Posts by Burkhard Ramsch

    Wenn Nitrat nicht nachweisbar ist, heiß das noch lange nicht, dass ein Stickstoffmangel stattfindet. Die Vorstufe des Nitrats das Ammonium/Ammoniak wird von Fischen und Destruenten (abbauende Bakterien) gebildet und kann sofort von Korallen aufgenommen werden ohne dass der Umweg über das Nitrat gestartet wird.

    Die Crux ist, dass man einen Stickstoffmangel nicht messen kann. Man kann es nur an den Tieren erahnen. Wenn die sessilen Tiere gut stehen, würde ich mir keine Sorgen machen.

    Das berühmte 1:100 Verhältnis von Phosphat zu Nitrat oder das Redfieldverhältnis von 106:16 von Phosphor zu Stickstoff sind nur eine Krücke. Auch in der Natur gibt es starke Schwankungen. Ich bin kein Fan davon, unbedingt diese Verhältnisse einhalten zu müssen.

    Lisa, wenn du Angst hast, dass deine Korallen zu wenig Stickstoff abgekommen, gibt es eine ganz einfache Lösung: mehr füttern in Form von Fischfutter oder/und Plankton.

    (also mindestens die Pumpen sowie die Heizung)

    Bei der Berechnung der Heizleistung für ein Tropenaquarium geht man immer von einer Raumtemperatur von ca. 23°C aus. Die Heizung sollte das Wasser also um ca. 5°C erwärmen können, um behagliche Wassertemperaturen erzeugen zu können.

    Wenn im Winter die Heizung ausfällt und der Raum u.U. auf 5°C abkühlt, muss die Heizung bereits das Wasser auf über 15°C erwärmen können, wenn wir die absolut minimale Wassertemperatur von 20°C annehmen. Es sollten also Ersatzheizungen von mindestens der doppelten Leistung vorort zur Verfügung stehen. Wenn man sie braucht, ist es zu spät, sie zu besorgen!

    Uns ist es leider einmal passiert, dass im Winter in einem unisolierten Keller über Nacht der Temperaturregler ausgefallen war - wir dachten mit einem Industrieregler wären wir auf der sicheren Seite. Am nächsten Morgen lag die Wassertemperatur weit unter 20°C. Die Folge war ein fast vollständiger Ausfall an Fischen und Korallen. Das tat richtig weh.

    Bei zusätzlichem Stromausfall sollte das Notsystem ebenfalls diese erhöhte Leistung aufbringen können. Das ist nicht billig.
    Wenn man die Möglichkeit einer solchen Notstromversorgung nicht hat, sollte sich jeder überlegen, ob eine Dämmstoffisolierung vorbereitet wird, die im Fall der Fälle ganz schnell um und auf das Aquarium montiert werden kann. Ein paar Tage ohne Licht ist kein Problem für die meisten Tiere, wie von Joe angesprochen.

    Wird eine größere Membran gleicher Qualität in eine vorhandene RO gebaut und der Durchflussbegrenzer nicht ebenfalls gewechselt, dann wird die Anlage bei gleicher Abwassermenge mehr Reinwasser produzieren. Die Folge ist, dass die Reinwasserqualität ein wenig schlechter wird (das Konzentrat wird ja mehr aufkonzentriert) und die Gefahr einer schnelleren Membranverblockung erhöht.

    Mein Tipp: auch den Durchflussbegrenzer gegen einen größeren austauschen.

    Im Zulauf würde ich das RSV weglassen. Kurz bevor die Rückführleitung oben im Aquarium ins Wasser taucht ein kleines Loch bohren. Das verhindert zuverlässig, das Zurückfließen des Wassers bei Pumpenstopp. Die einzige Wartung, die regelmäßig durchgeführt werden muss, ist das Loch von Algen oder anderem Gesocks freizuhalten.

    Einbauunabhängig sind nur federbelastete Rückschlagventile.

    Aber allen RSV ist gemein, dass sie nach einiger Zeit ausfallen, da sie zuwachsen - Foraminiferen gedeihen gut im Rohleitungssystem. Um das einigermaßen zu verhinden, sollte man sie jeden Tag in Anspruch nehmen, d.h. Pumpe für eine Minute aus und dann wieder einschalten.

    Ich würde versuchen, auf ein RSV zu verzichten.

    Chris, sehr schlechte Kunststoff zerfallen ganz von allein (auf Jahre gesehen). Ozon im Wasser kann Kunststoffe angreifen. Licht ist grundsätzlich ein Sprödemacher, insbesondere die kurzen, energiereichen Wellenlängen. Selbst bei UV-stabilisierten Kunststoffen wird der Zeitpunkt, an dem es kritisch wird, nur herausgezögert.

    Klaus, wir arbeiten am liebsten mit schwarzem PE in größzügiger Stärke. Da ist die nächsten 100 Jahre Sicherheit gegeben. Der Aufwand ist jedoch sehr groß und damit teuer:
    1. Planen
    2. Platten sägen
    3. Bohrungen für Anschlüsse auf der Oberfräse fräsen
    4. Kanten fräsen
    5. nicht bearbeitete Flächen von der Oxidschicht befreien ("kratzen")
    6. Heften (mit einigen Schweißpunkten die Konstruktion fixieren)
    7. mit dem Extruder schweißen
    8. Schweißnähe eventuell mit dem Nahtfräser nachbearbeiten
    9. Anschüsse durch Fächelschweißen in die Bohrungen schweißen
    10. eventuell die passenden Fittings spiegelschweißen
    11. kleinere Strukturen wie Aufliegestreben fixieren und mit der Schnellschweißdüse schweißen
    12. Dichtigkeitstest
    13. Liefern und Rechnung schreiben :winking_face:

    Als Übergangslösung können Stapelkisten gut verwendet werden. Mit der Zeit wird das Material jedoch spröde und wird eines Tages (meist nachts) brechen.

    Rechteckig Kunststoffbehälter würde ich in den oben genannten Dimensionen nicht unter 10 mm Wandstärke bauen. Und dann auch nur aus europäischen PE oder PP. Der Kasten wird sich auch verbiegen, dafür sind die Schweißnähte jedoch ausgelegt.

    Joe, in den meisten Fällen wird kein Trockner benötigt - von ein paar Tropfsteinkellern einmal abgesehen. Da stimme ich zu. Ich wollte nur klarmachen, dass der Trockner auf keinen Fall vor einem CO2-Adsorber ("Atemkalk") installiert werden sollte. Er könnte sehr heiß werden.

    Der Feinfilter ist eine sehr gute Idee, bei der aber darauf aufgepasst werden muss, dass der Luftwiderstand nicht zu hoch ist. Der Ansaugunterdruck der zumeist nadelradbetriebenen Abschäumer ist grottig schlecht und jedes leichte Zusetzen des Filters reduziert die Luftansaugleistung drastisch. Bei Injektormodellen ist diese Gefahr erheblich geringer.

    https://aquacare.de/download/clips/Luftleistung-Nadelrad-DE.mp4

    Bei einigen Kugelhähnen musst Du aufpassen. Wenn das lose Teil mit der Teflondichtung nicht verschraubt ist, dann sollte diese Seite zum Ablaufschacht zeigen. Ansonsten kann es bei der Demontage des anschließenden Rohrstücks eventuell herausfallen und es strömt schnell aufgestautest Wasser nach. Bei verschraubten Teilen ist die Einbaurichtung egal.

    Wenn deine RO-Anlage mindestens 180 Liter pro Stunde produziert, wäre das Gerät einsetzbar. Unter 10% des Maximalwertes zu arbeiten ist nicht sinnvoll, da die Messwerte zu ungenau werden oder überhaupt nicht mehr stimmen. Ab 30% des Maximalwertes wird eine Messung einigermaßen sicher. (grobe Faustformel für Messgeräte)

    Manchmal liegt es nicht direkt am Hersteller. Meist werden Ummantelung aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) gegossen/verschweißt. Selbst wenn diese absolut wasserdicht produziert wurden, kann es sein, dass bei zu hohen Iod-Konzentration das Iod durch den Kunststoff diffundiert und mit den Metallen des Magneten reagiert und das Volumen vergrößert. Letztendlich platzt die Hülle und weitere Korrosionsvorgänge nehmen ihren Lauf. Das ist uns mal bei einem Abschäumer passiert, der mit verdünntem Solewasser betrieben wurde. Leider waren auch jede Menge Iod und Brom in dem Wasser. Die große magnetisch gekoppelte Industriepumpe sah nach etlichen Monaten nicht wirklich gut aus. Erst als der PP-Läufer gegen einen mit PVDF-Ummantelung getauscht wurde, war Ruhe im Karton. Autsch, das tat weh. In der Aquaristik sind PVDF-ummantelte Magneten wirtschaftlich nicht sinnvoll.

    ACF30.000V: Hochleistungsabschäumer mit Injektor

    Auch der ACF30.000V verfügt nun über eine Acrylglasbasis und den neuen Hochleistungsinjektor. Der Topfdeckel besitzt eine Revisionsöffnung, die die Wartung erheblich erleichtert. Das Topfinnenrohr lässt sich einfach aus dem Topf herausziehen und außerhalb gründlich reinigen. Der Wasserstand wird auch bei dieser Abschäumergröße millimetergenau mit dem EasyAdjust-System eingestellt. Über die Leistung bedarf es kaum eines Wortes: Die Kombination aus leistungsstarkem Injektor und dem Schwebestromprinzip sorgt für maximale Leistung.

    Eine Trinkwasseranalyse ist schon einmal ein erster Hinweis für die Brauchbarkeit als Meerwasserrohstoff. Leider sagt sie überhaupt nichts aus über organische Spurenstoffe (mal von einer Handvoll abgesehen); PFAS werden z.B. normalerweise nicht gemessen. Kieselsäure bzw. Si fehlt so wie ich gesehen habe auch - und diese Konzentration kann sich über den Jahresverlauf stark ändern, weil Kieselsäure als Hilfssubstanz in einigen Gebieten zudosiert wird. Das Thema Mikroplastik kann ich nur erwähnen.

    Um jedes Risiko von der Wasserseite auszuschließen, kann ich nur die Umkehrosmosetechnik empfehlen. Auch wenn es einige wenige Glückliche gibt, die erfolgreich mit Leitungswasser arbeiten.

    So ganz erschließt mir nicht der Sinn, im Aquarium ein genetisch "einzigartiges" Tier zu haben. Wenn es stirbt, dann stirbt es. Außerdem hat man in den aktuellen Aquarien von jeder Art oder Unterart sowieso nur ein Tier. Also ist das genetisch gesehen eine Vielfalt.

    In Monokulturen sieht die Sache vollkommen anders aus. Wenn in diesen die Vielfalt bei Null liegt (alles Klone), kann eine einzige ungünstige Bedingung den kompletten Bestand himmeln. Bei einer genetischen Vielfalt wird es wahrscheinlich Individuen geben, die mit der ungünstigen Bedingung besser klarkommen und u.U. überleben.

    Auch sehe ich in der geschlechtlichen Vermehrung eine Supermöglichkeit, Tiere zu produzieren, die sich erheblich besser an Aquarienbedingungen angepasst haben. Die Larven, die nicht klarkomme,n verschwinden, die Larven mit der "besseren" Ausstattung wachsen heran. Evolution ist (fast) nur durch geschlechtliche Vermehrung möglich.

    Phosphat im Trinkwasser ist schon einmal sehr ungewöhnlich.
    Die Rückhalteraten für Phosphat durch eine Umkehrosmoseanlage sind im Normalfall sehr hoch.

    Den gemessenen Wert nach der RO würde ich schon einmal anzweifeln. Entweder ist der Test voll daneben oder bei der Probenahme ist Einiges schief gelaufen: z.B. Finger im Wasser gehabt und vorher am besten noch ein Käsebrötchen gegessen.

    Bei einem 32er Rohr sollten nicht mehr als effektiv 3000 l/h gefördert werden. Darüber hinaus wird immer mehr Energie für immer weniger Zusatznutzen verballert.

    Die aquabee 5000e würde funktionieren. Besser ist die 8000e: Wenn diese dann stark reduziert wird, ist sie gar nicht mehr zu hören und die Energieeffizient steigt gewaltig.

    Auch ganz wichtig: Wenn man einmal eine konstante Einstellung gefunden hat, bitte nicht leichtsinnig werden und nicht mehr messen ("Es passiert ja sowieso nichts."). Im Laufe der Zeit kann sich der KH-Bedarf drastisch ändern, sowohl nach unten als auch nach oben. Also auch bei einem angeblich konstantem Becken regelmäßig messen. Einmal die Woche reicht bei einem stabilen Becken, um Änderungen feststellen zu können.

    Zurzeit bauen wir einen Turbo-Kalkreaktor Größe 8 für ein 6000 m3 großes Aquarium in Belgien. Seit dem letzten Reaktor dieser Baugröße werden einige Neuigkeiten umgesetzt:

    • Die Breite konnten durch die Drehung der Kreislaufpumpe verringert werden.
    • Das Nachfüllen des Turbo-Granulats ist nun mittels Schnellverschluss blitzschnell möglich.
    • Der oberer Flansch des Hauptrohrs kann nun auch gelöst werden, wenn das Rohr auf der Platte montiert ist. Das erleichtert die Wartung erheblich.
    • Die Sedimentkammer wird nun in Acrylglas gebaut.
    • Die Beschriftung wird abriebsicher auf die Grundplatte graviert und schwarz lackiert.

    Wir freuen uns schon auf den Probelauf.

    Eine technische Angabe zur Geräuschentwicklung habe ich leider nicht. In diesem Bereich ist es extrem schwierig, überhaupt noch Messungen durchzuführen.

    Ich höre nichts von der Pumpe, habe allerdings schon ein paar Jahre auf dem Buckel.

    Schläuche sind vom Widerstand super. Schläuche sollten immer gesichert werden, vorzugsweise mit Kunststoffschellen. Der minimale Biegeradius ist meist sehr groß. Es gibt somit oft genug Probleme, ihn sauber zu verlegen. Ein Durchhängen bei waagerechten Strecken muss unbedingt verhindert werden.

    PVC-Schlauch: nicht dauerelastisch und gibt Weichmacher an das Wasser ab.

    PE-Schlauch: bei dem benötigten Durchmesser eine sehr unhandliche Angelegenheit.

    Silikonschlauch: nicht dauerdruckfest. So muss es schon ein gewebeverstärkter Typ sein. Sehr teuer. Chinaware ist teilweise eine Katastrophe, weil er aushärten kann.