Regeln für die Aquariengestaltung

  • Hallo zusammen,

    in einem Parallelthread findet gerade eine empirisches Ermitteln von Gestaltungsregeln statt. Ich will hier mit der Theorie der Gestaltung anfangen. Ich werde das Aquarium als dreidimensionales Bild behandeln und versuchen die Regeln der Foto- oder allgemeiner der Bildgestaltung auf die Aquariengestaltung anzuwenden. Dabei will ich auf die häufigsten Fehler in der Aquariengestaltung eingehen.

    1) Farben: Am meisten stört mich oft das bunt zusammengewürfelte Chaos der grellen Farben. Normalerweise geht da wirklich alles chaotisch durcheinander. Anlass für mich, zuerst einmal die Möglichkeiten der Farbgestaltung anzusprechen. Es gibt eine Vielzahl von möglichen Kombinationen, die diese Seite zusammenfasst. Eine sehr gute Reihe in englischer Sprache mit Beispielen aus der Natur findet sich hier. Diese Reihe finde ich sehr inspirierend und leicht nachvollziehbar, besonders durch die Beispiele. Grundlage aller Farbharmonien ist der Farbkreis nach Itten.
    Was ich bislang völlig in der Riffaquaristik vermisse, ist eine harmonische Zusammenstellung ähnlicher Farbtöne. Ich fände es naheliegend z. B. verschiedene Blautöne zu kombinieren und einen ganzen Bereich eines Aquariums oder vielleicht auch ein ganzes Nanobecken damit zu gestalten. Das ist ein Gedanke, den ich glaube ich schon mehr als 10 Jahre mit mir herumtrage aber nie umgesetzt habe.
    Mit den leuchtend-fluoreszierenden Grün- und Gelbtönen geht es vermutlich nicht, die sind so leuchtend, dass ich denke, die müssen durch eine andere Farbe gebrochen werden. Da würde sich eine Kontrastfarbe anbieten.

    2) Linienführung: Die Linienführung kann Tiefe vermitteln oder das Gegenteil. Eine Linie kann auch eine gedachte Linie sein, die zwei Punkte verbindet. Die Wirkung von Linien ist m. E. universell und leicht nachvollziehbar. Man male einen kräftigen Kreidestrich quer über einen Gehsteig, er wird eine sichtbare Wirkung auf die Passanten haben. Ebenso in der Fotografie oder im Aquarium. Eine Straße, ein Fluss, ein Zaun oder eine beliebige andere Struktur, die Quer zu unserem Blick verläuft, wird das Bild "blockieren". Das Bild oder das Aquarium wirkt im ungünstigeren Fall abweisen und lässt keine Zugang zu. Im günstigeren Fall wirkt es banal-plakativ und ist auf einen billigen Schaueffekt aus, wodurch man ebenfalls schnell das Interesse verliert. Fazit: "Kaimauern" sind vermutlich der größte Fehler der Aquariengestaltung.

    Die Linienführung sollte die Perspektive unterstützen und uns, unseren Blick, in die Tiefe leiten. Besonders wirksame Linien sind Diagonalen und S-Kurven.
    Es gibt auf- und absteigende Diagonalen, die gegensätzlich wirken. Ein Paradebeispiel ist das schon in einem anderen Thread erwähnte Bild von Caspar David Friedrich "Eismeer": Das aufgetürmte Eis bildet einen scharfkantigen Pfeil, der sich in das Schiff bohrt. Die abfallende Diagonale wirkt negativ, weist auf den Untergang hin und leitet den Blick zum zerstörten Schiff, das bereits großteils versunken und von Eis begraben ist. Das Bild erzählt eine ganze Geschichte: Einheit von Darstellung und Aussage. Natürlich werden wir im Aquarium vorzugsweise aufsteigende Diagonalen verwenden.
    S-Kurven führen sehr harmonisch in die Tiefe.
    Alle Linien sind natürlich dreidimensional zu denken.

    3) Aufteilung: Wurde schon oft angesprochen. In der Fotografie ist die Drittelung als einfachste mögliche asymmetrische Teilung (ein Baum 1/3 von rechts oder links platziert, steht asymmetrisch) üblich. In einem Buch über Wasserpflanzen wurde auf eine genaue Einhaltung des goldenen Schnitts oder des Verhältnisses 5 : 3 für die Gestaltung des "starken Punktes" hingewiesen. An dieser Stelle sollte ein auffälliger Solitär, ein Blickfang platziert sein. Auch eine Riffschlucht oder anderes wichtige Element ist entsprechend zu platzieren.
    Äußerst ungünstig sind mittige Platzierung und Symmetrie, ähnlich wie die frontale Anordnung: banal und langweilig.
    Natürlich sind diese Verhältnisse auch in der Tiefe und Höhe anzuwenden.

    4) Rahmen oder nicht? Gemeint ist nicht der Aquarien-Rahmen sondern ein gestalterischer Rahmen. Ein Rahmen gibt einem Bild halt und grenzt es ab, kann die Harmonie verstärken. Eine Riffschlucht wird immer einen Rahmen haben, da es völlig unnatürlich wirken würde, wenn das Riff aus der Schlucht ansteigen und zu den Seitenscheiben schon wieder abfallen würde. Eine Riffschlucht wird sich also an die Seitenscheiben anlehnen und somit einen Rahmen bilden. Ein sehr gutes Beispiel ist im Fossa und Nilsen, Band 2, S. 15.
    Kein Rahmen dann, wenn Offenheit, Weite und/oder Transparenz vermittelt werden soll. Ein Beispiel aus der Natur wäre eine Sandwüste. Selbst ein passender Rahmen aus zwei Palmen oder einem Gebäudefenster würde den Eindruck der grenzenlosen Weite zerstören. Die Offenheit und Unbegrenztheit wird Aquarien größer erscheinen lassen. Gute Beispiele zeigt Clemens hier.

    Soweit ein paar fundamentale Regeln zur Aquariengestaltung. Die Umsetzung und Realisierung können wir diskutieren.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    das sind alles gute Ansätze, worüber sich glaube ich 90% der Anfänger (ich auch nicht) keine Gedanken zu machen, oder gemacht haben. Mit einer kleinen Exkursion in die Farblehre ist schon ein guter Schritt in die richtige Richtung gemacht. Und alles wirkt viel ruhiger - harmonisch eben. Das zeigen auch die Fotos von Alain Briot.

    Was ich mir auf jedenfall am schwierigsten vorstelle ist der richtige Aufbau des Gesteins, da man darauf angwiesen ist, was im Handel erhältlich ist.


    Grüße Andreas

  • Noch ein paar Ergänzungen:

    5) Struktur: Neben der chaotischen, konkurrierenden Farbzusammenstellung bringt auch das Durcheinander der Strukturen Unruhe in die meisten Riffbecken. In einem holländischen Pflanzenaquarien ist es völlig undenkbar, dass es nur mit Solitärpflanzen, die miteinander konkurrieren, bepflanzt wird. Im Riffaquarium ist genau das die Regel oder Solitäre und andere Korallen werden so ungeordnet eingebracht, dass ebenfalls keine geordneten Strukturen entstehen. Der Schlüssel zu Behebung dieses Problems besteht auf Verzicht und Geduld. Oder man muss das Aquarium bereits mit einem Konzept anlegen und dann sukzessive ganze Korallen herausnehmen.

    Geordnete Strukturen können dadurch entstehen, dass man überwiegend niedrige, flachwachsende Korallen nur vereinzelt mit aufrechten Arten durchbricht. Sehr einfach ist das mit "Weichkorallen": Pachyclavularia, Briareum, Scheibenanemonen bilden einen Teppich, Sinularia brassica hebt sich etwas daraus hervor ohne zu sehr aufzuragen. Auch Cladiella, Efflatounaria oder Klyxum bleiben kompakt und buschig. Sehr gut macht sich sicher auch Xenia als Teppich. Daraus ragt dann ein größerer Solitär in Form einer Sarcophyton, einer Lobophytum oder einer Sinularia hervor, die dann auch richtig groß werden können. Alles sollte geplant und ordentlich angeordent werden, z. B. niedrige Arten (Pachyclavularia, Briareum, Scheibenanemnonen) rechts vorn und vorn, kompakte Gruppen von den buschigen Arten links hinten, die halbhohen Sinularia brassica oder Xenia auf den verbleibenden Flächen und rechts im "Starken Punkt" der Solitär. Das Riffaquarium hat gegenüber dem Süßwasseraquarium sogar den Vorteil, dass man einfach mit Steinen erhöhte Substrate schaffen und so die von den Korallen vorgegebene Struktur unterstützen kann.
    Da alle genannten Arten robust sind, sollte es einfach sein, die Flächen abgegrenzt und intakt zu erhalten. Eingriffe sollten normalerweise kein Problem sein.

    Bei Steinkorallen könnte man es ähnlich halten, ästige Montipora und Seriatopora sind aufrecht und buschig im Hintergrund, Pocillopora damicornis ist kompakt und buschig, viele Montiporas, Acropora millepora und Acropora hyacinthus bleiben niedrig, könnten eine Fläche von Platten und Tischen in ca. 1/3 Aquarienhöhe bilden, aus der eine kräftige, ästige Acropora hervorragt. Am Boden könnte man Scheibenanemonen wachsen lassen.

    6) Aktive und passive Seite: In unserem westlichen Kulturkreis wird die linke Seite als die aktive und die rechte Seite als die passive empfunden. Vorspringende, zur Mitte oder darüber hinaus drängende Teile werden links angeordnet, zurückweichende Teile rechts, sehr beispielhaft wieder das Riffschluchtaquarium im Fossa und Nilsen auf S. 15, wobei mir hier die linke Seite zu massiv und übergewichtet ist. Im Jura-Museum habe ich bei einem etwas kleineren Aquarium (800 l) die linke Seite zugunsten einer Terrasse stärker zurückweichen lassen.

    7) Gewichtung: Man kann durch Anordnung von Elementen Spannung oder Ausgewogenheit erzeugen. Spannung kann durch unterschiedliche Gewichtung erzeugt werden.
    Zur Schaffung eines Gleichgewichtes können unterschiedlich große und starke Elemente so angeordnet werden, dass wieder Ausgewogenheit entsteht. Beispiel wieder Fossa und Nilsen Band 2, S. 15: Das kleinere Element rechts ist im Vordergrund, wirft einen Schatten und erhält damit mehr Gewicht, das größere Element weicht zurück, ist beleuchtet, wird dadurch weniger gewichtig.

    Man sieht schon, wie viele richtige Gestaltungsmerkmale zusammenkommen müssen, damit ein Aquarium wie das mehrfach genannte im Fossa und Nilsen, richtig gut wird. Das A und O wäre ein Plan und Geduld.

    Es gibt also viele, sehr verschiedene Möglichkeiten des Riff-Aquascapings für jegliche Aquarienform, mit Weichkorallen wie mit Steinkorallen, durch Riffstrukturen oder durch Korallenstrukturen, mit Farben usw., man muss sich nur für ein Konzept und einen Plan entscheiden.

    Grüße

    Hans-Werner

    4 Mal editiert, zuletzt von Hans-Werner (13. Februar 2013 um 08:52)

  • Hallo Andreas,

    das ist gar nicht sooo schlimm: Riffkeramik kann passend gefertig oder ausgesucht werden. Gestein kann man bearbeiten. Die Aquarien im Jura-Museum habe ich zu 95 oder sogar mehr Prozent mit Kalktuff eingerichtet, welcher vorher mit Hammer und Meißel und Steinsägen bearbeitet wurde. Totes Riffgestein und auch Lebendgestein kann ebenso bearbeitet werden. Entscheidend ist, dass man nicht planlos herangeht und irgendwie anordent, was einen gerade gefällt. Das wichtigste ist, sich erst einmal klar zu machen, wie es am Ende aussehen soll und darauf hinzuarbeiten. Wenn sich erst einmal dafür ein Bewusstsein entwickelt hat, wird es hoffentlich auch leichter, gelungene Vorbilder zu finden und diese zu studieren.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    gibt es einen Link zu diesem Foto von Fossa & Nilsen? Oder hast du andere zugängliche Bilder mit der aktiven und passiven Seite?

    Ich warte vergebens auf die Neuauflage von Band 2, aber Band 1 habe ich, vielleicht gibt es da auch ein Beispiel.

    Ich glaube, diesbezüglich ließe sich in meinem Becken noch etwas machen, da schon zwei Seiten vorhanden sind.

    Grüße Andreas

  • Hallo Andreas,

    am ehesten sieht man es an einem Bild hier unten, Bild 1 unter Sonny´s past Aquariums wie die linke Seite nach vorne drängt.
    Hier sieht man am ersten Bild ebenfalls das vordrängen der linken Seite und gleichzeitig die Wirkung von Spannung. Die vordrängende linke Seite scheint die dicke Riffsäule oder den Riffhügel rechts geradezu zu bedrängen und zu bedrohen, tatsächliches und wahrgenommenes Ungleichgewicht und daraus resultierende Spannung.
    Hier noch ein Beispiel eines Aquarien-Aufbaues mit viel Tiefe, aktives vordrängen von links und ungleichgewichtigem, spannungsreichen Aufbau. Ist glaube ich die erste Auflage von Band 1.

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (13. Februar 2013 um 09:45)

  • Viele Punkte zu beachten d.h viel Theorie aber ob das wirklich 100% in die Praxis umsetzbar ist ? Vielleicht ja aber ich habe es noch nicht gesehen wäre mal toll ein Heimaquarium mit allen beachteten Punkten zu sehen.

    Ati 8x80w,BubbleMaster 200,DeBary,Kalkreaktor+Ph-Control,2x6105+7095,Sander C50,Pelletreaktor

    Gruß

    Cemil

  • Hallo Cemil,

    man muss nicht alle Punkte beachten, es ist eher eine Art Baukasten, aus dem man sich die gewünschte Gestaltung zusammenstellen kann.
    Außerdem kann ja jeder machen, was er will. Es hängt vom Einrichter ab, ob und wie viel er aquascapen will. Wer will, findet hier ein paar Tips.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Beim nächsten Becken werde ich den Thread herauskramen und versuchen einiges zu beachten.
    Ich denke das könnte sehr schön und harmonisch aussehen.

    Ati 8x80w,BubbleMaster 200,DeBary,Kalkreaktor+Ph-Control,2x6105+7095,Sander C50,Pelletreaktor

    Gruß

    Cemil

  • Der Vollständigkeit halber noch ein paar simple, fast selbstverständliche Ergänzungen, die wir schon anderswo hatten:

    8 ) Der Aufbau darf an keiner sichtbaren Stelle die Rückscheibe berühren. Die Rückscheibe sollte peinlich sauber und algenfrei gehalten werden. Der Hintergrund, der Tiefe vermittelt, sollte hinter der Scheibe aufgestellt oder aufgehängt sein, sehr beispielhaft hier zu sehen --> Aqua --> Fotos. Und so wird´s gemacht (--> Aqua --> Technik).

    11) Die Technik sollte, wenn irgendwie machbar, nicht zu sehen sein, besonders wichtig bei natürlich wirkenden Gestaltungen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    ich danke dir für die Links, vor allem letzteren mit der "Sichtbox". Das kannte ich so noch gar nicht. Gefällt mir sehr gut. :thup

    Wenn das richtig umgesetzt wird, bekommt das ganze Becken noch eine ganz andere Wirkung.

    Gibt es denn keinen gestalterischen Kompromiss zwischen der penibel gereinigten Seitenscheibe und der Keramikwand?
    Ich stelle mir das Reinigen sehr nervig vor, gerade bei größeren Becken.

    Grüße Andreas

  • Hallo Hans-Werner,

    ich finde es gut, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, das Thema Aquariengestaltung nochmals, diesmal sachlich und ohne unsinnige Emotionen, aufzugreifen.
    Allerdings besteht hier nach meiner Auffassung bei einigen Punkten Ergänzungs- und Diskussionsbedarf:

    Zunächst fehlt mir eine Aussage,was für ein Becken man überhaupt gestalten will. Sicher gibt es einige Gestaltungsanregungen, die man aus der Kompositionslehre der Fotografie oder Malerei übernehmen kann und manche Deiner hier geschriebenen Grundsätze findet man schon bei Arend van den Nieuwenhuizen in seinem Buch "Das Wunder im Wohnzimmer". Aber trotzdem stellt sich die Frage, was man überhaupt will, ein optisches Kunstwerk, eine Miniaturlandschaft im Bonsai-Stil, eine Märchenlandschaft wie die holländischen Aquarien im Süßwasserbereich, einen kleinen Ausschnitt aus der Natur oder - wie heißt es heute so aufgeplustert - "Aquascaping" als Ausdruck eines neuen Life-Styles?

    Diese Festlegung ist schon grundsätzlich notwendig. Weder Bonsai- noch holländische Märchenlandschaften entsprechen natürlichen Gegebenheiten. Sie sollen auf den Betrachter schön und dekorativ wirken, schaffen aber eine Kunstwelt. Deutlich wird dies an Deinen Ausführungen zu den Farben und Strukturen. Was Du als "chaotisch" bezeichnest, entspricht normalerweise den realen natürlichen Gegebenheiten. Eine harmonische Zusammenstellung ähnlicher Farbtöne oder etwa eine Gestaltung mit verschiedenen Blautönen kann man natürlich machen, dies gibt es aber in keinem realen Riffbereich!

    Offen ist auch, ob man eine Rückscheibe frei halten sollte und mit dem Hintergrund Tiefe vermitteln möchte. Durchaus kann man ja auch einen Riffausschnitt aus einer Sicht im Nahraum gestalten wollen. Die oftmals dargestellten Filigranstrukturen vor blauem Hintergrund findet man in der Natur zumindest in diesen Größenverhältnisse so gut wie nie, denn aufgrund der enormen Kräfte des Wassers gerade an den Riffkanten sind eher massive Strukturen entstanden.

    Also stellt sich die Frage, will man ein "Life-Style"-Aquarium oder etwas anderes? Schon Nieuwenhuizen sah seinen Weg nur als ein Beispiel einer Gestaltungsmöglichkeit, nie als ein Muss, hat auf den persönlichen Geschmack hingewiesen und nie versucht, verbindliche Regeln festzulegen.

    Viele Gestaltungsüberlegungen leiten sich ja auch aus der Gartengestaltung ab. Auch da gibt es immer nur Regeln für eine bestimmte Gartenform, nie aber für den Garten schlechtenhin. Vom bunten Bauerngarten oder dem farbenfrohen englischen Cottage-Garten bis zum kühlen Schattengarten, in dem man eher mit Blattformen und unterschiedlichen Grüntönen gestaltet, gibt es ganz kontroverse Ansätze. Dies gilt sicher auch für die Aquariengestaltung.

    Einen wichtigen Gesichtspunkt würde ich noch ergänzen: Es kommt bei der gestalterischen Wirkung eines Aquariums nicht nur auf den Beckeninhalt an. Mindestens genauso wichtig ist die Integration in den Wohnraum, die Einpassung in den Raum und das Mobiliar. Da erlebt man leider in der Praxis oftmals - trotz schöner Aquariengestaltung - schreckliche Wirkungen.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    zeige mir ein Foto eines Riffbereiches, der aussieht wie ein Riffaquarium, dann reden wir weiter über eine naturnahe Riffaquarien-Gestaltung! (Erhardt und Knop S. 171? :ylol)

    Alle Riffaquarien sind gestaltet und zwar nicht nach der Natur, denn dann dürften sie in der Regel 1 bis 2 Korallenklone in Braun enthalten. Von wegen ein Chaos von Farben und Strukturen. Das gibt es höchstens in gegärtnerten Taucherriffen auf Fiji. Also, nochmal, alle Riffaquarien sind gestaltet und zwar meist nicht sehr ansprechend. Weshalb soll man sie nicht zur Abwechslung mal schön gestalten?

    Zum Rest habe ich auch oben schon was geschrieben:

    Zitat

    Außerdem kann ja jeder machen, was er will. Es hängt vom Einrichter ab, ob und wie viel er aquascapen will. Wer will, findet hier ein paar Tips.

    Geschmack will ich auch nicht ersetzen, den muss jeder selber haben oder entwickeln.

    Insofern bleiben mir Deine Beiträge fremd und unverständlich.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    als jahrzehnte langer Taucher in vielen Riffgebieten dieser Welt kann ich sicher mitreden, wie es im natürlichen Riff aussieht, jedenfalls keineswegs wie ein modernistisches Life-Style-Becken.
    Natürlich sind die Größenverhältnisse überwiegend anders, aber es gibt auch oftmals kleine Abschnitte mit einer bunt gemischten, artenreichen und fein strukturierten Unterwasserfauna. Erfahrene Taucher werden Dir da in Deiner Ansicht wiedersprechen, dass es da nur Korallenklone in Braun gibt.

    Wenn Dir meine Beiträge fremd und unverständlich sind, hat eine Diskussion wohl keinen Zweck, denn diese setzt voraus, dass man auch andere Meinungen akzeptiert.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo zusammen,

    bei dem Thema "Optik" kann man natürlich ein paar Gestaltungsregeln beherzigen. Kann ja nicht schaden, wenn man sich insgesamt ein paar Gedanken über die Struktur und damit späteres Erscheinungsbild seines Beckens macht. Das habe ich bei meinem Becken auch versucht umzusetzen. Klar, gelingen tut das sicherlich nicht perfekt und auch nicht jeder hat ein super Talent dafür, sich die nackten Steine später mit Korallenbewuchs vorzustellen.

    Jetzt frage ich mich natürlich, ob sich mit den genannten Gestaltungsregeln auch die Bedürfnisse der Tiere vereinbaren lassen? Von meiner Seite aus müsste man sich dann erst nach Gestaltung Gedanken über die Tiere (im besonderen Fische) machen, die ich in dem Becken pflegen KANN. Die Herangehensweise ist dadurch eben komplett anders als z.B. bei meinem Becken. Ich wollte ein Biotop schaffen, in welchem sich meine Fische wohlfühlen und welches auch noch optisch ansprechend aussieht. Da muss man dann eben ein paar Kompromisse eingehen.

    Und wenn wir schon beim Thema Optik sind, dann kann ich mir bei dem Fischbesatz dieses Beckens nicht vorstellen, dass man sich entspannt zurücklehnt und die Aussicht genießt. Ich zumindest würde nachts kein Auge mehr zutun...aber darum geht es in diesem Thread ja auch nicht.

    Ina

  • Zitat

    Original von Koberstaedt
    Wenn Dir meine Beiträge fremd und unverständlich sind, hat eine Diskussion wohl keinen Zweck, denn diese setzt voraus, dass man auch andere Meinungen akzeptiert.

    Exakt so ist es und da ich keine Lust auf offensichtlich destruktive Beiträge in diesem Thread habe, lassen wir es dabei. Bitte nur konstruktive Beiträge.

    Hallo Ina,

    Du hast es ganz richtig erfasst, es geht hier nicht um den richtigen Fischbesatz für ein Becken, das war ein anderer Thread, davon steht hier nichts. :winking_face:

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner

    Exakt so ist es und da ich keine Lust auf offensichtlich destruktive Beiträge in diesem Thread habe, lassen wir es dabei. Bitte nur konstruktive Beiträge.

    Es ist doch unglaublich! Sind wir in einem fachlichen Diskussionsforum oder darf es hier nur eine selbstherrliche Meinung geben?
    Ich habe doch nur ganz sachlich und am Beispiel der Gartengestaltung darauf hingewiesen, dass es unterschiedliche Ansätze und Vorstellungen über Schönheit gibt. Der eine findet einen romantischen Staudengarten schön und der andere liebt es puristisch. Das Eine schließt doch nicht das Andere aus.

    Offensichtlich ist alles destruktiv, was von Deiner Auffassung abweicht. Schade.

  • Zitat

    Original von Koberstaedt
    aber es gibt auch oftmals kleine Abschnitte mit einer bunt gemischten, artenreichen und fein strukturierten Unterwasserfauna.

    Bernd,

    die zeig mal bitte her, die gibt es tatsächlich, aber so dann nicht in Riffaquarien, diese Abschnitte sind nämlich bunt von Schwämmen, Seescheiden, Dendronephthya, anderen azooxanthellaten Korallen und Algen.

    So ein Riffaquarium hätten vielleicht viele gerne, haben sie aber nicht. Die bunte Zusammenstellung von Steinkorallen gibt es hingegen nirgends! Man kann ein Aquarienfoto aus jedem Buch über Korallenriffe herausfinden, z. B. eben Erhardt und Knop S. 171.

    Es gibt keine Riffaquarien in der Natur! Wer etwas anderes meint, soll es bitte belegen.

    Was ich schlicht nicht kapiere, ist Dein Beharren auf irgendeine natürliche Gestaltung. Darum geht es hier nicht, es geht um ganz allgemein Regeln. Dein Beitrag hat mit dem Thema nichts zu tun. Das ist so, als würdest Du sagen, um die deutsche Grammatik anzuwenden muss ich aber wissen, was für ein Buch ich schreibe. Und für Krimis ist das sowieso der falsche Ansatz.
    Ja und, ersteres ist falsch und letzteres ist nicht das Thema. Was soll ich mit so einem Beitrag anfangen? Das ist nicht dieser Thread! Und dann mit Deinem Beharren auf natürlich ... aber ich bin rechthaberisch! :face_with_rolling_eyes: ... natürlich! :ylol

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner

    http://www.oceanfootage.com/video_clips/PAC14_015

    Das ist zwar eine Nachtaufnahme aber die Zusammenstellung zeigt wohl das was Bernd meint.
    Ich weiss ja nicht wie oft du schon dein Kopf unter Wasser gesteckt hat, ich kann dir aber versichern das es diese bunten Steinkorallenzusammenstellungen gibt und zwar schöner , vielfältiger und bunter als es diese je in einem Aquarium geben wird.

    Das dies nicht auf jedes Riff anzuwenden ist und dies sowohl mit dem Alter und Art des Riffes zu tun hat ist klar, Geben tut es das ganz sicher

  • Hi

    Wie ich geschrieben habe Nachtaufnahme , alleine die Struktur sollte dir zeigen das es das gibt
    Unter Sonne ist das farbig.

    Wie oft warst du tauchen Hans Werner ?


  • Nur mal so ein paar Beispiele

    Einmal editiert, zuletzt von extremecorals (13. Februar 2013 um 23:12)

  • Zitat

    Original von extremecorals


    Nur mal so ein paar Beispiele

    Nette Themenbecken. Das erste wäre mir eventuell etwas zu eintöning. Naja, vielleicht im Eingangsbereich...

  • Hallo Claude,

    das können doch nur diese "modernistischen Life-Style-Becken" sein, die es in der Natur niemals so gibt. :grinning_squinting_face:

    Es wurde gerade schon angemerkt, das sieht doch immer sehr einheitlich in den Strukturen aus. Wenn Du den Thread gelesen hast, solltest Du schon drüber gestolpert sein.

    Zu Deinem Nacht-Video:

    Zitat

    Montiporas, Acropora millepora und Acropora hyacinthus bleiben niedrig, könnten eine Fläche von Platten und Tischen in ca. 1/3 Aquarienhöhe bilden, aus der eine kräftige, ästige Acropora hervorragt.

    Zu den Bildern:

    Zitat

    Mit den leuchtend-fluoreszierenden Grün- und Gelbtönen geht es vermutlich nicht, die sind so leuchtend, dass ich denke, die müssen durch eine andere Farbe gebrochen werden. Da würde sich eine Kontrastfarbe anbieten.


    Wenn Du dann den Farbkreis nach Itten aufrufst, wirst Du sehen, dass Lila die Komplementärfarbe zu Lind ist, ein wunderschöner Komplementärkontrast. Wer hat das nur so durchgestylt?
    Man beachte die Ähnlichkeit der Strukturen, durchweg Geweih-Acropora, dann durchweg kräftige Acropora humilis und Acropora gemmifera, und zu guter Letzt überwiegend Acropora-Tische mit ein paar Auflockerungen, wenn es doch nur so schöne Themen-Becken gäbe.

    Claude, mit diesen Bildern habe ich gar kein Problem, alleine, zeige mir die Riffaquarien dazu! :grinning_squinting_face:

    Gruß

    Hans-Werner

  • HI,

    es gibt aber auch Gestaltungsbeispiele, an denen man erkennen kann, dass Mutter Natur durchaus auch etwas von Gestaltung versteht. Wenn ein Becken perfekt läuft, werden auch die letzten Gesteinsreste mit irgendetwas bewachsen sein. ich kenne noch 2 Becken dieser Art und noch ein viel schöneres, welches aber gerade umgestaltet wird.

    Anbei eins meiner Lieblingsbecken, die Stylisten haben gut Arbeit geleistet. Eine goldene Spirale findet sich immer, man muss nur ein wenig um das Becken hüpfen.

    Gruss,
    Dietmar

  • Hallo Claude,

    Dein Link funktioniert bei mir nicht, ich nehme aber an, Du meinst dieses OrgonReef. Das ist in der Tat sehr gut gestaltet. Aus der HP ist entsprechend eine Rubrik "Aquascaping", was zeigt, dass man sich vor der Gestaltung die richtigen Gedanken darüber gemacht hat.
    Ich frage mal, ist das die Regel? Oder ist es nicht eher so, dass man sagt, ich will Höhlen, Abstellplätze für Korallen, Schwimmraum usw. und über die ästhetische Gestaltung macht man sich eher wenige Gedanken, denkt, mit bunten Korallen wird das schon schön.

    Was macht dieses Aquarium so schön? Zunächst einmal wirkt alles recht ordentlich. Die einzelnen Korallen wirken ziemlich groß. Ich würde auch sagen, die sind sehr bewusst gruppiert. In dieser, vielleicht schönsten, Ansicht ist links eine große Gruppe von Blastomussa, dann kommen Acroporidae in Platten- und Tischform. Eine in einer schönen Kurve geschwungene Diagonale führt in die Tiefe. Rechts sind überwiegend Geweih-Acropora. Die Farben wirken zumindest auf den Fotos auch relativ dezent und Ton-in-Ton mit Übergängen von dezentem Rot über Rosa und Violett bis Blau, insgesamt kühl, nur wenige hervorleuchtende gelbe und gelbgrüne Korallen als Akzente.

    Demgegenüber fällt das Becken oben deutlich ab: Keine Tiefe, Scheiben mit Kalkrotalgen, Farben scheinbar wahllos verteilt, Präsentation ziemlich frontal. Als einzig positiver Aspekt bleibt die Gruppierung nach Struktur. Das reicht nicht aus für ein schönes Aquarium.

    Die Aquarien, die Dietmar vorstellt, liegen für mich irgendwo dazwischen.

    Man sieht schon, um ein Foto oder ein Aquarium bemerkenswert gut gestaltet erscheinen zu lassen, muss man mindestens drei, vier der oben genannten Punkte richtig machen. Da macht es eigentlich keinen wirklichen Unterschied, ob es sich um ein Foto von einem Riff, ein Video oder ein Aquarium handelt. Natürlich ist es etwas einfacher, mit einem Foto Tiefe zu vermitteln als in einem Aquarium, dafür kann man beim Aquarium alles selbst gestalten, beim Foto vom Riff nur Perspektive und Ausschnitt.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Das reicht nicht aus für ein schönes Aquarium.

    Hallo Hans-Werner,
    ich habe mit Absicht nur diesen Satz aus deinem Beitrag zitiert, da hier die Problematik am von dir geschilderten Sachverhalt sehr deutlich wird.

    Ja, es gibt gewisse Gestaltungskriterien für Gestaltung und dennoch ist Schönheit absolut subjektiv.
    Gestaltungsregeln können hier zwar unterstützen und dennoch wirst du bei unterschiedlichen Menschen auch unterschiedliche Empfindungen bekommen. Das was der eine toll findet gefällt dem anderen gar nicht.

    Und hier kommen wir zum entscheidenden Punkt: Das Becken sollte seinem Besitzer gefallen und den Tieren einen vernünftigen Lebensraum bieten. Wie das Becken auf Fotos oder in der gestalterischen Gesamtkomposition wirkt, ist dabei imhO absolut unerheblich.

    Gruß aus dem Bergischen
    Adi

    "the sum of human intelligence is constant"

  • Zitat

    Original von Gwynnedd
    Wie das Becken auf Fotos oder in der gestalterischen Gesamtkomposition wirkt, ist dabei imhO absolut unerheblich.

    Hallo Adi,

    1) Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Offensichtlich gibt es Leute, die sich etwas mehr Gedanken über ästhetische Gestaltung machen und damit auf positive Resonanz stoßen. Brauchst Du nicht? Ok, es gibt hier keine Geschmackspolizei.

    2) Es gibt auch Menschen, die auf eine harmonische Gestaltung in ihrem Wohnumfeld Wert legen. Darunter gibt es sogar welche, die es schätzen, wenn man ihnen Hinweise für eine objektiv harmonische und ästhetische Gestaltung gibt und zeigt, wie sie gelingt.
    Es gibt sogar Menschen, die glauben, dass disharmonische Elemente in ihrer Umgebung negative Auswirkungen auf sie haben und das ist nicht ganz von der Hand zu weisen.

    Tatsächlich kann man es sogar genau umgekehrt wie Du sehen: "Ich will ein harmonisch gestaltetes Becken und dahinein kommen nur Tiere, die damit harmonieren und sich darin wohlfühlen." Könnte vielleicht sogar sinnvoller sein, als der "was ist selten, was ist teuer"-Ansatz. Ich versichere Dir, Tiere, die sich nicht wohlfühlen, werden niemals Harmonie vermitteln, egal ob es jetzt ein zu großer Fisch oder ein sonstwie deplatziertes Tier ist. Das OregonReef zeigt auch hier wieder ganz gut, dass optische und biologische Harmonie oft eins sind. Ich denke da speziell an die linke Seite mit den Blastomussa, die man ganz dicht setzen kann und die sich trotzdem vertragen. Weniger Arten aber in jeder Hinsicht harmonischer als eine bunte Sammlung von Arten.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Und es gibt Menschen, die von Harmonie und Ästhetikt faseln, obwohl sie deren Kern immer noch nicht begriffen haben.
    Warum? Weil sie ihr eigenes Ego als Maß aller Dinge sehen, als objektive Regel, obwohl es gerade um Subjektiviät geht.

    Gruß

    Bernd

  • Um es auch noch etwas weniger abstrakt beispielhaft zu verdeutlichen:
    In unserem derzeit verbreiteten Schönheitsempfinden wird eine sehr mollige Frau leider oftmals als unästhetisch bezeichnet.
    Schließlich präsentieren uns Modeschöpfer etc. meist äußerst schlanke Modelle als Schönheitsideal.
    In der arabischen Welt werden dagegen recht füllige Damen als besonders schön empfunden, schlanke dagegen als armselig, maskulin und reizlos. Ähnlich waren übrigens die Ansichten auch in Europa in früheren Zeiten.

    Wer legt nun fest was schön ist? Wer bestimmt da allgemein verbindliche Regeln? Derjenige, dem minimalistisch gestylte Aquarien gefallen oder der, dem es besonders bunt gefällt? Hat nur der Geschmack, der sich von einem angeblich aktuellen Zeitgeist leiten lässt? Ist dann dessen heutiger guter Geschmack morgen plötzlich schlecht, weil ihm Modetrends eine neue Stilrichtung präsentieren?

    Um nicht falsch verstanden zu werden. Ich finde es toll, wenn hier excellente Beispiele einer traumhaften Aquariengestaltung vorgestellt werden. Es ist auch absolut sinnvoll, wenn hier Gesichtspunkte dargelegt werden, nach denen besondere optische Effekte erzielt werden können. Sicher gibt es auch viele Dinge, die man besser machen kann.
    Was mir aber ganz gewaltig auf den Geist geht, ist der Umstand, dass hier immer jemand Menschen mit anderem Geschmacksempfinden abqualifizieren möchte, ihnen Gedanken über ästhetische Gestaltung oder Wertnahme über ihr Wohnumfeld abspricht, ihnen mögliche positive Resonanzen nicht zugesteht, nur weil man sein eigenes Werturteil als das Maß aller Dinge sieht.

    Viele Grüße

    Bernd

    2 Mal editiert, zuletzt von Koberstaedt (16. Februar 2013 um 00:50)

  • Hi,

    Zitat

    Original von Koberstaedt
    Um nicht falsch verstanden zu werden. Ich finde es toll, wenn hier excellente Beispiele einer traumhaften Aquariengestaltung vorgestellt werden. Es ist auch absolut sinnvoll, wenn hier Gesichtspunkte dargelegt werden, nach denen besondere optische Effekte erzielt werden können. Sicher gibt es auch viele Dinge, die man besser machen kann.
    Was mir aber ganz gewaltig auf den Geist geht, ist der Umstand, dass hier immer jemand Menschen mit anderem Geschmacksempfinden abqualifizieren möchte, ihnen Gedanken über ästhetische Gestaltung oder Wertnahme über ihr Wohnumfeld abspricht, ihnen mögliche positive Resonanzen nicht zugesteht, nur weil man sein eigenes Werturteil als das Maß aller Dinge sieht.


    Das sehe ich genauso. Allerdings kann ich es nachvollziehen, wenn man gereizt auf grundlegende Kritik am eigenen Projekt reagiert. Und wie das immer im Forum ist, schaukelt sich die Seite gegenseitig hoch und dann hat man kein Ergebniss sondern den Salat.

    Über optische Regeln theoretisch zu diskutieren hat in meinen Augen keinen Wert. Man kann Ideen und Theorien sammeln und muss dann probieren diese umzusätzen und zwar so das man alles beachtet. Sowohl die Optik, den eigenen Geschmack, das Wohl der Tiere und die Meinung anderer.

    Gruß

    Clemens

    Gruß

    Clemens

  • Moin,

    was lernen wir also aus all diesen Kommentaren?

    Über Geschmack läßt sich NICHT streiten. Nur Diskutieren.

    Wenn ich also für mich die Optik eines Beckens kritisiere, sollte der Beckenbesitzer dies (zähneknirschend) hinnehmen,
    und nicht unbedingt versuchen "gleiches mit gleichem" zu vergelten, in dem er mein Becken versucht auseinander zu nehmen.

    Wenn er mir sagt, dass er für sich an meinem Becken etwas auszusetzen hat: ich werde mich vielleicht ärgern sollte es aber hinnehmen.

    Die jeweilige Person persönlich dabei anzugehen macht wenig Sinn, da der Threadstarter dann um die erhofften, beitragenden Kommentare kommt und hier alles sinnlos zugemüllt wird.

    Es geht um persönliche Meinungen/Aussagen, und nicht darum jemanden von seiner Ansicht zu überzeugen. Was meist nicht funktioniert. Höchstens ein paar Tage später, wenn die kritisierte Person Zeit zum Nachdenken hatte und ein Körnchen Wahrheit für sich findet.

    Alles in allem, sollte jeder ein wenig selbstkritischer sein und den "Denkanstössen" der anderen eine Chance geben.

  • HI, ich glaube nicht, dass er gereizt ist :smiling_face:


    Bei dem Becken unten, kann man vielleicht erkennen das die Grundstrukturen anfangs dem 1/3 Schema entsprachen, Das Becken hat 3 Sichtbare Seiten. Alle 3 Seien hatten eine schräge Diagonale "Riffschlucht" und der Aufbau entsprach einer gewissen Schönheitssinn.

    Die Ästhetik wäre schnell wieder hergestellt , in dem man ein paar Korallen entfernt/stutzt oder umsetzt ( ich hätte gerne das rote Ding unten rechts :-)).

    Wenn man ein lebendige Riff hat, wird die Schönheit sich immer verändern. Wir können und müssen nach unserm Geschmack eingreifen. Der "Golden Schnitt" ist in der Natur oft zu finden. Vielleicht sind unser Becken zu kein, um sich drüber zu streiten.

    Mein Becken ist das rechte Drittel vom Wohnzimmer. Die Höhe sind 2/3 der Gesamthöhe. Im Becken bestimmen die Korallen die Gestaltung. Ich könnte Beispiele zeigen, aber in 3 Monaten ist wieder alles anders, es wächst......


    Gruß,
    Dietmar

  • Zitat

    [i]Original von PulpRider[/i

    Über Geschmack läßt sich NICHT streiten. Nur Diskutieren.

    Oh, die Grenze liegt sehr eng beinander.... Leider ist die Streitkultur dank TV so tief gesunken, dass ein gepflegter Streit nicht möglich ist und stattdessen, ins persönliche abrutscht. Schade eigentlich, denn streiten, btw. diskutieren kann u.U. sehr inspirierend sein, wenn man in der Lage ist, über seinen eigenen Tellerrand, hinaus zu schauen....

    Apropo Aquariengestaltung : ... ich finde *minimalistisch* dekorierte Aquarien schöner, als die, die mit der Schubkarre dekoriert wurden. Stichwort Geröllhaufen. Aber das ist Geschmackssache und über Geschmack kann und sollte man nicht streiten, nur diskutieren :wink

    Grüße ... Klaus

  • Hallo,

    eigentlich ist doch ganz einfach, nämlich eine Frage der Formulierung. Man muss nur deutlich machen, dass etwas dem eigenen Geschmack nicht entspricht. Damit hat niemand ein Problem und gut begründet gibt es beste Denkanstöße.
    Sich als unberufener Richter zu gebärden, also absolutierende Feststellungen zu treffen wie, dies ist hässlich, dies ist Kitsch oder ähnlich, wird das Gegenüber dagegen unnötig provozieren.

    Harmonie ist eben nicht nur eine Frage der Gestaltung, sondern auch des Umganges miteinander.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Dietmar

    Es ging ja nicht nur um die gestalterische Freiheit eines Aquariums, Japanische Aquarianer haben ein anderes Stilempfinden als europäer oder Amerikaner. Nichts destotrotz gibt es wie in der fotografie einige optische Regeln oder Verhältnismäßigkeiten die allgemein als angenehm oder schön betrachtet werden ( Goldener Schnitt etc )
    Auch in der Natur gibt es diese Gesetzmäßigkeiten und du findest diese oft auch bei als sehr schön empfundenen Aquarien, Landschaften, Gärten etc etc.

    Mir gings hier um die Aussage das es sowas nicht in der freien Natur gibt. Dem wollte ich deutlich wiedersprechen, Es gibt auch nicht an jeder Ecke das perfekte Aquarium und jedes Aquarium ändert deine Farbe und Form ja auch ständig, Ein Riff tut dies auch , wenn auch in etwas längeren Zeitzyklen. Wir beachten dies mit unserer kurzzeitigen Betrachtungsweise aber nicht und dann kommen solche Treads zustande.
    Für mich ist das schönste was es gibt , was die Natur zusammenstellt und entwickelt hat. Für mich ist es Wunder zu sehen wie ein Baby aufwächst , ein Riff entsteht , die Vielfalt der Organismen, das Zusammenspiel der Arten, Formen und Farben und das auf manch wenigen Quadratcentimetern. Wir eiern dem nur hinterher und das mehr schlecht als recht

    Gruss

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