Hilfe Meerwasser will nicht in die Einfahrphase gehen

  • Halli Hallo liebe Freunde

    Habe mir ein neues Becken gebuat es ist 350 Liter und Maße 70x70x70

    Ich habe ein kleines Problem...... Ich habe von ca 200 Liter Wasservolumen 90 Liter eingefahrenes Meerwasser und 110 Liter selber gemischen mit salz und allem. Nun habe ich von einer Woche das Lebendgestein reingelegt un was passiert? nix.

    Ich habe hier ein paar höhre Algen reingebraucht Caulis und auch eine Rotalge. die Caulis lösen sich wieder aauf die rote nicht.

    Werte:

    1024 Dichte
    25 Grad
    8,0 PH

    6 Nitrit
    20 bi 30 Nitrat

    und diese gehen auch nicht weg und algen kommen auch nicht Kieselalgen oder so nix -.-

    ist das normal????

    MfG Ruffy danke schon mall an euch

  • Hi,

    hehe...mir gehts genauso. Das Becken sieht nach 2 Wochen aus wie frisch gewischt, nix braun/grün etc.
    Manchmal dauerts halt etwas länger.
    Wie beleuchtest Du in der Phase? Evtl. etwas hochschrauben?

    6 Nitrit? Da solltest Du noch mal die Einheiten/Messung prüfen? Wenn Du Nitrit hast, dann passiert schon etwas...bist deutlich erkennbar in der ersten Phase. Ich hab nicht mal das...0,00 mg/l

    Wenns wieder auf 0 gefallen ist kannste erste Tiere reinbringen.

    Viele Grüße,
    André

  • Mrgen andrePankraz,

    ja das ist die richtige einheit.... ich habe ja eingefahrenes Meerwasser mit genommen das heiß ja das schon was in becken drin war an Nitrit. ja ich wundere mich ja nur weil in meinen alten becken war die phase gleich da mit braunalgen =) deswegen und hier nix rein gar nix

  • Hi Ruffy,
    in eingefahrenem Meerwasser sollte grade KEIN Nitrit sondern Nitrat vorhanden sein.
    Die Nährstoffe werden von Bakterien in der Reihenfolge Amonium -> Nitrit -> Nitrat abgebaut.
    Solange Nitirt im Wasser ist, ist es für (die meisten) Tiere giftig oder zumindest ein Stressfaktor.
    Algen werden sich bei dir denke ich erst in größeren Mengen bilden, wenn die Biologie soweit ist, dass das Nitirt zu Nitrat abgebaut wird.
    Hast du ausreichend Strömung im Becken?
    Wie "frisch" war das Lebendgestein und wieviel hast du eingebracht?

    Gruß Matthias

    Groß-/Kleinschreibung ist unwichtig?
    Hilft den armen Vögeln.
    Hilft den Armen vögeln.

  • Hallo Ruffy.

    Wie Dir Matthias schreibt, solltes Du solange noch Nitrit messbar ist, Ruhe geben. Alles braucht seine
    Zeit. Ich weiß, man kann es nicht erwarten, aber ohne Geduld erwarten Dich in Zukunft noch sicher
    andere Probleme.

    Grüße
    Dietmar

  • Tom, hör auf mit irgendwelchen Tests ominöse Werte zu messen!
    Beide Werte sind in den ersten zwei Wochen vollkommen uninteressant, es sei denn, Du willst dort haufenweise Fische einsetzen, wovon wir mal nicht ausgehen.

    Caulerpa löst sich immer auf, wenn man sie in ein neues Becken einbringt, wichtig ist, die "abgestorbenen Stengel" nicht wegzuwerfen, denn diese treiben wieder aus. Das ist vollkommen normal.

    Hier kannst Du das nachlesen:

    Einfahranleitung für Neubecken mit Riffkeramik

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Wieso willst Du Algen im Becken haben?

    Es reicht doch wenn man sich schöne bunte Korallen zulegt!

    Ich würde nicht lange warten und mir ein Paar Korallen ins Becken tun!

    Es ist doch gut wenn man keine Algen hat oder?


    Ich habe gehört man benötigt keine Einfahrphase, es kann gleich los gehen!


    Gruß Andi

  • hi,

    ja, eine einfahrphase mit megaalgenplagen ist keine grundvoraussetzung des einfahrens.

    oft bleiben die phasen auch aus und trotztdem ists gut.

    ein zügiger besatz mit korallen bei stabilen wasserverhältnissen ist anzuraten.

    man braucht auch keine superwasserwerte für leder+ weichkorallen etc.

    denen ist es shitegal, ob der calciumwert passt usw.....

    die 6 mg nitrit sind allerdings ne fehlmessung!

  • Ich habe damals auch nach knapp 3 wochen die ersten sehr pflegeleichten weichkorallen eingesetzt 2-3 und heute blühen die immer noch.

    Wie joe sagte weichkorallen ist das recht egal.

    Aber trotzdem sollte jedes Becken nach Einbringung von Lebendsteinen mindestens 2-3 Wochen in ruhe gelassen werden danach wenn die werte stabilbleiben kann man eine Weichkoralle einsetzen usw.... Mit der Zeit

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    Gruß

    Cemil

  • Wieso sollte man 2-3 Wochen warten?

    Das Salz bringt genügent Nährstoffe für Weiche und noch etwas Licht dazu und rein damit!

    Ich habe auch mit meinem 1sten Becken so angefangen, warten und warten und warten!

    Folgendes werde ich beim neuen Becken machen

    Das Wasser mit Salz rein 1-2 Tage das ganze mit einer Strömungspumpe und dem Heizer rumrühren!

    Lebendgestein und Totes mit Weichen rein und ab geht die Post!


    Na ja man wird sehen ob die Post ab geht (da ich habe mich von einem Diplom Biologe beraten lassen)!


    Gruß Andi

    P.S. Sorry ich habe vergessen, das ich das Licht auch noch anschalte, aber es von 6 Stund bis 10 Stunden nach oben regeln werde so 2 Wochen lang!

    Einmal editiert, zuletzt von bastscho (27. September 2012 um 20:00)

  • Oh man ...... Da bin ich ohne Worte.

    Was weiß ein Biologe über Meerwasser Aquarien ?

    Mein Bruder ist Biologe und Chemiker d.h der hat beides studiert. Er kann viele Dinge erklären aber von meinem Meerwasser Becken steht er immer und staunt.

    Nur weil einer es erklären kann mit was sich was verbinden kann oder alle Bakterien bennen kann heißt es nicht das man automatisch ahnung von Meerwasser AQ hat.

    Noch ein Bsp. Ich habe Wirtschaft studiert aber trotzdemmkann ich nicht sagen wie die Aktienkurse sich morgen ändern :winking_face:

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    Gruß

    Cemil

  • Was soll das denn jetzt eigentlich :confused_face: ?

    Der man hat beim einem Meerwassertreffen vorgesprochen und hat eine eigene Firma die Produkte für Meerwasseraquarien anbietet, auserdem ist er auch Meerwasseraquarianer! :wink

    Aber haptsache erst mal einen d.. Komentar los lassen!

    Nix für ungut aber da kann einem schon mal der "Kragen Platzen"!

    Nun bitte weiter zum Thema danke!

  • Ui ui erst 28 Beiträge und da platzt dir schon der kragen, da hat einer nicht viel Geduld.

    Dann viel spaß beim Meerwasser Hobby........ den Geduld ist wichtiger als alles andere.


    Aber nun gut schweifen wir nicht vom Thread ab. Das ist meine Meinung .

    Jedem das Seine !

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    Gruß

    Cemil

    Einmal editiert, zuletzt von Cemil (27. September 2012 um 21:31)

  • Nach diesem kleinen "Ausrutscher", .... !?! :peace:


    Nun was wirst Du Ruffy mit Deinem Becken jetzt anstellen, noch etwas warten bis die Algen da sind oder mit Weichenkorallen besetzen ?

    Gruß Andi

  • Hallo

    Da habe ich doch über 30 Jahre alles falsch gemacht. Einfahrphase, wozu ????


    Grüße

    Dietmar

  • hi,

    jap, alte zöpfe muss man abschneiden :winking_face:

    der anfänger braucht selbst eine gewisse einfahrzeit, um überhaupt alles zu begreifen.

    selbst das ablesen üblicher wassertests muss dutzendfach geübt werden.

    natürlich macht man nix falsch, wenn man wartet, allerdings wird das oft dahin übetrieben, dass leute naxch nem halben jahr "einfahrzeit" mit besten wasserwerten für sps nach einem erstbesatz mit keniabäumchen und scheibenanemone fragen.

    das sind 5 monate vertane zeit.

    ps: spreche vom becken mit ls.

  • Bei meinen zig neu eingerichtetet Becken habe ich einige Varianten ausprobiert von reltiv schnell einsetzen bis länger warten.

    Soll heissen nach 1 Woche besetzen bis hin zu 2 Monate warten.

    Ich muss sagen also mindestens 2-3 Wochen sollten es sein alles darunter kann ordetlich schief gehen aber da es nun mal ein hermetisches Biotop ist kann man nie sagen wie es sich 100% entwickelt.

    Bei einem, wo ich knapp 1 monate gewartet habe und langsam stück für stück weichkorallen, lps,sps eingebracht habe war alles ok.

    Beim anderen, womich relativ schnell die korallen eingebracht habe war erstmal die ersten 2 Wochen danach alles super aber dann fing es an uberall wuchsen algen, sie wuchsen so heftig das alle eingesetzten korallen eingingen.

    Daher mal kann es gut gehen mal kann es sehr teuer werden.

    Daher sagt man, dass man etwas das Becken einfahren sollte um spätere Ausfälle zu vermeiden.

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    Gruß

    Cemil

  • Hallo Ruffy

    Solange der Nitritwert noch messbar ist, und der Nitratwert nicht unter 10 ist, mußt Du Gedult haben und warten.

    Gruß Ewald

    _______________________________________________________________________________________________________________________________

    Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
    Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
    hab ich Angst vorm Licht. :loudly_crying_face:

  • Hallo,

    mit Halbwahrheiten sollte man nicht hausieren gehen. Besser eine etwas längere Einlaufzeit, als später ewig Ärger mit einem instabilen Beckenmilieu. Unter einem Monat würde ich nicht empfehlen. Erst einmal sollte die komplette Nitrifikationsphase abgelaufen sein. Erst dann ist nach dem Ablauf der Kieselalgen- Fadenalgen- Kalkrotalgenphase (hier reicht der Beginn), an einen Besatz mit etwas „härteren“ Tieren zu denken. Das wäre der Normalfall, den die Meisten auch beherzigen. Jedwede Störung in dieser Periode führt zu Irritationen. Nicht nur später beim Verursacher sondern sofort sichtbar im Becken. Es gibt auch jene, die entweder eine Allergie gegen einschlägige Fachliteratur haben oder die sich sowieso über alle Schranken der Vernunft hinwegsetzen. Diejenigen aber, die etwas Geduld aufbringen (was übrigens bei unserem Hobby die erste Pflicht ist) können von dieser Tugend nur profitieren. Natürlich kann man die Einlaufzeiten der Aquarien untereinander schwer vergleichen, da hier die Einrichtung eine große Rolle spielt. Aquarien mit einer ausreichenden Menge von Lebendgestein und bereits vorgeimpften Wasser brauchen in der Regel weniger Zeit um in den Tritt zu kommen als Becken, die nur totes Material verbaut haben. In diesem Fall verlängert sich die Einlaufphase erheblich. Mit ominösen Mittelchen zu versuchen den Nitrifikationsablauf zu beschleunigen hilft immer dem Hersteller aber oft nicht dem Erstanfänger. Ein Anfang ohne jede Kenntnis der biochemischen Vorgänge führt zu keinem guten Ende, weil bereits der Anfang in die Hose geht, und ist nicht zu empfehlen. Learning by doing ist nach meinem Verständnis völlig unangebracht. Der Aquarianer sollte sein Becken(milieu) beherrschen und nicht umgekehrt. Auch deswegen ist eine längere Einlaufzeit eine weit wichtigere Periode, als manche denken mögen.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Es führen doch wohl viele Wege nach Rom, aber welcher ist der richtige?

    Die einen halten 2 zebrasoma flavescens und die anderen gar 3 und bei wieder nem anderen funktioniert nur 1er!

    Es ist halt einfach die Natur und die können wir wohl nicht überlisten!

    Wie sollte man den Nitratwert richtig messen, wenn die Tests bei 18mg Nitrat zwischen 5 und 22mg messen?

    http://archiv.korallenriff.de/nitrat2004.html :face_with_tongue:

    Warscheinlich nur mit Salifert - Tests oder ?


    Gruß Andi

  • Hi Andi

    ordentlich Einfahren ist auf lange Sicht gesehen der einzig richtige Weg.
    Hoppla-Hopp mag bei dem ein oder anderen gut gehen, mir wäre das Risiko den Tieren
    gegenüber zu groß.

    Gruß Ewald

    _______________________________________________________________________________________________________________________________

    Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
    Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
    hab ich Angst vorm Licht. :loudly_crying_face:

  • Mal ohne Flax, das man allein darüber reden muss erscheint schon ein irgendwie hirnrissig.

    Jeder der Meerwasser betreibt sollte wissen, dass eine gewisse Einfahrzeit dem Becken gegeben werden sollte alles ander ist einfach Roulette.

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    Gruß

    Cemil

  • @ Cemil

    Kannst Du mir mal beschreiben was in der Einfahrzeit geschieht, beim Süsswasser sagt man ja die Bakterien vermehren sich im Filtermaterial und fangen an das wasser zu reinigen!


    Beim Süsswasser (z.B. Malawis ohne Pflanzen) sollte man ja auch keine Fische am anfang rein tun, also wie sollten sich Bakterien im Filter aufbauen wenn kein Kot und so weiter da sind!

    (Ich hatte schon zwei Malawibecken, bei diesen habe ich das Wasser rein und am nächsten Tag die Fisch und nichts ist passiert, aber vielleicht war es ja nur Glück!)

    Gruß Andi

  • Das ist Glück oder Fisch-Roulette im Süßwasser.
    Wenn Du am nächsten Tag Fische reinsetzt dann ist ja ganz klar was beim Nitratzyklus als erstes passiert und dann verzögert als zweites.
    Mit Fischen fällt der logische Nitrit-Peak deutlich schlimmer aus als ohne und obendrein vergiftest Du die Tiere. Wie gut dass ich nicht Dein Fisch war :smiling_face: Nicht immer schwimmen die gleich Kieloben, aber das hat schon Folgen.

    Beim Meerwasser müssen sich auch erst Bakterienkulturen bilden, selbst wenn der Abschäumer in den Nitratzyklus eingreift und den zeitig abbricht. Es werden ja letztlich auch nicht alle Verbindungen rausgefischt und ein Teil geht trotzdem in die Nitrifikationskette. Außerdem scheinen Meerwasserfische deutlich empfindlicher auf unstabile Wasserwerte zu reagieren - allein der große Sauerstoffbedarf etc. - da könnte Nitrit eher noch folgenreicher sein? Keine Ahnung.

  • Ich hatte schon mehere Süsswassseraquarien und habe immer alle schön eingefahren, bis mein Bekannter sagt das braust Du nicht und der hatte mindestes 5 Becken so los laufen lassen unter anderen auch Diskus (und es ist nie ein Fisch gestorben, so wie bei mir!)!

    Nun bin ich doch etwas verwirrt mit der aus sage des Biologen!

    Gruß Andi

  • Hallo,

    auch wenn es ziemlich vom eigentlichen Thema abdriftet, so will ich das hier nicht stehen lassen. Bin ja auch "alter" Süßwasseraquarianer und mir sicher, dass der Nitritpeak schon bei vielen - gerade Anfängern - den ersten Besatz oder einfach die empfindlicheren Arten dahingerafft hat. Ich denke das Warten bis zum Besatz ist inzwischen allgemein anerkannt und mich wundert, dass das hier in Frage gestellt wird. Man kann ja auch aktiv etwas tun, um die Bakterien in Schwung zu bringen, etwas Filterschlamm eines laufenden Beckens einbringen oder nur etwas Futter als erstes Verdauungsmaterial für die Baks. Einlaufen auf ewig bringt natürlich auch nichts, ein plötzlicher hoher Fischbesatz kann bei aller Vorsicht dann wieder zu einem Nitritpeak führen, daher gilt generell, nicht alle Fische auf einmal einsetzen und zu Beginn etwas verhalten füttern. Was speziell Malawi-Buntbarsche angeht, da gibt es solche und solche. Einige Arten sind sehr robust, andere (einige Mbuna und v.a. Sandcichliden wie Lethrinops) sehr empfindlich und bekommen bei schlechten Wasserwerten und dadurch bedingtem Stress schnell Darmprobleme.

    Gruß

    Malte

  • Zitat

    Original von bastscho
    Nun bin ich doch etwas verwirrt mit der aus sage des Biologen!


    Hallo Andi,

    Besatz ist doch nicht gleich Besatz. Da liegt der Schlüssel zum Verständnis.
    Der von dir erwähnte Biologe (dem du gern etwas zutrauen darfst) setzt auf einen zügigen Besatz mit Korallen, solange noch Nährstoffe im Becken sind. Korallen sind Verbraucher und müssen in der Regel nicht gefüttert werden. Fische hingegen sorgen durch Ausscheidungen und Fütterung für zusätzliche Nährstoffe, die abgebaut werden müssen, und dafür ist die Bakterienpopulation in einem frisch eingerichteten Becken noch nicht reif.
    Fazit: Korallen ja, Fische erst später.

    Grüße
    Ingrid

  • Danke Ingrid,

    entlich jemand der mich wieder etwas aus dem Schlamm zieht!

    Das heißt wohl:

    - Entweder 2-3 Wochen auf die Algenphase mit Lebendengestein warten

    - Oder 1,2 Tage Warten Lebendgestein mit Weichen sofort einbringen


    Gruß Andi

  • Hi Andi,

    ich bin ein Freund der schnellen Einfahrphase,das heißt aber nicht 'kamikatze'

    Schaue dir meine Threads an... ich bin selber Biologe und Chemiker (auch
    wenns 'Nur' mein größtes Hobby ist)


    Biologie, muss sich erst entwickeln. Frag deinen Biologen,denn wenn keine da ist, ist sie nicht messbar.

    Lebendgestein rein, dann 3-4 Wochen warten. 'Biologie messen ' ---Werte--OK-- dann weiche , schauen ob es geht (nur wenn Werte ok,sonst Tierquälerei) das heißt... Ammonium...Weg OK ----Nitrit---Weg--OK---Nitrat--100---Nix gut--Warten------- 10 oder unter!!!!! nun Weiche und schauen (ist keine Tierquälerei, denn irgend einen Anhaltspunkt muss ja sein) bei 5 ! (ich hatte den Wert als ich das Glück mit meiner Becken Auflösung hatte) Können Lps uns Sps rein!....Habe schöne Wachstumsspitzen :winking_face: Aber, das hat über 3 Monate gedauert bis ich überhaupt an LPS gedacht habe! 4-6 Wochen min... an Fische

    Gruß

    Ringo

    Einmal editiert, zuletzt von Ringo (28. September 2012 um 23:45)

  • Hallo Hajo.

    Mit Deinem Beitrag ( vom 28.9. 18:o2 Uhr ) hast Du eigentlich alles gesagt. Ich stimme Dir 100 % zu.
    Es hätte so manchen, der es eilig hat überzeugen müssen. Wie man sieht, tut es dies aber nicht. Daher
    habe ich mich entschloßen, ergänzend ein paar Fakten aufzuzeigen.

    Hallo an alle, die es nicht erwarten können.

    Um den Grund, warum die Einfahrphase besser lang als kurz sein sollte muss man weit zurückgreifen.

    In fast allen Korallenriffen der Erde, bestehen seit Jahrtausenden konstante Verhältnisse. Das betrifft die
    Wasserchemie und " alle " Lebewesen, auch die gesamten Mikroorganismen. Sie leben in einem aus-
    gewogenen Gleichgewicht und waren daher nicht gezwungen, sich ständig wechselnden Bedingungen
    anzupassen. De Lebensbandbreite ist daher sehr schmal. Da viele aus der Süsswasser-Aquaristik kommen sei noch gesagt, das es im Süsswasser
    ( bis auf einige weníge Ausnahmen ) genau umgekehrt ist. Hier wechseln die Verhältnisse ständig.
    Einmal warm , dann wieder kalt. Saubers Wasser, schmutziges Wasser und so weiter und so weiter.
    So mussten sich die Lebewesen ständig den wechselnden Bedingungen anpassen, um nicht unter zu gehen.

    Dieser schmale Grat ist das Problem bei der Meerwasser-Aquaristik. In den " mini " Becken , auch 1000 lt
    sind gegenüber der Natur mini mini, ist die Schaffung der notwendigen Lebensumstände eine große
    Herausforderung. Besonders am Anfang. Es genügt nicht, wenn die Wasserwerte bereits optimal sind.
    Die notwendigen Mikroorganismen müssen erst ihre Kämpfe ausfechten, bevor das lebensnotendige Gleichgewicht
    im Becken einigermaßen stimmt. Und das braucht alles seine Zeit und die Natur läßt sich nicht aus-
    tricksen. Natürlich geht es mal langsamer und mal schneller, das hängt von vielen Umständen ab, die wir
    nicht wissen, bzw. erkennen. Daher ein gut gemeinter Rat. Lasst Euch Zeit. Ihr werdet es nicht bereuen.

    Grüße Dietmar

    P.S. Ein hoher Anteil der vielen " Hilferufe " in den diversen Foren, geht darauf zurück, dass man
    den Besatz, ganz gleich ob Fische, Korallen oder Niedere Tiere zu früh begonnen hat.

  • Hallo zusammen,

    vielleicht tut es der Sache nicht schlecht, wenn ich mich hier an dieser Stelle mal als der angesprochene "Biologe" zu erkennen gebe. Ich hab zwar ewig nicht mehr geschrieben und wollte damit eigentlich auch gar nicht erst wieder anfangen, aber offenbar wir hier so extrem verwirrende Aussagen gepostet, dass ich dazu gerne Stellung nehmen möchte.

    Ich weiß nicht mehr, wer das gepostet hat, aber die Aussage:"Du must weniger als 10 mg/L Nitrat haben, vorher kann man nicht anfangen", oder so. Meinst Du das wirklich ernst? Und das kommentiert auch keiner der "alten Hasen"... mir schauderst.

    Oder "man muss warten, bis die Nitrifikationsprozesse laufen". Folgendes mal zur biologischen Variante, was Nitrifikation angeht: Ammonium wirkt auf die Nitrit-oxidierer toxisch, dass es heißt es werden zunächst die Ammoniumoxidierer höhere Konzentrationen von Ammonium in Nitrit oxidieren, damit sich die Nitrixoidierer überhaupt erst entwickeln können. Das ist der typische Nitritpeak, den wir alle kennen und der letztlich einer der Schlüsselpunkte für all diejenigen ist, die eine Einfahrphase für existientiell wichtig erachten.

    Soweit so gut, jetzt sind wir aber alle ein wenig schlauer geworden in den letzten Jahren, und wissen, dass Korallen Ammonium sehr effizient aufnehmen, und dadurch wird bei einem zügigen Korallenbesatz der Ammoniumkonzentrationsdruck auf die Nitrit-Oxidierer vermindert, d.h. dass die Nitrifikation unter Einbeziehung von Korallen als Amminumbinder viel schneller und ohne den berüchtigten Nitritpeak etabiert wird. Das steht nur leider in keinem Buch weil die alle fachlich veraltet sind, und sich keiner der bekannten Autoren, die zum Bücherschreiben Zeit haben, die Mühe macht, gewisse Dinge mal aus einer moderneren Perspektive zu betrachten.

    Aber was Ammonium angeht, noch etwas: wir reden hier nun von Ammonium, wo genau soll das denn her kommen, damit überhaut eine Nitrifikationskette entstehen kann? Ihr geht immer alle davon aus, dass das schon wird und die Natur das schon richtet. Was im Aquarium stattfindet und was nicht, hängt maßgeblich davon ab, wie das System belastet wird, und was an Nährstoffen reinkommt. Und wenn man keine Nährstoffe zudosiert, dann wird sich auch kein Bakterium entwickeln, das mit den Nährstoffen etwas machen wird. Die Nitrifikation fängt dann an, wenn in kontinuierlicher Art und Weise Ammonium in das System eingebracht wird, und de facto passiert dass v.a. erst dann, wenn man Fische einsetzt, die Ammonium über ihre Kiemen abgeben. Wird man vorher schon einen Korallenbesatz haben, dann wird Ammonium zu einem gewissen Teil von den Korallen aufgenommen und verwertet.
    Was ist denn mit den ganzen Keramikbecken? Warum warten Leute monatelang auf eine Nitrifikation, die gar nicht de novo entstehen kann, weil im Aquarium kein bißchen Ammonium drin ist. Wenn man sich olle faulige Steine einsetzt, dann kann ich das schon nachvollziehen, dass man mit Ammonium Probleme bekommt und man eben mit einer Überlastung der Nitrit-Oxidier zu rechnen hat. Selbst schuld, wer heute noch "gut eingefahrene gebrauchte lebende Steine" kauft, der ist halt selber schuld. Aber kurioserweise werden ja Kermaikbecken noch länger eingefahren als Berliner Systeme! Bloß warum, das hat mir bis dahin auch niemand erklären können. Gerade auf einem toten Material muss ich doch schauen, dass ich was hinpflanze.

    Aus ökologischer Sicht ist es einfach schwachfug, irgendwelche Algenphasen abzuwarten, die in kein Aquarium hingehören. Jeder hat Angst oder Sorge vor Algenplagen, und dann werden Anfängern oder Einsteigern sogar noch empfolen, dass man darauf wartet? Ist das nicht paradox?
    Und die Aussage, dass man doch mit etwas Pech Korallen verlieren kann, wenn dann nach zwei Wochen doch extrem viel Algen kommen: was ist nun daran Schuld, die Vorgehensweise, oder nicht vielleicht doch eher die Tatsache, dass man vielleicht belastete Steine eingebracht hat, oder zu viel oder zu blaulastig beleuchtet hat, oder vielleicht ein sehr schwermetallbelastetes Meersalz benutzt hat? Oder was auch immer. Man sucht immer ganz gerne mal den einfachsten Schuldigen. Was ist denn dann aus dem Becken geworden, frage ich mich? Sind die Algen dann von alleine verschwunden und irgendwann war alles gut, ohne jedes weitere Zutun? Würde mich wirklich interessieren.

    Und noch eins: die Aussage, dass man dann erst mal mit robusten Tieren anfangen soll. Und was ist, wenn ich ein reines SPS Becken pflegen möchte, soll ich dann nachher die ganzen Krusten- und Scheibenanemonen wieder mit der Pinzette abfriemeln und hoffen, dass ich alle rausbekomme? Wir stehen heute in der Modernen Aquaristik vor der eigenen Entscheidung, was wir pflegen möchten, und welche Rahmenbedingungen wir dazu schaffen müssen. Und fachlich sind wir heute dazu auch in der Lage. Also warum soll ich mit Lederkorallen anfangen, wenn ich die gar nicht pflegen will? Jeder Einsteiger sollte heutzutage so beraten werden, dass ihm die Entscheidung zukommt, was er eigentlich möchte. Und das funktioniert auch, kostet eine Menge Mühe und Beratung, aber es lohnt sich. Aber ihn mit veralteten Meinungen mehr oder weniger aufs Glatteis zu schicken, finde ich sehr zweifelhaft.

    Wer biologisch und chemisch in der Lage ist, eine längere Einfahrphase plausibel zu rechtfertigen, der kann das gerne tun. Bis jetzt hat das jedenfalls noch keiner getan.

    Jörg

    H Hersteller

  • Zitat

    Original von Joerg Kokott

    Wer biologisch und chemisch in der Lage ist, eine längere Einfahrphase plausibel zu rechtfertigen, der kann das gerne tun. Bis jetzt hat das jedenfalls noch keiner getan.

    Jörg

    Biologisch und chemisch kann man das kaum wiederlegen. Aber Jörg ein ganz wichtigen Aspekt hast Du ganz außen
    vorgelassen, bzw. aus einer ganz anderen Sicht beschrieben.

    DU bist kein Anfänger :smiling_face: Und welcher "gewöhnliche Verkäufer" hat/nimmt sich 3-4 Stunden Zeit einem dies zu erklären, bzw. weiß dies.

    Ich habe mein Becken noch nicht ganz voll, aber Futter für die Bakterienstämme ist schon drin.


    Nur gut das ich Krustenannemonen und Weichkorallen pflegen möchte :face_with_tongue:


    MfG Philipp

  • Eins weiß jeder bzw. Sollte es wissen.

    Oft sind Theorie und Praxis zwei Welten, obwohl ohne gewisse Basis Theorie das ganze schwieriger zu verstehen ist.

    Jedoch ist das Theoretisch alles korrekt und nachvollziehbar aber trozdem zeigt die Praxis oft was anderes.


    Ich finde ehe das es zu weit ausschweift.

    Sagen wir doch einfach jedem das Seine.

    Wer lust auf langsames Einfahren hat bitte und wer nicht auch bitte.

    Das genau wie mit dem Thema warum cyanos kommen oder wie man sie zu 100% weg bekommt, da hat jeder eine andere Meinung.

    Sowas nennt man auch Never Ending Story !

    Ati 8x80w,BubbleMaster 200,DeBary,Kalkreaktor+Ph-Control,2x6105+7095,Sander C50,Pelletreaktor

    Gruß

    Cemil

  • Hallo Philipp,

    und genau das ist das Problem, dass viele Leute dann einfach die weiße Fahne hochziehen und sagen, dass sie ja keine Biologen sind und man sowas ja alles gar nicht wissen kann.
    Ich erinnere in diesem thread an Seite 1, wo der "Biologe" als zunächst aquaristisch unwissend dargestellt wird, aber wenn's dann mal drauf ankommt, dann ist der Biologe plötzlich doch wieder derjenige, der von der aquaristischen Materie mehr versteht als der normale Aquarianer? Ausbildung hin oder her, wenn man sich mit einem fachlichen Thema beschäftigt, dann kann man das heutzutage auch in einem solchen Forum wie diesem tun und anhand von Fakten diskutieren. Und durch Diskussion lernt man immer dazu. Aber das hier ist keine Diskussion, sondern teils bis hin zur Polemik abgleitende Meinungsbildung. Was bitte hat die jahrtausend lange Konstanz in den Meerwasserparametern mit der Riffaquaristik zu tun, oder mit der Einfahphase? Wäre ein Toleranzbereich in allen möglichen Parametern nicht gegeben, dann hätten wir gar keine Meerwasseraquarien. Das kann doch nicht wirklich eine Rechtfertigung für eine Einfahrphase sein, wenn Steine unter Licht und mit Nährstoffen brach liegen und sich jede Algenspore freut, aufkeimen zu dürfen, weil der Siedlungsraum nicht besiedelt ist.

    Wenn ich von Außen "Fachhändler" an meine Tür schreibe, dann sollte man wirklich in der Lage sein, gute Beratung liefern zu können. Und das allgemeine Fachkompetenzniveau in deutschen Meerwasseraquaristikläden ist katastrophal. Fast 7 Jahre lang war ich im Einzelhandel tätig und hatte mehrmals wöchentlich mit Problemfällen zu tun, und immer hieß es: "mein Händler hat mir das aber so empfohlen". Unabhängig jetzt von der Einfahrgeschichte. Eine riesen rote Liste mit Händlernamen hätte ich erstellen können, wenn ich mir als privater Sammler die Zeit hätte vertreiben wollen.
    Katastrophal... und so Leute haben auch noch Paragraph §11!

    Und das sind auch keine 3-4 Stunden Beratung, die man einmal am Stück aufbringen muss. Das ist vielleicht mal eine Stunde zum Anfang für das ganz Grobe und das Wichtigste, und dabei steht z.B. bei mir im Vordergrund überhaupt darzustellen, wie wichtig die eigene Initiative und Verantwortung ist, wenn es darum geht zu ergründen, was eigentlich gepflegt werden soll. Weil alles andere darauf aufbaut, und nicht umgekehrt. Das scheinen aber die meisten Händler nicht zu kapieren. Klar kann man irgendwo im Becken eine Lederkoralle hinsetzen. Ich kann mir aber auch Gedanken darüber machen, wie ich eine Bäumchenweichkoralle platzieren kann, wenn ich denn diese pflegen möchte. Bei dieser Vorgehensweise steht nämlich der Organismus im Vordergrund, und darum geht es doch. Der Aufbau ist dann nichts anderes als der für den Organismus optimierte Lebensraum. Aber das Becken erstmal wochenlang brach liegen lassen, und sich dann zu überlegen, was man dann einsetzt, das ist Roulette. Und nicht anders herum.

    Dann kommen die Leute doch bevor sie das Aquarium überhaupt kaufen oder man das fertig geplant und gebaut hat mehrere Male in den Laden. Es sei denn ich verkaufe ein Komplettaquarium. Was das Vermitteln von Fachwissen angeht ist das aber eine absolute Sackgasse.

    Wie auch immer, ich verweigere mich gegen unfachliche Aussagen oder solche, die einfach nur spekulativ sind. Wenn man mit praktischen Erfahrungen argumentiert, und man dann daraus ein statistisches Mittel ableiten kann, wie es am besten funktionieren könnte, dann ist mir das Recht. Aber alte Bücher aus Wilkens Zeiten und irgendwas über Nitrifikation auszukramen, dass ist unproduktiv.

    H Hersteller

    2 Mal editiert, zuletzt von Joerg Kokott (30. September 2012 um 14:22)

  • Ja Jörg,

    kurz um hast Du den deutschen Einzelhandel beschrieben. Um es vorwegzunehmen, es gibt Gott sei Dank etliche positive Ausnahmen, aber leider nicht viele.

    Ich habe die SKP §11 Aquaristik, eine Uni Abschluss in Chemie und betreibe mein Hobby seit 1991 und davon 9 Jahre beruflich.

    Ich habe leider folgende 2 von 3 Beobachtungen gemacht.

    1. Ja, Ja machen se' mal wo muss ich unterschreiben
    2. Keine Zeit, kein Geld, bunt soll es sein.

    3. Vielen Dank für die Beratung, danke für die empfohlenen Bücher,
    wir setzen uns nächste Woche noch einmal zusammen.

    1. 5%
    2. 90%
    3. 5%

    Das ist meine Erfahrung in 9 Jahren Aquaristik im Einzelhandel.
    Ich war auch in einer großen Franchise-Kette, der Filialleiter war einer der wenigen, mit sehr guten Aquarienkenntnissen
    und auch mit großem Interesse an korrekter Beratung.

    Ich habe mir bevor ich irgendetwas bemacht habe nahezu alle Berliner Händler angeguckt,
    ja geguckt, Hände in die Taschen und zu hören.

    2 von X finde ich beratungsfähig, 8 von X haben gute Verkaufsanlagen.

    X > 21


    MfG Philipp

  • Zitat

    Original von Lightgear
    es gibt[...] etliche positive Ausnahmen, aber leider nicht viele.


    Hi Philipp,

    also gibt es jetzt etliche, oder doch nicht so viele :smiling_face:

    Klar, es gibt wirklich gute Händler, nur ist das Ungleichgewicht einfach zu groß. Das liegt dran, dass es dafür keine Ausbildung gibt. OK, es gibt die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann Zoofachbranche, aber was ist, wenn Du da nix lernst oder Dein Ausbilder einfach kein Plan hat? Wer bildet denn die Ausbilder aus? In Handwerksbetrieben musst Du einen Meister machen, wenn Du einen Maurerhandwerksbetrieb gründen möchtest. Einen Korallenladen kannst Du heute aufmachen, meldest ein Gewerbe an, und so lange Du nix an Wirbeltieren da schwimmen hast, bist Du stolzer Besitzer eines Fachhandels! Super. Jeder Süßwasserhändler will dem Mitbewerber im Nachbarort Konkurrenzmachen, in dem er nun auch "Meerwasser macht". Ich war schon in manchen solcher Läden in der jüngsten Vergangenheit, Süßwasserabteilung ok, schaut gut und gepflegt aus, Meerwasserabteilung...grottig. Und das sind die Fälle, die ich meine.

    Das geht hier nun absolut offtopic, deshalb denke ich, wir sollten das Randthema "Handel" abschliessen, so dass die Anderen, die ja sicherlich auch noch über die Einfahphase weiter diskutieren möchten, zu Wort kommen können.

    Gruß
    Jörg

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    schön, dass du dich hier zu Wort gemeldet hast. =)

    Zitat

    Original von Joerg Kokott
    Wer biologisch und chemisch in der Lage ist, eine längere Einfahrphase plausibel zu rechtfertigen, der kann das gerne tun.


    Ich stimme dir im Prinzip zu, was den schnellen Besatz mit Korallen angeht, und möchte meine folgende Einschränkung daher auch nicht als Rechtfertigung für eine langgezogene Einfahrphase verstanden wissen.
    Aber gerade, wenn der Anfänger die "Weichkorallenphase" überspringen möchte, sehe ich ein paar Bedingungen, die erfüllt sein sollten.
    - gutes, vorgehältertes Lebendgestein
    - Wasser, das frei von Belastungen ist und mit einem Salz mit passenden Werten angesetzt wurde
    - Kenntnisse von den wichtigsten Wasserparametern wie Calcium und KH
    - und vor allem Kenntnisse, wie man einer Veränderung dieser Parameter entgegenwirken kann.

    Wenn auch nur eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist, würde ich davon abraten, das Becken am zweiten oder dritten Tag mit hübschen, teuren Steinkorallen zu pflastern.

    Und gerade weil man so viele Bedingungen im Auge behalten muss, finde ich zu einseitige oder verallgemeinernde Aussagen problematisch. Und deswegen sind Diskussionen wie diese wichtig.

    Zitat

    Original von Joerg Kokott
    Ich weiß nicht mehr, wer das gepostet hat, aber die Aussage:"Du must weniger als 10 mg/L Nitrat haben, vorher kann man nicht anfangen", oder so. Meinst Du das wirklich ernst? Und das kommentiert auch keiner der "alten Hasen"... mir schauderst.

    Solche Beiträge wie den von dir hier angesprochenen muss man allerdings nicht kommentieren. Der diskreditiert sich schon von selbst.

    Grüße
    Ingrid

  • Hallo Ingrid,

    danke für Deine Antwort.

    Ich nehme zu Deiner Liste gerne mal Stellung:

    1) gutes vorgehältertes Lebendgestein. Was meinst Du mit vorgehältert? Wenn es eine Woche in einem schlecht beströmten, extrem phosphathaltigen Becken vor sich hin gammelt? Ich nehm lieber frisches Gestein, das ein bis maximal zwei Tage abgesprüht ist, und dann sollte es ins Becken. Aber, wenn ich ein guter Händler bin, dann weiß ich, wie ich mit lebenden Steinen umgehen muss. Aber das ist kein Kriterium für die Einfahrphase, ein schlechter und belasteter Stein ist ein schlechter und belasteter Stein, nicht mehr und nicht weniger. Das betrifft die Lederkoralle genauso wie die Acropora.

    2) Wasser, das Frei von belastungen ist, gutes Salz, etc.
    So, jetzt lassen die Leute das frisch angesetzte Meerwasser erstmal eine Woche stehen, weil es ja reifen muss, oder weil sie schlicht und ergreifend erst mal auf Geschäftsreise sind. Hast Du dann immer noch die gleiche Zusammensetzung? Was sind denn passende Werte? Leute kaufen sich zur Beckeneinrichtung schon Salzsorten, die im KH und Calciumgehalt extrem erhöht sind, das fällt dann alles erst mal in schon 2 Tagen aus, weil die synthetische Mischung in der nicht belebten und damit nicht biologisch komplexierten Umgebung eine solche Kalksättigung gar nicht halten kann. Also auch hier, was sind passende Werte? Das ist aber auch kein großes Ding als Händler darauf aufmerksam zu machen, dass man ein normales Salz nimmt, und wenn dann vor dem Einbringen von SPS Defizite im Kalkhaushalt bestehen, dann kann man die ausgleichen. Steht doch in jedem Buch.

    3) Kenntnis über Wasserwerte: steht auch in jedem Buch, und das ist auch in einem relativ kurzen Gespräch einstweilen abgehandelt. Wir streben doch generell "optimale" (wenn's das überhaupt gibt) Wasserwerte an, und unterscheiden nicht zwischen Weichkorallenbecken und SPS. Den Anspruch sollten wir heute wirklich haben. Und eine Acropora stirbt nicht bei 10 mg/L Nitrat und ein bißchen Phosphat.

    4) Auch das ist Lehrbuchwissen und Beratung. Irgendwann muss man halt mal anfangen, also auch praktische Erfahrungen sammeln, aber nichts desto trotz sind wir heute praktisch wie theoretisch dazu in der Lage, die Umgebungsbedingungen auch für SPS Becken gleich einzustellen.

    Es geht auch nicht darum, am zweiten Tag eine 100 Euro Acropora aus einem Fiji-Import zu kaufen. Es geht darum, dass man die Tiere einsetzt, die man langfristig und nachhaltig pflegen möchte. Bei einem Mischbecken stellt das nie ein Problem da, und es gibt auch Kunden, die finden alles schön, die werden schon merken, dass eine Xenia irgendwann einfach nur abnervt. Aber so lange sie sie schön finden, ist das ok. Aber vor vorne herein zu sagen, SPS geht nicht, das ist nach meiner Erfahrung ein falscher Ansatz.

    Wer sich Tiere nach Hause holt, sollte sich vorher darüber informieren. Bei der Aquaristik ist die Vorbereitung eben etwas länger, aber jemanden ein becken mit Weichkorallen vollzumachen, weil ihm suggeriert wird, dass er das mit SPS vorher eh nicht schafft, finde ich das schade und deutet für mich nur auf einen "untüchtigen Berater" hin, als einen, der weiß, wovon er spricht. Vermutlich trete ich nun einer ganzen Menge an Leuten auf den Schlips, aber naja, wenn hier alte Weisheiten ohne Wenn und Aber gepostet werden dürfen, dann will ich das gleiche Recht für neue Ansätze geltend machen.

    Wie Du schon sagst, es wird hier einseitig gesprochen und es wird verallgemeinert. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Es gibt den reinen Verkäufer, und es gibt den Fachhändler. Wenn ich im Netz irgend was kaufe, dann kann ich nicht davon ausgehen, dass ich hier mit meinen Problemen ankommen kann. Dafür kann ich günstig kaufen. Wenn ich ein Ladengeschäft betrete, dann steht der Verkäufer mit allen Klamotten von Beratung, Verkauf und Support vor Dir, das hat er sich so ausgesucht, und dafür gehe ich da ja auch hin. Also sollte der Fachhändler vor Ort auch genau erklären können, was ich tun muss, wenn ich von anfang an ein reines SPS Becken pflegen möchte. Dafür zahle ich dann auch für entsprechendes Equipment etc.
    Jetzt gibt es riesen Aufschreie von Händlern, die sagen, "die lassen sich beraten und kaufen woanders". Ja, gibt es viele, die kommen aber alle zurück, und ich verschliesse nicht meine Tore weil es einige gibt, die sich so durchschummeln, sondern weil langfristig immer Fachwissen und Kompetenz gewinnt, und nicht der Preis.

    Gruß

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    lass uns mal wegkommen vom Händler und seiner Beratung. Um den geht es hier ja nur am Rande. :winking_face:

    Zitat

    Original von Joerg Kokott
    Wer sich Tiere nach Hause holt, sollte sich vorher darüber informieren.


    Du setzt nicht nur den idealen, gut ausgebildeten Händler voraus, sondern auch den idealen, augeklärten Kunden. Dann funktioniert das sicher bestens, keine Frage.

    Ich zeige dir an einem Beispiel, was ich mit meinen Bedingungen ausdrücken möchte. Hier ein fiktiver Forumbeitrag eines Anfängers:

    "Ich habe mir bei Ebay günstig ein Meerwasseraquarium geschossen. Steine habe ich auch schon, mein Nachbar hatte noch welche aus seiner Meerwasserzeit im Keller liegen. Brauche ich sonst noch was? Ich wollte mir morgen Wasser und Korallen beim Händler holen. Was kann ich denn da reinsetzen?"

    Welches Vorgehen würdest du in diesem Fall - nicht als Händler, sondern im Forum - empfehlen?

    Grüße
    Ingrid

    2 Mal editiert, zuletzt von IngridR (30. September 2012 um 18:55)

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