Nitrat und Phosphat zu gering

  • Moin zusammen,


    ich habe vor etwa 10 Wochen mein erstes Meerwasseraquarium gestartet.


    Nach dem Start habe ich alle Wasserwerte getestet und bis auf die Nährstoffe war alles top.


    Im Fachhandel habe ich dann gefragt wie ich Nitrat und Phosphat in den gewünschten Bereich bekomme.

    Mir wurde ATI Nutrions verkauft, was ich seit dem auch dosiere.


    Ich bin mit der empfohlenen Dosierung von ATI gestartet und habe diese für ein paar Wochen eingehalten.

    Werder Nitrat noch Phosphat konnte ich damit in den nachweisbaren Bereich bringen.


    Daher habe ich die Dosis von Woche zu Woche gesteigert und bin jetzt bei der 7fachen Menge.

    Zudem füttere ich auch alle 2 bis drei Tage etwas Staubfutter dazu.


    Nitrat konnte ich mal ein paar Tage bei etwa 0,5mg/L nachweise. Phosphat bleibt konstant 0.


    So langsam traue ich mich nicht mehr die Dosis zu erhöhen.


    Was würdet ihr vorschlagen?


    Meine Werte gemessen mit JBL Meerwasser LAB:

    Temperatur:25°C

    Dichte: 1,0233

    PH: 8

    KH: 8

    Ca: 420

    MG: 1380

    NH4: 0

    NO2: 0

  • Nutritions sind nicht dazu da, um Nitrat in einen höheren Bereich zu bringen. Übrigens No2(Nitrit), wenn Du das wirklich meinst, sollte kaum oder nicht nachweisbar sein. Wir sprechen hier von NO3 = Nitrat. Es handelt sich bei Nutrition N um Aminosäuren, die direkt vom System und den Korallen verstoffwechselt werden können und dann so gut wie weg sind.

    Bei Phosphat(P04 = Ortho-Phosphat) sieht es etwas anders aus, das kann damit in einen nachweisbaren Bereich, am Besten um 0,05mg/l gebracht werden. Beide Nährstoffe (Pitrat und Phosphat) dürften in die frische Deko gehen und dort die Bakterienfilme aufbauen. Das war jetzt, ohne Dein Becken näher zu kennen genau so aus der Hüfte geschossen wie Deine Fragen, bei denen mir eine Vorstellung Deines Beckens(aussagefähiges Bild etc.) fehlt.

    Übrigens, ich halte im Meerwasserbereich nicht viel von den JBL-Tests.

  • Moin Fellnase,


    vielen Dank für die Antwort.


    Ja ich meine Nitrit, welches natürlich nicht nachweisbar ist.

    Da ich aktuell nur eine kleine Klinik Crew

    1x Wellhornschnecke

    3x Monetaria annulus (Goldring Kaurischnecke)

    3x Clibanarius rutilus (rote Einsiedler)

    habe und keine Fische, kann da auch nicht viel entstehen.


    Die JBL Tests fand ich relativ gut und habe auch nichts negatives gelesen.

    Da ich aus dem Frischwasser Bereich komme, hatte ich noch nie Probleme mit zu wenig Nitrat.


    Wie kann ich denn am besten das Nitrat erhöhen.


    Gruß Hagen

  • Nitrat ist nicht relevant. Korallen müssen zur Verwertung von Stickstoff aus Nitrat einen höheren Stoffwechselaufwand betreiben als durch die Verwertung des Stickstoffs aus den Aminosäuren. Nitrit habe ich selbst noch nie gemessen, weil es im Meerwasser erst bei sehr hohen Werten, wenn überhaupt, Auswirkungen hat und in der Regel nur bei der Bestimmung der genauen Abweichung der Messwerte beim Nitrat herangezogen wird.

    Ich glaube Du verwendest die chemischen Bedingen aus dem Süsswasser auch auf das Meerwasser an. Das ist irreführend und im Meerwasser stark abweichend. Bitte erst über die Basics schlau machen, z.Bsp. in der SEAZ, den Podcasts und/oder Videos von Jörg Kokott oder ATI,wenn Dir umfassendere Lektüre zu aufwändig ist. In der SEAZ (Sangokai Emfehlung A-Z) steht alles Wesentliche ausführlich und doch einfach erklärt drin auch ohne Bezug auf das Sangokai-System. Das musst Du aber nicht alles akribisch durcharbeiten. Mir dient es im hauptsächlich noch als Nachschlagewerk.

  • Hast du deine JBL-Tests mit einer Referenzlösung gescheckt ?


    Wie Burkhart schon erwähnte, gelten die JBL im Meerwasserbereich als eher nicht empfehlenswert. Für SW, gut, bis auf Nitrat, der zeigte bei mir immer krass zu wenig an.

    Vielleicht lässt du mal ne ICP machen. Gleichzeitig mit Probennahme, selbst messen.

  • Wie Burkhart schon schreibt, ist Nitrat eher unwichtig bzw. auch schädlich bei hohem Nitrat und sehr niedrigem Phosphat. Die meisten Empfehlungen bewegen sich im Bereich 0,5-5 mg Nitrat. Und das auch hauptsächlich, um einen Stickstoffmangel auszuschließen. Wenn du etwas Nitrat nachweisen kannst, ist in der Regel ausreichend Stickstoff im Becken vorhanden. Bei "0" Werten weiß man halt ohne entsprechende Erfahrung nicht, ob vielleicht doch zu wenig Stickstoff vorhanden ist. Da du ATI N dosierst, würde ich mir da keine Gedanken machen.

    Viele empfehlen ein Verhältnis von Nitrat zu Phosphat von 100:1. Also wenn du einen Phosphatwert von 0,05 im Becken hast, wären 5mg Nitrat "ideal". Wobei das kein Gesetz ist, aber halt aus Erfahrung ein guter Anhaltspunkt für ein ausgewogenes Verhältnis.


    Prüfe unbedingt den Phosphat Test. Wenn einem etwas komisch vorkommt, immer erst die Geräte und Tests gegenprüfen. Wenn du tot gestartet hast, kann das Gestein schon erhebliche Mengen an Phosphat aufsaugen. Es ist recht typisch, dass da am Anfang relativ viel Phosphat verschwindet. Leider dreht sich das irgendwann und die Werte steigen.

  • Kauf dir Mal ne Referenzlösung und überprüfe deine Tests, ich vermute eine gewisse Ungenauigkeit in der Ergebnissen.


    Du kannst ja auch 100 ml Osmosewasser und entsprechend mit Nutrition P das PO4 auf 0,05 dosieren, anschließend mit deinem Test prüfen.

  • Moin zusammen,


    vielen Dank für die vielen Hinweise.

    Vor allem für die entsprechende Lektüre, die ich jetzt mal nutzen werde und mich weiter in den Stickstoffkreislauf im Meerwasser einarbeite.


    Meine Tests habe ich bereits gegen Referenzen gefahren. Dabei habe ich sowohl verdünnte Nutrions genutzt als auch mein 450 Liter Süßwasserbecken. Die Ergebnisse sahen gut aus. Ich werde jetzt mal eine ICP Full machen um sicher zu gehen.


    Das Nitrit in einem stabilen MW Aquarium eine geringere Rolle spielt habe ich schon gelesen. Viele Lektüren raten aber in der Stabilisierungsphase dadrauf zu achten und das würde ich auch sicherheitshalber immer machen.


    Das Nitrat nicht relevant ist kann ich ich noch nirgends bestätigt bekommen.

    Alle meine Korallen ernähren sich durch die Symbiose mit Zooxanthellen. Diese Algen benötigen Stickstoff, welchen sie in Form von Nitrat und Ammonium aufnehmen.

    Ein Limitierung dieser Stickstoffverbindungen, so wie ich sie gerade messe, kann die Korallen schädigen.


    Vor allem bei meiner Euphylia konnte ich dies beobachten. Daher habe ich auch die Dosis der Nutrions angehoben. Das hat einen sichtlichen Erfolg gebracht, da sie ja gerne hohe Nährstoffwerte mag.


    Nochmal vielen Dank

    Gruß Hagen



  • Hallo Hagen,


    die meisten haben Fische und die scheiden Ammonium aus. Das wird von den Korallen vorzugsweise aufgenommen. Nitrat muss erst reduziert werden, dient aber auch als Stickstoffquelle. Ein echter Stickstoffmangel ist eher selten, kann natürlich vorkommen. Wenn du N dosierst und es den Korallen besser geht, dann mach das weiter. Aber es liegt nicht am fehlenden Nitrat, sondern am fehlenden Ammonium. Das kann vorkommen, wenn frisch gestartet wird und keine Fische im Becken sind. Wie oben geschrieben, fühlen sich die meisten Aquarianer auf der sicheren Seite, wenn Nitrat minimal nachgewiesen werden kann.

    Nitrat ist ja die letzte Oxidationsstufe und wenn es nachweisbar ist, steht genügend Stickstoff zur Verfügung.

  • Moin argonaut,


    die Nitrifikation und Denitrifikation habe ich nochmal nachgelesen und sehe das auch so.

    Ist ja auch identisch zum Süßwasser.


    Ich habe allerdings nur ein Blenny, also 60 Liter. Da sieht das im Meerwasser mit Fischen ja mau aus.


    Ich werde jetzt mal ein paar von meinem Mollys umgewöhnen.


    Die passen gut ins Becken, sehen nicht schlecht aus, sind echte Algenvernichter und produzieren gleich noch ein paar Nährstoffe.


    Gruß Hagen

  • Moin Linkstein,


    die Lanze mit Knallkrebs fand ich super interessant. Vor allem da ich die Symbiose mega interessant finde.


    Nano Grundel sollen sehr sensibel sein und erst in wirklich stabile Becken gesetzt werden.

    Trimma gehört da ja auch zu.


    Ist das richtig?


    Gruß Hagen

  • Moin,

    Es gibt auch ein paar kleinbleibende Schleimfische, die kann man im MeWa-Lex mal recherchieren. Da sind ganz putzige Gesellen darunter, v.a. aus der Escenius-Gruppe.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "


    Beste Grüße


    Stefan

  • moin,


    nun, trimmas und ähnliche winzfische sind eher etwas fürs auge als zur ausreichenden erzeugung von stickstoffen.


    bei ordentlichem korallenwuchs wir man über dosierungen nicht herum kommen.


    wobei ich auch so wie sandy immer darauf hinweise, dass auch solche wirbellosen incl. den oft unbeliebten borstenwürmern auch zur nährstoffversorgung beitragen.

  • Sie sind definitiv ein Hingucker und sehr interessant zu beobachten, besonders als Paar. Allerdings nicht ganz kompatibel mit SPS-Korallen, da sie dort gerne Flecken freibeißen für ihr Gelege. Da sind ein paar dicke Turbo fluctuosus vielleicht noch besser als Nährstoffproduzenten.

  • Naja, wenn man nur einzelne SPS Stöckchen hat kann das ein Problem werden, bei einer Koralle größer als eine Faust ist das völlig problemlos.


    Man kann auch Opferkorallen einsetzen wenn die das übertreiben. Bei mir hat eine Fingerlederkoralle Wunder gewirkt.


    Viele Grüße,

    Rüdiger

  • Moin zusammen,


    ihr seid wirklich klasse.

    Vielen Dank für die vielen Ideen.


    Seit heute morgen läuft die Umgewöhnung von ein paar Mollys aus meinen großen Becken. Fällt nicht auf wenn die fehlen. :grinning_face_with_smiling_eyes:


    Ein paar mehr Schnecken dürfen es noch sein, denke ich.

    Ich habe über Cerithium sp./Nassarius sp. nachgedacht, damit der Bodengrund etwas mehr gereinigt wird.


    Gruß Hagen

  • Hallo Hagen,


    ich habe vor 2-3 Monaten auch zwei Mollys umgewöhnt. Die schwimmen jetzt in meinem kleinen Quarantänebecken. Quarantäne für Korallen, die von den Feilenfischen im Hauptbecken angeknabbert werden.


    Viele finden das ja furchtbar bis hin zu verwerflich. Es ist schon so, dass Mollys in Riffbecken irgendwie seltsam wirken. Sie verhalten sich so gar nicht wie die üblichen Riffbewohner: sie verstecken sich nicht, sind treudoof und kennen scheinbar keine Angst. Und sie müssen sich sehr an die Strömung gewöhnen.

    Es gibt Berichte, dass die sonst scheueren Rifffische in Anwesenheit von Mollys deutlich länger und öfters im Becken zu sehen sind. Die denken sich wahrscheinlich, wenn die Kollegen so unbedarft durchs Becken schwimmen, kann kein Feind in der Nähe sein.


    Ich würde die Fische nicht in einem größeren Riffbecken halten, dafür gibt es zu viele interessante echte Riffbewohner. Allerdings haben die Mollys ein paar schlagende Vorteile, vor allem in kleineren Becken: sie sind nicht scheu, sie stammen alle aus Nachzucht, sie sind sehr krankheitsresistent, einfach zu halten und dazu noch sehr schön. Außerdem knabbern sie an Algen, sind absolut riffsicher was Korallen anbelangt und versorgen kleine Becken mit Nährstoffen.

    Mittlerweile gibt es auch schon erste Geschäfte, wie "Unterwasser Freiburg", die Salzwasser Mollys direkt zum Verkauf anbieten.


    Ich plädiere nicht dafür, dass jeder nun Mollys in kleinen Becken hält, aber es ist zumindest eine Alternative, vielleicht auch für völlig unerfahrene Aquarianer.

  • Moin Chris,


    dem kann ich nur zustimmen.


    Gerade jetzt am Anfang haben die kleinen Gesellen für mich echte Vorteile.


    Vor allem kann ich sie einfach wieder Umgewöhnen und zurück ins große Becken bringen falls ich mal andere Bewohner möchte.


    Als Erfahrung aus dem Süßwasser sollten die Mollys nicht mit größeren Fischen, wie z.B. Barschen, gehalten werden.

    Sie sind so angstfrei dass sie gerne mal angefressen werden.


    Gruß Hagen

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