HILFE : Cryptocaryon irritans

  • Dumme Frage von mir: werden die Schwärmer durch die Strömung im Hauptbecken nicht auch hochgewirbelt um dann im Ablaufschacht und somit im Technikbecken zu landen?

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo Hans-Werner,

    genauso habe ich es auch gesehen. Deshalb bin ich im Laufe der Jahre auch davon abgekommen, weil ich die von Dir angeführten Idealbedingungen für ein gutes Quarantänebecken auf Dauer nicht realisieren konnte. In den Anfangsjahren mit den mehr oder weniger reinen Fischbecken waren Behandlungen ja alltäglich, wenn auch nicht unbedingt erfolgreich. Die "Kupferorgien" etc. haben dann mit dem immer stärkeren Einzug der niederen Tiere ihr Ende gefunden. Mit der Beschränkung der Neuzugänge an Fischen war für mich allerdings leider auch eine deutliche Beschränkung der Arten verbunden, die ich in meiner aquaristischen "Laufbahn" gepflegt habe.

    In den letzten Jahren habe ich einen Händler gefunden, der seine Fische erst nach einer längeren Eingewöhnungszeit verkauft. Damit sind die gröbsten Risiken deutlich vermindert. Gelegentliche Versuche, den etwas höheren Preisen durch anderweitige Einkäufe zu entgehen, haben sich eher als Torheit erwiesen.

    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo!

    Zitat von Reinhard Seidl:

    Zitat

    Also wenn die UV Anlage schon im Hauptbecken sein soll dann deswegen weil die Schwärmer sich in Bodennähe aufhalten sollen. 15cm von der Oberfläche entfernt ist auch nicht anderes als wenn sie gleich im Technikbecken hängt.

    Vor zig Jahren dachte man das. Aber heute ist man schon um einiges schlauer.
    Die Erreger halten sich nicht nur in Bodennähe auf, diese Region nutzen sie nur um sich dort einzukapseln.
    Da die Erreger die Fische "anschwimmen" um sich an ihnen festzumachen, halten sich diese in allen Regionen des Beckens auf.
    Die Erreger kaspeln sich nicht nur im Bodengrund ein, sondern wie man mitlerweile weis, auch auf Steinen, Korallen, Pumpen, etc.
    So kann man sich eine Infektion auch mit neuen Steinen, etc . einbringen.

    Ein mir bekannter Händler hat sich vor Jahren von einem benachbarten Händler lebende Steine und Korallen besorgt, in ein 5m Becken mit vielen Doktoren, Kaisern, etc.
    Noch am nächsten Tag eine massive Oodinium Infektion.
    4 Tage später, waren alle seine Fische verstorben.
    Seine Aussage damals: Ich habe mir die "Seuche eingekauft".

    Die Erreger schwimmen die Fische nachts an, wenn sie ihren Stoffwechsel herunter fahren und somit ein leichtes Ziel sind.

    Wenige Schwärmer werden schon erfasst, und gelangen auch in Techinkecken, etc.
    Doch 99% leben und verteilen sich munter im Hauptbecken.
    Wenn man mal hochrechnet, dass sich ein Erreger um das 200-256 Fache teilt, dann sind das schon einige.
    Ohne eine gute UVC, welche das Wasser aus dem Hauptbecken bekommt, für die Fische ein viel zu hoher "unnatürlicher " Infektionsdruck.

    Grüsse!

  • Hallo Michael!

    Ich habe es immer noch nicht kapiert.
    Warum macht es einen unterschied ob die UV das Wasser aus dem Technikbecken bekommt oder ob sie von einer Pumpe an der Oberfläche des Hauptbeckens gespeist wird?

    Wenn sich die Schwärmer im Hauptbecken verteilen dann kommen sie auch in das Technikbecken.

    Nur wenn man der gängigen Theorie folgt das sich die Schwärmer in Bodennähe aufhalten macht die Versorgung aus dem Hauptbecken Sinn. Aber dann auch nur wenn man das Wasser in Bodennähe ansaugt.

  • Zitat

    Original von Reinhard Seidl
    [quote]Original von Michael Kuhn
    .....15cm von der Oberfläche entfernt ist auch nicht anderes als wenn sie gleich im Technikbecken hängt.

    Dann geh ich einen Mittelweg :
    ist jetzt so 15cm von der Bodenfläche entfernt um kein Sand mit anzuziehen.
    Trotzdem kriegt er Wasser aus dem Becken.

    Kann mir schon vorstellen das das effektiver ist als im TB da der Schacht ja nur "Oberflächenwasser" ableitet und ein grossteil immer noch im Becken schwimmt...
    Ist ja wie mit Feinfiltern... im TB dauerts ewig, im Becken gehts superschnell bis es klar ist

    Mfg

    Benny ><))°>

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    Einmal editiert, zuletzt von benny1006 (10. Mai 2012 um 13:45)

  • mal ein paar aufheiternde Ansichten :

    Seit 3 Tagen keine Verluste mehr...

    Der Doktor sieht auch besser aus - leider will er nicht stillhalten :grinning_squinting_face:

    Bilder

    Mfg

    Benny ><))°>

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    Einmal editiert, zuletzt von benny1006 (10. Mai 2012 um 16:29)

  • Zitat

    Original von benny1006
    Kann mir schon vorstellen das das effektiver ist als im TB da der Schacht ja nur "Oberflächenwasser" ableitet und ein grossteil immer noch im Becken schwimmt...
    Ist ja wie mit Feinfiltern... im TB dauerts ewig, im Becken gehts superschnell bis es klar ist

    nunja, "oberflächenwasser" gibts ja in einem becken mit zigfacher beströmung nicht wirklich.

    und schnellfilter arbeiten ja mit viel größeren wassserdurchsätzen.

  • Hi !

    @ Reinhard: Du hast schon auch recht. Bodennah angesaugt, ist kein Fehler!

    Fragt mal bei Michael Mrutzek oder Jörg Kokott, die werden euch auch nur empfehlen, die UVC das Wasser vom Hauptbecken ansaugen zu lassen.

    Beratungsresistenten Kunden, mit sehr kranken Fischen, habe ich in meiner Zeit in einer Meerwasserfachabteilung als Verkäufer,das so erklärt:
    Mulmablagerungen findet man hauptsächlich im Hauptbecken, und holt diese am besten mit Schnellfiltern heraus.
    Nur wenig Mulm, gelangt über die Überlaufkämme ins Technikbecken.
    Genau so ist es mit den Erregern im Schwärmerstadium, der große Hauptteil befindet sich im Hauptbecken, nur vereinzelt werden welche ins Technikbecken gespült.
    Viele Kunden haben dies dann umgehend geändert, mit sichbaren Erfolgen.

    Da die Erreger in der Zeit ihres Schwärmerstadiums, am "effektivsten" abgetötet und erfasst werden sollen, ist dies nur mit einer direkten Ansaugung der UVC im Hauptbecken gewährleistet.

    In Vergleichsbecken, mit massiven Infektionen sieht man das ganz gut.
    Becken 1, ohne UVC, oder am Technikbecken angeschlossen: Hier stirbt oft der ganze Besatz
    Becken 2, mit UVC im Dauerbetrieb, am Hauptbecken saugend: Hier ist eine Behandlung sehr schnell effektiv, und Schwärmerstadien werden erfolgreich in kurzer Zeit abgetötet.

    Kurz gesagt: Am Technikbecken angeschlossen bringt es bei einer Erkrankung nur 10 %, und kann nur zu Wasserklärung dienen.

    Ich kann in 12 Jahren Meerwasseraquaristik sagen, dass von statistisch 100 Personen die ihre UVC Anlage richtig am Hauptbecken saugend betreiben, 99% so bei einer Erkrankung prophylaktisch richtig gehandelt haben, und damit und mit Malachitgrünoxalat übers Futter, ihre Fische erfolgreich behandelt habe.

    Mich rufen immer wieder Aquarianer ratlos und Hilfesuchend zuhause deswegen an.
    Jeder der meine Empfehlungen richtig umgesetzt hat, konnte seine Fischbestände erfolgreich behandeln und retten.

    @ Benny: Freut mich, dass es aufwärts geht! :thup
    Die Dichte am besten noch etwas gesenkt lassen. Viele Vitamine übers Futter, und ganz wichtig, weiter gute Schleimhautpflege.
    Ich verwende das Aqua Safe vorsichtig dosiert( wegen Überkochen des Abschäumers), seit 12 Jahren täglich, für mein Nachfüllwasser und beim Teilwasserwechsel.

    @ Reinhard: Vieleicht möchtest du es einfach nicht verstehen! :winking_face: :wink

    Grüsse!
    Becken mit UVC saugend am Techikbecken, funktionieren zweifelslos auch, nur im akuten Krankheitsfall bereuen das 99% mit Sicherheit, wenn sie ihre geliebten Fische verlieren.

  • Heute war der Dicke mal fotogen :winking_face:

    Kein Vergleich zu dem Zustand von leztzer Woche...

  • Hallo zusammen,

    bereits 1994 wurde in wissenschaftlichen Experimenten von Yoshinaga und Dickerson festgestellt, dass die Schwärmer einer reifen Zyste von Cryptocaryon irritans zeitversetzt über einen längeren Zeitraum bevorzugt zwischen 02:00 und 09:00 freigesetzt werden. Da im Aquarium die meisten Zysten in Bodennähe zu finden sind, werden hier auch die Schwärmer freigesetzt. Die Schwärmer reagieren nicht auf Tageslicht und sind nicht von diesem auch nicht abhängig. Daher vermutet man, dass das zumeist nächtliche Freisetzen und die Besiedelung bodennaher Regionen der Schwärmer eine Anpassung an das Verhalten von Korallenfischen ist, die bei Dunkelheit Spalten und Höhlen in Bodennähe als Schlafplatz aufsuchen. Die Schwärmer verlieren realtiv schnell ihre Infektionsfähigkeit und nach wenigen Stunden ohne Fischwirt sterben die meisten ab. Nach 24 h sind die meisten inaktiv und nach spätestens 48 h sind alle Schwärmer abgestorben.

    Quelle: Yoshinaga, T. and H.W. Dickerson. 1994. Laboratory propagation of Cryptocaryon irritans on a saltwater-adapted Poecilia hybrid, the Black Molly. Journal of Aquatic Animal Health 6: 197–201.


    Eine UV-Ansaugung in Bodennähe macht insofern Sinn, dass man damit sehr viele Schwärmer erwischen könnte. Allerdings sollte keine starke Bodenströmung die Schwärmer homogen im Becken verteilen. Zudem sind oft die Strömungsverhältnisse aufgrund von Aufbauten aus Lebendgestein und Bewuchs schwer einzuschätzen. Ein Ansaugschlauch einer Pumpe hat auch nur einen begrenzten Ansaugradius. Daher fixiere ich das Ansaugrohr der UVC-Anlage immer nur max. 5 cm über dem Bodengrund und fahre die bodennahe Durchströmung weitestgehend zurück bzw. schalte sie ganz aus.

    Ich erlebe C. irritans-Infektionen immer als absolut ernstzunehmende, langwierige und teilweise auch verlustreiche Infektionen, da sie meistens zu spät erkannt und in der Folge häufig nicht massiv genug bekämpft wird. Die Zwischenintervalle mit reduzierten Pünktchen versetzen die meisten Aqiuarianer in den Irrglauben, dass ihre Maßnahmen bereits nach kürzester Zeit Wirkung zeigen. Wenn die Infektion dann mit großer Wucht zurück kommt, verstehen viele nicht, was dort biologisch abläuft. Daher kann man nur jedem MW-Aquiarianer raten, immer eine leistungsstarke UVC-Anlage entweder permanent zu betreiben oder sie zumindest einsatzbereit vorzuhalten. Besonders dann, wenn man noch Fische laufend dazukauft und den Bestand ausbaut.

    Die Verfütterung von malachitgrün-haltigen Futter ist erst nach ein paar Tagen wirksam, wenn sich der Wirkstoff im Fisch angereichert hat. Leider verweigern infizierte Fische oftmals die Nahrungsaufnahme. Das Farbfutter ist eine ergänzende (Not-) Maßnahme, die erst bei längerer Dauer und guter Akzeptanz bei den Fischen Wirkung zeigt. Wer wissen möchte, wie lange und frustrierend der Kampf gegen diesen Parasiten sein kann, der kann das hier nachlesen.


    Viele Grüße,
    Torsten

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Danke für den Artikel :winking_face:

    Bei mir werden nachts die Streams heruntergefahren und im Becken herrscht kaum Strömung.
    Die UV ist jetzt auch in Bodennähe installiert, läuft und wird auch weiterhin 24h laufen....
    Dann ist das schonmal nicht die schlechteste Vorraussetzung... :]

    Die Fische bekommen über jede Fütterung Malachitgrün seit mittlerweile knapp einer Woche...

    Optisch sind die Fische auf dem Weg der Besserung - zumindest beim Hawai sieht man es deutlich wie die Punkte zurückgehen.
    Auch fressen alle Fisch wie gewohnt....

    :thup immer schön die Daumen drücken :thup

    Ich will / werde ja in irgendwann den Besatz wieder aufstocken ... hoffe es bricht dann nicht wieder aus...

    Mfg

    Benny ><))°>

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    aktuelle WW = NO2:nN - NO3:1 - PO4:0,06 - Ca:450 - Mg:1250 - Ph:8 - KH:12 - Sal:35 - Temp:27 Grad

  • Hallo zusammen

    den Satz von Torsten möchte ich gerne nachdrücklich unterstreichen!
    Mich fragen immer wieder Aquarianer was sie tun sollen. UV ja oder nein,
    Darüberhinaus - Oft wird eine Anlage anschafft, die dann nicht mal dauerhaft läuft sondern nur zweitweise, (man weiß ja auch dass eine zeitweiliger Betrieb überhaupt nichts bringt) Das mag viele Jahre gut gehen, aber wenn der Tag der Tage kommt ......
    Eine UV kostet nicht die Welt, vor allem dann nicht wenn man sie gegen die Kosten des Fischbesatzes stellt und daran denkt dass es um deren Leben geht.


    Zitat

    Original von Torsten Sause

    Daher kann man nur jedem MW-Aquiarianer raten, immer eine leistungsstarke UVC-Anlage entweder permanent zu betreiben oder sie zumindest einsatzbereit vorzuhalten. Besonders dann, wenn man noch Fische laufend dazukauft und den Bestand ausbaut.

    Viele Grüße,
    Torsten

  • Hallo Benny!

    Wie von mir empfohlen, hat dein Doc durch die Malachitgrünoxalat-Fütterung nun eine deutliche Gesundung.
    Die UVC tut nun in den nächsten Tagen und Wochen , das wofür sie auch gebraucht wird, Schwärmer abtöten.

    Wie du merkst, gibt es auch hier diverse verschiedene Meinungen und Erfahrungen, selbst, was die Höhe der Ansaugung betrifft.
    Ganz entscheidende Faktoren beachten die Meisten hier jedoch nicht:
    1. Handelt es sich um ein reines Fischbecken?
    2. Handelt es sich um ein Riffbecken mit überwiegendem SPS und LPS Besatz?
    3. Handelt es sich um ein Riffbecken mit großen Weich- und Lederkorallen und Gorgonien?
    4. Welcher Bodengrund in welcher Körnung und welcher "Höhe" ist eingebracht?
    5. Welche zu Cryptocarion/Oodinium neigenden Fische sind im Becken?
    6. Welche Beleuchtung wird eingesetzt?
    7. Welche Dichte wird dauerhaft gefahren?
    8. Welche Strömungsverhältnisse herschen im Becken?
    9 Welches Futter bekommen die Fische überwiegend?
    10. Werden Wasseraufbereitungsmittel zur Schleimhautpflege der Fische verwendet?

    Erst nach Abklärung dieser Punkte kann man Empfehlungen geben, für eine erfolgreiche Behandlung.
    In meinem Becken werden die Schwärmer durch die Strömung soweit im Becken verteilt, dass eine Ansaugung der Pumpe im oberen Drittel des Beckens völlig für meinen Fischbesatz ausreicht.
    Ich halte es persönlich für sinnvoller, die Strömung Nachts "nicht" abzusenken, da die Schwärmer so die Fische deutlich schlechter anschwimmen können.
    Reduziert man die Strömung Nachts zu stark, "erleichtert" man den Schwärmern das Anschwimmen sogar.

    Wie von mir empfohlen kann man dies mit einem kleinen Mondlicht deutlich reduzieren, denn die Fische schwimmen mit Mondlicht nachts deutlich mehr, als wenn sie ohne Mondlicht auf einer Stelle verharren.
    So erreichen deutlich weniger Schwärmer die Fische.

    @ Benny: Du kannst den "Mittelweg" für dich und deine Fische selbst wählen.
    Ob hier im oberen Drittel oder in Bodennähe angesaugt wird, soll keine Disussion werden.
    Wichtig ist das Malachitgrünoxalat übers Futter, das greift zuerst, alles andere danach.

    Am besten gesunden Fische in einem Becken,mit einer dauerhaften, leistungsstarken betriebenen UVC Anlage, leichter Ozon Gabe über den Abschäumer, und einem Riff, mit vielen großen Korallenstöcken.
    Wichtig sind dabei auch große Weiche und Gorgonien z.B.
    Es ist erwiesen und erforscht, dass Fische, welche sich in großen Gorgonienstöcken aufhalten kaum bis gar nicht erkranken. Ganz einfach deshalb weil sie hier "gesäubert" werden. Die Polypen der Gorgonien Beispielsweise, "fressen" nämlich die Schwärmer, und reduzieren deren Dichte.

    Es gibt 1000 verschiedene Becken, beachtet man die genannten Punkte, kann man anhand derer einen Erfolg gewährleisten.
    Eine Grundsatzdiskussion, ob UVC/Ozon, etc. wo, wie stark, Oberflächenwasser ansaugend, in Bodennähe ansaugend, usw. macht keinen Sinn, wenn alles andere ausser acht gelassen wird.

    Joachim Grosskopf empfiehlt für Fische in Riffbecken, immer die "möglichst niedrigste" Dichte.
    Ich habe auch schon SPS/LPS Becken mit einer Dichte von 1.021 dauerhaft gefahren, einfach den Fischen zuliebe.
    Auch das funktioniert, und greift hier vorbeugend deutlich besser.

    Ich persönlich habe über Jahre in vielen verschiedenen Becken beaobachten können, dass es keinen Unterschied macht, wo die UVC im Hauptbecken das Wasser zieht, bzw. muss sie dies nicht in Bodennähe sein.
    Deutlich "effektiver " ist dies, wenn sie wie in meinem Bericht auf korallenriff.de empfohlen, das Wasser in "einer Ecke (z.b, linke Ecke) anzieht, und das Wasser dann in der "gegenüberliegenden Ecke" (Ecke rechts) wieder ins Hauptbecken eingeleitet wird.
    In allen mir bekannten Fällen, war so die Gesundung am schnellsten und effektivsten.

    Zieht die UVC das Wasser in einer Ecke und es wird sozusagen daneben in die gleiche Ecke zurückgeleitet, macht dies deutlicher weniger Erfolge.


    Grüsse ans salzige Volk!

    Einmal editiert, zuletzt von Michael Kuhn (12. Mai 2012 um 12:11)

  • Hi Martin

    Dann passt ja das meiste - mein Becken ist ein Riffbeckem mit LPS / SPS, aber auch Weichkorallen & Gorgonien, sowie Anemonen... Ein querschnitt wie im Meer.

    Beleuchtet wird mit T5 / HQI und ein Mondlicht mit Mondphasensimulation.
    Pumpen sind nachts auf 30% gedimmt.

    Dichte fahr ich schon von je her immer etwas "süsser", immer um 32psu

    Mfg

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  • kurzer Zwischenstand - weiterhin keine Verlust, leichte Pünktchen sind bei einigen Fischen noch sichtbar

    UV / Malachitgrün etc weiterhin....

    Mfg

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  • Hi!

    Zitat

    Hi Martin

    Michael, nicht Martin!

    Weiss nicht, wieso mich immer einige Martin nennen! :winking_face: :wink

    Freut mich, dass deine Fische weiterhin gesunden, bzw. die Infektion soweit unter Kontolle ist, dass keine Fische mehr innerhalb kurzer Zeit versterben.

    Grüsse!

  • hmmmm .... wie komm ich auf Martin ?

    Sorry ! :grinning_squinting_face:

    Mfg

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  • Da noch leichte Püntchen weiterhin sichtbar sind würde ich nochmal ne Kur im Becken machen...

    Dazu SOLL UV ausgeschaltet sein....

    Was haltet ihr davon ? Ja / Nein, wenn ja - UV an oder aus, oder viell. im TB an ?

    Mfg

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  • Zitat

    Original von benny1006
    Da noch leichte Püntchen weiterhin sichtbar sind würde ich nochmal ne Kur im Becken machen...

    Dazu SOLL UV ausgeschaltet sein....

    Was haltet ihr davon ? Ja / Nein, wenn ja - UV an oder aus, oder viell. im TB an ?

    Hallo Benny!

    Kur womit?
    Dachte Du verwendest das Malachitgrün-Futter und UV.

  • Hallo Reinhard,

    Klar - und davor behandelte ich eine Kur mit Aquarium Münster proto marin.

    Zusätzlich dann unterstützend UV & Malachitgrün

    Mfg

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  • Hi!

    UVC bitte laufen lassen und keinesfalls abschalten. Weiter im Dauerbetrieb.
    Mittel ins Becken dosieren kannst du aufhören, du musstest ja schmerzlich erfahren, dass diese kaum bis gar nicht wirken.
    Es braucht schon mehrere Wochen, bis keine Pünktchen mehr zu sehen sind, und die Infektion überstanden ist.

    Wenn du die UVC ausmachst, dann geht der Teufelskreis von vorne los, und die Schwärmer vermehren sich wieder recht schnell.

    Vitamine, Vitamine, Vitmine, und weiter Malachitgrün.


    Grüsse!

  • Die UV werd ich keinesfalls ausmachen :winking_face:

    Mfg

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  • Hallo Toto!

    Prophylaktisch würde ich es nur übers Futter bei heiklen Fischen, welche zu Pünktchen neigen, in den ersten 1-2 Wochen nach dem Einsetzen, verabreichen.
    So mache ich dies z.B. bei heiklen Kaisern, Doktoren, etc.
    Die Fische gewöhnen sich dadurch deutlich besser ein, und bekommen keine Masseninfektion, wie dies oft der Fall ist.

    In 12 Jahren konnte ich weder negative Erfahrungen bei Fischen und auch nicht beim Korallenbesatz machen, in Bezug auf die Gabe von Malachitgrünoxalat übers Futter.
    Dies greift am schnellsten und effektivsten.

    Grüsse!

  • Guten Abend,


    so jetzt hab ich meinen Salat. Nun gehts bei mir auch rund... meine Grammas haben Pünktchen. :loudly_crying_face:
    Ich halte mich so gut es geht an das Vorgehen hier.

    Gibt es eigentlich Erfahrungen Protomarin intensiv über das Futter zu verabreichen? Für Wirbellose ist dieses wegen dem Kupfer recht unbekömmlich?! Neben dem Kupfersulfat ist noch Tetramethyl-4,4-diamino-triphenyl-carbinol als Wirkstoff angegeben. Oder riskiere ich da wohlmöglich mein Becken?

    Danke und gute Nacht!
    Björn

  • Ich habs nur in der Quarantäne benutzt und brachte keinen Erfolg...
    Übers Futter hab ich jedesmal Malachitgrün dosiert - das in Verbindung mit der UV brachte erst Besserung

    Mfg

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  • Hallo Björn!

    Das Kupfersulfat haltige Medikament NIEMALS !!! ins Riffbecken dosieren, und ebenfalls niemals übers Futter verabreichen.
    Das wäre der sichere Tod deiner Tiere.

    Anderst sieht es da mit dem Farbstoff Malachitgrünoxalat aus.
    Wie du gelesen hast, vertragen Fische und Wirbellose diesen, wenn er übers Futter verabreicht wird, gut bis sehr gut, und es hilft hier am schnellsten.

    Wichtig wäre zu wissen:

    Sind die Püktchen auf deinen Fischen eher wie ein feiner Schleier und sehr sehr klein (Oodinium), oder sind sie größer, treten vereinzelt auf, und sind Grießkornartig? (Cryptocarion)

    Hast du eine UVC an deinem Becken?
    Foto vom Becken?

    Grüsse!

  • Zitat

    Gibt es eigentlich Erfahrungen Protomarin intensiv über das Futter zu verabreichen? Für Wirbellose ist dieses wegen dem Kupfer recht unbekömmlich?! Neben dem Kupfersulfat ist noch Tetramethyl-4,4-diamino-triphenyl-carbinol als Wirkstoff angegeben. Oder riskiere ich da wohlmöglich mein Becken?

    Hallo Björn,

    wie zuvor bereits von anderen Forenusern geschrieben, ist nur Malachitgrünoxalat als Futterzusatz m.E. machbar. Bitte niemals andere Chemikalien testweise mit dem Futter verabreichen. Das Verfüttern von Malachitgrünoxalat in Flockenfutter angereichert oder in Frostfutter stellt eine Notmaßnahme dar, weil man außer einer UV-Anlage ansonsten leider kaum Eingriffsmöglichkeiten im Riffaquarium hat. Allerdings sollte man mit Malachitgrünoxalat auch nicht unkritisch umgehen und es z.B. ständig vorbeugend verfüttern. Es ist und bleibt eine toxische Substanz, die langfristig oder wiederholt verabreicht auch den Fisch schädigt.

    Über strengere EU-Verordnungen sind die Hersteller aufgerufen, Malachitgrünoxalat künftig in Zierfischmedikamenten zu reduzieren bzw. zu vermeiden. Es kann durchaus sein, dass es irgendwann verboten wird. Da es aber seit Jahrzehnten in der Aquaristik eingesetzt wird und bislang kaum eines der Ersatzmittel seine Wirksamkeit erreicht hat, wird es immer noch gerne angewendet. Man findet die Abbauprodukte heute in vielen unserer Gewässer und es wird vermutet, dass die Quellen dafür entweder die Aquaristik ist und/ oder kommerzielle Nutzfischzuchten, die es illegal anwenden.

    Viele Grüße,
    Torsten


    Anhang: Informationen zu Malachitgrünoxalat
    Hintergrund Malachitgrün – Problematischer Vielseiter
    Malachitgrün gehört chemisch zu der Gruppe der Triphenylmethane und findet vorwiegend Verwendung als synthetischer Farbstoff, etwa in der Lackherstellung. Daneben stellt Malachitgrün aber auch ein hochwirksames Desinfektionsmittel dar und vermag äußerst effektiv verschiedene Parasiten (Pilze, Bakterien, Einzeller) zu bekämpfen, die Fische und Fischeier befallen. Es wird oft in der Zierfischmedizin eingesetzt, insbesondere gegen die Weißpünktchenkrankheit. Malachitgrün steht jedoch im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein. Zur Vermeidung einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung des Verbrauchers ist konsequenterweise eine Anwendung von Malachitgrün als Tierarzneimittel bei Lebensmittel-liefernden Tieren EU-weit verboten.

    In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2005 insgesamt 336 Proben (See-, Süßwasserfische und Forellenkaviar) auf Triphenylmethanfarbstoffe untersucht. In 44 Forellen-Proben und einer Probe Pangasius wurde Leukomalachitgrün, das Hauptstoffwechselabbauprodukt von Malachitgrün, nachgewiesen. Die ermittelten Gehalte reichten von 2 bis über 100 ¼g/kg. Eine Forellenprobe enthielt zusätzlich auch noch Malachitgrün (1,5 ¼g/kg).

    Die hohe Zahl von Untersuchungen und positiven Proben beruht im Wesentlichen darauf, dass bei drei Erzeugerbetrieben Forellen aus allen Teichen untersucht worden waren, nachdem bei Stichprobenuntersuchungen Rückstände von Malachitgrün festgestellt wurden. Alle Proben mit festgestellten Rückständen von Leukomalachitgrün wurden beanstandet.

    Quelle: Überwachung von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen, Kosmetika und Futtermitteln, Jahresbericht 2005, Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg

    Weitere Informationen:
    Umweltkontaminationen mit Malachtigrünoxalat

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Guten Morgen zusammen,

    ich muss vielleicht an der Stelle etwas weiter ausholen. =)

    Bisher war ich in diesem Forum mehr stiller Mitleser als fleissiger Schreiberling. So hab ich auch diesen Thread in letzter Zeit verfolgt. Ich habe ein paar Jahre Süßwasser hinter mir und bin bisher von Ichtyo verschont geblieben. Die hier geschilderten Folgen haben mich allerdings dann doch etwas nervös gemacht, da ich ja meinen Bestand gerade erst aufbaue und das eher langsam (Geld ist leider endlich). Vor einiger Zeit stellte ich hier im Forum die Frage, wie und welche UVC-Anlage ich gut in das Percula integrieren könnte (dauerhafter Betrieb aus dem Hauptbecken). In der Zwischenzeit hab ich mir einen Bestand an Medikamenten zurückgelegt, um handlungsfähig zu sein. Unter anderem habe ich mir Protomarin coral bestellt und ein abgelaufenes (das MDH Datum 2008 der Packung war auch noch unkenntlich gemacht; das auf der Flasche wurde vergessen) Protomarin intensiv bekommen. Dass ich das wegen dem Kupfer schlecht ins Becken kippen kann, war mir klar. Allerdings bin ich auch der Empfehlung aus dem Meerwasser-Lexikon gefolgt und hab mir Sera Costapur besorgt, welches dort ja zur Herstellung von entsprechendem Futter genannt wird. Das enthält als weiteren Bestandteil Formaldehyd, was m.M. auch nicht so unbedenklich sein dürfte?!
    Daher war der etwas naive Umkehrschluss von mir, dass ich evtl. das protomarin intensiv ähnlich nutzen könnte. Das Kupfer wäre dann im Becken recht verdünnt und vielleicht (!) ohne Folgen und der andere Wirkstoff käme konzentriert im Fisch an. Was ich allerdings nicht weiß ist, ob diese Wirkstoffe über den Fisch wirken oder das Wasser?

    Torsten Sause

    Ich werde im Moment nichts anderes machen als Malachitgrün und Vitamine über das Futter zu geben und sobald eingetroffen UVC über das Hauptbecken laufen zu lassen. Desweiteren senke ich die Dichte langsam ab und halt die Becken Temperatur möglichst niedrig.
    Ich hatte vor kurzer Zeit eine Temperaturspitze von knapp 29°C im Becken. Wenige Tage danach konnte ich ein Scheuern der Fische beobachten, die nun diese Pünktchen bekommen haben. Kann das der Trigger gewesen sein?
    Das mit den anderen Wirkstoffen war nur ein Einfall den ich zur Diskussion stellen wollte. Mach das aber nicht! =)
    UVC und Malachitgrün kenne ich aus meiner Teich-Zeit und da gab es immer wilde Diskussionen darüber, ob nun nötig oder gar gefährlich sei. Für das Riffbecken gibt es bisher anscheinend noch keine alternativen Wirkstoffe, wenn ich euch richtig verstehe?

    @ Michael Kuhn

    Wie geschrieben, ich kippe nicht einfach was auf Verdacht ins Becken! Versprochen! :winking_face:
    Ich bin nur etwas aufgeschreckt, weil es denkbar ungünstig kommt und ich nach Möglichkeiten schaue.
    Soll ich das Malachitgrün mit jeder Fütterung geben oder abwechselnd füttern? Im Moment gebe ich sowohl Flocken/Granulatfutter sowie Frostfutter mit Malachitgrün (seit dem ersten Punkt).
    Die Pünktchen sind variabler Größe. Pro Fisch schwankt die Zahl zwischen 1 und schätzungsweise 20 Punkten. Nicht alle haben sichtbare Punkte, aber das Scheuern zeigt sich öfter. Die Atmung scheint mir noch relativ normal. Die Aufgen sind auch klar. Die Tiere sind agil und fressen auch relativ normal. Sie stehen nicht nur vor der Strömungspumpe, sondern schwimmen aktiv im Becken.
    Einzig der kleinere Gramma zieht sich öfters ins Riff zurück und liegt auf seinem Schlafplatz. Sobald es dann aber was zu Mampfen gibt kommt er meistens auch wieder hervor.
    Der große Gramma hat neben den Punkten auch immer wieder mal eine Art Schleier auf den Schuppen. Das sind aber nicht wirklich kleine Punkte. Kann das schwer deuten. Es sieht auch immer ein wenig anders aus. Der Fisch scheuert sich recht häufig. Kann es daran liegen? Oder hab ich gar eine Mischinfektion?
    Eine 18W UVC ist unterwegs zu mir, also leider noch nicht in Betrieb (Sch.... Timing). Derweil zieht das Technikbecken vermehrt das Wasser aus Bodennähe statt über den Überlauf. Ich hoffe, dass ich so ein paar Schwärmer mehr in den Filter & Abschäumer bekomme. Die UVC wird ASAP in Betrieb genommen.

    Bilder werde ich nachreichen, wobei diese meist nicht so toll gelingen. Hab nur eine uralt Digicam.


    Danke euch schonmal & schönen Tag!

    LG Björn

  • Zitat

    Ich hatte vor kurzer Zeit eine Temperaturspitze von knapp 29°C im Becken. Wenige Tage danach konnte ich ein Scheuern der Fische beobachten, die nun diese Pünktchen bekommen haben. Kann das der Trigger gewesen sein?


    Hallo Björn,

    je höher die Temperatur ist, desto höher ist auch der Reproduktionszyklus des Parasiten. Man kann daher die Befallsdichte m.E. etwas steuern. Hat man alle Gegenmassnahmen wie UVC-Brenner und Malachitgrünfutter parat kann man den Reproduktionszyklus über eine hohe Temperatur verkürzen. Möchte man den Zyklus eher verlangsamen und behindern, da man sich die Gegenmaßnahmen erst noch organisieren muss, sollte man die Dichte stark absenken und die Temperatur eher bei 23-25°C einstellen (sofern über die Abwärmebilanz des Aquariums überhaupt möglich). Dichtereduktion und niedrige Temperaturen verlängern den Vermehrungszyklus bzw. reduzieren auch die Anzahl der infektionsfähigen Schwärmer (insbesondere die Dichtereduzierung). Wenn Du mehr über die Biologie des Parasiten wissen möchtest - dann klick hier.

    Alternative Wirkstoffe zu Malachitgrünoxalat gibt es inzwischen. Aber leider sind die in der Anwendung im Korallenbecken auch weiterhin zu toxisch, so dass sie nicht immer eine gute Alternatve darstellen.
    Costapur enthält als Konservierungsmittel Formaledehyd und das kann den Fischen zusätzlich zum Malachitgrünoxalat den Geschmack verderben. Daher hatte ich immer Punktol von JBL verwendet, weil dort ausschließlich Malachitgrünoxalat und Wasser enthalten war. Leider musste die Rezeptur aufgrund gesetzl. Bestimmungen geändert werden und jetzt sind drei Farbstoffe (u.a. auch wieder Malachitgrünoxalat in geringerer Konzentration) enthalten und es heißt nun Punktol Ultra. Man kann es für Flockenfutterzubereitungen einsetzen, aber es färbt stärker, da auch Methylenblau enthalten ist. Ob die Fische den Mix noch fressen, muss erst noch ausprobiert werden. Also doch zurück zum Costapur oder ContraIck - beide mit Malachitgrün und Formaldehyd.

    Kupfer, so wie Michael geschrieben hat, bitte niemals in ein Korallenbecken einbringen. Es ist selbst in sehr geringen Konzentrationen für die Blumentiere und Garnelen, Schnecken, etc. hochtoxisch und reichert sich im Bodengrund an. Sehr stark verdünnt wirkt es immer noch als Wachstumsbremse. Über das Futter verfüttert, sterben die Fische irgendwann an Leberschaden.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hi Björn!

    Tippe auf eine Mischinfektion von Oodinium und Cryptocarion.
    Täglich 1 x das Malachitgrün übers Frostfutter geben.
    Fische haben den Ruf , Knoblauch gerne zu fressen.
    Da ich täglich Knoblauchpulver( aus dem Supermarkt) auf das Futter gebe , ist es so auch schmackhafter bei einer Behandlung.
    Vitamine, Vitamine, Vitamine.
    Beleuchtung reduzieren, auf 3 Stunden täglich, restliche zeit nur mit Blaulicht beleuchten.
    Dichte auf 1,021 bei Steinkorallen oder 1,018 bei Weichkorallen, über 1-2 Tage langsam reduzieren, und 1-2 Wochen auf diesem Stand belassen.

    UVC, wenn dann am Hauptbecken das Wasser ziehend, 24 im Dauerbetrieb.

    Da hier die UVC fehlt und zu spät angeschlossen wird, kann es gut sein, dass hier einige Fische nicht überleben.
    Leider.

    Viel Erfolg.

  • Hallo Torsten,


    ok dann verwerf ich den Gedanken. Aber rein interessehalber: Kupfer wird in reinen Fischbecken empfohlen. Ist es dann im Wasser weniger mit Langzeitfolgen für die Fische verbunden (im Gegensatz zu futter)? Neben dem Kupfer hätte mich der zweite Wirkstoff noch interessiert (Tetramethyl-4,4-diamino-triphenyl-carbinol ). Ebenfalls toxisch für Wirbellose?

    In einem anderen Forum konnte ich im Übrigen die Behauptung lesen, wegen der hohen Giftigkeit von Malachitgrünoxalat bzw. Methylenblau, lieber den Kupfergehalt im Becken zu erhöhen.

    Was hälst du von den Proto Marin Produkten?

    Grüße Björn

  • So guten Abend nochmal! :smiling_face:


    Warum ich nach dem zweiten Wirkstoff von Protomarin intensiv frage war, dass scheinbar das Produkt Protomarin coral umgestellt wurde. Ich habe es noch mit Malachitgrünoxalat (und weiteren), im Internet finde ich es allerdings nur noch mit Tetramethyl-4,4-diamino-triphenyl-carbinol.

    Mööp ... sorry ... wenn mich meine Chemiekenntnisse gerade eben nicht verlassen, habe ich einfach ein Problem mit dem Trivialnamen versus IUPAC-Konformität... richtig?! :grinning_squinting_face: Peinlich ... :face_with_tongue:


    @Michael

    Ich hänge mal ein Bild an. Bessere bekomm ich mit meiner Cam leider nicht hin. Was hat es mit der Beleuchtung auf sich? Beruhigend für die Fische oder Auswirkungen auf die Schwärmer?
    Verstehe ich dich richtig, dass ich nur eine Chance mit UVC + Malachitgrünoxalat habe, aber beide alleine nicht so viel bringen? Das würde für mich bedeuten, dass ich mit Malachitgrün auch keine Hinhaltetaktik erreiche?!


    Danke für Deine / Eure Tips!

    VG Björn

  • Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Björn,

    zunächst einmal, ich habe vor einigen Monaten mit dem alten Protomarin coral im vollbesetzten Riffbecken eine heftige Cryptocarion-Infektion des gesamten Fischbestandes erfolgreich behandelt. Das Mittel war übrigens auch schon abgelaufen. Wohl wegen der Umstellung gab es keinen Nachschub, aber es hat ja trotzdem gewirkt. Einzige Nebenwirkung war eine kurzzeitige deutliche Entfärbung einiger SPS-Arten (vor allem Seriatopora caliendrum), was sich aber nach sehr kurzer Zeit wieder gegeben hat.
    Neben Malachitgrünoxalat war auch das Antiseptikum Ethacridinlactat als Wirkstoff enthalten.
    Malachitgrün ist wegen vermuteter Leberschäden in Verruf geraten. Diese sollen bei den Fischen als Langzeitfolge auftreten. Ob dies bei kurzzeitigen Behandlungen von Zierfischen tatsächlich ein Problem ist, mag dahingestellt bleiben. Offensichtlich bestehen da aber Gefahren bei der Speisefischzucht.

    Der neue Wirkstoff in Protomarin coral, das Tetramethyl-4,4-diamino-triphenylcarbinol, ist dem Malachitgrün ähnlich, aber wohl "ungefährlicher" (möglicherweise damit auch weniger wirksam?).
    Fakt ist, dass immer mehr Fischmedikamente, die Malachitgrün enthalten, aus dem Handel verschwinden.

    Gruß

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (24. Mai 2012 um 23:54)

  • Hallo Bernd,

    mit meiner Fragerei bis ins Detail geh ich hoffentlich nicht auf die Nerven. :smiling_face:

    Der Unterschied zwischen den beiden Wirkstoffen scheint marginal. Da scheint es schlicht ein OH mehr am zentralen Kohlenstoff zu geben, statt einer Doppelbindung bzw. positiven Ladung. Sowas wird auch unter dem Trivialnamen Malachit Grün Carbinol verkauft (z.B. Sigma-Aldrich). Beide Formen scheinen auch irgendwie im Gleichgewicht zu stehen. Somit hätte sich ja doch (fast) nichts geändert (= juristischer Bypass?)?! Oder bin ich auf dem falschen Dampfer?

    "The carbinol forms of the triphenylmethane dyes are much more lipophilic than
    the cations
    from which they are derived, and it is most likely in this form that
    malachite green enters cells (...)
    Antibacterial activity is often found for triphenylmethane dyes, which is associated
    with the ability of the cation to undergo equilibration to a lipophilic carbinol
    form
    (Albert, 1979). (...)"

    [Quelle:
    Malachite Green: A Toxicological Review
    Sandra J. Culp and Frederick A. Beland
    International Journal of Toxicology June 1996 vol. 15 no. 3 219-238
    doi: 10.3109/1091581960900871
    http://ijt.sagepub.com/content/15/3/219.abstract ]


    In dem Paper sind auch noch die ganzen Schädigungen aufgelistet, die durch den Wirkstoff in verschiedenen Tieren/Organismen entstehen. Find ich recht interessant, daher der Link hier im Thread. Hoffe das ist ok!

    LG Björn

  • Hallo Björn,

    da liegst Du sicher richtig. Ich weiß nur nicht ob in der neuen Form noch Ethacridinlactat vorhanden ist.
    Die möglichen Schädigungen in den Organismen sehe ich als sekundär an, zumal wenn die Fische ohne Behandlung mit größter Wahrscheinlichkeit eingehen würden. Das Problem scheint eher darin zu liegen, dass Speisefischzüchter bei der Massenhaltung recht häufig ihre Bestände behandeln müssen und Wirkstoffe so in die menschlichen Nahrung gelangen können.
    Ich würde es auf jedem Fall notfalls wieder mit dem Mittel probieren. Aber da ich an meinem Fischbestand immer nur ungern etwas ändere, hoffe ich dass sich die Frage nicht mehr so bald stellt.

    Gruß

    Bernd

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