Abbauzeit/Neutralisation Antibiotika

  • Hallo und guten Abend Bio-Wisser,


    gibt es eine Daumenregel, wie der Abbau/die Halbwertzeit von Antibiotika (Chloramphenicol) im Meerwasseraquarium einzuschätzen ist?


    Richtig, dass Antibiotika mit Chlor neutralisierbar sind?


    Danke für fachlich fundierte Hinweise.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

    Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K.+ 5 Spots
    6 Turbellen, Rundströmung mit Wellen im 1-Sekundentakt, "Ebbe - Flut" alle 3,5 h
    Deltec 600i, Fe-Adsorber (Ramsch-Perlen), Biopellets, Balling light
    15 % Wasserwechsel/Woche

    Täglich lebende Artemianauplien + 120 cm³ frisch gezapftes Phytoplankton

  • Hallo Werner,

    konkrete Zeitwerte über den Abbau von Antibiotika im Meerwasseraquarium wirst du wohl nirgends finden. Die Zerfallszeiten in der allgemeinen Umwelt sind bei den einzelnen Substanzgruppen schon recht unterschiedlich. Um Antibiotika gleich welcher Art aus Wasser - egal ob Süß- oder Salzwasser - zu entfernen, eignet sich nur der Aktivkohleeinsatz. Die Entsorgung über das Abwasser ist bekanntlich recht problematisch.

    Gruß

    Bernd

  • Danke schonmal.


    Somit wäre das korrekteste Verfahren, den Umlauf nach einer Woche über Kohle zu neutralisieren und dann in den Kanal. Chlor wäre einfacher und schneller.


    Hintergrund ist ein völlig zugekacktes Kleinbecken mit etwa 50 Litern. Handtellergroße Flatschen, teils dick wie Bierdeckel. Sowas habe ich noch nicht gesehen. Alles wabbert und voller Gasblasen, schwebende dunkelbraune Samtteppiche.

    Der Besitzer meint, das sei innerhalb von zwei, drei Monaten überproportional angestiegen.

    Was da genau falsch liegt, weiß ich nicht. Er ist kein Aquarianer, sondern würfelnder Buntbeckenbesitzer.

    Den einzigen Rettungsversuch, den ich sehe, ist schnelle Chemie.

    H2O2 birgt das Problem der Kiemenverbrennung.

    Chloram. sehe ich das Hauptproblem im Abwasser.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Wahrscheinlich zerhackt auch Ozon Antibiotika. Die Bruchstücke werden wohl dann biologisch schnell abgebaut. Konkrete Werte kenne ich nicht.

    LG Burkhard

  • Hallo miteinander und danke.

    Ozon wäre leihweise eine Möglichkeit, allerdings habe ich selbst keine Erfahrung damit.

    Nein, das lässt sich nicht mehr mechanisch lösen. Die überwiegend Zoanthus sind porentief versaut. Alternative wäre, alles, wirklich alles Korallenleben zu schmeißen und die Steine in H2O2 zu sterilisieren.

    Problem ist auch, das richtige A-Bio zu finden. Das, was vorhanden ist, Mycosidol (I), lief vor 5 Jahren ab.


    Dabei taucht für mich die Frage auf, ob die Schmierbakterien sich selbst durch Abgabe von schädlichen "Substanzen" verstärken. Bei meinen Becken tauchten Cyanofilme immer nach jeder Neueinrichtung auf und verschwanden bis auf einen Fall innerhalb von 4 bis 6 Wochen. Das ist der normale Aufbaukampf.

    Gelegentlich tauchen im Laufe der Jahre immer wieder kleine Inseln auf, die kurze Zeit wieder verschwinden. Auffällig daran ist, dass dann durchweg eine Störung/Änderung vorlag. Einmal anderes Lampenprogramm, einmal durch Krankheit bedingt sechs Wochen kein Wasserwechsel/-pflege.

    Dabei sehe ich den Unterschied zwischem hellem roten Film, der alsbald verschwindet und sich zuvor dunkel färbt. Dieses Dunkelwerden ist ein sicheres Indiz des bakteriellen Abbaus.

    Ich kenne aber auch das direkte Entstehen von dunklem Pelz, der hartnäckig ist und sich manifestiert, wenn nicht täglich gepustet wird. Diese Form kann letztendlich böse werden.


    Ich bin jetzt etwas vom Ur-Thema ab, gebe auch zu, dass mich das fremde Becken nebst lustlosem Besitzer nicht recht interessiert. Aber der erschreckende Fall hat mich dazu gebracht, wieder mal ins dubiose Schmieralgenentstehen rumzustochern.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Ozon würde theoretisch helfen. Leider in so hoher Konzentration, dass ein Leben im Aquarium, welches auch immer, nicht möglich sein wird.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Ich weiß, kein Medizinforum.

    Aber es geht mir um die Entsorgung des Wirkstoffes. Wenn ein Antibiotikum im Aquarium gewirkt hat, nach einer Woche über Kohle gefiltert wird und dann nach drei Tagen das Wasser gewechselt wird, dann dürften meiner Einschätzung nach keine Wirkstoffe mehr in die Kläranlage gelangen?


    Ich habe ein Patchwork-Bläslein mit 80 cm³ Volumen, das im Schnitt jedes Vierteljahr infiziert ist und mit A-Bio behandelt wird. 5 bis 10 Gramm auf zehn Tage. Das pinkle ich direkt in die Kanalisation.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Nach Aktivkohlefilterung dürfte der Wirkstoff quantitativ an der Kohle hängen. AK in den Hausmüll, nicht in den Biomüll.

    LG Burkhard

  • Hallo Werner,

    Molekularbiologe hier...
    Lass den Mist mit dem Antibiotikum. Für das richtige Antibiotikum brauchst du einen Abstrich und eine Kultur und dann kann man Glück haben, dass es sich um eine Gattung handelt. Es handelt sich aber auch oft um einen Mix aus verschiedenen Gattungen und dann bringt ein einzelnes Antibiotikum gar nichts.

    Ich würde ein neues Becken besorgen und den Inhalt des alten Beckens einzeln umsiedeln, vorher ordentlich in einem Eimer frisch angesetztem Salzwasser schwenken und auch mal mit der Pumpe abpusten.

    Wenn es Brown Jelly ist, dann hilft nur noch die Biotonne. Generell ist Antibiotika im Meerwasser-Aquarium eine dumme Idee, weil du damit meistens die guten Bakterien auch erledigst. Im schlimmsten Fall züchtest du eine Resistenz in den Cyanobakterien...

    Viele Grüße
    Rüdiger

  • N'Abend,

    mal kurz berichten. Habe mir heute das obige Becken angeschaut und bin perplex. Nichts mehr zu sehen von den unüberschaubaren Cyano-Teppichen. Klares Wasser, die Zoanthus strahlen förmlich, Briareum wedelt. Keine Beeinträchtigungen zu sehen.

    Der Mann hat keinen AS und ich frage mich, wohin der ganze Brei verschwunden ist.

    Leider möchte er "keine Photos im iNet sehen", was ich sehr schade finde, denn der Unterschied vor/nach der Bahandlung ist frappierend!

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Hallo Werner,

    dies wäre beim Einsatz von Antibiotika kein ungewöhnliches Ergebnis, nur hält das nicht lange an. Cyanobakterien sind schnell wieder da und besiedeln die freigewordenen Plätze schneller wieder, ehe sich andere Mikroorgansimen dort ansiedeln können.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Werner!

    Wurde jetzt ein Antibiotika eingesetzt oder etwas anderes gemacht?

    0,8 g Metronidazol. Nach 5 Tagen Kohle im Wirbelbett. 25 % WW.


    Hallo Werner,

    dies wäre beim Einsatz von Antibiotika kein ungewöhnliches Ergebnis, nur hält das nicht lange an. Cyanobakterien sind schnell wieder da und besiedeln die freigewordenen Plätze schneller wieder, ehe sich andere Mikroorgansimen dort ansiedeln können.

    Gruß

    Bernd

    Das sehe ich nicht so. Vor Jahren hatte ich beim Beckenwechsel nach drei Monaten alles braun, die Korallen erstickten. Tendenz schlimmer werdend. Mit Mycos. war nach 24 h fast alles weg. Sämtliche Korallen öffneten sich. Danach war jahrelang kein Cyobakterium zu sehen, inzwischen taucht es mildfleckig gelegentlich auf.

    Ich hatte damals natürlich Angst um die nitrifizierenden Bakterien. Merkwürderweise scheinen die nicht meßbar gelitten zu haben, kein NO2 nachweisbar. Keine Folgen aufgetreten.


    Was obiger Unechtaquarianer jetzt allerdings daraus macht, das ist eine andere Frage. Kein AS, kein Wissen über Wasserchemie, kein System und auch keine Lust, sich mit der komplizierten Meerwassertechnik auseinanderzusetzen. Nur buntes Habenwollen. Meinen Rat würde er lieber in laufender Tat sehen. Nein danke!

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Hallo Werner,

    vielleicht kannst du in ein paar Wochen nochmals berichten.

    Generell wird allgemein aber vom Antibiotikaeinsatz in Aquarien dringend abgeraten. Der Vertrieb entsprechende Präparate (z.B. Mycosidol) wurde verboten! Diesbezüglich hatten wir hier vor längerer Zeit auch schon lange Diskussionen, insbesondere wegen der Gefahren (Förderung antibiotikaresistenter Keime etc.).

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Werner,

    vielleicht kannst du in ein paar Wochen nochmals berichten.

    Generell wird allgemein aber vom Antibiotikaeinsatz in Aquarien dringend abgeraten. Der Vertrieb entsprechende Präparate (z.B. Mycosidol) wurde verboten! Diesbezüglich hatten wir hier vor längerer Zeit auch schon lange Diskussionen, insbesondere wegen der Gefahren (Förderung antibiotikaresistenter Keime etc.).

    Gruß

    Bernd

    Auch das sehe ich nicht so, Bernd.

    Im Notfall, wenn die rotbraune Pest unkontollierbar geworden ist, habe ich ansonsten kaum noch eine andere Wahl, als alles weg zu schmeißen. Da nutzt Abpusten und Wedeln und Phytokrimskrams nichts mehr. Denn die Zeit läuft mit dem Ersticken der Korallen davon.


    Dass der Vertrieb verboten wurde, weiß ich nicht. Korrekt deklariert kann es vom Tierarzt abgegeben/verschrieben werden. (Somit ist der teurere Schwarzmarkt eher eine Frage der Moral.) Auch für den humanen Einsatz ist es verfügbar, allerdings möglichst nur in ganz bestimmtebn Fällen.

    Resistenzen schaffen ist a) eine Sache der richtigen Anwendung und b) dazugehörend die korrekte Entsorgung.


    Ja, das Becken würde mich auch interessieren zu beobachten. Aber dann würde ich vor einen ungesteuerten Karren gespannt werden, auf den ich null Bock zum Ziehen habe. Mal sehen ...

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Antibiotika sind ein zweischneidiges Schwert.

    Die Wirkung ist bei richtiger Anwendung auf jeden Fall gegeben.

    Da viele nützliche Aquarienbakterien eher tief in Oberflächenstrukturen verborgen sind, werden sie weniger angegriffen, als Bakterien im Wasserraum oder solche, die die oberste Schicht von Bakterienrasen (Cyanoplage) bilden. Nitrifikanten leben nicht direkt auf der Oberfläche, weil sie lichtempfindlich sind. - So kann man schon von einer zielgerichteten Behandlung sprechen. - Bio-Wirbelbettfilter würde ich während der Behandlung aus dem System nehmen.

    Die Reste des Wirkstoffs können mit Aktivkohle aus dem Wasser entfernt werden. Wenn die beladene Aktivkohle in den Hausmüll kommt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie verbrannt wird.

    Eine eventuelle Resistenz bleibt ein unkalkulierbares Risiko. Nur sehr aufwändige Untersuchungen können die Bildung von Resistenzen beweisen. Bei Süßwasseranwendungen können "freigelassene" resistente Bakterien super weiterleben. Bei Meerwasser besteht zumindest die Möglichkeit, dass die eher salzliebenden Bakterien im Süßwasser (Abwasser) sterben. Bleiben auf jeden Fall die salzresilienten Bakterien, die sowohl im Süß- als auch im Salzwasser leben können. - Rein theoretisch müsste das Abwasser aus einem mit Antibiotika behandeltem Aquarium grundsätzlich vor dem Einleiten in den Kanal desinfiziert werden (thermisch, UV, nicht mit Antibiotika!). Die resistenten Bakterien verschwinden nach einer Antibiotiakbehandlung nicht von allein. Wenn sie zumindest keine evolutionsrelevanten Nachteile haben, bleiben sie im System, so dass ein mit Antibiotika behandeltes Aquarium dauerhaft eine Quelle von resistenten Bakterien sein kann.

    So die Theorie für Aquarien. In der Praxis werden jährlich tausenden Tonnen Antibiotika in der Tiermast eingesetzt. Natürlich, um den Bestand gesund zu halten. Wachstumsfördernde Wirkung einiger Antibiotika sind nur eine unbedeutende Nebenwirkung... Die Fäkalien der Masttiere kommen leider nicht zu 100% in Biogasanlagen, in den die resistenten Bakterien wohl absterben (Untersuchungen darüber kenne ich leider nicht). Ein Großteil landet direkt auf Feldern, die ein neues Zuhause für die resistenten Bakterien schaffen. Von den Feldern aus steht der Weg in die weite Welt ganz weit offen. Und wenn ein Mensch einen solchen Keim bei geschwächter Konstitution abgekommt - gute Nacht. Auch, wenn man noch nie selbst ein Antibiotikum genommen habe sollte. Ein schönes Beispiel für: Gewinne privatisieren - Verluste sozialisieren.

    LG Burkhard

  • Hallo,

    der übermäßige und oftmals sorglose Einsatz von Antibiotikas hat weltweit zu einem immer stärkeren Anstieg sogenannter Multiresistenter Keime (MRSA) und damit zu sehr hohen Zahlen tödlicher Infektionen bei Menschen geführt. Viele Antibiotikas sind dadurch inzwischen wirkungslos geworden. Besonders gefördert wurde/ wird diese Entwicklung auch von der Landwirtschaft/ Massentierhaltung. Die Gruppen der Landwirte und der Tierärzte gelten inzwischen als weit überproportionale Träger dieser Keime, wobei die Übertragung besonders durch die Hände erfolgt.

    Ein gewisses Risiko die Entwicklung dieser Keime zu fördern, kann auch beim hantieren im antibiotikabelasteten Aquarienwasser nicht ausgeschlossen werden. Allgemeingesellschaftlich wird dringend ein beschränkterer, sorgsamerer Einsatz von Antibiotikas gefordert. Da stellt sich schon die Frage, ob man allein aus Hobbyzwecken den Einsatz gegen Cyanobakterien in Aquarien propagieren soll; vor allem auch vor dem Hintergrund, dass sicherlich viele Unbedarfte einen unangemessenen Umgang damit befürchten lassen?

    Multiresistente Erreger - die unsichtbare Gefahr - Die Techniker
    Multiresistente Keime sind gegen viele Antibiotika immun. Wie sie entstehen, warum sie so gefährlich sind und wie Sie sich schützen können.
    www.tk.de

    MRSA - Tierarztpraxis – Pro Praxis – Betreuung von Freiberuflern

    Gruß

    Bernd

  • (...) Außerdem wirkt es gegen anaerobe Bakterien. (...)

    Das würde - neben Burkhards "Tiefengrund" Erklärung - auch dazu passen, dass sich keine Störung inform eines Nitrobacter/Nitrosomonas-Problems messen lässt.

    Hast Du dazu bitte eine aussagefähige Quelle?

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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    Edited 2 times, last by Werner F.: korr. (February 24, 2025 at 8:31 PM).

  • Ein gewisses Risiko die Entwicklung dieser Keime zu fördern, kann auch beim hantieren im antibiotikabelasteten Aquarienwasser nicht ausgeschlossen werden. Allgemeingesellschaftlich wird dringend ein beschränkterer, sorgsamerer Einsatz von Antibiotikas gefordert. Da stellt sich schon die Frage, ob man allein aus Hobbyzwecken den Einsatz gegen Cyanobakterien in Aquarien propagieren soll; vor allem auch vor dem Hintergrund, dass sicherlich viele Unbedarfte einen unangemessenen Umgang damit befürchten lassen?

    Das ist ja genau das was ich seit Jahren schreibe. Antibiotika gehören nicht in die Hände von Hobbyisten und Haustierbesitzer. Wenn dein Tier ein Problem hat, geh zum Tierarzt. Wenn du dein Aquarium vor die Wand fährst ist das dein Problem und rechtfertigt keinesfalls den Einsatz von (verbotenen!) Antibiotika.

    Ich finde an dieser fragwürdigen Moral kann man schon erkennen, wer sein Aquarium aus welchen Gründen betreibt. Mit Naturschutz / Tierschutz / Arterhaltung hat das jedenfalls nichts zu tun.

  • Ergänzung: Ich hatte falsch verstanden nur gegen anerobe und im Gegenschluß nicht gegen aerobe B.

    Vielleicht doch nicht so falsch verstanden, Metronidazol - Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen | Gelbe Liste

    Wobei offenbar auch gilt, dass die Nitrifikanten, in eingefahrenen Becken, zumindest teilweise, in Biofilmen geschützt sein sollen.

    Gruß

    Christian-W.

  • Es gibt zum obigen Becken zu berichten, dass es inzwischen wieder braunrot verschlammt ausschaut.

    Ich selbst hatte an meinem aktuellen Becken ebenfalls Anti B. eingesetzt, weil es ein paar Monate nach der Einrichtung wie zugekackt aussah. Aber seitdem sehe ich ganz selten an einigen schlecht durchströmten Ecken nur kleine Flecken, mehr nicht in fünf Jahren.


    Daher mein Gedanke, den ich als Frage stellen mag. (Aber bitte ohne die bekannten Zeigefinger und Belehrungen, ist diesbezüglich alles bekannt.)

    Frage ist, ob bei einer notwendigen Anti-B. Behandlung im Aquarium sinnvoller ist, die Behandlung eine Woche bis 10 Tage lang anzuwenden? Bei uns Menschen wird ja auch explizit auf diese Zeitspanne hingewiesen, um sicher das Bakterium restlos zu erledigen.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Moin Werner,

    Bei starkem Befall musst du länger dosieren, über 10 Tage dreimal dosieren.

    Ich weiss nicht die Menge pro 100 Liter, lässt sich aber raus finden .

    Vorher natürlich versuchen soviel wie möglich abzusaugen.

    Gruß
    Reiner

  • Moin Werner,

    Bei starkem Befall musst du länger dosieren, über 10 Tage dreimal dosieren.

    Ich weiss nicht die Menge pro 100 Liter, lässt sich aber raus finden .

    Vorher natürlich versuchen soviel wie möglich abzusaugen.

    Danke, Reiner. Gibt es dafür irgendwelche Publikationen? Interessiert micht vom Anwendungsprinzip her.

    : Es geht nicht um mein Becken, das läuft prima. Auch nicht direkt um das chaotisch geführte Becken des Bekannten. Das muß er selbst in den Griff bekommen, ist seine Aufgabe, die ihm sichtbar zuviel Mühe macht.

    Meine Nachfrage basiert lediglich darauf, dass sein Becken nach kurzer Zeit wieder erheblich überwuchert ist.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Ich weiß nicht, wie stark solche Mittel von der Dosierung her sind. Aber beim Menschen sind nach dem ersten Tag Antibiotika Behandlung 99,9% der Bakterien hinüber, am zweiten Tag 99,9% der verbliebenen 0,01% usw. Bei der 4-7 Tage Einnahmedauer geht es primär darum, möglichst alle Bakterien zu erwischen, damit sich keine Resistenzen bilden. Medizinisch ist es nicht notwendig. So hat es mir zumindest mal ein Arzt erklärt.

    Meine Nachfrage basiert lediglich darauf, dass sein Becken nach kurzer Zeit wieder erheblich überwuchert ist.

    Ich glaube, das liegt nicht an der fehlerhaften Antibiotika Dosierung. So ganz bekommt man Cyano Bakterien wohl nie aus dem Becken. Wer kennt es nicht? Das Becken ist lange Zeit völlig Cyano frei und plötzlich tauchen die Dinger wie aus dem Nichts heraus auf.

    Bei dem Bekannten tippe ich eher auf eine völlig verarmte Mikrofauna und belasteter Sand/Gestein. Wenn der tatsächlich etwas faul ist, wird der nachfolgende Vorschlag nicht viel nützen, aber gerade bei so kleinen Becken mit so massiven Problemen würde ich folgendes machen: Gestein raus, Sand komplett raus und entfernen. Becken gründlich reinigen. Gestein am besten auch ersetzen durch Lebendgestein bzw. ein Teil Lebendgestein. Live Sand rein, Korallen umkleben und das Problem dürfte beseitigt sein. Mit etwas Vorbereitung bekommt man das in einem Tag locker hin bei einem 50 Liter Becken. Da ärgert man sich dann nicht ständig herum und muss auch kein Antibiotika dosieren.

    Grüße

    Chris

  • Na Bernd, das haste aber viel geschrieben! Allerdings alles an meinen aktuellen Fragen und am Thema vorbei.

    Zeit und Stromverschwendung; auf solche Kommentare kann das Forum gerne verzichten.

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  • Nun Werner, mich wundert es nur. dass du so detailliert nachfragst, obwohl es angeblich nicht um dein Becken geht, bei dem bis auf "kleine Flecken" seit 5 Jahren alles in Ordnung sei. Und ja, mir - und wohl auch vielen anderen Kompetenten - missfällt es deutlich, wenn hier immer wieder der zweckentfremdete Einsatz von Antibiotika diskutiert wird, obwohl der letzte Ignorant eigentlich die Probleme kapieren sollte, welche damit auch für die Allgemeinheit hervorgerufen werden.

  • Man kann das auch anders sehen.

    Anstatt eine Möglichkeit zu verteufeln, besser überlegen, wie man dieses Medikament mit minimalsten Nachteilen einsetzt.

    Dass A'bio bei zugewucherten Korallen trotz vieler weiterer Mittelchen oft nur noch die allerletzte Möglichkeit ist, diese sicher zu retten, das ist unumstritten. Von schädlichen Nebenwirkungen innerhalb der Aquarien ist (mir) nichts bekannt, was sich belegen ließ.

    Somit sehe ich ess als erheblich sinnvoller an, sich mit korrekter A.Bio Anwendung auseinanderzusetzen, als es grundsätzlich anzuprangern.

    Fragen, wie es optimal eingesetzt wird inform Dosierhöhe, Halbwertzeit und Dauer sowie die richtige Entsorgung sollten sich verbindlich klären lassen. Aufklärung schafft Verantwortung und verhindert eher das vermutlich reichlich praktizierte stille Reinkippen per Daumen.

    Genau das war das Eröffnungsziel meines Beitrages.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Somit sehe ich ess als erheblich sinnvoller an, sich mit korrekter A.Bio Anwendung auseinanderzusetzen, als es grundsätzlich anzuprangern.

    moin werner,

    da zumindest hier im staat keine a-bio-mittel im freien verkauf sind (sein dürfen) muss ein tierarzt solche mittel verschreiben.

    das wird er nicht für eine cyanobekämpfung tun und auch zur behandlung von fischen müsste er diese zuvor in augenschein nehmen mit entsprechender diagnose usw.

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