch die Tatsache, dass das System mit der Technik und meinen finanziell sehr eingeschränkten Mitteln relativ stabil lief.
    Aus heutiger Sicht eigentlich undenkbar.

    Viele Grüße
    Markus

  • ich hab mich mal mit jemand unterhalten, der seinen Wasserwechsel immer noch wie vor 30 Jahren macht (vielleicht auch wie vor 50 Jahren), das geht dann so:

    1x pro Jahr, ich glaube an Weihnachten lasse man die Hälfte des Beckenwassers ab, das fülle man dann mit Leitungswasser auf und gebe das unaufgelöste Meersalz direkt ins Becken. Dann wieder 1 Jahr warten. Mit dieser Methode erhält man dann ein typisches Totriffbecken wie vor 30 Jahren. :smiling_face_with_sunglasses:


    Grüße

  • Zitat

    Original von Dietmar W.
    Hi,
    ja und diese beiden Bücher hatte ich auch noch: Peter Wilkins Niedere Tiere im Seewasseraquarium Band1 und 2

    Hi Dietmar,
    die sind für mich die Bibeln der MW-Aquaristik mit niederen Tieren. Sind für mich auch heute noch aktuell. Auch ich habe 1973 mit einem MW-Becken angefangen . 200l mit Röhrenbeleuchtung, SAnderabschäumer und Eheimfilter.Inhalt Korallengrus als Bodengrund ein paar Steine aufgeschichtet. Als Fische waren damals ein Zwergkaiser, ein Anemonenfisch, ein Doktor . Es wurden Anemonen und Weichkorallen ausprobiert.
    Mit mehr oder weniger Erfolg. Leider musste es aus beruflichen Gründen 3 jahre später
    wieder aufgelöst werden. 1995 gings dann wieder los, aber unter ganz anderen Voraussetzungen.
    Aber von den Erfahrungen davor konnte ich gut aufbauen und viele Anfängerfehler vermeiden.
    Langjährige Erfahrungen gute, wie schmerzliche, sind halt durch nichts zu ersetzen. Da kann man noch soviel Literatur sich reinziehen. So ist man auch "Neuerungen" gegenüber wesentlich kritischer.
    " Das gabs doch schon so ähnlich", " es ging doch auch ohne, bisher bestens".
    GRuß jim

  • naja langjährige Erfahrung ist nicht immer nur positiv,
    manche sind dann ab einer gewissen Zeit nicht mehr in der Lage
    ihre alten Zöpfe abzuschneiden :winking_face:

    Das trifft oft auch auf Umsteiger von süß auf salzig zu.

    Ich hatte eigentlich in meiner kurzen Meerwasserkarriere dank der erstklassigen Informationen hier
    kaum ernsthafte Probleme und konnte viele Erfahrungen gar nicht sammeln (weil zB nie ein Fisch krank war - die waren immer gesund oder tot)

    Was man wirklich nur über die eigene Erfahrung lernt ist für mich die selbstbeschränkung, das nicht mehr "alles haben wollen". Ich würde mein Becken heute ganz anders besetzen als bei den ersten beiden.

    Nicht mehr "Gemischtwarenladen" und rein was geht sondern eher von Anfang an ein Konzept verfolgen was für Tiere gepflegt werden sollen. Das geht aber nicht wenn man neu anfängt - selbst wenn man meint man hätte einen Plan ändert sich der doch täglich wieder :winking_face:

  • Auch ich habe als Schüler mit dem Meerrwasser angefangen - muss so ca. 27 Jahre her sein. Damals schon im Zoolanden gejobbt um das ganz finanzieren zu können:

    160x50x50
    Aufbau Lochgestein, gebleichte Acropora Äste
    Beleuchtung: billig HQL - später dann die edeln braunen Dupla HQL
    Abschäumer: 180cm hoch Eigenbau, mit Wisa 1000 befeuert
    Filter: Der riesen graue Eheim Topf
    Strömung: Tunze 2000 Turbelle Luftgekühlt
    Bodengrund: Muschelgrus

    Besatz: Caulerpa, Blasenkoralle, Teppich Anemonen (die fraß gerne flavescens), Scheiben, Caldiella etc

    Bücher: deGraf rulez !!! Der Mann war mein Heiliger damals und natürlich Wilkens. Ihr habt sein Buch Fisch Partner Niedere Tiere vergessen !
    Oder Mayland: Korrallenfische und Nieder Tiere
    TI war damals DIE Zeitschrift. habe damals die zwei gebunden Ausgabe 1-68 bis 12-82 gekauft. Die sind heute zum lesen manchmal sehr Unterhaltend :smiling_face:

    Schwer war immer der Freundin klar zu machen, das Kino nicht drin war weil neue Fische gekauft wurden. Peinlich war es dann wenn die der Teppiche Anemone geopfert wurden ... damals habe ich ca 4 Achilles verheizt ...

    Als ich einige jahre später das tauchen anfing, habe ich Seewasser sofort abgeschafft. Mir wurde klar das ich mit meinen Mitteln nicht etwas ähnliches wie im Meer schaffen konnte. Also kamen viele Jahre Tanganjikaa Zucht, bis der salzige Daume wieder durchkam :grinning_squinting_face:

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Jaja, wir haben erst 6 Jahre lang getaucht und dann angefangen mit Meerwasseraquaristik, da sieht man alles etwas anders .... von wegen artgerechte Haltung und so :grinning_squinting_face:

    Ex-Becken: 230x80x70 mit 60cm Panoramaecke rechts - im Kreislauf ca.1350l - Technikbecken 100x60x40 + Nachfüll-/WW-Becken 40x55x50 - Umwälzung Abyzz 420 eco - 2x Tunze Stream 6100 - 2xHagen 802 - Abschäumer H&S F200 2x2001 - Eigenbaubeleuchtung T5 12x39W + 4x54W - UV DeBary 25W - Ozon Sander 100 - Balling mit Grotech TEC III + EP IV - IEM UO m. Boosterpumpe + Si Filter - 5% WW/Woche, wechselndes Salz --> Bilderthread | Aquabilderbuch | Aquabilderbuch altes 400l Becken

    Einmal editiert, zuletzt von Rüdiger Roxlau (22. August 2008 um 15:17)

  • Hallo
    Mein Beginn war Ende der 50er. Erstes Becken(gegossenes Vollglas) war mit selbstgefangenen Tieren der Nordsee. Garnelen, Pferdeaktinien. Ja, die gab es "damals" noch in Büsum. Keine Kreiselpumpen, keine Abschäumer. Überlaufrohre und Filter wurden nach Bedarf vom Glasbläser angefertigt. Das erste größere Becken mit Blechboden wurde mit Kolophonium vergossen. Hat sehr lange gehalten. Über Mittelmeer bin ich dann durch eine Beckenauflösung von einem Händler an 5 3-Punkt Preußen gekommen. So begann meine salzige Zeit
    Gruß Gerhard

    Viele Grüße

    Gerhard

  • Hallo zusammen,

    super Resonanz hier, das freut mich. Bitte berichtet doch weiter.

    Ist doch recht interessanr, wann und womit ihr vor welcher Zeit mit dem Hobby begonnen habt.

    Fieber bereits neuen Einträgen entgegen.

    Lieben Gruß
    Kay

    ___________
    Gruß aus dem hohen Norden
    Kay

    Hauptbecken ~ 400 Liter (gebogene Front)
    Beleuchtung Giesemann System 200
    2x150W HQI 14k, Dulux blau, LED Leiste weiß
    Umwälzung: 12.000 ltr/H - 4 Pumpen a. 3000 ltr/Std
    UV, Ozon, Kühlung - bei Bedarf
    externer Schaltschrank mit Steuerung - Eigenbau -
    Balling light

  • Wunderschön sind diese Beiträge mit den vielen Erinnerungen zu lesen =)
    Ich habe eben nachgerechnet bei mir sind es schon um die 26 Jahre.

    Mein erstes 80 Liter Aquarium - Bodengrund / schwarzer Basaltsplit - Deko / weißgebleichte Korallen / blauer Hintergrund 1 Riffbarsch und 1 Hawaiseebader- die Einrichtung war damals der letzte Schrei - heute schäme ich mich dafür...zum Glück meiner Fische habe ich schnell den Absprung geschafft und 3 Monate später ein 200 Liter Becken natürlicher gestaltet.
    Ja, langjährige Erfahrung - aber immer wieder habe ich auch heute noch das Gefühl, ein blutiger Anfänger zu sein...

    Man muß fortlaufend dazulernen , es gibt immer wieder neue Erkenntnisse, technische Neuerungen...

    Aber das alles sehe ich mit 2 großen Vorteilen.

    1. Zum Wohle der Aquarienbewohner =)
    2. Meine Gehirnzellen rosten nicht ein :winking_face:

    :wink viele Grüße Iris

  • Hallo Klaus!

    Zitat

    Nochmals eines von 1983 und zum Vergleich eines von dieser Woche.

    Das erste gefällt mir genau so gut ;).

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    Hallo Klaus!

    Das erste gefällt mir genau so gut ;).

    Gruß

    Wolfgang

    moin,

    das sehe ich auch so, zumal über dem ersten sicher noch tageslichtbrenner drüber waren :winking_face:
    und licht macht bei der optik nunmal viel aus!

    mfg
    michael

  • Zitat

    Original von mbb
    zumal über dem ersten sicher noch tageslichtbrenner drüber waren :winking_face:

    Überlesen :grinning_squinting_face: und alle mit T8-Beleuchtung.
    Das 1. Bild war ein 80l Würfel als Algenbecken.
    Das 2. Bild war ein 120cm (?) Juwelaquarium mit einem 3-fach Leuchtbalken.
    Das 3. war ein 150cm Aquarium mit mehreren T8
    Das 4. ist ein 180cm Aquarium mit 8 x T5

    Nix mit HQI, die ersten Fotos sind nur so "sonnig" weil ein hochauflösender Diafilm ohne Blitz benutzt wurde.

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