Reine Geschmackssache?

  • Ok, 100 liter. Mehr geht hier nicht im Moment.

    Nur einfach zu haltende und möglichst kleinbleibende Korallen und Co.

    Nur Fische, die wirklich nur ein minimales Bewegungsbedürfnis haben.

    Ich verzichte gerne auf Vielfalt, auf Spektakuläres, auf Menge, auf Action, auf Buntheit usw. zugunsten von Klarheit, „Weite“ und Einfachheit der Formen und Gestaltung (damit ist nicht die Technik gemeint, da treib ich hohen Aufwand, wenn es nötig ist).

    Vorschläge?

  • Sorry, aber das AQ von Christiane ist gar nicht mein Geschmack. Da ist praktisch gegen alle Gesetze der Gestaltungslehre (Goldener Schnitt usw.) verstossen worden.

    Und wenn das dann noch eine Dekomuschel da links im Vordergrund ist und hinten links dünne Stäbe Steine in der „Luft“ schweben lassen..... ja dann.... sorry, wäre das Gelsenkirchener Barock.

  • Hallo,

    also ein Ausschnitt aus der Natur, ist ein Aquarium nie! Das Aquascaping in der Süßwasseraquaristik mag zwar den Anschein erwecken, aber hat damit nicht wirklich was zu tun! Man braucht nur schauen woher die einzelnen Tiere und Pflanzen stammen und wird merken, dass es nicht passt! Aber ich denk, dass nichts dagegen spricht, ein Aquarium so zu gestalten, solange es den Tieren und Pflanzen gut geht!? Und in der Hinsicht, ließe sich sicher auch ein Riffaquarium gestallte, statt Javamoos z.B. eine Briareum auf Riffäste langsam wachsende LPS um einen Baum zu imitieren und sonst eben kleinere Weichkorallen wie Xenien die auch gute Bestände bilden...

    Gruß M.Limberger

  • Zitat

    Original von Anja
    Ok, 100 liter. Mehr geht hier nicht im Moment.

    Nur einfach zu haltende und möglichst kleinbleibende Korallen und Co.

    Nur Fische, die wirklich nur ein minimales Bewegungsbedürfnis haben.

    Ich verzichte gerne auf Vielfalt, auf Spektakuläres, auf Menge, auf Action, auf Buntheit usw. zugunsten von Klarheit, „Weite“ und Einfachheit der Formen und Gestaltung (damit ist nicht die Technik gemeint, da treib ich hohen Aufwand, wenn es nötig ist).

    Vorschläge?

    Naja, so Neon Grundeln oder so sollten schon passen. Vielleicht auch Symbiose/Yasha Grundeln mit Knallkrebs. Sehr interessant, allerdings übernehmen sie das Aquascaping dann für einen.

  • Hi zusammen

    ein Korallenriff ist das pure streben nach Raumgewinn durch Wachstum jeder Art (Korallen)

    Egal welche Art man sich also für ein Becken egal welcher Größe raus sucht, man wird mit der Absicht eine Momentaufnahme dauerhaft einzufrieren scheitern.
    Auch ein 1cm großer Krustenpolyp macht nach Monaten schon ordentlich Fläche, es muß ja nicht unbedingt die Höhe sein, wachsen tun sie alle.

    Fische die 15cm groß werden können, verzerren auch als klein gekaufte Art im Laufe der Zeiit die Proportionen.

    Bonsai Amano hin oder her, die hier im Forum gezeigten Aquarien geben größtenteils einen natürlichen Ausschnitt aus der Natur wieder.
    Dafür sorgen allein schon die vielen Taucher die nebenbei auch Meerwasseraquarianer sind.

    Vielleicht gibt es irgendwann eine Pille für sämtliche Lebenwesen, oder vielleicht kann man das auch einfach alles weg züchten, wodurch quasi die natürliche Entwicklung in Form, Farbe und Wachstum unterbunden wird. Tiere rein, Pille danach = bitte keine Entwicklung in egal welche Richtung ohne mein o.k. :ylol :thup

    Bei einigen Korallen sieht man das ja schon mal, gelbe Enzman usw. :winking_face:
    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo Anja,

    ich glaube ich kann ganz gut verstehen was du suchst. Hatte selbst lange Zeit Aquascapes im Süßwasser bereich gehabt und bin dann zum salzigen Nass gewechselt.
    Generell wird man sowas aber nicht im Meerwasserbereich finden. Wie schon gesagt wurde, sind die Tiere auf Dauer viel zu groß und die Auswahl der Hardscapes ist stark beschränkt.
    Viel wichtiger in diesem Bereich ist die Auswahl der Tiere, die Wuchsform der Korallen und vor allem ihre Farbe.
    Es gibt einen gute Artikel über das Aquascapen im Meerwasserbereich. Leider ist dieser auf Englisch:

    1.Teil:
    http://www.reefsmagazine.com/forum/reefs-ma…quascaping.html
    2.Teil:
    http://www.reefsmagazine.com/forum/reefs-ma…g-part-2-a.html
    3.Teil:
    http://www.reefsmagazine.com/forum/reefs-ma…caping-iii.html

    wobei für dich eher der 2.Teil interessant sein dürfte.

    Zum Schluss hätte ich noch ein paar Bilder von dem meiner Meinung nach maximal Möglichen im Salzwasserbereich. Zu mindest was Nanos angeht.

    Diese Becken sind meist extrem schwer zu halten und stellen nicht unbedingt oder gar nicht die die optimalen Bedingungen fürihre Bewohner da.

    http://reefbuilders.com/2010/02/20/the…to-think-small/

    http://reefbuilders.com/files/2011/04/…o-reef-side.jpg

    http://reefbuilders.com/2012/08/06/seagrass-aquarium/

    Außerhalb vom Nanobereich ist dann schon etwas mehr möglich:

    http://reefbuilders.com/2011/12/20/marine-planted-tank/

    http://reefbreefs.blogspot.de/2011/02/perhaps-one-day.html

    http://cdn.manhattanreefs.com/forum/images/m…tby%2001-01.jpg


    Näher an die Materie wirst du im Salzwasserbereich nicht komme. Ich habe lange genug danach gesucht.

    Gruß

    Clemens

  • Danke C3r0!
    Ich werde mir das in aller Ruhe ansehen.

    Täuscht mein Eindruck, dass man auch hier im Forum kaum Fotos von Becken unter 100 Litern mit Standzeiten über 3 Jahren findet?

  • Hallo Clemens,

    so lange es nicht daran liegt, dass man die AQs unter 100 Litern nach langen Standzeiten nicht mehr herzeigen kann, ist es ja ok.

    Übrigens hilft mir dein Beitrag sehr weiter:

    „Wie schon gesagt wurde, sind die Tiere auf Dauer viel zu groß und die Auswahl der Hardscapes ist stark beschränkt...
    ...Näher an die Materie wirst du im Salzwasserbereich nicht komme. Ich habe lange genug danach gesucht.“

    Das entlastet mich sehr, damit ich nicht weiter einem Phantom nachjage.

    Ich werde halt entsprechende Kompromisse machen müssen. Aber durch die Beachtung der von Paul Whitby (ganz grossen Dank für diesen link!!!) beschriebenen Prinzipien und deines Hinweises:

    „Viel wichtiger in diesem Bereich ist die Auswahl der Tiere, die Wuchsform der Korallen und vor allem ihre Farbe.“
    könnte es mir ja gelingen.

    Gruss
    Anja

  • Sorry Anja aber ich bin auch der Meinung, dass du erstmal ein normales Becken starten solltest um ein zwei Jahre Erfahrung zu sammeln bevor man sich sowas überlegt. Allein aufgrund der Plagegeister kann das aber meiner Meinung nach gar nicht funktionieren. Ein Cyanofetzen hier, eine Glasrose da, leichter Dinobefall und schon ist's vorbei mit Feng Shui im Mewa.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hi, Anja,

    in einem "normalen" Meerwasseraquarium liegt der Schwerpunkt nicht auf der Gestaltung gemäß irgendwelchen künstlerischen Gestaltungsprinzipien, sondern man baut es so auf, dass sich die Tiere wohl fühlen und es einem selbst gleichzeitig gefällt.

    Ich bin z.B. generell auch ein großer Fan vom goldenen Schnitt (ich fotografiere z.B. auch hobbymäßig), aber wichtiger ist mir ein Aufbau, der auf die Bedürfnisse der Beckenbewohner eingeht. "Gefallen" bedeutet für mich, dass ich tagtäglich gerne ins Becken schaue, und da achtet man, wenn man sich etwas mit der Thematik beschäftigt hat, eher darauf, wie Fische im Futter stehen, ob Streitigkeiten herrschen, ob sich Tiere vernesseln, wie das Polypenbild ist, ob es Algenwuchs oder sonstige Plagen gibt usw.

    Mein 112l-Becken von oben lief in dieser Hinsicht hervorragend, bis es - wie so viele kleine Becken - unserem Vergrößerungswunsch zum Opfer fiel. Die "Stäbe" sind Äste einer Gorgonie und die Muschel ist nicht Deko, sondern echt. Auf ihr sollte damals ein Ableger von Scheibenanemonen befestigt werden.

  • Hallo Christiane,

    ich kann nicht erkennen, dass die Umsetzung der von Paul Whitby beschriebenen Prinzipien (Goldener Schnitt usw.) im Widerspruch zu den Bedürfnissen der Tiere stehen muss.

    Das wäre ja ganz schrecklich, wenn die Tiere unter dem Geschmack des Halters leiden müssten. Dann wäre ein normales Becken als eines, bei dem die Tiere nicht leiden, und ein Becken nach den allgemeinen Prinzipien der Ästhetik (s.o.) wäre eines, wo die Tiere leiden?

    Auch bei Amano, der ja gestalterisch identische Prinzipien im Süsswasser befolgt, kann ich dadurch keine Beeinträchtigung für die von ihm verwendeten Fische und Garnelen erkennen, lass mich aber gerne eines Besseren belehren.


    Gruss
    Anja

  • Du vergleichst aber Äpfel mit Birnen (Süß mit Meerwasser) probier's aus in einem Jahr reden wir wieder es wird nicht funktionieren. Du kannst ein Aquarium versuchen nach diesen Grundsätzen zu pflegen aber ohne Hintergrundwissen wie du wann wo eingreifen oder gegensteuern musst ist die Ästhetik nach kurzer Zeit dein geringstes Problem.

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    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo,

    Ein ästethisches Becken einzurichten und sich von Anfang an Gedanken über die Gestaltung und Auswahl sowie Platzierung der Tiere zu machen, schließt ja nicht aus, das man sich in die Materie einließt und sich über alle Tiere und deren Haltungsvorraussetzungen informiert.

    Ganz im Gegenteil. Jemand der das Becken von Anfang an darauf auslegt macht sich wahrscheinlich eher Gedanken was passt und was nicht.

    Gruß

    Clemens

    Gruß

    Clemens

  • Hallo, Anja,

    Zitat

    Original von Anja
    ich kann nicht erkennen, dass die Umsetzung der von Paul Whitby beschriebenen Prinzipien (Goldener Schnitt usw.) im Widerspruch zu den Bedürfnissen der Tiere stehen muss.


    das habe ich auch nicht behauptet. Du hattest gefragt, was ein "normales" Becken ist, und darauf habe ich dir geantwortet.

    Zitat

    Dann wäre ein normales Becken als eines, bei dem die Tiere nicht leiden, und ein Becken nach den allgemeinen Prinzipien der Ästhetik (s.o.) wäre eines, wo die Tiere leiden?


    Aus welchem meiner Sätze liest du DAS denn heraus...? Aus dem ersten? Ich habe versucht zu erklären, wo der Schwerpunkt bei "normalen" Becken liegt. Das heißt ja nicht, dass es deshalb nicht gut aussehen darf.

    Vielleicht verstehst du meinen ersten Satz besser, wenn ich das "schlichtweg" mit reinschreibe, das da eigentlich mitklingt:

    In einem "normalen" Meerwasseraquarium liegt der Schwerpunkt nicht auf der Gestaltung gemäß irgendwelchen künstlerischen Gestaltungsprinzipien, sondern man baut es schlichtweg so auf, dass sich die Tiere wohl fühlen und es einem selbst gleichzeitig gefällt.

    Zitat

    Auch bei Amano, der ja gestalterisch identische Prinzipien im Süsswasser befolgt, kann ich dadurch keine Beeinträchtigung für die von ihm verwendeten Fische und Garnelen erkennen, lass mich aber gerne eines Besseren belehren.


    Von mir bestimmt nicht, ich kenne den ja noch nicht mal :ylol

  • Hallo Anja

    Nur hast du wahrscheinlich große Probleme, wenn du einen optisch perfekten Steinaufbau hinklatscht und in einem perfekten Stein haust ein Fangi oder bilden sich Majanos oder Glasrosen oder Bryopsis oder Cyanos oder Drahtalgen oder Kugelalgen oder Hydroiden oder ein Schwamm wächst oder Röhrenwürmer kommen raus oder Krabben sitzen im Stein oder die gedachten und optisch passenden Korallen wollen so gar nicht wachsen oder wachsen viel zu stark oder sterben teilweise ab.....

    Ein optischer Grundsatz wird funktionieren - Perfektion schafft sich aber die Natur selbst und da können wir so mal gar nichts machen - Korallen sind ja Tiere und haben mit einem Garten wenig gemein.
    Ebenso funktionieren Lösungsmöglichkeiten für oben beschriebene Probleme nur bescheiden und oft helfen nur Tiere, Umbauten (Stein raus) etc zu einem Erfolg.

    Die meisten Becken die mir gefallen, weisen richtig schöne, große Korallenstöcke, kaum oder besser noch keine sichtbare Technik und einen harmonischen Tierbesatz auf.
    Dies aber auf 100l zu realisieren halte ich nicht für möglich.


    Überdies beginnen wohl die meisten die Meerwasseraquaristik mit hochfliegenden Plänen, doch meist holt einen die Realität bald ein. :grinning_squinting_face:
    mfg

    Michael

    Einmal editiert, zuletzt von Michael Ortner (5. Februar 2013 um 20:34)

  • Clemens beim ersten Absatz geb ich dir recht aber was machst du mit einer Monti oder Acro die in den Augen des Ästheten unästhetisch wächst weil das Licht nicht stimmt, die Pumpe ein paar mm falsch strömt oder die Koralle schlicht nicht gehorchen will? Die kann ich nicht mit Draht fixieren und mal eben mit der Schere zurecht schnippeln wie Javamoos.. Oder eine Montiplatte die zu groß wird wieder ästhetisch machen also abbrechen... Jeder der mal Montiplatten oder astförmig wachsende Montis gepflegt hat weis wie schnell die Dinger brechen können...

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    Viele Grüße
    Stefan

  • Danke Michael. Den Nagel auf den Kopf getroffen :thup

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    Viele Grüße
    Stefan

  • Zitat

    Original von Stefan_Servus
    Danke Michael. Den Nagel auf den Kopf getroffen :thup

    Hallo Stefan,

    danke dafür.
    Aber es ist ja wirklich so, wenn ich mir meine Pläne anschaue und was daraus geworden ist :grinning_squinting_face:
    Aber immerhin hab ich meinen 5ten Versuch in 11 Jahren gestartet - vielleicht wirds ja jetzt was -

  • Wenn man sich über die Umsetzungsmöglichkeiten von ästhetischen Prinzipien, die sich in der Süsswasseraquaristik bewährt haben, auch in der Meerwasseraquaristik informieren will, muss das ja nicht bedeuten, dass man die Ästhetik höher bewertet als das Wohl der Tiere (und diese dann wie Bonsaibäumchen aushungert und fesselt) oder dass man sich über die biologischen Bedürfnisse der Tiere nicht informiert, oder dass man sich nicht über die technischen Notwendigkeiten oder über die Behandlung der Plagen informiert.

    Wenn ich so an die häufig vollgestopften Becken denke, wo es kaum noch Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten gibt, dafür aber fette Rückwände, die fast bis an die Vorderscheibe reichen, dann finde ich die meisten ästhetischen Becken für die Tiere deutlich besser, weil sie durch den negativen Raum und durch das Prinzip weniger ist mehr, eben deutlich mehr Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten haben.

    Ich mag es, wenn man vor einem AQ steht und sich fragt „Sind da denn gar keine Fische drin?“ statt schon aus 20 Meter Entfernung die dicken bunten Brummer zu erkennen.

  • Hallo Anja,

    jetz simmer beinand das gefällt mir auch besser wie du es beschreibst aber dafür braucht's keine großen Gestalterbegriffe sondern das richtige Händchen. Mit Aquascape hat das für mich dann allerdings nur sehr sehr indirekt was zu tun. Und eins ist auch klar: in 80-100 Liter kannst du sowas nicht zufriedenstellend realisieren

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    Viele Grüße
    Stefan

  • Manche haben vielleicht intuitiv das richtige Händchen für ästhetische Gestaltung. Ich habe es nicht. Deshalb habe ich mich in die allgemeinen Prinzipien der ästhetische Gestaltung erst eingelesen und sie dann praktisch im SW AQ ausprobiert und verfeinert.

    Dabei halfen mir auch sehr die Vorführbecken bekannter Aquascaper. Ich habe das dann versucht zu kopieren und bin so wieder einen Schritt weitergekommen.

    Deshalb suche ich ja jetzt auch Fotos von solche ästhetischen AQs im Meerwasserbereich.

    Dass ich als MW Anfänger mir nicht die schwierigsten Sachen vornehmen sollte und selbst bei den leichten Dingen Fehler machen werde, ist mir klar. Ich hoffe aber, diese durch Infos, auch hier durch das Forum, minimieren zu können.

    Auch ein Becken unter 100 l kann man mehr oder weniger ästhetisch einrichten. Die meisten Becken, die ich bisher so gesehen habe, waren leider weniger ästhetisch eingerichtet. Ich will nun versuchen, es besser zu machen.

  • Zitat

    Original von Anja
    Wenn ich so an die häufig vollgestopften Becken denke, wo es kaum noch Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten gibt, dafür aber fette Rückwände, die fast bis an die Vorderscheibe reichen, dann finde ich die meisten ästhetischen Becken für die Tiere deutlich besser, weil sie durch den negativen Raum und durch das Prinzip weniger ist mehr, eben deutlich mehr Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten haben.

    Ich mag es, wenn man vor einem AQ steht und sich fragt „Sind da denn gar keine Fische drin?“ statt schon aus 20 Meter Entfernung die dicken bunten Brummer zu erkennen.


    Da stimme ich dir zu! Aber wie Stefan denke ich auch, dass das nichts mit Aquascaping zu tun hat. Nehmen wir noch mal unsere erstes kleines Becken:
    - nicht vollgestopft
    - viel Schwimmraum
    - dennoch mehr als genug Rückzugsmöglichkeiten
    - wenig Fische und nicht von weitem zu sehen :winking_face:

    Offenbar kann man ein Becken ohne die von dir genannten Makel auch gestalten, ganz ohne Aquascaping zu betreiben =)

    Überhaupt habe ich den Eindruck, dass viele (zumindest immer mehr) Meerwasserquarianer ihre Becken mit Blick auf die o.g. Kriterien aufbauen. Du darfst aber nicht vergessen, dass man auf zweidimensionalen Fotos häufig nicht erkennen kann, ob es sich bei dem Riff um einen "Steinhaufen" handelt oder ob unter den Korallen viele Durchschwimmmöglichkeiten, Überhänge, Höhlen etc. sind. Und je tiefer das Becken, desto weniger kann man auf Fotos die Aufbauten in der Beckentiefe richtig einschätzen.

  • Hallo Anja

    Ästhetik und Riffaquaristik schließen sich keinesfalls aus.
    Eine Gestaltung nach dem Vorbild Takashi Amano´s ist in der herkömmlichen Riffaquaristik eine extrem hohe Kunst und verglichen zur Süßwasseraquaristik so kaum zu realisieren.

    Für den Anfang würde ich dir empfehlen mit den vielen verschiedenen Algenarten zu arbeiten, die es in der Meerwasseraquaristik gibt.
    Das wäre eine wirklich neue Art der Meerwasseraquaristik!

    Ich bin vermutlich der einzige hier im Forum der auch ein Buch von Takashi Amano besitzt. Ich kenne die Grundlagen und weiß auf was es ankommt bei seiner Art der Aquaristik.

    Schau dich mal nach den verschiedenen Meeresalgen um. Du wirst sehen das vieles davon ähnliche Möglichkeiten der Gestaltung eines ansprechenden Setup´s ergibt, wie die Pflanzen in der Süßwasseraquaristik dies ermöglichen.

    Hier wurden zum Beispiel ein paar Algenarten verwendet:
    http://i190.photobucket.com/albums/z225/st…r/P1200131g.jpg
    Das ist ein Nanobecken mit den Maßen 45x24x16cm, der Thread dazu:
    http://forum.aquarienfotografie.net/viewtopic.php?f=26&t=4731

    Natürlich ist es auch möglich in solch kleinen Aquarien entsprechende Bewohner zu pflegen, deren Bedürfnisse erfüllt werden können. Dies setzt allerdings eine gewisse Artkenntnis voraus und vor allem auch das Wissen dass es überhaupt geeignete Pfleglinge gibt. Dies fehlt den meisten Aquarianern hier, weil für sie ein Riffbecken groß, und ein Fisch immer präsent sein muß.

    Ein toller geeigneter Fisch für so ein Projekt unter 100L wäre zb. dieser hier:
    http://forum.aquarienfotografie.net/viewtopic.php?…mgrundel#p36155

    Es gibt Möglichkeiten, du mußt sie nur suchen und dich nicht vom Mainstream hier ablenken lassen.


    MfG Torsten, jetzt dürft ihr auf mich einprügeln :grinning_squinting_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Torsten81 (5. Februar 2013 um 21:40)

  • Torsten,

    ich bin begeistert von deiner Sichtweise und deinen Anregungen.

    Das mit den Algen finde ich eine tolle Idee. Seegras auch:
    http://reefbuilders.com/2012/08/06/seagrass-aquarium/

    Der kleine Fisch ist auch ein toller Vorschlag für ein Becken unter 100 l. Dann stimmen die Proportionen gleich besser.

    Ich freu mich sehr, dass es hier doch nicht nur die traditionellen Aquarianer hat, sondern auch Clemens und dich. Und vielleicht noch mehr?

    Gruss
    Anja

  • Hallo Anja,

    in dieser Richtung gibts aber sicherlich sehr viele Aquarianer
    - schau dir die Seepferdchenbecken an, dort wird auch oft selbiges mit Algen gemacht und die sind sicherlich auch oft harmonisch gestaltet.

    Überdies halte ich deine Annahme der Becken mit Korallen, welche bis vorne hin das Becken zuwachsen eher für die Ausnahme, da sich die meisten ein solch tolles Korallenwachstum erst wünschen würden.
    Wenn die Korallen aber derat wachsen, hat man mit Sicherheit ein optisches Problem, sieht man häufig auch bei großen Anemonen, großen Muscheln, welche dann nicht mehr gut aussehen (in der Proportion zum Becken) - aber das ist halt die Natur.

    Ein äußerst schönes Riffbecken (meiner Meinung nach) wurde vor kurzem im Forum vorgestellt von Tanne Hoff
    Link

    mfg

    Michael

    Einmal editiert, zuletzt von Michael Ortner (5. Februar 2013 um 22:20)

  • Hmmh...traditionell?! Wie soll man das nun verstehen?

    Hier geben viele erfahrene und kluge Menschen ihre Tipps und Anmerkungen an Dich weiter. Sie haben sich (höchstwahrscheinlich) alle recht intensive Gedanken bei der Einrichtung ihrer Becken gemacht, aber die Natur, insbesondere des Riffes, zeigt einem dann doch oft den Weg und gibt die Richtung vor.
    Von manchen Plänen muss man sich eben im Verlauf der Entwicklung des Beckens verabschieden.

    Ich finde es schon gut, dass Du Dir so viele Gedanken machst. Und vielleicht erreichst Du Dein Ziel ja auch. Das würde mich sehr freuen, aber wir geben alle nur zu bedenken, das ein Riffbecken eben sehr dynamisch ist. Bei Amano bleibt eher alles statisch, der Ist-Zustand wird gehegt und gepflegt. Diese Statik des Systems kannst Du in einem Riffbecken aus meiner Sicht eben nicht erreichen.

    Ob darauf bezogen nun traditionell das richtige Wort ist...erfahren trifft es für mich eher.

    Ina

    Einmal editiert, zuletzt von Ina Fischer (5. Februar 2013 um 22:24)

  • Zitat

    Original von Anja
    Wenn ich so an die häufig vollgestopften Becken denke, wo es kaum noch Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten gibt, dafür aber fette Rückwände, die fast bis an die Vorderscheibe reichen, dann finde ich die meisten ästhetischen Becken für die Tiere deutlich besser, weil sie durch den negativen Raum und durch das Prinzip weniger ist mehr, eben deutlich mehr Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten haben.


    Hallo Anja,

    da der negative Raum es dir so angetan hat und ich als absoluter Kunstbanause rein gar nichts damit anfangen konnte, habe ich mich mal schlau gemacht. Und falls es noch jemandem so geht wie mir, bitte sehr:

    http://www.youtube.com/watch?v=e8XJmDlNDnM

    Das ist doch recht gut erklärt, gell? :grinning_squinting_face:

    Nun frage ich mich aber: Wo in einem Aquarium findest du diesen negativen Raum? Den kann ich mir im Süßwasser schon nicht vorstellen und erst recht nicht im Meerwasser. Die Lebewesen sind doch nicht festgetackert, sie befinden sich mal hier und mal dort. Und wenn dein Auge gerade im negativen Raum verweilt und "Ahhh" macht, kommt ein Fischpärchen im Balzrausch oder ein aggressiver Revierverteidiger dazwischengeschossen.

    Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass du an diesem Hobby Freude haben wirst. Du möchtest aus dem Becken einen Kunstgegenstand machen. Aber sobald der Boden von einem Teppich aus Cyanobakterien bedeckt wird, ist's vorbei mit der Ästhetik. Da hilft dir auch der Goldene Schnitt nicht mehr. Und die Cyanos sind nur eines von unzähligen kleinen Hindernissen, die einem den Kunstgenuss zu trüben vermögen. Wirst du das aushalten können?

    Im übrigen schätze ich die Becken sehr, in denen man die Lebewesen suchen muss. Manche sehe ich wochenlang nicht und bei jedem Becken liegt eine Lupe. Allerdings interessiert mich der negative Raum nicht, im Gegenteil: Je weniger davon, desto besser.

    Grüße
    Ingrid

  • Zitat

    Original von Anja
    Ich mag es, wenn man vor einem AQ steht und sich fragt „Sind da denn gar keine Fische drin?“ statt schon aus 20 Meter Entfernung die dicken bunten Brummer zu erkennen.

    nunja,

    das mit ohne fisch ist dann in anlehnung an das biotop riff daneben gegriffen.

    obwohl es auch spärlicher besetzte bereiche gibt.

    die von mir und dem üblichen mewaaquarianer favorisierten "riffnachbildungen", entspricht dem lichtdurchfluteten bereichen im meer selbst mit seinen unzähligen arten.

    du kannst deinen blick beim tauchen kaum in eine richtung lenken, in denen es nicht vor fischleben wimmelt.

    in gewisser weise brauchen rifffische sich gegegenseitig, um entspannt und ruhig das tagewerk der nahrungsaufnahme angehen zu können.

    aber egal, wie hier philosophiert wird.

    wenn du diesen weg (auch der goldene riffschnitt wird auf kurz oder lang von korallen zugewuchert werden) gehen willst, gibt es keine wirklichen hindernisse.

    höchstens spätere erkenntnisse, die in die eine oder andere richtung gehen können.

    man ist gespannt.

  • Hallo Anja,
    hier habe ich ein Beispiel was in etwa dem entsprechen könnte was du suchst.

    http://www.reefcentral.com/forums/showthread.php?t=1909479

    Du kannst dich ja mal durchklicken.

    Anbei möchte ich aber noch sagen das die Korallen, die da gepflegt werden, nicht zu den einfachsten gehören. Gerade die Acropora die im Flachwasser vorkommen wie A. humilis und A. gemmifera sind nicht unbedigt als Einstieg gut weil es ziemlich schwierig ist die Farben zu halten.

    Außerem Entspricht der Fischbesatz nicht unbedingt dem, was wir hier in Deutschland als Norm ansehen (Mandarin im frischen, sehr sauberen Becken, P. heptatus bei der größe etc.)


    Gruß
    Thomas

  • Fachbegriffe schrecken offensichtlich manche ab, aber sie können die Diskussion vereinfachen, weil sie Missverständnisse minimieren.

    Aquascaping im MW AQ sollte nicht 1:1 übertragen werden vom Süsswasser. Das geht einfach nicht (denkt man nur an die endlosen Golfplatzteppiche).

    Aber bestimmte Prinzipien sind sehr gut anwendbar. Wenn man sich mal ernsthaft mit Begriffen wie negativer Raum und Iwagumi beschäftigt, wird man feststellen, dass sie sehr gut im MW AQ anwendbar sind.

    http://fish-etc.com/wp-content/upl…/The-stones.jpg

    Sanzon mit den drei Säulen bietet sich da förmlich an, denn selbst wenn die hardscapes später überwachsen sind, so bleibt die Grundstruktur bei genügend negativem Raum doch immer noch erkennbar.

    http://fish-etc.com/wp-content/upl…-three-rock.jpg

    Ich kann verstehen, dass traditionelle Aquarianer erstmal ablehnend reagieren, das ist ja ein häufiges Verhalten der meisten Menschen neuen Dingen gegenüber. Ich will auch niemanden in eine Fachdiskussion über Ästhetik verwickeln, deshalb halte ich mich mit Fachbegriffen eher zurück. Und bekehren will ich auch niemanden.

    Aber wenn ein traditioneller Aquarianer statt sofort Nein zu sagen sich auf der Basis seiner langjährigen Erfahrungen Gedanken macht, welche „softscapes“ (Korallen, Anemonen...) vielleicht geeignet sein könnten, würde ich mich natürlich freuen. Auch Hinweise auf kleinbleibende Fische, Krebse usw. sind willkommen.

  • Danke Thomas!

    Das „Iwugami-Riff“ zu nennen ist wohl schon bei der Aufstellung besser gesagt Verteilung der Steine mehr Anspruch als Realität. Aber auch von nicht ganz so gelungenen Beispielen kann man ja nur lernen.

    Gruss
    Anja

  • hi,

    nur mal nebei bemerkt....in der natur gibts eine "goldeneschnittriffstruktur" höchstens durch zufall und
    infolge des ausgewählten blickwinkels zu erkennen.

    nur die gärtnerische bearbeitung mag dauerhaft eine solche im tank zu erhalten.

  • Es ist wohl untergegangen, weil es ganz am Anfang erklärt wurde:

    es geht nicht um die traditionelle 1 zu 1 Nachgestaltung eines ganzen oder halben oder viertels Quadratmeter real existierenden Riffs oder das Schrumpfen von 10 qm Realriff auf 1 qm AQ Riff. Es geht nicht darum, ein reales Stück Natur zu kopieren, sondern die Idee der Natur auf engstem Raum auszudrücken. Dabei helfen bestimmte Prinzipien (u.a. der Goldene Schnitt, der auch im MW AQ erkennbar gestaltet und langfristig bewahrt werden kann.)

    Modern verstanden ist ein AQ nicht ein Ausschnitt aus der Natur, sondern die Verdichtung, das Prinzip, der Archetyp, die Ikone usw. einer bestimmten Natur. Das ist wegen des auch bei sehr grossen Becken doch im Prinzip immer noch sehr beengten Raumes auch die bessere Lösung als die veraltete Kopiererei.

    Es ist so ähnlich wie der Unterschied zwischen knipsen und fotografieren.

  • Hallo Anja

    Verstehe deinen Satz nicht?

    Modern verstanden ist ein AQ nicht ein Ausschnitt aus der Natur, sondern die Verdichtung, das Prinzip, der Archetyp, die Ikone usw. einer bestimmten Natur. Das ist wegen des auch bei sehr grossen Becken doch im Prinzip immer noch sehr beengten Raumes auch die bessere Lösung als die veraltete Kopiererei.

    Kannst du mal genauer erklären was du uns damit sagen willst?

    Gruß´Jürgen

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