Wodkamethode bei Cyanos

  • Ich überlege, bei mir die Wodkamethode auszuprobieren.
    Leider habe ich noch immer ein paar Cyanos im Becken, die ich nur sehr sehr langsam in den Griff bekomme.
    Ich habe im Netz noch keine zufriedenstellenden Infos zu meiner Frage gefunden, deshalb frage ich hier:

    "Booste" ich mit Wodka auch Cyanos oder kommt die Methode eher den Bakterien zu Gute, die in Konkurrenz zu den Cyanos stehen?

    MfG
    Björn

    -------------------------------------------------------------
    Wisst ihr, was das tragische an Kanada ist?

    Die hätten französisches Essen, britische Kultur und amerikanische
    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Hallo,

    Also ich musste festellten das die wodkamethode bei mir auch die cyanos gefördert hat.

    Mit Wodka (Ethanol) fütterst du nicht nur die guten Bakterien sondern auch die Cyanobakterien.

    So meine Erfahrung.

    Gruß
    Hannes

    Gesendet von meinem GT-I9305 mit Tapatalk

  • Hi,
    Ich würde extrem vorsichtig sein.
    Ich habe es probiert. Ich hatte grüne Cyanos. Die haben sich nach Zugabe von Wodka innerhalb weniger Tage extrem vermehrt. Dann sind sie allerdings von einem auf den anderen Tag komplett verschwunden.
    Ich hatte sie vorher über mehrere Monate im Becken.

    Viele Grüße
    Enrico


    Viele Grüße
    Enrico

  • Hi, was bedeutet einige ?
    Wenns nur dort und da ein Fleckerl ist, lass sie.
    Wie Hannes sagte ,mit ethanol fütterst auch die Cyanos.
    Besser ist eine vorsichtige Zugabe von Bakterienund diese auch etwas füttern. (Ethanol, Baumwolle) .
    Ein vorhandensein von cyanos bedeutet ja immer, dass andere Baks zu wenig sind. Gruß Jim

  • Hallo Björn,

    Kohlenstoff (hier Ethanol) ist neben Phosphat und Stickstoff ein elementarer Nährstoff für alle Bakterien, also auch Cyanobakterien. Die Bakterien wachsen und vermehren sich bei der Wodkamethode also schneller.
    Theoretisch denkbar wäre, dass sich konkurrierende Bakterien vermehren könnten, aber eben genauso die Cyanos! Hinsichtlich der Frage der Konkurrenz durch andere Bakterien ist auch zu bedenken, dass Cyanos Hemmstoffe abgeben können, mit denen sie ihre Konkurrenz auf Abstand halten.
    Durch das Wachstum und die Vermehrung der Bakterien werden zwar auch Phosphat und Stickstoff in Biomasse umgewandelt, also die entsprechenden Werte im Wasser reduziert, aber ob und bei welchen Cyanoarten dies dann tatsächlich zu deren Bekämpfung wirkt, ist ungewiss und wird immer wieder strittig diskutiert.

    Welche Prozesse Du mit der Wodkadosierung in Deinem konkreten Einzelfall und in welchem Umfang letztlich in Gang setzen wirst, kann man wohl kaum vorhersagen. Ob Du damit die Massenvermehrung der Cyanos wirklich bekämpfen kannst, sehe ich eher als zweifelhaft. Von gegenteiligen Ergebnissen wird häufiger berichtet.
    Falls Du dies doch versuchen solltest, wäre eine nahtlose Beobachtung der Entwicklung unbedingt nötig. Ich persönlich würde es aber nicht machen.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Björn,

    die hier geäußerte Vermutung, dass Cyanobakterien Wodka als Nährstoff verwenden können, ist falsch.
    Cyanos sind (bis auf ganz wenige Ausnahmen) autotroph, beziehen also ihren Kohlenstoff wie Algen aus Kohlendioxid.

    Trotzdem kann ein so schwer wiegender Eingriff wie die Wodkazugabe dein Aquarium
    so durcheinanderbringen (Veränderung der heterotrophen Bakterienzusammensetzung,
    Verringerung des Stickstoffangebots), dass Cyanos als extrem flexible Organismen neu entstandene Lücken besetzen,
    also indirekt profitieren.

    Ich selbst ziehe deshalb die anwendung von Wodka außerhalb des Aquariums vor, im Wodkafilter.

    Gruß Armin

  • Danke schonmal für die Antworten, das hilft mir schon weiter :smiling_face:

    Die Trockenhefe Methode klingt auch interessant, allerdings reicht mir der verlinkte Thread nicht ganz als Info.
    Ich google mal ein wenig, vielleicht finde ich noch mehr Infos dazu.

    MfG
    Björn

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  • Hallo Armin,

    es gibt durchaus auch fakultativ heterotrophe Cyanobakterien (was hier aber vermutlich weniger relevant sein dürfte). Insofern hast Du da natürlich recht und ich nicht richtig nachgedacht.

    Gruß

    Bernd

  • Kann mir vielleicht noch jemand etwas vernünftiges zum Thema Trockenhefe sagen?
    Bei den Beiträgen, die ich bislang im Netz gefunden habe, habe ich den Eindruck, daß da haufenweise Leute rumfummeln, die nicht wirklich wissen, was sie tun, sondern nur wegen ihrer Cyanos verzweifelt sind.
    Da wird dann abgedunkelt, Bakterienkulturen reingekippt, Antired verwendet, Strömung geändert, zuviel gefüttert, Salz gewechselt - am besten alles auf einmal, bis das Becken komplett kippt.

    Ich finde die Methode interessant und würde sie testen, dann aber nur Trockenhefe allein und nicht noch 10 andere Dinge auf einmal. Die Chemiekeule ist eh tabu.
    Solange ich mit der Hefe keinen GAU auslösen kann...

    MfG
    Björn

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  • Hallo Björn,

    dann fang doch mal mit ca; 20 Gramm an Pro Tag.Du mußt nur PO4 und NO3 jeden Tag kontrollieren.Dann langsam erhöhen wenn PO4 und NO3 Konstant bleiben.Sollten Veränderungen eintreten
    mußt du gegebenenfalls gegensteuern.

    Gruß

  • Bei den Beiträgen, die ich bislang im Netz gefunden habe, habe ich den Eindruck, daß da haufenweise Leute rumfummeln, die nicht wirklich wissen, was sie tun, sondern nur wegen ihrer Cyanos

    hi björn,

    halt weil auch die leute, die es wissen, nur rumfummeln... :winking_face:

  • Weil ich fummeln geil finde, habe ich jetzt mal 10gr reingekippt.
    Das Wasser wird so trüb, daß man sich ne Träne wegdrücken muss.
    Jetzt nach 3 Std hat sich die Trübung halbiert, die Tiere zeigen nix negatives.
    Schaunwa morgen mal.

    MfG
    Björn

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  • Danke für den Link.

    Zitat

    Mineralien: Kalium 955 mg, Phosphor 637 mg,

    Ok, also bei längerer Anwendung gut im Auge behalten und immer schön WW machen...

    MfG
    Björn

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  • 24 Stunden später.
    Wasser sehr klar, ein paar Weiche zicken rum.
    Cyanos scheinen sich etwas stärker verbreitet zu haben als sonst innerhalb eines Tages üblich, das kann aber täuschen.

    Heute abend kippe ich wieder 10gr rein, morgen wird abgesaugt.
    Werde weiter berichten.

    MfG
    Björn

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    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Hallo Björn,

    ich halte von Hefegaben zur Cyanobekämpfung gar nichts. Wenn der Befall stärker wird, rate ich unbedingt zum Abbrechen. Immer gut Cyanos absaugen, das ist das Wichtigste.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo,

    Ich habs vor der Wodkamethode auch mit Hefe probiert leider ohne Erfolg. Wodkamethode brachte auch keinen Erfolg. Was bei mir letztens geholfen hat gegen grüne cyanos waren cyanoclean von Korallenzucht.

    Mach doch ganz einfach jeden Tag ein Foto so siehst du wie sich die cyanos verändern. So habs ich gemacht.

    Gruß
    Hannes

    Gesendet von meinem GT-I9305 mit Tapatalk

  • Hallo Björn,

    ich halte von Hefegaben zur Cyanobekämpfung gar nichts. Wenn der Befall stärker wird, rate ich unbedingt zum Abbrechen. Immer gut Cyanos absaugen, das ist das Wichtigste.

    Gruß

    Bernd


    Ich probiere es einfach mal aus, anscheinend kann es ja nicht direkt schaden.
    Der Befall ist nicht stärker geworden, es war nur die normale Ausbreitung. Sobald ich das Gefühl habe, daß irgendetwas negatives passiert, breche ich natürlich sofort ab.
    Ich habe gestern keine Hefe zugegeben, heute Cyanos abgesaugt und vorhin kurz vor´m Dunkelwerden wieder 10gr Trockenhefe ins Becken gegeben.
    Am 03.05. habe ich zuletzt alle Wasserwerte kontrolliert. Abgesehen von leicht erhöhtem Nitrit war alles super.
    Heute, 2 Tage nach der ersten Hefe, habe ich Nitrat und Phosphat gleich nochmal kontrolliert. Gleiche Werte wie am 03.05., da ist also auch noch nix passiert.

    MfG
    Björn

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    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • wenn noch nix passiert,gebe mal 10 Gramm Wodka 32 PROZENTE DAZU.

    GRUß G.F.

  • Eindruck heute:
    Cyanos am Boden wachson doch verstärkt. Obwohl ich mir nicht sicher bin, daß ich mich nicht täusche...

    Eventuell kippe ich Special Blend und Nite Out mit rein.

    Ich werde morgen und übermorgen je 80 Liter Wasser wechseln, dabei Cyanos soweit möglich restlos absaugen, danach Hefe rein und Baks. Mal schauen, wie das wirkt.

    MfG
    Björn

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    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Nach längerer genauerer Betrachtung:
    In meinem Fall scheint die Hefe eher von Nachteil zu sein.
    Die Beläge verbreiten sich glaube ich doch schneller als sonst.
    Ein paar Korallen scheinen sich unwohl zu fühlen, u.a. meine Plexaura, die ist normalerweise IMMER voll geöffnet, nun aber zusammengezogen.
    Meine Frau hatte gut gelüftet, bevor ich kam. Nachdem das Fenster wieder geschlossen war, bemerkte ich, daß das Becken nicht so gut und frisch roch wie sonst.

    Also Hefestop.

    Eben sofort schonmal 10% WW.
    Cyanos inkl. oberster Schicht BG abgesaugt.
    Freitag werde ich beim Joe ein anderes Salz kaufen. Ich habe mir gedacht, daß ein generelles Auffrischen des Beckens nach 10 Monaten nicht schaden kann, ich werde also innerhalb der nächsten Tage mehrere 10%ige WW in kurzer Abfolge machen, mit anderer Salzsorte. Das kann ja auch helfen gegen Cyanos. Dazu kommen die Microbe Lift Baks rein und ich werde doch vorsichtig Wodka dosieren. Bei ständigem Absaugen.

    Wenn die Taktik dann auch nicht hilft, werde ich mir eine neue überlegen.

    MfG
    Björn

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    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Zuerst mal Danke für Deine Antworten, Bernd :smiling_face:
    Ich freue mich, wenn sich ein "alter Hase" die Zeit nimmt, um dem 1.244ten Neuling Fragen zu beantworten, die schon 3.127,5 mal diskutiert wurden :smiling_face:
    Ich laber einfach mal frei raus weiter, vielleicht wird dann klar, was ich mir bei der Sache denke.
    Für Korrekturen bin ich immer dankbar :smiling_face:

    Nicht ständig neues Zeug ins Becken zu kippen habe ich auch schon ausprobiert, die Viecher halten sich bei mir nun schon längere Zeit.
    Ich habe das Becken auch einfach mal 4-6 Wochen ruhen lassen, nur die üblichen WW, Ca, KH etc und sonst nix. Hat auch keine Änderung bewirkt.
    Da ich zumindest regelmäßig absauge, konnten sie nie Überhand nehmen oder sich zu stark ausbreiten.
    Los werde ich sie aber auch nicht ganz und mittlerweile nerven sie mich doch.

    "Zeug" kippe ich eh keins ins Becken, von Mittelchen aller Art halte ich nicht viel und mein Besatz an Korallen erfordert auch noch nicht viel.
    Wasserwechsel und als Ergänzung Balling Light sind bislang mein Standard.
    Die chemische Keule ist eh tabu, davon halte ich gar nix.
    Ein Salzwechsel ist ja auch nix wildes.

    Special Blend und Nite Out verwende ich von Beginn an, aber in längeren Intervallen und halbierter Dosierung, funktioniert prima.

    Diese möchte ich wieder einsetzen und mit ETWAS (ich starte lieber mit geringerer Dosierung als angegeben) Wodka deren Wachstum fördern.
    Grund:
    Ich als Neuling denke mir dabei, daß ich mit häufigem Absaugen auch immer die oberste Schicht des BG absauge, irgendwann habe ich einen halben Eimer voll. Dieser BG muss ja wieder rein, bevor es zuwenig wird im Becken.
    Ich spüle ihn vorher gründlich, auch heiß, damit ich keine alte Cyanobrühe zurück ins Becken kippe (und natürlich um Mulm etc zu entfernen).
    Damit kippe ich toten, "frischen" BG ins Becken, der muss neu besiedelt werden.
    Meine Hoffnung ist nun, daß eine Special Blend/Nite Out/Wodka Kombination dafür sorgen könnte, daß die positiven Baks den Cyanos beim Kampf um den Bodengrund zuvorkommen.
    Eine Nährstofflimitierung befürchte ich nicht, meine Werte lagen zuletzt bei 10mg und 0,07mg, nicht ideal, aber ich kann das Becken wohl kaum innerhalb von 1-2 Tagen auf 0 schießen, insofern sind die Werte sogar von Vorteil, selbst wenn die Baks in Kombination mit mehreren WW eingesetzt werden, damit trage ich ja auch Nährstoffe aus.

    Was für mich noch nicht ganz verständlich ist:
    Ich lese häfig, daß eine Veränderung der Lebensbedingungen Cyanos stark stört, z.B. Salzwechsel, Strömungs- und Lichtänderungen etc.
    Gleichzeitig heißt es, die Cyanos schaffen sich ihr eigenes Umfeld, wahrscheinlich indem sie das Wasser durch Ausscheidungen beeinflussen.

    Ich habe das Licht geändert (von 400W HQI/T5 auf 640W T5). - Nix.
    Ich habe die Strömung um 60% erhöht und neu ausgerichtet. - Nix.
    Ich habe schonmal das Salz gewechselt. - Nix.
    Ich habe die Cyanos in Ruhe gelassen und gewartet. - Nix.
    Ich habe sie extrem gestört und abgesaugt. - Leichte Verbesserung, langsam aber sicher.

    Ich hatte eine zeitlang Nitrat und Phosphat n.n. und dachte, es sei die Reinwasserform. Daraufhin habe ich zuviel gefüttert, Filterschwamm eingesetzt und sogar etwas Phosphat dosiert, um in messbare Bereiche zu kommen.
    Null Erfolg.

    Strombusschnecken sind drin, die leisten gute Arbeit, sind aber nur eine Unterstützung, alleine kommen die niemals dagegen an.

    Kommen wir zu meiner Hassliebe:
    Valencienna Strigata
    Ich lese häufig, daß die Buddeleien der Grundeln die Cyanos stark stören. Das schreiben auch Leute, die 100x mehr Erfahrung haben als ich.
    Meine Beobachtung über nunmehr 4 Monate ist aber, daß die Grundel
    a) stark wühlt und dadurch die Cyanos nach unten umgräbt. Das beseitigt die Cyanos nicht, sie kommen nach 1-2 Tagen wieder "aus dem Boden gekrochen" und sind danach häufig stärker vorhanden als vorher. Hinzu kommt, daß ich beim Absaugen dann mehr BG entfernen muss, um das untergergabene Zeug mit zu erwischen.
    b) vollkommen unregelmäßig Cyanohaltigen BG quer über die Aufbauten und Korallen spuckt. Dadurch ziehen sich manche Korallen häufig zusammen und haben auch rotbraune Beläge, ich muss ihnen dann mit abwedeln helfen, sich wieder zu befreien. Außerdem haben die Cyanos dadurch Flächen im Aufbau wieder beseidelt, die ich mit wochenlangem Abbürsten und Absaugen eigentlich erfolgreich befreit hatte.
    c) zu dicke Beläge am BG nicht mehr anrührt. Sie buddelt nur solange, wie die Cyanos nicht zu stark vorhanden sind.

    Ich habe mittlerweile das Gefühl, daß die Grundel mehr Schaden anrichtet als hilft.

    Ich bin mit meiner Geduld noch lange nicht am Ende, fände es aber schön, wenn ich mehr Zeit damit verbringen könnte, meine Tiere zu beobachten und mich an geöffneten Korallen zu erfreuen, als 2-3 mal pro Woche Cyanos zu bekämpfen.

    Auf die Idee, mal per Mikroskop zu checken, ob es wirlich Cyanos sind und keine Dinos, bin ich übrigens erst heute gekommen :grinning_squinting_face:
    Eine Freundin kümmert sich um ein Mikro.

    Sollte sich herausstellen, daß es Dinos sind, mache ich zwei extra Threads auf:
    Einen, in dem Ihr mich alle auslachen dürft, und einen, in dem Ihr mich ohrfeigen* dürft :grinning_squinting_face:

    *Verwendet dazu bitte dieses Emoticon:

    MfG
    Björn

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    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Hallo Björn,

    ein 100% zuverlässiges Rezept hat hier noch niemand empfehlen können, auch kein "alter Hase". Aber am besten ist es noch immer, genau und systematisch zu beobachten was die Situation verbessert oder verschlechtert. Ganz am Anfang muss natürlich die Identifizierung der Verursacher stehen.
    Ansonsten hast Du ja schon selbst beobachtet, mit welcher Maßnahme bei Dir die Plage am besten im Griff zu behalten war. Vorausgesetzt es handelt sich tatsächlich um Cyanos, dann belass es doch wieder beim Absaugen und Abpinseln. Allerdings solltest Du nicht mehr so viel Bodengrund mit absaugen, ein oberflächliches Absaugen reicht. Man kann nie alle Cyanos komplett entfernen, es geht eigentlich nur darum, dass man ihre feste Etablierung verhindert. Auch solltest Du die abgesaugten Bodengrundreste nicht mit heißem Wasser "desinfizieren". Filtere nur das abgesaugte Wasser, spüle mit etwas Beckenwasser auch nur ganz leicht die Reste des Bodengrundes und gib diesen und das gesamte gefilterte Wasser wieder ins Becken zurück.

    Bakterienpräparate kannst Du Dir dann sparen. Ob die darin enthaltenen Bakteriensorten tatsächlich eine unmittelbare Konkurrenz für die Cyanobakterien darstellen, ist eher fraglich; bei passenden Gegebenheiten vermehren sich außerdem im Becken vorhandene Bakterien von allein sehr schnell.
    Cyanos setzen sich besonders gern an frischen, unbesiedelten Stellen ab. Der desinfizierte Bodengrund ist genau solch ein Bereich! Daher macht es auch Sinn, ein Becken recht schnell dichter mit Korallen etc. zu besetzen. Vielleicht kannst Du da auch noch etwas "aufrüsten"?

    Und ansonsten braucht es eben Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Das hat Andreas ja schon richtig geschrieben.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Björn,

    sehe es wie Bernd. Das schwierige an der MW Aquaristik ist die Tatsache, dass sich jeder Eingriff erst einige Tage/Wochen später bemerkbar macht. Daher kann auch erst nach einigen Tagen/Wochen gesagt werden, ob eine Maßnahme etwas gebracht hat oder eben nicht. Wenn man diesen Eingriff / Veränderung nicht dokumentiert hat oder aber verschiedene Eingriffe vorgenommen hat, dann ist keine Aussage über die Wirkung möglich.

    Rückblickend kann ich zu Cyanos nur sagen, dass die erfolgreichste Methode bei meinen Becken das Aussitzen des Problems gewesen ist (Absaugen, Strömung). Reichlich Schnecken und Seesterne sowie Grundeln haben mich im Kampf gegen diese hässliche Plage stets unterstützt....

    Aus meinen Tagebüchern lassen sich zwei Auffälligkeiten zum Thema Cyanos herauslesen. Ich hatte zweimal Livesand eingesetzt und beides mal im Anschluss Besuch dieser Plage. Daher werde ich diesen Sand auch künftig nie wieder verwenden. Kann jedoch auch Zufall sein. Beim Wechsel des BG habe ich den neu eingebrachten Sand dann mit Baks kräftig angeimpft (wurde mir irgendwann einmal empfohlen). Ob dies wirklich etwas gebracht hat, kann ich natürlich nicht belegen. Fakt ist auf jeden Fall, dass der neue BG nicht von Cyanos überzogen worden ist. Habe mir dies versucht zu erklären, dass Cyanos eben gerne frische, unbesiedelte Flächen besetzen...

    die Cyanos auf der Deko wurden regelmäßig abgesaugt und allmählich immer weniger.....nach einigen Monaten war der Spuk dann glücklicherweise immer vorbei...

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Hallo,

    hatte ja auch ständig rote Cyanos im Becken, mal mehr mal weniger.

    Viele hier im Forum haben mir wertvolle Tipps gegeben, auch ein "alter Hase" ,Grüß Dich Bernd :-), hat mir mit sehr viel Zeit und vielen Antworten beigestanden.
    Habe auch einiges versucht, aber immer mit einem Abstand von 3 bis 4 Wochen. Sonst hätte man nicht einschränken können woran es wirklich gelegen hat.
    Wie es natürlich immer ist, kann auch ich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen, was bei mir geholfen hat.

    2 Dinge sind für mich jedoch ziemlich sicher, einmal den Leitwert des Osmosewasser gegen 0 zu fahren und der Wechsel zu meinem Anfangs eingesetzten Salz.

    Nach diesen Änderungen ging es langsam vorwärts.

    Was hab ich alles probiert:
    - Strömungsänderungen,
    - Absaugen,
    - Salzwechsel,
    - Hefe,
    - stören egal wie z.B. mit Strömungspumpe anblasen und abfischen,
    - Erdaufguss,
    - Bakterien incl Nahrung,
    - Beleuchtungsänderung und so einiges mehr, mich wundert nur das ich mit diesen "rumprobierereien" das Becken nicht an die Wand gefahren habe. Das ein oder andere "Probieren" war ein doch recht heftiger
    Eingriff in die Biologie.

    Cyanos hatte ich immer etwas im Becken, zum Schluss nur noch leicht an der Scheibe vom Überlaufschacht.

    Es ist sehr schwer da Empfehlungen zu geben, wie geschrieben, bei mir war das "Zurückwechseln" auf das Anfangssalz und einen penetranten 0-Wert beim Osmosewasse incl Harzfilter, wohl der Ausschlaggebende Punkt.

    Drücke Dir die Daumen, dass Du es schnell in Griff bekommst.

    Gruß

    Jürgen

  • Vielen Dank für die Antworten :smiling_face:

    Andreas:
    Ja, irgendwann wird man doch etwas ungeduldiger, die Biester nerven nach einiger Zeit schon.

    @Bernd:
    Ich werde dann jetzt möglichst so vorgehen, mal mindestens einen Monat lang. Absaugen und den BG nur "grob gefiltert" wieder ins Becken einbringe, nach Möglichkeit nicht zuviel absaugen.
    Mehr Korallen will ich ja unbedingt haben. Hatte dabei nur ein ungutes Gefühl, schließlich sollen die sich bei mir wohlfühlen und nicht von Cyanobrühe bedrängt werden.
    Deswegen möchte ich gern die Plage loswerden, bevor ich mehr Korallen hole (und wenn Du schonmal beim Joe warst, kannst Du Dir sicherlich vorstellen, daß einfach jedes Becken zu klein ist für das, was man alles mitnehmen möchte :D).

    Ralf:
    Ergänzend zum obigen vielleicht BG "präparieren". Welche Baks hast Du dazu verwendet? Kann ich dazu Nite Out oder/und Special Blend verwenden oder sind das die falschen Kulturen?

    @jürgen:
    Die WW werde ich ab morgen mit einem anderen Salz machen, mal sehen, was das hilft. Hatte ich ohnehin schon vor.


    Nach meinem Hefeexperiment werde ich jetzt am WE eine größere Menge Wasser tauschen, mindestens 30%. Mit einer anderen Sorte, ich hoffe, daß das schon als etwas stärkere Milieuänderung wirkt und hilft, die Cyanos zu stören.

    MfG
    Björn

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    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Ich weiß nicht, ob Wasserwechsel sinnvoll sind, zumal du neue Spurenelemente ins Wasser bringst.
    Mit dem Absaugen und das gefilterte Wasser wieder in Becken kippen, würde ich weitermachen.

  • Zitat


    Ralf:
    Ergänzend zum obigen vielleicht BG "präparieren". Welche Baks hast Du dazu verwendet? Kann ich dazu Nite Out oder/und Special Blend verwenden oder sind das die falschen Kulturen?.

    Hi, habe damals Bio digest von Prodibio verwendet. Die Ampullen in eine Spritze aufgezogen und die Bacs in den Sand gespritzt.

    Ob es ein Zusammenhang mit dem Fernbleiben der Cyanos auf dem neuen BG gibt, kann und möchte ich nicht behaupten.

    Versuch macht kluch oder so ähnlich. Die von dir genannten Produkte kenne ich nicht bzw. habe diese noch nicht verwendet. Daher kann ich hierzu auch nichts beitragen.

    Viel Erfolg!

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Ingo:
    Genau das ist das schlimme :grinning_squinting_face:

    Zum Thema Cyanos gibt es immer mindestens zwei Meinungen, auch unter den erfahrenen Aquarianern :smiling_face:

    Die einen sagen: Bring nix neues ins Becken, versuche es eine Zeit lang ohne WW. Saug immer ab und dasselbe Wasser gefiltert zurück ins Becken.
    Klingt auch sinnvoll.

    Die anderen sagen: Milieuänderungen, z.B. Salzsorte beim WW tauschen, kann auch Wunder wirken.
    Klingt ebenfalls sinnvoll.

    Wat nu? :smiling_face:

    Ich probiere im Zweifel beides.
    Erst einen grö0eren WW mit anderem Salz.
    Grund:
    Mein Hefeexperiment. Ich muss schließlich auch Sorge dafür tragen, daß es den Tieren in meinem Becken gut geht und da kann jetzt (außerdem nach einer Laufzeit von knapp 10 Monaten) eine Wasserauffrischung nicht schaden.
    Nutzt das nix, werde ich halt mal einen Monat oder länger, je nach Wasserwerten und Befinden der Tiere, WW weglassen und nur absaugen und Wasser zurück ins Becken.

    Bringt alles nix, kriegt mein Sohn das Becken als Swimmingpool und ich kauf mir nen Sack Murmeln :grinning_squinting_face:

    MfG
    Björn

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    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Hallo
    Ich hab zum absaugen immer einen Topffilter genommen der mit Watteflies vollgestopft wird. Man kann an den Ablauf der ins Becken gehangen wird auch noch eine uv Lampe dranhängen, um noch einige Sporen ab zu töten. Um den Bg zu reinigen kann man dann eine Saugglocke dran machen.
    Gruß Harry


  • Deswegen möchte ich gern die Plage loswerden, bevor ich mehr Korallen hole (und wenn Du schonmal beim Joe warst, kannst Du Dir sicherlich vorstellen, daß einfach jedes Becken zu klein ist für das, was man alles mitnehmen möchte :D).

    Hallo Björn,

    dieser Gedanke ist zwar verständlich, aber es hat sich gezeigt, dass bevorzugt freie Stellen im Becken von Cyanos besiedelt werden. Heute gehen viele Empfehlungen dahin, auch neue Becken so bald wie möglich dicht zu besetzen. In dicht besetzten Becken haben es Cyanos offensichtlich viel schwerer.
    Ob Milieuveränderungen helfen und ggfls. welche lässt sich auch nicht sicher vorhersagen. Man bleibt letztlich auf Versuche angewiesen. Richtig ist aber, dass normalerweise Wasserwechsel bei Cyanoplagen eher unterlassen werden sollten. In Deinem Fall würde ich wegen der Hefezugabe nur einmalig einen größeren machen, dann aber alle Zugaben (mit Ausnahme der Makroelemente, falls Du die Ballingmethode anwendest) bis auf weiteres unbedingt unterlassen. Dann nur noch so oft wie möglich Absaugen und einfach abwarten. Ungeduld schadet hier nur.

    Gruß

    Bernd

  • Vielleicht liegt es gar nicht, wie oftmals vermutet, daran, dass die cyanos Nischen besetzen und deshalb verstärkt auftreten, sondern daran, dass Korallen sich diese Plage ebenfalls vom Hals halten wollen und gewisse Abwehrstoffe bilden. Ob dies in Form eines Antibiotikas, oder was auch immer geschieht.
    Der Ansatz scheint ja recht interessant, da die typische Nährstoffproblematik nicht auszureichen scheint, um das auftreten der cyanos zu erklären.

  • An den Nährstoffen liegt es zumindest bei mir offensichtlich nicht.
    Ich habe, nachdem ich die Reinwasserform vermutet habe, von n.n. die Werte langsam auf 30mg Nitrat und 0,1mg Phosphat steigen lassen, also wirklich sehr viel.
    Jetzt senke ich es langsam (über Wochen) wieder ab, aktuell 10mg und 0,07mg.

    An den Cyanos ist das spurlos vorübergegangen. Durch das langsame Heben und Senken scheint es aber auch die Korallen nicht sonderlich gestört zu haben (Gesamtzeitraum jetzt rund 4 Monate).

    Seit November führe ich ein Aquarientagebuch, das ist sehr nützlich, alleine um Zeiträume ermitteln zu können, über welche sich Wasserwerte oder auch der Verbrauch von Ca, KH usw verändern.

    MfG
    Björn

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    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Dann bleibt nur der Selbstversuch.

    Du nimmst die hochwertigste und teuerste Acropora, steckst sie in den Mixer deiner Frau, die eh lieber in der Küche sitzt, und schüttest den Sud ins Becken. Mal sehen, was passiert. :smiling_face:

  • Hi zusammen

    in meinem SPS Riff (Standzeit 5 Monate) kamen vor ca.5 Wochen die ersten Cyanos. Die Flächen sind überschaubar und somit stellen sie (noch) kein Problem dar. Da ich immer auch die Erstbesiedlertheorie bzw. Reinstwasserform im Kopf habe, stören sie mich eigentlich nicht. (PO4 = 0 - NO3 = 0 ) Sie sind an Stellen mit viel und mit wenig Strömung. An sehr hellen und weniger gut beleuchteten Stellen. Das Aqua ist sandlos und wurde mit unserer Deko vollflächig Rückwand und Boden verkleidet.

    Wasserwechsel mache ich auf 1500l jede Woche 60L. Als Kohlenstoffquelle dient Acetat (AktivBak). Damit möchte ich die "guten" Bakterien füttern und so den Abbau der zu erwartenden Belastung entgegen wirken. (es sollen insgesamt ca. 40 Anthias ins Becken und ich fütter die ersten 20 Tiere im Riff jetzt 3-5 x am Tag.

    Beim Aktiv Bak habe ich mich allerdings von der Herstellerangabe 20-fach verdünnt entfernt. Zusätzlich kommt jede Woche eine Ampulle Bakterien dazu. Zur Ballingversorgung, später soll ein Kalkreaktor arbeiten, nutze ich gerade zusätzlich die gute alte Kalkwassermethode über das Verdunstungswasser.

    Ich sehe z.Z. den typisch regelmäßig abendlichen Rückzug etwas eher eintreten. Insgesamt würde ich daher sagen, es wird minimal besser.


    Da ich aber in der Hauptsache die Farbigkeit der Korallen im Auge habe und da auch die Prioritäten liegen, wird das Thema Cyanos bei mir jetzt nicht überbewertet. Ich habe sie im Auge und beobachte. Wichtig erscheint mir auf eine Aktion, kommt selten eine schnelle Reaktion, daher warte ich immer erst gute 4 Wochen ab und guck was passiert. Permanente Änderungen im System bringen m.E. nicht den gewünschten Erfolg, da irgendwann auch die Korallen evtl. negativ reagieren.


    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo Björn,

    Heute gehen viele Empfehlungen dahin, auch neue Becken so bald wie möglich dicht zu besetzen. In dicht besetzten Becken haben es Cyanos offensichtlich viel schwerer.

    Bernd

    Hallo Bernd,

    Wie hast Du das gemeint? Ich plane von meine 56 Liter Becken diese WE in meine 200 Liter Becken umzuziehen. In meine 200 Liter Becken sind schon Cyanos (habe ich mit eine LG abgeschleppt). Wenn ich meine 200 Liter relativ schnell dicht besitze, kann ich vielleicht wegen Cyanos besser kämpfen?

    Danke, Stephan

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