LebendFutter für Mandarin

  • Hallo zusammen,

    ich würde gerne wissen, welches Lebendfutter, dass man zu kaufen bekommt, sich perfekt für Mandarinfische eignet, was also am ehesten ihrem natürlichen Futter entspricht. Wenn möglich, würde ich das dann züchten probieren. Bitte keine FroFu/Pelletserfolgsgeschichten :winking_face: Meine wurden mir zwar als frofu-fest verkauft, fressen's aber nicht! Warum dann nicht gleich so gut wie möglich füttern?

    Was entspricht ihrem natürlichen Lebendstil?
    Freischwimmende Kleinlebewesen eher nicht, sonder irgendwelche Tiere, die auf den Steinen leben, denke ich, picken ja den ganzen Tag. Was könnte da in Frage kommen?

    LG Bettina

    Einmal editiert, zuletzt von Leola (18. Juli 2013 um 15:01)

  • Hallo Bettina!

    Meinst Du mit Mandarinfisch den Synchiropus splendidus?
    Laut Lexicon, Nahrungsspezialist, Würmer (Polychaeten + Annelida)


    Als züchtbares Futter würden wohl Copepoden am ehesten dem natürlich Futter entsprechen.
    Aber selbst wenn Du die in ausreichender Menge Züchten kannst wirst Du die Futtertiere kaum bis zum Mandarin bringen. Alles andere im Becken werden schneller beim Futter sein.

  • Ja, hab zwei von denen: Synchiropus splendidus


    Die anderen kann man gut ablenken mit Frofu von oben, Futterschlauch hab ich schon verlegt bis zum Lieblingsfressplatz der Mandarins, weil ich sie so ans Frofu bringen wollt. Hab nicht viele Fische in meinem Aq, sozusagen machen die Mandarins 1/3 des Fischbesatzes aus :winking_face:

    http://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2344__nchytraeen.htm


    Wirken für mich recht groß als Futter? Da gibt's aber Zuchtbeschreibungen dafür. Für die Zucht kleiner Borstenwürmer habe ich noch nichts gefunden, aber ich such noch ein bisschen. Fürs erste hab ich : Rädertierchen, Meerwasserflöhe, Rote
    Mückenlarve, Copepoden bestellt zum Testen (alles lebend). Oft wird auch von kleinen Krebstierechen gesprochen, weisst du, was damit konkret gemeint ist?

    Wenn ich sie an Copepoden gewöhnen könnte (lebend), können sie dann Mangelerscheinungen bekommen, weil die Ernährung nicht 100% ihrem natürlichen Futter entspricht?
    *EDIT* - Ich hab jetzt was gefunden, wäre das das richtige Futter: http://www.interaquaristik.de/Futter/Lebendf…n-90-ml/a-7042/

    LG Bettina

    Einmal editiert, zuletzt von Leola (19. Juli 2013 um 10:00)

  • hi bettina,

    ob das so gut ist, die fische nur mit lebendfutter zu "verwöhnen"?

    was machst du in zeiten, wenn keines vorh. ist, die zucht abstürzt oder nicht genügend abwirft.

    keine wirklich gute idee.

  • Hm, da muss ich dir recht geben... Vielleicht bring ich sie über das Lebendfutter ans Frostfutter, ich werd's auf alle Fälle weiter probieren.
    Trotzdem interessiert mich natürlich, was "optimal" wäre, füttere meinen Katzen ja auch keinen Schrott wie Whiskas & Co...


    Sollten die Fische tatsächlich Nachzuchten aus Deutschland sein (so wurden sie mir um ungeheure 90 € verkauft), mit was wurden die wohl in der Zuchtanlage gefüttert?

  • Hallo,


    da ich selber Seenadeln besitze, die eine ähnliche/gleiche Lebensweise aufweisen wie die Mandarinen, kann ich dir vielleicht weiterhelfen. Ich würde hier auch Copepoden an erster Stelle sehen, anbieten würde sich Tisbe oder Tiggerpods. Zweitere sind meist in den Beutel, auf denen nur "Copepoden" oder Copepoden Mix steht.

    Rädertierchen ist super Futter für Korallen und Larven, aber viel zu klein für die Fische.... außerdem unangereichert nicht sehr reichhaltig. Meerwasserflöhe (Moina salina) ist ganz nett, Zucht imho aber nicht so leicht wie Copepoden und sie streben zum Licht, also nach oben. Von der Größe her mögen meine Seenadeln die ausgewachsenen Tiere auch nicht mehr. Mückenlarven.... sind Süßwassertiere.

    Zum Thema Lebendfutter an sich. Meine haben anfangs nur Lebendfutter gefressen und dann ganz ohne Tricks (mischen mit Lebendfutter oder ähnliches) angefangen Frofu zu fressen. Imho macht es keinen Unterschied, also es tritt kein Verwöhnungseffekt auf. Entweder sie erkennen Frostfutter als Nahrung oder nicht. Dann wird auch abends das Frostfutter gefressen, obwohl es morgens Lebend gab.

    Versuch mal bei Frostfutter Cyclops. Leider gibt es das nicht überall, ggf mußt du es online bestellen zB Mrutzek.

    Schöne Grüße
    Karin

  • Hallo Bettina,

    meine Mandarinfische haben gerne Frostfutter (Artemia, Lobstereier usw.) gefressen und das waren bestimmt keine Nachzuchten. Die Strömungspumpen sollten aber aus geschaltet werden, damit das Futter auf den Boden sinkt und sich nicht so schnell bewegt. Jedenfalls ist das meine Erfahrung. Wenn du Nachzuchten hast, werden die bestimmt schon an Frostfutter gewöhnt sein.

    Würdest du nicht so verdammt weit weg wohnen, könnte du dir in ein paar Wochen einen Ansatz Copepoden und Brachis abholen. Ich bin aber zu weit weg. Beim verfüttern schwimmen die Copepoden immer sehr schnell an die Scheiben. Also vermutlich gutes Futter, leider weiß ich nicht welche Art es ist.

    Versuch doch mal raus zu bekommen wo die her sind bzw. wie der Züchter heißt.

    Schöne Grüße

    Mirco

  • Hallo!

    Tigriopus californicus ist ein ideales Futter für Mandarinfische. Vor allem, weil man sie gut züchten kann --> klick. Das mit der Futterkonkurrenz ist kein Thema, wenn man genügende Mengen zugibt :winking_face: . So etwa:

    Mit derartigen Mengen kann man sogar einige Tage Abwesenheit überbrücken. Meine Mandarin liebten aber auch herangezogene Artemien, Moina und Wasserflöhe, auch wenn diese als Süßwassertiere nicht ideal sind. Trotzdem bekamen und fraßen sie stets auch Frostfutter.

    Gruß
    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo zusammen ,

    auch tropische mysis und flohkrepse , die sich besonders in gut laufenden refugien gut vermehren , können eine konstante bereicherung für das hauptbecken darstellen , was das nahrungsangebot angeht, und werden gerne genommen.

    der futterorganismus , der meiner erfahrung nach mit abstand am schnellsten auch im totem zustand akzeptiert wird , (ausser artemien , die leider nicht so nährreich sind) ,ist mysis .

    Dabei kann es durchaus helfen , zunächst ein paar lebende vorzufüttern
    haben die fische erstmal "begriffen" , wie das futter aussieht , scheren sie sich nie wieder drum , ob es tot oder lebendig ins becken fällt :winking_face:

    mysis von guter qualität sind voll tauglich als alleinfutter für carnivore fische entsprechender grösse ( liebhaber von seepfreden können das sicher bestätigen) , allerdings sollte man bei alleiniger verwendung solchen frostfutters dieses dann nicht durch wiederholtes auftauen , einfrieren und spülen "entwerten" , wie das gerne oft hartnäckig empfohlen wird :winking_face:


    mfg

    thomas

  • Hallo zusammen,

    ich muss hier mal ein Vorurteil berichtigen. Mandarinfische fressen keineswegs nur Kleinkrebse, sondern auch sehr viele Ringelwürmer und anderes Kleingetier (Schnecken usw.). Deshalb sollte man ihnen auch eine große Abwechslung bieten.

    They eat small crustaceans such as amphipods and isopods, small worms and protozoans.

    Sadovy, Y., J. Randall, M. Raotto. 2004. Skin structure in six dragonet species (Gobiesociformes; Callionymidae): interspecific differences in glandular cell types and mucus secretion.. Journal of Fish Biology, 66: 1411-1418. Accessed October 11, 2005 at http://www.blackwell-synergy.com/.


    Beste Grüße

    Andre´

    Einmal editiert, zuletzt von Andre Luty (23. Juli 2013 um 14:55)

  • Hallo zusammen,

    ob Ihr's glaubt oder nicht, aber wir hatten sogar mal einen, der war ganz heiß auf Miesmuschelfleisch. Wenn wir eine aufgeschnittene Hälfte auf den Boden legten, war er sofort zur Stelle und hat wie wild daran gezupft. Ist allerdings schon eine ganze Weile her und war bei den Nachfolgern leider nicht mehr zu beobachten.

    LG Gerold

  • Hallo zusammen,

    ich habe einmal versucht einen Madarinfisch mühsam an Lebendfutter zu gewöhnen.

    Dann habe ich festgestellt, daß er auf rot steht und Ganulat frisst.

    "Ocean Nutrition, Formula ONE Marine Pellet, Small"


    Viele Grüße


    Elisabeth

  • Danke für eure Tips, bin jetzt bei dem Status dass ich lebende Artemianauplien füttere - zweimal am Tag mit Spritze und Luftschlauch. Mitgefüttertes Frostfutter wird konsequent verweigert oder augespuckt.

    Leider bin ich ein schlechter Copepoden und Artemiazüchter, alle Kulturen gehen bei mir ein... Bei den Temperaturen kann ich auch nichts bestellen, gibt also momentan einseitige Kost.

    Copepodenzuchtversuch: 2l Flasche mit Beckenwasser gefüllt, Etwas lebendes Phytplankton hinein (vielleicht 50ml) und zwei kleine Säckchen Copepoden dazu. Das ganze auf die Fensterbank, drei Tage später alle tod? Why?

    Artemiaaufzuchtversuch: Minibecken mit ca 2l Inhalt mit Beckenwasser gefüllt, 4 Tage alteArtemia rein, Phyto lebend dazu und ab nach draussen, halben Tag Sonne, Rest Schatten. 2 Tage später tod. ..

    Was ist da falschgelaufen?

    Danke lg Bettina

  • Hallo Bettina,

    Copepoden und Flasche vertragen sich nicht, calanoide Cops aus den Portionsbeuteln schon gar nicht. Die brauchen Sauerstoff, deshalb ist eine große Oberfläche wichtig, damit der Gasaustausch ausreichend funktioniert.

    Fensterbank mit direkter Sonneneinstrahlung ist auch schlecht. Das Phytoplankton mag das eine Zeit aushalten, Artemien schon deutlich weniger, und Copepoden überhaupt nicht. Bei den Temperaturen der letzten Tage wird die Wassertemperatur auf über 40° angestiegen sein, das ist auch für Artemianauplien zuviel - solang die nicht in einem flachen Gefäß mit großer Oberfläche kultiviert werden.

    Zum Thema Copepodenkultur gibt's zahlreiche Veröffentlichungen im Netz, schau mal nach bei der IfMN.

    Liebe Grüße
    Linda

  • Das mit den Flaschen hab ich von dem Satz aus dem Zuchtbericht von Wolfgang S.

    Zitat

    In Flaschen auf der Fensterbank habe ich schon monatelang T. californicus gehalten ohne zuzufüttern. Trotzdem können sie sich auch dort vermehren.

    Die Artemia hatte ich in einm 20cm x30cm x20cm Behälter vor der Tür, wahrscheinlich war denen wirklich zu heiss. Werd das nochmal probieren. Wieviel ich zufüttern soll weiss ich nicht so recht.

  • Hallon zusammen,

    ich halte alle meine Cops in 2l Flaschen (die in denen das "dest." Wasser angeboten wird) und das klappt super. Habe darin auch meine calanoiden Cops (Calanus?). Beckenwasser würde ich dazu nicht nehmen, da ist zuviel Zeug drin, das du ggf nicht züchten möchtest. Bei Tiggerpods mag das nicht so wild sein, bei Tisbe und Calanoiden ist das eher suboptimal. Belüftet werden meine alle 2-3 Stunden leicht für 2 Minuten, also immer mal nur kurz umgewälzt. So halte ich auch meine Artemien.

    Nicht aufs Fensterbrett stellen, ist auch gar nicht nötig. Bei den Temperaturen am besten irgendwo auf den Boden.

    Dann schau dir auch mal die Dichte an, die in den gekauften Beuteln herrscht. Oft schwimmen die nämlich in Brackwasser! Wenn du jetzt "normales" Meerwasser nimmst und die da reinkippst.... kann das gutgehen, muß aber nicht. Also runter mit der Dichte und nach und nach (mehrere Tage) rauf auf die gewünschte. Bei gekauften "speziellen" Ansatzkulturen sieht das anders aus, da passt die Dichte. Die Beutel sind aber eigentlich nur zum direkten verfüttern und sollen sowohl für Süß- als auch Meerwasser geeignet sein, daher dieser Mittelweg mit Brackwasser.

    Warum holst du eigentlich 4 Tage alte Artemien und möchtest sie großziehen? Ich würde die nur über Nacht anreichern und am nächsten Tag verfüttern. Oder gehts dir um den Vorrat? Dann würd ich eher die Eier holen.

    Schöne Grüße
    Karin

  • Dann schau dir auch mal die Dichte an, die in den gekauften Beuteln herrscht. Oft schwimmen die nämlich in Brackwasser! Wenn du jetzt "normales" Meerwasser nimmst und die da reinkippst.... kann das gutgehen, muß aber nicht. Also runter mit der Dichte und nach und nach (mehrere Tage) rauf auf die gewünschte. Bei gekauften "speziellen" Ansatzkulturen sieht das anders aus, da passt die Diche. Die Beutel sind aber eigentlich nur zum direkten verfüttern und sollen sowohl für Süß- als auch Meerwasser geeignet sein, daher dieser Mittelweg mit Brackwasser.


    Hi Karin,

    das ist ein guter Hinweis, daran hatte ich nicht gedacht.

    In vorbereitetes Altwasser gleicher Dichte (meist 1.010) geleert sind die calanoiden Copepoden aus den Portionsbeuteln sehr gut haltbar. Vorausgesetzt, es sind noch nicht allzu viele Leichen in den Sackerln gewesen.

    Ich kultiviere sie in 20 Liter-Plastikboxen und füttere sie mit lebendem Phytoplankton (Arthrospira, Nannochloropsis). Belüftet werden die Boxen nicht, 1 bis 2x umrühren am Tag genügt. Die Anpassung an 'normale' MW-Dichte nehm ich im Lauf von 2-3 Tagen vor.

    Dass sie auch in Aqua dest.-Kanistern halten hätt ich nicht gedacht :smiling_face:

    Liebe Grüße
    Linda

  • Hallo Linda

    hab letzten Jahr die Calanoiden so erfolgreich gehalten und vermehrt, bis ich mir die mit Brachionus versaut habe :/. Die Calanus hab ich seit paar Wochen und das scheint auch gut zu laufen. Die haben jetzt auch ihr eigenes Sieb, keine Chance den Invasoren. Was meinst du mit vorbereitetes Altwasser? Aus dem Aquarium oder einfach nur abgestandenes Frisches?

    Züchtest du Arthrospira 8o?

    Schöne Grüße
    Karin

  • Hallo Karin,

    zugegeben: Mein Zooplanktonwasser ist Wechselwasser aus den Aquarien, lediglich abgezogen unter Verwendung eines Schaumstoffaufsatzes :smiling_face:

    Ja, und die Arthrospira zücht ich seit ein paar Jahren und bin begeistert. Die Spiralen scheinen einen wirklich guten Nährwert zu besitzen, und die Standdauer der Kulturen ist weit jenseits der sonstigen Phytoplanktonkulturen.

    Mühsam war die Beschaffung eines Ansatzes und die Erarbeitung des Rezepts für das Kulturmedium (ist ja Sodawasser :))

    Das Zooplankton ist scheinbar ähnlich begeistert wie ich.

    Liebe Grüße
    Linda

  • Hallo Karin,

    ich bin am Experimentieren, deswegen die Umstände... Liebhaberei, zum einen Teil, und weil meine Mandarins Totes momentan noch verweigern. Mit Mischen von Lebendartemia (ausgewachsen) + Frostartemia hoffe ich auf eine langsame Umstellung, das auch totes akzeptiert wird. Da die Tiere aber von Natur aus nur Lebendfutter nehmen, möchte ich ihnen das auf jeden Fall auch in Zukunft anbieten. Und da bieten sich Artemia (frische und große) sowie Tiggerpods an, da sie anscheinend leicht zu züchten sind. Wenn mans nicht so falsch angeht wie ich :winking_face:

    Hab heute Zuchtansatz bestellt (Cops) und hoffe, dass die Tiere das lebend zu mir packen. Mal sehen!

  • Wünsche dir auch viel Erfolg.

    Schön, wenn es Zuwachs unter den Kleinkrebszüchtern gibt :). Lass dich von denen nicht unterkriegen!

    Schöne Grüße
    Karin

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