Frisch angesetztes Wasser ruhen lassen?

  • Hallo,

    ich habe immer wieder gehört, dass das frisch angesetzte Salzwasser nicht gleich verwendet werden soll.
    Ist es nicht so, dass das Wasser verwendet werden kann, sobald sich das Salz vollständig gelöst hat. Was soll es bringen, wenn das Wasser 1 Tag lang einfach stehen gelassen wird? Oftmals wird gesagt, das Wasser wäre kurz nach dem Auflösen noch zu "scharf" ? Kann das auch wissenschaftlich begründet werden?

    Schöne Grüße

    Bernhard

  • Hallo

    Beim Lösen von Salz im Wasser entstsehen div. chem. Reaktionen. ( Kann sie leider nicht beschreiben )
    Daher sollte frisches Wasser nicht sofort verwendet werden. Es sollte aber auch nicht ruhen. Ich gebe
    in den Behälter mit frisch angesetztem Wasser eine kleine alte Pumpe und lasse es mindest eine Nacht
    durchmischen. Dadurch ist das Wasser nicht mehr so " agressiv ".

    Grüsse Dietmar

  • Hallo Dietmar,

    genau darum geht es! Das Wasser kann ja nur "aggressiv" sein, wenn noch nicht alle Salze gelöst sind. Nur wie lange dauert es, bis alle Salze gelöst sind, bzw. alle diversen chemischen Lösungsvorgänge abgeschlossen sind?

    Schöne Grüße

    Bernhard

  • Hallo,

    genauso mache ich es auch. Ich mache meinen WW konsequent am Samstag und setze das Wasser am Freitagabend an...

    Gruß

    Michael

  • Ich setze mein Salz an und spätestens 1 Stunde nach ansetzen kommt es ins Becken. Das Wasser wird mit einer kleinen Luftpumpe in Bewegung gehalten. Früher war das mal so das man das Wasser einen Tag vorher angemacht hat. Heute ist es nicht mehr so verbreitet. Alle die ich so kenne machen den Wasserwechsel wenn das Salz sich aufgelöst hat. Hab noch keinen gehört der damit Probleme hatte.

    Gruß Sven

  • Hallo!

    Na ja, mit frisch angesetztem Meerwasser kann man auf einen Schlag den gesamten Zuchtbestand an Fisch- oder Garnelenlarven vernichten. Und was für die tödlich ist, sollte für das Becken zumindest nicht vorteilhaft sein, auch wenn wir mit unseren sehr berenzten Sinnen keine augenscheinlichen Nachteile feststellen. Natürlich ist das Mischungsverhältnis in einem Riffbecken in der Regel günstiger als in einer Zuchtanlage, aber trotzdem gibt mir die - auch schon selbst gemachte - schlechte Erfahrung in der Zucht zu denken. Ich wälze daher immer einige Stunden (meist eine Nacht) um, bevor ich das Wasser verwende (und glaube nicht, dass dabei Spurenelemente nennenswert "ausfallen").

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang S (25. August 2012 um 15:38)

  • Hallo Bernhard,

    des Rätsels Lösung heißt "pH-Wert". Frisch angesetztes Meerwasser kann zu Beginn einen anderen pH-Wert haben
    als wenn es ein paar Tage belüftet wurde. Je nach pH-Wert des Aquariums kann die pH-Differenz vor oder nach
    dem Belüften größer sein. pH-Änderungen sind Stress für die Tiere.

    Du kannst daher nicht pauschal sagen, ob Belüften vor- oder nachteilhaft ist. Bei Wasserwechseln von 10% oder
    weniger spielt das Ganze aber keine Rolle. Bei größeren Wasserwechseln sollte der pH-Wert des Nachfüllwassers
    gemessen und angepasst werden.

    Das Wasser ohne Belüftung oder Umwälzung einfach nur rumstehen zu lassen, bringt aber nur Nachteile.
    Es entwickeln sich nur eine Menge Bakterien.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    danke für Aufklärung! Das heisst also, dass das angesetzte Wasser sofort verwendet werden kann, sobald es vollständig gelöst ist und der pH Wert im entsprechenden Bereich liegt. Das Stehenlassen, ohne Belüftung und ohne Strömung ändert so gut wie nichts, höchstens, das sich die Wasserqualität verschlechtert.
    Wird durch die Belüftung der pH Wert erhöht ?

    Schöne Grüße

    Bernhard

  • Hallo Ihr,

    bei meinem Becken mit ca. 600 Liter wechsel ich 50Liter. Das Salz wird in den Osmosetank gegeben und nach ca. 2 Stunden, wenn es sich optisch anscheinend vollständig aufgelöst hat, dem Becken zugegeben.
    Seid dem ich vom Korallenweltsalz auf TM Meersalz gewechselt bin, ist anschließend der Salzgehalt im Hauptbecken viel zu niedrig (anstatt 1,0223 nur z.B. 1,017). Anfangs ging ich von einem Dosierfehler aus und dosierte einfach Salz nach. Am nächsten Tag war die Salinität dann aber wieder viel zu hoch. Jetzt wartete ich einfach ab und die Salinität steigt von alleine auf den gewünschten Wert an.
    Was ich damit sagen möchte ist, das auch wenn sich das Salz bei mir optisch aufgeöst hat, das Wasser wieder klar ist, es sich bei mir wohl trotzdem noch nicht vollständig gelöst hat. Ich werde jetzt versuchen, beim nächsten mal viel länger mit der Zugabe des neuen Wassers zu warten und schauen, ob der Effekt nachlässt.
    Das spräche dann für eine längere Standzeit vor der Zugabe.

    Gruß Dirk

    160x65x65cm Plexiglas, Aquaphoton 4xT5 54Watt,2x150Watt, Strömung: Abyzz A200, RF-Pumpe: Abyzz200, ATI Powercone 200

  • Hallo Bernhard und alle anderen.

    Im " Korallenriff-Aquarium " von Fossa/Nilsen Band 1 Seite 117 steht etwas interessantes über WW.

    Grüsse Dietmar

  • Moin zusammen,

    jeden Sonntag 60 Liter ansetzen, Pumpe an und in der Woche drauf wird gewechselt. Fertig.

    Dann wieder neues Wasser,Salz 7 Tage laufen lassen, wechseln.

    Gruß Jörg

    180X90X80

  • Zitat

    Original von Armin Glaser
    Dirk: dein Problem löst du leicht durch eine kräftige Umwälzpumpe im Tank.

    Hallo Armin,

    habe ich drinnen, plus Heizung. Da dies eine Selbstverständlichkeit ist, habe ich das nicht extra erwähnt.
    Das einzige was ich nicht mache ist, daß ich extra Selterwasser ins angesetzte Wasser gebe.

    Gruß Dirk

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  • Hallo Gerhard

    Alt aber gut. Vieles ändert sich, doch manches ist auch nach 20 Jahren noch richtig. Ich denke
    da an die Bücher von Wilkens. Die sind noch älter, aber trotzdem in vielen Teilen heute noch gültig.
    Besonders dann, wenn man nicht alles wie heute üblich, moderner und damit auch komplizierter
    machen " muss "


    Grüße

    Dietmar

  • Hallo Dietmar

    Natürlich sind die Bücher von Fossa/Nilsen gut, habe sie ja selbst.
    Manche Dinge sind aber weiterentwickelt worden, so auch Meersalzmischungen.

    mfg Gerhard

  • Joe,

    der Hinweis zur Neuauflage war eigentlich eher allgemein gemeint, nicht direkt auf das Thema bezogen.

    Aber, für dich habe ich mal nachgesehen, und..... erwischt :mauer: . Das Thema haben sie wohl beim Aktualisieren vergessen. Seite 244 oben steht, dass frisch angesetztes Meerwasser mindestens eine Woche reifen sollte :winking_face_with_tongue: .

    Trotzdem ein schönes Buch :grinning_squinting_face: .

  • Hallo,

    und auf Seite 390 steht geschrieben, das die Autoren bei ihren Becken nur 10% Wasserwechsel im Jahr machen.

    Gruß Dirk

    160x65x65cm Plexiglas, Aquaphoton 4xT5 54Watt,2x150Watt, Strömung: Abyzz A200, RF-Pumpe: Abyzz200, ATI Powercone 200

  • Hallo alle.

    Ich habe bezüglich WW schon geschrieben, dass ich kein grosser Freund davon bin. Fossa auch nicht.
    Das Fossa/Nilsen nur 10% im Jahr wechseln haben sie aber auch begründet. Wer der Meinung ist,
    dass diese Begründung falsch ist sollte das hier erklären.

    Grüße Dietmar

  • hi dietmar,

    sag uns mal bitte die begründung im neuen werk, oder ist es die selbe, nichtssagende der erstauflage.

    die zeiten ende der achtziger, anfang der neunziger haben in der tat mit wenig ww gearbeitet.

    wobei f+n schreiben, dass man von den monatlichen 10%ww wieder abgeht (1992).

    wenn ich recht überlege, kamen die 10% wöchentlich erst im laufe der neuziger ins gespräch, auch über thomas phol immer beschrieben.

    allerdings in sachen sps-becken.

    man betrachte mal die alten fotos in den büchern...

    in diese zeit möchte ich nicht mehr zurück.

    damals hiess es auch, dass sps in weich- und lederkorallenbecken keine changse hätten.

    bei 10% ww im jahr leicht zu erklären.

    dass allerdings in der neuauflage in relevanten dingen nicht bezug auf die jetztzeit genommen wurde - zumindest den ww - gibt zu denken, was neuauflagen von alten büchern und den sachstand der autoren betrifft.

  • Hallo Ihr,

    dann verwundert mich aber ganz doll, das die Neuauflagen von Jahr zu Jahr immer wieder verschoben werden, wenn doch kaum neues eingearbeitet wird. Teil 2 war ja schon für 2008 - oder war es sogar noch früher - versprochen vom Verlag. Muss meine Anfragemails nochmal suchen gehen.

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  • Hallo Joe.

    Ich weis nicht, was in der neuen Ausgabe von Buch 1 steht. Ich kann nur von meinen Erfahrungen
    sprechen. Ich frage mich aber, warum ich mit meinen wenigen WW trotzdem ein Becken habe, das
    sogar schon zweimal im " Der Meerwasseraquarianer " im Portät gezeigt wurde. So schlecht kann es
    nicht sein, sonst würden nie Fotos in diesem Fachmagazin erschienen. Ich glaube, dass die WW wie
    auch andere Entwicklungen momentan überschätzt werden. Ich kenne viele tolle Becken. Einige wechseln oft und viel Wasser, andere kaum. Aber ich kann aber keinen echten Unterschied entdecken.
    Alle sind toll. So ein Quatsch ist die Empfehlung zumindest meiner Meinung nicht.

    Grüße Dietmar

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmar (28. August 2012 um 15:06)

  • Hallo,

    also bleibt wohl die Häufigkeit des WW, als auch die Standzeit des frisch angesetzten Wassers eine Glaubensfrage. Rein wissenschaftlich lässt sich die Wartezeit, bis das neu angesetzte Wasser verwendet wird, wie Armin geschrieben hat, über den pH wert erklären, wobei hier auch nur eine Messung Klarheit schaffen kann, ob das Warten jetzt gut oder schlecht ist. Weil ja keinesfalls gesagt ist, dass sich der pH Wert durch ein längeres Warten auf den des Beckens einstellt. Wo wir wieder am Anfang der eigentlichen Frage sind, ob es wissenschaftlich belegbare Gründe gibt, das angesetzte Wasser nicht gleich zu verwenden, sondern erst einige Tage mit Strömungspumpe und Belüftung laufen zu lassen.
    Die Beobachtung, die Dirk beschrieben hat, dass sich die Salinität über die Zeit verändert (nicht durch Verdunstung) habe ich auch schon gemacht. Das Salz, das ich verwende, löst sich sehr schnell, doch die Salinität steigt dann noch in den nächsten 4-5 Stunden langsam an. Danach bleibt sie aber unverändert.

    Aber wie auch immer, offensichtlich funktionieren mehrere Philosophien zu diesem Thema.

    Schöne Grüße

    Bernhard

  • Hi,

    eine Frage des Glaubens ist es mit sicher nicht oder gibt es katholisches und evangelisches Salz?

    Laut der Aussage eines Salzherstellers soll Salzwasser 2 Tage bewegt "reifen". Er füllt das Salz aber nach den Wünschen
    seiner Kunden in Eimer seiner Kunden aber ab, auch wenn auf Eimer drauf steht, dass es nach dem Auflösen sofort verwendet werden kann.

    Beim 2-tägigen belüften/bewegen wird CO[t]2[/t] aus der Umgebungsluft ins Wasser gebracht wodurch
    der pH-Wert sinkt, die Dichte steigt und die Alkanität erhöht wird. Dabei werden dann schwer lösliche Spurensalze erst löslich.
    Mit dem Mineralwassertrick lässt sich der Zeitraum verkürzen.

    Ausserdem verkeimt das Wasser dabei. Armin scheint die Verkeimung negativ zu bewerten aber ich sehe das genau anders rum.

    Einige Becken scheinen sehr tolerant gegen frisches Salzwasser zu sein, bei anderen Becken reagieren die Korallen beleidigt.
    Auch von weissen Pünktchen bei empfindlichen Fischen nach Teilwasserwechsel gibt es Berichte.
    Von negativen Erscheinungen bei Verwendung von "gereiftem" Wasser hab ich noch nie gehört.

    Man sollte es ausprobieren womit man am besten fährt, dann weiss man es und muss nicht an irgendwas glauben;-)


    mit Gruss
    Rainer

  • Hallo Dietmar

    das sehe ich ähnlich, es läss sich nicht immer alles verallgemeinern und für jedes Becken gleichermassen festlegen.
    Es kommt auf den Besatz an (Korallen aber auch Fische) und auf die Werte im Becken, auf das Korallenwachstum, ja selbst auf die Arten die man pflegt. Lichthungrige SPS brauchen in der Regel etwas mehr wie Weichkorallendomnierte. Die Aussage dass sich SPS nicht halten lag unter anderem daran dass es damals keine so gute Abschäumung gab wie heute, und das damals nicht soviel Wasser gewechselt wurde, letztlich fanden die SPS Korallen das halt nicht tol in so einer für sie "versuchten" Umgebung.

    Allerdings hätte bei einer Neuauflage mit Überarbeitung so manches schon auf den heutigen Stand gebracht werden können :smiling_face:
    Ich gehörte zu den 10% Wechslern in 6 Wochen *eg*


  • Hallo Rainer und Robert.

    Mit der Aussage, dass WW eine Glaubensfrage ist, gebe ich Euch völlig recht. Fossa hätte die Meinung zum WW in der neuen Ausgabe ja, nicht ändern, aber vielleicht ergänzen können. ( Glaubensfrage ?? ) Wie schon erwähnt
    gehöre ich zu den wenig WW -slern. Das hat auch einen Grund. Ich kann das gerne erklären, wenn es
    gewünscht wird. Das wird aber dann ein längerer Beitrag. Da ich ab sofort ca 10 Tage weg bin kann ich
    also erst in ca 14 Tagen. etwas schreiben.

    Grüße Dietmar

  • Zitat

    Original von Rainer S.
    Auch von weissen Pünktchen bei empfindlichen Fischen nach Teilwasserwechsel gibt es Berichte.

    hi rainer,

    ja, war vor 20 jaheren und früher zu beobachten, trotzt reifen lassens.

    und warum, weil die halbjährigen ww's nicht nur bei 10% lagen und sich in den monaten ohne ww das milieu weit vom frischen wechselwasser abgewandelt hat.

  • HI,

    aufgrund eines dämlichen Fehlers meinerseits, fühle ich mich veranlasst ,einen GROSSEN Wasserwechsel zu machen.

    Seit 6 Tagen laufen meine Osmoseanlagen durch. Direkt in das Becken mit Anschluß an den Kanal. Zuerst senke ich den Salzgehalt auf 32 Promille. Diesen Wert halte ich ,bis der Wasserwechsel zu Ende ist. Dann erhöhe ich wieder auf 35.
    Wahrscheinlich lasse ich das Wasser noch 4 Tage laufen.

    2 bis 4 mal täglich wird die Dichte kontrolliert und das Salz wird in den Abschäumer geschaufelt. Ein paar Mal am Tag ein paar Kilo Salz in den BubbleKing 400. Meinen Korallen geht es auch wieder besser. Diese Art von Wasserwechsel mache ich schon min. seit 10 Jahren.
    Wenn ich 60-70 Kilo Salz gewechselt habe, beende ich den Wasserwechsel und werde hoffentlich dieses Jahr keinen mehr machen müssen.

    Das Wasser aus dem BubbleKing muss bevor es ins Hauptbecken gelangt, durch ein bis zwei Filterbecken und ca. 5m Rohr fließen und 3 Höhenmeter überwinden. Die Dichterschwankungen und fehlendes Salzwasserreifen scheinen meinen Beckenbewohnern egal zu sein.


    Grundsätzlich bin ich kein Freund von regelmäßigen Wasserwechsel, aber manchmal kann es sehr hilfreich sein.
    Meisten, wenn mein Becken gut läuft, und ich mache einen ca. 50%igen WW, meine ich, dass ich mir den Wasserwechsel hätte sparen können, da den Beckeninsassen keine Veränderung anzusehen ist.

    Gruß,
    Dietmar

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  • Hi Joe,

    ich kenn einen aktuelleren Fall wo Teilwasserwechsel von 40l bei einem 1500l Becken Pünktchen verursachen.

  • hi rainer,

    recht ungewöhnlich heutzutage.

    sollte man mal die näheren umstände betrachten.

    wir sind ja auch wasserwechsler und weder paletti noch die weisskehlen reagieren überhaupt ansatzweise darauf....

  • ups,

    dann würde ein knapp 3% Wasserwechsel zu einer Veränderung führen? In dem Fall sogar zu einer Verschlechterung? Dann ist doch bestimmt noch etwas anderes nicht koscher?


    Gruß,
    Dietmar

    283x130x87

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmar Schauer (29. August 2012 um 12:13)

  • ...und wir kippen ja die unterschiedlichsten salzsorten querbeet rein....

    allerdings kanns auch reaktionen bei nur geringem wasseraustausch geben.

    ich nehme hier als referenz eine kundin aus holland, die das transportwasser der korallen mit in ihr 550
    literbecken gab (werden so 8 - 10 liter insgesamt gewesen sein) und eine enorme expansion der korallenpolypen beobachtete....

    sie fragte dann nach dem geheimnis unseres wassers.....wo's doch gar keins gibt :O

  • Hallo,

    es wäre schade, wenn das Thema hier zu einem „Glaubenskrieg“ ausartet. Denn Glauben ist nicht Wissen! Mal ehrlich, wer kennt den genauen Unterschied von Analysen zwischen einem „frischen“ angesetzten Meersalz und dem Wasser eines alten, eingefahrenen Beckens, das länger ohne WW ausgekommen ist? Ich meine jetzt den Unterschied in Bezug auf alle chemischen Parameter und den ihr eigenen gesetzmäßigen, biochemischen Prozesse, welche ständig in diesem künstlichen Milieu einer Veränderung unterworfen sind. Salze verändern sich mit der Zeit und Spurenelemente gehen verloren. Das komplette Milieu verarmt und bedarf einer Auffrischung. Den Tieren sind essentielle Elemente mit der Zeit nicht mehr zugänglich und physiologische Prozesse werden gestört.
    Das ist m. E. der Hauptgrund, warum ein Wasserwechsel notwendig ist und in der Literatur wird immer wieder darauf hingewiesen. Mir ist auch kein namhafter Wissenschaftler bekannt, der gegenteilig argumentiert.
    Nur Fossa/Nielsen zu zitieren und sich an fehlenden oder mangelhaften Beschreibungen zu diesem Thema zu reiben, ist zu kurz gegriffen. Ich möchte auch nicht immer die alte Garde der Meerwasserautoren wie Wilkens, Kipper, Baumeister, de Graaf oder andere zitieren, die allesamt den WW propagierten (manche aus Gründen, die heute nicht mehr diesen Stellenwert haben) . Ich möchte es nur an einem „neuzeitlichen“, und über alle Länder hinweg geachteten Autor wie Julian Sprung festmachen. Ihn jetzt hier vollständig zu zitieren, wäre ein Abend füllender Monolog. Deshalb empfehle ich, seine Abhandlungen zum Thema WW im Kapitel 8 seines Werkes „Das Riffaquarium“, Band 1 zu verinnerlichen.
    Danach ist zu diesem Thema eigentlich alles gesagt.
    Das es Aquarien gibt, die ohne WW betrieben werden, sei unbestritten. Ich bezweifele aber deren Effektivität bezüglich einer optimalen Haltung von Korallen. Dass viele Korallen sich anpassen können, ist hinreichend bekannt. Dass es einige mehr oder weniger länger in solchen Becken aushalten, ist ebenfalls bekannt. Nur allein ihr Überleben und ein bescheidenes Wachstum als Ideologie zu verkaufen ist absurd. Man beachte nur einmal die älteren Aufnahmen von Korallenriffaquarien und die neuzeitlich gepflegten Becken. Da wird der Unterschied sehr deutlich (auch ohne das Zeolith-System). Es hat sich viel getan in dieser Szene. In der Hauptsache ist die Qualität der Salze gestiegen. Wer z. B. früher 24 Std., inklusive der Belüftung, warten musste, um gefahrlos seinen WW durchzuführen, der benötigt heute nur Stunden. Bei kleinem Teilwasserwechsel nur Minuten. Auch ist die Vielzahl an Spurenelementen in diesen Mischungen komplexer geworden, was natürlich allen Tieren zu Gute kommt. Man könnte jetzt die Philosophie vertreten, eine zeitweilige Auffrischung dieser „schwindsüchtigen“ Elemente ersetzt den kompletten WW. Das ist falsch, weil bis dato immer noch nicht umfassend bekannt ist, was im Einzelnen jeder einzelnen Korallen- oder Niederen Tierart physiologisch gut tut, bzw. was partiell für den Einbau in ihr Skelett von elementarer Wichtigkeit ist und was nicht. Deswegen werden einige Salzmischungen so aufgepeppt, dass dort die Basis für eine befriedigende Haltung dieser Tiere gelegt ist. Weiterhin ist man gut bedient, wenn man sich auf ein Minimum der bekannten, nutzbringenden Spurenelemente-Zugaben beschränkt, aber den WW dabei nicht vergisst, bis hin zu jenem Tag, an dem wir tatsächlich um die kompletten Bedürfnisse jeder einzelnen der von uns gepflegten Korallen und Niederen Tiere wissen, die dieses uns dann in Farbe, Wachstum und Gesundheit dokumentieren werden.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo.

    Du bezweifelst die Effiktivität bezüglich einer optimale Haltung von Korallen. Dann erkläre mir bitte,
    wieso bei mir z.B. ein Ableger einer Acropora von der Grösse von 4 cm Länge und ca. 5 mm Durchmesser
    im Laufe der Zeit zu einem Stock von rund 40 cm Höhe und 25 cm Durchmesser wachsen konnte.
    Das ist aber nur ein Beispiel. Das alles mit sehr wenig WW.

    Grüße Dietmar

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