Microbe-Lift Wasseraufbereitungsprodukte

  • Zitat

    Original von Armin Glaser
    Hallo Andi,

    danke für deinen Erfahrungsbericht.

    Ein Detail ist mir dabei aber aufgefallen: Riecht das Aquarium nach faulen Eiern nach der Zugabe oder kannst du
    den Geruch nur beim öffnen der Verpackung wahrnehmen?

    Hallo Armin,
    als ich mein Probepaket bekam war J.Frische gerade bei uns zu besuch, ich öffnete so neugierig wie Frauen sind, natürlich direkt das Paket, im Esszimmer, Joachim stand ein Zimmer weiter mit Flur dazwischen und es war mir echt Peinlich, das ganze Haus hat gemuffelt :grinning_squinting_face: ich sagte Joachim dann, das ich das nicht war sondern die Bacs :grinning_squinting_face: Es gibt Aquarien die "duften" noch einen Tag später andere Aquarien riechen kaum. Sinnvoll ist es, das Produkt nicht gerade zu einer Feier ins Aqua zu geben :grinning_squinting_face: (es sei denn der Besuch soll schnell wieder gehen) :grinning_squinting_face:

    Einmal editiert, zuletzt von IrisB (19. September 2009 um 10:11)

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    Versteh mich net falsch Es kommt nur wieder was nichts neues als Wundermittel auf den Markt , (wird als Nr.1 gepriesen, wobei das für mich mehr ein Werbegag aus USA is.) denn Nr 1 ist das Mittel mit Sicherheit auch in USA nicht.

    Grüssle :smiling_face:

    Hallo Claude,
    da muss ich dir recht geben ich habe damals bei ReefCentral und bei Mofib versucht Meerwasseraquarianer zu finden die diese Produkte schon benutzen Mai 2008. Gab es da in der Suche 0 Treffer :winking_face: auch nach direkter Anfrage bei Zuchtkollegen in den USA war es nicht bekannt.

    Peter du hast doch Zuchttechnisch viel Kontakt zum Reiner Sch.? Frag den doch mal , soweit ich informiert bin sollte der doch mal ein recht großes Gebiet als Distri übernehmen?.

    Einmal editiert, zuletzt von IrisB (19. September 2009 um 10:26)

  • Reiner Sch. hat nichts mit dem Vertrieb von ML zu tun. Kein Support, sowie auch kein authorisierter Fachhandel der ML-Reihe. Der angesprochene Bereich unterliegt Herrn Ghadaban.

    Aquacentergary ist ein authorisierter Fachhändler der ML-Serie in Benelux.

    Beste Grüße

    Oliver Schultheiß

  • Danke für die Antwort über den Vertrieb =) Peter, setz dich doch trotzdem mal mit dem Reiner in Verbindung =)

    Auf 2 Seiten zuvor wurde noch eine Frage zum Schwefelwasserstoff gestellt, wäre ja schön wenn sie als General Distributor of Microbe-Lift diese auch mal beantworten könnten :confused_face: oder muss das auch der Sudad machen?

    2 Mal editiert, zuletzt von IrisB (19. September 2009 um 11:07)

  • Hallo zusammen,

    da mein Name jetzt mehrmals in diesem Thread gefallen ist, dachte ich, ich schreib mal was dazu.

    Bevor ich auf die einzelnen Produkte von Microbe-Lift eingehe, möchte ich erstmal was zum Thema
    Lebendgestein und Bakterienvielfalt etwas sagen.

    Zunächst müssen wir uns die Frage stellen, warum wir überhaupt Lebendgestein bzw. lebenden Sand ins Aquarium geben.
    Die meisten von uns tun dies, um erstens Mikroorganismen und kleine Krebstiere wie Copepoden, Mysiden, Röhrenwürmer etc. ins Aquarium zu bringen, die bei der Zerkleinerung von Abfallstoffen hilfreich sind. Sie sind die Müllabfuhr unseres Aquariums und mit ihrer Anzahl steht und fällt ein Meerwasseraquarium.

    Als letzte Stufe bleiben die Bakterien übrig, die die Reste an gelösten und nichtgelösten Nährstoffen verarbeiten und in weniger giftige chemische Verbindungen abbauen.

    Der Sinn vom Ganzen ist es letztendlich eine für die Haltung von Korallen und Meerwasserfischen hervorragende Wasserqualität dadurch zu bekommen.

    Wenn die lebenden Steine aus dem Meer entnommen werden, enthalten sie eine Unmenge an verschiedenen Bakterien und Kleintieren. Die Bakteriengattungen sind aber nicht alle Filterbakterien. Nur ein kleiner Teil ist für uns als Aquarianer interessant und für die Erzeugung guter Wasserqualität verantwortlich.

    Auf dem Weg vom Sammelort bis zur Fangstation überleben eher die Kleinkrebse und Algen als die Filter-Bakterien, die oftmals sehr stark geschädigt werden - es sei denn man würde die Steine unter Wasser wie Korallen transprotieren. (Gibst es auch teilweise - sogenannte Show Premium Lebengesteine - sind aber sehr sehr teuer, da sie meist noch Poriteskorallen, Schwämme etc. enthalten)

    Wenn man Glück hat regenerieren sich einige Filter-Bakterienstämme im heimischen Aquarium wieder. Meistens werden sie aber von den wesentlich dominanteren Cyanobakterien und weniger nützlichen Bakterien verdrängt, die leider ebenfalls auf dem Lebendgestein enthalten sind. Dann ist eh Schluss. Dabei spreche ich hier von gutem bis sehr gutem Lebendgestein.

    In der Realität ist es sogar so, dass bei 70-80% aller Meerwasserfachgeschäfte, die ich bisher besucht habe, lediglich wertlose nasse Steine mit ein paar Glasrosen und Amphipoden im Verkaufsbecken gehältert werden. Da ist nichts mehr an Filter-Bakterien großartig zu finden. Und gerade der Einsteiger wundert sich dann, warum sein Aquarium nicht so recht mit diesen Steinen einfahren will.

    Die Annahme, dass dieses Lebendgestein an Filterbakterien artenreicher wäre, als Bakterienprodukte mit 15 oder mehr Bakterienstämmen ist ein Irrglaube - außer man würde jetzt Lebendgestein 3-4 Stunden, nachdem man es aus dem Meer entnommen hat, ins heimische Aquarium geben.

    Aufgrund dieser Tatsache haben Firmen in aller Welt schon relativ früh begonnen, zu erforschen, welche der unzähligen Bakterienarten auf dem Lebendgestein für uns Aquarianer in der Wasserpflege sinnvoll sein könnten und sind zu dem Schluss gekommen, dass es nur etwa 5-10 Gattungen sind. Das sind dann die gängigen Bakterienprodukte, die schon länger bei uns auf dem Markt sind und nicht verkehrt sind. (z.B. Prodibio etc.)

    Manche Firmen aber wie z.B. Microbe-Lift gingen einen Schritt weiter und versuchten zusätzlich zu den Filterbakterien noch andere Bakterienstämme zu kultivieren, die auch noch gegen einige Meerwasseraquarien-Plagen hilfreich sein können. z.B. gegen Cyanos.

    Cyanos haben nämlich die unangenehme Eigenschaft, das Siedlungssubstrat bzw die Siedlungsfläche der Filterbakterien zu überdecken und die natürlichen bzw. auch die nachträglich eingebrachten, käuflichen Filterbakterien zu verdrängen bzw. Siedlungsraum zu zerstören. Sie wachsen auch schneller und durch das Verdrängen nimmt die Filter- und Abbauleistung der Filterbakterien immer weiter ab. Aufgrund der verschlechterten Wasserqualität vermehren sich dann die Cyanos noch mehr usw. Ein Teufelskreislauf beginnt und der Aquarianer merkt keinen positiven Effekt trotz Lebendgestein und Bakterienprodukte.

    Dadurch, dass nun Microbe-Lift in dem Produkt "Special Blend" 15% natürliche Purpursulfurbakterien zugesetzt hat, welche die Eigenschaft haben, Stickstoff (z.B. Ammonium, Nitrit, Nitrat andere Eiweißmoleküle) schneller zu fixieren als die Cyanos, verhungern die Cyanos letztendlich und die normalen Filterbakterien wie Nitrobacter, Nitrospira und Nitrosomonas (enthalten im Produkt NiteOutII von Microbe-Lift bzw. im Livesand oder Lebendgestein) können die Siedlungsfläche schneller und effektiver besiedeln.

    Übermäßig vermehren können sich die Sulfurbakterien nicht, da sie in geringerem prozentualen Anteil als die normalen Filterbakterien (Nitrobacter, Nitrospira und Nitrosomonas) im "Special Blend" enthalten sind.

    Es ist richtig, dass durch den Einsatz von Microbe-Lift "Special Blend" und "NiteOut II" eventuell vorhandene andere Bakterienstämme verdrängt werden können, was jedoch nicht tragisch ist, weil die natürlichen Bakterienstämme, die in den Microbe-Lift Produkten enthalten sind, genau diejenigen sind, die wir zur erfolgreichen Pflege eines Riffaquariums brauchen und kultivieren möchten. Was nützen einem Bakterien, die gar keinen Einfluss auf die Wasserqualität haben oder gar negative Effekte Auslösen (wie z.B. Cyanos oder Krankheitserreger etc.)

    Da die Purpursulfurbakterien Photosynthese betreiben, besteht im Gegensatz zu manch anderen Bakterien nicht die Gefahr der Schwefelatmung, falls auf einmal kein Stickstoff wie z.B. Nitrat mehr im Aquarium vorhanden sein sollte. (Gewöhnliche Filterbakterien holen sich statt Stickstoff dann Schwefel (S) aus den Sulfationen (SO4) des Meerwasser und können eine Ionenverschiebung im Becken bewirken und produzieren als Abfallprodukt dann Schwefelsäure etc.) Ein relativ häufiger und gefährlicher Nachteil der Wodkamethode und anderer Methoden der Kohlenstoffzufuhr (z.B. Essig etc.), die ziellos alle Bakterien vermehren ohne Rücksicht auf deren Eigenschaften. Auch Krankheitserreger werden hierbei vermehrt.

    Dies kann bei den Bakterien von Microbe-Lift bei richtiger Anwebdung und Kombination eben nicht passieren.

    Ein weiterer Vorteil vom "Special Blend" ist, dass die Bakterien sofort aktiv sind und nicht erst langwierig aus Sporen gezogen werden müssen. Die Kombination mit normalen Filterbakterien wie sie im NiteOut II enthalten sind macht sie zur idealen Kombination, um einerseits nährstoffarme Wasserverhältnisse zu erzeugen und gleichzeitig Cyanos zu hemmen. Sie wirken somit in 2 Phasen.

    In Phase 1 fixieren die Purpursulfurbakterien den Stickstoff und verdrängen durch aggressive Nahrungskonkurrenz die Cyanos. Sie schaffen Platz auf den Siedlungsflächen für Nitrobacter, Nitrospira und Nitrosomonas, welche im NiteOut II sogar noch konzentrierter vorhanden sind als im Special Blend. Es geht auch Special Blend alleine, aber ich bevorzuge die duale Therapie.

    Phase 2 da im Special Blend nur etwa 15% Purpursulfurbakterien vorhanden sind (der Rest sind andere teilweise klassische Filterbakterien) und 2-3 Tage später NiteOut II zugegeben wird, verdrängen nun die klassischen Filterbakterien z.B. Nitrobacter, Nitrospira und Nitrosomonas die Purpursulfurbakterien und wir haben den Zustand den wir eigentlich von Anfang an wollten.

    Daher ist es sinnvoll zusätzlich zum Special Blend noch das NiteOut II zuzugeben - aber eben erst 2-3 Tage später.

    Etwas einfacher gesagt: Purpursulfurbakterien "killen" die Cyanos - anschließend werden sie von den nachrückenden Filterbakterien (restlicher Anteil vom Special Blend und NiteOut II) selbst verdrängt. Damit stellen sie auch keine zukünftige Gefahr mehr im Aquarium dar. Dieser Einfall des Herstellers ist in meinen Augen genial und nicht unerheblich für den Erfolg des Produktes verantwortlich.

    Der Geruch beim Special Blend rührt daher, dass die Bakterien in der Flasche auf dem Nährboden (den man an der Flascheninnenseite sehen kann) einen anderen Stoffwechsel betreiben, als im Meerwasseraquarium. Ich lasse die zu dosierende Menge immer einige Minuten stehen, bevor ich sie ins Aquarium gebe. Dann sind die Bakterien aufgewacht und sofort aktiv.

    Das TheraP ist wieder etwas anderes. Das ist ein probiotisches Bakterienpräparat, welches die Darmflora unserer Fische besiedelt und die Fische widerstandsfähiger gegen pathogene Krankheitserreger macht. Da eine gute Wasserqualität ebenfalls für das Wohlbefinden der Fische wichtig ist, haben die Jungs von Microbe-Lift noch ein wenig vom Special Blend mit zum TheraP gegeben, um dies zu gewährleisten.
    TheraP ist zu empfehlen in der Fisch- und Seepferdchenzucht und um den alten Fischbesatz bei Neuzugängen zu schützen. Eine 100% Garantie gegen böse Erreger will ich dem Produkt aber nicht bescheinigen. Aber es hilft in vielen Fällen als Vorbeugung bei Pünktchen und anderen Leiden.

    Der Gravel & Substrat Cleaner wiederum enthält andere Bakterienstämme als Ergänzung zum Special Blend und NiteOut II und ist vor allem auf die Mulmentfernung und Phosphatreduzierung spezialisiert. Diese Bakterienstämme stammen aus dem Brackwasser von Mangrovengebieten.

    Somit sieht man schon, dass Microbe-Lift bzw. Ecological Laboratories sich sehr lange mit dem Thema natürliche Bakterien in der Aquakultur beschäftigt (seit 1976) und nicht irgend ein "Schlangenöl" auf den Markt wirft.
    Der Hersteller stellt auch Bakterien für Kläranlagen und für die Landwirtschaft her und ist durch das Sanieren von gekippten Flüssen mittels Bakterien oder beseitigen von Ölteppichen durch Mikroorganismen bekannt geworden.

    Dies war einer der Haupt-Gründe mich als Support-Händler sich für diese Produkte zu engagieren, weil es mir schon immer um einen ökologischen Betrieb eines Riffaquariums ging und diese Produkte natürlichen Ursprungs sind. Ich würde mir auch nie etwas Unnatürliches, von dem ich nicht weiß, was es ist, ins Becken kippen.
    Aber da kann man bei MIcrobe-Lift beruhigt sein. Alle Bakterien stammen von natürlichen Standorten und wurden relativ aufwendig kultiviert und so gemischt, dass sie ihre positiven Eigenschaften auch in einer Flasche behalten. Deshalb werden sie auch in diesen speziell beschichteten Flaschen gezüchtet und dürfen nicht in andere Flaschen umgefüllt werden.

    Wer noch mehr detaillierte Infos zu einzelnen Fragen hat, der kann mir unter sudad@gmx.de bzw. info@reefcare.de schreiben. Ich versuche dann schnellstmöglich alle Fragen zu den Produkten und zu deren Anwendung zu beantworten. Ihr müsst aber auch verstehen, dass einige technische Details Firmengeheimnisse bleiben müssen, um ein Kopieren durch andere Hersteller zu verhindern. Das ist logisch, denke ich.

    Liebe Grüße
    Euer Sudad

  • Guten Tag,

    mein Name ist Alexander Harm und ich bin seit mehr als 20 Jahren in der Aquaristik-Branche tätig.
    Unsere Familie ist jahrzehnte lang als Grosshändler in der Zoobranche tätig gewesen und ich habe viele Produkte in meinem fortgeschrittenen Leben kennen gelernt. Seit November 2008 bin ich offizieller Microbe-Lift-Support-Partner für den Fachhandel in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

    Ich bin Mitte letzten Jahres auf die Produkte von Ecological Laboratories aufmerksam geworden und habe mich entschlossen diese in meinem Unternehmen, welches sich auf die Aquarienpflege spezialisiert hat, anzuwenden und in der Praxis zu testen.
    In erster Linie hat mich die "Arbeitserleichterung" im Bereich der Aquarienpflege interessiert. Da ich weit mehr als 40 Aquarien in der Pflege habe, steht für mich als Kaufmann und Unternehmer die Zeitersparnis bei der Aquarienpflege im Vordergrund.
    Folglich habe ich mich natürlich, aufgrund der Aussagen zu den Produkten von Microbe - Lift, der Sache entsprechend angenommen.

    Unser Vertriebspartner Sudad hat ausführlich und sehr genau beschrieben, welche biologischen Eigenschaften die Bakterien-Produkte haben und in welcher Zusamensetzung diese im Handel angeboten werden, wo es auch nicht mehr viel hinzuzufügen gibt.

    Ich möchte nunmehr einmal über die "optischen" Eigenschaften und Vorzüge der Produkte berichten.
    Mein Test begann ca. August 2008 und ich verwendete die Produkte in erster Linie bei den Aquarien, welche zeitweise durch einige kleinere Probleme "auffielen".
    Nach ca. einem viertel Jahr konnte ich bereits einige sehr erhebliche, positive, Veränderungen feststellen.
    U. a. konnte ich eine merkliche Abnahme der Verschmutzung des Bodensubstrates in den Aquarien feststellen, in zweiter Linie eine längere Standzeit der Filtersysteme und einen messbaren Abbau von Schadstoffen.
    Die "optische Wasserqualität" war ebenfalls ein auffälliges Ergebnis. Sämtliche Aquarien wirkten im ganzen klarer und weniger von Schwebstoffen durch setzt. Die Wasserwechsel-Intervalle konnten verlängert werden was natürlich hinsichtlich der angestrebten Zeitersparnis einen großen Erfolg dar stellt. Nicht zuletzt wirkte sich die Produkte auch auf unerwünschte Algen und deren Wachstum positiv aus. Desweiteren muss ich weit aus seltener die Aquariengläser reinigen.
    Ich verwendete folgende Produkte bis dahin:
    Special Blend, TheraP, Gravel & Substrate Cleaner, Bacterial Aquarium Balancer, X-Treme (alternativ auch Aquatic Stress Relief) sowie den Clarifier Plus.
    Wenn ich an einem Arbeitstag bis dahin 4 - 5 Aquarien pflegen konnte, so konnte ich dies auf täglich bis zu 8 oder 9 Becken steigern.
    Mein Aquarien-Pflege-Unternehmen besteht seit 1997, seit 2005 in meiner eigenen Regie und bisweilen konnten keine Produkte eine derartige Effizienz und Zeitersparnis bieten.

    Da ich nunmal aus einer alten "Großhändler Dynastie" komme, entschloss ich mich dann im Novmeber 2008 die Produkte an den Fachhandel zu vertreiben und ging mit der Distribution Europa, namentlich Oliver Schultheiss, die Vertriebspartnerschaft ein. Auf die endlosen Telefonate bis spät in die Nacht hinein will ich mal gar nicht hinweisen, jedoch war der Austausch hinsichtlich der Erfahrungen und Hilfestellungen seitens der Distribution ganz hervorragend! :thup
    Es war ein guter Schritt, da die heutigen Erfahrungen der Fachhandels-Kollegen, sich mit den selbst gemachten Erfahrungen decken und wir mit gutem Gewissen die Produkte verkaufen können.
    Den ewigen Zweiflern sei gesagt, das es in Deutschland ganz andere Produkte gibt, die der Fachhandel mit Sicherheit nicht benötigt, geschweige mit gutem Gewissen verkaufen kann. Ich rate dazu einfach zu testen und selber festzustellen, welche Eigenschaften die Produkte haben und welche Reaktionen im Aquarium festgestellt werden können.
    Negative Auswirkungen sind mir bisweilen keine bekannt! Eher im Gegenteil, die Aussagen der Kollegen und Kunden bestätigt, das die positiven Veränderungen von kräftigeren Farben der Tiere bis hin zur wirkungsvolleren Arbeit des Abschäumers reichen, keine Einzelfälle, sondern vielmehr ein Ergebnis der hoch effektiven Bakterienprodukte von Microbe-Lift sind. Nicht zuletzt sei auch noch einmal TheraP angesprochen. Diese Produkt hat schon einige kranke und angeschlagene Tiere innerhalb weniger Tage wieder "auf Vordermann" gebracht und sich ebenfalls als hoch effektiv in der Zucht erwiesen.

    Microbe-Lift wird sicherlich kein Aquarium "zum laufen bringen", welches nicht fachlich und technisch ordnungsgemäß ausgestattet ist. Jedoch kann ich nach nunmehr einem Jahr fest halten, das es möglich ist, den Arbeitsaufwand sowie die Ergebnisse eines durchdachten Ökosystems im Glas zu stabilisieren und zu harmonisieren. Ich bin der Meinung, das diese Produkte, Aquarien ein Stück näher an die Natur ran bringen und dem Aquarianer sehr viel Freude bereiten werden.

    Auch ich stelle mich gerne für Fragen zur Verfügung, via Mail an info@aquaristikservice.de.


    Herzliche Grüße
    Alexander Harm

  • Zitat

    Original von Microbe-Lift-Support
    Diese Produkt hat schon einige kranke und angeschlagene Tiere innerhalb weniger Tage wieder "auf Vordermann" gebracht und sich ebenfalls als hoch effektiv in der Zucht erwiesen.


    Herzliche Grüße
    Alexander Harm

    Hallo Alexander,
    was für Tiere und was für hoch effektive Zuchtergebnisse waren das?

  • Hallo Sudad :wink

    Super Erklärung, habe schon bereit die drei Baks von dir bestellt und nächsten Tag bekommen :thup

    Nun wollte mal fragen ob ich mit denn Special Blend,NiteOut II und TheraP auch mit ozonisator und UV anwenden kann?

    Gruß Asil :]

  • Hallo Sudad,

    das ist ja eine interessante Sache. Diese Purpursulfurbakterien scheinen ja wahre kleine Teufelskerle zu sein,
    obwohl sie doch so viel transportempfindlicher sind alle alle anderen Bakterienarten. :smiling_face:

    Aber ein paar Dinge leuchten mir einfach nicht ein: Schwefelpurpurbakterien (was die richtige deutsche Bezeichnung
    für purple sulfur bacteria ist) leben in Verhältnissen, wie sie in unseren Aquarien nicht vorkommen. Dort lebt nämlich
    z.B. kein Fisch (oder hat jemand einen Meeresvulkan im Aquarium? :grinning_squinting_face: ). Dort wo sie leben gibt es keinen Sauerstoff,
    dafür viel Schwefelwasserstoff. Das sind Verhältnisse, die wir im Aquarium tunlichst vermeiden sollten, sonst lebt
    da drin außer Schwefelpurpurbakterien nix mehr.

    Folglich sterben diese Bakterien in einem Meerwasseraquarium schnell ab, für eine aktive Rolle fehlen die Voraussetzungen.

    Ich kenne die genannten Produkte nicht und weiß nicht, ob sie in irgendeiner Weise wirksam sind. Die beschriebene
    Erklärung ist jedenfalls nicht logisch.

    Gruß Armin

  • Hallo,
    Mir ist immer noch schleierhaft, wie >>[Herstellerangabe: lebende, photosynthetische, aerobe, fakultativ anaerobe, anaerobe, und chemosynthetische Bakterien] << in eine Flasche passen sollen, ohne dass es 'ugs' Randale untereinander gibt und am Ende nicht mehr nur 'riechendes Korallenfutter' im Behältnis übrig bleibt. Die 'Symbiose' Glasflasche/Bakterien ist mir ebenfalls suspekt.

    Ich halte im übrigen Cyanos für einen wichtigen biologischen Entwicklungszyklus (ich sehe es als 2. Einfahrphase von reifenden Aquarien an) eines jeden Aquariums zur Erreichung von Stabilität des Nitrifikationskreislaufes. Je länger und hartnäckiger der 'Befall', -so meine Erfahrung-, desto stabiler und unanfälliger die aufbauende Beckenbiologie späters.

    Ein Pro für mich, die Bakterien auszuprobieren wäre der angegebene Grund der Pflegevereinfachung von Aquarien.
    12 Becken mit zus. 12000 Ltr. halten mich doch auf Trab. :face_with_rolling_eyes:

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (20. September 2009 um 10:47)

  • Hi Stefan

    gehen kann das schon dann aber nur in einem ZystenStadium, dann passt das aber mit der Angabe der wachen Bakterien nicht überein.
    Mir ist auch nicht klar wozu man die Bakterien nehmen soll , wenn die normalen ebenso stickstoff fixierend sind und
    die sie ja dann so oder so verdrängen sollen.

    Vielleicht kommt ja noch ein bisschen mehr

    Gruss

  • Ich finde Armin seinen Einwand nachvollziehbar und bin mal auf eine Antwort gespannt.
    (Das mit dem Vulkan hätte garantiert was :D)

    Grüße Daniel

  • Hallo zusammen,
    mir wurde es mal so erklärt das der faulige Geruch der von Special Blend und/oder TheraP von dem Schwefelwasserstoffgas (H2S) ( http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefelwasserstoff ) das als Konservierungsgas eingesetzt wird kommt, dies soll eine Reaktion mit Sauerstoff verhindern. Wenn es so ist wie Sudad schreibt, das die Bacs sofort "erwachen" dann wären ja alle Bacs in der Flasche erwacht, sobald Sauerstoff hinzukommt ?

    Was mir speziell beim TheraP aufgefallen ist das sich der Flaschengeruch verändert wenn man die Flasche länger in Gebrauch hat, dann riecht es nicht mehr faulig sondern eher so leicht süßlich/chemisch.

    Einmal editiert, zuletzt von IrisB (20. September 2009 um 13:04)

  • Hallo,

    da liest man mal 2 Tage nicht und schon schwappt hier der Thread über. Vielen Dank für die vielen sachlichen und sachdienlichen Infos! Man liest wirklich selten eine so sachdienliche Diskussion.
    Das Ganze hört sich soweit auch schon schlüssig an. Auch wenn ich die Einwände gegen die herkömmlichen Methoden wie lebende Steine und lebenden Sand in Tüten nur so weit teile, als das ich darauf ebenfalls verzichten kann. Mein neues Becken mit einer Standzeit seit Nov.08 ist ebenfalls so eingefahren worden. Allerdings habe ich jede Menge Material aus meinen alten Becken benutzt (Wasser, ein paar Steine, ein paar handvoll Sand, mein separates DSB). Und genau dafür lasse ich das Argument des nicht verfügbaren wirklich lebenden Materials nicht gelten! Die Hauptstämme können meiner Meinung nach auf diesem Wege übertragen werden. Freilich kein breites Spektrum - aber ausreichend.

    Jetzt stellt sich mir nur noch die Frage nach den Schwefelpurpurbakterien. Wenn die alle Stickstoffquellen VOR allen anderen nutzen, kommt es dann nicht zur Limitierung? Wie stellt man sicher, das man nicht von jetzt auf gleich alle für Korallen und andere Stämme nutzbaren Stickstoffverbindungen entfernt? Werden in der Flasche auch Nährstoffe (Stickstoff,...) zugeführt? Wenn ich das ganze Recht verstehe, sind die Schwefelpurpurbakterien (SPB) nur ein Booster und sterben auf die eine oder andere Weise nach einigen Tagen? Das wäre eine feine Sache, denn dann hätten wir keine Langzeitwirkungen zu befürchten. Allerdings würden dann die SPB auch jeweils nur ein paar Tage pro Zugabe wirken. Also eben so lange wie man das Produkt regelmäßig zuführt wäre alles prima. Freilich wirkt der Rest der Bakterien (so die Ausführung) dann anschließend, aber meines Erachtens wirken die SPB in erster Linie für eine Schnellkur? Für tiefergehende chem. Diskussionen wie Armin Sie anführt fehlt mir hier leider auch ein wenig der chem. Hintergrund. Aber Interesse hätte ich daran schon. :winking_face:

    @Iris
    das mit dem Geruch würde sich dann genau mit Deiner Erklärung decken, das das H2S nur zur Erhaltung des aneroben Zustandes da ist. Irgendwann ist es verflüchtigt und dann nimmt unsere normale Athemluft diesen Platz ein. Mit all Ihren negativen Wirkungen auf das Produkt... Drum sind wohl auch die Flaschen so klein in Bezug auf die benötigte Menge. Man sollte wohl draufschreiben: "Besser schnell aufbrauchen." :O

    Ciao sagt Nico.

  • Zitat

    Original von nhauke


    @Iris
    das mit dem Geruch würde sich dann genau mit Deiner Erklärung decken, das das H2S nur zur Erhaltung des aneroben Zustandes da ist. Irgendwann ist es verflüchtigt und dann nimmt unsere normale Athemluft diesen Platz ein. Mit all Ihren negativen Wirkungen auf das Produkt... Drum sind wohl auch die Flaschen so klein in Bezug auf die benötigte Menge. Man sollte wohl draufschreiben: "Besser schnell aufbrauchen." :O

    Huhu Niko,
    laut Hersteller ist die ungeöffnete Flasche 3 Jahre und die geöffnete Flasche immerhin noch 1 Jahr haltbar :confused_face:

  • hmmm

    jeder europäischer Hersteller von Bakterienkulturen sagt dir klar das nach 1 Jahr so langsam Schluss ist mit der Wirksamkeit.

    wie gesagt vielleicht kommt ja mal ein bisschen mehr.

    Gruss

  • Hallo Iris :wink , Hallo Claude,

    das kommt auf die Verpackung der Produkte an. Wenn die Bakterien in der Flasche richtig konserviert sind, ist das kaum anders als in einer Ampulle. Da die Flasche mit "irgendwas" beschichtet wurde, räumt man so vielleicht die Reaktion mit dem Flaschenmaterial aus. Das abgefüllte Gas hält Sauerstoff insofern... also rundum sicher. Wenn das "irgendwas" auch noch nachträglich Gas nachspeist... hmm... Normalerweise wird sowas nun noch bei bestimmter Temperatur gelagert... aber allenfalls sterben Teile der Population ab. Hier bringe ich wieder meine anfangs erwähnten Keimzahlen ins Spiel. Wenn die Bakterien nicht mehr so Vermehrungsfähig sind, kann es sein, das eine verminderte Wirkung eintritt. Aber die o.g. Ampullen halten in der Branche gut ein paar Jahre mehr. Eine Garantie auf eine geöffnete Packung mit Bakterien zu geben, halte ich aber für einen Marketinggag. Naja, aber wenn man davon ausgeht, das 2/3 der Flasche beim ersten Hieb verbraucht werden und der Rest in den nächsten paar Tage, dann kann man solche Aussagen treffen. Wenn man nur alle 4-8 Wochen mal was reinkippt, gibt es keine Wirkung mehr und von Hersteller kommt ein: "nicht der empfohlenen Verwendungsanleitung entsprechende Benutzung" und schon sind die da raus... Also sprich geöffnete Packung auch anwenden sonst lässt die Wirkung stetig nach. Aber das war ja zu erwarten oder? Es gibt kaum ein Produkt auf dem Markt, was Bakterien bei Gebrauch mittels Katalysator aktiviert. Es sei denn, dieser ist Luft. Das weiss ich aus meinem Job (Biotech). Wer sicher gehen will, kauft kleinere Flaschen. Aber naja... :face_with_rolling_eyes:

    Ciao sagt Nico.

  • Hi

    Die Ampullen solltest aber auch binnen 1 Jahr verbauchen...
    ich weiss das noch danach was nachweisbar ist aber die Wirkung lässt doch erheblich nach

    Gruss

  • Hi Claude,

    ich meinte jetzt nicht die Prodibios sondern die Ampullen in der Stammsammlung bei industrieller Nutzung in der Biotech-Produktion usw.

    Ciao sagt Nico.

  • HI

    na das kannste nun aber schlecht vergleichen :winking_face:
    alleine schon die Lagerung ist da eine ganz andere.

  • Zitat

    laut Hersteller ist die ungeöffnete Flasche 3 Jahre und die geöffnete Flasche immerhin noch 1 Jahr haltbar

    Das ist richtig. Der Hersteller Microbe-Lift arbeitet direkt mit 2 Methoden der Konservierung.
    Wie Iris schon richtig erkannt hat, werden die Bakterienkulturen mit H2S-Gas konserviert.
    Sobald die Flasche geöffnet wird entweicht das Gas und die Baks wachen auf.
    Jetzt erfolgt Haltbarkeitsmethode 2 von Microbe-Lift. An der Innenwand der Plastikflasche
    befindet sich ein Nährboden-Streifen bzw. Innenwand der Flasche ist mit Nährstoff-Depot beschichtet,
    um die Bakterien zu ernähren. Kann man bei halbvoller Flasche sehr gut erkennen. Dieser hält dann aber auch nur maximal 1 Jahr. Wenn die Baks anfangen dieses Nährstoffdepot zu verstoffwechseln entsteht ein anderer Geruch. Bis dahin hat man aber meist schon längst die Bakterien dosiert. Daher darf man die Baks auch niemals in eine andere Flasche umfüllen - sonst wären sie ganz schnell am Ende.

    Zum Thema Stickstofflimitierung:
    Eine Stickstofflimitierung kann nur dann erfolgen, wenn PO4 im Aquarium gleichzeitig sehr sehr hoch ist.
    In dieser Situation reagieren diese Bakterienstämme von Microbe-Lift wesentlich milder, als herkömmliche Nitrosomonas oder Nitrobacter-Arten. Da sie schon bei geringeren Nitratwerten ca. 1-3 mg/l auf Photosynthesestoffwechsel umstellen und den Korallen nicht das letzte an Stickstoff rauben. Das soll laut Microbe-Lift der Vorteil dieser Kulturen sein. Dennoch sind sie aggressiv genug, um Cyanos zu verdrängen und Nährstoffe abzubauen und ehrlich gesagt - was will man mehr.

    Eine Stickstofflimitierung im Aquarium ist auch ein Anzeichen dafür, dass zu wenig partikuläre Nahrungsanteile im Becken vorhanden sind - denn die meisten Korallen fressen Stickstoff haltige Partikel (Zooplankton, Bakterienplankton und Phytoplankton) anstelle von Nitrat und Phosphat. In der Natur sind selbst in küstennahen Riffen Nitrat und Phosphat niedriger als in jedem Steinkorallenbecken bei uns. Trotzdem gedeihen sie prächtig.

    Korallen brauchen kein gelöstes Nitrat oder Phosphat, sondern Partikel, die Eiweiße, Fette und Vitamine enthalten um daraus in ihrem Inneren durch Stoffwechsel wieder Stickstoff und Phosphor zu verwerten.
    Diese Erkenntnisse sind erst in den letzten Jahren erforscht worden.
    Nitrat und Phosphat n.n., aber dafür eine hohe Partikeldichte an Mikroorganismen im umgebenden Wasser der Korallen. Das ist das, was Korallen brauchen, um sich wohl zu fühlen. Wer mehr Interesse an diesem Thema hat, kann sich meinen Artikel in der nächsten MAZ 04/09 Ausgabe zu Gemüte führen, oder auch unter Artikel/FAQ diesen auf meiner Website lesen.

    Da ich lediglich Anwender und Support-Händler dieser Bakterien bin, bin ich auch nicht bis ins letzte Detail informiert, was den Herstellungsprozess bzw. die tiefgründigeren biochemischen Details anbelangt, sondern weiß eben auch nur vordergründig, was da passiert und das erscheint mir schon jetzt jedenfalls interessanter und neu am Markt, als das, was bisher immer angeboten wurde.

    Überzeugt hat mich aber letztendlich die positive Wirkung in meinem Aquarium und in vielen Kundenaquarien.

    Liebe Grüße
    Sudad

  • Hallo Sudad,

    leider finde ich in deinem Beitrag keine Antwort auf meine Zweifel am Sinn des Einsatzes von Schwefelpurpurbakterien.

    Dafür ist mir etwas anderes aufgefallen: Währen es in der Händlermitteilung heißt:

    "Anm. Der strenge Geruch nach Zugabe des Produktes ist völlig unschädlich und verschwindet nach wenigen Stunden. Der Geruch entsteht durch die natürliche Produktion von Schwefelwasserstoff. "

    schreibst du, der Schwefelwasserstoff werde für die Konservierung beigegeben. Was ist denn nun richtig?

    Ich biete eine dritte Möglichkeit an: Schwefelpurpurbakterien benötigen unbedingt Schwefelwasserstoff zum Leben.
    Da sie auch Licht benötigen können sie nur unter ganz besonderen Bedingungen leben, die in einem Aquarium
    (zum Glück!) nicht vorhanden sind.

    Gruß Armin

  • Hallo Sudad,

    Danke für die ausführliche Antwort. Ich habe bei meinen Ausführungen vermieden, die Bezeichnung Nitrat zu verwenden, da mir die Hintergründe zur Korallenernährung schon recht geläufig sind. Wenn ich deinen Ausführungen folgen kann, sind "Eure" Bakterien nur auf Nitrat an sich fixiert und vergreifen sich nicht an den "Vorstufen" (Aminosäuren, Nitrit, etc.) - das ist doch richtig oder? Infolge dessen wäre freilich eine Korallenernährung weiterhin gewährleistet.

    Zum Hintergrund: Da bei mir NO3 im alten Becken schon seit 1 1/2 Jahren und im neuen Becken seit ca. 1/2 Jahr nicht mehr nachweisbar ist (Salifert Test, kein lila Schimmer, auch nicht beim Betrachten von der Seite). PO4 liegt IMHO im guten Bereich bei 0,075mg/L. Trotzdem gibt es im Frühjahr und jetzt im Hochsommer/Herbst eine wiederkehrende Cyanovermehrung. Nicht so, das ich das nicht aussitzen kann, aber eben optisch nicht so schön. Die Cyanos kommen und gehen 1-2 Monate später wieder, ohne Änderung am Becken. Temperaturen sind im Bereich 24-27 Grad (Winter-Sommer). Ozon und UV sind nicht vorhanden. Strömung ist 6000-12000L/h pulsierend Wechselseitig (Tunze Stream). Die Korallen werden nicht betroffen, aber 80% aller nichtbesiedelten Oberflächen (Steine, Sand) sind überzogen. Wenn ich das "einfach" beseitigen kann, wäre mir das recht. Aber ich brauche ein Mittel, das mir bei o.g. Bedingungen das Becken nicht kippt (dran hängt auch noch ein externes Refugium auf einem DSB) und das ich nach der "Plagenbeseitigung" auch gefahrlos wieder absetzen kann...

    Wenn es da bei mir aber kein Nitrat gibt und das Special Blend würde trotzdem wirken, frage ich mich, wovon sich die Baks ernähren?

    Anm.: ich möchte Dich durch meine tiefergehende Fragerei nicht aufs Glatteis führen. Wenn das Mittel so gut ist wie Ihr sagt und Ihr könnt mich davon überzeugen, werde ich es auch anwenden. Aber ich möchte es auch nicht Bakteriologisch umkippen oder tiefgreifend verändern. Weil viele Andere ein ähnliches Problem, möchte ich das hier aber auch veröffentlicht wissen. Deshalb frage ich so akribisch. :smiling_face_with_sunglasses:

    Ciao sagt Nico.

  • nhauke

    Das Auftreten von Cyanos kann viele Ursachen haben. In den meisten Fällen ist es aber eine Störung in dem Vermehrungszyklus der Filterbakterien. Die sonst von Filterbakterien genutzten Flächen werden dann frei für Cyanos, die diese in dem ständigen Konkurrenzkampf schnell besetzen können und hierbei wahre Überlebenskünstler sind. Waren schließlich auch eine der ersten Lebewesen auf unserem Planeten.

    Filterbakterienkolonien bauen oft einen Art Bakterienrasen auf, der sich dann auch wieder ablösen kann, wenn er zu dick geworden ist. Normalerweise wird er dann direkt wieder mit Filterbakterien besiedelt. Aber durch bestimmte Störfaktoren wie z.B. veränderte Wasserwerte, Licht, Ozon aber auch durch Umweltgifte in der Raumluft, die vom Abschäumer eingesaugt und ins Aquarium geblasen werden, können Filterbakterienkolonien teilweise extrem gestört werden. Die Cyanos sind da wesentlich robuster. Dafür giebt es wieder Faktoren, die Cyanos nicht vertragen und den Filterbakterien nichts ausmachen wie z.B. starke turbulente Strömungen, höhere KH- und pH-Werte.

    Aber auch jahreszeitlich bedingte Zyklen sind möglich. In der Natur treten auch Cyanoplagen einmal jährlich an bestimmten Orten auf.
    Meist jedoch am Strand vor Korallenriffen im Flachwasser, also in den Zonen, in denen Gezeiten die Filterbakterien ebenfalls stören. Im Spätsommer ist das bei Ebbe häufiger der Fall, weil bei den höheren Temperaturen und dadurch bedingten, schnelleren Austrocknung der durch die Ebbe freigelegten Sandzonen die Filterbakterien massiv gestört werden. Da kommt es dann zu regelrechten Massenvermehrungen von Cyanos, denen dies weniger etwas ausmacht. Im Herbst und Winter werden dann durch Stürme oder starken Seegang die Cyanofelder vernichtet und die Filterbakterien können sich wieder danach ansiedeln.

    Im Aquarium können durch Nährstoffarmut zwar auch Filterbakterien verhungern, aber dann verhungern eher die Korallen zuerst. Denn die Filterbakterien arbeiten in einem Nährstoffkreislauf - d.h. wenn aufeinmal Nährstoffarmut besteht, stirbt ein Teil der Bakterien ab, der wiederum dann Stickstoff freisetzt und sich einige Filterbakterien wieder vermehren. Irgendwann ist natürlich Schluss, aber im Aquarium, wo ständig gefüttert wird und die Fische Detritus produzieren ist das kaum möglich.

    Zitat

    Wenn es da bei mir aber kein Nitrat gibt und das Special Blend würde trotzdem wirken, frage ich mich, wovon sich die Baks ernähren?

    Anm: Kein Nitrat im Aquarienwasser bedeutet nicht zwangsläufig, dass kein Stickstoff vorhanden ist. Die Vorstufen Ammonium und Nitrit reichen den Filterbakterien als Nahrung aus und können selbst relativ hoch sein. Daher bei Cyanoproblemen und Algenproblemen immer auch Ammonium und Nitrit messen.

    Kenne einige Aquarien, bei denen Nitrat n.n. ist aber Ammonium extrem hoch ist.

    Gerade bei DSB-Becken kann das manchmal bei übermäßig hohem Fischbesatz passieren. Der Aquarianer denkt dann - "wow - tolles DSB, mein Nitratwert ist immer schön null" und kauft mehr und mehr Fische bis an die Belastungsgrenze eines DSB's und am Ende ist Ammoniumwert viel zu hoch, wird aber direkt von Cyanos und Filterbakterien verstoffwechselt und so können je nach Situation auch die Cyanos der Gewinner sein, da sie jegliche Form von Stickstoff verwerten können. Der Aquarianer merkt lange nichts, weil er immer nur den Nitratwert beobachtet, der sowieso sehr schwer zu messen ist und bei Anwesenheit von Nitrit oder Ammonium fast unmöglich zu messen ist.

    Es kann sein, dass Deine Beckenbiologie irgendwie gestört bzw. verarmt ist. Daher schadet eine Bakterienkur mit Microbe-Lift Special Blend und NiteOutII nicht. (bitte beide Präparate einsetzen!!! - Nite OutII dann 2 Tage später)
    Die Bakterien stammen, bis auf die Schwefelpurpurbakterien, alle aus natürlichen Meeres und Brackwassergebieten und der Erfolg des Produktes ist auf die für unsere aquaristischen Anwendungen spezialisierten Arten (mehr als 15 verschiedene Gruppen mit jeweils verscheidenen Unterarten allein beim Special Blend) und die ausgefuchste Lagerung von Microbe-Lift zurückzuführen.

    Ein Kippen der Beckenbiologie ist bei natürlichen Bakterienprodukten, die ohne Kohlenstoffdüngung arbeiten und auskommen, nicht möglich. Eher kippt ein Becken durch eine Verarmung der Bakterienflora. Es kann sehr oft helfen, aber schaden tut es auf keinen Fall, sofern andere Faktoren wie Licht, Technik und Wasseraufbereitung in einem für Meerwasseraquaristik akzeptablen Zustand sind. Ich rate generell von Ozon ab, weil dabei selbst bei geringster Überdosierung die Filterbakterien absterben können bzw. extrem gehemmt werden.

    @all

    Ich kann die Zweifel vieler Aquarianer verstehen, wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt - aber dieses Produkt ist schon sehr, sehr lange am Markt und ausreichend in der Aquakultur getestet worden. Es ist natürlichen Ursprungs und nicht chemisch.
    Wir schlucken oft täglich Medikamente, die weitaus höhere Nebenwirkungen haben und chemisch sind, ohne dass wir den Arzt nach dem Wirkprinzip, dem Herstellungverfahren und möglichen Folgen Fragen in den Bauch löchern. Wir nehmen es einfach, weil es helfen soll und anderen bereits gut geholfen hat.

    Im Aquaristikbereich dagegen werden selbst harmlose aber effektive natürliche Präparate unendlich oft hinterfragt, anstatt einfach dem Produkt, wegen des Erfolgs anderer Aquarianer, sein Vertrauen zu schenken.

    Liebe Grüße
    Sudad

  • hallo zusammen,

    eine wirkich interessante diskussion. vor allem denjenigen vielen dank, die hier sehr ausführlich und sachlich versucht haben, licht ins dunkel zu bringen.

    in der diskussion ist mir aufgefallen, das bei den bakterien nach "meerwasser" und "brackwasser" unterschieden wurde. bislang war ich der auffassung, dass es "filterbakterien" recht egal ist, in welchem wasser (salzig oder süß) sie ihre arbeit verrichten. in der regel sind die gängigen bakterienprodukte ja auch sozusagen "multifunktionsfähig".

    wenn man sich mal die seite von microbelift (http://www.microbelift-deutschland.de/ und http://www.microbelift.nl/scripts-D/producten-D.html) anschaut, fällt mir auf, dass hier nach meer- und süßwasser und teich differenziert wird, aber bei einzelnen produkten die leistungsbeschreibung, dosiermengen, etc. identisch sind.
    meine persönliche vermutung ist ja, dass einzelne produkte (bspw. nite out II; clean clear; usw.) vom inhalt her identisch sind und sich nur über die bezeichnung und die menge unterscheiden. gibt es nun wirklich unterschiedliche "filterbakterien" je nach gewässerart (süß, brack, salzig)?

    konkret gefragt, könnte es schaden bzw. nichts nützen, wenn man die teichprodukte als ersatz für die meerwasserprodukte einsetzt:

    special blend, bacterial aquarium balancer, gravel and substrat cleaner, nite out II


    clean clear, super start, sludge away, nite out II


    der eine oder ander von uns hat sicher auch einen teich und würde sich vermutlich darüber freuen, die produktpalette im schrank verschlanken zu können, oder? :winking_face:

    grüße

  • Zitat

    Original von Preciousx
    Wollte mal nachfragen ob mittlerweile noch andere Aquarianer Erfahrungen mit dem Produkt Special-Blend gemacht haben.

    hi ,
    ich habe dieses produkt sogar mal in (kleineren)zuchtbecken verwendet , die ja gerne an fehlender biologie leiden.
    Dabei konnte ich jedoch weder vor-noch nachteile bemerken , die larven hat's nicht umgebracht , die erfolgsquote jedoch augenscheinlich auch nicht erhöht.

    In meinen anderen becken habe ich das produkt vielleicht nicht lange genug angewendet , ich finde allerdings das beläge an den scheiben den belägen in der originalflasche sehr ähneln , ohne das mich dieser anblick sehr erfreut :confused_face:
    ob diese beläge identisch mit denen der schwefelbakterien ähneln oder sogar dadurch verursacht sind kann ich nicht sagen , da ich keine untersuchungen unter dem mikro gemacht habe solange die flasche in gebrauch war .

  • Hallo Fischer (wie heißt du eigentlich mit Vornamen?),

    für Bakterien macht es einen großen Unterschied, ob sie im Süß- oder Meerwasser leben. Einfache Organismen
    haben noch weniger Möglichkeiten, sich an unterschiedliche Salzkonzentrationen anzupassen, als höhere Lebensformen.

    Daher kann ein Meerwasserbakterienprodukt nicht im Süßwasser funktionieren. Oder anders formuliert:
    Wenn es im Süß- und Meerwasser funktioniert, dann beruht seine Wirkung nicht darauf, dass Bakterien darin sind,
    sondern darauf, dass Nährstoffe darin enthalten sind, die von den bereits im Aquarium vorhandenen Bakterien verwertet werden.

    Gruß Armin

  • Zitat

    Original von Armin Glaser
    Daher kann ein Meerwasserbakterienprodukt nicht im Süßwasser funktionieren. Oder anders formuliert:
    Wenn es im Süß- und Meerwasser funktioniert, dann beruht seine Wirkung nicht darauf, dass Bakterien darin sind,


    Hallo Armin,

    davon bin ich auch ursprünglich ausgegangen. Es werden aber eine Reihe von Präparaten angeboten, die genau das versprechen. Was ist denn zum Beispiel von Prodibio Bio Digest zu halten?

    Grüße
    Ingrid

  • Hallo,

    wollte nur kurz was zum Thema sagen,

    ich habe auch Special Blend ausprobiert bei meiner Cyano Plage und nach
    etwa 3 Wochen sind tatsächlich die Cyanos von heut auf morgen
    weg gewesen, sogar ohne Absaugen!!!

    Ob es Glück war oder an den Bakterien gelegen hat kann ich nicht sagen,
    aber sie sind weg und nur das zählt für mich :winking_face:

    Sonst wurde ja nichts verändert und nachteiliges konnte ich seither nicht
    feststellen, im Gegenteil, seither wachsen auch wieder die Kalkrotalgen.

    Nur der Gestank von den Bakterien ist gewöhnungsbedürftig !!!

  • Danke, Armin.

    Dabei schwören so viele Leute auf die Wirkungsweise. :grinning_squinting_face:
    (Und ich bin auch darauf reingefallen. :O)

    Grüße
    Ingrid

  • Hallo Armin, Hallo Ingrid,

    ich frage jetzt sicherheitshalber nochmals nach. Nicht, daß ich etwas falsch verstanden habe.

    Heist das jetzt, das das Bio Digest garnicht in unseren Salzwasserbecken die gewünschte Funktion hat?
    Es wird von jedem, auch hier im Forum renomierten, Meerwasserhändler angeboten mit entsprechenden Texten, wo auch das Wort "Meerwasser" vorkommt.
    Ist ja nicht ganz billig das Zeug, aber wenns nichteinmal für uns taugt, dann spare ich zukünftig nach dem Aufbrauchen der letzten 60AmpullenPackung doch bares Geld.

    Gruß Dirk

    160x65x65cm Plexiglas, Aquaphoton 4xT5 54Watt,2x150Watt, Strömung: Abyzz A200, RF-Pumpe: Abyzz200, ATI Powercone 200

  • Hallo Armin,
    wenn Du die Auflistung der Bakterienstämme bei Nite Out II betrachtest sind dies aber Gattungen aus dem Marinen Bereich.
    Von welcher Auflistung redest Du?

    Gruß
    honk

  • hallo zusammen

    Armin: zunächst vielen dank für deine antwort. im netz habe ich den extrakt einer dissertation zum thema gefunden. wenn ich den inhalt richtig verstanden habe, hast du teilweise damit recht, dass bakterien auf veränderte lebensbedingungen (salzgehalt) recht deutlich (inaktivität) reagieren.
    aber unterm strich scheinen die bakterien wohl dennoch die selben zu sein. so wie ich teile des textes interpretiere, geht der autor davon aus, dass sich die bakterien grundsätzlich auch an veränderte salzgehalte anpassen können. leider sind details hierzu nicht ausreichend beschrieben. vor diesem hintgergrund erscheint es mir möglich, dass es sich bei den produkten anderer hersteller (abseits von microbe lift) nicht um nährlösungen, sondern um tatsächliche bakterien handelt.
    eine fachliche begründung kann ich nicht in worte fassen, aber irgendwie habe ich im moment noch den verdacht, dass die bakterien der unterschiedlichen hersteller unterm strich identisch sind (die pupurbakterien sind möglw. eine ausnahme bei microbe lift) und sich nur die art der kultivierung sehr deutlich unterscheidet und hier aber vermutlich das geheimnis zur tatsächlichen wirksamkeit verbirgt. jedoch halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass es tatsächlich produkte geben könnte, die wirklich speziell für süß- oder salzwasser konzipiert wurden. jedoch drängt sich schon der verdacht auf, dass es auch nur ein wirtschaftliches interesse der hersteller sein könnte (was sicher in gewisser weise legitim ist).

    grüße

  • Zitat

    Original von honk
    wenn Du die Auflistung der Bakterienstämme bei Nite Out II betrachtest sind dies aber Gattungen aus dem Marinen Bereich.
    Von welcher Auflistung redest Du?

    hi honk,

    armin meint " prodibio bio digest".

  • Armin da wage ich es doch Dir vorsichtig zu widersprechen.
    Eine Toleranz bezüglich des Salzgehalts ist nicht zwingend auszuschließen.
    Ich kann da das Post von "Fischer" (sag uns doch mal einen Vornamen) eigentlich nur unterstützen.
    Fakt ist:
    Die in Werbetexten der Hersteller aufgeführten Bakterien sind ganz normale Bodenbakterien die man in jeder Pfütze und in jedem Komposthaufen findet.
    (Vor 30 jahren als noch kein Lebendgestein benutzt wurde hat man übrigens Gartenerde zum animpfen benutzt)
    Nitrosomonas europea klingt schon vom Namen nicht gerade nach tropischem Meer und Nitrobacter winogradskyi ist nach Sergei Winograsky benannt der sicher auch keine marine Arten erforscht hat.....
    Auch die anderen Heterotrophen Pseudomonas sind absolut universelle Arten die man wirklich überall findet.
    Die Herstelle lassen den Benutzer im Unwissen, ein Missverständnis das extra nicht aufgeklärt wird. In Werbetexten wird dann gerne von "ausgesuchten Bakterien" gesprochen und der Benutzer glaubt das es marine Arten sind.
    Dies soll aber nicht heißen das diese Produkte komplett unwirksam sind, das vermag ich nicht zu beurteilen.

    Lars

  • Hallo zusammen,

    ich sehe hier das Problem in sehr optimistischen Werbeaussagen, die leider bisher nicht über öffentlich zugängliche wissenschaftliche Berichte abgesichert sind - für mich sind es zunächst einmal Behauptungen.

    Da ich mich auch beruflich mit der Vermehrung und Langzeitlagerung (Stammsammlung) div. Bakterienstämme beschäftigen durfte, betrachte ich derartige Aussagen aus einer kritischen Distanz. Bakterien mit höchst unterschiedlichen Umweltansprüchen leben gemeinsam, nein "schlafen", in einer Flasche, bis der Aquarianer sie wieder weckt und sie sich gemeinsam an ihre Aufgaben machen. Völlig unabhängig davon, welches Substrat und welche Bedingungen sie im Aquarium antreffen. Zudem sind die fleißigen Helfer auch noch viele Monate oder sogar Jahre in der Flasche haltbar (Echtzeitstabilitätsuntersuchungen ?).

    Leider gelingt es vielen Wissenschaftlern auch heute noch nicht, viele dieser Bakterien, die für den Stickstoffkreislauf relevant sind und auch in unseren Aquarien leben, zu kultivieren, geschweige denn in Flaschen bei Raumtemperatur über Jahre zu lagern.

    Zitat

    In Aggregaten aus einem Flüssigbett-Reaktor mit niedrigeren NH4 +-Konzentrationen wurden dagegen keine Vertreter der Gattung Nitrobacter, sondern in hoher Zahl bisher nicht kultivierte Vertreter der Gattung Nitrospira in der Nitritoxidationszone gefunden [9].

    Quelle: Methoden zur Bestimmung der in situ-Funktion von Mikroorganismen

    Dem Aquarianer wird dabei suggeriert, dass er in Zukunft weder eine Einfahrzeit benötigt, noch dass es bei Problemen mit unerwünschten Effekten im Becken vielleicht an seinem (noch) fehlenden Wissen oder seinem Ehrgeiz möglichst (zu) viele Fische zu halten gelegen haben könnte? Eine Flasche "Helferlein" ins Becken und alles wird gut !

    Was Armin wahrscheinlich ausdrücken wollte, ist die Tatsache, dass man nicht einfach alle Habitate der nitrifizierenden Bakterien gleichsetzen kann:

    Zitat

    / ...da die dort (Biofilter) vorkommenden Bakterien (Nitrifikanten) aufgrund des Salzgehaltes im Wasser weniger aktiv sind als die im Süßwasser. Zudem wachsen nitrifizierende Bakterien sehr langsam (die minimale Generationszeit beträgt 8 Stunden), wodurch es in neuen Aquarien bei hohen Fischdichten zu toxischen Konzentrationen des giftigen Ammoniums und Nitrits kommen kann ("new tank syndrome").

    Quelle: http://www.limnomar.de/eigenedateien/…ltur-phaseI.pdf, Seite 5

    Etwas verwirrend für den Verbraucher ist die Marketing-Strategie:
    Microbe Lift Night Out II wurde für die Klientel der Koiteichbesitzer in der einen Werbebotschaft speziell für Gartenteiche und für den MW-Aquarianer in dem nächsten Flyer speziell für Meerwasseraquarien entwickelt. In beiden Fällen sorgen die selben (?) Bakterien für den Erfolg. Zitat: "Die flüssigen Bakterien in Microbe Lift Night Out II enthalten sorgfältig selektierte Bakterienstämme wie Nitrosomonas, Nitrospira und Nitrobacter. " Unterschiede gibt evtl. es nur im Preis ? Der Gartenteichbesitzer kann sich hier aufgrund des schieren Volumens der Gartenteiche über einen Mengenrabatt freuen. Im Sicherheitsdatenblatt heißt es übrigens unter

    Zitat

    "Environmental Effects": /... The bacterial cultures are naturally occurring soil type organisms."

    Also doch nur ordinäre Bodenbakterien, selektiert und gut verpackt ?

    Wiederum andere Firmen setzen wieder nur auf bestimmte Bakterienstämme.
    Beispiel:

    Zitat

    Zitat aus einer Produktvorstellung für TetraAqua SaveStart, ein neues Mittel zum Sofortbesatz, im Aquaristik Fachmagazin Nr. 190. SafeStart enthält lebende Nitrospira- Bakterien, die nachweislich den Ammoniakgehalt um das bis zu 14fache und den gefährlichen Nitritgehalt um das bis zu 10fache reduzieren. Bislang herrschte verbreitet die Meinung die Meinung, dass Nitrosomas und Nitrobacter die nitrifizierenden Bakterien im Aquarium wären. Die Tetra Forschung hat jedoch festgestellt, dass diese Bakterien nicht in Aquarien wirken können, sondern nur in Abwässern. Nur Bakterien der Gattung Nitrospira reduzieren Ammoniak und Nitrit im Aquarium.

    Diese Aussage findet sich dann auch in wissenschaftlichen Publikationen:

    Zitat

    In der mikrobiellen Ökologie konnte gezeigt werden, dass Verteter der Gattung Nitrospira, und nicht die besser bekannten Arten von Nitrobacter, die dominierenden Nitritoxidanten in Aquarien mit Salz- oder Süßwasser sind.

    Quelle: http://www.limnomar.de/eigenedateien/…ltur-phaseI.pdf, Seite 7


    Das Sicherheitsdatenblatt (MATERIAL SAFETY DATA SHEET) von dem Produkt MICROBE-LIFT/Nite Out II weist folgende Inhaltsstoffe aus:
    Contains:
    Nitrifier bacteria 40%
    Water 60%
    Sodium bicarbonate 1%
    Preservative less than 1% (Schade, dass man nicht erfährt, was für ein Konservierungsmittel enthalten ist ?)

    Weiter unten steht dann: Irritating to skin, risk of serious damage to eyes. ????
    Aquatic Toxicity: Not Known (m.E. das sollte ein Hersteller für einen Aquarienwasserzusatz schon einschätzen können, ob das Produkt für Wassertiere toxisch wirkt oder nicht ?)

    Fazit: Für mich sind all diese Produkte entbehrlich - solange mich niemand vom Gegenteil überzeugen kann. Und das gelingt wohl nur mit reproduzierbarer und nachweisbarer Wirkung unter Praxisbedingungen. Daher bleibe ich bei dem Einfahren neuer Becken und bewährten Techniken. Wenn es Probleme gibt, dann habe ich einen Fehler gemacht und eine Flasche wird mir nicht helfen, ein Problem mit der Technik, den Wasserwerten oder falscher Dosierung über Nacht zu lösen. Die "richtigen" Bakterien sind bereits im Becken, wir müssen sie nur am Leben lassen und geeignete Bedingungen schaffen und aufrecht erhalten. Wer die Bakterien-Produkte trotzdem einsetzen möchte und damit zufrieden ist, dann soll er das tun. Mit der nächsten Welle kommen dann die mit "nützlichen" Bakterien angereicherten Frost- und Flockenfutterprodukte, damit der Doktofisch seine Darmflora verbessert. Es gibt für alles irgend einen Markt - aber man muss nicht jeden Trend mitmachen - oder doch ? :face_with_rolling_eyes:


    @ Hallo Fischer,
    nicht für ungut - aber die angegebene Dissertation stammt aus dem Jahr 1907! Seitdem hat sich viel getan in der Erforschung der Nitrifikationszyklen. Damals war man schon froh, überhaupt Bakterien nachweisen zu können.

    Zitat

    Die Promotionsprüfung bestand ich am 30. November 1907.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

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