Korallenwuchs reduzieren

  • Hallo miteinander,


    ich habe mal ein umgekehrt übliches Thema, meine Korallen wachsen zu schnell!

    Aufgrund dieses Wucherns muß ich immer häufiger kappen, was erstmal hässliche Baustellen hinterlässt, oft auch zum Zusammenbruch des Gehörns führt.

    Daher wäre es mir recht, wenn der Wuchs deutlich langsamer vonstatten ging. Dazu fällt mir ein:

    Temperatur auf 23 °C reduzieren. Dazu stellt sich die Frage, wie die Fische auf Dauer 23 +/- 1 °C vertragen.

    Licht, Intensität verringern. Da vermute ich, dass - da die Beleuchtungsstärke innerhalb des Wasserpegels deutlich abnimmt - dann in den unteren Bereichen zu wenig Lichtstärke herrscht.

    Licht, Menge vermindern. Z. B. 1 - 2 h/d weniger. Das scheint mir die wirkungsvollste Lösung zu sein.

    (Aktuell 12 h/d; Balling "Kh" Verbrauch 180 ml/d. um knapp 7 zu halten.)


    Hat bitte jemand dazu fundierte Kenntnisse?


    Danke vorab!

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

    Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K.+ 5 Spots
    6 Turbellen, Rundströmung mit Wellen im 1-Sekundentakt, "Ebbe - Flut" alle 3,5 h
    Deltec 600i, Fe-Adsorber (Ramsch-Perlen), Biopellets, Balling light
    15 % Wasserwechsel/Woche

    Täglich lebende Artemianauplien + 120 cm³ frisch gezapftes Phytoplankton

  • Werner, Du hast ein Luxusproblem. Natürlich kannst Du alle diese von Dir angeführten Maßnahmen durchführen. Wenn Du das Korallenwachstum reduzierst, können aber auch Deine Nährstoffe ansteigen. Du könntest auch den Fischbestand reduzieren und langsamer wachsende Korallen einsetzen. Es gibt da viele Möglichkeiten. Warum freust Du Dich nicht über ein offensichtlich gelungenes Becken?

    Never change a running system.:thup

    Gruß
    Burkhart

  • Tausche die schnell wachsenden Korallen durch langsamer wachsende aus, dann erledigt sich das "Problem" recht schnell. Dann muss natürlich auch die Nährstoffe produzierende Seite entsprechend angepasst werden.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Meine bevorzugte Option wäre ein grösseres Becken. Es muss dafür kein Gehirnschmalz aufgewendet werden. :ylol Damit entfallen alle anderen Perspektiven.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • N'Abend zusammen,

    ich glaube, meine Eingangsfrage ist teilweise falsch rübergekommen. Selbstverständlich freue ich mich darüber, dass das Becken so prima läuft! Nicht nur die Optik, sondern auch die Bestätigung der richtigen Führung.

    Aber es wäre halt schön, wenn es beim derzeitigen Stand schlichtweg so bleiben würde.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Aktuell hast du vermutlich deine Nährstoffwerte im Griff. Weniger Wachstum heißt auch immer weniger Verbrauch an Nährstoffen d.h. die Chance ist groß, dort dann in die Höhe zu schießen, wenn man den Fisch Besatz bzw Eintrag nicht anpasst.

    VG

    Chris

  • Hallo miteinander,

    ja, Wasserwerte alle grün. Nährstoffe dank NPO Reaktor und tägl. 1 ml Lanthanchlorid ebenfalls.

    Ich reduziere die Temperatur um 1 °C und kürze die Beleuchtung um 1 h.

    Die nächtlichen N. salina Zugaben gebe ich weiterhin, um die Mikrofauna nicht einzuschränken.

    Mal schau'n, ob/was sich ändert.

    Danke, werde berichten.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Ich reduziere die Temperatur um 1 °C und kürze die Beleuchtung um 1 h.

    Etwas brain storming...
    Kühlere Temperaturen verlangsamen den Kalzifizierungsprozess. Wenn die Temperatur zu hoch oder zu niedrig ist, hat das negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Korallen. Die Toleranzgrenzen von Korallen sind zwar sehr unterschiedlich, doch bei deutlich kühleren Temperaturen wachsen Algen schneller als Korallen.
    Fehlen dann Algen fressende Fische, nimmt im Riff die Mortalität der Korallen zu.
    Untersuchungen zeigen auch, dass ein rapider Temperaturrückgang schädlicher ist, als ein ebenso schneller Temperaturanstieg. Diesen Gegebenheiten ist aber nicht zu entnehmen, dass ein Leben von Korallen in kühleren Gewässern nicht möglich ist. Die langsame Anpassung an kühlere Temperaturen im Aquarium kann theoretisch nur über einen sehr langen Zeitraum erfolgen. Mit all seinen negativen Auswirkungen.

    Die Zooxanthellen benötigen die richtige Lichtmenge und Wassertemperatur. Daraus ergeben sich die Grenzen von optimalen physiologischen Prozessen und einer gesunden Kalzifizierung, also eines optimalen Wachstums. Larvenwachstum inbegriffen. In der Natur erleben Korallen, jahreszeitlich bedingt, unterschiedliche Wassertemperaturen. Das ist ein vorübergehendes Ereignis ohne grosse Konsequenzen.
    Im Gegensatz zu einer gewollten, permanenten Absenkung im Aquarium. Temperaturabsenkungen von 1 Grad sind für die Korallen ohne Bedeutung. Eine Reaktion wird erst bei ca. 4 Grad unterhalb der mittleren Temperaturgrösse von ca. 25 Grad erwartet. In diese Richtung würde ich mich nur bei der Pflege von Tiefseekorallen bewegen wollen.

    Das oben angegebene Ziel von Temperatur -1 Grad und die Kürzung der Beleuchtungsdauer um -1 Stunde wird weniger die Korallen tangieren, als positiv den Geldbeutel des Pflegers.:smiling_face:

    Gruß

    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

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  • Schönes Becken! Ich würde da nichts ändern. Gärtnern gehört halt dazu. Sieht danach manchmal nicht schön aus, aber dafür kann man immer mal was umgestalten. Und nach x Monaten freut man sich über den etwas anderen Look und das neue Wachstum.

    Wie war das nochmal mit dem Licht? Habe in Erinnerung, dass die absolute Beleuchtungsdauer gar keine so große Rolle spielt. Viele Korallen sind nach 4-5 Stunden gesättigt, das Licht vor und danach dient eigentlich nur dazu, den Tagesverlauf nachzubilden wie in der Natur. Ich vermute daher, dass eine Lichtreduktion um 1 Stunde so gut wie gar nichts bewirkt was das Korallenwachstum anbelangt.

    Grüße

    Chris

  • Wie war das nochmal mit dem Licht? Habe in Erinnerung, dass die absolute Beleuchtungsdauer gar keine so große Rolle spielt. Viele Korallen sind nach 4-5 Stunden gesättigt, das Licht vor und danach dient eigentlich nur dazu, den Tagesverlauf nachzubilden wie in der Natur. Ich vermute daher, dass eine Lichtreduktion um 1 Stunde so gut wie gar nichts bewirkt was das Korallenwachstum anbelangt.

    Bei der Photosynthese der Korallen ist eine Mindestmenge an Licht erforderlich. Das ist der "Kompensationspunkt" an dem die Sauerstoffproduktion den Atmungsbedarf der Korallen und Symbionten deckt.

    Der "Sättigungspunkt" ist jener Punkt, an dem die Photosyntheserate ihren Höhepunkt erreicht, und eine weitere Erhöhung der Lichtintensität nicht zu einer weiteren Erhöhung der Photosynthese führt. Der Sättigungspunkt liegt bei den Arten unterschiedlich.

    Darauf folgt die "dynamische Photoinhibition". Sie dient dem Schutz vor starkem Licht und beeinhaltet den Xanthophyll-Zyklus. Es handelt sich um einen natürlichen Prozess.

    Dana Riddle lässt grüssen!

    Gruss

    Hajo

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    (Mark Twain)

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  • Hallo zusammen!

    Vielen Dank für die :flower::flower:

    Das Thema hatten wir vor Jahren schon einmal angerissen.

    Hier noch einmal zum besseren Verständnis die Sättigungspunkte verschiedener Korallen:


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  • (...) Bei der Photosynthese der Korallen ist eine Mindestmenge an Licht erforderlich. (...)

    Hier ist aber zu differenzieren zwischen Lichstärke und Lichtmenge/-dauer. Mindeststärke versus Mindestlänge.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Hallo Werner,

    dein Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen. Der Absatz besteht aus 2 Sätzen. Dann wird ein Schuh daraus!

    Ich versuch es noch einmal:

    Bei der Photosynthese der Korallen ist folgendes zu beachten:

    Zooxanthellen (Kladen) benötigen eine ausreichende Menge an Licht, um überhaupt in die Socken zu kommen. Das wird mit dem Kompensationspunkt beschrieben.

    Der Sättigungspunkt wird erreicht, wenn die Photosyntheserate mit zunehmender Lichtintensität nicht mehr zunimmt.

    Es sollte daher unser Ziel sein, die für den Kompensationspunkt notwendige Lichtmenge zu erreichen, aber den Sättigungspunkt nicht zu überschreiten (Dana Riddle).

    Wie bereits bekannt, ist der Sättigungspunkt abhängig von der Kladenart der Zooxanthellen. Unterschiedliche Klade=unterschiedlich hohe Sättigung. Alles, was darüber hinausgeht ist für den Stoffwechsel der Koralle nicht mehr relevant. Man kann auch flapsig sagen, sie macht dicht.

    Danach läuft die dynamische Photoinhibation ab. Sie dient dem Schutz der Koralle.


    Gruss

    Hajo

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  • Man kann auch flapsig sagen, sie macht dicht.

    Danach läuft die dynamische Photoinhibation ab. Sie dient dem Schutz der Koralle.

    Das meinte ich, auch wenn ich es nicht so schön und genau ausdrücken konnte wie du :winking_face:

    Wenn Werner ausreichend Licht drüber hat und der Sättigungspunkt z.B. nachmittags um 17 Uhr erreicht ist, dann spielt es in meinem Verständnis keine Rolle, ob das Licht nun abends um 20 Uhr oder 21 Uhr ausgeht. Die Korallen werden dann nicht mehr oder weniger wachsen.

    Grüße

    Chris

  • Chris, so viel ich weiß, hat der Sättigungspunkt nichts mit der Beleuchtungsdauer zu tun. Theoretisch würden die Korallen 24 Stunden am Tag wachsen, wenn da nicht die sogenannte Dunkelreaktion wäre: während der Nacht wird die am Tag aufgenommene Energie in Zucker verwandelt. Mit Licht funktioniert das nicht.

    LG Burkhard

  • Ich glaube, ich habe es jetzt verstanden. Bei zuviel Licht (Überschreitung des Sättigungspunkts) schützt sich die Koralle (dynamische Photoinhibation), wächst aber weiter. Insofern wächst sie, solange Licht und Nährstoffe vorhanden sind. Ich dachte, mit dem Überschreiten des Sättigungspunkts reicht es der Koralle und sie stellt die Photosynthese komplett ein...

    Grüße

    Chris

  • ähm,

    nun ist eine koralle nicht nur tier sondern auch pflanze.

    kann eine alge/pflanze die photosynthese einfach so abschalten?

    Nein, das wird sie nicht. Die Photosyntheserate der Zooxanthellen lässt sich ab einem Punkt nicht mehr groß steigern. Weder mit zunehmender Beleuchtungsstärke noch mit zunehmender Photoperiode konnte ein verstärktes Wachstum festgestellt werden. Die Photosynthese reagiert ausserdem auf alle Einflüsse, einschliesslich Lichtverfügbarkeit, Temperatur, Kohlendioxydgehalt und Nährstoffverfügbarkeit. Die Koralle ereicht irgendwann die Sättigung, reguliert aber den ganzen Tag die Photosynthese.

    Gruß

    Hajo

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  • Noch etwas zum Diskutieren. Bei Pflanzen weiß ich, dass es bezüglich der Assimilation wichtig ist, dass die Nachtphase möglichst dunkel ist. Nacht-/Dämmerlicht beispielsweise soll störend sein.

    Nun machen Pflanzen zu Beginn der Dunkelphase teilweise dicht, ähnlich den Korallen.

    Weiß jetzt aber nicht, ob das auch Photosynthese betrifft?

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Noch etwas zum Diskutieren. Bei Pflanzen weiß ich, dass es bezüglich der Assimilation wichtig ist, dass die Nachtphase möglichst dunkel ist. Nacht-/Dämmerlicht beispielsweise soll störend sein.

    Nun machen Pflanzen zu Beginn der Dunkelphase teilweise dicht, ähnlich den Korallen.

    Weiß jetzt aber nicht, ob das auch Photosynthese betrifft?

    Nein, keinerlei Photosynthese.

    Hier wird sehr anschaulich erklärt, wie sich Pflanzen in der Dunkelheit verhalten.

    What Do Plants Do at Night? - KidsGardening
    We all know that plants perform photosynthesis — that remarkable and fundamental process that sustains all life on Earth. But the photosynthetic process only…
    kidsgardening.org


    Gruß

    Hajo

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  • Hallo zusammen,

    dieser letzte, abschliessende Punkt bei diesem Thema betrifft die sog. "dynamische Photoinhibation" oder auch Xanthophyll-Zyklus genannt:

    Nährstoffe versorgen die Koralle mit Energie.
    So wird es für ein gesundes Wachstum der Koralle nicht immer erforderlich sein, ihren individuellen Licht-Sättigungspunkt zu erreichen.

    Die Photosynthese kann zwar für einen Moment gesättigt sein, die tägliche Photosynthese nicht. In der Regel vertragen Korallen hohe Lichtstärken, können aber in Zeiten geringer Lichtstärken auch vorübergehend geringe Lichtintensitäten ausnutzen. Die Korallen (Zooxanthellen-Kladen) vertragen sehr hohe Intensitäten bis zu einer gewissen Menge, benötigen sie aber nicht.
    Geht es aber darüber hinaus, greift bei der Koralle der Xanthophyll-Zyklus. Eine Art von "Überdruckventil", wie Dana Riddle es beschreibt.
    Um nicht ganz ins Detail zu gehen - hier die Funktion als Kurzform in einfachen Worten:
    Xanthophyll dient als zusätzliches Pigment für die Lichtsammlung bei Pflanzen, Algen und auch bei Korallen.
    In den Zooxanthellen der Korallen sind 2 Xanthophylle vorhanden: Diadinoxanthin und Diatoxanthin. Sie spielen eine Rolle bei der Photosynthese indem sie Lichtenergie weiterleiten. Es werden ihnen antioxidative und immunmodulierende Eigenschaften zugesprochen. Bei hoher Lichtintensität wird Diadinoxanthin in Diatoxanthin umgewandelt. Dieser Prozess findet bei starker Lichteinwirkung innerhalb von Minuten statt. Nachts oder bei geringer Lichtintensität ist der Prozess genau umgekehrt. Diatoxanthin wird wieder zu Diadinoxanthin. Diese Vorgänge haben eine hohe photoprotektive Funktion.
    Diese Art von Umwandlung bietet nur einen begrenzten Schutz vor hoher Lichtintensität. Wenn die Lichtintensität die Fähigkeiten der Xanthophylle übersteigt den Photosyntheseapparat zu schützen, tritt eine andere Art der Photoinhibition auf, die als "chronische Photoinhibition" verstanden wird. Eine langfristige chronische Photoinhibition wird zu Schäden am Gewebe und den Zooxanthellen führen.

    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
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    (Mark Twain)

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  • Tach Hajo,

    der Beitrag, danke, ist interessant und deckt sich damit, dass künstliches Mondlicht in Süßwasseraquarien dem Pflanzenwuchs abträglich sein kann.

    Ich meinte aber umgekeht, inwieweit solche Mondlichter den Korallenwuchs beeinträchtigen könnten, da sich Korallen teilweise auch über Assimilation versorgen.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Tach Hajo,

    der Beitrag, danke, ist interessant und deckt sich damit, dass künstliches Mondlicht in Süßwasseraquarien dem Pflanzenwuchs abträglich sein kann.

    Ich meinte aber umgekeht, inwieweit solche Mondlichter den Korallenwuchs beeinträchtigen könnten, da sich Korallen teilweise auch über Assimilation versorgen.

    Hallo Werner!

    In der dunklen Nacht findet keine Photosynthese statt.

    Nachts atmet das Riff hauptsächlich Sauerstoff ein und Kohlendioxyd aus, und die Korallen bessern mit Hilfe von intern ablaufenden Prozessen eventuelle Schäden am Gewebe oder den Zooxanthellen aus.

    Der langsam ansteigende Sauerstoffverlust durch die Erwärmung der Meere wirkt schädigend auf den Stoffwechsel in der Nacht.
    Die einzigen Reaktionen auf bestimmtes "Nachtlicht" sind mir durch die Laichzeiten (Mondzyklus) der hermatypischen Korallen bekannt.

    Allerdings gibt es auch Berichte, wo küstennahe Beleuchtung empfindlich die Meeresgemeinschaft stört!


    Licht ist ein wichtiger Signalgeber für die Larven wirbelloser Meerestiere.

    Korallenlarven nutzen Licht um optimale Lebensräume zu finden.

    Gruß

    Hajo

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  • inwieweit solche Mondlichter den Korallenwuchs beeinträchtigen könnten, da sich Korallen teilweise auch über Assimilation versorgen.

    Wenn man nicht gerade ein 100 W LED-Mondlicht hat, liegt die Helligkeit weit unter dem Kompensationspunkt, d.h. es ist zu wenig Licht für eine wirksame Photosynthese (nicht ganz korrekt, aber so verständlicher). Die geringen Lichtwerte, können aber, wie Hajo ausgeführt hat, zu anderen unliebsamen Erscheinungen führen.

    LG Burkhard

  • Ist das denn mit dem Mondlicht tatsächlich so oder Zufall? Geht das -wenn ueberhaupt dann mit der wirklichen Mondwanderung gemaess dessen wirklichen Phase oder einfach ein staendig laufender Mondzyklus mit irgendeinem Startpunkt?

    Freundliche Gruesse von Inge

  • Wenn nachts kein Außenlicht = Mond dazwischen funkt, kann Du mit der Mondphase anfangen wo du möchstet. Wenn Mondschein im Aquariumraum nicht auszuschließen ist, dann solltest Du die Steuerung mit dem Mond synchronisieren.

    LG Burkhard

  • Hallo Werner,

    das "Problem" mit zu gut wachsenden Korallen habe ich auch. Dass Eingriffsmöglichkeiten, die keine problematische Nebenwirkungen mit sich bringen, so gut wie nicht existieren, wurde hier ja schon deutlich gemacht. Ein größeres Becken ist bei mir auch keine Alternative. So bleibt nur das Gärtnern. Allerdings muss dies nicht zwangsläufig mit Störungen der Optik verbunden sein.

    Alle meine SPS sind nicht mehr mit einem Sockeln verklebt, sondern stehen einfach lose auf ihrem Platz. Bei zu groß gewordenen Korallenstöcken hebe ich sie immer komplett aus dem Becken, beschneide sie von unten und stelle sie an ihren ursprünglichen Platz zurück. Damit entsteht keinen "Trümmerlandschaft". Die Korallenstöcke vertragen dies recht gut und sind letztlich nur "verjüngt". Da meine Becken regelrecht zugewachsen ist, halten sich die Korallen an ihrem Platz gegenseitig fest. Vernesslungsschäden durch die direkte Berührung kommen bei mir so gut nie vor, gleich welcher Arten. Diese bleiben aus, wenn die Korallen im Lauf der Zeit langsam aufeinander zugewachsen sind. Dies kann man auch im natürlichen Riff gut beobachten, wo oftmals Korallen richtig ineinander gewachsen sind.

    Gruß

    Bernd

  • N'Abend,


    Problem ist auch hier weniger die Vernesseleung; das, was sich etabliert hat, lernt meist, sich zu distanzieren.

    Aber das Wuchern der pink- und türkisfarbenen Hystrix ist schon enorm! Genau das ist das Hauptproblem. Sie überschatten sich allmählich selbst und der untere Bereich wird kahl. Nur die Krone abzunehmen funktioniert nicht, da die fragilen Verästelungen durchweg zusammenbrechen. (Das ist der Vorteil von Weichkorallen, mit dem Messer das, was zuviel ist, abschneiden und nach 2 oder 3 Wochen schaun' sie wieder prima aus.)

    Bei der Planung/Einrichtung in drei oder vier Gerüstgruppen dachte ich prima, kannste bei Bedarf rausnehem - inzwischen alles miteinander verwachsen ...


    Ich denke, ich sollte mich freuen, dass das Becken so gut läuft. Die Temperatur habe ich um 1 °C gesenkt, der Lichtzyklus beginnt eine h später.

    Nur zum Verständnis - die Hystrix sind kinderkopfgroß!

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • hi werner,

    das ist nicht nur bei seriatoporas so, auch bei pocis und stylos sind bei großen stöcken die wachstumszonen auf die oberen rd. 10 cm begrenzt.

    der rest bildet sich schon zum lebendgestein im weitesten sinne um.

    da hilft nur beherztes herausnehmen des ganzen stocks, zerkleinern und die schönsten stücke neu aufpflanzen.

  • die schönsten stücke neu aufpflanzen

    So mache ich das seit einiger Zeit. Wobei ich meine Seriatopora gar nicht mehr festklebe sondern nur schräg gegen das Riff lehne. So kriegt das "Untergestell" auch Licht und Polypen ab und ich kann sie leicht rausnehmen zum einkürzen. Der Koralle scheint das lose hinlegen nichts auszumachen - sie wächst mir über den Kopf...

    Gruß, Kai

  • Nur die Krone abzunehmen funktioniert nicht, da die fragilen Verästelungen durchweg zusammenbrechen.

    Mein Hystrix oder auch die Seriatopora caliendrum sind auch recht große und zerbrechliche Stöcke. Vor dem Herausnehmen binde ich jeweils um den Stock ein Gummiband, welches ihn relativ gut zusammenhält. Mit beiden Händen vorsichtig umschlossen lassen sich die Stöcke dann ohne großen Bruch entnehmen. Man darf nur nicht zu fest zusammendrücken! Ein paar kleine Ästchen am Rand können dabei natürlich abbrechen, aber insgesamt bleibt er kompakt. Dann beschneide ich ihn von unten. Kleine Bruchstellen werden ganz rasch zugewachsen.

    Gruß

    Bernd


    Ps.: Es geht auch wenn man einen entsprechend großen Plastiktopf o.ä. darüber stülpt. Dadurch wird ein einseitiger ungleichmäßiger Druck auf den Korallenstock vermieden.

  • Ja, stimmt schon, dass man mit allen möglichen Vorbereitungen + Versuchen + Glück² fragile Stöcke verjüngt wieder heil ins Becken zurückbekommt.

    Das schaut mitunter erstmal unschön aus. Nach 6 Wochen ist alles wieder i. O. Allerdings ist meine Korallenwelt arg dicht und untereinander verwachsen und verflochten. Was das Herausnehmen nicht vereinfacht.

    Ja, man muß sich sozusagen ein Herz fassen. Wie im Garten, man fängt klein an, Ästchen zu schneiden und am Ende des Tages ist es ein riesiger Haufen geworden ...

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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