Beiträge von Anja

    Zitat

    Original von Corinna Schreiner
    Einrichtung einer geschützten Zone? :grinning_squinting_face:


    Bei der nächsten Beleidigung ist der Thread geschlossen.

    Viele Grüße
    Corinna

    Hallo Corinna,

    ich fände ja besser, wenn der Beleidiger von der Diskussion ausgeschlossen wird, denn dann können die sachlichen Schreiber in einem geschütztem Bereich ein interessantes Thema weiter diskutieren, ohne dass das ganze Thema
    Tabu wird.

    Eine Beleidigung ist es übrigens nicht, wenn jemand sagt,

    99% der Aquarien sind hässlich (und zwar nicht deshalb, weil der Leser sich ja zu dem 1% zählen könnte), oder
    dein Aquarium ist hässlich, oder
    du hast das Aquarium hässlich gestaltet.

    Eine persönliche Beleidigung ist, wenn jemand sagt,

    du bist hässlich.

    Eine Beleidigung ist also etwas, was die Person in ihrer Erscheinung und in ihrem Wesen, ihrem Charakter betrifft. „Der Rock, den du trägst, ist hässlich“ ist zwar evtl. nicht schön zu hören (evtl. je nach Umstand ist der Empfänger aber auch dankbar für die Kritik), aber es ist keine Beleidigung.

    Auch die Wertung „schlechte Politik“ ist wie auch „schlechter Politiker“ keine Beleidigung, so wie auch nicht „veraltete Aquaristik“ oder „traditioneller Aquarianer“, denn sie wertet nur Handlungen und Funktionen, nicht aber die ganze Persönlichkeit in ihrer Integrität („Du bist ein schlechter Mensch, du hast einen schlechten Charakter.“

    Du wirst von mir keinen Beitrag finden, der eine persönliche Beleidigung enthält.

    Aber hier findest du schon Angriffe, die auf die Person zielen:

    Zitat

    Original von Alex_Muc
    Ich betrachte Dich übrigens nach Deinem letzten Posting als Troll.

    Zitat

    Original von mwx
    Ich glaub ja das ist ein Troll [/i]



    [quote]Original von Dietmar Schauer
    vermute ich, dass sie schon mal vom Wickeltisch geplumst ist.

    Mir bringt es keinen Spass in einem Umfeld zu schreiben, wo solche ganz persönlichen Angriffe auf die Person immer wieder möglich sind.

    Das wollte ich abschliessend noch erklären und mich nicht einfach so vom Acker machen, ohne mich zu bedanken für die teilweise für mich sehr lehrreichen Sachbeiträge.

    Gruss
    Anja

    Es hört leider nicht auf, auch jüngste Beiträge (mwx, Peter J) zeigen meiner Meinung nach die Notwendigkeit eines geschützten Bereiches, um in Ruhe produktiv diskutieren zu können.

    Wäre es vielleicht sinnvoll, eine Umfrage über die Einrichtung eines schreibgeschützten Bereiches für das Projekt durchzuführen, damit es eine demokratische Entscheidung wird?

    Hallo Michael,

    wäre toll, wenn du mit machst. Mich juckt es in den Fingern, inhaltlich was zur Kabelführung vorzuschlagen, aber ich warte erstmal ab, was der Admin zur Einrichtung einer geschützten Zone für unser Projekt sagt.

    Gruss
    Anja

    Hans-Werner,

    eigentlich würde ich lieber sofort noch einen Gang höher schalten und die ersten Punkte mit euch abarbeiten:

    Beckenmasse (Bedingung max. 100 Liter brutto) festlegen
    Technik wo?
    Welche Technik?
    Skizzenvorschläge zur Gestaltung
    usw.

    Ich würde am liebsten gleich das Becken kaufen oder bauen lassen, um so schnell wie möglich Fotos zu ermöglichen, wie es aussieht, wenn man wo welche Steine platziert und dann das Ganze jeweils produktiv diskutieren und vereinbaren.

    Suche jetzt erfahrene aufgeschlossene Aquarianer, die meinen Enthusiasmus nicht bremsen, sondern ihn mit mir teilen möchten.

    Gruss
    Anja

    Zitat

    Original von Michael Ortner

    Ich finde die Diskussion ansich sehr interessant - vielleicht kann man auf eine sachliche Besprechung zurückkehren und von beiden Seiten neu beginnen.

    Ich könnte mir eine Fortführung der Diskussion vorstellen, wenn künftig auf Behauptungen verzichtet werden würde wie:

    das kann sowieso nicht funktionieren
    ein Becken unter 100 Liter ist dafür sowieso zu klein
    die Plagen werden jeden Ansatz von Ästhetik im Keim vernichten
    das Wachstum der Korallen wird die ästhetische Gestaltung über kurz oder lang einfach hoffnungslos überwuchern
    die moderne Aquaristik kann Fische nicht artgerecht halten, weil sie diese nur nach den ästhetischen Kriterien der Farben und nicht nach ihren Bedürfnissen auswählt
    usw.

    und stattdessen konstruktiv diskutiert werden würde, wie das Projekt am besten umzusetzen ist. Also sehr konkret, z.B. Kabelführung: wie am besten? Bohrung, Steinabdeckung, schwarzes Kabelrohr, usw.?

    Wenn dann nach produktiver Diskussion ein Konsens oder eine deutliche Mehrheitsmeinung erzielt wurde, würde ich das jeweils praktisch umsetzen und hier dokumentieren. So hätten wir am Ende ein gemeinsam konzipiertes real laufendes Meerwasseraquarium moderner Art.

    Voraussetzung wäre, dass die Leute, die sich in der Diskussion bislang überwiegend destruktiv verhalten haben, (eskalierend, mobbend, zum Boykott aufrufend, über ihre Brechgefühle berichtend, den smilie nahmen, wo einer dem anderen auf den Kopf kotzt, mehr metakommunizierend als sachlich interessiert waren usw.) in der weiteren Diskussion keine Schreibrechte bekommen. Vielleicht könnte man einen so geschützten Bereich für die moderne Aquaristik einrichten.

    Gruss
    Anja

    Zitat

    Original von Andre Luty
    Leider stößt man mit dem Prinzip "ich brauche noch einen roten, einen blauen und einen gelben Fisch" schnell an die Grenzen, weil diese vielleicht gar nicht ins Becken passen.

    Du hast offenbar von den Prinzipien moderner Aquaristik soviel verstanden wie der, der statt Gustav immer Gasthof versteht.

    Was soll ich da meine Zeit noch mit weiteren Erklärungen vergeuden!

    Gruss
    Anja

    Zitat

    Original von andrePankraz


    ..., kritisierst x Becken, das ist halt recht unpassend von Anfängern.

    Offensichtlich haben die Traditionalisten auch eine veraltete Vorstellung davon, wer kritisieren darf und wer nicht.

    Es würde viel zu weit gehen, wenn wir jetzt hier über die verschiedenen Bedeutungsebenen von Ästhetik philosophieren würden.

    Die Leute hier, die ernsthaft an moderner Aquaristik interessiert sind und lernen wollen, sollten mir einfach mal glauben oder sich selbst an anderer Stelle intensiv informieren,

    dass es durch die Neurowissenschaften und deren bildgebende Verfahren (Verbindung von visuellem System ,u.a. Augen, zu limbischem System, Gefühle) bewiesen ist, dass es universelle Ästhetikregeln gibt,.

    Gezielt können also bestimmte Emotionen durch die Anwendung spezifischer Regeln ausgelöst werden. Hier nur ein paar Stichworte:

    Gruppierung, Wiederholung
    Farbe
    Assoziationsweckung
    Bedeutung von Linien und Flächen
    Unterteilung der Flächen
    goldener Schnitt
    Aufmerksamkeitslenkung
    Licht und Schatten
    Proportionslehre, Proportionsverschiebungen
    perspektivische Darstellung, optische Täuschungen
    Reduktion

    Es ist also möglich, ein Aquarium gezielt (nicht zufällig intuitiv) durch die Einhaltung bestimmter Regeln so einzurichten, dass es beim Betrachter ein Optimum an guten Gefühlen auslöst.

    Die Vertreter der traditionellen Aquaristik sollten nicht weiter versuchen, die Fachdiskussion hier zu erschweren. Wir sind nun mal angewiesen bei der Diskussion auf Fotos von Aquarien. Wir müssen diese kritisieren dürfen, ohne dass sich die Tradionalisten immer gleich auf den Schlips getreten fühlen. Wenn wir nicht gute und schlechte Beispiele offen diskutieren dürfen, bleibt alles viel zu theoretisch abstrakt.

    Hallo Corinna,

    als Jugendliche hatte ich ein Gesellschaftsbecken, dann später Artenbecken. Nachdem ich mich mit Fotografie und Architektur beschäftigt hatte, habe ich versucht das Gelernte auch in der Beckengestaltung zu nutzen und habe festgestellt, dass man manchmal mit schon kleinen Veränderungen eine grosse optische Wirkung erzielen kann.

    Dann kam Amano und trieb es auf die Spitze. Ich war begeistert, musste aber feststellen, dass der Purismus im Alltag und auf Dauer von mir so nicht zu halten war, aber auch mit Kompromissen, die nur 75% der Ziele verwirklichten, konnte ich gut leben.

    Und jetzt will ich meinen langgehegten Traum verwirklichen und in die MW Aquaristik einsteigen. Bin fleissig mich am informieren und freue mich, dass es hier im Forum doch den einen und die andere gibt, die auch Interesse an moderner Aquaristik haben.

    Dass mein Projekt, das ja dank der Diskussion hier langsam etwas Form annimmt, auch scheitern kann oder nur einen kleineren Teil der Ziele (ein biologisch stabiles System unter besonderer Berücksichtigung ästhetischer Kriterien) realisiert, ist mir bewusst.

    Gruss
    Anja

    Thomas, es ist ein Versuch. Welche Kompromisse ich bedingt durch die Eigendynamik machen muss, wird sich zeigen. Ich werde keine Kompromisse zu Lasten der Tiere machen.

    Aber ich bin bereit, ganz bescheiden zu bleiben, was die Auswahl der Tiere betrifft. Ich will die Tiere in Art und Zahl nehmen, die sich für mein Projekt am besten eignen und verzichte gerne auf vielleicht interessantere oder schönere Tiere.

    Ich will nicht Amano in Meerwasser machen und täglich den Tieren was abschneiden, um es mal überspitzt zu sagen. Aber ich will auch nicht so vollgestopfte Becken, wie man sie auch hier zu 99% sehen kann (zufällig anwesende Leser mit ihren Becken natürlich ausgenommen).

    Ich denke, es gibt noch viele ästhetische Möglichkeiten auch MW Becken attraktiver zu machen. Und zwar objektiv nach den Regeln der Ästhetik. Wie es objektive Kriterien gibt nach denen man Kitsch von Kunst unterscheiden kann (natürlich gibt es auch Graubereiche), so gibt es auch Kriterien nach denen man ästhetisch gute und ästhetisch schlechte Beckengestaltung beurteilen kann. Hans-Werner hat es sofort verstanden, wahrscheinlich schon ein paar Jahrzehnte früher als ich.

    Die Frage im Titel dieses Treads kann man nur so beantworten: Nein, es ist nicht reine subjektiv beliebige Geschmacksfrage. Was nicht bedeutet, dass nicht jeder auch das Recht hat, sich mit hässlichen Dingen zu umgeben.

    Gruss
    Anja

    Zitat

    Original von andrePankraz

    Ich würde aber kein Technikbecken machen bei den Maßen.

    Wenn Du die Rückwand tiefblau oder schwarz machst, dann kannste dahinter auch ein Hang On ans Becken hängen.

    Ich beschreib mal meine eierlegende Wollmilchsau:

    so wenig sichtbare Technik im Becken wie möglich
    kein Technikabteil im Becken, dass von der Tiefe was wegnimmt
    so leise Technik wie möglich
    Technik sollte so ausgelegt sein, dass evt. später auch mal anspruchsvollere Tiere gehalten werden können.

    Die Kosten sind nachrangig.

    Danke Hans-Werner. Den Link habe ich mir schon ganz interessiert vor einigen Wochen reingezogen. Das Büchlein hat nicht ganz so tolle Kritiken.

    Ich trau mir durchaus umfangreichere und schwerere Kost zu. Wenn du oder jemand anders eine Idee hat?

    Gruss
    Anja

    Clemens, das Gefühl hatte ich auch gleich, weil man wohl automatisch von der Seite reingucken will. Wollte nur mal schnell deine Meinung hören. Dann mach ich also besser einen quadratischen Grundriss.

    Zitat

    Original von C3r0
    Hallo Anja,

    es sind etwa 90l wenn man von den Beckenmaßen 60x60x25 ausgeht.

    Ok, dann plan ich mal auf der Basis von 50 breit x 60 tief x 35 hoch mit Technikbecken im Unterschrank.
    Spricht da was gegen?

    Clemens, danke für den Link dieses gelungenen Beckens. Das guckt man sich doch gerne an!

    Man muss sich ja immer für eine Blickachse bei der optimalen Gestaltung entscheiden. Meist ist es die Frontale mittig auf Augenhöhe. Die ist hier sehr gut gelungen. Da beherrscht einer die Gesetze der Ästhetik und der optischen Manipulation ziemlich gut. Dass diese Wirkung nicht aus allen Blickwinkeln gleichzeitig erzielt werden kann, sollte doch auf der Hand liegen.

    So grosse Fische in so einem kleinen Becken aber zerstören leider wieder etwas die Illusion. Über diese Fischarten und ihre Bedürfnisse kann ich mich nicht weiter äussern.

    Aber der Hang zur Fischsuppe mit Knasthaltung von bewegungsfreudigen Fischen, die noch nicht mal das 20igfache ihrer Körperlänge geradeaus schwimmen können, ohne vor die Glaswand zu stossen, (was mit einem gewissen Sicherheitsbedürfnis von gewissen Fischen wenig zu tun hat) ist offensichtlich leider nicht nur in der SW Szene zu finden.

    Gruss
    Anja

    Hallo Daniel,

    wie deine Steine von hinten aussehen, welcher geänderter Schattenwurf schon bei leichten Positionsveränderungen (ich schrieb von „einer Idee weiter vorne“) sich ergeben könnten, kann ich natürlich nicht wissen.

    Und wenn du dann auch noch gerade bei mir vermutest, dass ich ein Becken mit Technik zuballern will, dann zeigt mir das, dass ich mich dir wohl grundsätzlich nicht verständlich machen kann. Du hast ja eh den Link entfernt, was darauf schliessen lässt, dass du weitere Bemerkungen zu deinem Becken nicht wünscht. Daran will ich mich gerne halten.

    Gruss
    Anja

    Hallo Daniel,

    es ist doch für die Biologie des Beckens völlig egal, ob in deinem verlinkten Becken der Hauptstein ein Idee weiter vorne wäre, die Neigung des Kontersteines durch einfache Drehung dann im Kopfteil nicht nach rechts, sondern nach links ginge und der kleine Stein etwas winkliger zur vorderen Ecke zeigen würde.

    Das würde einen ganz anderen optischen Effekt geben, ohne dass das Becken dann schwieriger ans Laufen käme. Ohne dass am geplanten Besatz sich grossartig was ändern müsste. Und auch mit den Plagen würde es nicht schwieriger werden als sonst.

    Und wenn durch die geänderte Position der Steine sich die Strömung stark ändern sollte, dann kann man darauf ja mit der Technik reagieren

    Gruss
    Anja

    PS: ich sehe gerade, dass du deinen Beitrag editiert und den Link zum Becken entfernt hast.

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    ... müsste zwingend ein Überlauf zu einer Filterkammer oder einem Technikbecken her. Ich würde nicht in der Mitte des Beckens bis zur Oberfläche gehen, eher irgendwo rechts hinten. Bei dem, was ich mir in Deiner Richtung vorstellen könnte, wäre im mittleren Bereich ein nach rechts ansteigender Hügel mit einer ziemlich geschlossenen Oberfläche, je nach Stein, den ich dafür bekomme, bewachsen mit Pachyclavularia violacea und sparsame Akzente mit LPS oder Zoanthus.

    Überlauf sollte so sein.
    Gestaltung Hügel mit links Konterstein, so dass eine Art Schlucht entsteht kann ich mir gut vorstellen.
    Röhrenkoralle gefällt mir gut.

    Ich erlaube mir durchaus auch die Leistung der Weltmeister im Turniertanz zu kritisieren, wenn der Bewegungsablauf ästhetische Mängel zeigt, obwohl ich selbst eine lausige Tänzerin bin.

    Manche Männer kritisieren ja auch durchaus kompetent die Leistungen von Profifussballern, obwohl sie selbst nur in der Jugend gespielt haben.

    Literaturkritiker können zwar selbst keine Gedichte und Romane schreiben, aber sie kennen die Gesetzmässigkeiten guter Dramaturgie usw. und können so kompetent kritisieren.

    Mit der ästhetischen Beurteilung von Aquarien ist es ähnlich. Man muss nicht alles selbst schon viel besser gemacht haben, um zu erkennen was alter Murks ist und was state of the art in der ästhetischen Gestaltung ist.

    Dass die meisten hier vorgestellten Becken mehr oder weniger deutliche Defizite in der ästhetischen Gestaltung haben, ist unübersehbar. Je detaillierter und offener hier die Kritik laufen könnte, desto mehr könnte jeder daraus lernen. Aber leider bricht dann ja ein shit storm los, wenn man die Dinge beim Namen nennt.

    Solange hier neben den shit stormern aber auch ein paar fachlich kompetente Leute schreiben, lass ich mich nicht vergraulen.

    Zitat

    Original von Anja


    Aber vielleicht kannst du (mal bitte absehen vom Fischbesatz) doch erkennen, welches von den drei Becken aus der veralteten Aquaristik kommt und welche zwei aus Ansätzen der modernen?

    Ausdrücklich habe ich mich auch in anderen Beiträgen vom Fischbesatz in verlinkten Becken distanziert.

    Wer also ständig das Gegenteil behauptet, nämlich dass mir Ästhetik vor Tierwohl geht, verdreht die Tatsachen.

    Hallo Steffen,

    ich will das Becken so tief wie möglich, deshalb hinten kein Extraabteil.


    "Mit einigen ungleich grossen Zoa Knubbeln, einer Röhrenkoralle und ein oder zwei Gorgonien kannst Du sicher ein kleineres Becken nach Deinen Vorstellungen einrichten. Aber ist es es das was Du Dir vorgestellt hast?"

    Da fehlt mir jetzt noch Wissen, um mir das spontan bildlich vorzustellen.

    Insgesamt bin ich aber eher minimalistisch eingestellt: weniger ist mehr.

    Gruss
    Anja

    1Hallo Hans-Werner,

    dein sachlicher Beitrag gibt mir zusätzliche Denkimpulse über die Unsichtbarkeit der Technik. Ist ein Technikbecken die beste Lösung für ein 100 l Becken?

    Gruss
    Anja

    PS: der Text des Links ist für mich sehr interessant. Danke

    Gerade der grössere Schwimmraum und die besseren Versteckmöglichkeiten sprechen nach meiner Meinung dafür, dass die moderne Aquaristik nicht nur für den Menschen sondern auch für die Tiere schöner ist.

    In der alten Aquaristik geht es häufig vorrangig um die Schaffung von vielen Abstellflächen für möglichst viele Korallen. Da bleibt dann kaum Platz für die Fische. Vor allem das vollständige Zupflastern der Rückwand, durchaus auch mit künstlicher Riffkeramik, die in iher Hässlichkeit kaum zu überbieten ist, nimmt den Becken tatsächliche und sehr stark auch optische Tiefe.

    Wenn man nach dem alten Grundsatz „form follows function“ verfährt, dann will man Tiefe erzeugen, um durch Spannung den Blick zu leiten und aufzuladen. Das geht aber nur durch den negativen Raum zwischen zwei Felsformationen, die durch optische Tricks so gestaffelt stehen, dass fiktive Distanz entsteht, in der Objekte durch weitere parallele kleiner werdende Steinstrukturen weiter entfernt wirken als sie tatsächlich sind. Ein Blick auf Teile der schwarzen Rückwand ist da allemal besser für die Illusion der Tiefe als eine Kaimauer.

    Das Ganze ist kein theoretisches Geblubbel, sondern gehört zum Handwerkszeug der modernen Aquaristik. Wie bei vielen neuen Dingen, muss man wohl auch hier damit leben, dass sich einige darüber erstmal lustig machen, der nächste Schritt ist dann „das geht nicht“, dann „die Tiere nehmen Schaden“, dann „das ist doch nicht neu, das machen wir doch schon längst“ und der letzte Schritt ist „ich habs erfunden“.

    Aber das ist noch ein weiter Weg, wenn man hier die Widerstände als typisch nimmt. Es ist, das muss man einfach anerkennen, auch ein verdammt blödes Gefühl sich einzugestehen, dass das eigene geliebte Aquarium ziemlich Scheiße aussieht im Vergleich zu den modernen Becken.

    Beeinträchtigt moderne Aquaristik das Wohl der Tiere?

    Machen wir es mal ganz einfach und ganz praktisch.
    Im Vergleich zur veralteten Aquaristik gibt es in der modernen:

    Becken, die tiefer sind und durch die Gestaltung auch tiefer wirken

    weniger Steine und mehr Wasser

    eine Anordnung der Steine nach ästhetischen Prinzipien

    eher kleinbleibende Tiere

    eher weniger Fische

    eher weniger verschiedene Arten

    Gefährden die genannten Punkte das Wohl der Tiere, verbessern sie es tendentiell, oder sind sie egal?

    Jürgen, du willst wirklich von mir wissen, ob du einen guten oder einen schlechten Geschmack hast, wenn du alle drei Becken wunderschön findest?

    Die eigentliche Frage war aber, ob du erkennen kannst, welches Becken von den dreien der veralteten Aquaristik entspricht. Diese Frage hast du nicht beantwortet.

    Erst wenn man den Unterschied zwischen alter und moderner Aquaristik erkennen kann, kann man sich bewusst entscheiden.

    Wenn man sich dann trotzdem für die alte Aquaristik entscheidet und dabei aber den insgesamt weniger Fischen viel mehr Schwimm- und Rückzugsraum gönnt als sonst so üblich, dann wäre es ok. Guter Geschmack hin oder her, denn vor allem sollte das Wohl der Tiere stehen.

    Gruss
    Anja

    Wenn du alle drei Becken schön findest, bestätigst du die alte Erkenntnis, dass man über Geschmack nicht streiten kann. Der eine findet eben das, der andere das und noch ein anderer findet alles schön.

    Trotzdem gibt es so etwas wie guten und schlechten Geschmack.

    Hallo Jürgen,

    tut mit leid, dass ich mich nicht für dich verständlich ausgedrückt habe.

    Aber vielleicht kannst du (mal bitte absehen vom Fischbesatz) doch erkennen, welches von den drei Becken aus der veralteten Aquaristik kommt und welche zwei aus Ansätzen der modernen?

    http://fish-etc.com/wp-content/upl…ooking-tank.jpg

    http://fish-etc.com/wp-content/upl…nese-reef-2.jpg

    http://fish-etc.com/wp-content/upl…acked-reef2.jpg

    Wenn ja, hast du mich doch schon etwas verstanden. Sonst frag ruhig noch mal nach.

    Gruss
    Anja

    Es ist voll wie ein Supermarktregal mit bunten Joghurtbechern. Langweilige Struktur, keine Spannung, keine Story, keine Message ausser „boah ist das bunt und viel“, nur Riesenauswahl in mehreren Reihen und Etagen.

    Was an dem von dir zitiertem Satz verstehst du denn nicht?

    Es ist wohl untergegangen, weil es ganz am Anfang erklärt wurde:

    es geht nicht um die traditionelle 1 zu 1 Nachgestaltung eines ganzen oder halben oder viertels Quadratmeter real existierenden Riffs oder das Schrumpfen von 10 qm Realriff auf 1 qm AQ Riff. Es geht nicht darum, ein reales Stück Natur zu kopieren, sondern die Idee der Natur auf engstem Raum auszudrücken. Dabei helfen bestimmte Prinzipien (u.a. der Goldene Schnitt, der auch im MW AQ erkennbar gestaltet und langfristig bewahrt werden kann.)

    Modern verstanden ist ein AQ nicht ein Ausschnitt aus der Natur, sondern die Verdichtung, das Prinzip, der Archetyp, die Ikone usw. einer bestimmten Natur. Das ist wegen des auch bei sehr grossen Becken doch im Prinzip immer noch sehr beengten Raumes auch die bessere Lösung als die veraltete Kopiererei.

    Es ist so ähnlich wie der Unterschied zwischen knipsen und fotografieren.

    Danke Thomas!

    Das „Iwugami-Riff“ zu nennen ist wohl schon bei der Aufstellung besser gesagt Verteilung der Steine mehr Anspruch als Realität. Aber auch von nicht ganz so gelungenen Beispielen kann man ja nur lernen.

    Gruss
    Anja

    Fachbegriffe schrecken offensichtlich manche ab, aber sie können die Diskussion vereinfachen, weil sie Missverständnisse minimieren.

    Aquascaping im MW AQ sollte nicht 1:1 übertragen werden vom Süsswasser. Das geht einfach nicht (denkt man nur an die endlosen Golfplatzteppiche).

    Aber bestimmte Prinzipien sind sehr gut anwendbar. Wenn man sich mal ernsthaft mit Begriffen wie negativer Raum und Iwagumi beschäftigt, wird man feststellen, dass sie sehr gut im MW AQ anwendbar sind.

    http://fish-etc.com/wp-content/upl…/The-stones.jpg

    Sanzon mit den drei Säulen bietet sich da förmlich an, denn selbst wenn die hardscapes später überwachsen sind, so bleibt die Grundstruktur bei genügend negativem Raum doch immer noch erkennbar.

    http://fish-etc.com/wp-content/upl…-three-rock.jpg

    Ich kann verstehen, dass traditionelle Aquarianer erstmal ablehnend reagieren, das ist ja ein häufiges Verhalten der meisten Menschen neuen Dingen gegenüber. Ich will auch niemanden in eine Fachdiskussion über Ästhetik verwickeln, deshalb halte ich mich mit Fachbegriffen eher zurück. Und bekehren will ich auch niemanden.

    Aber wenn ein traditioneller Aquarianer statt sofort Nein zu sagen sich auf der Basis seiner langjährigen Erfahrungen Gedanken macht, welche „softscapes“ (Korallen, Anemonen...) vielleicht geeignet sein könnten, würde ich mich natürlich freuen. Auch Hinweise auf kleinbleibende Fische, Krebse usw. sind willkommen.

    Torsten,

    ich bin begeistert von deiner Sichtweise und deinen Anregungen.

    Das mit den Algen finde ich eine tolle Idee. Seegras auch:
    http://reefbuilders.com/2012/08/06/seagrass-aquarium/

    Der kleine Fisch ist auch ein toller Vorschlag für ein Becken unter 100 l. Dann stimmen die Proportionen gleich besser.

    Ich freu mich sehr, dass es hier doch nicht nur die traditionellen Aquarianer hat, sondern auch Clemens und dich. Und vielleicht noch mehr?

    Gruss
    Anja