Erstbefüllung mit Leitungswasser?

  • Moin,

    Ich frage mich, ob für die Erstbefüllung meines neuen Beckens auch Leitungswasser möglich ist. Vor Jahrenden hat mir ein gewisser Joe aus Dortmund auf diese Frage geantwortet, er würde das auch so machen. 700 Liter Osmosewasser herstellen ist halt schon ein Angang, zumal ich die Eimer händisch aus dem Keller zum Becken tragen muss. Ich könnte im Vorfeld auch eine ICP vom Leitungswasser machen um zu sehen ob, und wenn ja, welche Schadstoffe vorhanden sind. Wie ist Eure Meinung dazu?

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Immer Osmosewasser. Wenn es zu Beginn daran schon scheitert, dann lieber ganz lassen. Du wirst immer mal wieder bei dem Becken an dem Punkt kommen, das du gefühlt komplett neu befüllen musst...

    Plagen eingefangen , Deko Schadstoffe, lustige Algenbeläge usw.

    Perfektes Wasser ist das A&O, nicht daran sparen!

    Nimmst du sonst denn Leitungswasser? Also bei uns wachsen damit nicht mal Zimmerpflanzen :winking_face:

  • Hi Stefan,


    ja, kann die Vorredner nur bestätigen. Aus Erfahrung. Hier perlt Weichwasser mit 3 ° GH und 1,5 KH aus der Leitung. Hört sich ja prima an. Aber ich hatte laufend Pech mit Diskusfischen, die nie ihre richtige Farbe zeigten, sich nicht paarten und auch mit Süßwassergarnelen gab es nur Enttäuschungen.

    Osmoseanlagen tröpfelten damals nur, waren teuer und ich war der Meinung, dass ich sowas wegen meiner vermeintlich tollen Werte nicht brauche.

    Irgendwann hat mich einwirklich guter Händler - leider jung verstorben - deswegen zur Osmose überredet.

    Und siehe da, die Diskusfische wurden hell und liebten sich alsbad und auch Garnelen setzten Nachwuchs an.


    Daher sei vorsichtig und gehe auf die sichere Seite. Was "noch" drin ist, weiß Du nicht und wenn Du mit Osmose und Harz arbeitet, kannst Du das Wasser bei eventuellen Störungen schonmal ausklammern.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

    Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K.+ 5 Spots
    6 Turbellen, Rundströmung mit Wellen im 1-Sekundentakt, "Ebbe - Flut" alle 3,5 h
    Deltec 600i, Fe-Adsorber (Ramsch-Perlen), Biopellets, Balling light
    15 % Wasserwechsel/Woche

    Täglich lebende Artemianauplien + 120 cm³ frisch gezapftes Phytoplankton

  • Ja, da war wohl die Bequemlichkeit die Mutter des Gedankens. So 'ne Mischbettpatrone habe ich noch, allerdings seit Jahren nicht mehr benutzt. Die müsste ich morgen erstmal zum Regenerieren bringen. Ist dann sicherlich besser als Leitungswasser. Wobei ich ja vor dessen Verwendung noch eine ICP davon machen wollte um nach vorhandenen Schadstoffen zu suchen. Wobei das Ergebnis davon ja länger dauert als die Regeration der Patrone.


    Edith sacht noch: Ich habe eben mal die Trinkwasseranalyse unseres Versorgers angeschaut. Leider kann ich die hier nicht einfügen weil das Format nicht unterstützt wird. Ich versuche gleich mal einen Screenshot.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

    Edited once, last by muschelschubser (November 9, 2025 at 1:08 PM).

  • Anbei die Analyse

    TOC - ges. organ. Kohlenstoff mg/l 1,70

    Images

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Hi Stefan,

    wieso kannst du nicht einen langen Schlauch 4/6 hoch zum Becken verlegen. Meine Osmoseanlage schafft das auch, sind bei mir insgesamt sicher 10m und ca. 2m Höhe.

    Gruß Klaus

  • Achtung, das sind die Werte deines Versorgers, danach kommen aber noch deine Röhre... ich würde es nicht machen.

    Das Hobby ist so teuer, da werden doch wohl die paar Euro für das bisschen Wasser drin sein...die Korallen werden es die danken. Wie betreibst du denn aktuell dein Becken? Warum willst du deine Jahrelange Vorgehensweise auf einmal ändern? Never Change...das wäre mein Motto.

  • Moin,

    Es geht mir dabei nicht um das Geld. Bisher trage ich das Osmosewasser in 10 Liter Kanistern aus dem Keller in's WoZi zum Becken. Das ganze 70x für Becken und TB ist ziemlich mühselig. Ich werde morgen mal versuchen, die Mischbettpatrone regenerieren zu lassen. Das könnte eine Alternative sein.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Genau, überleg doch lieber wie du deine Pflegeroutine für dich vereinfachen kannst. Vielleicht Regentonne, Pumpe, langer Schlauch. Du kannst auch Alexa einsetzen für sowas. :winking_face:

    Ich habe mir erst vor kurzem ein zweites Fass besorgt, langer Schlauch, Pumpe. Riesen Ww sind damit ein Klacks.

    Und wenn deine Osmose so lange braucht, dann tausch mal die Teile durch. Neue Membran kann wunder wirken. Und über Nacht laufen lassen, dann geht's wie im Schlaf :smiling_face:

  • Früher hatte ich dafür mal zwei Maischefässer á 130 Liter. Vielleicht sollte ich mir sowas mal wieder besorgen. Die Osmoseanlage ist eine neue myAqua1900. Die habe ich erst ein paar Mal benutzt. Bin dann vorübergehend wieder auf die alte 1900er gewechselt weil die Arka ziemlich unhandlich ist, obwohl sie auf einem Rollwagen montiert ist. Ich werde jetzt erstmal die Verrohrung montieren und dann mal schauen wie ich das am besten mit dem Wasser mache.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Eine Trinkwasseranalyse ist schon einmal ein erster Hinweis für die Brauchbarkeit als Meerwasserrohstoff. Leider sagt sie überhaupt nichts aus über organische Spurenstoffe (mal von einer Handvoll abgesehen); PFAS werden z.B. normalerweise nicht gemessen. Kieselsäure bzw. Si fehlt so wie ich gesehen habe auch - und diese Konzentration kann sich über den Jahresverlauf stark ändern, weil Kieselsäure als Hilfssubstanz in einigen Gebieten zudosiert wird. Das Thema Mikroplastik kann ich nur erwähnen.

    Um jedes Risiko von der Wasserseite auszuschließen, kann ich nur die Umkehrosmosetechnik empfehlen. Auch wenn es einige wenige Glückliche gibt, die erfolgreich mit Leitungswasser arbeiten.

    LG Burkhard

  • Auch auf die systematischen Durchspülungen der Wassernetze durch die Wasserverbände möchte ich warnend hinweisen. Das hat schon manch private Fischzucht dahingerafft.

    Die Vorankündigungen im örtlichen Käseblatt lesen nur wenige.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Moin Stefan,

    ich würde eine ICP Analyse vom Leitungswasser machen lassen um zu sehen ob da irgendwas ganz fieses drin ist. Wenn nichts drin ist was Probleme bereiten kann, warum dann nicht? Den Werten vom Wasserwerk halte ich nur bedingt für aussagekräftig weil da einige Werte fehlen und das Wasser ja auch noch durch diverse Rohre läuft bevor es bei Dir im Becken ankommt. Die Idee mit der Mischbettpatrone finde ich gut. Ist für den Dauereinsatz wahrscheinlich zu teuer, aber für die Erstbefüllung bestimmt die einfachste Lösung.

    Persönlich mag ich ja keine Osmoseanlagen und habe daher einen zwei-Säulen Vollentsalzer im Einsatz, stark sauer bzw. stark basisch. Regenerieren mit Salzsäure und Natronlauge würde ich nicht jedem zumuten wollen, aber damit lässt sich sehr viel sauberes Wasser sehr schnell herstellen.

    Viele Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Ich bin normalerweise vom Einsatz der ICP sehr angetan, aber bei Leitungswasser kommt das an Grenzen. Zum einen, weil es immer nur eine Momentanalyse ist und zum anderen, weil das Wasser teilweise schon über den Grenzen der Analyse liegen kann. Bei uns in Düsseldorf habe ich als lapidares Ergebnis bekommen, dass der Bereich der ICP-Analyse überschritten ist. Das war die Osmosewasser-Analyse, wo ich Leitungswasser durchmessen lassen wollte. Das Düsseldorfer Wasser war dafür aber zu "gehaltvoll", um es behutsam auszudrücken.

    Die Fauna Marin Fresh-ICP könnte das jetzt möglich machen, ist aber mit 40€ ziemlich teuer. Für das gleiche Geld kann ich genügend Harz verwenden, um die Frage bedeutungslos zu machen.

    Aber sinnvoll ist es auch für weitere Wasserwechsel und Verdunstungswasser-Auffüllung, eine bequeme und einfache Methode zu finden, größere Wassermengen zu befördern, die nicht mit körperlichem Schleppen erledigt wird. Sonst muss man immer gesund und fit sein, ein verstauchter Fuß, mit dem man keine Eimer oder Kanister schleppen kann wäre das Ende von Pflegemaßnahmen. Besser das alles sinnvoll jetzt zu regeln und nicht erst, wenn es anders gehen muss.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hallo Stefan,

    Wenn du eine Osmoseanlage im Keller hast, vielleicht wäre auch für die Zeit nach der Erstbefüllung ein Fass mit Pumpe und Gartenschlauch eine bequeme Lösung. Ich habe meine Osmoseanlage auch im Keller. Sie ist montiert an einer Wand, direkt oberhalb des Waschbeckens. Daneben steht ein schickes blaues 200L Fässchen (auf Rollbrett), das gibt es für kleines Geld überall. Darin kann man sehr bequem das Salzwasser anmischen. In das Fass schmeisse ich zum Wasserwechsel eine Jebao Pumpe mit Bodenansaugung (Jecod DXP-6500), die kostet 150€ und pumpt mir meine 200L für den WW in Nullkommanix in's Erdgeschoss direkt ins Becken. Habe die Pumpe bewusst größer gewählt, damit sie die Höhe zum EG auch sicher schafft. An der Pumpe habe ich ein 50cm Stück 19mm Gartenschlauch befestigt mit Gardena Kupplung. Da klicke ich bei Bedarf einen 10m Gartenschlauch mit Kugelhahn dran. Am Ende des Schlauches ist ein Eheim Rohr, das einfach über die Beckenkante gehangen wird. Nach der Befüllung wird der Schlauch aufgerollt und bis zum nächsten Einsatz im Keller verstaut. Bei mir dauert der eigentliche WW nur noch Minuten und schleppen muss ich nix mehr. Die Investition in Fass, Rollbrett, Pumpe und Schlauch hat sich sowas von gelohnt!

    Gruß, Kai

  • Moin,

    Vielen Dank für die zahlreichen konstruktiven Beiträge. Ich war gestern schon ´mal im Baumarkt und habe Ausschau gehalten. Ich werde dort heute zwei 300l-Fässer abholen, brauche ja beim WW auch eines für das Altwasser. Die OA bleibt im Keller, das Fass auch. Ich habe hier noch eine alte OR 6500 rumliegen, mit der werde ich das Konstrukt mal testen. Testergebnisse folgen:wink.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Leider bist du ja zu weit weg sonst hätte ich dir angeboten meine Tonnen auszuleihen. Hatte mir damals für den Beckenumzug 4 von diesen grünen 200L Regenwassertonnen im Baumarkt gekauft. Die kosten 20€ das Stück und lassen sich ineinander stapeln. Die stehen in der Garage oder Gartenhaus für Notfälle...

    Gruß, Kai

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