Natürliches Meerwasser

  • Hi Ingrid

    ich habe nur die Information, Atlantiknähe. Wenn ich es genau wüßte, würde ich beim derzeitigen Bedarf selbst mit nem Tanker hin fahren :winking_face:

    Ich höre aber so viele "Gerüchte" es kommt eh alles aus einer Entnahmestelle, dass es mir mittlerweile egal ist. Die Qualität ist für mich entscheidend und die Überwachung der selben. Meinem SPS Tank scheint es bisher sehr gut zu gefallen, von daher ...........

    ich werde aber in 3 Wochen aus Indonesien Wasser mit bringen, mal sehen wenn man beides analysieren läßt, wo die Unterschiede sind.

    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler


  • ich werde aber in 3 Wochen aus Indonesien Wasser mit bringen, mal sehen wenn man beides analysieren läßt, wo die Unterschiede sind.


    Das klingt interessant. Ich hoffe, du lässt uns am Ergebnis teilhaben. :smiling_face:

    Grüße
    Ingrid

  • Super Diskussion (ich klopp mir einfach mal auf die Schulter und bilde mir dabei ein, sie durch mein Gebrabbel in Tortes´ Thread losgetreten zu haben :grinning_squinting_face: ).

    Wer mir hier jetzt noch fehlt ist Armin :smiling_face:
    Er könnte uns bestimmt sagen, ob es auf chemischer Ebene irgendwelche bedeutsamen Unterschiede gibt, das ist für so Chemiegimps wie mich interessant.
    (Ist Calcium gleich Calcium? Nein! Um einen Kalksandstein in einem Glas Wasser aufzulösen muss man viel öfter umrühren als bei den Tabs von DM, sowas in der Art.)

    70 Elemente sollten 70 Elemente sein, aber vielleicht gibt es ja einen Unterschied von natürlich zu künstlich.

    MfG
    Björn

    -------------------------------------------------------------
    Wisst ihr, was das tragische an Kanada ist?

    Die hätten französisches Essen, britische Kultur und amerikanische
    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Hallo,

    Zitat

    70 Elemente sollten 70 Elemente sein, aber vielleicht gibt es ja einen Unterschied von natürlich zu künstlich.


    Die Konzentration der Elemente macht den Unterschied.

    Ich bezweifle sehr stark das Meersalzhersteller alle Spurenelemente aktiv in ihr Salz einbringen, was Technisch nahezu unmöglich ist. Wer glaubt das die Unreinheiten von den einzel Salzen (Natriumchlorid / Magnesiumsulfat / Magnesiumchlorid / Calciumchlorid / Kaliumchlorid / Natriumhydrogencarbonat / ... für die die sich mit Meersalzherstellung mal beschäftigt habe beachtet die Reihenfolge) die Zusammensetzung aufweisen die im mittel im Meer vorhanden sind, der ist völlig auf dem Holzweg.
    Wie gut oder schlecht (möge jeder selber entscheiden) die käuflichen Meersalze im Bezug auf Spurenelementezusammensetzung sind läst sich doch dank Triton ungefähr feststellen.
    Bevor jetzt wieder eine Diskussion über Triton (ICP-OES Analyse) los geht, gleich vorweg. Das die Analyse nicht genau bei den Ionenkonzentrationen im Meerwasser ist, ist bekannt. Jedoch ist es völlig ausreichen um einen groben Überblick zu erhalten und das beste das für uns Privatpersonen möglich ist.

    Jetzt dürft ihr eure Kanonen abfeuern :uzi: :grinning_squinting_face:

    Gruß Andy

  • Hallo,

    ich denke nicht, dass selbst gemischtes Salzwasser identisch ist mit natürlichem Meerwasser. Aber die Frage ist ja auch, ob denn das wirklich erstrebenswert ist. Sicher ist natürliches (sauberes) Meerwasser ideal im Meer, aber ist es das auch im künstlichen Milieu eines Aquariums? Im Meer tritt aufgrund der gewaltigen Wassermasse und des permanenten Wasseraustausches sicher auch in dicht bewachsenen Riffen kaum ein Mangel eines bestimmten Stoffes ein. Aber in den Aquarienpfützen kann das recht schnell passieren. Heißt das, ich muss bei NSW eher und mehr nachdosieren oder viel mehr Wasserwechsel machen, als bei der Verwendung handelsüblicher (guter!) Salzmischungen? Und wie "natürlich" ist mein Aquarienwasser dann noch, wenn ich doch wieder mit diversen Stoffen "nachbessere"?

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang

    ich kann natürlich nur für mich sprechen, daher ist das nicht zwingend eine Referenz.

    Ich habe hier wochenlang PO4 in mein Becken kippen müssen, da die Deko von insgesamt 3.5qm Fläche ohne Säulen im 1500er Liter Tank ordentlich dagegen gearbeitet hat. (Versorgung der Bakterien usw.) Seitdem ich das NSW nutze (PO4 zwischen 0.01 und 0.06 je nach Wasserstand im 1200Liter Behälter) benötige ich kein PO4 mehr zusätzlich. Überhaupt geht es dem Becken richtig gut und es entwickelt sich prächtig.

    Regelmäßige Waseranalysen bei Peter Gilbers und sporadisch bei Triton zeigen mir Verbrauch bei Ca, Kh, Strontium und Magnesium sowie Jod an. Die Defiizite muss man natürlich auch bei NSW ausgleichen. Ob schneller oder nicht ist schwierig zu sagen, das Aquarium ist aber was den Verbrauch angeht nichts aussergewöhliches, vergleiche ich es mit vorherigen Anlagen (Schaubecken)

    Ich traue mich sogar zu behaupten, es läuft sehr stabil, evtl. sogar stabiler als alles was ich vorher an SPS Becken hatte.

    Spurenelemente nutze ich von sangokai und ich habe mittlerweile scheinbar die Menge raus die dem Becken gut tut.

    Netto 1500Liter, dann nach und nach insgesamt 800Liter mit NSW gewechselt. Dann nach ein paar Monaten einen 1200Liter Tank mit NSW als Volumenerweiterung im Beipass angeschlossen, somit sind es nun gesamt 2000liter NSW von 2700ltr Gesamtvolumen (einfach gerechnet) Ab und an mache ich noch Wasserwechsel mit Royal Nature Salz.

    In der Praxis bedeutet das, alle 14 Tage 60 Liter Wasserwechsel mit NSW, jeden dritten Wechsel mit R.N.

    Die Volumenerweiterung habe ich gemacht um mehr Stabilität beim Verbrauch zu bekommen, und seitdem läuft das Becken nur noch nach vorne.

    Kroatienwasser welches ich in teilweise kleinen Mengen 20 Jahre lang aus dem Urlaub mit gebracht habe, hatte auch immer ein positive Wirkung, Polypenexpansion etc. Ich denke da war aber nie genug Wasser da, um da auch eine Erfahrung abzuleiten. Geschadet hat es aber nie (auch ohen Analysen, entnommen auf den Inseln, Rab, Krk, Cres, Mali Losinj, Brac etc.)


    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Seitdem ich das NSW nutze (PO4 zwischen 0.01 und 0.06 je nach Wasserstand im 1200Liter Behälter) benötige ich kein PO4 mehr zusätzlich.


    Hallo Norbert,

    das NSW wird damit beworben, dass es fast kein Phosphat und Nitrat enthält - eine natürliche Konzentration eben. Nun sind 0,06 mg/l Phosphat ja schon eine ordentliche Hausnummer. Wie erklärst du dir diesen Wert?

    Grüße
    Ingrid

  • Hi Ingrid

    der Wert kommt daher, weil das vorhandene Plankton und sicher auch ein paar Bakterien nach und nach absterben, logisch. Je länger die STANDZEIT umso mehr wird man verlieren. Bisher waren aber durch Umwälzung in den Tanks keine Werte über 0.01 - 0.02 messebar.

    Die fertigen Verkaufskanister von ATI Orginal verschlossen stehen im Schaufensterbereich und zeigen rein optisch, trotz oder eben wegem dem Lichteinfall keinen Besonderheiten. Von wegen bei Lagerung faulen sie vor sich hin usw. Grundsätzlich sollte man das Wasser ja innerhalb einiger Wochen verarbeiten und lieber wieder "frisch" nachbestellen.
    Ich habe hier einen Kanister seit 3 Monaten Original von ATI stehen, den will ich in 4 Wochen mal anlaysieren lassen. Auch das ist Praxiserfahrung sammeln.... :grinning_squinting_face: :winking_face:

    Wenn du nun aber ein 1200LIter Fass über 2-3 Monate lagerst, und das Wasser nicht bewegst kannst du ja nicht erwarten, (macht ernsthaft auch niemand) es wäre gestern aus dem Meer entnommen worden. Wobei ich die genannten Werte als volkommen unbedenklich ansehe und in der Spitze eher die Ausnahme sind.(wegen der genannten Gründe)

    In einem normal funktionierenden Becken, im Zeitalter von eher Nährstoffarmut geplagter Becken, wird das Phosphat auch als herzlich willkommen begrüßt. Sämtliche Kunden konnten es im Aquarium nicht mehr nachweisen, oder nur minimal bei sehr großem Wasserwechsel.

    Die Korallen standen danach satter in den Farben und insgesamt redet man von Verbesserungen des Polypenbilds, einige von Cyanorückgang und sogar komplette Auflösung.

    Wie gesagt, alles abhängig von der Menge und der Regelmäßigkeit wie oft benuze ich es. Und natürlich ist alles noch sehr jung und sicher auch sehr subjektiv dokomentiert.

    Da die Werte im Meer übrigens auch nicht überall wo Korallen wachsen bei 0.000 liegen, sehe ich kein Problem mit dem bischen PO4.
    Zumal im Meer ja noch andere Möglichkeiten der Versorgung bestehen. Daher würde ich das mit dem Phosphor im Aquarium und im Meer eh nicht zu 100% gleich setzen wollen. Wie viel wird in welcxhem System , bzw. wo benötigt??

    (auch das wird interessant wenn ich Indonesienwasser innerhalb von 48 Stunden nach der Entnahme analysieren lasse)

    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Zitat

    Hat schon mal jemand ein Becken über Monate oder sogar Jahre nur mit natürlichem Seewasser (NSW) betrieben?

    Na klar, da brauchst Du doch nur in diverse öffentliche Schauaquarien an den Küsten zu gehen, das sieht teilweise schon toll aus. Das liegt aber hauptsächlich am eingetragenen Plankton, welches teilweise als Futter dient, in erster Linie aber Organismen in die Aquarien bringt, die wir normalerweise niemals halten könnten.

    Wer mal die großen Fischbecken im Monterey Bay Aquarium gesehen hat, wird sicherlich auch den Eindruck gehabt haben, er befindet sich direkt unter Wasser: sämtliche Dekoelemente sind komplett mit niederen Tieren besiedelt!

    Einen anderen, schönen Effekt sieht man auf diesen Bildern eines norwegischen und eines kleinen schwedischen Schaubeckens, welche eher sehr stiefmütterlich behandelt werden und trotzdem so funktionieren:
    (Ich glaube, die einzige Technik waren Lampe und Heizstab!)

  • Einen anderen, schönen Effekt sieht man auf diesen Bildern eines norwegischen und eines kleinen schwedischen Schaubeckens, welche eher sehr stiefmütterlich behandelt werden und trotzdem so funktionieren:
    (Ich glaube, die einzige Technik waren Lampe und Heizstab!)

    Ist ja auch ein Super Besatz. Was soll da nicht funktionieren?

  • Torsten

    ich meine hier und jetzt, also auch hier aktuell im Forum oder wie Jens schrieb aus der/seiner Vergangenheit.

    Öffentliche Zoos sind für mich nicht relevant, da gelten ja oft ganz andere Gesetze alleine schon wegen der oft verbundenen Küstennähe , dem Budget oder sogar dem know how.

    Es bezog sich mehr auf die hier Schreibenden und Lesenden, also die Normalaquarianer.

    Ich will auch keinen Hype wegen ein bischen Meerwaser auslösen, das ist ja auch nichts sooo neues, aber eben kaum verbreitet. Ich kann rein theoretische bzw. spekulative Meinungen nicht wirklich dazu benutzen, mir ein besseres Gesamtbild über Sinn oder Unsinn zu bilden. Deshalb mache ich eben den Selbsttest und bisher nur mit positiven Reaktionen

    so ein wenig rum testen und forschen macht einfach Spaß und bringt evtl. auch ein paar neue Erkenntnisse, so oder so. Und zu viel Zeitaufwand ist es für mich auch nicht, Wasser rein und abwarten.
    Salz verkaufe ich ja trozdem noch, denn nicht jeder springt auf den Zug auf. Aber das ist bei vielen Dingen so die Meerwasseraquaristik betreffend, jedem seine Meinung und sein System.


    @Klaus

    der war schön trocken, wie immer, :grinning_squinting_face: :winking_face:


    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Zitat

    mir ein besseres Gesamtbild über Sinn oder Unsinn zu bilden.

    Ich denke, das kam hier ganz gut rüber, Norbert:

    Bei sehr großen Becken und günstiger Beschaffung, mit NACHVOLLZIEHBAREM Lieferweg und Zeit kann es Sinn machen.

    Wasser aus Kanistern kann in kleinen Nanobecken Sinn machen, wenn mich nicht interessiert, wie ein Meeresaquarium funktioniert und ich einfach nur "Nemos gucken" will und zwar jetzt! Das ist biologisch in Ordnung und ökonomisch vertretbar.

    Mittelgroße Becken, also vielleicht zwischen 300 und 3000 Litern, wird man mit Sicherheit niemals sinnvoll in ökonomischer oder biologischer Hinsicht mit natürlichem Seewasser befüllen können, wenn es irgendwie in Kanistern verkauft wird oder ich irgendwelchen Händlerversprechen glauben muß.
    Sich mit "Analysen" Sicherheit erkaufen zu wollen, ist grober Unfug, weil man ganz schnell erkennen wird, daß man von drei verschiedenen Laboren meist drei verschiedene Ergebnisse erhält. Wer´s nicht glaubt, spricht bitte mit einschlägigen öffentlichen Einrichtungen, die haben das meist alles schon hinter sich.

    Die Sache selbst in die Hand zu nehmen und eine erfahrene Spedition damit zu beauftragen, sauberes Nordseewasser zu besorgen, kann bei Erstbefüllung ab einer bestimmten Größe und der Bereitschaft, Geld auszugeben, durchaus Sinn machen. Wir hatten immer diese hier:

    http://anhalt.de


    Aber damit die Einfahrphase eines Aquariums irgendwie zu verkürzen, halte ich eher für gefährlich für den weiteren Betrieb des Beckens, bei der man eigentlich die Biologie eines Meeresaquariums erlernen soll und nicht irgendwelchen "Meßwerten" blind vetraut.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Sich mit "Analysen" Sicherheit erkaufen zu wollen, ist grober Unfug, weil man ganz schnell erkennen wird, daß man von drei verschiedenen Laboren meist drei verschiedene Ergebnisse erhält.

    Gilt das auch für die Analyse des von Dir verwendeten Materials für die Keramik :confused_face: Dann kannst Du ja auch nicht sagen ob bzw. welche nicht verträglichen Stoffe event. enthalten sind.
    Es wäre schön, wenn Du hierzu antworten würdest.

  • Hallo,

    jetzt giftet euch mal nicht an. Wir haben doch alle das gleiche Ziel.

    Von der Lerndidaktik her hat Torsten ja Recht, dass man im Leben vieles selbst erlernen muss.

    Aber, wenn so ein Baustein, wie natürliches Meerwasser, das Lernen erleichtern kann, und auch nicht so viele Korallen beim "lernen" absterben, finde ich diesen Baustein sehr nützlich.

    Salzhersteller/Verkäufer brauchen auch keine Angst zu haben, dass sie weniger verkaufen, da NSW auf Dauer doch sehr teuer ist.

    Der Vorteil ist eben, dass man Elemente im Aquarium, die im kritischen Bereich liegen, wieder mehr in den normalen Bereich drückt durch WW mit NSW.

    Die Korallen danken es einem und das Portemonnaie wird auch geschont.

    Gruß,
    Peter

  • Zitat

    Aber, wenn so ein Baustein, wie natürliches Meerwasser, das Lernen erleichtern kann, und auch nicht so viele Korallen beim "lernen" absterben, finde ich diesen Baustein sehr nützlich.

    Siehe Nano, Peter oder man kommt wirklich günstig an das Meerwasser heran! Dann sollte man solche Möglichkeiten nutzen!

    Um´s Salz verkaufen geht´s ja auch nicht, diese Kanisterschlepperei kommt jetzt mal in Mode und wenn die Leute merken, wie es nervt, hören sie von ganz allein wieder auf und verfahren wie immer. Für Leute mit günstiger Bezugsquelle, denen es nichts ausmacht, ist es eine prima Sache und war es ja auch schon immer, meine ersten Becken habe ich immer mit Ostseewasser betrieben, ich wohne ja schließlich am Meer! Viele engagierte Aquarianer machen das heute noch, aber eben kein Gewese drum! (Siehe Jens!)

    Zitat

    Der Vorteil ist eben, dass man Elemente im Aquarium, die im kritischen Bereich liegen, wieder mehr in den normalen Bereich drückt durch WW mit NSW.

    Das ist ein weites Feld Peter, das weißt Du ja am besten. Viele Elemente sind in Meersalzmischungen überproportional vorhanden, andererseits wissen wir nicht, wie schnell sie abgeschäumt oder ausgefällt werden (Stichwort Calcifizierung oder "Spurenelementezugabe"), wenn wir sie in naturnaher Konzentration im Becken haben und vielleicht auf diese Art einen Mangel erzeugen. Da scheint eine Überdosierung nach bisherigen Erfahrungen eher unkritisch.
    Auf dem Weg des Wasserwechselns ist dem nicht beizukommen, dafür müßte man bei der durchschnittlichen Aquariengröße ja Unmengen Kanister kaufen!

    Ich sehe den Vorteil, wie oben erwähnt, vor allem in der Zuführung von Plankton und organischen Makromolekülen, deren Wirkung wir im einzelnen nicht kennen, aber an unseren Tieren beobachten können.

    Aber dafür benötigt man wirklich möglichst frisches Wasser und nicht welches, das wochenlang durch die Gegend gefahren und gelagert wird. Diese Diskussion ist müßig und in der Praxis wird es wohl so enden wie mit "Miracle Mud" oder "Live Sand" (Auch wieder so unsinnige Anglizismen!):

    Die Leute, die meinen, zuviel Geld zu haben oder sich eine bestimmte Aquarienqualität damit kaufen zu können, die kaufen es eben, aber es geht genausogut auch ohne, das wissen alle, die lange Jahre erfolgreiche Meeresaquarien betreiben! Und ich glaube, genau darum ging es in diesem Fred.

    Und im Vergleich mit einigen Leuten, die hier nur herumprovozieren wollen, habe ich etwa 45 Jahre dauerhafte Erfahrung mit natürlichem Seewasser, das größte Becken hat wie gesagt 3 Millionen Liter Inhalt und kann von jedem Interessenten gern besichtigt werden: Es steht im Ozeaneum Stralsund!
    Dort kann sich dann jeder seine eigene Meinung bilden.

    Hier im Hause stehen auch einige größere Becken mit 6m oder 3m Länge, die hin und wieder natürliches Seewasser bekommen. Die kann jeder Mitleser gern besuchen kommen. Auch wenn es darin nicht um Korallenvermehrung geht, so halte ich den Zugewinn an "Wasserqualität" doch eher für bescheiden und plädiere, siehe oben, lieber für ein paar gute lebende Steine oder wirklichen lebenden Sand, der frisch importiert ist.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Eigentlich gibt es darüber nichts zu diskutieren : ... natürliches Meerwasser ist das Beste, was es gibt. Was sollte es da besseres geben als Mutter Natur ? Die einzige Frage ist nur, ob sich das rechnet. Wenn wir hier in Köln Stadtwasser nehmen ( 55 mgl. Nitrat/l ) Silikat so hoch, dass er nicht mehr messbar ist und die Aufbereitung derselben mit einer Druckosmoseanlage/Boosterpumpe und nachgeschaltetem sp. Silikatfilter und deren Wartung, lässt die Lieferung von echtem Meerwasser, geradezu preiswert erscheinen.
    Kein Mensch holt sich natürliches Meerwasser, wegen Plankton oder irgend etwas was da leben soll. Nein, es geht einfach darum ein Wasser zu haben, wie es ursprünglicher nicht sein kann. Ich bin kein Chemiker, aber ein Laborant eines Unternehmens, der sich auf Herstellung von Hautpflegemitteln konzentriert, hat mir mal erklärt, einmal kristallisiertes und ausgetrocknetes Meerwasser, kann niemals wieder die gleichen Eigenschaften aufweisen, wie flüssig gebliebenes. Das sei auch der Grund, warum diese Firma ganze Tankzüge voll, echtes Meerwasser verwendet und es sich nicht aus Salzen selber mischt, was ja viel einfacher wäre. Die Gründe wird sicher Armin besser erklären können.
    Wenn wir echtes Meerwasser bekommen haben, wurde das in großen, schwarzen Kautex Tanks dunkel gelagert. Das hielt über Monate und wurde nur mit einer Membranpumpe durchlüftet. Das Wasser war nach Monaten immer noch brauchbar.

    Letztendlich entscheidet aber auch nicht echtes Meerwasser über Erfolg oder Misserfolg eines Aquariums : .. entscheidend ist immer noch die Komponente, die *vor* der Scheibe sitzt und nicht dahinter :grinning_squinting_face:

    Grüße .. .Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

  • Zitat

    natürliches Meerwasser ist das Beste, was es gibt. Was sollte es da besseres geben als Mutter Natur ? Die einzige Frage ist nur, ob sich das rechnet.

    Sag ich doch, für den der es frisch und günstig bekommt - toll! Aber welcher Binnenländer kann das schon?!

    Zitat

    Letztendlich entscheidet aber auch nicht echtes Meerwasser über Erfolg oder Misserfolg eines Aquariums : .. entscheidend ist immer noch die Komponente, die *vor* der Scheibe sitzt und nicht dahinter !

    Das sollten wir mal oben in die Titelzeile des Forums schreiben!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
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  • Hi zusammen

    Torben ging es glaube ich um Informationen ob der Nutzen der durch das natürliche Meerwasser entstehen "könnte" zu "erklären" ist und was andere davon halten. (um Kosten geht es nicht)


    Als Micha in Beitrag 24 das selbe wie Klaus in Beitrag 58 geschrieben hat wurde er nach der Herkunft seiner Weisheiten gefragt.

    Jetzt sind sich aber endlich fast alle einig, Meerwasser ist das Beste. Torsten hat das in Beitrag 59, wenn auch mit einem Komma dahinter bestätigt. Torben ist froh und ich für meinen Teil auch.

    Und ja, der letzte Satz von Klaus ist vollkommen richtig.

    warum wir da so lange drum rum geredet haben weiß ich jetzt auch nicht so genau. :winking_face: :grinning_squinting_face:

    schönen Abend noch
    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler


  • warum wir da so lange drum rum geredet haben weiß ich jetzt auch nicht so genau. :winking_face: :grinning_squinting_face:

    Forenphänomen :smiling_face:
    Findet man ständig, in jedem Forum, zu jedem Thema, in mindestens 20% der Threads :grinning_squinting_face:

    Ich finde es super, das macht Foren lebendig und interessant und zeigt die Menschen hinter den Bits und Bytes.
    Nur trocken Frage/Antwort wäre doch langweilig :smiling_face:

    MfG
    Björn

    -------------------------------------------------------------
    Wisst ihr, was das tragische an Kanada ist?

    Die hätten französisches Essen, britische Kultur und amerikanische
    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Jetzt sind sich aber endlich fast alle einig, Meerwasser ist das Beste. Torsten hat das in Beitrag 59, wenn auch mit einem Komma dahinter bestätigt. Torben ist froh und ich für meinen Teil auch.

    Hmmm, kann man so herauslesen, wenn man unbedingt will, aber irgendwie ist ja auch die Frage aufgetaucht, wie lange das so bleibt. Das ist die Frage, die mich viel mehr interessiert. Ich glaube, es ist schon 10 Jahre her, da habe ich bei Vorträgen schon die Ankündigung gehört, "ich richte mein Becken mit 100% natürlichem Meerwasser ein", einzig, nachher hört man nichts mehr davon. Man findet nirgends Berichte, dass daraus ein super-erfolgreiches Riffaquarium hervorgegangen wäre, wo sich Tiere gehalten hätten, die sich anderswo nicht halten.
    Damals war dieser Shimek-Artikel aktuell und angeblich waren alle "normalen" Riffaquarien schwermetallverseucht. Mich würde echt mal interessieren, was jetzt aus den Becken wurde, die garantiert nicht schwermetallverseucht waren.

    Klar, wenn ich +/- unbegrenzt Meerwasser durch meine Anlage durchpumpen kann, das hat schon etwas für sich. Solange ich aber nicht in dieser Lage bin, ist es für mich immer noch die Manipulation der Wasserqualität im laufenden Betrieb, die über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,

    was mich bei NSW mal interessieren würde : wie verhält sich sich das mit dem Plankton? Wenn das Atlantikwasser ist, dürfte es doch erhebliche Unterschiede machen, ob im Frühjahr oder Winter das Wasser gewonnen wird? Der liege ich hier falsch?

    Rolf

  • Hallo Hans Werner,

    genau darum geht es mir, wer hat ein Becken über mehrere Jahre mit natürlichem Meerwasser betrieben oder betreibt es noch. (das von dir genannte Zitat von mir war mehr oder weniger etwas ironisch gemeint)

    Natürlich sind wir uns nicht alle einig. :winking_face:

    Bringt es nichts, und ich bilde mir ein das kann man als erfahrener Aquarianer durchaus an verschiedenen Faktoren ableiten, werde ich der erste sein der es nicht mehr nutzt, und andere eben auch. Was nun in der Vergangenheit war, weiß ich leider nicht. Ich kenne niemanden der es mal genutzt und wieder abgesetzt hat.

    Ich würde mich daher über eine Diskussion freuen, wo man versucht die Vor-und Nachteile raus zu streichen. (aber bitte nicht die Kosten)

    Alles was ich bisher gesagt habe, ist mein subjektiver Eindruck. Die Randerscheinung mit dem verschwinden von Cyanos bei einigen Kunden, kann wie wir wissen viele Ursachen haben. Da sie aber nach dem Einsatz von NSW verschwanden (natürlich nicht bei jedem, denn das wäredann wohl eine Gelddruckmaschine) wäre da bereits der erste Ansatz nachzufragen , warum? usw. usw.

    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo Hans Werner


    Es war eine Antwort auf deine Frage
    zudem gibt es noch größere Schauanlagen die es nutzen, in den Staaten nicht wenige Aquarianer auch.

    Eine Wertung stellt dies nicht dar

  • Hallo zusammen,
    NSW>Salzmischungen
    Ich seh das so: Bakteriell ist bei NSW keine grosser Nutzen vorhanden. Auch das angesprochene Plankton ist ein sehr sensibles Kerlchen. Dann muss, last but not least, die Chemie den Unterschied machen. Oder ist das zu simpel gedacht?
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo extremecorals,

    Eshan betreibt einen nicht ganz geringen Aufwand um sein Wasser zu analysieren. Er propagiert offenbar geringe Wasserwechsel, sprich, bei ihm ist die Kontrolle und Manipulation der Wasserqualität im laufenden Betrieb sogar von besonderer Bedeutung, mehr noch als beim Normalaquarianer, der sich auf seine regelmäßigen Wasserwechsel verlässt. Insofern war das zwar eine Antwort aber bei genauer Betrachtung ein Beleg für die Richtigkeit meiner Behauptung und kein Beleg für die Vor- oder Nachteile von natürlichem Meerwasser.

    Aus den USA ist mir nichts darüber bekannt, dass mit dem natürlichen Meerwasser besondere Erfolge erzielt worden wären oder dass damit die Riffaquaristik erleichtert würde. Vielleicht hat ja jemand hier im Forum mehr und bessere Informationen als ich dazu?

    Auch bei den Zoos scheint es so, dass der Erfolg mehr vom Engagement von Mitarbeitern und Aquarienkuratoren abhängt als vom Zugang zu natürlichem Meerwasser. Dirk Petersen hat nicht erst im Rotterdam Zoo-Aquarium Korallen aus Larven aufgezogen sondern auch schon in München. Ich habe auch schon Pocillopora und Heteroxenia aus Larven aufgezogen und einige bzw. viele andere sicher auch schon, teilweise ohne es zu wissen.

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (27. September 2014 um 16:31)

  • Zitat

    Bakteriell ist bei NSW keine grosser Nutzen vorhanden. Auch das angesprochene Plankton ist ein sehr sensibles Kerlchen. Dann muss, last but not least, die Chemie den Unterschied machen. Oder ist das zu simpel gedacht?

    Es ist eher genau andersherum!

    Zitat

    dass der Erfolg mehr vom Engagement von Mitarbeitern und Aquarienkuratoren abhängt als vom Zugang zu natürlichem Meerwasser.

    Ja, Hnas Werner, das deckt sich sehr schön mit dem oben zitierten Satz von Klaus.
    Solange man nicht dauerhaft natürliches Seewasser einleiten kann, ist der Nutzen eher marginal, es sei denn, man kommt günstig an größere Mengen, dann ist es lediglich ein ökonomischer Vorteil.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Es ist eher genau andersherum!


    Hallo Torsten,

    kannst du das begründen?
    Da sich auch die Händler darüber einig sind, dass das NSW nur für kurze Zeit lebende Organismen enthält, ist Hajos Schlussfolgerung durchaus richtig. Zumindest gilt sie für den normalen Verbraucher, der das Wasser in Kanistern kauft und nicht frisch aus dem Tankwagen.

    Grüße
    Ingrid

  • Ich hatte ja schon aufgeführt, daß der "Frischegrad" ein ganz entscheidender Faktor für die Qualtät ist.
    Dennoch sind auch in Wasser, welches eine Woche herumstand (vorausgesetzt, es wurde belüftet), genügend erwünschte Bakterien und deren Dauerstadien, kleinere Mikroorganismen und organische Makromoleküle vorhanden, die durchaus von Nutzen sein könnten.

    Dabei geht es aber nicht darum, was ein Normalaquarianer als PLANKTON versteht: Man wird aus solch gelagertem Wasser wohl keine Seesterene oder Krebse mehr großziehen. Aber es scheint mir immer noch deutlich besser angelegtes Geld, als für eine Ampulle gekaufter "Bakterien".

    Aber alles hat seine zwei Seiten: natürlich kann ich mir:

    1. auch Krankheitserreger und deren Dauerstadien einschleppen und
    2. darauf habe ich nun schon mehrfach hingewiesen, habe ich als Kunde keinerlei Garantie dafür, WAS ich genau da kaufe und irgendeine chemische Analyse nützt mir dabei überhaupt nichts, weil es vollkommen egal ist, wieviel Lithium, Flour, Bor oder sonstwas in dem Wasser ist und ich keinerlei Möglichkeiten sehe, daß mir die vorhandenen Handelsstrukturen irgendeine Art Qualitätsgarantien geben können.
    Das kann jeder Heimaquarianer mit einem ordentlichen Mikroskop viel besser!

    Es liegt mir völlig fern, hier irgendeinen Händler oder Anbieter zu verunglimpfen, aber wenn ich mit einem simplen Liter Wasser einen ganzen Euro verdienen kann, sind unsauberen Geschäftspraktiken Tür und Tor geöffnet. Ich habe mich noch nicht näher dazu belesen, aber bisher klingt alles hier nur nach irgendwelchen Behauptungen, wo das Wasser herkommen soll!

    Sollte man im Aquarium Büsum, Tönning oder Helgoland natürliches Seewasser kaufen können, möglichst noch mit ein wenig Bodengrund drin, wäre dies eine prima Sache, jeder Normalsterbliche könnte dann in für ihn bezahlbaren Abständen immer mal wieder seine Mikrofauna auffrischen. So etwas macht wirklich Sinn.
    Meinetwegen auch noch Wasserwechsel im Nano, dafür wäre es auch noch bezahlbar, siehe oben.

    Solchen Instittutionen würde ich vertrauen, die machen sich sicherlich nicht die Mühe, Salz aufzulösen.


    Aber um zum Ausgang des Freds zurückzukommen: Damit seine Einfahrzeit für das Becken verkürzen (Warum eigentlich?) zu wollen, halte ich nicht nur für unsinnig, sondern vielleicht sogar zu gefährlich, unabhängig davon, um welchen Aquarianer es sich handelt.

    Ich kenne solches Prozedere sogar aus öffentlichen Schauaquarien, wenn 12 Stunden vor der Neueröffnung noch die Handwerker am Aquarium schrauben! Aber morgen früh kommt ja der Genosse Minister, da muß alles stehen - leider immer zum Leidwesen der Tiere

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen


  • Dennoch sind auch in Wasser, welches eine Woche herumstand (vorausgesetzt, es wurde belüftet), genügend erwünschte Bakterien und deren Dauerstadien, kleinere Mikroorganismen und organische Makromoleküle vorhanden, die durchaus von Nutzen sein könnten.


    Hallo Torsten,

    es geht hier aber nicht um Wasser, das noch recht frisch ist und gut belüftet wurde. Wir reden hier vom Normalaquarianer. Der kauft das NSW abgestanden und unbelüftet. Was da in der Zwischenzeit mit den Mikroorganismen passiert ist, hat Norbert durch den Phosphatwert demonstriert.
    Der Vorteil dieses Wassers liegt einzig in der natürlichen chemischen Zusammensetzung. (Die wiederum auch nicht mehr natürlich ist bei einem Phosphatwert von 0,06 mg/l).

    Grüße
    Ingrid

  • Hi zusammen


    wenn ich richtig informiert bin, ziehen wir mal alles ab was so im Salzwasser drin ist, reden wir über restliche 0.5 bis 1% der Gesamtbestandteile. Was ist in da eigentlich noch drin, was davon in natürlichem Meerwasser, und was davon in Meersalzmischungen.

    Gibt es Bestandteile aus diesen rund 1 % die überhaupt relevant für die Pflege von Korallen etc. sind, und könnten sie je nachdem wo sie vorhanden oder nicht vorhanden sind, den Unterschied machen.

    Plankton , Bakterien und Preise wie gesagt interessieren kaum jemanden der es kauft, da auch ich als Händler niemandem das Wasser als Wundermittel und sehr gehaltvoll an .............. verkaufe, sehe ich da auch keine Probleme.
    Ich sage sogar jedem es ist in jedem Fall teurer als die herkömmliche Weise Salzwasser für das Aquarium zu nutzen.

    Übrigens bei einem VK Preis von 65 Cent pro Liter, weiß ich gar nicht wie ich an einem Liter 1.-€ verdienen soll. :grinning_squinting_face:


    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo,

    da mein Name schon mehrfach gefallen ist, möchte ich mich auch einmal kurz zu Wort melden.

    Zunächst finde ich es erschreckend wie viele pauschale Aussagen hier einfach getroffen werden. Genau diese undifferenzierte Betrachtung und Vermutungen bringen uns kein Schritt weiter.

    In Ländern wie Japan, USA ist es weit verbreitet auch NSW zu nutzen. Es gibt traumhafte Becken hierzu, welche man auch in diversen internationalen Foren finden kann. Wenn ich dies hier jedoch so alles durchlese, frage ich mich ob es eine typisch deutsch Mentalität ist erstmal allem kritisch gegenüber zu stehen.

    Wir bieten das NSW in erster Linie an da wir selber mit dem NSW Erfolge erzielt haben, wie wir es vorher nicht vermutet hätten. Da uns dies so überzeugt hat, wollten wir einfach das auch anderen in den Genuss von NSW kommen können. Es ist lediglich eine neue Option, die wir den Markt zur Verfügung stellen wollen. Inzwischen haben schon mehrere Händler ihre Anlagen auf NSW umgestellt und dies mit sehr guten Erfolgen. Vielleicht melden sich ja hier noch einige... Alles Zufall ? Ich denke nicht. Denn die Qualität des NSW ist nach allen Analysen, die uns zur Verfügung standen extrem konstant. Schon dies macht klar: Wer NSW hat eine sehr gleichbleibende Qualität. Dies kann besonders für Anfänger eine sehr hilfreiche Sache sein. Schließlich geht es auch darum Risiken/Mißerfolge in der Praxis zu vermeiden.
    Dies können ganz simple Anwendungsfehler sein wie z.B.:
    1. welche Qualität hat mein Ausgangswasser (ist die Osmoseanlage noch in Ordnung oder mein Harz schon verbraucht...?)
    2. Kann ich die richtige Dichte/Salinität bei der richtigen Temperatur einstellen (oder zeigt mein Refraktometer überhaupt richtig an ?)

    Aber es geht auch teilweise um den Arbeits- und Zeitaufwand. Besonders für kleine Aquarien und Nanobecken ist dies sehr praktisch da bei der Nutzung von NSW kein Mischen und Nachmessen mehr notwendig ist. Investitonen in eine Osmoseanlage etc. sind auch nicht mehr zwingend nötig. Wir wollen die Riffaquaristik besonders für Anfänger einfacher und sicherer machen.

    Und um den Spekulationen über die Haltbarkeit und Nutzen von NSW ein Ende zu setzen: Wir können garantieren das selbst nach Monaten im Kanister das NSW sich in der chemische Zusammensetzung nahezu unverändert ist. Dies haben wir mehrfach getestet. Unser Wasser ist auch sehr rein und wird nicht etwa nach einer Zeit schlecht oder stinkt. Natürlich geht der anfängliche "biologische Bonus" von ganz frischem Meerwasser ein wenig verloren. Es ist jedoch keinesfalls so, das nur ganz frisches Wasser das einzig wahre wäre. Wir haben z.b. selbst nach 6-8 Wochen noch einzelne freischwimmende Copepoden im Kanister entdeckt...

    Auf weitere Details möchte ich hier derzeit noch nicht eingehen, da wir dies lieber durch praktische Beispiele zeigen werden. Ich finde es nur sehr Schade das hier gleich alles sehr kritisch gesehen wird. Es gibt unbestritten viele Vorteile die NSW hat. Einige sind z.B. die extrem hohe Reinheit, die sehr gleichbleibende Qualität, die unerreichte natürliche Zusammensetzung(Spurenelemente), die sofortige Verwendung (keine freien Radikale oder "Agressiviät" wie bei frisch angesetztem Meerwasser), man hat gleich einen typisch hohen Redoxwert und kann auch mal größere Wasserwechsel machen usw. usw.
    Das NSW ist kein "Allheilmittel". Es ist lediglich ein Baustein, der in guter Qualität und richtig eingesetzt helfen kann. Oder um es mal in den Worten von Herrn Jansen zu sagen:

    Zitat

    natürliches Meerwasser ist das Beste, was es gibt. Was sollte es da besseres geben als Mutter Natur ?


    Wir werden jedenfalls diesen Weg weiter verfolgen, da wir es als Bereicherung für den engagierten Aquarianer und Anfänger sehen. Da die Kosten (Transport, Verpackung und Logistik) aber recht aufwendig ist, wird es immer teurer als Meersalz bleiben und die Salzhersteller werden vermutlich nicht einen Eimer Salz weniger verkaufen.

    Wenn jedoch Anfänger einen erfolgreicheren Start in die Meeresaqauaristik gelingt (Thema Nanobecken) und wenn hier das NSW ein stabilisierender Faktor sein kann, der die Erfolgsquote verbessert, werden vielleicht auch mehr Aquarianer mit größeren Becken entstehen, die dann vielleicht aus Kostengründen wieder auf künstliches Salz zurückgreifen. Es ist also aus unserer Sicht kein Wettbewerb gegeneinander, sondern vielmehr eine schöne Alternative um unser Hobby vielleicht insgesamt ein Stück weit zu verbessern.

    Gruß
    Oliver Pritzel


  • Hallo Torsten,

    es geht hier aber nicht um Wasser, das noch recht frisch ist und gut belüftet wurde. Wir reden hier vom Normalaquarianer. Der kauft das NSW abgestanden und unbelüftet. Was da in der Zwischenzeit mit den Mikroorganismen passiert ist, hat Norbert durch den Phosphatwert demonstriert.
    Der Vorteil dieses Wassers liegt einzig in der natürlichen chemischen Zusammensetzung. (Die wiederum auch nicht mehr natürlich ist bei einem Phosphatwert von 0,06 mg/l).

    Grüße
    Ingrid


    Hi Ingrid

    nicht das es falsch rüber gekommen ist;

    das Wasser im 1200liter Tank wurde nicht umgewälzt und der Wert enstand aus dem stehenden abgesunkenen Anteil in Form von 50-100Liter von insgesamt 1200 Liter.
    Alle Tanks danach wurden belüftet und hatten bis zum Schluß einen Durchschnittsphosphatwert von 0.01 bis 0.03 max.

    Ich habe gerade noch einmal einen aktuellen Abfülltank aus dem Laden gemessen, er ist halbleer und ich habe wieder mit Gilbers gemessen, er liegt bei 0.02mg. Umgewälzt wird mit einer 1000 Liter Turbelle am Boden liegend, Ausrichtung Druckseite zur Wasseroberfläche.

    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Guten Morgen

    Wenn ich das mal so salopp schreiben darf: nicht labern, machen!

    Oliver hat sich ja schon im Nachbarforum die Finger "wund" geschrieben, bietet das Produkt günstig an, leistet Support und lässt das Wasser regelmäßig mit einer Doppelprobe bei mir und Triton untersuchen.

    Mit NSW wird es einfacher aber didaktisch nicht unbedingt sinnvoller, wie Torsten schon angesprochen hat.

    Jeder andere Einwand wie z.B. Plankton, PO4, etc. von euch ist ja auch richtig und wichtig. Aber es sollte nicht kaputt geredet werden.

    Defizite im Becken kann man aber durch NSW elegant beheben und seine eigene Becken-Methode bzgl. Balling, Spurenelemente, etc. selber entwickeln.

    Seht es einfach so, wie eine gesunde Ernährung für den Menschen --> one apple a day keeps the doctor away

    Gruß,
    Peter

  • Zitat

    regelmäßig mit einer Doppelprobe bei mir und Triton

    Und? Sind die Ergebnisse deckungsgleich?

    Zitat

    Der Vorteil dieses Wassers liegt einzig in der natürlichen chemischen Zusammensetzung.

    Das würde ich so nicht unterschreiben, Ingrid, denn diese kann in den Herkunftsländern unserer tropischen Meerestiere durchaus anders sein!

    Das zeigt zum einen die Toleranz unserer Pfleglinge, andererseits auch den Nutzen so mancher "Spurenelemente - Analysen".

    Wie gesagt, ich will das alles nicht verteufeln, für manche Anwendungen macht es Sinn und Oliver hat ja schon richtig geschrieben, daß es nicht darum geht, weniger Salz zu verkaufen. Diese "Gefahr" erledigt sich sehr schnell, wenn die Leute erstmal merken, das Kanisterschlepperei auch Arbeit ist und man für die Mengen, die man für einen vernünftigen Wasserwechsel braucht, auch richtig teuer bezahlen muß!
    Da pegelt sich schnell wieder ein Normalzustand ein.

    Aber als vernünftiger NATÜRLICHER Ersatz für so manche "Bakterienprodukte" ist es sicherlich erstklassig - egal, wie lange es im Kanister war.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hallo zusammen, hallo Oliver,

    ich sehe das Produkt in keiner Weise als Problem oder irgendwie problematisch, nein im Gegenteil. Ich glaube, Du hast ganz gut beschrieben, was es kann oder können soll.

    Problematisch sehe ich eher die Haltung, dass dadurch vieles einfacher wird. Das Wasser wird sich weiterhin genauso schnell im Aquarium verändern wie bisher mit synthetischem Meerwasser auch, man wird ebenso schnell oder noch schneller Calcium und Karbonathärte nachdosieren müssen und das wird andere Veränderungen nach sich ziehen. Ich bin wirklich sehr gespannt, ob und wie das natürliche Meerwasser unseren Blick auf die Meerwasserchemie und vielleicht Spurenelemente verändern wird. Muss man plötzlich kein Iod mehr dosieren, nur weil es sich um natürliches Meerwasser handelt? :smiling_face_with_sunglasses:

    Wie gesagt, vor 10 Jahren war die Ankündigung, endlich ein nicht von vornherein schwermetallbelastetes Becken aufzubauen. Da man später eher wenig von solchen Ansätzen gehört hat, war es wohl nicht ganz so toll mit diesem Ansatz bzw. die Schwermetallbelastung war wohl nicht ganz so gravierend, wie von Shimek und Anhängern angenommen, mal abgesehen davon, dass die Inland Reef Salt Study die Annahmen von Shimek über die von ihm favorisierten Salze entzaubert und als Werbeveranstaltung geoutet hat. Es ist schon problematisch, wenn man so weitgehende Schlussfolgerungen zieht ohne alle Komponenten unabhängig und mit den gleichen Methoden prüfen zu lassen. Die Ergebnisse haben halt gerade so gut in Shimeks Weltbild gepasst, dass er mal großzügig über offensichtliche gravierende Unterschiede, z. B. im pH-Wert, hinweggesehen hat und völlig blind Firmenangaben zu Spurenelementen in den Salzen geglaubt hat. Hätte er nur über die Plausibilität, die für Salze verwendete Rohstoffe und deren Spezifikationen nachgedacht, hätte er schnell erkennen müssen, dass er die Firmenangaben auf ihre Richtigkeit hätte überprüfen müssen.

    Somit bleibt der Versuch mit dem natürlichen Meerwasser ein interessanter Ansatz, aber wir stehen damit erst am Anfang und es wird sich zeigen, was dieser Ansatz kann und verändert. Ich würde jedenfalls empfehlen, genauso gut vorbereitet und vorsichtig an die Riffaquaristik heranzugehen, wie das bisher auch der Fall gewesen sein sollte, den Tieren zuliebe.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (29. September 2014 um 09:31)

  • Hallo zusammen,

    während ich meine Zeit in natürlichem Meerwasser (Mittelmeer) verbracht habe,
    hat sich ja eine wirklich interessante Diskussion entwickelt.

    Natürliches Meerwasser ist eine feine Sache und hat sich seit Millionen Jahren bewährt.
    Wenn wir die Möglichkeit hätten, unsere Aquarien mit natürlichem Meerwasser zu betreiben,
    würden einige Probleme wegfallen. Aber dazu müssten wir am besten eine Direktleitung
    zum Meer haben, wie es bei einigen öffentlichen Aquarien in Küstennähe tatsächlich der Fall ist.

    Wenn dieser Direktzugang fehlt, gilt es allerdings einiges zu beachten: Im Gegensatz zum offenen Ozean
    sitzen unsere Tiere in einer winzig kleine Pfütze. Und müssen mit dem auskommen, was in dieser Pfütze
    vorhanden ist, weil nicht mehrmals pro Minute eine riesige Menge frisches Wasser bei ihnen angeliefert wird.

    Natürliches Meerwasser, zumindest wenn es aus einem sauberen Meeresbereich stammt, enthält wenig Nährstoffe
    und vor allem viel weniger Spurenelemente als jedes künstliche Meerwasser. Das ist zwar natürlich,
    aber für die Bedingungen im Aquarium nicht unbedingt optimal. Die Stoffe verbrauchen sich schnell und müssen
    daher zusätzlich zugegeben werden. In diesem Fall empfehle sogar ich eine Spurenelementdosierung!

    Die Zahl und Wirkung der im NSW vorkommenden Bakterien wird hier überschätzt: Jede Handvoll Dreck aus einem
    alten Aquarium enthält tausende Male mehr Bakterien. Und auch die natürlichen Bakterien müssen sich erst einmal
    im Gestein und Bodengrund ansiedeln und vermehren. Denn dort leben sie zu 99,9%, nicht im offenen Wasser.
    Das dauert bei ihnen genau so lange, wie bei den Bakterien aus einem Aquarium.

    Gruß Armin

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