• H

    Mit dem Atemkalk wird einfach nur versucht, im Becken vorhandenes CO2 auszutreiben. Das klappt je nach Abschäumer mal mehr, mal weniger gut.

    Hallo Chris

    Dir ist da ein kleiner Fehler unterlaufen, Atemkalk treibt kein CO2 aus dem Becken, sondern verhindert das über Luftblasen

    CO2 aus der Raumluft ins Becken gelangt.

    Gruß Ewald

    _______________________________________________________________________________________________________________________________

    Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
    Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
    hab ich Angst vorm Licht. :loudly_crying_face:

  • Zusätzliche Produkte wie Atemkalk oder Natriumkarbonat erzeugen oft kurzfristige pH-Anstiege, die nicht nachhaltig sind.

    Meine persönliche Erfahrung dazu. Sowohl Atemkalk als auch Natriumcarbonat statt Natriumhydrogencarbonat haben bei mir jeweils die normale Tag-Nacht-Schwankung um ca. 0,1 - 0,2 pH zu höheren pH verschoben. Und das dauerhaft. Merkte man auch an den Korallen, die Calcifikationsrate verdoppelte sich.

    Da der Atemkalk nicht abriebfest ist, hast du immer auch feinen Kalziumhydroxid-Staub, der dann wieder über den Abschäumer in das Wasser gelangt.

    Konnte ich nie beobachten. Wenn der Atemkalk an Ort und Stelle ist, bewegt sich ja nichts mehr. Es ist doch kein Wirbelbettfilter.

    Die Bolus-Methode ist speziell auf die chemischen Eigenschaften von Fauna Marin Balling Light-Produkten abgestimmt.

    Ist denn inzwischen bekannt, was geheimnisvolles im KH-Mix von Fauna neben Natriumhydrogencarbonat enthalten sein soll? Ich hatte 1 kg vom KH-Mix gekauft und aus dem Material eine Testlösung hergestellt. Eine identische Lösung habe ich aus reinem Natriumhydrogencarbonat hergestellt. Beide Lösungen wiesen den gleichen pH auf und das gleiche Säurebindungsvermögen. Auch das Infrarotspektrum von beiden Feststoffen ist komplett identisch.

    Grüße

    Kristian

  • t denn inzwischen bekannt, was geheimnisvolles im KH-Mix von Fauna neben Natriumhydrogencarbonat enthalten sein soll? Ich hatte 1 kg vom KH-Mix gekauft und aus dem Material eine Testlösung hergestellt. Eine identische Lösung habe ich aus reinem Natriumhydrogencarbonat hergestellt. Beide Lösungen wiesen den gleichen pH auf und das gleiche Säurebindungsvermögen. Auch das Infrarotspektrum von beiden Feststoffen ist komplett identisch.

    Nach meinen Beobachtungen gibt es keine klare chemische Evidenz für einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Fauna Marin KH-Mix und reinem Natriumhydrogencarbonat. Dein Test bestätigt dies. Falls es Unterschiede gibt, liegen diese möglicherweise in der Reinheit, Partikelgröße oder möglichen Spurenstoffen, die analytisch nicht erfasst wurden.

    LG

    Marc

  • Dir ist da ein kleiner Fehler unterlaufen, Atemkalk treibt kein CO2 aus dem Becken, sondern verhindert das über Luftblasen

    Hallo Ewald, ich habe das anders verstanden. Egal ob im Ozean oder im heimischen Becken, es gibt eine gewisse Menge CO2, die im Wasser und in der Atmosphäre bzw. in der Raumluft vorliegt. Der Unterschied im CO2 Partialdruck bewirkt, dass sich entweder CO2 vom Wasser in die Luft löst oder anders herum, CO2 von der Luft ins Wasser aufgenommen wird.
    Egal ob man Atemkalk verwendet, die Ansaugleitung des Abschäumers nach draußen legt oder häufig lüftet, man versucht damit immer, über CO2 ärmere Luft durch den Druckausgleich CO2 aus dem Becken ausgetrieben zu bekommen.

    Zusätzliche Produkte wie Atemkalk oder Natriumkarbonat erzeugen oft kurzfristige pH-Anstiege, die nicht nachhaltig sind.

    Produkte wie Atemkalk können das Puffersystem überladen und seine Effizienz beeinträchtigen. Über Zeit können solche chemischen Eingriffe das System destabilisieren und das Old-Tank-Syndrom fördern

    Atemkalk entfernt CO2 aus der Luft, die in den Abschäumer strömt (...) Das Karbonatpuffersystem wird dadurch künstlich entlastet, was bedeutet, dass der natürliche CO2-Kreislauf gestört wird.

    Ich weiß, das kommt nicht von dir, Marc, aber da steige ich verständnismäßig aus. Ich kann das in keiner Weise nachvollziehen. Dieser Logik folgend, greift man durch regelmäßige Lüften auch künstlich ein. Irgendwie irrsinnig.

    3. Stabilisierung durch den Kohlensäure-Akku

    Der Kohlensäurepool (H2CO3) wirkt wie ein Energiespeicher, der CO2 bei Bedarf abgeben kann

    Das sorgt dafür, dass der pH-Wert stabil bleibt, ohne künstliche Eingriffe.

    Das verstehe ich auch nicht. Kohlensäure hat praktisch keine pH stabilisierende Funktion, es sei denn bei sehr niedrigen pH Werten. Über pH 7,5 dominiert das Bikarbonat/Karbonat Puffersystem.

    Meine persönliche Erfahrung dazu. Sowohl Atemkalk als auch Natriumcarbonat statt Natriumhydrogencarbonat haben bei mir jeweils die normale Tag-Nacht-Schwankung um ca. 0,1 - 0,2 pH zu höheren pH verschoben.

    Das ist auch meine Erfahrung.

    Ist denn inzwischen bekannt, was geheimnisvolles im KH-Mix von Fauna neben Natriumhydrogencarbonat enthalten sein soll? Ich hatte 1 kg vom KH-Mix gekauft und aus dem Material eine Testlösung hergestellt. Eine identische Lösung habe ich aus reinem Natriumhydrogencarbonat hergestellt. Beide Lösungen wiesen den gleichen pH auf und das gleiche Säurebindungsvermögen. Auch das Infrarotspektrum von beiden Feststoffen ist komplett identisch.

    Nach meinen Beobachtungen gibt es keine klare chemische Evidenz für einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Fauna Marin KH-Mix und reinem Natriumhydrogencarbonat. Dein Test bestätigt dies. Falls es Unterschiede gibt, liegen diese möglicherweise in der Reinheit, Partikelgröße oder möglichen Spurenstoffen, die analytisch nicht erfasst wurden.

    Nein. Den Test, den du gemacht hast, hat auch ein Chemiker im Labor gemacht mit demselben Ergebnis. Egal was da an "Biopolymeren" enthalten sein soll, der Mix ist praktisch reines Bikarbonat mit denselben Eigenschaften.

    Nach über 2000 Beiträgen fasst der Cheimker Randy Holmes-Fairley auf reef2reef die ganze Diskussion um den pH Wert folgendermaßen zusammen:

    "1. Bikarbonat hat in jedem Tank, in dem es verwendet wird, die erwartete unmittelbare Wirkung:

    Bei Zugabe kommt es zu einem kleinen pH-Abfall und bei ausreichender Belüftung bläst der Tank einen Teil des überschüssigen CO2 aus dem zugegebenen Bikarbonat aus, wodurch der pH-Wert um einen Betrag steigt, der mit dem Grad des Gasaustauschs zusammenhängt, aber auf den erwarteten neuen Gleichgewichtswert zwischen pH-Wert und Gesamtalkalität und den CO2-Gehalt in der zur Belüftung verwendeten Luft begrenzt ist (etwas, das berechnet oder in einem Becher gemessen werden kann (was bereits getan wurde)).

    2. Bikarbonat-Dosierungsschemata wirken sich langfristig nicht auf den pH-Wert aus, außer in ihrer Auswirkung auf die Alkalität zu verschiedenen Tageszeiten. Längerfristige Auswirkungen auf den pH-Wert hängen nicht von der Wahl der Bikarbonat-Dosierung ab, sondern von der Gesamtalkalität, dem Ausmaß der Photosynthese (ein komplizierter Faktor, der mit vielen Dingen zusammenhängen kann, darunter Alkalität, pH-Wert, Spurenelementversorgung, Beleuchtungszeit und -intensität, Menge an Schadalgen usw.), dem Ausmaß der Atmung (das unter anderem mit der Menge und Art der zugesetzten Nahrung zusammenhängt), dem Ausmaß der Belüftung, dem CO2-Gehalt in der Raumluft und der zur Belüftung verwendeten Luft sowie anderen verwendeten Zusatzstoffen. Ich denke, es ist für jedes Riffaquarium sehr schwierig, jeden einzelnen dieser Faktoren wochenlang zu kontrollieren, um dann zu sagen, dass das einzige, was die Ergebnisse erklären könnte, die Änderung des Zeitpunkts der Bikarbonat-Zugabe ist."

    Soweit zur Theorie, die Praxis steht manchmal auf einem anderen Blatt. Daher auch wieder der Verweis auf Erfahrungsberichte, wie subjektiv sie auch sein mögen, nur weiter her damit :winking_face:
    Bei dir Marc, hat sich trotz der insgesamt positiven Entwicklung der pH Wert nicht wie gewünscht erhöht. Gibt es noch anderen Anwender, die auch keine wesentliche pH Wert Änderung feststellen konnten?

    Grüße

    Chris

  • Nach über 2000 Beiträgen fasst der Cheimker Randy Holmes-Fairley auf reef2reef die ganze Diskussion um den pH Wert folgendermaßen zusammen:

    Randy ist ohne Frage ein exzellenter Chemiker und seine theoretischen Erklärungen sind fundiert. Allerdings hatte er lange kein eigenes aktives Becken, sodass seine Einschätzungen sich primär auf wissenschaftliche Prinzipien und Community-Berichte stützen. In der Praxis gibt es aber oft zusätzliche Faktoren, die sich nicht nur aus Theorie und Forenanalysen ableiten lassen.

    Soweit zur Theorie, die Praxis steht manchmal auf einem anderen Blatt. Daher auch wieder der Verweis auf Erfahrungsberichte, wie subjektiv sie auch sein mögen, nur weiter her damit

    Deshalb finde ich es gut, dass hier der Bogen zu Erfahrungsberichten geschlagen wird.

    Das Thema ist nicht nur wissenschaftlich, sondern auch emotional – die Suche nach dem „heiligen Gral“ der Riffaquaristik wird wohl nie endgültig beantwortet.

    Letztendlich hängt der Erfolg stark vom Anwender selbst ab, seinem Verständnis für Korallen, seinen Beobachtungen und wie er sich persönlich entwickelt und offen für neue Erkenntnisse ist.

    Grüße

    Marc

  • Hi Marc,

    solange die Diskussion so gepflegt abläuft wie aktuell ist alles ok. Ich kenne die Argumente ("Aquarium ist nicht das Meer", "Randy ist kein Praktiker"), dennoch halte ich mich an dass, was wissenschaftlicher Stand ist. Dabei kann man ja trotzdem offen sein für Dinge, die man erstmal schwer erklären kann.
    Was den pH Wert anbelangt, auch hier gibt es ja unterschiedliche Erfahrungen. Nicht alle berichten von dem pH erhöhenden Effekt. Warum ist das so? Ich finde es nicht so abwegig, dass die pH Wert Erhöhung auch Ursachen haben kann, die man erstmal nicht vermutet. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Leute auch mal die Lust am Hobby verlieren oder wenig Zeit haben, sich um das Becken zu kümmern. Dann packt es den einen oder anderen wieder, es wird Wasser gewechselt, abgesaugt, Pumpen und Abschäumer werden gereinigt, pH Sonden neu kalibriert usw. usf. Und dann wechselt man womöglich noch das Versorgungssystem oder steigt eben auf Bolus um. Und siehe da, die Korallen wachsen. Die Erhöhung der Lichtleistung ist ja auch alles andere als ein geringer Eingriff und es ist nicht abwegig, dass der pH Wert aufgrund dieser ganzen Maßnahmen steigt und nicht, weil man statt kontinuierlich nun Bolus dosiert.
    Kleines Beispiel aus eigener Erfahrung: in der Luftansaugung meines Abschäumers bildet sich mit der Zeit eine Schicht Kalk, die nach und nach größer wird. Wenn ich diese Stelle nicht alle 4-6 Wochen reinige, bekommt der Abschäumer immer weniger Luft und ich hatte es auch schon, dass die Stelle nahezu dicht war. Das hat schon einen erheblichen Einfluss auf den Luftaustausch und man sieht das auch am pH Wert.

    Ich schätze die Erfahrungsberichte sehr, allerdings ist mir schon klar, dass man da nur bedingt etwas ableiten kann, eben weil die Einflussfakturen so mannigfaltig sind und meist nur das geschrieben wird, was man selbst für wichtig erachtet.

    Grüße

    Chris

  • Hallo,

    mein Becken (780l mit Technikbecken) ist ca 4,5 Monate alt und ich habe vor 2 Wochen auf Bolus umgestellt,

    nachdem ich die Algenbehandlung mit FluxRX pos. beendet habe.

    Ich habe noch keinen messbaren Verbrauch, dosiere so, das KH und CA sich nicht erhöhen.

    Aktuell KH7,6...8 über den tag und CA 430. Den KH kann ich mit dem Aquawiz gut beobachten.

    Mein Milka sieht sehr flauschig aus und die Euphies stehen auch gut da.

    Mit welchen PAR Werten arbeitet Ihr im Bolus Peak und normal ?

    Habt Ihr mittlerweile praktische Langzeiterfahrungen ?

    VG Stegie

  • Hi,

    Ich mache Bolus seit ca 2 Jahren. Ich bin wegen meinem niedrigen PH Wert auf Bolus gewechselt. Nun ist der PH Wert da wo er seien soll. 8.1 - 8.4. Ich habe viele SPS und einen Verbrauch von ca 1.2 dKH pro Tag. Idealerweise schwankt KH zwischen 6,5 - 8 dKH. Ich messe aktuell noch mit dem RF KH Keeper. Ich habe vor ca 6 Monaten von Balling Light auf OSCI Motion Versorgung umgestellt. Funktioniert damit auch wunderbar. PAR Wert hängt ja eher von den Korallen ab, die du Halten willst. Entscheidend ist die Beleuchtungskurve, nicht der absolute PAR Wert.

    Gruß Wilko

  • Hallo Wilko,

    zum Verständnis. Du schreibst "jetzt ist der PH wo er sein soll", gleichzeitig schreibst du, du bist vor 6 Monaten zu Oscimotion gewechselt. Oscimotion verwendet Karbonate (vor allem in der "Nacht" Version), ähnlich wie Oceamo. Die sind stärker pH erhöhend im Vergleich zu Natriumhydrogencarbonat (Balling light).

    Insofern wäre es gut, wenn du nochmal schreiben könntest, ob der pH Wert von 8,1-8,4 bei Verwendung von Bolus und Balling light erreicht wurde oder ob der pH Wert jetzt, nach dem Wechsel zu Oscimotion, den Zielbereich erreicht hat.

    Grüße

    Chris

  • Hallo Chris,

    OSCI Motion verwendet Natriumhydrogenkarbon am Tag und wenn man will, nötig Natriumkarbonat bei Nacht. Ich verwende, da ich Bolus mache, nur Natriumhydrogenkarbonat. Bolus klappt mit Balling, Balling Light und auch OSCI Motion. Der Grund, warum ich zu OSCI-Motion gewechselt bin, ist ein andere.

    - Anpassung der Mengenelement über selbst angemischtes Salzwasser anstelle 10% Wasserwechsel mit Standardsalz. Ich tausche gerade mal 50-60Liter im Monat bei 1200L. Nach jeder ICP wird berechnet, wie das zu wechselnde Wasser angesetzt werden muss, um die Mengenelemente wieder ins Lot zu bekommen.

    - Es wird zusätzlich zu CA-Mix (mit SR, B) und KH ein Mix aus MG, Chlor, Sulfat, Kalium, Brom dosiert, um eine Verschiebung der Mengenelemente möglichst auszugleichen.

    - A-und K+ Spurenelemente werden nach Bedarf (Verbrauch) angepasst und dosiert.

    Ich habe damit wirklich gute Erfahrungen gemacht. Einziger Nachteil ist der Aufwand alles selber anzumischen. Aber was macht man nicht alles für sein Hobby.

    Gruß

    Wilko

  • Hallo Wilko,

    Oscimotion gibt an, 20ml deren KH Lösung erhöhen die KH um 1 in 100 Liter Meerwasser. Damit kann es kein reines Natriumhydrogenkarbonat sein, das ist schlicht nicht möglich. Wenn die Angabe richtig ist, wovon ich ausgehe, besteht die KH Lösung aus einer Mischung von 90% Natriumhydrogenkarbonat und 10% Natriumkarbonat. Der kleine Anteil Natriumkarbonat hat aber nur einen geringen Einfluss auf den pH Wert.

    Ich frage nach solchen Sachen, da die Bolus Methode klar beschrieben ist. Und wenn davon abgewichen wird, z.B. durch die Verwendung anderer pH beeinflussenden Stoffe, dann wird es schwierig. Aber du gibst ja klar an, dass der pH Wert mit Balling light und jetzt mit Oscimotion über die Bolus Dosierung in einem guten Bereich liegt. Das ist ein Erfahrungsbericht und darum geht es ja auch in diesem Thread. Danke dafür!

    Grüße

    Chris

  • Hallo Chris,

    1) Bei Fauna Marin KH Mix werten in 500g KH Mix in 5000ml Gesamtvolumen gelöst (1:100). Laut FM Rechner Balling Light erhöhen 20ml KH Mix -100L Meerwasser um 1 dKH.

    2) OSCI Motion KH Tag erhöhen 20ml KH-Tag -100L Meerwasser um 1 dKH. Da steht übrigens klar drauf, das es sich um Hydrogenkarbonat handelt. Nicht mit KH Nacht verwechseln.

    Man kann durchaus 100g Natriumhydrogenkarbonat 100g/L mit Osmosewasser lösen. Ist aber für den Hausgebrauch schwierig, da man die Temperatur erhöhen muss (96 g pro Liter Wasser bei 20 °C)!

    Ich Verwende seit ein paar Monaten eine billigere Lösung. Ich nehme eine reines Natriumhydrogenkarbonat E500ii (PURUX). Da löse ich in 1200ml Osmosewasser 1000g Natriumhydrogenkarbonat. Ist einfacher und billiger.

    Wie gesagt, Bolus fkt. auch mit der OSCI KH Tag Lösung. Und ja, entscheidend ist, das es Natriumhydrogencarbonat ist.

    Gruß

    Wilko

  • Hallo Wilko,

    ich weiß auch nicht mehr, was ich dazu schreiben soll. Es wurden ja auch nach der Bolus Veröffentlichung Tests gemacht, sogar ein Test unter Laborbedingungen, bei denen belegt wurde, dass die angegebene Erhöhung der KH nicht mit der tatsächlichen übereinstimmt (eigentlich schon theoretisch klar ohne Versuch). Wahlweise wurde dann gesagt, ein Becherglas ist nicht das Aquarium, das kann man nicht vergleichen oder es wurden Zusatzstoffe ins Spiel gebracht, die die Löslichkeit verbessern sollen. Aber niemand kennt solche Stoffe.

    Es ist halt einfach so, dass bei 20 Grad C nicht genügend Natriumhydrogencarbonat gelöst werden kann, um einen KH Anstieg von 1 in 100 Liter Meerwasser zu erzielen bei einer Dosierung von 20ml. Rechnerisch erhöht sich der Wert nur um ca. 0,67 KH. Die Sättigung wird erst erreicht bei knapp 60 Grad Celsius, dann würde man genügend gelöst bekommen, um einen KH Anstieg von 1 auf 100 Liter Wasser zu erreichen. Das müsste dann aber bei knapp 60 Grad ins Becken gegeben werden. Wenn es wieder abkühlt, entsteht eine Übersättigung und es fällt aus.

    Die 500g auf 5 Liter sind oberhalb der Sättigung. Aber wenn ich es richtig verstanden habe, hat faunamarin empfohlen, das Pulver in Wasser zu lösen und bis zur 5 Liter Marke aufzufüllen. Das wären dann 4500ml + x. Egal, selbst 500g auf 5 Liter ergeben 2g NaHCO₃, die du mit 20ml zugibst. Das reicht nicht, man müsste 30ml zugeben, um auf eine KH Erhöhung von 1 zu kommen.

    Diese Gesetzmäßigkeiten sind ja kein Mysterium. Ich verstehe nicht, wie sich das einfach so halten kann.

    Das hat aber nichts mit der Erfahrung mit der Methode zu tun und hier geht es ja auch um Erfahrungsberichte. Aber so einfach stehen lassen kann ich es nicht. Faunamarin äußert sich dazu nicht direkt, gerne kann sich Oscimotion dazu äußern.

    Ich Verwende seit ein paar Monaten eine billigere Lösung. Ich nehme eine reines Natriumhydrogenkarbonat E500ii (PURUX). Da löse ich in 1200ml Osmosewasser 1000g Natriumhydrogenkarbonat.

    Das wäre dann aber eine Sensation! 1000g NaHCO3 in 1200ml Osmosewasser. Meintest wahrscheinlich 100g...

    Grüße

    Chris

  • Nee, 1000g in 12000ml. 1200 sind natürlich falsch. Reicht jetzt auch von meiner Seite. Bei mir klappt es so oder so und gut ist. Wenn Du meinst das da irgend etwas anderes als Natriumhydrogencarbonat in den FM KH Mix und OSCI Motion ist dann meinst du das halt.

  • Alles gut, es wurde nach einem Erfahrungsbericht gefragt und du hast berichtet.

    Ich sage nur, dass 20ml gesättigte NaHCO₃ Lösung die KH von 100 Litern Wasser bei normaler Raumtemperatur nicht um 1 erhöhen kann. Es gibt dafür nur zwei Erklärungen, entweder ist die Angabe nicht korrekt und es ist kein reines NaHCO₃. Kann ja jeder selbst ausprobieren. Man nehme einen Liter Meerwasser, zieht mit einer Spritze 0,6ml NaHCO₃ Lösung auf (egal von wem) und mischt das in den Liter Meerwasser. Die KH sollte nun um 3 gestiegen sein, ist sie aber nicht.

    Ich kaufe nichts fürs Aquarium bei Purux, aber das ist eine gute Firma und die Qualität der gelieferten Stoffe war bisher immer sehr gut. :thup

    Grüße

    Chris

  • Man nehme reines Natriumhyrogencarbonat und löse es in Wasser. Je nach verwendetem Wasser, insbesondere die CO2-Konzentration spielt eine Rolle, wird sich ein Gemisch aus CO2, Kohlensäure, Hydrogencarbonat und Carbonat einstellen. Beim CO2-Kohlensäure-Hydrogencarbonat-Carbonat-Gleichgewicht ist immer Bewegung. In älteren und angebrochenen Gebinden ist immer etwas anderes drin als man hereingetan hat. Aus reinen Natriumhydrogencarbonat entweicht CO2. In reine Natriumcarbonatlösungen diffundiert CO2.

    Für die KH-Versorgung macht das nichts; beim pH-Wert gibt es leichte Verschiebungen.

    LG Burkhard

  • Das verändert sich kaum, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Insofern ist es zu vernachlässigen. Spielt auch eigentlich keine Rolle. Die Frage kam nur auf, da Wilko ein Produkt genannt hatte, bei dem ich nicht sicher war, ob es reines Natriumhydrogencarbonat ist. Ich habe halt gelesen "basiert auf" und da schließt ja nicht aus, dass noch was anderes enthalten ist. Und da die Angabe "erhöht die KH um 1 auf 100 Liter bei 20ml" genannt wird, bin ich von einer Mischung ausgegangen, da das mit einer gesättigten Lösung NaHCO₃ bei Raumtemperatur nicht funktioniert.

    Man vergleiche es z.B. mit Tropic Marin. Die verwenden zwar nur 378 Gramm NaHCO3 auf 5 Liter, aber das kann man ja einfach hochrechnen. Tropic Marin gibt eine erwartbare und realistische Zahl an: 50ml der KH Lösung erhöhen die KH um 1,4 in 100 Liter Meerwasser. Das sind 0,56 KH pro 20ml. Rechnet man das hoch auf die 500g in 5 Liter (balling light), kommt man auf 0,73 KH Erhöhung bei 20ml. Da 500g oberhalb der Sättigungsgrenze liegen, ist der rechnerische Wert von 0,73 zu hoch und liegt erwartbar bei um 0,67. Aber egal, weder 0,67 noch 0,73 sind 1.

    Entweder bin ich zu verbissen oder jeder, der sich damit beschäftigt, weiß das und akzeptiert es einfach. Realistisch benötigt man von einem Produkt 1/3 mehr als angegeben. Wenn man nicht aufs Geld schaut, spielt das natürlich keine Rolle. Man dosiert, was man braucht und ob man am Ende sagen kann, mein Becken verbraucht 1, 1,5 oder 2 KH pro Tag, ist Jacke wie Hose.

    So, das soll es nun auch gewesen sein von meiner Seite.

    Grüße

    Chris

  • Chris, Du siehst es wirklich etwas zu verbissen. Die gleiche Lösung erhöht auch nicht exakt um den gleichen Faktor, wenn der kH-Wert ein anderer ist. Ich hatte das einmal, als der kH wegen ausgefallener Dosierung ziemlich niedrig war und ich sukkzessive den kH in Schritten erhöhte. Die gleiche Menge Dosierung hat mal um 0,7, um 0,85 und um 1,2 kH erhöht, je nachdem von welchem Wert ausgegangen wird.

    Ich denke, dass hat Burkhard auch angesprochen, dass kH Teil des Pufferssystems ist und je nach Kohlendioxidgehalt, Temperatur und pH-Wert eben sich löst in verschiedene Bestandteile des Puffersystems, so dass man nicht davon ausgehen kann, dass Natriumhydrogencarbonat sich rein als kH löst und nicht mit dem Rest des Puffersystems reagiert.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Mag sein, Sandy, aber ich finde das einfach nicht ok. Egal von wem es kommt. Das schafft Verwirrung und in jedem anderen Bereich würde man das nicht akzeptieren. Ich kaufe etwas mit einer Mengenangabe, die faktisch nicht stimmt.

    Der Hinweis von Burkhard und dir ändert am grundsätzlichen Problem nichts. Alkalinität ist ja keine Konzentration von Hydrogencarbonat sondern gibt die Säurebindungsfähigkeit an. Wenn man eine definierte Menge zugibt, ändert sich die Gesamtalkalinität, unabhängig was danach passiert. Die Umverteilung erzeugt keine zusätzliche Alkalinität.

    Neben Tropic Marin gibt z.B. auch Aqua biotica die korrekten Werte an. Für die Angabe, die faunamarin und OSCImotion macht, gibt es nur 3 mögliche Erklärungen:

    1. es ist kein reines Hydrogencarbonat. Unwahrscheinlich bzw. wurde es schon analysiert, es ist ausgeschlossen. Zudem müsste man bei der Angabe der Hersteller ca. 85% Natriumcarbonat und 15% Natriumhydrogencarbonat verwenden.

    2. es gibt einen bisher unbekannten Lösungsvermittler, der die Löslichkeit erhöht. Auch unwahrscheinlich, da die Menge in der Anleitung ja genannt wird. Da nützt dann auch kein Lösungsvermittler.

    3. es wurde aufgerundet. Natriumhydrogencarbonat ist bekanntermaßen schlicht Natron, Wilko kauft das mittlerweile als solches im nicht Meerwasserbereich ein. Natron ist günstig, aber man braucht halt im Vergleich zu Mitbewerbern, die Natriumcarbonat oder gar Hydroxide verwenden, größere Mengen, um auf denselben KH erhöhenden Effekt zu kommen. Da klingt 1 besser als 0,67.

    Ich tippe auf 3.

    Grüße

    Chris

  • Was ist der Unterschied zwischen pH, kH etwa auf der einen Seite und Nitrat, Phosphat, Calcium auf der anderen Seite? Das eine ist linear und das andere logarithmisch. Eine Steigerung von kH 5 auf 6 ist nicht exakt das gleiche wie kH 7 auf 8. Das hat rein gar nichts mit der verwendeten Lösung, sondern sehr viel mit der Methodik der Messung zu tun. Wir übersehen oft, wie komplex das ganze manchmal ist und welche Rahmenbedingungen dazugehören, damit das ganze auch wirklich so funktioniert, wie es ganz einfach aussieht.

    Ich habe auch explizit das Puffersystem angesprochen, welches auf einem Gleichgewicht zwischen kH, ph und CO2 beruht. Mit anderen Worten, es kann und WIRD sich ein Teil lösen, wenn die andere Komponenten nicht gesättigt sind. Das passiert etwa bei Verwendung von Atemkalk, im Sommer mit Klimagerät bei Unterdruck in der Wohnung, im Winter bei wenig Lüftung und anderen Gelegenheiten.

    Daher ist es mir etwas rätselhaft, dass Du anscheinend der Meinung bist, dass kH für sich alleine steht und exakt rechnerisch unabhängig von den Rahmenbedingungen bestimmt werden kann. Schau Dir noch mal die Grundlagen zum Puffersystem bei Armin Glaser "Ratgeber Meerwasserchemie" an. Wann immer ich da wieder drin rumblätter gibt es immer wieder Aha-Momente, was ich alles wieder zu wissen meinte und doch schnell verdränge.

    Viele Grüße

    Sandy

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