Refraktometer zeigt bei Referenzlösung nach Kalibrierung 35ppt an, bei Osmosewasser aber Wert etwas unter 0ppt

  • Hallo zusammen,


    wie man dem anderen Thema entnehmen konnte, bin ich gerade fleißig dabei Osmosewasser zu produzieren, damit ich spätestens am Wochenende mit dem Einfahren des Beckens starten kann.

    Meine Frage steht ja schon in der Überschrift, ich habe mir ein Refraktometer gekauft und das mit einer Referenzlösung auf 35 kalibriert. Wenn ich jetzt aber das frisch angerührte (auch durch Harz habe ich das Wasser noch durchgejagt) Osmosewasser auf den Refraktometer gebe, zeigt mir das Gerät einen Wert etwas unter 0 an. Habe ich da bei dem Osmosewasser etwas falsch gemacht, oder (zumindest Chatgpt gibt mir das als Antwort aus) ist das bei einigen Geräten so, dass die nur bei den wichtigen 35 ppt "richtig" anzeigen und bei Osmosewasser etwas ungenauer sind?


    Vielen Dank schon mal.

  • Tendenziell eher das letztere, denn Du kalibrierst nicht ohne Grund in dem Bereich, den Du später auch messen möchtest. Je weiter weg Du vom Meerwasser-Salzgehalt gehst desto ungenauer wird es. In früheren Anleitungen hiess es noch, dass man mit Osmosewasser kalibrieren sollte, was natürlich Schwachfug war.

    Allerdings ist ein Refraktometer nie sehr genau, eher unter der Kategorie "Schätzeisen" als Messinstrument.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Ok, danke, dann bin ich beruhigt.


    Und noch eine Anschlussfrage. Wenn ich das Becken einfahren lasse (habe kein Lebendgestein, sondern so ein Riffzeug mit Bakterien drauf und Live Sand und gebe noch weitere Bakterien hinzu) und das Meerwasser vorher ins Aquarium gefüllt habe, mache ich dann die Strömungspumpe, den Eiweisabschäumer und das Licht schon an oder lasse ich etw. davon aus (habe teilweise gelesen, dass manche das Licht anmachen und andere wiederum lassen es aus).

  • Man soll sich ja immer einen Mentor suchen und mein Händler hat mir empfohlen erst mal 2 Wochen abzuwarten, bis sich die Algen gebildet haben und (ich glaube die Nitrat-Werte, da muss ich aber noch mal nachfragen) angestiegen sind. Dann sollen Korallen und die Putzercrew rein (wenn die Werte passen) und dann in ca. 6 Wochen wenn die Werte passen 2 Grundeln (Becken ist relativ klein).


    Hab schon 2 Bücher durch und überall steht was andres drin wie man anfängt (teilweise erst Fische, dann Korallen, teilweise direkt Korallen dann Fische, teilweise mehrere Wochen abwarten...), deswegen stimm ich mich da morgen oder am Wochenende noch mal ab, aber ich dachte bei dem Meerwasser wärs erst mal unproblematisch wie ich da anfange (isg ja am Anfang durch den Sand vermutlich eh alles erst mal eingetrübt)

  • Herrlich die Fragen bzgl Start. Ja, Nährstoffe müssen vorhanden sein für Korallen. Zwei Wochen nur Bakterien, auch Bakterien wollen ernährt werden, fehlt das Futter, sterben auch diese schnell ab.

    Ich sehe es wie Süßwasser, Korallen sind Verbraucher wie im Süßwasser die Pflanzen. Startest du im Süßwasser ohne Pflanzen? Muss aber jeder selbst Wissen, wenn dein Händler Plan hat, mach es so wie er es vorgibt.

    VG

    Chris

  • Hallo zusammen!

    Noch eine kurze Anmerkung zur Feststellung der Salinität im Aquarium oder zur Kontrolle von Osmosewasser.
    Erstens: Refrak ist nicht gleich Refrak.
    Es sind Refraktometer im Umlauf, die nicht für Meerwasser geeignet sind!
    Zweitens: Es gibt temperaturabhängige und nicht temperaturabhängige Produkte. Der Laie kann das nicht unterscheiden.
    Drittens: Die meistens Handgeräte sind ungenau ablesbar.
    Also Typ Schätzeisen, wie Sandy treffend bemerkte.
    Spindeln sind ähnlich umständlich und anfällig, da sie ebenfalls temperaturabhängige Werte anzeigen.
    Ein digitaler Leitwertmesser ist beiden Produkten überlegen, da es temperaturkompensiert reale Werte anzeigt.
    All diese Hilfen haben mich durch die Vergangenheit begleitet, und manchmal auch mehr oder weniger zur Verwirrung beigetragen.
    Meine Messungen führe ich heute mit einem digitalen Refraktometer durch. Sehr einfach zu bedienen, sehr genau, sehr einfach zu kalibrieren, sehr gut ablesbar!
    Herrlich! :smiling_face:

    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Ok, danke, dann bin ich beruhigt.


    Und noch eine Anschlussfrage. Wenn ich das Becken einfahren lasse (habe kein Lebendgestein, sondern so ein Riffzeug mit Bakterien drauf und Live Sand und gebe noch weitere Bakterien hinzu) und das Meerwasser vorher ins Aquarium gefüllt habe, mache ich dann die Strömungspumpe, den Eiweisabschäumer und das Licht schon an oder lasse ich etw. davon aus (habe teilweise gelesen, dass manche das Licht anmachen und andere wiederum lassen es aus).

    Grundsätzlich würde ich empfehlen, einen Beckenthread zu erstellen und dort alle Fragen zu bündeln, die Du so im Zusammenhang mit dem Becken stellst.

    Ein Becken fährst Du mit einer definierten Strategie ein, und wenn Du selbst da im Schwimmen bist richtest Du Dich nach Deinem Mentor/Betreuer, dem Du zutraust, dass er weiss wovon er spricht. Das Schlimmste, was Du machen kannst, ist, von vielen Rat zu bekommen und von jedem zwei Ratschläge zu befolgen. Viele Köche verderben den Brei, das ist auch in der Aquaristik absolut korrekt.

    Wenn Du nicht verstehst, warum Du etwas machen sollst, FRAGE WARUM DAS SO IST! Und zwar den, der diesen Rat gibt. Das soll ja schließlich einen Grund haben, der erklärt werden kann. Es gibt verschiedene Strategien, wie man einfährt und entsprechend läuft es teilweise anders ab. Richte Dich nach dem, der Dich betreut.

    Für den, der Dir hilft gibt es nichts Lästigeres als tausend Einwände, weil Du aufgeschnappt hast irgendwo im Internet "Aber xxx sagte, man müsste das so und so machen und yyy meinte, das ist falsch und es geht so und so." Das sind genau die vielen Köche, die ihre Finger heraushalten sollten, weil es DEIN Brei ist und Du einem Rezept folgst und nicht einer demokratischen Mehrheit oder einem Volksentscheid.

    Es fängt bei Dir ja bereits mit der Entscheidung für "Riffzeug mit Bakterien drauf" an, da sagt der nächste direkt: "Ach Du liebe Güte, Du brauchst am Anfang unbedingt Lebendgestein, zumindest etwas für eine gute Animpfung mit vollständigen Bakterienstämmen." Du bist Da schon längst weit im Entscheidungsprozeß drin, wie die Einfahrphase laufen soll mit der Entscheidung für bestimmte Materialien.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hallo, ja tut mir leid, werde dann vielleicht (falls weitere Fragen bestehen) ein Beckenthema aufmachen.

    Was den Refraktometer angeht, so habe ich einen von Arka extra für das Meerwasser der über einen Temperaturausgleich verfügt und auf 25° geeicht sein sollte (aber das Osmosewasser war gestern auf jeden fall kälter als 25°, also ein guter Hinweis, danke).

    Was den Mentor angeht, genaus, deswegen wollte ich mich nach dem richten, was er sagt. Ich dachte nur ob Licht oder nicht Licht beim Einfahren sei vielleicht wie bei der Salinität eindeutig und es gäbe nicht mehrere Meinungen :smiling_face:

  • Beckenthread ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn man weiss, dass weitere Fragen auftauchen werden. Oder man einfach mal schreiben möchte, was gerade Stand der Dinge ist.

    Wegen der Genauigkeit von Refraktometern: die Dinger sind so mies zu gebrauchen, weil sie gar nicht auf die Bedürfnisse der Meerwasseraquaristik entworfen sind. Ich glaube, das hat sich auch nicht geändert in den ganzen Jahren. Die Skala auf meinem Grotech Teil geht von 0-100 (Salinität) und mit meinem trüben Auge kann ich kaum sehen, wo genau die Trenngrenze ist. Wenn ich etwas schiele kann ich genausogut 33 wie 36 sehe, je nachdem aus welcher Richtung ich schiele. Diese "Präzision" macht das ganze zum Schätzeisen und nicht einem Messinstrument. Eigentlich brauchst Du nur den Bereich von 30-40 Salinität, aber diesen dann am besten mit Unterteilung für präzise Messungen. Was Du bekommst ist eine Skala von 0-100, wo Du nur ein Zehntel des Bereichs brauchst.

    Vergleich Spindel: Da hast Du keinen Bereich von 0-100 Salinität, sondern einen relativ engen Bereich dort, wo Du ihn brauchst, bei 1,023 +- 0,005 Und das war's. Und eine Einteilung mit Zehntel oder sogar noch feiner, die auch ablesbar sind. Selbst der Fehler beim Ablesen ist deutlich niedriger.

    Bezüglich der Meinungen gibt es immer viele verschieden. Frage 10 Leute und Du erhälst 11 Meinungen auf fast allen Gebieten, auch bei der Salinität und bei anderen Wasserwerten. Deshalb richte Dich nach einem, dem Du vertraust und der Dich berät.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hallo,

    was das Refraktometer angeht, die Dinger sind nicht linear, d.h. je weiter der Messwert vom Kalibrationswert abweicht umso größer wird der Fehler. Wenn Du also auf 35 Promille eichst, dann kannst Du damit ziemlich genau dein Salzwasser messen, aber nicht das Osmosewasser. Dafür müsstest Du das Refraktometer mit einer 0 Promille Referenz eichen. Aber warum willst Du überhaupt Osmosewasser mit dem Refraktometer messen?

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Glaub bei meinem Gerät gibt es nur die Skala etwas unter 0 bis 40, also ist schon extra für das Meerwasser ein Gerät und man kann es auch schon scharfstellen, klappt für mich als blutiger Anfänger bislang gut. Kann euch da aber auch verstehen mit eurem digitalen Gerät. Mein Refraktometer verstellt sich halt auch scheinbar ziemlich schnell, weil ich es vorgestern eingestellt hatte und am nächsten Tag war es etw. anders und ich musste nachkallibrieren. Muss man halt dran denken :winking_face:


    Wollte mit der 0 nur für mich kontrollieren. Dachte wenn ich mit der Referenzlösung auf 35 kalibriere erhalte ich automatisch 0 bei Osmosewasser, aber das ist ja scheinbar etw. ungenau ;).

  • Wo finde ich denn eigentlich das Beckenthema? Habe jetzt nichts gefunden.


    Hab nämlich noch eine weitere Frage: Habt ihr schon Erfahrungen mit Teflonband, Rohren und Meerwasser gemacht? Mein eines Rohr passt nämlich nicht in das andere, sodass mir Teflonband empfohlen wurde.

  • Etwas unpräzise von mir formuliert, sorry. Es passt rein, ist aber zu locker. Hab es schon etwas am Ende leicht gebogen, aber damit hält es immer noch nicht.

  • PVC-U-Verrohrung in Meerwasseraquaristik wird entweder mit Tangit verklebt oder zusammengeschraubt und mit Dichtungen versehen. Eine Ausnahme sind manche Übergänge wie etwa der Eingang von fertigen Technikbecken wie der Dreambox von Royal Exclusiv, wo Teflonband zur Abdichtung verwendet wird, wenn man die nicht verkleben möchte.

    Damit es dicht bleibt darf aber nicht an der Verrohrung nachher hin und hergewackelt werden. Auch darf die Verrohrung nicht mit Druck belastet werden, für die Rückförderleitung vom Technikbecken nach oben ins Schaubecken wäre es also nicht ratsam, diese muss verklebt werden.

    Den Beckenthread muss Du selbst erstellen, und zwar in der richtigen Kategorie hier: Mein Aquariumtagebuch

    Viele Grüße

    Sandy

  • Ich entnehme dem aber, dass man es in der Meerwasseraquaristik grundsätzlich nutzen kann?

    Wenn nichts anderes möglich ist, da es wirklich die schlechteste aller möglichen Verbindungsmöglichkeiten ist. Mache doch mal ein Foto, wo genau die Verbindung ist und wo sie hingehört, dann kann man mehr dazu sagen. Wenn es oberhalb im Ablaufschacht ist gibt es kein Problem, das ist harmlos.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hab das Rohr noch mal am Ende etwas verbogen, jetzt hält es sehr gut. Verkleben wollte ich es nicht, weil ich sonst die Pumpe so schlecht rausbekomme ;).


    Vielen Dank für eure Antworten. Werde dann demnächst ein Beckenthreat aufmachen. Das hier kann man dann denke ich auch schließen :smiling_face:

  • Hab das Rohr noch mal am Ende etwas verbogen, jetzt hält es sehr gut. Verkleben wollte ich es nicht, weil ich sonst die Pumpe so schlecht rausbekomme ;).


    Vielen Dank für eure Antworten. Werde dann demnächst ein Beckenthreat aufmachen. Das hier kann man dann denke ich auch schließen :smiling_face:

    Verstehe ich das richtig? Du hast auf der druckseite der rückförderpumpe die Rohrleitung „hingepfuscht“? Die meisten packen an die Pumpe zur entkopplung von Vibrationen erst einen Schlauch und dann die pvc verrohrung dran. Aber natürlich alles FEST (geklebt, gesichert, …). Wenn da was abfatzt hast du ne riesige Sauerei….

  • Nein du verstehst es falsch. Gepfuscht habe ich nichts.

    Verstehe ich das richtig? Du hast auf der druckseite der rückförderpumpe die Rohrleitung „hingepfuscht“? Die meisten packen an die Pumpe zur entkopplung von Vibrationen erst einen Schlauch und dann die pvc verrohrung dran. Aber natürlich alles FEST (geklebt, gesichert, …). Wenn da was abfatzt hast du ne riesige Sauerei….

    Da ist ein Schlauch, dann die PVC-Verrohrung, dann ein 90°-Rohr was innen etwas verengt ist und das hatte erst nicht richtig gehalten, hält jetzt aber sehr gut und dann kommt ein Loch und auf der anderen Seite ein 45°-Rohr. Es ist ein Nanoaquarium (Yasha 90) und wenn ich da was klebe bekomm ich das Rohr bzw. die Pumpe kaum noch raus und kann die Pumpe nicht reinigen. Da stand in der Anleitung nichts von verkleben, sonst hätte ich das gemacht.

  • Deine Befürchtungen kann ich teilweise schon verstehen, ebenso die Befürchtungen von Sandy und den anderen auch wenn es "nur" ein Nano mit einer kleinen Pumpe ist.

    Allerdings kann ich mir das Ganze überhaupt nicht vorstellen.

    Es wurde ja schon einmal nach Bildern gefragt, ich jetzt auch, dann kann man die Situation besser beurteilen.

    mfG Jörg

  • Meine Messungen führe ich heute mit einem digitalen Refraktometer durch. Sehr einfach zu bedienen, sehr genau, sehr einfach zu kalibrieren, sehr gut ablesbar!
    Herrlich! :smiling_face:

    Gruß

    Hajo

    Hallo Hajo,

    welches digitale Refraktometer nutzt du? Die gibt es ja auch in allen Preisklassen.
    Ich bin eigentlich mit meinem Leitwertmessgerät recht zufrieden, aber immer auf der Suche nach Alternativen.

  • Hallo Hajo,

    welches digitale Refraktometer nutzt du? Die gibt es ja auch in allen Preisklassen.
    Ich bin eigentlich mit meinem Leitwertmessgerät recht zufrieden, aber immer auf der Suche nach Alternativen.

    Hallo Andreas!

    Tischgerät Milwaukee MA887. Die Daten findest du im Netz.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Deine Befürchtungen kann ich teilweise schon verstehen, ebenso die Befürchtungen von Sandy und den anderen auch wenn es "nur" ein Nano mit einer kleinen Pumpe ist.

    Allerdings kann ich mir das Ganze überhaupt nicht vorstellen.

    Es wurde ja schon einmal nach Bildern gefragt, ich jetzt auch, dann kann man die Situation besser beurteilen.

    So sieht das in etwa aus (das Bild ist aus der Anleitung entnommen). In meinem Becken ist es ja schon eingebaut und man sieht nicht viel. Aber 3 hatte anfangs nicht in 2 gehalten, jetzt sitzt es sehr gut und geht nur mit wirklich viel Kraft auseinander.

  • Alles gut. Der entscheidende Hinweis war, dass es ein Yasha 90 ist und kein Technikbecken, sondern ein Technikabteil innerhalb des Aquariums ist. Damit gibt es keine Möglichkeit, dass das Becken ausläuft, wenn das Rohr undicht ist.

    Wenn die Verrohrung nicht ganz dicht ist bilden sich höchstens ein paar Salzkrusten, wenn es raussickert. Damit kannst Du beruhigt die Dcihtung mit Teflonband machen, es passiert gar nichts, wenn es nicht ganz dicht ist.

    Viele Grüße

    Sandy

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