Wieviele MW-Aquarianer in Deutschland ?

  • ... ach da war noch einer aus Österreicht. Da kann ich die Dramatik auch nicht erkennen, die Aussagen sind so richtig und unbestritten: "Gemeinsam mit der größten und profiliertesten Natur- und Umweltschutzorganisation weltweit möchte reefness® der immer größeren Bedrohung der weltweiten Fischbestände und der schwindenden Biodiversität entgegenwirken - und kann seinen Kunden die Umsetzung strenger Artenschutzrichtlinien nun auch offiziell garantieren. " Das ist Marketing in einem Marketing-Artikel und heißt: "Wir leisten jährlich eine großzügige Spende an den WWF und wie viele andere Händler behaupten wir natürlich sauber zu arbeiten und garantieren es sogar."

    Ich habe da eine DVD-Reihe, war es "unser blauer Planet"?, da wird die Bedrohung der Meere und der Biodiversität ebenso dargestellt. Ich glaube die Meeresaquaristik wird da auch erwähnt, aber sehr sachlich und in einer sehr vernünftigen Art. Diese Bonus-DVD zum Schutz der Meere, die im Fernsehen nicht lief, war alleine den Kauf der Reihe wert.

    Gruß

    Hans-Werner

    P.S.: Ich werde meine nächsten Fische beim Züchter holen und das Angebot über 1/2 Quadratmeter grüne NZ-Sinularia steht immer noch, günstig abzugeben, nur komplett und nur an Selbstabholer, am liebsten an Händler.

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (5. Januar 2010 um 13:26)

  • Hallo Hans-Werner!

    Du hast nach Links gefragt zum Thema, was Umweltverbände so vertreten und ich habe sie geliefert. Ich habe nicht gesagt, dass das gut und richtg wäre, was hinter den Links steckt. Aber es zeigt, wie große Umweltverbände mit viel Einfluss zur Aquaristik stehen und ob das nun in jeder Beziehung richtig ist, wird im Zweifel nur wenig interessieren. Aber darum geht es mir im Kern eigentlich nicht. Mir geht es darum, wie die Aquaristik (Industrie, Handel, Aquarianer) sich selbst sieht, nicht wie sie andere sehen. Und da muss ich sagen, dass die Meerwasseraquaristik ein zunehmend trauriges Bild abgibt, das auf billige Ware und Raubbau gebürstet ist. Irgendwie habe ich das Gefühl, der Fortschritt an Technik, Salz und diversen Säftchen führt gleichzeitig zu einem Rückschritt an Verantwortungsbewusstsein. Vielleicht liegt es auch einfach an der dramatisch voranschreitende Naturferne der nachkommenden Generationen, dass Lebewesen weit verbreitet als selbsverständliches Verbrauchsgut betrachtet und behandelt werden - Ware halt, deren Verlust nur schmerzt, wenn er im Geldbeutel spürbar wird. Die Einstellung als solches ist es, die mich stört. Wir kaufen uns die Riffe von den ärmeren Nationen für wenig Geld, dafür sollen die doch dankbar sein, oder? Das nenne ich Neokolonialismus

    Ich sage nicht, dass es keine Form der begrenzten Meerwasseraquaristik gibt, die auch vertretbar erscheint (Stichwort Nachzuchten in Herkunftsländern und im Inland, Schutzzonen, Fair Trade mit existenzsichernden Preisen auch ohne Plünderung, Importbeschränkungen und -verbote für bestimmte Arten, Sachkundenachweise für alle Beteiligten etc.). Aber davon sind wir meilenweit entfernt und ich meine, dass die Meerwasseraquaristik nicht zum billigen Massenhobby taugt, bei dem Lebewesen verramscht und natürliche Ressourcen mit jährlichen Steigerungen bis 30 % geplündert werden. Fidschi will ja bis (ich glaube) 2020 etwa 30 % seiner Meeresgebiete unter Schutz stellen. Unabhängig von der Frage, wie dieser "Schutz" dann aussehen soll, frage ich mich bei den Exportzahlen an LS, Korallen und anderem Getier, WAS sie dann eigentlich noch schützen wollen. Freilich, andere Einwirkungen sind noch schlimmer... aber das hatten wir ja schon und beruhigt mich keinesfalls.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,

    ums kurz zu machen, da sind wir ziemlich einig. Ich sehe aber nicht unbedingt die Dramatik beim Import, zumindest nicht bei den Korallen. Dass Korallen einigermaßen an Wert verlieren, könnte ich mir gut vorstellen. Es liegt aber m. E. nicht daran, dass Wildaufsammlungen jetzt so billig wären, sondern daran, dass viele Aquarianer sie übrig haben, so wie ich die grüne Sinularia. Was bleibt? Entweder ich schaffe es, dass der Züchter/Händler sie mir wenigstens teilweise abnimmt oder ich muss sie doch noch irgendwann auf den Kompost schmeißen ?(.
    Auch sind die meisten Importe, die ich sehe (z. B. in Sindelfingen), offensichtlich "gezüchtet". Es sind spezielle farbige Korallen, die zerteilt und auf Ablegersteinen verkauft werden. Ist das bereits nachhaltig oder immer noch Raubbau? Zumindest dürften zahlreiche weniger farbige Korallen stehenbleiben. Insofern bin ich ganz zuversichtlich, dass es noch etwas zu schützen gibt, wenn wir weniger heizen, autofahren und fliegen, denn darin sehe ich die größere Bedrohung.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Ein Wort zu Neokolonialismus: Für mich ist das Diktat entscheidend. Wir entscheiden, die "Kolonien" führen aus bzw. sind die Leidtragenden.
    Vom Wohlstandsgefälle leben wir in allen Bereichen, sonst könnten wir uns unseren Lebensstandard nicht leisten, mit oder ohne Riffe und Aquaristik. Fair Trade ist da nur ein besseres Almosen aber immerhin ein Anfang.
    Ein Diktat und somit Neokolonialismus ist es für mich, wenn wir der Dritten Welt erzählen wollen, sie dürften ihren Resourcen nicht nutzen sondern müssten sie schön für uns schützen, selbst aber ganz anders handeln, z. B. indem wir Airbus in einem Naturschutzgebiet und im Nationpark Wattenmeer (ebenfalls ein schützenswertes Küstengebiet mit hoher Biodiversität und einmalig) bauen lassen. Nur als Beispiel, stellvertretend für die unzähligen Projekte, wo wir Wasser predigen und Wein trinken.

    Gruß

    Hans-Werner

    2 Mal editiert, zuletzt von Hans-Werner (5. Januar 2010 um 14:49)

  • Hallo Hans-Werner!

    Sag ich ja: Das nachhaltige Denken, das wir uns bei anderen erhoffen/erwarten, hat in unserem eigenen Verhalten kaum Niederschlag gefunden; auch wir vernichten auf die Schnelle für den kurzfristigen Gewinn, was uns langfristig fehlen wird.

    Mit der Energiefrage sitzen wir natürlich erst recht im Glashaus. Was wird doch Sprit verflogen für den Import unserer Rifflebewesen rund um den Erdball. Und dann der Energieverbrauch bei Zwischenhälterung, Weitertransport, Verkaufshaltung und erst den eigenen Aquarien! So tragen wir mit unserem Hobby auch zu den noch schlimmeren Gefahren wie der Erderwärmung, auf die so gerne entschuldigend bis rechtfertigend verwiesen wird, auch noch erheblich bei.

    Zum diktatorischen Verhalten: Ich will ja den Herkunftsländern die Nutzung ihrer Ressourcen gar nicht verbieten - ich will nur nicht Mittäter und sogar Anstifter zum Raubbau sein. Wenn ich kein Fleisch aus Massentierhaltung kaufe, verhalte ich mich dann diktatorisch gegenüber dem Fleischproduzenten, weil ich ihn an der wirtschaftlichen Verwertung seiner Güter hindere? Aber wie gesagt: Ich halte auch (noch) nichts von völligem Ausstieg. Lieber wäre mir ein Umsteuern in Richtung Zucht und schonende Riffnutzung, weil davon auch die Herkunftsländer etwas hätten (z. B. weniger gefährliche und unsichere Jobs). Natürlich nicht als Befehl von oben, sondern als Rat und Hilfestellung und - weil es wohl nicht anders geht - mit dem sanften Druck des zielorientierten Kunden- sprich Einkaufsverhaltens. Aber irgendwer wird doch ein bisschen als Neokolonialist auftreten müssen, um den Leuten klar zu sagen, worauf wir Wert legen, denn woher sollen sie es sonst wissen? :wink

    Grüne Sinularia: Sehr schade, dass du so weit weg bist! Ein Stück davon wäre was für mich!

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,

    da sind wir im Großen und Ganzen einer Meinung!

    Nur, man muss den Leuten nicht unbedingt sagen, was wir wollen. Man kann auch Hilfe anbieten, eine nachhaltige Nutzung der Riffe zu ermöglichen. Man muss positiv die Menschen dafür gewinnen, vom Fischer bis hinauf zur Regierung, nicht herrschen sonder dienen --> Laotse :winking_face: "Wie das Weib den Mann durch Sanftmut besiegt, durch Hingabe gewinnt, so gewinnen die Großen durch Dienen die Kleinen und die Kleinen die Großen. Dienen lässt gewinnen; Dienen macht überlegen" oder von einem unbekannten Autor "Nur wer anderen dient, kann auch führen. Dienen ist ein Merkmal wirklicher Führungsqualität. In der natürlichen Ordnung der Dinge ist es oft das Höhere, das dem Niederen dient. In der menschlichen Gesellschaft zum Beispiel dient der Lehrer dem Schüler, der Vater dem Sohn, der Trainer der Mannschaft. Autorität ist also kein persönliches Privileg, sondern die höchste Form des Dienens."

    Gruß

    Hans-Werner

  • Ach ja

    Zitat

    Wie das Weib den Mann durch Sanftmut besiegt, durch Hingabe gewinnt,

    man soll nicht alles verallgemeinern, es soll auch weniger sanftmütige Damen geben, die auch zum Ziel kommen :D.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang S (5. Januar 2010 um 23:41)

  • Ah, sehr schön, nach etwas längerer Reise scheint die Diskussion am Ende ja doch wieder in den heimatlichen Gefilden angekommen zu sein. :winking_face:

    Nicht dass das nicht interessant gewesen wäre, aber "tun" können wir nur etwas direkt bei uns vor der eigenen Haustür, sprich im eigenen Becken. Ich denke nämlich auch das wir, wenn überhaupt, nur etwas verändern können, wenn wir unser "Einkaufsverhalten" grundlegend ändern. Wir sollten zudem stetig und ständig daran arbeiten das Bewusstsein für die Problematik in die Köpfe der Menschen zu bringen. Man muss so viel es geht darüber schreiben, reden, diskutieren und es natürlich vorleben, auch wenn viele behaupten sowas bringe im Endeffekt nichts. Aber es ist doch so, nur ständige Wiederholungen setzen sich im Gehirn fest. In der Werbung und in der Schule klappt das prima, warum nicht auch hier? Irgendwann sind genügend Leute sensibilisiert und es wird sich spürbar etwas verändern. Wie viele "No-Go's" gibt es heute, die noch vor einigen Jahren als absolut normal angesehen wurden? Ganz klassisch: Kaum einer traut sich heute noch von Docs in 200 Litern zu sprechen, geschweige denn sie zu pflegen, das war früher mal normal. Und die Stimmen, die sich (immer noch) dafür aussprechen, werden immer weniger und leiser.

    Deshalb werde ich für meinen Teil niemals damit aufhören "Wirbel zu machen" oder "rumzuheulen", wenn ich dadurch nur eine einzige Person zum Umdenken bewegen kann und diese dann eventuell wieder jemanden überzeugen kann, wären es schon zwei weniger auf der Gesamtrechnung. Ganz treu gemäß meiner Signatur: Jede Drüppen hölpt. =)

    Ach so, es gibt ganz sicher weniger sanftmütige Damen, die auch zum Ziel kommen. :grinning_squinting_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Claudia B (6. Januar 2010 um 08:41)

  • Moin moin,

    Vielleicht nochmal, um das Missverständnis auszuräumen: Ich wollte nicht sagen "Lasst eure Bemühungen, in anderen Bereichen ist es eh schlimmer!". Ich wollte damit viel eher sagen: Probleme gibt es überall, und die finden sich auch schnell- wenn man nur die Augen offen hält. Und Bescheid weiß jeder, der die Augen aufhält.

    Um aber noch ein Missverständnis auszuräumen: Die Süßwasseraquaristik hat einige Arten auf dem Gewissen, insbesondere die Welsfraktion. Gut, ist vielleicht nicht das komplette Biotop, aber trotzdem ist es traurig, dass neu entdeckte Fische so lange ausgebeutet werden, bis sie endlich unter Schutz stehen- und dann ist es meist zu spät, und seltsamerweise hat hier in Deutschland dann aber auch keinen der "neuen, coolen" unbekannten Welse mehr- sprich, da werden ganze Populationen von unwissenden Sammlern verheizt und nichts bleibt mehr; das finde ich auch nicht ideal... Da hilft es dann auch nichts, dass andere Fische als "Nachzuchten" in den Handel kommen, denn die 90% der Nachzuchten sind lediglich auf die Menge bezogen, nicht auf die Anzahl der Arten.(Schön wär's, aber es werden auch im Süßwasser etliche Arten verheizt, ohne je nachgezüchtet zu werden- oder nur unter speziellen Bedingungen. Und die Nachzuchten im Süßwasserbereich stammen dann meist aus "Dampfzuchten", d.h. die Viecher sind Inzuchtgeschädigte, unter falschen Bedingungen aufgezogene Biester mit psychischem Knacks, die ich nicht mal als Futter verwenden würde)

    Nun aber genug des OT von mir, und zurück zum Meerwasser:

    Zitat

    Kaum einer traut sich heute noch von Docs in 200 Litern zu sprechen, geschweige denn sie zu pflegen, das war früher mal normal. Und die Stimmen, die sich (immer noch) dafür aussprechen, werden immer weniger und leiser.


    Wovon träumst du Nachts? Nur weil das in 3, 4 Foren inzwischen nicht mehr gern gesehen wird, wird zumindest der Großteil der Leute, die nicht im Internet aktiv sind, es so machen- und von den anderen sind es gewiss auch einige.

    Letztlich ist es ja nett, wenn ein Forum wie dieses hier relativ gesehen viele User hat, die nachdenken, aber dafür wird dieses Forum in den anderen Foren vermutlich auch als "zu extrem" beschrieben- und solange Leute, die einen einzigen 200l-Würfel mit mehreren Docs betreiben, in Süßwasserforen fleißig für die Meerwasseraquaristik werben, ist da in der Tat auch keine Besserung in Sicht.

    Letztlich bin ich aber auch der Überzeugung, dass etliche Meerwasserfische unter den richtigen Bedingungen nachgezüchtet werden könnten, es aber vor allem deshalb nicht werden, weil keine Notwendigkeit besteht- würde man mal die Importe stoppen und wären die Leute auf Nachzuchten angewiesen, würden die Leute auch züchten und eine Menge Geld reininvestieren, nicht zuletzt auch, weil sie es dann durch die produzierten Fische auch wiederbekommen würden. Zumal aber ja heutzutage auch gleich wieder der Egoismus im Raum steht bei manchen Arten, sprich: Ich weiß wie es geht, aber ich sag's euch nicht...

    Zumal ich persönlich mir aber auch immer die Frage stelle, ob der Riffschutz in aquaristischer Hinsicht überhaupt irgendwas erreichen kann in Hinsicht auf Klimawandel, Riffabbau und Tauchtourismus und dergl. mehr. Das erinnert mich momentan noch an Kämpfe gegen Windmühlen, und sicherlich wird sich nicht mal die Mehrheit der Aquarianer da zum umdenken bewegen lassen...

    Und bevor die Frage kommt: Ja, ich bin eigentlich einer von denen, die für ein komplettes Tierhaltungsverbot sind. Es würde zwar auch mich besonders einschränken, aber wenn ich so sehe, was in Deutschland abgeht, sollten nicht mal Kaninchen oder Hunde auf dem freien Markt erhältlich sein, zumindest nicht unter fünfstelligen Preisen und ohne mehrmonatigen Kurs.

  • Zitat

    Original von Jannes Freiberg
    ....
    Nun aber genug des OT von mir, und zurück zum Meerwasser:


    Wovon träumst du Nachts? Nur weil das in 3, 4 Foren inzwischen nicht mehr gern gesehen wird, wird zumindest der Großteil der Leute, die nicht im Internet aktiv sind, es so machen- und von den anderen sind es gewiss auch einige.

    Letztlich ist es ja nett, wenn ein Forum wie dieses hier relativ gesehen viele User hat, die nachdenken, aber dafür wird dieses Forum in den anderen Foren vermutlich auch als "zu extrem" beschrieben- und solange Leute, die einen einzigen 200l-Würfel mit mehreren Docs betreiben, in Süßwasserforen fleißig für die Meerwasseraquaristik werben, ist da in der Tat auch keine Besserung in Sicht.

    vollstes :thup :thup

    nur, dass alle user des Forums nachdenken, halte ich für zweifelhaft.
    über Docs in 200 Ltr. wird nicht gesprochen, sondern einfach drauflos gekauft.
    Mittlerweile schleicht sich da eine neue Verbraucher-Mentalität ein, die vom Handel auch nicht unbeachtet bleibt.

    Die paar hundert realen Mitglieder in diesem Forum werden mit den europaweit in Foren gemeldeten ca. 8000 Mitgliedern kaum die jedes Quartal nach Europa eingeflogenen 40.000 Zebrasoma flavescens verbrauchen.
    Ich halte im übrigen von den Gelben 10 Stück und nur einer ist mir in 10 Jahren gestorben. Drum bin ich schon mal unschuldig an solchen Zahlen

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (6. Januar 2010 um 19:20)

  • Zitat

    Original von Stefan C.
    ...
    Die paar hundert realen Mitglieder in diesem Forum werden mit den europaweit in Foren gemeldeten ca. 8000 Mitgliedern kaum die jedes Quartal nach Europa eingeflogenen 40.000 Zebrasoma flavescens verbrauchen.
    Ich halte im übrigen von den Gelben 10 Stück und nur einer ist mir in 10 Jahren gestorben. Drum bin ich schon mal unschuldig an solchen Zahlen

    Hallo Stefan!

    40.000 Stück in 3 Monaten :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue:
    Stimmt das wirklich?

  • Hallo Reinhard,
    ich bin nicht 100%ig involviert, aber
    diese Zahl wurde mir vor 4 Jahren verlässlich genannt ; ich denke nicht, das sie seitdem gesunken ist?
    aber bitte bedenken: Europa ist groß, insofern relativiert sich dadurch die Stückzahl vielleicht etwas.
    Andererseits fliegen eben bei jedem Zebrasoma-Transport noch, und nicht nur damit, viele andere Fische mit.
    Das beängstigende an der Tatsache ist jedenfalls, dass die Welt nicht nur aus Europa besteht, das die Fische verbraucht.

    Ich kenne noch vor einigen Jahren den Aufruf hier im Forum bei Erscheinen des Films 'Nemo', den Verstand walten zu lassen und nicht dem Hype zu verfallen, sofort ein Minibecken dafür einrichten zu wollen.
    Den Aquaristikhandel (nur einige [hier im Forum bekannte] Händler ausgenommen) und die Nanobecken-Hersteller hat das wenig tangiert. Die Nemos aus Australien wurden damals tatsächlich knapp, -trotz gestiegener Preise-; was wunderts. Da haben viele davon partizipiert :winking_face:
    ...zu Zeiten Nemos war dieses Forum hier übrigens auch schon das größte im deutschsprachigen Raum.

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (7. Januar 2010 um 00:19)

  • Zitat

    Original von Jannes Freiberg
    Und bevor die Frage kommt: Ja, ich bin eigentlich einer von denen, die für ein komplettes Tierhaltungsverbot sind.


    Hi Jannes,
    weshalb gehst du dann nicht mit gutem Beispiel voran und verzichtest freiwilig auf die Tierhaltung?

  • Hallo zusammen,

    wenn mich jemand davon überzeugen könnte, dass der Umgang mit der Natur und die Welt im allgemeinen davon besser wird, könnte ich mich auch noch für ein Tierhaltungsverbot einsetzen, ich befürchte nur, dass eher das Gegenteil der Fall wäre. Ich glaube, dass die Haltung von Tieren und mehr noch die Pflege eines ganzen kleinen Ökosystems, denn das ist ein gut funktionierendes Riffaquarium, eher die Sensibilität für die Natur und die Lebewesen stärkt. Ich denke, es wäre für den Natur- und Artenschutz wenig gewonnen, wenn die Aquarianer und Terrarianer auch noch statt vor ihren Glaskästen vor Computer und Fernseher sitzen würden. Ich denke, das wäre eher ein Schritt in Richtung weiterer Naturentfremdung und würde eher den gewissenlosen Umgang mit den natürlichen Ökosystemen, aus denen die Tiere kommen, erleichtern. Die Lobby für die natürlichen Ökosysteme mag selbst unter den Tierpflegern klein sein, aber sie ist vorhanden, das zeigt alleine dieser Thread.

    Ich weiß, es kann nicht alles zum besten stehen, wenn wegen jeder Krabbe und jedem Wurm gefragt wird, "kann ich den drinnen lassen" und ebenso oft die Antwort ist "schmeiß mal lieber raus", aber ich habe die Hoffnung, dass man auch das noch ändern kann und das auch diesen Änfängern (die meist diese Fragen stellen) irgendwann die Einsicht kommt, dass ein Riffaquarium mehr ist als ein paar +/- bunte Korallen.
    Ich weiß auch, dass es bei den Terrarianern eher schlimmer ist, aber ich bin in der DGHT, der weltweit größten herpetologisch-terraristischen Vereinigung, und auch hier werden die Mitglieder zwangsläufig beim durchblättern der Vereinszeitschrift mit den Problemen den Natur- und Artenschutzes konfrontiert und auch hier wird eine Lobby für die Lebensräume erhalten.

    Insofern sehe ich derzeit Haltungsverbote als reinen Tierschutz-Gedanken und keineswegs im Sinne des Natur- und Artenschutzen weil vor allem die Lebensräume eine Lobby brauchen, dann können auch die Arten überleben. Es sind einfach zu viele Arten, die durch den Verlust der Lebensräume und menschlichen Raubbau, ganz abseits von der Tierhaltung, ausgerottet werden. Die vielleicht nur eingebildete oder auch potentielle Gefährdung durch die Tierhaltung sehe ich da eher als das kleinere Übel, die geringere Gefahr, gegenüber Naturentfremdung und Desinteresse.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Guten Morgen Jannes,

    es gibt tatsächlich auch noch ein aquaristisches Leben außerhalb des Internets? Das scheint mir wirklich entgangen zu sein. :grinning_squinting_face: :winking_face:

    Auch wenn ich erst seit Ende 2006 hier herumgeistere, MW Aquaristik betreibt mein Mann seit 1994 oder 95 (ich vergesse das genaue Jahr leider immer wieder) und ich bin 1998 nach unserem Kennenlernen dazugekommen. Wenn ich also von irgendwelchen No-Gos und gefühlten Veränderungen rede, meine ich damit keineswegs nur die Reaktionen innerhalb dieses Forums und nur während meiner Zeit hier. Ich betrachte mich deshalb aber ganz sicher nicht als alten Hasen und wenn man mal in den ganz alten Beiträge von 2002 liest, was ich übrigens jedem mal empfehlen möchte, sieht man auch, dass es das Bewusstsein für diese Problematik schon sehr lange gibt. Peter Schmiedel schreibt zum Beispiel, dass er bereits vor 20 Jahren (heute sind es dann 30 Jahre) die MW-Aquaristik aufgegeben hat, weil ihm die technischen Möglichkeiten damals nicht gereicht haben für eine halbwegs naturnahe Pflege. Sehr gefallen haben mir auch Beiträge eines gewissen Klaus Schatz =) und Ralph D. Huber hat ja geradezu gekämpft, um seine Meinung diesbezüglich zu vertreten. Das sind aber beileibe nicht die einzigen, die ungenannten mögen mir an dieser Stelle verzeihen. Schade ist nur, dass solche Diskussionen (und schlußendlich auch Erkenntnisse!) quasi im stillen Kämmerlein vonstatten gehen. Logisch, in einem Forum tummeln sich eben nur die von Haus aus, sagen wir mal etwas ernsthafter Interessierten, die breite Masse bekommt davon nichts mit.

    Früher (aus pers. Erfahrung kann ich wie gesagt nur von 12 Jahren sprechen, aber das geht wie man sieht natürlich noch Jahrzehnte weiter zurück) ging es der "großen Aquarianerallgemeinheit" im Prinzip doch eigentlich nur um eins: Wie lange wird dieser Fisch in meinem Becken überleben? Allerdings nicht im Sinne der verhaltens- bzw. artgerechten Pflege zum Wohl der Fische, sondern eher zum Wohl des eigenen Geldbeutels, damit man nicht alle paar Monate neu kaufen musste. Die Fragen waren zwar die gleichen (frisst das Tier, ist es krankheitsanfällig, verträgt es sich mit meinem anderen Besatz) aber eben nicht in erster Linie aus Sorge um das Tier. Die Tiere waren mehr Trophäen denn Individuen, beliebig austauschbar und ersetzbar. Eben nur ein teil der Deko. Ich nehme mich davon gar nicht aus, auch bei mir hat es gedauert bis ich umgedacht habe, sind doch schließlich "nur" Fische. :face_with_rolling_eyes:

    Und das, so finde ich, hat sich schon geändert in den letzten Jahren. Wir haben sowas wie ein aquaristisches Gewissen entwickelt und verheizen unsere Tiere nicht mehr einfach nur so. Da ist es wieder: Aus "den Fischen" sind "unsere Tiere" geworden. Das Signal leuchtet immer noch rot, keine Frage, aber eben nicht mehr ganz so dunkelrot wie "früher". Natürlich täuscht das nicht über die Problematik hinweg die ich oben schon angesprochen habe, die breite Masse ist eben nicht greifbar und kann somit nicht sensibilisiert werden. Somit bleibt uns doch nur das, was ich im letzten Beitrag meinte: Man muss so viel es geht darüber schreiben, reden, diskutieren und es natürlich vorleben und das immer und immer wieder.

    Zitat

    solange Leute, die einen einzigen 200l-Würfel mit mehreren Docs betreiben, in Süßwasserforen fleißig für die Meerwasseraquaristik werben, ist da in der Tat auch keine Besserung in Sicht.

    Das sehe ich genau anders herum. Solange wir nicht noch mehr und noch lauter versuchen das Gegenteil von dem zu beweisen, wofür diese Leute stehen, wird es tatsächlich nicht besser. Nur weil es Gegenwind gibt drehe ich mich doch nicht um und laufe mit dem Strom in die andere (verkehrte) Richtung. Außerdem hast Du einen Satz vorher noch geschrieben, dass sich der Großteil der Leute eben nicht durch Aussagen im Internet beeinflussen lässt, weil sie eben nicht dort unterwegs sind. :winking_face: Nein ist schon klar was Du damit sagen willst, aber es ging hier ja auch um meine Aussage dass Docs in 200 Litern nicht mehr populär sind. Interessant ist, dass fast zeitgleich wieder so ein Thread zu dem Thema auftaucht. Aber an den Reaktionen sieht man sehr deutlich dass es nicht mehr so hingenommen wird, wie noch vor einigen Jahren und das lässt mich persönlich hoffen. Die Argumente für eine Massenhaltung sind aus heutiger Sicht mehr als schwach, werden nicht besser und sind immer die gleichen. Und eigentlich finde ich es sogar irgendwie lustig zu lesen dass dann immer wieder dieses "Nun hört mal auf, das nervt!" kommt. Man solle "die Leute" nicht zusammenstauchen und es gehe ja schließlich nicht um den Doc sondern um irgendwelche anderen Fragen. Immer dieses Flehen doch bitte endlich das Thema zu wechseln. :grinning_squinting_face: Aber genau das sollten wir eben NICHT tun. Ich glaube beim nächsten Mal werde ich einfach mal schreiben: "Nun hört mal auf, das nervt, immer dieser Fehlbesatz!"

    Ich bin sicher nicht militant orientiert was das ganze Thema betrifft und habe auch so meine "Verfehlungen" zum Beispiel in Form eines Fuchsgesichtes von mittlerweile 15 cm umherschwimmen. Aber im Gegensatz zu den scheinbar Unbekehrbaren weiß ich dass ich ihn nicht auf ewig pflegen kann, leider. Deshalb habe ich über Monate tagtäglich eine halbe Stunde lang die Hand mit einem Algenfetzen in das Becken gehalten und das ultraschreckhafte "Vieh" dadurch so handzahm bekommen, dass ich ihn mittlerweile sogar streicheln kann. Gehört sich nicht, weiß ich, aber wenn er denn mal abgegeben werden muß, bekomme ich ihn so auch endlich aus dem Becken. Durch den Umbau allerdings sind mehr als die Hälfte des alten Aufbaus rausgeflogen und tatsächlich sind jetzt 80% der 450 Liter Schwimmraum. Ich hoffe ich kann den Zeitpunkt so noch ein Jahr hinauszögern. Nungut, das nur so am Rande, quasi zur Entspannung. :winking_face:

    Zu den zebrasoma wollte ich noch was loswerden. Es ist ja nicht nur so dass nicht alle für den deutschen Markt sind, sondern dass noch lange nicht alle lebend hier ankommen und auch nicht alle in den MW-Läden landen, ein Großteil ist doch sicher auch für öffentliche Aquarien. Deshalb können wir uns den Schuh nicht komplett anziehen, trotzdem ist die Zahl an sich natürlich schockierend hoch und ich kann mir die Menge übers Jahr gerechnet noch nicht einmal bildlich vorstellen, was bei mir was heißen will. Bedauerlich dass solche Zahlen nicht wirklich publik gemacht werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Claudia B (7. Januar 2010 um 09:59)

  • Claudia,

    Vorsicht!, Fuchsgesichter haben giftige Flossenstrahlen, wie die anderen Siganidae auch. Vielleicht doch lieber mit dem Netz fangen, es sei denn Du hast so viel Vertrauen in Dein Fuchsgesicht, dass Du eine Verletzung durch einen giftigen Flossenstrahl riskierst.

    Was Du über die geänderte Mentalität unter den Mw-Aquarianern schreibst, entspricht auch meinen Beobachtungen. Noch vor 20 Jahren ging es in der Masse der gepflegten Tiere einschließlich der Wirbellosen nur darum, sie möglichst lange zu halten, an Vermehren und Abgeben von Korallen war gar nicht zu denken. Heute wil man möglichst gar keine Tiere mehr "verbrauchen", ein Gedanke, den vor 20 Jahren gar niemandem gekommen wäre. Und das Beste, es ist im Prinzip möglich, wenn man sich bei den Fischen auf wenige Arten beschränkt.

    An die Zebrasoma-Zahlen kann ich nicht ganz glauben, jeder gute Händler versichert, nicht mehr als etwa 10% Verluste nach dem Import zu haben, so wie auch Herr Franke im Greenpeace-Link unwiedersprochen angibt. Wer sollte also die ganzen Fische kaufen? Und Deutschland ist schon ein echtes Schwergewicht in Europa mit 80 Mio. Bevölkerung und entsprechender Wirtschafts- und Kaufkraft.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    ja, das Vertrauen habe ich, mittlerweile ein völlig entspannter Fisch. Allerdings würde ich ihn dann natürlich mit dem Netz fangen, wie für den Umbau auch. Bei meinem "Training" ging es mir eigentlich nur darum ihn überhaupt erwischen zu können, vorher wäre das absolut nicht möglich gewesen ohne ihn oder mich zu verletzen. Für diese "Panikattacken" ist die Art ja bekannt.

    Genau, geänderte Mentalität ist der perfekte Ausdruck dafür. Ich hoffe es wird nicht noch weitere 20 Jahre dauern bis sich das auch wirklich festsetzt.

    Eventuell ist da bei den 40000 eine Null zuviel? 16000 aufs Jahr gerechnet klingt auch irgendwie nachvollziehbarer.

    3 Mal editiert, zuletzt von Claudia B (7. Januar 2010 um 12:21)

  • Hallo Hans-Werner!

    Zitat

    Heute wil man möglichst gar keine Tiere mehr "verbrauchen", ein Gedanke, den vor 20 Jahren gar niemandem gekommen wäre.

    Das kann man in dieser Allgemeinheit sicher nicht sagen. Ich kenne einige Aquarianer (mich eingeschlossen!), die hatten auch schon vor über 20 Jahren das Wohl des Tieres durchaus im Auge und die "wollten" niemals ein Tier "verbrauchen". Das ist mir auch ganz weitgehend gelungen, obwohl die Möglichkeiten in den 80ern und Anfang der 90er bescheiden waren und Verlustvermeidung viel schwieriger war. Meinen ersten Fisch über 8 cm Länge (natürlich ein Z. flavescens ?() habe ich mir erst nach Jahren angeschafft für ein Becken jenseits der 700 l (ich glaube, es hatte schon 840 l). Die Jahre davor waren Ocellaris und Mandarin meine "dicksten Brummer" und Fischsuppen, wie sie heute weit verbreitet sind, hatte ich nie. Als mir bewusst wurde, dass die Meerwaseraquaristik noch arg in den Kinderschuhen steckt und der Tierverbrauch bei aller Liebe und allem Engagement zu hoch ist, habe ich sogar eine Zeitlang unterbrochen und bin auf Süßwasser umgestiegen, obwohl ich selbst nur ganz wenige Opfer zu beklagen hatte (der Flavescens lebte immer noch munter und ging zusammen mit anderen in bester Kondition ins Schaubecken des Händlers). Ich bin erst wieder eingestiegen, als ich meinte, es gäbe entscheidende Fortschritte. Und ich hatte früher durchaus das Gefühl, dass die allermeisten Mitglieder der kleinen - mir bekannten - Meerwassergemeinde die Tiere weniger als Ramschware betrachteten als heute und dass das nicht nur an den relativ hohen Preisen lag. Freilich war mein Einblick in die Aquarianerkreise mangels Internet damals wesentlich geringer, so dass der Eindruck ins Positive verfälscht sein könnte, dafür war der persönliche Austausch aber viel intensiver. Ich meine, dass die Zahl der verantwortungsbewussten Aquarianer jedenfalls nicht in gleichem Maße sprunghaft gestiegen ist, wie die Zahl der Meerwasseraquarianer insgesamt. Wenn ich damit recht habe, gibt es heute relativ und absolut mehr Tierverheizer als früher. Eine Mentalitätsänderung zum Besseren hin sehe ich nicht, eher im Gegenteil; das gesteigerte Konsumverhalten mit Beliebigkeit und Verbrauchsmentalität schlägt auch in der Meerwasseraquaristik durch. Früher haben sich so etwas nur wirklich Begeisterte (um nicht zu sagen: Verrückte) angetan, heute geht man planlos in den Laden und kommt mit dem Plug-and-play-Nano raus, weil es halt gerade schick ist und das andere ja auch haben. Die Leute, die ich heute ernsthafte Meerwasseraquarianer nenne, sind von der Veranlagung her dieselben Geister wie früher. Nur haben sie heute - der Industrie und dem Internet sei Dank - viel bessere Möglichkeiten, ihre Vorstellungen von möglichst verhaltensgerechter Aquaristik zu verwirklichen. Für diese Leute ist der technische Fortschritt wirklich ein Fortschritt, für die anderen nur ein Alibi, weil sie trotz fürchterlicher Haltungsbedingungen ihren Besitz länger dahinvegetieren lassen können und das auch noch als Erfolg verkaufen ("Der Fisch sieht einigermaßen gesund aus, das reicht doch...").

    Und schließlich: Wir haben heute wesentlich mehr Erkenntnisse über die Bedürfnisse der Tiere, nicht nur, um ihr nacktes Überleben und Dahinvegetieren zu sichern, sondern auch ihrem Verhalten zumindest so entgegen zu kommen, dass sie nicht unter offensichtlichen Missständen leben müssen. Dann können wir uns auch nicht mehr mit den Anfängen der Meerwasseraquaristik vergleichen und darauf verweisen, dass es damals ja noch schlimmer war (da ist es wieder, dieses unsägliche St.-Florians-Argument ;)).

    @ Claudia:
    Ich glaube unabhängig von der Zahl nicht, dass ein Großteil der Hawaii-Doktoren an öffentliche Schauaquarien geht. Es dürfte sich eher um eine recht kleinen Anteil handeln.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang S (7. Januar 2010 um 15:04)

  • Hallo,
    Ihr macht mir wirklich Spass:
    Zahlen, die ihr euch nicht vorstellen könnt, werden gleich mal angezweifelt;
    rechnet euch doch die Zahlen schön, wie ihr möchtet; mir egal.
    Tip am Rande: Europa besteht aus 41 Staaten ; darum habe ich in obigem post geschrieben: in Europa relativiert sich die gigantische Zahl!!!
    wären eurer Meinung nach durchschnittlich herausdividierte 975 Zebrasoma pro Land im Quartal zu viel ? (je nach Glaube der Kaufkraft pro Land dürft ihr einige hundert Fische je Land ruhig umverteilen :winking_face: )
    wer nur einmal bei z.B. bei De Jong NL die Menge von im Schnitt immer 25000 vorrätigen MW-Fischen gesehen hat, wird seine Vorstellungskraft von der Menge revidieren.

    @Hans-Werner
    Deutschland ist lange nicht mehr Schwergewicht in Europa und hat nur mehr den 10. Platz in der Rangfolge der Kaufkraft-Statistik.
    Zahlen über Europa gibts hier.

    Zu deinem vorletzten post:

    Zitat

    Ich glaube, dass die Haltung von Tieren und mehr noch die Pflege eines ganzen kleinen Ökosystems, denn das ist ein gut funktionierendes Riffaquarium, eher die Sensibilität für die Natur und die Lebewesen stärkt.


    die Krux ist nur, dass alles auf learning by doing beruht und im Vorfeld des kleinen funktionierenden Ökosystems eine Menge Tiere ihr Leben dabei lassen. Ich habe selbst in meinem großen Bekanntenkreis noch niemanden erlebt, welcher meine begangenen Fehler zu Beginn nicht partout selbst erfahren wollte.

    Zitat

    Ich denke, es wäre für den Natur- und Artenschutz wenig gewonnen, wenn die Aquarianer und Terrarianer auch noch statt vor ihren Glaskästen vor Computer und Fernseher sitzen würden. Ich denke, das wäre eher ein Schritt in Richtung weiterer Naturentfremdung und würde eher den gewissenlosen Umgang mit den natürlichen Ökosystemen, aus denen die Tiere kommen, erleichtern


    Ich denke, dass vielen in dieser unseeligen Zeit überhaupt die Muse fehlt, sich eingehend mit den Lebewesen hinter Glas befassen zu wollen. Viele sitzen bereits vor ihren naturentfremdeten Aquarien, -nur das Leben im Becken ist erwünscht, das man sich aussucht, kauft und ins Becken setzt.
    Rote Fetzen auf schneeweissem Bodengrund, ein Würmchen, brauner Schleier mit Luftblasen auf Steinen oder Scheiben, selbst Turfalgen werden bereits als Bedrohung gesehen, welche hyperventillierend im Forum ausgebreitet werden. Das viele glauben, sich mit der Technik die erfolgreichen Voraussetzungen für das kleine Ökosystem 'erkauft' zu haben, lasse ich dahin gestellt.
    Ich sehe vielerorts Aquarien als reine Deko-Design-Objekte verkommen (nichts gegen schöne Becken), die genauso zu funktionieren haben, wie jeder andere Einrichtungsgegenstand.

    Servus
    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan C. (7. Januar 2010 um 16:12)

  • Hallo Stefan,

    wenn Du mir noch verraten würdest, wie ich im Link zu einem internationalen europäischen Vergleich komme? Ich meinte auch nicht die Kaufkraft pro Nase. Nur Russland dürfte mehr Einwohner haben.

    Bis vor 20 Jahren waren Mw-Aquarien mit einigen größeren Fischen drin dafür ein Statussymbol, mag jeder entscheiden, ob das besser war.

    Wolfgang,

    Dir muss ich mal die Frage stellen, ob sich nicht vor allem Deine persönliche Sichtweise verändert hat. Wenn ich mir überlege, was vor 20 Jahren sensationelle Zeitschriftenartikel waren und was für Tiere beim Händler waren, glaube ich nicht, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Tiere im Handel höher war als heute.
    Vor 20 Jahre galt m. E. eine Dendronephthya für ähnlich gut haltbar wie viele andere Korallen auch. Wäre es wesentlich anders, sollten heute noch zahlreiche Klone der Plerogyra, Euphyllia und Catalaphyllia von damals in den Becken der Aquarianer wachsen. Ich habe eher Zweifel, dass das der Fall ist. Vor ungefähr 20 Jahren war es +/- eine Sensation, dass Treuheit in Ansbach Fungias aus Anthocauli aufgezogen hat. Die Vermehrung von Korallen war eher unüblich. Wegwerfmentalität hat sich schon deshalb nicht eingestellt, weil man nichts zum wegwerfen hatte, die meisten Tiere haben sich von selbst erledigt. Und eigentlich ist es auch heute noch nicht unbedingt einfacher eine Sinularia oder eine Sarcophyton erfolgreich zu halten als eine Montipora oder eine Pocillopora. Ich werde aber mal in den Birkholz/Wilkens-Büchern nachlesen.

    Vielleicht täusche ich mich auch. Vielleich kann Klaus ja noch etwas dazu sagen?

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (7. Januar 2010 um 16:25)

  • Hallo zusammen,

    ich bin noch nicht lange im Forum, aber mir sind inzwischen schon recht deutlich ein paar Leute aufgefallen, die nahezu jeden und alles kritisieren, von sich selbst recht wenig offenbaren, aber immer an den angeblichen Unzulänglichkeiten der anderen herum mäkeln. Die unterschiedlichsten Beiträge - von der Themenstellung passend oder nicht - werden von ihnen stets in eine bestimmte Anti-Richtung gelenkt.
    Ich teile die überzeugenden Argumente von Hans-Werner, halte aber Diskussionen mit manchen Leuten im Sinn eines die Meerwasseraquaristik weiter voran bringenden Erfahrungsaustausches inzwischen für wenig zielführend.

    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo!

    Naja, wenn man meint, ein Doktorfisch in 210 l bringt die Meerwasseraquaristik voran....

    Zitat

    ...halte aber Diskussionen mit manchen Leuten im Sinn eines die Meerwasseraquaristik weiter voran bringenden Erfahrungsaustausches inzwischen für wenig zielführend.

    Da haben wir schon etwas gemeinsam ;).

    Hans-Werner,

    natürlich ist die Perspektive heute eine andere als früher, da hast du schon recht. Da war es auch nicht verzeihlich, dass viele Tiere starben, aber man stand dem recht hilflos gegenüber. Das Wissen war gering - nicht aber das GEwissen. Wer damals Meerwasser als Statussymbol betrieben hat, der hat mich aber genau so geärgert wie diejenigen, die das heute tun. Gerade das ist es aber, was mich doch recht erbost: Heute wissen wir durch Aquaristik, aber auch durch Freilandbeobachtungen und wissenschaftliche Forschungen viel mehr (wenn auch immer noch zu wenig) als früher. Jeder kann dieses Wissen in Literatur und Internet abrufen, es ist also auch verfügbar. Aber wie werden dieses vermehrte Wissen und die unvergleichlichen Möglichkeiten der Technik genutzt? Von den nach wie vor natürlich vorhandenen "echten" Aquarianern sicher zum Wohl der Tiere (und damit zur eigenen Freude). Aber von der Masse der Meerwasseraquarianer (die es früher ja gar nicht als "Masse" gab)? Entweder die Erkenntnisse werden ignoriert oder die verbesserte Technik wird verwendet, um noch mehr Tiere zusammenzupferchen oder die wirklich kaum haltbaren "Spezialitäten" und "Raritäten" zu halten/verheizen. Es wird den Leuten auch vielfach suggeriert, man brauche weder Verständnis noch Geduld sondern nur einen guten Abschäumer und viele Mittel gegen "Plagen". Und sie glauben es, weil sie nicht in der Lage sind, die Thematik selbst intellektuell zu erfassen und ihre eigene Verantwortlichkeit selbst abzuschätzen oder weil sie es einfach zu gerne glauben wollen. Übrigens gab es z. B. früher Tiere, die man den "erfahrenen" Leuten vorbehielt. Heute meint jeder, er müsse seine Erfahrungen auch mit schwierigsten Tieren und den schon bekannten Fehlern selbst machen, da hat Stefan vollkommen recht. Ich spreche nicht von alltäglichen Fehlern, gegen die niemand gefeit ist und nicht von Unfällen, die nun einmal nicht auszuschließen sind. Ich spreche nur von der gedanken- und/oder gewissenlosen Einstellung, ich will das Tier haben, egal ob ich etwas darüber weiß und egal ob ich ihm gewisse Mindestanforderungen erfüllen kann. Und dabei bin ich mit meiner Einstellung in recht guter Gesellschaft, nämlich der geltenden Rechtslage nach Tierschutzgesetz. Manchmal habe ich das Gefühl, so mancher hat mehr Achtung vor seiner teueren Technik als vor der gehaltenen Kreatur. Verständlich, letztere war ja auch viel billiger....

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,

    ich weiß nicht, wo Du Deine Meinung her hast, aber ich habe so seltsame Menschen/Aquarianer weder getroffen noch haben Sie sich per E-Mail an meinen Arbeitgeber oder mich gewandt.

    Bezüglich der Tiere, die man Deiner Erklärung nach früher "erfahrenen Leuten" vorenthielt, habe ich genau den gegenteiligen Eindruck. Die Büchlein von Wilkens und Wilkens/Birkholz habe ich gerade neben mir liegen und geben das Zeitkolorit Ende der 80er ganz gut wieder. Dort steht zwar wohl, dass einige Korallen nur von erfahrenen Pflegern gehalten werden sollten aber es steht bei wenigen Arten, die wir heute alle als unhaltbar akzeptieren, dass sie nicht haltbar seien.
    Auch wenn die beiden Bändchen in vielen Punkten ganz erstaunlich modern sind und das Wissen an vielen Stellen fast auf heutigem Niveau, kann man gerade in moralischer Hinsicht wenig finden, kein Abraten von der Pflege schwieriger Arten oder ähnliches.
    All diese Aussagen von mir stehen absolut in diametralem Gegensatz zu Deinen Aussagen, deswegen würde mich schon interessieren, wo Du das in meinen Augen nicht gerechtfertigte Menschenbild her hast.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner!

    Ja zum Ersten: Du hast recht, in den Büchlein von damals war zwar schon viel Wissen, aber wenig Tier- und Artenschutz. Das war auch der Zug der Zeit, wobei ich mein Menschenbild (wenn ich denn nur ein bestimmtes hätte) nicht aus 2 aquaristischen Büchlein der Gründerzeit entnehmen würde. Aber innerhalb der Meerwassergemeinde (jedenfalls der mir bekannten) gab es so etwas wie eine stillschweigende Rangordnung. Vielleicht war sie nicht tier- oder artenschutzmotiviert, sondern rein vernunft- oder sogar arroganzgesteuert, aber es gab sie und sie wurde irgendwie auch akzeptiert. So wäre ich als Anfänger mit ein paar T8 über dem Becken nie auf die Idee gekommen, Steinkorallen zu halten. Die waren damals halt schwierig und etwas für "Profis". Freilich hielten sich auch damals nicht alle an solche Vorgaben und es gab auch damals wahre Tierversuche in Aquarien. Aber wie gesagt gab es nicht die Masse an Aquarianern, so dass das auch kein Massenproblem war und ich glaube nach wie vor, das Verhältnis der beiden Gruppen zueinander war zumindest nicht schlechter als heute. Vielleicht war das anderenorts anders und Folge einer gewissen Gruppendynamik, aber ich kann insoweit nur von meinen begrenzten Erfahrungen ausgehen. Übrigens ein Wort zu den großen Fischen damals. Sie wurden weitgehend in Fischaquarien gehalten, höchstens mit ein paar Lederkorallen. Dementsprechend waren die Aquarien in Relation zu den heutigen Steinbruchbecken recht geräumig. Hinzu kam, dass wegen der schlechteren Wasserverhältnisse der (teilweise erwünschte!) Algenwuchs meist recht üppig war. Ein Traum für einen Doktorfisch oder einen Schleimfisch, der nicht gezwungen war, sich mit leberverfettendem Frostfutter einen Kugelbauch anzufressen. Es ist übrigens eine Mär, dass die Fische damals alle nur Tage oder Wochen überlebten. Das stimmt für einige Arten (wie auch heute), aber beileibe nicht für alle. Es gab ja eh meist nur die Robusteren zu kaufen.

    Und ja zum Zweiten: Man trifft "solche" Menschen selten persönlich oder man erkennt sie nicht als solche, weil sie sich nicht zu erkennen geben. Sie agieren wohl auch in der Mehrzahl eher forenfern und verkehren kaum in Meerwasserzirkeln, in denen sich Leute wie du bewegen dürften. Und vorsorgliche Anfragen an Profis starten die nicht, das wäre ja dann schon nicht mehr gedankenlos ;). Aber lies mal in Foren, vor allem solchen, die die Meerwasseraquaristik nicht zum alleinigen Gegenstand haben. Oder noch heilsamer: Stell dich ein paar mal längere Zeit in ein Gartencenter/einen Baumarkt mit Meerwasserabteilung. Was du dort hörst und siehst sowohl von Verkäufer- als auch von Käuferseite, stellt einem oft die Haare auf. Wenn du nicht so weit gehen willst, schau dich einfach hier um. Selbst im Marubis-eigenen Forum werden Doktoren in 200 l nicht nur vom Halter selbst hartnäckig verteidigt, nein, es wird von den Claqueuren auch noch lautstark über die gelästert, die den Finger in die Wunde legen. Aus all diesen Bausteinen und noch einigen dazu (wie z. B. den sehr hohen und weiter steigenden Importzahlen, der Nanowelle als billige Einstiegsdroge für Ahnungslose) kann man bei verständiger Würdigung nur zu dem Schluss kommen, dass sehr viel im Argen liegt und der so oft beschworene Fortschritt in der Meerwasseraquaristik eher ein technischer denn ein mentaler ist.
    Ein paar Lichtblick sehe ich aber auch: Dass es zunehmend Händler gibt, die trotz des Geschäftsrisikos zumindest versuchen, die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. Dass es Foren gibt, in denen wirklich wissende Leute kompetent und professionell beraten und die Aquarianerschar so an ihrem Wissen teilhaben lassen (man muss nur lernen wollen). Dass es immer mehr Leute gibt, die sich mit Zuchttieren und Farmkorallen beschäftigen, sei es als Züchter, sei es als Käufer. Und vor allem, dass bei denjenigen, die auf Missstände regelmäßig und nachhaltig aufmerksam machen, gerade eine Reihe junger Leute dabei ist, denen man noch nicht Vergangenheitsverklärung oder senil angehauchte Naturromantik vorwerfen kann. Es gibt nicht viele davon, aber es gibt sie. Und dieser Strohhalm lässt mich hoffen.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,

    weshalb bist Du davon überzeugt, dass vor 20 Jahren weniger Doktoren in 200 l gehalten wurden als heute?

    Vor 20 Jahren gab es nur T8 (HQI war noch ganz am Anfang), folglich wurden fast alle Steinkorallen damals unter T8 gehalten und man kann heute wie damals Steinkorallen unter T8 halten, sogar Acroporas und auch Tridacnas, zumindest T. squamosa. Da hat sich nicht wirklich viel geändert.
    Dass Du die Fischbecken von damals als Positivbeispiel bringst, ist mir mehr als unverständlich. Umkehrosmose war noch nicht so allgemein verbreitet wie heute und z. B. das eichstätter Leitungswasser hat von vornherein 35 mg/l Nitrat gehabt. Ohnehin dürften damals Nitratgehalte von 50, 100 und mehr mg/l und 5 % Wasserwechsel im Monat normal gewesen sein. Aber das tut dem Auge nicht so (eingebildet) weh, wie ein Z. flavescens in 200 l. Also lieber ein Fisch mit Lochkrankheit in einer Dreckbrühe als in 200 l bei einwandfreier Wasserqualität ?(? Und wenn Du Dich vor 20 Jahren neben eine Händler gestellt hättes und zugehört hättes, was der dem Anfänger alles einpackt, naja .... Tut mir Leid, meiner Meinung nach leidest Du hoffnungslos an Nostalgie.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Tut mir Leid, meiner Meinung nach leidest Du hoffnungslos an Nostalgie.

    moin wolfgang,

    wollte auch grad etwas schreiben, aber hänge mich der einfacheit halber an h-w's fred dran. :winking_face:

  • Karl Valentin: Früher war alles besser, sogar die Zukunft war früher besser. :ylol.

    ... mal Tatsachen: Vor 20 Jahren bekam man vom Händler so wertvolle Tips wie: "Da tust Du einen Löffel Natron in dein Aquarium, dann wird dein Wasser schön klar!" Dass das die ganze Wasserchemie über den Haufen wirft, wusste weder der Händler noch der Aquarianer, die Plerogyra und die Wildfang-Tridacna haben sich bestimmt gefreut ?(.

    Und wenn man sich vor 20 Jahren zuverlässig informieren wollte gab es die Bändchen von Wilkens und Birkholz/Wilkens als zuverlässigste und modernste Quellen, danach kamen dann ältere Bücher von Wilkens, Klausewitz und Mayland, eher noch aus den 70ern und die lies Dir mal, was da alles an Fischen empfohlen wird und die stelle Dir mal in Relation zu einem 500- oder 800l-Becken vor, Naso lituratus, Naso brevirostris, Acanthurus dussumieri. Ich glaube nicht, dass damals alle Welt Großaquarien zu Hause hatte, woher auch?

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (8. Januar 2010 um 08:38)

  • Hallo Wolfgang!

    Ich bin derjenige um den es mit dem Doc in 210 Litern geht. Nur nochmal zur Info: Ich stell mich hier nicht hin und sage, dass man einen Doc in 200 Liter halten soll. Habe auch schon einigen Anfängern abgeraten in anderen Foren oder auch hier bei mir in der Umgebung, die sich einen zulegen wollten.
    Für meines erachtens geht es meinem Doc sehr gut, auch wenn der Schwimmraum bei 210 Litern etwas wenig ist. Er kam als Mini Doc damals zu mir und ich denke mal das er sich an das Aqua in irgendeiner Weise gewöhnt hat. Ich werde mir bestimmt auch keinen Doc oder ähnliches holen mehr holen, selbst wenn ich in den nächsten zwei bis drei Jahre auf 400 Liter vergrößere.
    Da aber auf den Leuten immer gleich herum geritten wird, die in einem kleineren Becken einen größeren Fisch pflegen, stellt sich mir ab und zu auch die Frage, warum wird zu den Aquarianern, die Becken mit 600 oder 800 Litern haben, zugeknallt mit Korallen und Steinen, mehrere Docs oder Großkaiser halten nichts gesagt, die bestimmt auch nicht viel mehr Schwimmraum haben als ein Doc in einem kleineren Aqua? Da heißt es dann, der hat ein 800 Liter Becken und das ist groß genug.
    Das beißt sich in meinen Augen auch gewaltig.


    Gruß Sven


    PS: Ich finde auch das jeder von uns versuchen sollte Korallen zu vermehren und evtl sogar Fische groß zu ziehen und diese weiterzugeben,um Naturentnahmen deutlich zu verringern.

    2 Mal editiert, zuletzt von svenn1973 (8. Januar 2010 um 09:03)


  • @all: Sorry, das war jetzt ziemlich offtopic, aber da konnte ich einfach nicht stillhalten!

    Gruss Ruedi

    Seit 23.2.2007 / Seit August 2017 stillgelegt
    AQ: L300,B150,H80 / CL Abyzz 4xA400 / Rückförderung A200 / LED AI HYDRA 52/ Genisis Bandfilter / Diakat B+ / JNS Abschäumer

  • Hallo zusammen,

    warum sollen die Flavescens-Zahlen nicht stimmen? Schaut euch mal die Anzeige hier an. Gut, wahrscheinlich kein Flavescens dabei da Import aus Indonesien aber es geht mir auch mehr um die schiere Anzahl der Fische. Es ist EIN Import von EINEM Händler aus EINEM Land der sicher nicht nur einmal im Jahr importiert.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan_Servus (8. Januar 2010 um 11:09)

  • Hi zusammen


    mal eine naive Idee am Rande,


    "Der Meerwasser Aquarianer"

    Ausgabe Dezember 2011 = Thema; Wie große sollte ein Fisch für welches Aquarium sein


    "Die Koralle"

    Ausgabe August 2010 = Thema, Wann fühlen sich Doktorfische wohl


    Messe Sindelfingen 2011

    Referat von Wolfgang und Hans Werner = Einsteiger und die ersten (Groß) Fische

    zusätzlich 1 Stand wo duskutiert und erklärt wird


    Interzoo 2010

    Referat von Joachim Großkopf = Richtige Technik für Fischbecken


    Verein Marubis (an den Kosten würde ich mich gerne beteiligen)

    Rundschreiben an sämtliche Händler = Fische verkaufen, Was und an Wen (Aquriengröße gemeint)


    oder einfach einen Verein für genau diese Interessen gründen
    (1 Mitglied ist sicher) :winking_face:


    usw. usw.

    man könnte da jetzt noch vieles überlegen um ein Bewußtsein zu ändern, die gesamte Situation an der Basis zu vebessern kann aber nur Erfolg auf Änderung bringen

    wenn es nicht irgendwann der Gesetzgeber machten soll

    man muss die Jäger zu Sammlern machen, selbst wenn man nicht alle erreicht
    für unser Image als Naturvernichter wäre es sicher gut

    lg Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo zusammen,

    das mit den Grosskaisern und Doktorfischen in Becken von 800L +/- 200l ist mir auch schon desöfteren aufgefallen. Da sagt keiner, Mensch das Becken ist für die zu klein. Ach was, gönn deinem gelben Doc doch noch einen Partner... :winking_face:

    Gruß Sebastian

  • HI

    Ja

    Ich hab die Arbeit von Collette eine Zeitlang begleitet
    und alle Daten konnten Anonym angeben werden und es wurden sowohl die Exportdaten , wie auch
    die Importdaten erfasst

    Ich halte die Arbeit für sehr genau

  • Hi Claude,

    habe es eben korrigiert, sind 6 Jahre, wenn man 97 und 02 mitzählt oder von Stichtag zu Stichtag, dann wären es 5 Jahre.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Claude,

    danke für die Zahlen. Gibts die ab 2003 auch? Die Meerwasseraquaristik dürfte doch seitdem massive Wachstumsraten haben oder? 2003 kam auch findet Nemo im Kino neben Clownies wollten da ja sicher auch viele die gute Dori? Wäre interessant wie die Zahlen z.B. beim hepatus gestiegen sind.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo zusammen,

    das von Claude verlinkte Dokument kann man hier herunterladen und ein weiteres kritisches Dokument, das sich mit der nachhaltigen Nutzung von Riffen für den Aquaristikhandel beschäftig von 2002.

    Beide sind schon ein paar Jahre alt und mittlerweile hat sich einiges getan, z. B. werden nach meiner Beobachtung Korallen überwiegend in ausgesuchten Farben auf Ablegersteinen gehandelt.

    Dass sich dadurch auch der Blick der Artenschutzorganisationen auf den Aquarienhandel geändert hat kann man hier nachlesen. Man folge auch mal dem Link im Link und dann ab S. 62. Hier ein Auszug von S. 65: In addition, in the Philippines, the certification process is bringing the “best practices” developed for the aquarium trade into broader Fisheries Management Plans and has led to strengthening of seven notake Marine Protected Areas (MPAs). By closely linking no-take areas with aquarium fish collection, there is improved willingness in local communities to support and manage the MPAs (Shuman et al., 2004; MAMTI and MAC, 2007). Das zeigt vielleicht, dass ich mit der Einschätzung der Rolle des Aquarienhandels nicht so ganz daneben lag.

    Man bedenke auch, dass sich durch die Korallenzucht oder von mir aus auch nur durch das Fragmentieren das Verhältnis der Fischer zu den Korallen ändert und die Korallen als etwas wertvolles, als etwas, dessen Wert man auch in Geld beziffern kann, wahrgenommen wird. Ebenfalls ein Beitrag zu Bewusstseinsänderung.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hi Stefan

    Ne da hat sich net gross was geändert
    Die meisten Nemos sind eh schon Nachzuchten und soviel NEMO Aquarien sind nun auch nicht gekauft worden
    Da wird jedesmal ein Hype gemacht und nur weil sich das Internet weiter verbreitet und die Informationsquellen
    immer mehr werden heisst es ja nicht das es deswegen mehr geworden ist.

    Es ist halt wie mit Nachrichten

    Wenn du da zuhörst könnte man denken Deutschland versinkt im absoluten Schneechaos
    dabei ist es endlich mal ein ganz normaler Winter .....

  • Über solche "Zahlen" läßt sich immer trefflich streiten, weil es meiner Meinung nach keine wirklich seriösen Quellen dafür gibt.

    Viel wichtiger scheint mir die Frage: WER ist eigentlich ein Meeresaquarianer?

    Jemand der ein fertiges Nano kauft, 20 Fische in sechs Monaten verheizt und dann alles entnervt in den Keller stellt?
    Sind diese Leute nicht vielleicht konsumtionell in der Überzahl.
    Von denen wird man nie etwas hören oder lesen oder gar verlässliche "Verbrauchszahlen" bekommen.

    Einfach nur mal Samstag früh in einen großen Zoofachmakrt gehen und eine halbe Stunde den Verkaufsgesprächen lauschen.
    Danach hat man keine Fragen mehr (ohne daß ich hier aber eine Handelsform oder jemand persönlich dafür verantwortlich machen möchte, das ist bei Hamster, Huhn oder Katze auch nicht anders, nur da fragt keiner, außer vielleicht die Futtermittelhersteller)

    Für Leute, die Probleme mit dem Aquariumfischfang haben:

    Stellt Euch einfach mal ein Grundschleppnetz von 10m Breite vor, welches täglich tausendfach mehrere Kilometer über den Meereboden geschleift wird und Ihr bekommt eine leichte Ahnung davon, wie philosophisch diese Art von Diskussion hier ist.

    Damit es nicht ausartet: Ich war Fischereibiologe und weiß wovon ich rede!
    Ich selbst betreibe aus Gewissensgründen (ohne jemandem etwas vorwerfen zu wollen) keinen Fischverkauf mehr, habe aber noch ein paar Aquarien.

    So vielschichtig kann die Welt sein....

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!