"Ob der Kupferwert bei 2,62µg/l ist oder bei 2,6271µg/l ist wirklich völlig Banane. Solange der Wert im ganzen Mikrogrammbereich schwankt sind die Kommastellen praktisch bedeutungslos."
Hallo Sandy,
Dein obiges Statement stimmt, hier liegt aber nicht der Sinn der ICP-MS Messung.
hier geht es nicht um Genauigkeit sondern um Nachweisstärke/Empfindlichkeit. Der große Vorteil unserer ICP-MS Messung ist, dass viele physiologisch relevante Spurenelemente in einem sehr geringen Konzentrationsbereich (dort wo auch die Sollwerte liegen) sicher quantifiziert werden können, während diese bei der ICP-OES Messung unterhalb der Nachweisgrenze liegen.
Ich möchte dies am Beispiel von Selen verdeutlichen:
Sollbereich ~0,2-0,5 µg/l: Nachweisgrenze ICP-OES: ~5-8 µg/l, Nachweisgrenze unserer ICP-MS: ~0,02 µg/l
Es lassen sich also mit der ICP-MS zu geringe Konzentrationen nachweisen, und dadurch auf Daten basierende Dosierentscheidungen treffen. Mit ICP-OES könntest Du nur ein "deutlich erhöht" diagnostizieren, kein "zu wenig".
Selen ist hier nur ein Beispiel, dies trifft auf viele relevante Spurenelemente zu: Cu, Co, Cr, Ni,... für diese Elemente lassen sich mittels ICP-MS Dosierentscheidungen treffen, mit ICP-OES mmn nicht.
Zudem sind Schadstoffe mittels ICP-MS auch in viel geringerer Konzentration sicher quantifizierbar, und damit sicher bevor sich Probleme im Riff manifestieren. Beispiele sind Blei, Cadmium, Bismuth und viele weitere.
Ich hoffe das ist gut nachvollziehbar - ansonsten einfach nachfragen!
Mehr Infos findet Ihr etwa im Podcast bei "Reefing made simple":
oder im Beyond the Reef Podcast (in Englisch):
oder meinem Vortrag auf der Reefmania:
Viele Grüße,
Christoph