• Wenn beide Ausgänge - Kalkwasser und Kalkreaktor - zugleich dosiert werden, neutralisiert sich sehr schön der pH-Wert. Allerdings unter der Bildung von Kalk. So hat man neben CO2 und Calciumhydroxid eigentlich nur noch Energie verbraucht. In meinen Augen eher kontraproduktiv.

    Stöchiometrisch bleibt es gleich, wo die Zufuhr erfolgt! Nah beieinander erfolgt der Ausgleich schnell, bei weiteren Entfernungen entstehen im Becken ganz kurzfristig differenzierte Zonen (mit welchem Vorteil???), die sich dann je nach Strömungsverhältnissen, rasch ausgleichen. Die Wirkung bleibt aber letztlich gleich.
    Bei einem Tag-Nacht getrennten Kalkwasser und Kalkreaktor Einsatz macht die empfohlene räumliche Trennung ohnehin keinen Sinn.


    Tag-Nacht-Schwankungen der CO2-Konzentrationen und damit des pH-Wertes in unseren Aquarien sind unproblematisch, wenn sie sich in einem begrenzten Rahmen bewegen. Durch einen stabilen KH-Wert im optimalen Bereich bei gleichzeitig bestmöglichen Gasaustausch zwischen dem Aquarienwasser und der Umgebungsluft in einem gut belüfteten Raum läßt sich der pH-Wert auch weitgehend stabil halten.


    Ob man nun die Alkalinität durch gleichmäßige Carbonatversorgung mittels Dauereinsatz des Kalkreaktors stabil halten möchte oder ein Tag-Nacht getrennter Einsatz der Systeme erfolgt, führt letztlich wohl zu gleichen Ergebnissen. Dass sich daraus ein höherer Durchschnitts-pH Wert ergeben sollte, sehe ich keine Belege.


    Gruß


    Bernd

  • Hallo,


    leider kann ich aus dem Schaubild keinerlei vergleichenden Aussagen hinsichtlich der diskutierten Fragen zur Platzierung der Ausläufe und der Betriebszeiten erkennen.
    Dass der Betrieb eines Kalkreaktors, egal welcher Typ hier dargestellt sein sollte, generell positive Einflüsse auf die Werte hat, ist ja unstrittig, sicher auch die Frage nach einem kombinierten Betrieb von Kalkreaktor und Kalkwasserzugaben.


    Ich denke aber, dass sich die theoretische Diskussion letztlich nur um des Kaisers Bart dreht, aus der sich keine weiteren relevanten Erkenntnisse ergeben. Bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom.


    Gruß


    Bernd

  • Hallo Bernd,


    es ging um die Karbonathärte. Nämlich, dass eine Erhöhung der KH keinen Einfluss auf den Durchschnitts-pH hätte. So habe ich Dich verstanden.
    Bei konstantem CO2-Wert im Aquarium (theoretisch mit der Luft-CO2-Konzentration im Gleichgewicht) und steigender KH, bleibt dem Gleichgewicht nichts anderes übrig, als den pH-Wert anzuheben. - Das sieht man auch in der Grafik, wenn man den Durchschitts-pH-Wert vor der KH-Erhöhung und nachher vergleicht.


    Plazierung der Ausläufe: das Aquariumwasser und die oberen Riffregionen sind grundsätzlich übersättigt an Calcium und Karbonathärte. Unsere Zugaben an Calcium und Karbonathärte können also nur mit Schwierigkeiten zudosiert werden und wir können hoffen, dass sie auch länger im Wasser verweilen.
    Wenn beide konzentrierten Lösungen vor der eigentlichen Dosierung zusammen kommen, bildet sich sofort unlöslicher Kalk, der den Tieren nicht mehr zur Verfügung stehen kann. Ob nun Kalkreaktorwasser plus Kalkwasser oder Balling 1 und Balling 2. Der Effekt ist der Gleiche. Das kann jeder einfach selbst ausprobieren.

    LG Burkhard

  • Hallo Burkhard,


    da haben wir uns offensichtlich missverstanden. Den grundsätzlichen Einfluss der KH auf den Durchschnitts-pH-Wert habe ich nie infrage gestellt. Es ging in der Diskussion um die Zeiträume und den direkten Bezug der von dir angeführten zwei pH hierauf in deinem Beitrag 38. So habe ich dies verstanden.
    Ob und wie weit es bei den Dosierungen zu Kalkausfällungen kommt, hängt aber nicht nur von den Zeiträumen und räumlichen Abständen der Zugaben, sondern wesentlich auch von den jeweiligen Quantifizierungsverhältnissen und dem aktuellen Sättigungsgrad der Kohlensäure ab.


    Gruß


    Bernd

  • Und noch eine Ergänzung Burkhard: Du hast möglicherweise die Frage der vorgeschlagenen Intervalle missverstanden. Da geht es nicht um einen Dauereinsatz der Kalkwassergaben, sondern um den Betrieb des Kalkreaktors. Diesen möchte ich auch nachts betreiben, da mir ein möglichst gleich bleibender, wenig schwankender KH-Wert besonders wichtig ist.
    Die Zugaben des Kalkwassers erfolgen dagen in verteilten Intervallen, um immer wieder pH-Wert Absenkungen aufzufangen, die durch CO2-Überschüsse im Ablaufwasser des Kalkreaktors verursacht werden.
    Da das Ablaufwasser des Kalkreaktors ständig tropfenweise, also in zeitlich kleinsten Dosierungen zugegeben wird, das Kalkwasser aber nur in Zeiten der Freischaltung des Wasserniveaureglers in vergleichsweise größeren Schüben, kommt es in diesen begrenzten Zeiträumen zwar tatsächlich zu geringen Kalkausfällungen, die aber für diesen kurzen Zeitraum vernachlässigt werden können.
    Diese Vorgehensweise hat nach meinen langjährigen Beobachtungen geringere Schwankungen der Alkalinität als ein Tag-Nacht-Wechsel mit sich gebracht. Die damit theoretisch verbundenen Schwankungen des pH-Wertes durch höhere CO2-Werte nachts, bleiben ganz minimal, da man diesen mit einem guten Gasausgleich begegnen kann.
    Es bleibt für mich die Frage, was für das System wichtiger ist, ein weitgend gleichbleibender KH-Wert oder geringere Schwankungen des pH-Wertes? Da letztere nach meinen Erfahrungen in ihrem Umfang vernachlässigbar sind (lt. Glaser, wenn sie unter 0,5 pH-Einheiten bleiben), liegt die Priorität bei mir bei der Alkalinität.


    Was die räumliche Trennung der Dosierungszuläufe anbelangt, habe ich mich an den Empfehlungen von Glaser orientiert. Aufgrund der Strömungsverhältnisse im Becken dürften Überlegungen hierzu wohl keine grundsätzlichen Bedeutungen haben.


    Gruß


    Bernd

  • Hallo Leute, also ich habe jetzt mal das Kalkwasser getestet.
    Mein Test geht leider nur bis 10, aber bis dort ist es sofort angeschlagen.
    Ich vermute das es damit nicht am Wasser liegt, sondern eher daran, dass ich es nicht zwischendrin mal gerührt habe.


    Das habe ich jetzt so gemacht wie Du Bernd. Also mit einer Pumpe die in dem Behälter ist.


    Dann habe ich das mal beobachtet:
    Der PH-Wert ist höher angestiegen als ohne durchmischen, allerdings nicht wie erhofft. Ich habe dann mal die Schlauchpumpe vom Durchlauf höher gestellt und siehe da, am Abend war er dann schon auf 8,10 angestiegen. Also es geht Richtung 8,20PH, vielen Dank schon einmal bis hier hin für die vielen Tipps-.


    Jetzt ist leider der 25Liter Kanister alle, nun geht es zum Nachfüllen.
    Wie macht ihr das denn?
    Entleert ihr den Behälter auch mal komplett, oder packt ihr immer nur neues Osmosewasser rein und dosiert Calciumhydroxid nach? Nur irgendwann häuft sich wahrscheinlich unten der Mud, muß man dann wohl hin und wieder nach ermessen machen.


    Den Ausgang vom Kalkreaktor habe ich jetzt eine Kammer vor der Rückförderpumpe und das Kalkwasser tropft weiterhin in den Vliesfilter.
    Da mir vorher auch aufgefallen ist das ich unheimlich viel Kalk unten an den Schläuchen hatte, da ich das Kalkwasser über den Schlauch vom Kalkreaktor gelegt habe, da ist es dann wohl zu dem beschriebenen Effekt von MR.B gekommen.
    Das ist jetzt nicht mehr der Fall...


    Vielen Dank das Ihr so viele gute Antworten gegeben habt!


    Gruß
    Charly

  • Hallo Charly,


    du kannst mehrfach mit Wasser wieder auffüllen, da sich das Calciumhydroxid immer nur zum Teil löst. Ab und zu dann etwas Pulver neu hinzu geben.


    Die Ausläufe sollten am besten direkt in einem stark beströmten Bereich münden.


    Gruß


    Bernd

  • Guten Morgen Bernd,
    achso... muß ich nicht jedes mal beim neuen Befüllen dosieren?
    Oh man, da sieht man mal was man alles falsch machen kann.
    Ich dachte man dosiert immer beim Neubefüllen nach und somit habe ich Grotech gut Ware abgenommen und dann auch noch durch meine falsche Anwendungsweise ohne großen Ertrag :winking_face_with_tongue: :thumbs_up:


    Schönen Tag wünsche ich allen :smiling_face:

  • Ich habe das in einem Forum gelesen, dass man nicht immer den Behälter leeren muss, sondern man ruhig drei mal Nachfüllen kann. Es war mir aber nicht klar das man beim Nachfüllen nicht nachdosieren sollte.


    Naja, aus Fehlern lernt man ja bekanntlich und wenn es den Tieren nicht geschadet hat ist alles halb so schlimm. :grinning_face_with_smiling_eyes:

  • Dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu.
    Ich nutze nun seit ca. 2 Monaten meinen Kalrührer. Ich dosiere dabei über die Dunkelphase rund 4 Liter auf meine 1100L ca. Nettovolumen. Das ist so viel, das ich am Tag kein RO Wasser mehr zugegeben werden muss.
    Am Auslass des Kalkrührers habe ich einen PH Wert von ca. 12,45 ph. sinkt er unter 12,2 gebe ich wieder Calciumhydroxid zu.
    In der Lichphase dosiere ich über Balling Light.


    Warum mache ich das?
    Mein AQ steht im Keller. Zudem hat das Becken einen Lichtkasten (ca 60cm hoch), Filterbecken ist zu. Der PH Wert schwankte dabei zwischen 7.7 - 8.0ph. Meine SPS sind damit klar gekommen. Ich wollte aber sehen, ob ein hoherer PH Wert sich positiv auswirkt.


    Mit dem Kalkrührer habe ich meinen PH Wert dauerhaft über 8 ph bekommen. Spitzenwert 8.3 ph am Ende der Tageslichtphase.
    Alle anderen Ansätze haben das nicht geschaft.
    Sentup:
    ATI Abschäumer 250 mit Lufansaugung von außen
    Atemkalk half bei mir nicht.
    Erhöhung PH Wert der KH Mischung durch Natriumkarbonat half etwas, aber nicht ausreichend.
    Ausfällungen von Phosphat ist nicht erkennbar. Ich gebe das Kalkwasser aber auch über eine Dosierpumpe in einen stark durchströmten Bereich in Wasserwechelbecken (ist im AQ Kreislauf eingebunden).


    Wie geht es dem Becken?
    Bisher alles gut. Ein Gamechanger ist das aber bisher nicht. Einige SPS die nicht so richtig wachsen wollten, scheinen aber nun zu kommen. Auch ist das Polypenbild etwas besser. Ob das nun aber an den natürlicheren PH Wert liegt ist zu vermuten, mehr aber auch nicht.


    Würde ich das Becken ausschließlich mit dem Kalkrührer fahren?
    Ohne Balling würde ich Ca (aktuell 438mg/l laut ICP von heute) und auch KH (ca 7,0-7.2 KH Keeper)nicht halten können. Ich benötige jetzt aber fast nur noch die Hälfte der Balling Salze. Ich hatte am Anfang bedenken, ob mein KH nicht durch die Decke geht, tut er aber nicht.
    Was ich sagen kann ist das der CO2 Gehalt im Wasser laut ICP Total erheblich gesungen ist (FM ICP Total), Das Kalkwasser tut also das, was es bei mir soll.


    Werde ich dabei bleiben?
    Erstmal ja, Mal schaun wie es in ein paar Monaten ist.


    Gruß
    Wilko

  • Guten Morgen Bernd,
    achso... muß ich nicht jedes mal beim neuen Befüllen dosieren?
    Oh man, da sieht man mal was man alles falsch machen kann.
    Ich dachte man dosiert immer beim Neubefüllen nach und somit habe ich Grotech gut Ware abgenommen und dann auch noch durch meine falsche Anwendungsweise ohne großen Ertrag :winking_face_with_tongue: :thumbs_up:


    Schönen Tag wünsche ich allen :smiling_face:

    Hallo,


    die Löslichkeit von Ca-Hydroxid liegt bei 1,7 g/l und 20 °C.
    Da du ja aus einem Kanister dosierst und nicht über Kalkmischer würde ich ca. 2 g Hydroxid pro Liter nehmen und gut durchmischen.
    Bei Neuansatz dann den noch übrigen nicht gelösten Niederschlag verwerfen (ist wohl nun Ca-Karbonat) und mit 2 g/l neu ansetzen.


    VG
    Paul

  • Was ich sagen kann ist das der CO2 Gehalt im Wasser laut ICP Total erheblich gesungen ist (FM ICP Total), Das Kalkwasser tut also das, was es bei mir soll.

    Eine ICP kann leider kein CO2 messen. Es wird bei einigen Analysen die CO2-Konzentration REIN RECHNERISCH ermittelt. Diese Rechnung hat in meinen Augen rein gar nichts mit der Realität zu tun und verwirrt die Aquarianer nur. Um wirklich das CO2 rechnerisch ermitteln zu können, müssen mehrere Faktoren exakt bestimmbar sein:
    - die Bestimmung des pH-Wertes: ist die Probe morgens oder abends gezogen worden? Wie hat er sich während des Transportes der Probe verändert?
    - Die Bestimmung der Karbonathärte: durch einfache Säuretitration wird nur die Säurekapazität ermittelt. Das Karbonatsystem ist zwar der wichtigste Puffer im Aquarium,
    - doch können organische Säuren den pH-Wert erniedrigen
    - und auch anorganische Säure wie Phosphorverbindungen.
    Wenn man wirklich eine CO2-Konzentration ermitten will, ist nur eine direkte Messung (Titration oder Sensor) sinnvoll. Wenn dieses Ergebnis mit dem rechnerisch ermittelten Wert verglichen wird, sind eventuell sinnvolle Aussagen über zum Beispiel das Vorhandensein von organischen Säuren möglich. Daraus könnten man sinnvolle Maßnahmen wie CO2-Adsorber, Veränderung des Filterssystems, Adsorber für organische Substanzen besser planen.
    Allein, wenn man die vollkommen unterschiedlichen Erfolge bei CO2-Adsorbern (Atemkalk) sieht, von "pH-Wert um 0,4 Punkte gestiegen" bis "Atemkalk half bei mir nicht", macht klar, dass wir mit unseren Analysen nur recht schwache Krücken haben, um den Chemismus des Aquariums beschreiben zu können.

    LG Burkhard

  • Guten Tag Burkhard,
    das man mit einer ICP kein CO2 messen kann ist mir klar.
    Der -FM ICP Total- ist kein reiner ICP Test. Bei Fauna Marin werden bei der ICP Total eine ganze Reihe von Messungen zusätzlich zur ICP gemacht. So wird auch der CO2 Gehalt gemessen ebenso wie z.B. Ortophospat oder auch der PH Wert. Wenn etwas berechnet wurde, dann steht das auch im Testergebnis.


    Gruß
    Wilko

  • honk


    hast du nach den zwei Monaten schon in der ICP gemerkt dass durch die Halbierung der Ballingsalze deine Spurenelemente entsprechend zurückgegangen sind oder hast du das schon im vorhinein ausgeglichen bzw. entsprechend erhöht in den Ballingsalzen?

  • Hallo Pitviper,

    ich mache monatlich FM ICPs. Alle drei Monate die ICP Total.

    Da ich weniger Balling KH und CA Dosiere habe ich entsprechend Fauna Marin Rechner die Spurenelemente angepasst.

    Also als Bezugspunkt Trace 1 (Stontium), Trace 2 (Molypdän), Trace 3 (Jod). Zusätzlich modifiziere ich aber die Ballinglösungen. Aktuell mit Zugabe von Flour, Nickel, Zink.

    Trace 2 ist bei FM etwas schwierig. Molybdän ist immer etwas erhöht, aber der Rest immer etwas zu niedrig.

    Das war aber schon immer bei mir so. Hat also nix mit Kalkwasser zu tun.


    Gruß

    honk

  • Hallo, jetzt habe ich mal eine Frage dazu.

    Nach dem mein PH nicht oder nur selten über 8 gekommen ist, habe ich seit ca 3 Wochen einen Kalkmischer im Einsatz. Funktionierte soweit auch gut und mein PH wanderte über Tag Richtung 8.5 und ging dann bis 8.15 runter. Soweit so gut. Kh liegt bei ca 7.6 und Ca bei 440. seit drei Tagen sinkt bei PH immer weiter runter. Heute Morgen lag er nur noch bei 7.6 und ging dann über Tag bei ca. 7.95. Das Kalkwasser hat einen PH von fast 12.

    Versorgungssystem ist Essentials Plus. kein Kalkreaktor

    Trotz Zugabe steigt der PH nicht bzw ist auf o.g Wert gesunken. Ich verstehe aber nicht was den PH senkt obwohl es keine Veränderung am System gegeben hat. Hinweis noch. Ein Tag vorher ist mir dafür der KH auf 8.8 gestiegen aber mitlerweile wieder auf 7.6 gesunken.


    Vielleicht hat einer von euch eine Idee?!


    danke schon mal für Antworten.

  • Einmal bitte überprüfen, ob nach einer neuen Füllung der pH-Wert immer noch nicht befriedigend ist. Viele Kalkrührer sind so undicht, dass sie regelrecht CO2 durch Gaslecks aufsaugen, so die Kalkmilch "entschärfen" und nur noch zu geringem Effekt beitragen.

    LG Burkhard

  • Hallo Burkhard, okay mache ich. Aber müsste dann nicht der PH im Mischer ebenfalls niedrig sein ?


    @ Argonaut, ja wird dosiert

    @ Sandy Fenster ist auf, AS arbeitet und Oberflächenbewegung ist auch da.

  • Die pH-Messketten arbeiten im hohen Bereich nicht supergenau, weil kaum mit pH10 und pH14 kalibriert wird. Theoretisch hast Du natürlich recht. Je mehr CO2 in die Kalklösung diffundiert, desto niedriger der pH-Wert.

    LG Burkhard

  • Burkhard Ramsch so habe den Mischer sauber gemacht und neu gefüllt. Und siehe da… bei Ph steigt wieder. Beim letzten Mal Nachfüllen habe ich das nicht gemacht. Verstehen tue ich es trotzdem nicht. Das Kalkwasser hatte wie oben geschrieben gemessen einen PH von 11. was mich aber noch mehr verwundert, dass der Mischer anscheinend mit der „alten“ Mischung eher den Ph gesenkt hat. Er ist ja bis auf 7.5 abgesackt. Nachdem ich ihn abgeschaltet hatte ist er wieder ganz langsam gestiegen. Jetzt mit neuer Füllung ist er wieder bis auf 8.4 gestiegen. … schon sehr seltsam.

  • pH11 oder pH12, da liegen schon Welten zwischen. Eine pH-Stufe höher oder niedriger bedeutet eine Konzentrationsänderung um den Faktor 10 (fast)! Senken kann Kalkwasser den pH nicht, so lange der pH-Wert des Kalkwassers bzw. verbrauchten Kalkwassers über dem Aquarium-pH liegt. Aber der tägliche Anstieg kann schon sichtbar weniger werden.

    LG Burkhard

  • Hallo,


    ich habe über Jahre Kalkwasser über einen selbst gebauten Mischer zusammen mit Kalkreaktor (Jetstream2) betrieben.

    Bei mir stellte sich ein ähnliches Problem ein. Mit der Zeit erhöhte sich der nicht gelöste Niederschlag im "Sumpf" des Kalkmischers. Dieser Niederschlag sollte m. E. zum überwiegenden Teil aus CaCO3 und Ca(OH)2 bestehen. Je länger der Sumpf nicht vollständig entleert wurde (ich dosierte nur Ca(OH)2 weiter zu), desto weniger effektiv war die Wirkung. Erst bei vollständigen Austausch war der Mischer wieder wie gehabt.

    M. E. liegt das an der Zunahme der Konzentration des CaCo3-Anteils im Sumpf. Dadurch wird die Löslichkeit von Ca(OH)2 verringert.

    Burkhard, wie ist es bei euren Kalkmischern? Löst sich der Kalk vollständig oder bildet sich auch hier unlöslicher Sumpf? Wie ist deine Meinung/Erfahrung bzgl. Löslichkeit von Ca(OH)2 bei Anreicherung mit CaCo3? Empfiehlt ihr einen vollständigen Tausch bei "Sumpfbildung"?


    VG

    Paul

  • Hallo zusammen,

    ich mache es so.

    Wenn ich merke, das mein PH Wert im Becken wieder sinkt, checke ich den PH Wert im Kalkrührer. Bei mir leigt der normalerweise im Kalkrührer bei PH 12,4.

    Wenn der KH Wert im Kalkrüher sinkt, gebe ich neues Material nach. Es bleiben immer unlösliche Reste im Kalkmischer.

    Daher leere und reinige ich den Kalkrührer ca. alle 2 Monate.

    Ich dosiere nachwievor nur Nachts. Am Tag wird die CA, KH Versorgung über Balling Light gemacht.

  • honk  @Francis vielen dank. Denke das war hier ein ähnliches Problem. Hinzu kommt noch das der Mischer wahrscheinlich zu klein ist fürs Becken und somit der Durchlauf zu hoch.


    Nach einem sehr gutem, aufklärendem Gespräch mit Burkhard Ramsch habe ich einen Mischer von ihm bestellt und bin sehr gespannt.

  • Hallo zusammen,


    die Idee den Verdunstungsausgleich am Tag mit RO Wasser und Nachts mit Kalkwasser/Kalkwasserreaktor durchzuführen finde ich prima.

    Nur wie könnte ich dies realisieren?

    Denkbar wäre eine zeitgesteuerte zusätzliche Nachfüllanlage und diese nur Nachts einsetzen oder gibt es noch andere Möglichkeiten. Aktuell habe ich einen Tunze Osmolator im Einsatz.


    VG

    Jörg

  • Hallo Paul, ob das Vorhandensein von Calciumcarbonat die Löslichkeit von Calciumhydroxid dramatisch ändert, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Löslichkeitsproduktangaben findet man immer nur für reine Chemikalien. Bei Gemischen fängt das Raten an.


    Ich sehen den Hauptübeltäter im CO2. Dieses Gas kann auf zwei Arten in den Kalkmischer gelangen.

    1. Gaslecks oder ein sehr undicht gebautes Gerät. Der hohe pH-Wert zieht geradezu das CO2 aus der Luft und neutralisiert teilweise die Kalkwasserlösung. Der gleiche Effekt funktioniert auch gern bei pH-Puffern jenseits von 9. Ein pH10-Puffer-Fläschchen über nacht aufgestanden, hat alles, nur nicht mehr einen pH-Wert von 10. Selber ausprobiert - ist wirklich drastisch.

    2. CO2 befindet sich im Zulaufwasser des Kalkmischers. DOCH LEIDER: Umkehrosmosemembranen sind fast vollständig "undicht" gegenüber Gasen. Das heißt, dass die Kohlensäure zwar zurückgehalten wird, das CO2 jedoch nicht. Das meiste an der Summe Kohlensäure+CO2 ist leider CO2. Im Reinwasser befindet sich also viel CO2, dass sich dann teilweise wieder zu Kohlensäure umwandelt. Deshalb ist der pH-Wert von RO-Wasser immer saurer und die Leitfähigkeit des RO-Wassers ist immer geringfügig im Lagerbehälter höher, als es direkt aus dem Reinwasserausgang der RO-Anlage kommt.
    Die Konzentration von CO2 im Reinwasser ist direkt abhängig vom Karbonathärtegrad (exakt Säurebindungsvermögen oder Alkalinität) des Trinkwassers. Also je höher die Karbonathärte im Trinkwasser desto mehr CO2 ist im Reinwasser gelöst. Das kann so weit gehen, dass bei extrem harten Wasser so viel CO2 im Reinwasser ist, dass die Leistungsfähigkeit von nachgeschalteten Vollentsalzern drastisch in die Knie geht. Auch der Kalkwasserreaktor ist von den hohen CO2-Werten betroffen. Das hinzugegebene Calciumhydroxid kann sich deshalb NIE vollständig auflösen. Wenn also der pH-Wert des Kalkwassers messbar abfällt, sollte die Füllung ersetzt werden. Der Fauheit halber fülle ich zweimal das Calciumhydroxid nach und beim dritten Mal wird alles vorher sauber gemacht.

    LG Burkhard

  • HI. Da ich den Tread eben zufällig gefunden habe. Bei dem Video ging es darum sich mit den verschiedenen Aspekten der Riffaquaristik auseinander zu setzen. Das Beispiel Kalkwasser war nicht auf das Thema Kalkwasser an sich bezogen ( hätte ich auch ein anderes Thema wählen können ) sondern als Beispiel das jede Methode Vor - und Nachteile hat, und diese nicht immer einfach nur so eingesetzt werden sollen nur weil das grade mal wieder Mode wird.

    Wenn man wie ich jeden Tag im Support beschäftigt ist und sieht wie da teilweise ohne Sinn und Verstand alles in die Becken geschüttet wird dann kommt man eben auch zu solchen Aussagen die dann evtl. Missverstanden werden können.


    Generell hat für mich Kalkwasser eine Daseinsberechtigung aber eben auch entsprechende Nachteile so das wir es eben als "alleinige Versorgungslösung" nicht nutzen und empfehlen. Genau das aber war aktuell die Diskussion in den USA auf die sich das Video wiederum bezog.


    Gruss Schuhmi

  • Hi Claude,


    danke für die Rückmeldung. In diesem Zusammenhang habe ich vor kurzem einen Podcast von Jörg Kokott gehört, in dem er sagte, dass sich alle 6-7 Jahre die Community extrem wandelt bzw. neu zusammensetzt. Neue Leute steigen ein, alte hören auf oder sind nicht mehr aktiv an Diskussionen beteiligt. Er erzählte das in Zusammenhang mit Veröffentlichungen von ihm und anderen, in denen bestimmte Themen schon vor 20 Jahren eigentlich erschöpfend abgehandelt wurden.

    Allerdings in Quellen, die dann nicht mehr zur Verfügung stehen, weil es die Magazine und Bücher nicht mehr gibt. Und dann tauchen diese Themen immer wieder von Neuem auf und werden teilweise auch gehypt.

    Insofern ist dieser Thread auch ein Teil dieser Entwicklung. Im Internet finde man schon genügend Seiten, die das Thema ausführlich behandeln und eben auch die Nachteile aufführen. Aber wie es halt so ist im Internet, gibt es zig Seiten mit teils widersprechenden Infos und Interessen und dann kann man auch mal die Übersicht verlieren.


    Mich hat das Thema in Zusammenhang mit der Bekämpfung von Fadenalgen interessiert. Als Hauptbeckenversorgung käme das für mich nicht in Frage, weil es eben auch diverse Nachteile gibt und es heute gut entwickelte, funktionierende Versorgungssystem gibt.

    Grüße


    Chris

  • Als Hauptbeckenversorgung käme das für mich nicht in Frage, weil es eben auch diverse Nachteile gibt und es heute gut entwickelte, funktionierende Versorgungssystem gibt.

    Hallo Chris,


    man sollte sich aber auch bewusst sein, dass es sich bei den "gut entwickleten Versorgungssystemen" meist um teuer verkaufte chemische Komponenten handelt, die einzeln viel, viel billiger eingesetzt werden könnten und deren pauschaler Einsatz meist nicht direkt den Einzelbedürnissen der individuellen Beckensituationen richtig entspricht.

    Mit ein paar wenigen fundamentalen Sachkenntnissen kann man da auch besser und günstiger agieren.


    Gruß


    Bernd

  • Hallo Bernd,


    ich bin ja auch in Fan von DIY und natürlich kann man Balling auch selbst ansetzen mit guten Salzen. Allerdings kostet das Hobby eh schon viel Geld und Zeit und es gibt heutzutage so einfache, sofort anzuwendende Produkte, da habe ich persönlich keine Lust, das immer neu abzuwiegen, zu mischen, ewig zu schütteln usw.


    Für das neue Kallax Becken verwende ich seit einer Woche All for Reef und werde da meine Erfahrungen sammeln. Wenn das dauerhaft klappt, wäre das natürlich der Hit. Eine Dosierpumpe, ein Produkt und fertig.

    Grüße


    Chris

  • Hallo Bernd , besser bezweifle ich sehr, erstens kommt man an viele notwendige Stoffe nicht heran und zweitens sind moderne System weit mehr als nur Calcium und Karbonatsalze. Das man sich mit etwas Aufwand Dinge selber mischen kann , und dann auch noch passend angesetzt steht ausser Frage, das war schon immer so, Als Hersteller aber ist es die Aufgabe Produkte herzustellen die marktfähig sind und das wiederum ist gar nicht so einfach. Ohne Grosshändler und Händler wiederum fände das Hobby auch keine Verbreitung. Daher ist der Vergleich mit Ware aus dem Grosshandel zu einem fertigen Produkt irgendwie nicht ganz fair.

  • Ja da hat Jörg auch Recht, irgendwie fangen wir gefühlt ständig wieder neu an. Zudem muss alles so vorbereitet und gerichtet sein das man gar keine Mühe mehr geben muss. Grade was das lesen von Anleitungen angeht fragt man sich manchmal schon ob das echt so schwer ist..

  • Hallo Claude und Chris,


    mir geht es vor allem darum, dass die fertigen Versorgungssysteme den nichtlinearen Verbrauch naturgemäß nicht entsprechend genau abbilden können. Wenn ich mich richtig erinnere, hast du dies auch schon geschrieben. Gerade bei der Alkalität und beim Calcium verändern sich die Werte je nach Beckensituation oft nicht gleichförmig.

    Damit möchte ich die "Fertigprodukte" nicht schlecht machen, mir kommt es aber auch nicht auf den doch geringen Aufwand an. Ich arbeite ohnehin parallel mit Kalkreaktor und Kalkwasser. Da muss ich nur gelegentlich speziell mit Salzen nachjustieren, dies dann allerdings auch punktgenau.


    Gruß


    Bernd

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