Heutige LED´s zu blaulastig ?

  • Guten Abend zusammen,

    auf der Messe in Sindelfingen, gab es eine Diskussion darüber, dass die meisten heutigen LED Lampen,
    viel zu blaulastig sind, bzw. kein "natürliches" Lichtspektrum mehr haben.

    Nun ist meine Frage, bzw. Überlegung, was sind die Folgen einer zu hohen Blaustrahlung, ich rede jetzt
    nicht von Verbrennungen, bzw. Nährstofflimitierungen, sondern eher von "langzeit" Folgen/Problemen.
    Gibt es Probleme im Wuchs der Koralle, ihrer Ausfärbung, Polypenbild/Dichte, ihrer Lebenslänge?

    Andererseits ist natürlich auch die Frage, was ist bei zu geringer Blaustrahlung, mit Sicherheit ist
    das Wachstum verlangsamt, aber welche Probleme treten noch auf.

    Wie sieht denn ein gesundes Spektrum aus, bzw. kann ich das an den Korallen erkennen ?

    Ich Propagiere in solchen Fällen ja immer in seinem Becken zu lesen, das hatte ich auch auf
    der Messe erwähnt, sich seine Korallen anzuschauen und daran zu erkennen ob es ihnen gut, oder
    schlecht geht. Deshalb frage ich eben auch nach langfristigen Problemen, bzw. nach euren
    Erfahrungen, auch auf Hinsicht in den unterschiedlichen Korallen Familien (SPS / LPS / Weiche).

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Die 16000K Variante der Maxspect z.B. ist sehr blaulastig. Ich habe sie so eingestellt, dass der Blaukanal zu jeder Zeit 30% unter dem weißen Kanals läuft. Bei meinem Cubicus habe ich das bei der Zusammenstellung des Spektrum gleich beachtet und bin bei max. 13000K gelandet.

    Über das perfekte Spektrum streiten sich die Gelehrten :winking_face:

    Gruß Hauke

  • Guten Abend zusammen,

    auf der Messe in Sindelfingen, gab es eine Diskussion darüber, dass die meisten heutigen LED Lampen,
    viel zu blaulastig sind, bzw. kein "natürliches" Lichtspektrum mehr haben.


    Hallo Daniel,

    zuerst waere es einmal interessant nach dieser Diskussionsrunde zu fragen. Wer hat denn da mit wem geredet? Laien unter sich oder war es eine Fachsimpelei professioneller Natur?
    Über die optischen Reize der unterschiedlichen Spektren kann man auch unterschiedlicher Meinung sein, weil man ja auch unterschiedlich empfindet. Es ist nicht immer für die Korallen von Vorteil, was man farblich selbst für angemessen hält. Blau wird meist zu dick aufgetragen, weil viele LEDs nur Weiss- und Blautöne abstrahlen. Blau fluoresziert besser, und damit habe ich ein wenig mehr Farbe hervorgekitzelt. Der Nachteil ist, das Becken wirkt nicht mehr so hell. Da das blaue Spektrum aber eine Bedeutung für das Wachstum der Korallen hat, kann darauf nicht ganz verzichtet werden. Einige gute Leuchten sind auf dem Markt, die bereite das Tageslichtspektrum versuchen abzudecken. Inklusive Rot! Ich bin früher auch der Vorgabe gefolgt, dass die rote Farbe nicht erwünscht ist. Seitdem ich bei einem Bekannten die farbliche Intensivierung und ein wesentlich besseres Wachstum seiner rosaroten Pocilloporen beobachten konnte, hege ich andere Gedanken. Vormals war eine weiss/blaue LED über dem Becken. Jetzt eine vielfarbige Premiumleuchte aus dem Hause ATI. Ich vermute einmal, es liegt nicht so sehr am Rotanteil, sondern eher an der effizienten Zusammensetzung der angebotenen Spektren. Aber selbst diese ausgeklügelten Spektren kann ein Blaulichtfreak auch noch unterlaufen.
    Last but not least sollte man sich am PAR-Wert orientieren. Wenn man ganz genau die (unterschiedlichen) Vorlieben in Sachen Licht seiner Korallen kennt, gerne auch den PUR-Wert. Ich kann mir gut vorstellen, dass über den ganzen Tag gesehen, nicht alle Korallen gleichermaßen glücklich über das eingestellte Kunstlicht sind. Wir muessen lichttechnisch gesehen, unsere Korallen auch dort abholen, wo sie in der Natur entnommen worden sind. Da herrscht nun mal auch blau vor. Aber alles in Massen.
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo,

    grundsätzlich wichtig ist, dass die Strahlung der LED das richtige Emissionsspektrum abgeben, damit die Photosynthesepigmente der Zooxanthellen bestmöglich angeregt werden. Bekanntlich sind es die Bereiche um 430, 440-470, 630 und 660 nm. Ob dies jeweils tatsächlich der Fall ist, hängt von der Zusammenstellung der LED in der Beleuchtung ab. Ob es im Einzelfall Lücken gibt, muss beim jeweiligen Modell prüfen, wobei heute wohl die meisten neueren Produkte diesen Erfordernissen nahe kommen. Was ich aber beobachte ist, dass sehr häufig die Strahlungsintensität der eingesetzten Leuchten unzureichend ist, die Leuchten sind einfach unterdimensioniert. Um für teure Produkte und angebliche Einsparpotentiale zu werben, werden häufig viel zu schwache Wattzahlen propagiert. Das perfekteste Emissionsspektrum nützt aber nichts, wenn die Strahlungsintensität nicht ausreicht.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Hajo

    Ich bin der leidige, der diese Aussage gewagt hat in SIFI, dass unsere LED Module zu Blau lästig wurden oder sind.
    Es gibt aber auch neuere Trends die da wieder etwas dem herkömmlicheren Still der alten HQI mit max. 20‘000K näher kommen.

    Hier habe ich mal ein paar Beispiele, den Kelvin Wert darf sich jeder selber Interpolieren

    Aqua Illumination Hydra TwentySix HD

    Aqua Medic Spectrus 60

    ATI Sirius x1

    Aqua Grow EvuLED CoralSun

    Kelo AO 100

    Liebe Grüsse
    Henning

    Das Meer ist der Spiegel der Seele.
    Zeuge ihres inneren Sturms und ihrer tiefen Ruhe.

  • onescape NEXTone Modul 1

    Pacific Sun Pandora Hyprion S 

    Giesemann Pulzar HO 

    Orphek Atlantik V3

    Tropic Marin SunaEco 500 Marine Blue

    Liebe Grüsse
    Henning

    Das Meer ist der Spiegel der Seele.
    Zeuge ihres inneren Sturms und ihrer tiefen Ruhe.

  • Hallo Henning,

    deine Fleissarbeiten sind mir wohl bekannt. :grinning_squinting_face:

    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Das perfekteste Emissionsspektrum nützt aber nichts, wenn die Strahlungsintensität nicht ausreicht.


    Hallo Bernd

    Darf man dies auch deuten mit einer flächigeren Ausleuchtung oder musste nach deiner Meinung das Module nur mehr Power unter den Lichtern haben :confused_face:

    hajo
    Danke machen wir ja gerne für die Allgemeinheit, wen wir da einen Nutzen für unsere Pfleglinge erzielen ist dies für mich schon ein Erfolg.

    Liebe Grüsse
    Henning

    Das Meer ist der Spiegel der Seele.
    Zeuge ihres inneren Sturms und ihrer tiefen Ruhe.

  • Hallo Henning,

    beides ist wichtig, die flächige Ausleuchtung um Abschattungen zu reduzieren und ausreichende Beleuchtungsstärke. Man muss sich nur einmal die Maximalwerte ca. 100 000 Lux im tropischen Riff an der Wasseroberfläche, noch 45 000 Lux in 1m Wassertiefe vor Augen halten.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd

    Oder solche Messungen

    Leider kann ich da nicht meine ganze Ausrüstung mit schleppen, doch kann man hier schon einiges sehen.
    Messungen sind von Papua Neuguinea 6km nördlich des Äquators.

    Liebe Grüsse
    Henning

    Das Meer ist der Spiegel der Seele.
    Zeuge ihres inneren Sturms und ihrer tiefen Ruhe.

  • Ich bin der leidige, der diese Aussage gewagt hat in SIFI, dass unsere LED Module zu Blau lästig wurden oder sind.

    Und dafür bin ich Dir auch sehr dankbar Henning, das Du und auch der Michael, dass mal so offen aussprechen, was wir Neulinge im Dschungel der Beleuchtung gar nicht mehr sehen. :thumbs_up:
    Schön Dich auch hier zu lesen und Deine Fleißarbeiten, wie Hajo so schön sagt, sind eine totale Bereicherung der MeWa Szene.

    hajo
    also nun ist auch Deine Frage beantwortet, es war wohl ein Kreis von Fachleuten :thumbs_up:
    Wenn ich Dich dann direkt mal fragen darf welche ATI Leuchte du hast und wie du die einzelnen Kanäle eingestellt hast (ich fahre meine Hybrid auch mit einem recht hohen Rotanteil)
    Was hat sich denn seit der Umstellung der Leuchten verändert/verbessert?

    @Bernd
    woran erkenne ich denn ein zuviel bzw. ein zuwenig an Beleuchtungspower?

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hallo Bernd

    Zitat

    Um für teure Produkte und angebliche Einsparpotentiale zu werben, werden häufig viel zu schwache Wattzahlen propagiert.

    Genau hier ist ein Umdenken erforderlich, die Wattzahl hat keine Aussagekraft über die tatsächliche Helligkeit einer Lampe.
    Die Diskussion in Sindelfingen war sehr interessant und für mich sehr lehrreich, bzw. auch in meinen Denkansätzen bestätigend was künftige Aquarienplanungen betrifft.
    Sei hier mal etwas offener, ich habe den Eindruck du hältst zu sehr an deiner HQI fest.

    Beste Grüße aus Bruchsal,
    Torsten

    (Wir müssen uns mal wieder treffen, Haus ist fast fertig :winking_face: .)

  • Ich hatte von Giesemann Spectra mit den Blue-Brennern auf Ecotech Radion xr30w pro umgestellt. Das Licht ist dunkler, aber schöner. Soweit alles subjektiv. Im Winterhalbjahr habe ich das Glück, dass mein Becken bei tiefer stehender Sonne volles Sonnenlicht bekommt. Egal ob LED oder drei 400 Watt Spectras, die paar Sonnenstrahlen durch die bodentiefen Fenster scheinen so hell ins Becken, dass man meinen könnte es wäre keine Beleuchtung eingeschaltet. Die Lichtfarbe wirkt extrem gelb gegen die LEDs. Und ehrlich gesagt empfinde ich das Licht beim Tauchen bei weitem nicht so blau wie in den meisten LED Becken. Dass mir die bläuliche Beleuchtung gut gefällt ist wieder ein anderer Aspekt.

    Christian


    Gesendet von iPhone mit Tapatalk

  • Hallo Daniel,

    ist von mir vielleicht nicht ganz eindeutig formuliert worden: Nicht ich, sondern der bewusste Bekannte mit den Pocis ist der Besitzer einer neuen X4.
    Meine ist schon bestellt, da sie mich über seinem Becken im Vergleich zu der vorhandenen T5 Zusatzbeleuchtung und im Vergleich zum Licht
    der daneben hängenden Maxspect überzeugt hat. Optische Beurteilungen sind oft subjektiv. Deswegen sollte man sich mehr an die physikalischen
    Parameter lichttechnischer Art und ihren Einfluss auf die Korallen halten. Auf der Suche danach bin ich auf die Untersuchungen bzw. auf den
    LED-Leuchten-Vergleich von Henning gestossen. Dabei ist mir die bewusste Latuechte aufgefallen.
    Wenn sie dann über meinem neuen Becken baumelt, koennen wir ja mal Gedanken zu ihren Einstellungen austauschen. :grinning_squinting_face:
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • @Bernd
    woran erkenne ich denn ein zuviel bzw. ein zuwenig an Beleuchtungspower?


    Ein zuwenig am schlechten Korallenwuchs und schlechter Farbgebung, ein zuviel habe ich in der Praxis noch nie erlebt. Da müsste man über die Becken die Leuchten dicht auf dicht packen. (Nicht verwechseln mit "Verbrennungen, die auf mangelnder Anpassung beruhen)

    @ Torsten, ja ich halte zumindest derzeit aus guten Gründen noch an meiner HQI fest und wurde in einem anderen Thread im Nachbarforum anhand vieler Erfahrungsberichte wieder darin bestätigt. Vor allem muss ich nicht, kann ich aber rechnen. Aber vielleicht tut sich ja noch einiges auf dem Beleuchtungsmarkt.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo zusammen,

    seit Sonntag läuft mein "Experiment" Viel hilft Viel und eine 8x80 Watt T5 bestückt mit 4x ATI Aquablue Special und 4 Blue plus-Röhren hängt über dem Becken. Mangels Fotobegabung kann ich keine Vergleichsfotos präsentieren und ich kann hier nichts wissenschaftlich präsentieren aber der Unterschied zur vorherigen Beleuchtung (ATI Hybrid 4x80 Watt 4x75 Watt LED) ist krass. Die LEDs waren nicht extrem blaulastig eingestellt und liefen auf maximal 75 %. Dennoch ist das Licht unter reiner T5 trotz der Röhrenkombi jetzt wesentlich weißer. Mal schauen, obs auch Auswirkungen auf die Cyanos hat. Den Korallen scheint das Mehr an Röhrenlicht bisher aber sehr gut zu gefallen.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo Stefan,
    hab auch grad auf die 8fach Hybrid umgestellt und auch deine Röhrenkombi. Wie hast du die Röhren angeordnet. Im Gegensatz zu dir empfinde ich das Licht schon sehr blau. LED habe ich rot 5, blau und weiß 255, royalblau 200


    Sent from my iPhone using Tapatalk

    Viele Grüße

    Matthias
    ________________________________

  • Als Wiedereinsteiger lese ich eifrig in Foren mit und
    sammle alle Infos auf, die mir in der Vorbereitung und Weiterbildung hilfreich
    sind.
    Das Thema „Licht“ ist dabei so ein kleines Drama.
    Es gibt Menschen, die offensichtlich wissen, welches Licht Korallen
    brauchen.
    Es gibt Menschen, die messen können, was Aquarienleuchten
    in spezifischen Wassertiefen wiedergeben.
    Es gibt offensichtlich aber Niemanden, der sagen kann
    oder will, welche Leuchte nun das oben genannte erfüllt.

    Ständig erscheinen in allen Foren Beiträge:“ Ich habe ein Becken xxx B/H/T, SPS/LPS/Fische
    und möchte gerne wissen, welche HQI/LED/Hybrid/T5 die beste ist“
    Dann kommen immer Antworten, die eher von subjektiven
    Dingen wie Werbeaussagen, Optik, Bedienungsspielereien als von eigener Erfahrung oder aus
    Messungen heraus geprägt sind.

    Ich quäle mich derzeit durch in einem Nachbarforum durch
    einen 28 !! Seiten Betrag über die ATI Flex, …und das bei einer Leuchte, die
    noch nicht final mit den richtigen LED bestückt ist und auch in Sindelfingen
    offensichtlich noch im Prototypenstadium war.

    Meine Frage:
    Ich lese... und lese... und lese.... und komme zu keiner Entscheidung.
    Entweder verstehe ich die Sachlage nicht, oder kann nicht zwischen den Zeilen lesen, oder es wird nix gesagt.
    Was ist denn nun die derzeit „richtige“
    Leuchte: Lani, Onescape, Sicce, ATI Hybrid als Vertreter der nieder hängenden
    Flächenabtrahlung.
    Oder ATi Sirius, Orphek Atlantik V3, Kessil AP700 als
    Cluster, oder, oder oder? (Sorry für alle die, die ich vergessen habe)

    Lohnt sich das Warten auf die ATI Flex?

    Ich weiß nicht, ob es zu viel verlangt ist, das bereits
    alles heute zu wissen zu wollen/können.

    Da ein Forum herstellerunabhängig sein sollte, müsste es jedoch
    möglich sein, im Interesse der Tiere und der Forianer zu sagen, was gut, …. und
    was weniger gut ist.

    Nix für ungut und bis dahin
    Ameo

    Einmal editiert, zuletzt von ameo (16. Dezember 2015 um 13:07)

  • Hallo Matthias,

    royalblau auf 200 scheint mir sehr hoch, da ists kein Wunder, dass die Beleuchtung sehr blau wirkt. Such mal Hybrid in Verbindung mit Jörg Kokott oder Sangokai. Jörg hat glaub ich mal ne Einstellungsempfehlung gegeben. Ich hatte Royalblau nicht über 50.

    Ich habe meine Sunpower von vorne beginnend wie folgt bestückt: bwbwwbwb. Die zwei weißen in der Mitte sind der Tatsache geschuldet, dass es ja nur 2 Kanäle (3 und 6 sowie 1,2,4,5,7,8) und ich gerne eine Blaulichtphase habe. Wie die Kanäle bei der 8er Version der Hybrid sind, weiß ich leider nicht.

    Ameo vor dem Problem steht mittlerweile aufgrund der Vielfalt der Möglichkeiten jeder. Messungen und wissenschaftliche Abarbeitungen sind sicher richtig und wichtig decken sich aber halt oft nicht mit den dann in der Praxis gemachten Erfahrungen. Es kommt halt immer darauf an, was man will. Für gutes Wachstum und maximale Farbausprägung auch empfindlichster Acroporen führt an T5 (gerne gemixt mit LED aber T5 sollte überwiegen) meiner Meinung nach zumindest bei den Fertiglampen immer noch kein Weg vorbei. Eine richtig flächige reine LED-Ausleuchtung bietet momentan nur die LANI zum entsprechenden Preis. Bei den LEDs schreitet die Entwicklung halt immer noch schnell voran, was heute noch gut ist ist morgen schon wieder nur mittelmäßig und die Auswahl unüberschaubar.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo zusammen,

    den ewig Suchenden in den Abgründen der Lichttechnik sei gesagt, dass (starkes) Licht nicht allein für das gesunde Wachstum der Korallen steht. Auch bestimmte Nährstoffe und eine jeweils den Korallenarten entsprechende Wasserbewegung tragen mit zum Wohlbefinden bei. Ueber allem darf man nicht vergessen, dass viele Korallenarten sehr anpassungsfaehig sind. Wenngleich manche Arten sich dabei auch schwer tun. Das muss nicht unbedingt mit der Lichtfrage zusammenhaengen. Das Ziel muessen auch nicht auf Teufel komm raus bonbonfarbige Acroporen sein. Da spielen, ausser der Lichtfrage, noch andere Faktoren eine Rolle. Somit kann man sich erst einmal am PAR-Wert orientieren. Den legen alle Leuchtenhersteller offen. Hat man sich dann über diesen Wert an das entsprechende Leuchtenkonzept herangetastet, geht die Überlegung in Richtung Farbgebung. Es koennen ja nur diejenigen Farben aus den Pigmenten der Korallen herausgekitzelt werden, die die Leuchte bereitstellt. Somit wird die Auswahl schon kleiner. Wenn man jetzt noch das Habitat der Koralle(n) ins Verhältnis zum Tageslichtspektrum setzt, bekommt man eine Ahnung von der zu erreichenden Lichtfarbe/menge und ihrer Intensität. Wer jetzt dort angekommen ist und denkt, für seine Korallenarten das richtige Spektrum gefunden zu haben, wird möglicher Weise spaeter enttäuscht sein. Die Wunschfarbe ist es dennoch nicht geworden. Erstens aus den Gruenden, die weiter oben eine Rolle spielen. Zweitens ist es durchaus nicht selten, dass ein und dieselbe Korallenart in ein und derselben Tiefe der Wassersäule zwar ihre Wuchsform einhält, aber auch mit einem anderen Farbton aufwarten kann. Ich möchte damit sagen, dass bestimmt nicht die Seligkeit davon abhängt, ob ich nun den Olymp der bonbonfarbenen Korallen erreiche. Die Hauptsache ist doch ein ausgezeichnetes Wachstum und ein gesundes Tier . Das auch gern für viele Jahre. Vielleicht irre ich mich. Aber mir scheint, die Lichtfrage wird immer mehr zur Glaubensfrage. Und die gehört woanders hin. Es gab früher schon solche "Missverstaendnisse", wenn sich T5ler mit HQIlern "unterhielten". Da uns das auch weiter bringt, sind auch diese Diskussionen nicht unbedeutend. Theorie ist die eine Seite, Praxis aber die andere.
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,

    natürlich gehören - was wohl jeder einigermaßen erfahrene Aquarianer weiß - neben Licht auch andere Voraussetzungen zu einer erfolgreichen Korallenpflege. Schließlich füllen Diskussionen über Nährstoffwerte oder Strömungsverhältnisse die Foren. Richtig ist auch, dass knallbunte Korallenfarben kein absolutes Muss und das verbreitete Streben danach oftmals mit problematischen Gratwanderungen verbunden sind. Wer die natürlichen Riffe kennt, weiß ob der häufig begrenzten Farbigkeit.
    Dass nun aber wieder mehr über das Licht - eben auch ein ganz entscheidender Faktor für Erfolg oder Misserfolg - diskutiert wird, hat seine guten Gründe und hängt primär mit dem aktuellen technischen Umbruch zusammen. Da dieser offensichtlich noch nicht abgeschlossen ist und ganz unterschiedliche Erfahrungen vorliegen, finde ich hier einen Austausch von Meinungen und Ergebnissen recht informativ. Dabei zeigt sich auch, dass man eben manchen Herstellerangaben allein nicht blind vertrauen kann. Erfahrungen der Anwender finde ich da sehr weiterführend.

    Gruß

    Bernd

  • Die Diskussion in Sindelfingen war sehr interessant und für mich sehr lehrreich, bzw. auch in meinen Denkansätzen bestätigend was künftige Aquarienplanungen betrifft.

    Grüß dich Thorsten,
    ich glaube ich hab dich in Sindelfingen gesehen, bin mir aber nicht ganz sicher :smiling_face:
    Lass und doch mal an deinen Denkansätzen teilhaben, was hat dir die Diskussion gezeigt?

    Christian
    genau diesen Eindruck kenne ich, auch bei mir scheint im Winter die Sonne ins Becken, es ist ein sehr gelbes Licht, aber die Farben von meinem Loriculus z.B. explodieren dann.

    @Bernd
    die Frage ist was ein zu "falsches", bzw. ein zu blaues Licht anrichtet, könnte das sehr energiereiche blaue Licht zu Problemen führen, könnte es zu Strahlungstress in den
    Korallen kommen, so dass diese in ihrem Wachstum gehemmt werden, oder sogar anfangen auszubleichen?
    Wie du schon sagst, es geht hier auch um Erfahrungsaustausch, hat jemand mit einem bestimmten Lichtspektrum positive oder negative Erfahrungen, was konnte er an seinen
    Korallen beobachten usw. usw.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • den ewig Suchenden in den Abgründen der Lichttechnik sei gesagt, dass (starkes) Licht nicht allein für das gesunde Wachstum der Korallen steht. Auch bestimmte Nährstoffe und eine jeweils den Korallenarten entsprechende Wasserbewegung tragen mit zum Wohlbefinden bei.

    moin hajo,

    andersherum kann gesagt werden, dass trotz bester (bestimmter) nährstoffe, strömung etc. sich nur mit stark(viel)licht entsprechende "farbenpracht" zu
    erzielen ist.

    es nützt das beste "system" nix, wenn die lampe zu schwach und oder eine "falsche" zusammenstellung aufweist.

    ich nehme da immer das beispiel von manfred: flächendeckende röhren mit hqi-1000watt-kombi.

    röhren in der üblichen beleuchtungsdauer aber die 1000er nur für 4 stunden.

    das langt zum herauskitzeln einer unvergleichlichen farbbrillianz.

  • Dass nun aber wieder mehr über das Licht - eben auch ein ganz entscheidender Faktor für Erfolg oder Misserfolg - diskutiert wird, hat seine guten Gründe und hängt primär mit dem aktuellen technischen Umbruch zusammen. Da dieser offensichtlich noch nicht abgeschlossen ist und ganz unterschiedliche Erfahrungen vorliegen, finde ich hier einen Austausch von Meinungen und Ergebnissen recht informativ. Dabei zeigt sich auch, dass man eben manchen Herstellerangaben allein nicht blind vertrauen kann. Erfahrungen der Anwender finde ich da sehr weiterführend.

    Gruß

    Bernd

    Da bin ich ganz deiner Meinung. Ich bin sehr gespannt auf die Berichte zu diesem Thema, die es hoffentlich auch geben wird.

    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • @Bernd
    die Frage ist was ein zu "falsches", bzw. ein zu blaues Licht anrichtet, könnte das sehr energiereiche blaue Licht zu Problemen führen, könnte es zu Strahlungstress in den
    Korallen kommen, so dass diese in ihrem Wachstum gehemmt werden, oder sogar anfangen auszubleichen?
    Wie du schon sagst, es geht hier auch um Erfahrungsaustausch, hat jemand mit einem bestimmten Lichtspektrum positive oder negative Erfahrungen, was konnte er an seinen
    Korallen beobachten usw. usw.

    Hallo,

    falsches Licht, also vor allem ein zu hoher UV-Anteil, kann durchaus Schäden hervorrufen. Dies betrifft den Bereich unter 350 nm, ab dem Zellschädigungen auftreten können. Allerdings können wirtseigene Pigmente der Korallen auch schädliche UV-Strahlen abblocken.
    In den Korallen ist sowohl die Anzahl der Zooxanthellen als auch die schützende Anordnung der Pigmente veränderlich. Sie können damit auf zu geringe oder auch sehr starke Strahlungsintensität reagieren, benötigen dafür aber ausreichende Zeit zur Anpassung.
    Es gibt einen Sättigungspunkt, ab dem eine weitere Verstärkung der Strahlung keine weitere Erhöhung der photosynthetischen Leistung mit sich bringt. Dies gilt für den gesamten photosynthetisch relevanten Spektralbereich, also auch für blaue Strahlung. Dieser Sättigungspunkt ist je nach Korallenart verschieden. Seine Überschreitung bringt also nichts (Energieverschwendung), aber ob und ab wann er schädlich wird (Wachstumsschädigung?) scheint strittig.
    Angeblich soll der Sättigungspunkt im Durchschnitt bei etwa 15 000 Lux liegen (???, genaue Untersuchungen kenne ich nicht). Andererseits sind manche Korallen nahe der Wasseroberfläche im Riff mittags bis zu 100 000 Lux ausgesetzt. Schädigungen halte ich daher in der Aquarienpraxis bei unseren Beleuchtungen für sehr unwahrscheinlich, sofern man den Korallen genügend Zeit zur Anpassung lässt und keine Leuchtmittel mit übermäßigem UV-Anteil verwendet.

    Im Ergebnis ist festzuhalten: Schwache Strahlungsintensität bedeutet eine Vermehrung der Zooxanthellen zur ausreichenden Ernährung der Korallen, damit dunkle Farben. Hohe Strahlungsintensität bewirkt weniger Zooxanthellen, da die Photosyntheserate höher ist und als Schutz gegen Überdosierungen eine bessere Ausprägung der wirtseigenen Farbpigmente, also kräftigere Farben. Es können allerdings auch nur diejenigen Farben angeregt werden, deren Wellenlänge die Lichtquelle auch abstrahlt.

    Gruß

    Bernd



  • Dass nun aber wieder mehr über das Licht - eben auch ein ganz entscheidender Faktor für Erfolg oder Misserfolg - diskutiert wird, hat seine guten Gründe und hängt primär mit dem aktuellen technischen Umbruch zusammen. Da dieser offensichtlich noch nicht abgeschlossen ist und ganz unterschiedliche Erfahrungen vorliegen, finde ich hier einen Austausch von Meinungen und Ergebnissen recht informativ.

    Gruß

    Bernd


    Hallo Bernd,

    da bin ich wieder bei Dir. Die Lichtdiskussion ist aber nicht neu. Wenn du dich vielleicht erinnerst, gab es eine Zeit, wo wir den Vorteil der HQI HDL gegenüber den T8 Leuchtstoffröhren diskutierten. Weil auch die Hersteller diesen Vorteil erkannten, gab es bald nicht nur die üblichen Standardbrenner (Tageslicht) auf dem Markt, sondern auch etliche Leuchtmittel mit Farbspektren bis zu 20K. Das habe ich damals auch schon als technischen Umbruch verstanden. In dieser Zeit hatte ich einen Zwischenstopp bei den amerikanischen Power-Leuchtstoffroehren eingelegt. Der Grund war der Wunsch nach einer flächenhafteren Ausleuchtung mit mehr Auswahl an unterschiedlichen Farben und dem starken Licht der 160 Watt Röhren. Durch die enorme Hitze schmorten die uns zur Verfügung stehenden normalen Halterungen oft durch und bald erwies sich dieser Ausflug mit den selbstgebauten Reflektoren als Flop. Also ging es wieder zurück zur HQI-Beleuchtung. Bis zu jenem Tag bei mir zuhause, als Oliver Prietzel bei einem unserer Gruppentreffen den Prototypen seiner T5 vorstellte. Da begann für mich der zweite technische Umbruch, mit dem Ergebnis, dass mehr Farbe in´s Becken einkehrte. Der Nachteil war das ruhige Licht, was aber kaum störte, da ja für uns die Farben im Mittelpunkt standen. Einen weiteren Vorteil gab es durch die mehr flächenhafte Ausleuchtung des Beckens. Die damalige HQI-Beleuchtung war reflektorbedingt nicht in der Lage, in den meisten Becken ohne gewisse Schattenzonen auszukommen. Den Wechsel zur T5 habe ich bei meinem grossen Becken nicht bereut. Das Becken wurde flaechiger ausgeleuchtet und die Korallen wuchsen besser, als unter der vormaligen HQI-Beleuchtung. Seit 7 Jahren leuchtet eine LED über einem zweiten Becken. Damit begann für mich der nächste technische Umbruch. Wuchsfreudige Korallen habe ich durch jedes (T5,HQI,LED) System bekommen. Nur der farbliche Eindruck gab den feinen Unterschied. Der ist, wie man weiß, oft subjektiv. Das ist auch der Grund, warum es immer wieder zu Diskussionen kommt. Da steht auch manchmal der persönliche Geschmack konträr zum speziellen Lichtbedürfnis der Korallen.
    Einen wichtigen Punkt hast du mit der Periode der Anpassung angesprochen. Es hat sich immer noch nicht vollständig herumgesprochen, dass diese Phase beim Wechsel auf starke Beleuchtung engmaschig begleitet werden muss, um auf das mögliche Unwohlsein der Tiere prompt zu reagieren. Auch betrifft es bevorzugt Tiere, die noch nicht beim Händler oder Züchter adaptiert wurden. Aus Unkenntnis wird dann in der falschen Ecke gesucht, und den Wasserwerten die Schuld zugeschrieben. Wie der Zufall es will, habe ich aktuell ein Beispiel für die besonderen Schwierigkeiten einer Anpassung. Über dem Becken eines Freundes (6x80W T5 ATI) sind 2 Röhren gegen eine ATI Sirius X4 getauscht worden. Obwohl die LED nur mit 60% läuft, zeigen sämtlich die auf dem Boden sich befindenen LPS starkes Unwohlsein. Die SPS hingegen zeigen sich völlig unbeeindruckt, bis auf die bereits erwähnte Tatsache, dass die rosaroten Pocis deutlich besser im Saft stehen. Ob die allergischen Reaktionen der LPS nun auf den stärkeren Lichteinfall oder ganz einfach, auf den erhoehten Blauanteil zurückzuführen sind, muss noch herausgetüftelt werden. Womit wir wieder beim eigentlichen Thema wären. Dem Blauanteil! :grinning_squinting_face:
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Es können allerdings auch nur diejenigen Farben angeregt werden, deren Wellenlänge die Lichtquelle auch abstrahlt.

    Das spricht ja eigentlich auch für eine Beleuchtung mit einem guten Breitband Spektrum, geht uns evtl. durch eine zu blaulastige Beleuchtung die
    Farbvielfalt unsere Korallen verloren?
    Das deckt sich ja auch ein wenig mit Christians und meiner Beobachtung beim Sonnenlichteinfall ins Aquarium...

    Ich habe heute nun alle BluePlus (Blauröhren) aus meiner ATI Hybrid rausgenommen und durch je 2 Aqua Blue sp. (Kaltweiß) und 2 CoralPlus (Blauweiß)
    ersetzt, so dass ich nun das blaue Farbspektrum rein über die LED´s steuere, mal sehen was meine Tiere davon halten. Das Becken wirkt nun deutlich
    heller und weißer.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Das spricht ja eigentlich auch für eine Beleuchtung mit einem guten Breitband Spektrum, geht uns evtl. durch eine zu blaulastige Beleuchtung die
    Farbvielfalt unsere Korallen verloren?
    Das deckt sich ja auch ein wenig mit Christians und meiner Beobachtung beim Sonnenlichteinfall ins Aquarium...

    .


    Hallo Daniel,

    das einfallende Sonnenlicht (Tageslicht) auf dein Aquarium hat zwar den notwendigen Photonendruck, aber entspricht nicht dem durch die Wassersäule herausgefilterten Spektralbeteich, den die Korallen in ihrem Lebensraum erwarten. Erst wenn wir technisch beide Faktoren realisieren koennen, wird es spannend.

    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hai

    Zitat


    Grüß dich Thorsten,
    ich glaube ich hab dich in Sindelfingen gesehen, bin mir aber nicht ganz sicher :smiling_face:
    Lass und doch mal an deinen Denkansätzen teilhaben, was hat dir die Diskussion gezeigt?

    Gesehen hast dich mich, wenn du in dem Vortrag nach Henning am Samstag um 13Uhr anwesend warst :grinning_squinting_face: .

    Grundsätzlich war Beleuchtung für mich eher zweitrangig was den Bezug auf Korallen angeht. Mein Thema ist die Fischzucht und damit verbunden ist Korallenhaltung eine eher eingeschränkte Sache auf robuste Arten.
    Ich habe mich von dem Blauwahn, der durch die Industrie ja schön gefördert wird, auch verführen lassen und mir nie Gedanken gemacht, welches Licht für Korallen eigentlich am wichtigsten ist.
    Das wurde mir bei Hennings Vortrag und den damit verbundenen Diskussion erst so richtig bewußt.

    Für die Zukunft ist ein neues Becken geplant bei dem ich das Thema Beleuchtung in erster Linie nach den Bedürfnissen der eingesetzten Tieren richten möchte und nicht nach dem was an Lichtfarbe gerade "In" ist.

    Insgesamt gesehen kenne ich Aquarien die mit allen gängigen Beleuchtungsmethoden toll anzuschauen sind, im Umkehrschluß aber auch genau so viele die einfach nicht funktionieren. Woran Erfolg und Mißerfolg festzumachen sind, ist in meinen Augen weder an der Technik noch an der Biologie auszumachen, es liegt immer Pfleger selbst und seiner Begabung, sowie seinem Wissen, wie das Gesamtsystem zu handhaben ist.

    MfG Torsten

  • Ich habe heute nun alle BluePlus (Blauröhren) aus meiner ATI Hybrid rausgenommen und durch je 2 Aqua Blue sp. (Kaltweiß) und 2 CoralPlus (Blauweiß)
    ersetzt, so dass ich nun das blaue Farbspektrum rein über die LED´s steuere, mal sehen was meine Tiere davon halten. Das Becken wirkt nun deutlich
    heller und weißer.

    Warum hast du das gemacht Daniel und was versprichst du dir davon? Ist doch eigentlich eine weit verbreitete Kombi. Soweit ich das beurteilen kann, liegt das Problem mit Zuviel Blau eher im LED Bereich. Hattest du vorher 4 x die Blue Plus?

    Viele Grüße

    Matthias
    ________________________________

  • Hallo zusammen,

    ich denke, Henning hat Recht. Wer mal meinen Namen und das Stichwort "Blaulicht" in die Suche eingibt, kann sich einen Überblick über meine Meinung und meinen Meinungswandel zum Thema machen.

    Ganz klar ist, dass die Wirkung von Blaulicht mit ca. 450 nm Wellenlänge weit über die Fotosynthese hinausgeht, in dieser Hinsicht muss ich mich nicht korigieren. Blaulicht von ca. 450 nm Wellenlänge (Royal Blue) greift ganz wesentlich in Steuerungsmechanismen ein, nicht nur bei der Koralle sondern bei einer Vielzahl von Organismen, von Bakterien und Pilzen bis zum Menschen. Darüber braucht man auch nicht zu diskutieren, das ist seit Jahrzehnten Stand der Wissenschaft. Die dabei angesteuerten Prozesse sind ebenso vielfältig, von der Regulation der Fotosynthese über die Steuerung vielfältiger anderer Stoffwechselwege bis zu Tag/Nacht-Rhythmus und Aspekte des Verhaltens. Wer hier nur auf die Fotosynthese starrt und die bekannten Kurven vergleicht, verpasst das Wichtigste.

    Prinzipiell ist es so, dass sich die meisten Mikroalgen an schwaches Blaulicht besonders gut anpassen können. Tatsächlich scheint blaues Licht auch bei Korallen im Bereich niedriger Intensität Vorteile zu bringen. Man kann also mit einem relativ schwachen LED-Licht mit hoher Farbtemperatur (ausgenommen Übertreibungen) Korallen gut halten. Wenn das LED-Licht aber eine hohen Intensität hat, sollte man mit dem Blauanteil zunehmend vorsichtiger werden, denn hohe Intensität und hoher Blauanteil ist auch für Korallen unnatürlich. Das Licht hat entweder hohe Intensität oder es ist blau. Blaulicht hoher Intensität könnte z. B. die Hochintensitäts-Reaktion auslösen, die zu einer starken Herunterregulierung der Fotosynthese führt, mit der Folge, dass die Korallen evtl. verhungern.

    Eine dritte Sache ist die Anpassung. Eine Koralle, die an HQI-Licht mit seinem geringen Anteil an 450-nm-Licht (fast alle HQI mit hoher Farbtemperatur haben eine hohen Blau-Violett-Anteil aber einen geringen 450-nm-Blau-Anteil) und seinem hohen Rot- und Infrarot-Anteil angepasst ist, kann starke Probleme haben, sich an LED-Licht anzupassen. Das kann durchaus längerfristig sein und auch zu Verlusten führen. Auch bei Transplantationsversuchen von Korallen im Meer war nicht alles möglich. Teilweise starben die Korallen ab, wenn sie von tiefem Wasser in Flachwasser verpflanzt wurden oder umgekehrt. Also, bitte beachten, dass man für die Beurteilung der Wirkung von Blaulicht unbedingt mit angepassten Korallen arbeiten muss. Man kann keine allgemeingültigen und sinnvollen Schlüsse ziehen, wenn man eine Koralle frisch von HQI unter LED verpflanzt hat. Die Koralle muss schon eine Weile unter LED gewachsen sein.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (18. Dezember 2015 um 10:31)

  • Für die Zukunft ist ein neues Becken geplant bei dem ich das Thema Beleuchtung in erster Linie nach den Bedürfnissen der eingesetzten Tieren richten möchte und nicht nach dem was an Lichtfarbe gerade "In" ist.

    Guten Morgen Torsten,

    na dann bin ich dann auf Ideen, Überlegungen und Umsetzung gespannt, besonders im Bezug auf Beleuchtung.
    Ja und ich war bei Hennigs Vortrag anwesend, da hatte ich ja auch ein paar "AHA" Effekte auch durch die Einwände
    vom Michael.


    Matthias
    nein hatte vorher 2 Blue Plus und 2 Aqua Blue sp., ich verspreche mir davon ein etwas breiteres Spektrum, die Aqua Blue sp. decken einen großen Bereich ab
    und die Coral Plus geben halt was mehr Blau hinzu, emittieren aber auch im Rotbereich.
    Die LED´s kann ich besser regeln und je nach Beobachtung mehr Blau oder weniger Blau geben, wobei ich denke das bei der ATI die LEDVerteilung (Anzahl Weiß zu Blau zu Royalblau)
    schon recht gut ist. Wie gesagt nun muß ich in nächster Zeit beobachten was im Becken passiert.
    Du hast natürlich recht ist eine weit verbreitet Kombi. hat bei mir ja auch gut gelaufen nur denke ich mir, seit Sindelfingen, ob es für die Tiere das richtige ist???
    Ich werde auf jeden Fall berichten.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Blaulicht hoher Intensität könnte z. B. die Hochintensitäts-Reaktion auslösen, die zu einer starken Herunterregulierung der Fotosynthese führt, mit der Folge, dass die Korallen evtl. verhungert.

    Diese Aussage im Zusammenhang mit dem Korallenwachstum habe ich auch schon gehört, das eine zu hohe Blau-"Belastung" ein geringeres Korallenwachstum zur folge haben kann.
    Nun ist es halt wichtig, bzw. immer noch die Hauptfrage, wie bekomme ich ein günstiges Spektrum hin und wie erkenne ich ein falsches, bzw. zu blaues Spektrum???


    --> Ich will diesen Threat bewusst was praktisch halten, so das gerade auch aquaristische Greenhörner ein paar praktische Tipps und Tricks lernen können, ohne sich unnötig
    in Beleuchtungsfragen zu verrennen.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hallo Daniel,

    die Mikroalgen, zu denen die Zooxanthellen gehören, hatten ein paar hundert Millionen Jahre Zeit gehabt, sich an die natürlichen Verhältnisse anzupassen. Es kann also nicht ganz verkehrt sein, sich die Jerlov-Wassertypen zumindest mal anzuschauen.

    Da farbige LEDs ziemlich schmalbandiges Licht abgeben, kann es auch nicht schaden, sich mal die Spektren der Blaulichtrezeptoren Cryptochrom (auch hier) und Phototropin (und hier) anzuschauen.

    Wir hatten jetzt gerade mal ein paar Jahre mit LED-Beleuchtung Zeit, die verschiedenen Spektralanteile zu variieren, und nur wenige haben es wie Henning gemacht, und sind das Thema systematisch vergleichend angegangen. Vorher mussten wird die Leuchtmittel so nehmen, wie sie aus der Verpackung kamen, konnten allenfalls ein paar kurzlebige Blauröhren dazunehmen. Insofern wird sich die praktische Erfahrung in Grenzen halten. Die praktische Erfahrung ist gut, die Interpretation ohne direkte Vergleiche und ohne eine theoretische Hilfe dürfte aber schwierig sein, denn meist bleibt es dann bei anekdotischen Einzelerfahrungen.

    Dem Anfänger bleibt dann eigentlich nur, zu glauben, was andere sagen.

    Gruß

    Hans-Werner

    3 Mal editiert, zuletzt von Hans-Werner (18. Dezember 2015 um 12:48)

  • Dem Anfänger bleibt dann eigentlich nur, zu glauben, was andere sagen.

    Hans-Werner, -
    Du bist doch eine der Größen in der Szene.
    Dann sag Du doch mal, was Du, nach Deinem jetzigen Kenntnisstand, über Dein SPS/Fische-Becken an derzeit erhältlichen Fertigleuchten hängen würdest?
    Danke
    Ameo

  • Hallo Ameo,

    danke für das Kompliment. Ich habe unsere SunaECO 1500 Ocean Blue über unseren Becken hängen. Das ist soweit alles in Ordnung, Korallen sind gut gefärbt und wachsen, abhängig von Nährstoffgehalt und Lichtintensität. 250 W LED-Leistung über einem 750-l-Becken (0,33 W/l) sind vollkommen ausreichend.

    Vorteile dieser Module sehe ich darin, dass das Licht hinreichend gerichtet ist, dass es zum Kringeleffekt kommt, aber die Lichtquellen auch ausreichend flächig verteilt sind, dass es zu keiner starken Selbstabschattung der Korallen kommt. Soweit ich das sehe, sind LEDs eine sehr gute Beleuchtung, die in meinen Augen die Versprechungen zu Einsparungen voll einhalten. Naja, wir waren auch mit unseren Modulen relativ früh auf dem Markt und ich habe diese Versprechungen mitformuliert. Ich sehe allerdings keinen Grund, diese zurückzunehmen. Im Gegenteil, die neueren Module sind noch besser und ermöglichen Beleuchtung mit unter 0,4 W/l für SPS, wie man oben sieht.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hi zusammen

    ich hatte beim Vorgänger Schaubecken mit einer 1000er HQI kalkuliert. Dann wurden es 3 x Hybrid. Wasserstand ca. 62 cm.10cm über dem Boden waren es noch 300PAR. Von der Beleuchtung war ich restlos überzeugt. (siehe auch Fotos bei mir im board)

    Beim neuen Becken soll das neue Flexsystem von ATI zum Einsatz kommen, obwohl ich den 1000er da ja noch eher verwenden würde. Wasserstand ca.73cm.

    Oliver hatte mir allerdings für das neue 3000Liter Becken ca. 1100W LED empfohlen. (flächig mit Flexsystem) Er sagt das reicht locker aus.

    Zum Vergleich zum alten; da waren es 1500 Liter mit 1500W. Hin und her gerissen lese ich hier mit, frage mich nun was machen. Ich kenne auch ein Becken mit 3 x 1000W HQI und ca. 1300W T5 dazu. Man könnte ja die HQI's nur für 3-4 Stunden als Sonnenhöchststand verwenden, den Rest mit T5 oder LED. Die Korallen im Becken mit 3x1000W HQI sind für mich um einiges heller, als es bei mir der Fall war. Trotz gleicher Nährstoffwerte etc. Die Pigmentierung, sprich Farben habe ich nie so erreicht

    Bin daher gespannt was hier noch so kommt, und was mich beeinflussen könnte, evtl. alles auch nur eine Einstellungssache der Lichtfarben?

    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Die Korallen im Becken mit 3x1000W HQI sind für mich um einiges heller, als es bei mir der Fall war

    Guten Abend Norbert,

    da ist jetzt wirklich die Frage, liegt es an der starken Strahlungspower der 3x1000W HQI, oder liegt es an dem anderen (breiteren) Spektrum der HQI Brenner.
    --> Mit welcher T5 Röhrenkombi arbeitet den dein Bekannter zu den HQI´S.
    --> Mit welcher T5 Kombi hattest du seinerzeit deine Hybrid bestückt?

    @Hans-Werner
    vielen Dank für die Links, werde ich mir mal in einer ruhigen Stunde zu Gemüte führen, das ist nichts für zwischen Tür und Angel.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Guten Abend

    Danke Hans-Werner für den einen oder andere Interessante Link, ein paar kannte ich bereits.

    Habe ja in SIFI berichtet das es Messungen an Korallen geben wird.
    Hier hat Ronny Schöpke schon mal ein paar Tiere Vermessen und man könnte sich da die ersten Eindrücke abholen. Das Ganze ist aber noch in Aufbau und wird laufend noch verfeinert und ergänzt.

    Im weiteren wurde auch dieses Thema "Welches Licht benötigen Korallen?" eröffnet.

    Liebe Grüsse
    Henning

    Das Meer ist der Spiegel der Seele.
    Zeuge ihres inneren Sturms und ihrer tiefen Ruhe.

  • Die Korallen im Becken mit 3x1000W HQI sind für mich um einiges heller, als es bei mir der Fall war. Trotz gleicher Nährstoffwerte etc. Die Pigmentierung, sprich Farben habe ich nie so erreicht

    Hallo Norbert,

    die Frage ist, wie hätten die Korallen denn unter gleichem Licht ausgesehen, also, wie sahen sie aus oder hätten sie ausgesehen mit einem Fotoblitz?

    Wenn die Korallen heller aussehen und bessere Farben zeigen, muss das nicht an den Korallen liegen sondern kann auch zu 100% an der Beleuchtung liegen:
    1) Es kann nur eine Wellenlänge reflektiert werden (nichts anderes sind "Farben"), wenn die auch im Licht vorhanden ist. Wenn die Koralle rot ist und das Licht enthält diesen roten Spektralanteil nicht, ist die Koralle schlicht dunkelgrau, also farblos und dunkel.
    2) Wenn ein hoher Anteil des eingestrahlten Lichtes von den Zooxanthellen absorbiert wird und somit das Licht gut genutzt wird, eine Voraussetzung für Energieeinsparung, erscheint die Koralle wiederum dunkel. Wenn ein hoher Anteil von ungenutzten Wellenlängen im Licht vorhanden ist, erscheint die Koralle hell, ziemlich ausgeprägt und in aller Regel positiv wahrgenommen beim hellroten Lichtanteil. Hohe grüne und gelbe Lichtanteile werden von den Aquarianern meist abgelehnt.

    Gruß

    Hans-Werner

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