Biologie anregen - Mandarinfische

  • Ich habe Mandarin Fische in meinem Aquarium (450l) . Leider sind mir zwei verstorben ich vermute er ist verhungert. Ich gebe zwar ab und zu Lebendfutter ins Aquarium und versuche generell die Biologie anzuregen aber irgendwie komme ich nie weiter mit Tieren die sich von sowas ernähren. Hat jemand von euch Tipps? Eventuell was man füttern könnte oder wie man die Biologie anregt damit sich Kleinstlebewesen vermehren?

  • Im Prinzip zwei Schritte:

    "Animpfen" mit Lebendgestein, am besten regelmäßig kleine Brocken alle sechs Monate

    Füttern der Korallen mit Staubfutter und ähnlichen Sachen, da vermehren sich die Kleinkrebse fast explosionsartig. Bei mir ist das Min S, Coral Dust, Coral Sprint, Microplancton, Calanus Plankton. Leider gehen auch die Glasrosen darauf mit extremer Vermehrungsrate ab.

    Da kommt kein Leierfisch gegen an, aber es erfordert auch regelmäßige Fütterung der Korallen, die Microfauna holt sich dabei ihren Teil und gedeiht.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Irgendwie kommt mi das Thema bekannt vor, hatten wir das nicht vor paar Wochen oben Monaten schon einmal?

    Ja da war ich noch relativ am Anfang aber hey man kann sich ja auch in dem Thema weiterbilden und jeder ist mal Anfänger und lernt aus seinen Fehlern bzw. Lernt einfach dazu. Ich achte auf meine Werte und liebe meine Tiere. Und möchte das es ihnen gut geht. Hier sind paar Bilder falls du noch Ideen hast wie man was umgestalten kann um mehr Biologie zu bekommen. Ich weis es fehlen noch mehr Korallen wahrscheinlich um das auch hinzubekommen. Ich fülle es nach und nach. Nicht jeder hat Geld um sich so eine Masse direkt ins Becken zu machen

  • Hallo zusammen!

    Das Fressquantum der kleinen Leierfische ist hoch. Leider sind wir oft dem Irrtum unterlegen, dass von der Grösse her gesehen, diese Fische auch die Bestbesetzung für ein kleineres Aquarium wären. Im Prinzip, ja. Wenn dem nicht die Futterfrage entgegenstehen würde. Je kleiner das Aquarium, desto kleiner wird die Grundfläche sein, desto spärlicher der Aufwuchs der Beckenfauna, und desto geringer das natürliche Futterangebot. Leierfische sind "Dauerpicker", also permanente Futtersucher. Dem müssen wir gerecht werden.
    Einerseits ist der Drang oft gross, diese hübschen und auch etwas skurilen Fische gleich als Erstbesatz einzusetzen. Andererseits fehlt zum grossen Teil die Expertise, sie artgerecht zu pflegen. Bruder Leichtsinn wird sich bei der Futterfrage schnell in Schwierigkeiten bringen. Da die Paarhaltung von Fischen stets im Vordergrund steht, ist es ein natürliches Verlangen, dem auch hier gerecht zu werden. Leider vergisst man allzu oft, dass sich dann in einem kleineren, schwach besiedelten Becken 2 Fresser das karge Angebot von Kleinstlebewesen teilen müssen. Es wird sich bald zeigen, da ist einer zuviel! Warum geht man in solchen Situationen nicht den einfacheren Weg und setzt die Fische nacheinander ein? Zuerst das kleinere Weibchen. Lässt der gute Ernährungs- und Allgemeinzustand des kleineren Fischchens es zu, kann zu einem späteren Zeitpunkt der männliche Part folgen. Falls nicht, wäre das Zusetzen eines Partners unverantwortlich.
    Ein Single im Aquarium lebt auch nicht schlecht.:smiling_face:

    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Servus Lisa,

    Bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber hast du nicht auch noch Drachenkopfseenadeln im Becken ?
    Die stehen in direkter Konkurrenz zu den Mandarinfischen da sie fast genau den selben Speiseplan haben.
    Bei der Beckengröße würde ich an deiner Stelle nur eine von den beiden Arten pflegen und auch auf Lippfische verzichten.
    Mein Pärchen Synchiropus splendidus ist bei 360L netto (Armatus 500XD) die einzige Art an Fischen die auf Copepoden, Gammariden, etc. angewiesen sind und die sind bei mir rund und gesund.

    LG :smiling_face_with_sunglasses:

    Stephan

  • Oder ein ordentlich großes Refugium anschließen (ohne Fische!), in dem genügend Kleinkram gedeihen kann.

    LG Burkhard

  • Futterzucht mit Copepoden

    Ich empfehle immer die für mein Empfinden etwas einfachere Variante mit Artemia nauplien. Meiner Meinung nach kommt man nicht leichter an eine ordentliche Menge Lebendfutter. Kostet wenig, wenig zeitlicher Aufwand, viel Ertrag 🤷 Annahme ist eigentlich auch sehr gut.

    Was ich mich immer Frage ist, wie Fische über mehrere Wochen langsam verhungern und keiner tut was dagegen. Man hat sich ja im Vorfeld über die Fische informiert, hatte bereits viele und gute Tipps zum Tier und zur Fütterung d.h. man weiß, er ist heikel bei Futter und beobachtet den Fisch nicht und bemerkt nicht, dass er immer dünner wird bzw das Loch im Bauch immer größer? Wenn ich sowas bei mir entdecke, leite ich umgehend Maßnahmen ein, und wenn es zB ist Lebendfutter zu kaufen.

    NZ sind vielen zu teuer oder selten zu bekommen. Wildfänge ans Futter zu bekommen zu aufwendig und dann überlässt man es dem Glück, ob sie genügend Nahrung im eigenen Becken finden oder ans Ersatzfutter gehen. 🤷 "Die Zeit wo du hast, friss mein Ersatzfutter oder verhungere eben" für mich ist das Geld und das Tier zu Schade, um es dem Glück zu überlassen. Ich verstehe es halt nicht oder übersehe ich was?


    PS: Soll kein Angriff auf den Thread Ersteller(in) sein, aber es gibt ja immer wieder und regelmäßig diese Situation.

    VG

    Chris

  • Was ich mich immer Frage ist, wie Fische über mehrere Wochen langsam verhungern und keiner tut was dagegen. Man hat sich ja im Vorfeld über die Fische informiert, hatte bereits viele und gute Tipps zum Tier und zur Fütterung ......

    Da setzt du aber voraus, was nicht der Normalität entspricht. Etliche Käufe finden im Internet statt. Hier ist in der Regel Beratung nicht gegeben. Wer das erkannt hat, sollte die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Auch in der lokalen Szenerie trennt sich nur mühsam die Spreu vom Weizen. Woher sollen denn die nötigen Informationen kommen? Eigeninitiative ist in gewissen Kreisen ein Fremdwort.

    Der Pessimist klagt über die in die Hose gehenden "Spontankäufe". Der Optimist hofft, dasss sie bald vorbeigehen. Der Realist sieht eine ungewisse Zukunft.....

    Gruss

    Hajo (Realist)

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Da setzt du aber voraus, was nicht der Normalität entspricht.

    Was ist denn in unserem Hobby "normal" ?

    Ich finde es sollte normal sein, dass man sich vorweg mit der Materie beschäftigen, eingehend informieren, alle Für und Wider abwägen sollte bevor man zum Kauf, Aufbau und anschließendem Besetzen übergeht.
    Spontankäufe gehen in der Regel in die Hose wenn man sich vorher gar nicht informiert hat und das passiert leider laufend wie man auch hier lesen kann.

    Ich wollte eigentlich immer schon ein MWA haben und als es dann an Planung und Umsetzung ging, habe ich schon 1 Jahr vorher alle Informationen die man nur kriegen kann geistig aufgesaugt und so gut es geht in mein Projekt einfließen lassen.
    Als Besatz wollte ich von Beginn an immer schon ein Pärchen Mandarinfische, denn als ich die zum ersten Mal gesehen habe, sind mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen.
    Nachzucht war damals bei uns nicht wirklich zu bekommen, also habe ich so lange gewartet bis (Plan A) es im Becken von Copepoden und Gammariden nur so gewimmelt hat und mein Ablegerbecken läuft parallel als Backup (Plan B) ohne Fische falls die Nahrung für die beiden mal knapp werden sollte, was bis dato nicht eingetreten ist.
    Anderer "pickender Besatz" wie Seenadeln, Lippfische, etc. kam daher gar nicht in Frage.
    Plan C als Rettungsschirm eine Vereinbarung mit meinem Händler die beiden zurückzunehmen und diese dann in sein Ablegerbecken zu geben, weil er ohnehin welche einsetzen wollte.
    Natürlich wurden die beiden mit Argusaugen täglich begutachtet und wenn die Bäuche sich nur geringfügig reduziert hätten, hätte ich sofort eingegriffen.

    Fische verhungern zu lassen und sich anschließend gleich noch mal neue zu kaufen ohne sich einen Kopf zu machen warum das passiert, ist gelinde gesagt Tierquälerei und man darf sich dann nicht wundern wenn man hier in diesem Forum ziemlich scharf dafür kritisiert wird.
    Von den beiden Seenadeln hat man übrigens auch nichts mehr gehört ...

    An deiner Stelle würde ich die Fische zurückgeben.

    LG :smiling_face_with_sunglasses:

    Stephan

  • Schon richtig, dass es auch solche gibt. Aber wer lange in Foren unterwegs ist, kommt regelmäßig zu diesem Thema. Man spricht es an, gibt Empfehlungen ab ... oft wird trotzdem gekauft und wundert sich dann, entgegen der Empfehlungen und Tipps, dass sie verhungern. Ich mein genau diesen spezifischen Fall. Und alle sagen, die Fische hängen an einem und man gäbe alles für das wohl der Fische, bekommt aber einfachste Tipps und Tricks nicht umgesetzt 🤷 als wäre man beratungsresistent oder scheut die Aufwände oder man setzt zu sehr auf sein eigenes Glück 🤔

    VG

    Chris

  • Natürlich wurden die beiden mit Argusaugen täglich begutachtet und wenn die Bäuche sich nur geringfügig reduziert hätten, hätte ich sofort eingegriffen.

    Sehr ähnlich würde ich auch agieren, aber es gibt viele, die es so nicht machen. Liegt das an mir, meinen spezifischen Voraussetzungen oder setze ich zuviel voraus

    VG

    Chris

  • Liegt das an mir, meinen spezifischen Voraussetzungen oder setze ich zuviel voraus

    Nein, mit Sicherheit nicht nicht zu viel. Sollte eher als Mindestanforderung gesehen werden.
    Egal welches Haustier du hast, es ist von dir abhängig und wenn du dir eines anschaffst, dann trägst du auch die volle Verantwortung dafür.

    LG :smiling_face_with_sunglasses:

    Stephan

  • Zur Gewöhnung von Wildfang Mandarinfischen an Frostfutter empfehle ich ein möglichst großes Einhängebecken. (Filterabteil, wenn nicht zu stark durchströmt, geht auch. Lampe dann nicht vergessen.) Darin müssen die Tiere täglich mit lebenden Artemien versorgt werden. Entweder selbst zum Schlupf bringen, separat vermehren, oder im Geschäft kaufen. Dazu werden jeden Tag verschiedene Kleinstfuttersorten an Frostfutter gereicht. Mit der Zeit probieren die Mandarins ab und an auch das Frostfutter und dann hat man es geschafft. Dadurch dass die Fische in dem kleinen Behältnis dauerhaft Kontakt mit verschiedenem Futter haben, müssen sie es fast mal probieren. Artemien sind auf Dauer nicht ausreichend, da der Nährwert nicht 100 prozentig geeignet ist für Meerwasserfische.

    Die Methode hat zwei hungernde Mandarins ans Futter gebracht. Im Aquarium selbst können sie dem Frostfutter zu sehr ausweichen und probieren es meist gar nicht. Anfangs muss man sie leider dazu zwingen.

    Wenn die Fische wieder im Hauptbecken leben, ist es wichtig, bei der Fütterung für etwa zehn Minuten die Strömung abzustellen. Die gemächlichen Fresser können sonst kaum Frostfutter aufnehmen. Das Einschalten der Pumpen danach nicht vergessen. Viele Pumpencontroller haben auch eine Funktion, welche nach einer gewissen Zeit die Pumpen wieder anlaufen lässt.

    Beim Köl.. Zo. gibts ab und an lebende Calanus Copepoden im Beutel zu kaufen. Diese lassen sich wahnsinnig leicht in irgendeinem kleinen Behältnis vermehren. Anfangs sind sie mir immer weniger geworden, trotz Fütterung mit lebendem Phytoplankton. Dann bin ich drauf gekommen, dass die Dinger Zeug vom Boden fressen, obwohl sie auch viel frei schwimmen. Als ich dann täglich ein paar Perlen von abgelaufenem Dr. Bassler Matrine Granulat gefüttert habe, haben sich die Copepoden daraufgestürzt und sich fast schlagartig vermehrt. Gute Wasserqualität ist denen ziemlich egal. Verdunstetes Wasser sollte aber regelmäßig ersetzt werden.

    Ich hoffe, das hilft Dir und Deinen Fischen, auch wenn Du vielleicht aufgrund der (nachvollziehbaren)Prügel hier nichts mehr schreibst.

    Auch hoffe ich, dass es anderen hilft, welche nach dem allseits bekannten Problem mit der Nahrungsaufnahme bei Leierfischen das Internet durchforsten.

    Schönen Gruß
    Xaver

  • Ich habe Mandarin Fische in meinem Aquarium (450l) . Leider sind mir zwei verstorben ich vermute er ist verhungert.

    Moin,

    Stellt sich mir auch die Frage, wieviele Mandarinfische überhaupt im Becken waren. Bei der o.g. Formulierung liegt es nahe, dass mehr als zwei Manarinfische im Becken waren. Das sollte grundsätzlich unterlassen werden. Selbst die innerartliche Aggression kann erheblich sein. Bei mir hat ein Männchen nach Monaten der Harmonie seine Partnerin erledigt. Verschiedene Arten von Leierfischen können eine ähnliche Aggression zeigen wie geschlechtsgleiche Tiere der gleichen Art. Bei mir ist trotz 600 L ein Weibchen an vermutlich an Laichverhärtung eingegangen, dass Männchen, welches immer FroFu aus der Wassersäule gefressen hat, war kurze Zeit später leider auch eingegangen. Es hat einen Grund, warum diese Gattung im MeWa-Lex als Expertentier eingestuft wird. Was nicht zwangsläufig für NZ gilt, da kann aber das Problem sein, dass die Fische für eine sichere Geschlechtsbestimmung zu klein sein können. Nur weil wir die Geschlechter nicht bestimmen können heißt das nicht, dass die Fische das nicht können. Und dann sind wir wieder bei Aggression, Unterdrückung und resultierender Futterverweigerung.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

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