Was würden wir heute anders planen und machen.

  • Eine Zusammenfassung aus den Erfahrungen seit 2007 und mit mehreren Becken in unterschiedlichen Größen.

    Becken:

    Wir würden aus heutiger Sicht lieber auf einige Zentimeter in der Breite verzichten und diese in die Beckentiefe investieren.
    Dabei würden wir lieber die baulich max. Tiefe nutzen.

    In unserem jetzigen gr. Becken haben wir einen mittig angeordneten Ablaufschacht.
    Bei einem neuerlichen Beckenbau würde der Schacht an der Stelle sein, die man am wenigsten (Raumabgewendeten Seite) sieht und wieder mindestens über 4 Bohrungen verfügen.

    Diesen Ablaufschacht würden wir auch breiter ausfallen lassen und in dem eigentlichen Ablaufbereich eine breite, maßgefertigte Pitbox einsetzen.


    Lebendgestein:

    Nie wieder würden wir Lebendgestein aus einer Beckenauflösung verwenden!
    Mit höchster Wahrscheinlichkeit würden wir sogar ohne LS unter Zugabe von Bakterien beginnen und ggf. mit einer etwas längeren Einfahrphase kalkulieren.


    Untergestell + Technikbecken:

    Das nächste Untergestell würde mit Sicherheit ein erprobtes System aus Aluminium werden.

    Das Technikbecken würden wir mit einer geringeren Höhe, jedoch mit deutlich mehr Gesamtvolumen planen.
    Dadurch wäre das TB besser nutzbar, zugänglicher und zudem geräuschärmer.


    Verrohrung:
    Es würde mehr Zeit in die Planung der Verrohrung und eine systematischere, überlegtere Verbauung umgesetzt werden.
    Hierzu kann man sich wunderbar an diversen Projekten orientieren.
    Wie auch bei den jetzigen Rohrleitungen wird in jedem Fall auf Winkelstücke verzichtet.

    Elektrik:
    Mit der Absicherung über drei Stromkreise fahren wir eigentlich recht sicher und „gut“.
    Allerdings würden wir heute statt der bestehenden 15 Steckdosen lieber mehr Steckdosen installieren und diese ggf. über einen 4. Stromkreis absichern lassen.

    Pumpentechnik:
    Uns wäre eine leise und zuverlässige Pumpentechnik wichtig. Dieses betrifft die Rückförderpumpe sowie die momentan noch im Einsatz befindlichen Strömungspumpen, da wir den Lärm-u. Stressfaktor aus dem Becken verbannen wollen, der da stündlich auf die Tiere „eintrommelt.

    Bei der Entwicklung eines eigenen Systems zur bedarfsgerechten Strömung wird u.a. die Geräuschreduzierung eine grundlegende Rolle spielen.


    Wasseraufbereitung/Nachfüllung:
    Mit Sicherheit würden wir die Leitungen bedarfsgerechter planen und die Osmoseanlage über eine entsprechende Druckerhöhung optimieren, damit weniger Verlustwasser entsteht.
    Auch für die Salzaufbereitung würden wir vom jetzigen Prinzip abweichen.
    Bislang lassen wir in zwei, miteinander verrohrten 200l-Tonnen das Osmosewasser ein und salzen dann bei Bedarf eine der Tonnen auf, um es dann mittels Pumpe zum Becken zu transportieren. Die zweite Tonne beinhaltet derzeit das Nachfüllwasser.

    Hier würden wir ein entsprechend berechnetes Becken für die Salzaufbereitung planen, damit das bisherige Herumgefummel mit dem Wasser und dessen Transport aufhört.
    Auch würde eine autom. Wassernachfüllung in die Tat umgesetzt werden.

    Beleuchtung:
    Dieses wäre sicherlich eine Mischbeleuchtung unter Einsatz verschiedener Techniken, die allerdings „HQI-lastig“ wäre. Im Zuge einer Neuplanung würde der Fokus auf große und hochwertige Reflektoren liegen. Wichtig ist es uns weiterhin die Lichtverhältnisse zeitversetzt und unterschiedlich – jedoch optimaler - regulieren zu können.

    Besatz:
    Bedingt durch gemachte Erfahrungen und gewonnener Einsichten würden wir auf gewisse Tiere generell verzichten.

    Das sind die Doktoren, da wir diesen Vielschwimmern in keinster Weise eine nur annähernd ausreichend dimensionierte Glaszelle bieten können.

    Des Weiteren sind es die Kofferfische, deren Wirkung wir in der Vergangenheit belächelnd unterschätzt haben, bis wir die möglichen Folgen in dem kleineren Becken beobachten mussten.
    Durch das Ableben eines noch wirklich kleinen „Cubi“ konnte nur durch den Zufall der Anwesenheit und des unverzüglichen Handelns verhindert werden, dass der gesamte Besatz gehimmelt wurde.

    Bei einem Neubeginn würden wir uns im Vorfeld um den Besatz deutlichst mehr Gedanken machen und nur noch Tiere einsetzen, die in der Natur auch zusammen in einer bestimmten Region leben und nicht mehr alles mögliche aus den verschiedenen Meeren in das Becken pferchen.

    Zum vorübergehenden Abschluss würden wir ein System einbinden, welches im Alarmfall verschiedene Rufnummern anwählt und entsprechend informiert.


    Das vorstehend beschriebene spiegelt lediglich unsere Sichtweise wieder und soll keineswegs als allgemeingültige Formel verstanden werden.
    Wenn jedoch Jemand aus unserem Bericht etwas positives für sich erkennen, berücksichtigen und umsetzen kann, so würde uns das freuen.

  • Hallo Bert,

    .... einen recht guten Leitfaden / Erfahrungsbericht hast du da erstellt. Ich finde solche Informationen immer sehr wertvoll. Das kann dem einen oder anderem recht viel "Lehrgeld" ersparen.

    Ich würde heute...... denn meine Anlage ist schon sicherlich 10 Jahre alt....... richtig groß dimensionierte Rohrleitungen empfehlen. Auch wenn der Aufwand im ersten Schritt groß ist....... so ist der Einspareffekt und der Wirkungsgrad bei 50er oder gar 63mm Druckrohren im Gegensatz zu 25mm oder 32mm Verrohrungen gewaltig. Bögen statt Winkel sind selbstverständlich.

    Und.... etwas Mathematik / Geometrie bei der Volumenberechnung von Filter und Schacht sollten dringend zu Rate gezogen werden.

    Wichtig ist, dass weder das Becken bei "Ablaufverstopfung" durch die gnadenlos fördernde Filtersumpfpumpe überflutet wird, noch der Untertischfilter bei Pumpenausfall von den zurückfließenden Wassermassen des Beckens überlaufen kann.

    Also...... Taschenrechner auf den Tisch und rechnen :winking_face: Anschließend ruhig großzügig dimensionieren, also den Filter groß und die Überlaufkante des Schachtes niedrig halten.

    Grüße
    Carsten

    Grüße aus der Ideenschmiede

    AQUADRIVER®
    Meisterbetrieb für Feinwerkmechanik

  • Hallo Bert, :wink

    ich befinde mich noch in der Planungsphase meines ersten Meerwasserbeckens, was Deinen Beitrag recht spannend für mich macht.
    Aber leider kann ich manche Aussagen nicht nachvollziehen. Vielleicht kannst Du ja nochmal schreiben wie Du zu den getroffenen Aussagen gekommen bist und welche Erfahrungen dich dazu gebracht haben.

    Besonders interessieren mich folgender Punkt:

    Lebendgestein:
    Dass altes LG aus Beckenauflösungen nicht geeignet ist kann ich noch nachvollziehen, aber warum Würdest Du auch auf frischen LG verzichten? Was würdest Du stattdessen benutzen? Totes Riffgestein oder Riffkeramik oder doch was ganz Anderes?
    Ist das Berliner-Systhem in Deinen Augen überholt? Denn das LG trägt in diesem ja einen Großteil zur Filterleistung des Beckens bei. Wie würdest Du die Filterleistung die durch weglassen des LG verloren ginge kompensieren?

    Ich freue mich auf Deine Antwort
    Liebe Grüße
    Basti

  • Einmal editiert, zuletzt von trefferversenkt (25. Januar 2010 um 20:11)

  • Hallo Basti , ich habe nicht so viel oder eigentlich gar keine Ahnung vom Berliner System ... ich bin wohl noch nicht lange genug dabei...kannst Du mir bitte diese Aussage erklären :
    Denn das LG trägt in diesem ja einen Großteil zur Filterleistung des Beckens bei. Wie würdest Du die Filterleistung die durch weglassen des LG verloren ginge kompensieren?

    Bisher dachte ich immer die Steine wären ein Siedlungssubstrat ... wie geht denn da die Filterung vonstatten ?? Danke für eine Aufklärung ...

  • hallo,
    soweit ich weiss sind die Steine auch ein Siedlungssubstrat, und zwar für die ganzen bakterien, und anderes getier,
    in und auf den steinen leben halt sehr viele mikroorganismen die das wasser filtern, durch de- und nitrifikation..

    wenn da was falsch ist, lasse ich mich gerne korrigieren!!

    mfg

  • Guten Morgen alle zusammen.

    Es freut uns, dass unser Beitrag mit einem von uns unerwartetem Interesse aufgenommen und mit so positiven Meinungen belegt wurde.

    Wir haben uns ursprünglich einfach nur gedacht: "Einfach einmal ´ne ehrliche Darstellung schreiben"

    In diesem Zusammenhang möchten wir erwähnen, dass auch wir mit einer Menge Grünalgen hinter den Ohren in die Meerwasseraquaristik eingestiegen sind.
    Mittlerweile sind es einige weniger geworden, da wir uns durchaus intensiv - aber nicht verbissen - mit der Materie beschäftigen.

    Seit dieser Zeit haben wir versucht die Sachen so zu schreiben wie sie sich abspielten und nicht unbedingt wie wir sie sehen wollten.

    Nur durch die offene Darlegung von bestimmten Ist-Zuständen und durch entsprechende Bebilderung haben wir Hinweise und Hilfe bekommen können.
    Diese Hilfen sahen sicherlich sehr unterschiedlich aus.

    Da gab es die Aquarianer. die uns sagten: "Nur so geht es ...und Dieses und Jenes müßt ihr machen"

    Und dann gab es Aquarianer, die sich einfach nur mit der Problematik beschäftigt haben und uns mitteilten wie sie selbst mit der Situation umgehen würden.

    Einer davon sagte uns in etwa: "Ich kann euch zeigen wie ich es mache aber ich kann und will euch nicht überzeugen, denn verstehen müßt ihr schon selbst."

    Ohne diese Gespräche und Hilfen könnten wir uns heute nicht über das immer noch in der Entwicklung befindliche Becken freuen!

    Was wir mit unserem Beitrag haben erreichen wollen ist:
    Ruhig auch einmal versuchen die in der Vergangenheit gemachten "Fehlschritte" offen zu beschreiben und damit evtl einen kleinen Beitrag zu leisten, damit andere nicht in die gleiche Falle treten.

    Allen einen schönen Tag.

    Grüße aus Velten (Ines u. Bert)

  • Hallo Basti ... hier der Auszug :

    Lebende Steine:
    Die Einrichtung eines Berliner Systems ist was das Gestein betrifft eigentlich klar vorgeschrieben. Man verwendet nur lebendes Gestein. Der Vorteil des lebenden Gesteines ist das dieses sehr porös ist. Deshalb findet auch im inneren eines lebenden Steines die für den Nitratabbau wichtige Denitrifikation statt.
    Je mehr Gestein desto besser, weil mehr Mikroorganismen im gesamten Becken. Geschlossene Steine, ebenso wie nachgebaute Riffsäulen erreichen meist nicht die selbe Wirkung wie echte Lebende Steine. Vereinfacht gesagt könnte man sagen das der gesamte Schadstoffabbau von Nitrat dann über das lebende Gestein erreicht wird.
    Man kann sicher zum Unterbau Kalktuffgestein nehmen, da sich dieses mit der Zeit ebenso besiedelt wie lebendes Gestein, aber der Rest an Steinen sollte unser Ansicht nach nur mit lebenden Steinen verwirklicht werden.

    Wo steht da jetzt etwas von Filterung ??

  • Bert, wenn Stephan Kadatz in einem halben Jahr auch so einen Fred hier reinstellt, dann hat sich unser aller Forenbeitrag auf jeden Fall gelohnt.

    Schön, auch mal sowas zu lesen und nicht: "Ich nehm´Bauschaum und ´ne Baumarktlampe und weiß sowieso alles besser!"

    Ich zähle auch eher zu der Fraktion Mensch, die lieber etwas dazu lernt und durch Fehler auch vorwärts kommen möchte. Letztendlich stammen viele Anregungen, die in unsere Produkte eingeflossen sind, hier aus dem Forum!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • So wie ich das verstehe würdet ihr totes Material benutzen und es dann mit
    handelsüblichen Bakterien animpfen ?

    An sich finde ich das eine gute Idee. Man hält sich somit einige Schädlinge vom Leib.
    Erreicht man denn mit diesen Bakteirenkulturen die gleiche Bandbreite an
    Bakterienstämmen ?
    Und wie verändert sich denn die Vorgehensweise wenn man ein Becken auf diese Art
    einrichtet ?

    Vom Kostenfaktor her dürfte das ja eine interessante Variante zu LS sein.

    Grüße Christian

  • Hallo,

    ich stehe gerade vor der gleichen Frage - Lebendgestein oder Baks. Genug totes Riffgestein hätte ich (wollte eigentlich nur den Unterbau damit machen, ist auch gut gereinigt) aber was ich mich frage ist, wie das mit dem restlichen Kleingetier aussieht. Mit dem Lebendgestein kommen ja nicht nur Bakterien sondern auch Borstenwürmer, Seesterne und sonstiges Kleinstgetier ins Becken, Lebewesen die ja durchaus positiv sind. Wie kompensiert man das denn? Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass welche durch Ablegersteine mit den Korallen mitkommen, aber "reicht" das?

    Und Bert, erstmal vielen Dank für die Ausführungen, das ist für mich als Anfänger sehr interessant zu lesen! Aber was ist denn "Streamen" beim Wasserwechsel?

    Lieben Gruß, Britta

  • Hallöchen Britta.

    "Das Streamen" ist so ein Kunstwort, welches wir bei uns benutzen und ist eigentlich recht schnell erklärt:

    Wir nehmen eine Stream (Strömungspumpe) von unserer Schwenkeinrichtung (OSCI-Motion) ab und lassen den Strahl so arbeiten, dass dieser die Ritzen, Nischen, Hölen und Ecken von den sich bildenden Ablagerungen "freiblasen" kann, ohne dabei den Bodengrund wegzupusten.
    Das geht auch nicht auf die schnelle, sondern bedarf bei unserem Becken ca. 10-15 Minuten.

    Somit ziehen wir einen Teil des Dreckes über die eingebauten Pitboxen heraus und einen weiteren Teil übernimmt der Abschäumer.

    ------------------

    In Sachen Schadstoffe:

    Wir sind der Auffassung, dass wir mit den in der Vergangenheit zugegebenen Bakterien mittlerweile nicht die schlechteste Biologie im Becken haben können.

    Gegen den allerdings immer noch recht hohen Phosphatwert steuern wir mit DiakatB gegen und waren auch schon auf einen annehmbaren Wert.
    Nachdem wir mit dem DiakatB aufgehört haben und auch einige Zeit das Messen haben sein gelassen "durften" wir dann feststellen, dass der Phosphatwert wieder auf ca 3,5 mg angestiegen ist. Der Zeitraum war im Übrigen kein langer.
    Mit anderen Werten haben wir nicht so zu kämpfen.

    Kleine Anmerkung: Die oftmals als heikel beschriebenen Mandarins sind bei uns wirklich gut genährt und man kann sie oft bei ihren "Weidegängen" beobachten.
    (heikel ja meist, weil sie in vielen Becken und in Folge mangels Kleinsttiere verhungern)

    -----------------

    Totgestein = Totgestein?

    M.E. ein klares Nein !
    Wenn ich sehe was unser -ich nenne es einmal - Lebendgestein scheinbar an Depots beinhaltet und wieder freigeben kann, dann würde ich diese Steine nicht einmal nach einer Vorwarnung mit ruhigem Gewissen weitergeben.

    Wenn auf diesem Geröll keine Bakterien mehr angesiedelt wären und die Steine bei Frost und Hitze der Natur ausgesetzt worden wären, wir diese ggf. auch noch mit Salzsäure behandelt, gespült und gewässer hätten .... wären dann die Depots verschwunden???

    Wir haben im Becken 3 derzeit sogenannte tote Steine und lassen diese seit gut 3 Wochen abschäumen und beobachten auch die Werte und das AS-Verhalten.
    Wahrscheinlich werden wir diesen Geröllhaufen aber komplett entfernen, statt uns eine weitere Zeitbombe in das Becken - welches voraussichtlich ein Anemonenbecken werden soll - zu holen.

    Dahingehend kann ich mich immer nur wiederholend äußern: ...unsere Beobachtung und unsere Sichtweise ... das möge Jeder so handhaben wie es ihm/ihr sinnvoller erscheint.

    -------------------

  • Also ich bin (trotz eingeschleppter Glasrosen) nach wie vor der Überzeugung, dass nichts über gutes Lebendgestein geht. Wenn schon nicht das komplette Becken, dann wenigstens einige Brocken zum animpfen des toten Materials.

    Was ich gelernt haben und jetzt anders machen würde? Vor allem dass das Becken immer zu klein und vorallem mit 40 cm immer zu schmal ist :loudly_crying_face:

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan_Servus (26. Januar 2010 um 15:44)

  • Bert, danke für die Erklärung!

    Aber jetzt verwirrst du mich noch mehr. Erst schreibst du "Zu dem jetzigen Zeitpunkt würden wir uns sicherlich für die Kombination Totes Riffgestein und Riffkeramik/Riffdeko entscheiden." wobei Riffdeko (nicht -keramik :winking_face: ) ja auch aus totem Riffgestein besteht, in deinem letzten Post bezeichnest du totes Riffgestein aber als Zeitbombe und meinst, du schmeisst es wahrscheinlich wieder raus. Hab ich dich falsch verstanden oder wiedersprichst du dir da selbst?

    Lieben Gruß, Britta

  • Zitat

    Original von Briniel
    Bert, danke für die Erklärung!

    Aber jetzt verwirrst du mich noch mehr. Erst schreibst du "Zu dem jetzigen Zeitpunkt würden wir uns sicherlich für die Kombination Totes Riffgestein und Riffkeramik/Riffdeko entscheiden." wobei Riffdeko (nicht -keramik :winking_face: ) ja auch aus totem Riffgestein besteht, in deinem letzten Post bezeichnest du totes Riffgestein aber als Zeitbombe und meinst, du schmeisst es wahrscheinlich wieder raus. Hab ich dich falsch verstanden oder wiedersprichst du dir da selbst?

    Ich meinte damit die Geröllhalde, die in unserem 3. Becken am abschäumen ist und die aus unserem Teilabbau in der Vergangenheit stammte.

    Sorry, wollte dich nicht wuschig machen :winking_face:

    Lieben Gruß, Britta

  • Achso, das klang so als ob du generell gegen totes Riffgestein wärst, von daher war ich etwas irritiert :grinning_squinting_face:
    Lieben Gruß, Britta

  • Hallo zusammen

    Ich möchte gerne aus meiner Sichtweise zu diesem Thema Stellung nehmen.

    Zitat:
    In diesem Zusammenhang möchten wir erwähnen, dass auch wir mit einer Menge Grünalgen hinter den Ohren in die Meerwasseraquaristik eingestiegen sind.
    Mittlerweile sind es einige weniger geworden, da wir uns durchaus intensiv - aber nicht verbissen - mit der Materie beschäftigen.

    Ich bin vor etwa 15 Jahren in die Meerwasseraquaristik eingestiegen. Mit dem Unterschied ich habe mich, bevor das erste Becken mit Wasser gefüllt war, sehr intensiv mit der Materie auseinander gesetzt. Ich bin so zu sagen vorher in die Lehre gegangen. Ich habe gelesen, gefragt, insbesondere hinterfragt, neben meinem Beruf aushilfsweise in einem Meerwassergeschäft gearbeitet und viele Dinge mehr. Was ich damit sagen möchte, ich wusste damals schon mehr, bevor das erste Becken lief, als manche Leute die es nie lernen werden und schon unzählige Tier verheizt haben. Auch ist es doch heute so, zu mindestens sehr oft, erst mal starten und hinter her fragen. Ein natürlich grundsätzlich falscher Weg. Es ist schön und gut Dinge aufzuzeigen um den Anfänger vor Fehlschlägen zu bewahren, aber genau diese Dinge hätte man im Vorfeld an sich selber praktizieren sollen.

    Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
    Ich entscheide mich für den Mut.

    Gruß Harald

  • Hallo allerseits,

    ich glaube, dieser Tröt wird sich noch ne Weile hinziehen. Denn seien wir mal ehrlich, wer von uns hat nicht noch wenigstens einen Wunsch offen? Egal, ob Nano oder 8 m³ Pott.

    Ich habe genauso grün angefangen, wie viele Andere auch. 35 Jahre Süßwasser-Erfahrung, das kann ja nicht so schlimm werden...

    Aber weit gefehlt. Je mehr ich gelesen und mich umgesehen habe, umso größer wurde nicht nur der Respekt, sondern auch die Neugier. Und zum Glück bin ich dann auf dieses Forum gestoßen. Und da stimme ich mit Bert und Torsten überein, es ist nicht nur die Hilfsbereitschaft, sondern auch die Ehrlichkeit von so manchem Beitragsschreiber, die letztendlich weiterhilft. Wenn man Fehler vermeiden kann, ist das schon die halbe Miete.

    Ach ja, und anders machen würde ich auch einiges... (beim zweiten Mal)

    Salzige Grüße
    Dirk

    Der frühe Vogel fängt den Wurm.
    Aber die zweite Maus bekommt den Käse!

  • Zitat

    Original von Harald E.
    ... neben meinem Beruf aushilfsweise in einem Meerwassergeschäft gearbeitet ..

    :rofl:

    Sorry aber das hört sich so nach Simpsons an. Da gibts doch die eine Folge wo der Schauspieler im Quickie Mart arbeitet um sich für seine nächste Rolle vorzubereiten :thup

    Grüße Christian

  • Zitat

    Original von ChristianFischer

    :rofl:

    Sorry aber das hört sich so nach Simpsons an. Da gibts doch die eine Folge wo der Schauspieler im Quickie Mart arbeitet um sich für seine nächste Rolle vorzubereiten :thup

    Hallo, das mag natürlich sein ....aber im Grunde hat Harald natürlich vollkommen Recht !

    Es gibt viele "Unwissende" , Haupsache erst mal Salzwasser drin ,alles andere kann ich ja noch nachfragen.

    Ich hab mich auch erst mal ein Jahr mit der Theorie befasst bevor ich Salz mit Wasser verdünnte.
    Hatte nicht die finanziellen Mittel alles auf einen Schlag zu kaufen.
    Soll sogar welche geben die ihr Hobby :face_with_tongue: abzahlen.

    @ Ines & Bert

    welche Probleme hattet ihr wegen der zu gerinen Förderleistung ?

  • Guten Morgen Harald und alle Anderen.

    „ … Ich bin so zu sagen vorher in die Lehre gegangen. Ich habe gelesen, gefragt, insbesondere hinterfragt, neben meinem Beruf aushilfsweise in einem Meerwassergeschäft gearbeitet und viele Dinge mehr. Was ich damit sagen möchte, ich wusste damals schon mehr, bevor das erste Becken lief, als manche Leute die es nie lernen werden und schon unzählige Tier verheizt haben. Auch ist es doch heute so, zu mindestens sehr oft, erst mal starten und hinter her fragen…“

    Das von dir verfasste ist natürlich nahezu der Idealfall !

    Mit der von dir gewählten Form - des Einstieges in die Meerwasseraquaristik - bist du sicherlich eine Ausnahmeerscheinung, während wir wohl eher der „Normaltyp“ sind.

    Wenn wir uns seinerzeit für einen gleichen Weg –wie du ihn gegangen bist - hätten entscheiden können und den Fachhandel in unserer Region betrachten, dann hätte es allerdings passieren können, dass wir an Jemanden geraten, der die fachliche Qualität, die sich andere Händler in verschiedenen Bereichen erarbeitet haben, nie erreichen wird .

    Evtl. würden wir dann auch dessen Sichtweise vertreten, dass z.B. ein Steinkorallenbecken (500l) ohne zusätzliche Strömungspumpen und mit einer resultierenden Umwälzung von 300 Liter betrieben werden kann.

    Ein solches Becken haben wir von einem entnervt aufgebendem Besitzer gekauft und dann "etwas" gepimpt.

    Unsere Einsteigerlektüre war halt: Riffaquaristik für Einsteiger (zwischenzeitlich sind es einige Bücher mehr)
    Während ich einige Seiten der „Einsteigerlektüre“ (nur) quergelesen habe, beschäftigte Ines sich damit Seite für Seite.

    Durch Zufall sind wir dann auf den Bericht von Aquacare gestoßen, der selbst mich veranlasste diesen komplett zu lesen und der für unseren Start grundlegendes beinhaltete (was bei uns auch teilweise umgesetzt wurde und weshalb wir diesen Link auch immer wieder gerne verwenden und empfehlen)

    Schon recht früh, nämlich vor dem Transport der ersten Anlage in unsere Hütte, haben wir uns im Rahmen unserer Vorbereitungen und Planungen forentechnisch orientiert und waren in Vereinssitzungen vorerst nur als Gäste beisitzend.

    Forenseitig gab es damals eher als sinnfrei einzustufende Warnungen wie:

    „Anfänger sollten mit nicht mehr als 300 l anfangen“ bis hin zu Aussagen, „dass wir Tierquäler wären, da wir das Becken eh an die Wand fahren „, blablabla

    Im Verein:
    … wo ja teils langjährig gestandene Aquarianer zusammentreffen, haben wir unser anstehendes Projekt geschildert und Meinungen, Hinweise erhalten, die in einigen, wesentlichen Punkten von unserer „grünalgigen“ Planung abgewichen sind.

    Diese betrafen die Fische, die wir lieber bei einem Händler (den wir ja noch nicht hatten) zwischenhältern - da diese ja so empfindlich sind – oder zumindest so lange als möglich in den Transportbehältern lassen (temperiert und belüftet), damit die Fische nur nicht zu früh eingesetzt werden und zu schaden kommen.
    Die Korallen betreffend kam null Vorwarnung.

    Verein aus unserer heutigen Sichtweise:
    Gute Kontaktmöglichkeiten zu Spezialisten !

    Fazit:
    Als die ersten Fische die Hufe hochgerissen haben, wurde der Rest ungebremst in das Becken gesetzt und somit durchgebracht.
    Den Gesamtbestand an Steinkorallen haben wir später im Müll entsorgt.

    Mit dem damaligen Nullwissen und ohne einen Hinweis, die Steinkorallen in stabil geführtem Wasser zwischenzulagern, wären uns diese eh über den Jordan gegangen.

    Foren (von den Vereinen ja oftmals verteufelt):
    Recht schnell waren wir in verschiedenen Foren lesend und später auch schreibend.
    Das war bedingt durch die unzähligen verschiedenen Meinungen zu den jeweiligen Themen schon ganz schön verwirrend und verunsichernd.

    Wem konnte man fachlich „trauen“ und wer wollte einfach nur Recht haben?

    Mit etwas Glück, offener Schreibweise, entsprechender Bebilderung sind wir an Meinungen und Aussagen gekommen die wir zuvor nie bekamen und haben dadurch allerdings auch ziemlich schnell gelernt die Spreu vom Weizen zu trennen.

    Wenn wir sehen, dass heute noch Händler aus Gründen des Platzangebotes Winkelstücke und unterdimensionierte Verrohrungen verbauen, dann ist es doch toll wenn erst in einem Forum aufgeklärt werden konnte was im Fall unserer Anlage für ein Murks verbastelt wurde – die bei unserem Vorbesitzer ja ursprünglich von einem Händler aufgebaut wurde.
    Erst in den Foren und auf verschiedenen Internetseiten haben wir später gesehen wie wirklich gut durchdachte Anlagen, technische Aufbauten aussehen können und wo die Defizite zu unserer „gewachsenen“ Anlage liegen.

    Für uns ist Fakt:
    Aus Foren kann man – mit etwas Feingefühl – schneller lernen und Tendenzen erkennen als so manches Buch geschrieben wird.
    Zudem kann man angenehme Leute kennen lernen, sich telefonisch und persönlich austauschen und sogar Freundschaften entwickeln.

    Natürlich haben wir uns – im Nachhinein betrachtet - auch in sinnfreie, fast militant, geführte Beiträge eingebracht und uns (das beziehe ich eher auf mich selbst) mit den Konsequenzen auseinandersetzen dürfen.

    Heute ärgern uns eher die Beiträge, die eine sture, verallgemeinernde Haltung beinhalten, wie man diese insbesondere zu technischen Themen lesen kann.
    Nachrangig die Themen in denen in knappen, unvollständigen Sätzen und teilweise in einer völlig „neuen“ Sprache geschrieben und hinterfragt werden.

    Über die Dinge die nicht funktionieren und/oder die in die Hose gegangen sind wird zumeist nichts geschrieben, bzw. keine Ursache ehrlich beschrieben.

    Stattdessen wird meist nur das tolle Becken gezeigt und es werden dabei tolle Bildeinstellungen zur Schau gestellt.
    Ok, das „können“ und machen wir teilweise auch.
    Nur mit dem Unterschied, dass unser Becken halt noch nicht toll sein kann und wir eigentlich auch immer wieder darauf hinweisen und versuchen zu begründen.

    Wir könnten sicherlich Vieles noch besser und effektiver gestalten, wenn der monatlich prozentual gemessene, finanzielle Anteil –den die Aquaristik mittlerweile eingenommen hat – in einem anderen Verhältnis stünde.
    Ich denke, dass wir da aber mit Sicherheit kein Einzelfall sind.

    Sorry für die langen Texte und Ausführungen:

    Aber es ist unsere gewachsene Einstellung nicht mehr nur noch zu Schreiben wie toll alles ist sondern vielmehr einmal die Sachen so unverblümt und teils kritisch darzustellen wie sie in vielen Bereichen nun mal sind.

    Wenn wir für uns der Meinung sind, dass etwas mehr Transparenz nicht schadet, dann geht es leider nicht mit wenigen Zeilen.

    Wir sehen uns ein wenig in unserem Tun und Handeln bestätigt (ohne dass wir uns selbst je eine Krone aufsetzen werden) , wenn wir sehen wie überraschend viele User an diesem Thread interessiert lesen.

    Nachtrag/edit:

    " welche Probleme hattet ihr wegen der zu gerinen Förderleistung ?"

    Hallo Mirko.

    eine OR6500 über 20er Rohre durch einen Titan-Kühler und nachfolgend über weitere Winkel führend über ein T-Stück (von dem aus die über weitere Winkel das Wasser rechts und links in das damalige 1000l- Becken geleitet wurde) zu betreiben ist in allen Punkten eine wenig durchdachte Sache und hatte eine Restförderleistung von weniger als 1000 l/std zur Folge.

    2 Mal editiert, zuletzt von trefferversenkt (27. Januar 2010 um 09:11)

  • Hallo,

    dann werde ich bestimmt der perfekte Meerwasseraquarianer, bin jetzt schon seid fast 4 Jahren am Planen und habe immer noch kein Becken :loudly_crying_face:
    Und wenn das so weiter geht, mit den Neuerungen, Zwischenfällen und was weiß ich nicht noch alles, werde ich über diese Phase auch nicht mehr hinaus kommen :grinning_squinting_face:

    Denke aber auch, dass es grade bei der Meerwassseraquaritik sehr wichtig ist sich lange zu informieren, oder zumindest von jemanden, an die Hand genommen zu werden.

    Der ewig Planende

  • Rückblickend würde ich nicht viel anders machen. Sicherlich kann man mehr in seinem Hobby investieren und eine bessere Beleuchtung usw. installieren, dafür brauch man allerdings dementsprechen finazielle Mittel.
    Bin mit meinem Becken (und war es auch mit den Vorherigen) ganz zufrieden. Die Traglast meines Fußbodens ist ausgereizt, so dass es eh nicht zu vergrößern wäre.
    Angefangen habe ich in den 90er Jahren mit Meerwasser. Meine ersten Bücher waren die von Fossà und Nielsen (Nach den Ausgaben musste das erste Becken sowieso noch ein halbes Jahr warten :face_with_rolling_eyes: ), nach denen betreibe ich heute noch meine Becken.
    Tiere sind bei mir zu 99% alle durchgekommen, dass liegt vielleicht auch daran das ich nicht der Typ bin sein Becken zum Platzen mit Fischen zu besetzen, auch wenn bei mir auf 360 Ltr ein Doc im Becken ist, ist es mit mam. 7 Fischen (einer kommt noch) recht moderat besetzt. Wenn ich manche Bilder sehe, wundert es mich nicht das alle paar Wochen irgentein Problem auftritt.

    VG
    Christian

  • Hallo Bert,

    sauberes Statement, da sind wir auf einer Wellenlänge.

    Aber wieso *sorry*? Manches kann man nicht in einem Zweizeiler unterbringen.

    Salzige Grüße
    Dirk

    Der frühe Vogel fängt den Wurm.
    Aber die zweite Maus bekommt den Käse!

  • Hallo Bert

    Sicher ist eine gute Sache wenn du dich outest und deine/eure Fehler aus der Vergangenheit beschreibst. Aber ich denke auch dass all diese Fehlschläge nicht hätten sein müssen. Meerwasseraquaristik zählt sicher zu den schönsten und interessantesten Hobbys im Tierreich die es gibt. Es stellt es aber auch eine sehr hohe Verantwortung gegenüber seltenen empfindlichen Tieren, vor allem den Steinkorallen und den Fischen dar. Es muss einem schon bewusst sein, dass man bei diesem Hobby auch an die Umwelt und die Ausbeutung der Korallenriffe durch den Menschen denken soll. Wenn man in die Meeresaquaristik einsteigen will so sollte man sich auch sehr für die im Meer herrschenden Verhältnisse und die dort herrschenden biologischen Zusammenhänge interessieren, und zwar vorher. Bei der Anschaffung der Technik gibt es endlos viele Möglichkeiten. Man kann sich ein voll automatisch laufendes Aquarium mit einem beachtlichen Technikaufwand anschaffen (für Leute mit viel Geld und wenig Zeit), oder man macht viel Pflegearbeiten selbst und hält den Technikaufwand minimal. Der Lerneffekt ist immens höher. So mache ich es noch heute, und fahre gut damit. Es ist auch weiter hin nicht alles 100%ig erforscht in der Meerwasseraquaristik, deshalb gibt es auch keine eindeutigen Grundsätze zum betreiben eines Meerwasseraquariums. Sicher sind Foren, Vereine und Links heut zu Tage eine tolle und gute Sache, ersetzt aber nicht die Tatsache die Materie auch zu verstehen, oder auch nur ansatzweise Ratschläge anzunehmen. Beispiele gibt es jeden Tag zu genüge: Hilfe alle Fische tot, oder gestern war noch alles in Ordnung, aber heute sterben alle meine Korallen.

    Fazit: Aufgabe der Meerwasseraquaristik, und wieder eine Menge Tier geopfert. Und eine verständliche und für mich durchaus nachvollziehbare Tatsache, Menschen die ihr Geschäft verstehen, ziehen sich aus den Foren zurück.

    Zitat:
    Mit der von dir gewählten Form - des Einstieges in die Meerwasseraquaristik - bist du sicherlich eine Ausnahmeerscheinung, während wir wohl eher der „Normaltyp“ sind.

    Bert ganz ehrlich, wir kennen uns, und dass ich keine Ausnahmeerscheinung bin, solltest du eigentlich wissen. Normaler als ein „Normaltyp“ kann ich nicht sein.

    Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
    Ich entscheide mich für den Mut.

    Gruß Harald

  • Hallöchen Harald. Ich denke es wurde einiges falsch gedeutet.

    "Sicher ist eine gute Sache wenn du dich outest"

    Wir sehen dass noch nicht einmal als ein "outen" sondern sind nur bereit über Erlebtes und sich veränderte Sichtweisen zu schreiben.

    "... Aber ich denke auch dass all diese Fehlschläge nicht hätten sein müssen..."

    Richtig. Einige davon wären sicherlich vermeidbar gewesen !

    "... Sicher sind Foren, Vereine und Links heut zu Tage eine tolle und gute Sache, ersetzt aber nicht die Tatsache die Materie auch zu verstehen, oder auch nur ansatzweise Ratschläge anzunehmen. ..."

    Wer nicht Verständnis entwickelt wird ewig auch nur das nachplappern, was andere einem "vorträumen", indem tollste Anlagenbilder gezeigt werden bei denen es nie Rückschläge gab.


    " ...Zitat:
    Mit der von dir gewählten Form - des Einstieges in die Meerwasseraquaristik - bist du sicherlich eine Ausnahmeerscheinung, während wir wohl eher der „Normaltyp“ sind.

    Bert ganz ehrlich, wir kennen uns, und dass ich keine Ausnahmeerscheinung bin, solltest du eigentlich wissen. Normaler als ein „Normaltyp“ kann ich nicht sein.... "

    Da hast du scheinbar etwas ganz doll falsch aufgefasst :winking_face: Ich denke, es wird nur einen einprozentigen Anteil derer Aquarianer geben, die einen Einstieg in die Aquaristik gemacht haben wie du ihn beschrieben hast und machen konntest. Sei es bedingt durch einen Beruf der damit im Zusammenhang steht, oder die einen Händler oder erfahrenen Aquarianer an der Seite haben, bei dem die Lehrzeit absolviert werden konnte. Das ist also mit der "Ausnahmeerscheinung gemeint :winking_face:

    Der Rest wird ähnlich wie wir zur Aquaristik gekommen sein.

    Und auch richtig ist, dass du und deine Frau auch zu den Wenigen lieben Leuten zählst, die unser in der Entwicklung befindliches Becken life gesehen haben.

    3 Mal editiert, zuletzt von trefferversenkt (27. Januar 2010 um 22:25)

  • Hallo alle zusammen,

    ein spannender Threat ist das und so möchte ich auch meine Erfahrungen mitteilen. Ich selber bin jetzt seit 1,5 Jahren Meerwasseraquarianer. Auch ich habe mich notgedrungen länger mit der Materie auseinander setzen müssen. Ich musste erst ein Haus für das Becken bauen :P. Also habe ich hier im Forum gelesen. Ich habe verschiedene Händler befragt Aquarianer getroffen und nicht zuletzt sehr viel gelesen. Als es dann so weit war musste ich aber feststellen das mich nichts auf das vorbereiten konnte was da auf mich zukam.

    Es st ein tolles Hobby und ich liebe es aber so wie es sich mir im Moment darstellt ist es für mich schon ne tolle Sache das ich fast alle Werte im Griff habe (Bert, auch ich habe Phosphat Probleme). Fehler habe ich trotz aller Beteuerugen und guter Vorsätze auch gemacht, ich glaube das kann man nicht zu 100% ausschließen. Mein größter Fehler war wohl der Naso Elegans der mir nach nur 4 Wochen gestorben ist. Das hat mir das Herz gebrochen obwohl ich vorher wusste das der nicht in mein Becken passt habe ich ihn trotzdem gekauft ;(. Ein weiteres Problem war das ich erst spähter festgestellt habe das ich wohl eher der Fischtyp bin und es nicht so mit den Korallen habe. Das hat allerdings einigen SPS das Leben gekostet. Seit dem ich mich auf einfache LPS und Weichkorallen beschränke läuft mein Becken viel besser. Klar ist das SPS halten die Königsdisziplin aber ich freue mich viel mehr das ich einen Japonikus im Becken habe der seit weit über einm JAhr wächst und gedeiht.

    Ansonsten würde ich noch etwas anders machen. Ich würde mein Becken nie wieder von 4 Seiten einsehbar frei in den Raum stellen. Es sieht toll aus keine Frage, aber es schränkt einen doch sehr bei der Gestaltung ein zumal mein Becken mit 100% Lebendgestein dekoriert wurde. Auch hier würde ich, wenn ichs nochmal planen würde nicht so machen. Ich habe mitlerweile so viele tolle Keramikbecken gesehen, das mir das auch gefallen würde.

    So das mal von mir. Schon krass was man alles ändern würde und das nach nur so kurzer Zeit 8o.

    CU Ralph

    Der Pessimist sagt: "Das Glas ist halb lehr!" Der Optimist sagt: "Aber nicht mehr lange." In dem Sinne

  • In all den Jahren und Becken habe ich natürlich auch viele vermeidbare Fehler gemacht, vor allem kann ich prima verstehen das der Anfänger in Foren verrückt wird bis er raus hat wem man glauben kann und wer eher Unsinn erzählt ( :wink Freitaucheer)

    Was würde ich heute anders machen:

    * Technikbecken besser im Nebenraum bzw einfach und praktisch zu erreichen, wenn Unterschrank Technikbecken, dann deutlich besser aufgebaut so das man sich nicht jedes Mal quälen muss einen Schäumer zu reinigen oder den Kalki aufzufüllen

    * Auch wenn die Schaumrückwand prima aussieht, würde ich das nie wieder nehmen. Man muss 200 % auf Seeigel verzichten da diese den Schaum abfressen, selbst hartnäckiges Bürsten löst den Schaum. Beides ist aber nötig wenn einen hartnäckige Algen heimsuchen ! Mein nächstes Becken bekommt aber auf jedem Fall wieder eine strukturierte Rückwand, ob Keramik oder Reefdeko muss ich mir noch überlegen

    * Überlauf und Rücklauf müssen 100 % leise sein, beides ist bei mir wegen Fehlkonstruktion leider nicht möglich. In den langen Leitungen sammelt sich immer langsam Luft und man muss jeden Tag an den Feineinstellhähnen schrauben - sehr nervig

    * Ich würde auch über eine bessere Kühlung nachdenken denn Verdunstung ist immer auch Luftfeuchtigkeit - in meinem Fall von viel zu vielen Becken ...

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo alle zusammen.

    Kürzlich bestätigte sich auch in der Aquaristik die Erkenntnis: Einfallwinkel = Ausfallwinkel ...und es wurde die Mitteltasche gewählt.

    Kurzum: Unser Lippfisch benutzte den 400W-HQI als Bande und landete im mittig befindlichen, rückgestauten Ablaufschacht. Zum Glück nicht in der Pitbox.

    Mit der Erkenntnis, dass auch 30 cm keine Hürde darstellen, werden zeitnah einige Sicherungsmaßnahmen erarbeitet, welche ich euch hoffentlich bald zeigen kann.

    In jedem Fall wird aber auch die linke (derzeit noch nach oben offene) Beckenseite verblendet !

  • Zitat

    Original von trefferversenkt
    Guten Morgen Harald und alle Anderen.


    Das von dir verfasste ist natürlich nahezu der Idealfall !

    Mit der von dir gewählten Form - des Einstieges in die Meerwasseraquaristik - bist du sicherlich eine Ausnahmeerscheinung, während wir wohl eher der „Normaltyp“ sind.

    ...

    Generell hilft eine vorab Information, das Problem was Bert aber schon anspricht,
    wenn der Laden nichts taugt in dem Du lernst, dann bringt Dich das eher ab vom Kurs.

    Das Problem ist nur, wenn Du Dich nicht "breit" informierst bekommst
    Du keine"Trail & Error" - Meinungen eliminiert.

    Im optimal Fall hast Du ein Verkäufer, der Dir nicht alles auf's Auge drückt und erst einmal nach
    Hause schickt zum lesen, das gibt's aber nur noch selten.

    Ich kenne leider genug Leute die einfach in unser Ladenlokal kamen und die Fischhaben wollten,
    egal ob ihr Becken zu klein, das Tier nicht passte oder sonst etwasnicht stimmte. "
    Ich weis das ist selten, aber ich hab diesen Leuten dann einfachnicht diesen Fisch verkauft. "
    Jetzt mag der ein oder andere Händler sagen, MenschDu versaust dir Deinen Umsatz,
    dazu sag ich soviel, wenn man das nicht macht undder Kunde irgendwann einmal einsichtig
    wird oder aufgeklärt wird, kannst du dein Ladeneinfach schließen und den Schlüssel weg werfen.

    Und damals sind aus diesem Grund im jahrestackt Läden auf und zu gegangen.

    Was ich nie wieder machen würde, ein Meerwasserbecken ohne Quarantänemöglichkeit
    planen und wie Peter schon sagt eine Kühlung einbauen, ich hasse alle 3 Stunden
    Eiswürfel nachlegen :face_with_tongue: .

    MfG Philipp

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