Starkes Algenwachstum

  • Hallo,


    ich bin neu in der Meerwasseraquaristik und betreibe seit ca. 5 Wochen mein Becken (100x40x50 cm).

    Es handelt sich um ein für Meerwasser umfunktioniertes Juwel Rio 180 mit innenliegender Technik (Tunze 9004 DC Abschäumer, Tunze Comline 3162, Heizstab Juwel)

    Für die Strömung sorgen 2x Tunze Nanostream 6025, die ich jeweils an den Seitenscheiben platziert habe und eher Richtung Front- bzw. Rückscheibe strömen lasse, um eine Art Ringströmung zu erzeugen.

    Beleuchtet wird das Becken von jeweils 1x Juwel LED Marina & Juwel LED Blue sowie einer zusätzlichen Pro2 LED Seawater von LED Aquaristik.

    Der Aufbau besteht aus gebrauchter Riffkeramik sowie 2x 5kg Lebendgestein (frisch gekauft).

    Anfangs hatte ich mit den klassischen Kieselalgen zu kämpfen, habe relativ schnell einige Weichkorallen besetzt, sowie ca 5x Schnecken als Cleaning Crew.

    Die Cleaningcrew habe ich vor einer Woche deutlich aufgestockt, da ich beim Erstbesatz keinerlei Tiere besetzt hatte, die den Bodengrund durchwühlen.

    Ebenfalls seit einer Woche im Becken sind die drei Fische.

    Der Besatz besteht aktuell aus 8x Weichkorallen, 2x LPS Korallen, 2x Gorgonien, 1x Kupferanemone, 1x Krustenanemone, 1x Scheibenanemone, 2x Ocellaris und 1x Rotpunkt-Schleimfisch.

    Ich habe jedoch nach wie vor viele Algen bzw. Beläge auf dem Bodengrund, die auch teilweise zwischen den Korallen wachsen und diese stören. Gerade die Gorgonien haben unter den Fäden etc. doch schon zu kämpfen.

    Nachfolgend meine Wasserwerte - ich habe die Werte hervorgehoben, die ich mit meinem eher dürftigen Wissen auffällig finde.

    Die KH ist definitiv gesunken - ich hatte vor 2 Wochen ca. 8 gemessen, hier scheint durch die wenigen Korallen bereits ein Vebrauch feststellbar zu sein, der sehr niedrige Nitratgehalt kommt vermutlich daher, dass ich erst seit kurzem sehr wenige Fische im Becken habe, die aktiv gefüttert werden & die Algen ziehen vermutlich durch das starke Wachstum auch viel Nitrat aus dem Becken, oder?


    Die aktuellen Wasserwerte:

    PSU: 35

    Temp: 25,3

    KH: 6,5

    NH4: 0

    CA: 400

    Mg: 1400

    NO3: 1

    NO2: n.n.

    PO4: 0,02

    Si: 0,1

    Ph: 8,3


    Meine Frage ist nun, ob ich einfach abwarten soll, bis sich das Gleichgewicht stabilisiert hat & derweil lange Algenfäden von Bodengrund & Korallen bestmöglich entferne oder, ob ich aktiv handeln muss?

  • Hi,


    Kalzium habe ich separat noch nicht gemessen, ich habe mir verschiedene Tests (Compact Lab) gekauft, die ich wöchentlich durchführe.

  • Okay, die Abkürzungen übe ich noch 😄

    10x Trochus

    10x Nassarius

    5x Cerithium

    5x Clibanarius

    5x Nerita polita

    2x Lysmata amboinensis

    2x Mitrax

  • Hallo Alex,

    Ursache und Wirkung ist zum Teil nicht so, wie Du meinst. Generell ist die Einfahrphase im Meerwasserbecken nicht etwas, das in wenigen Wochen abgeschlossen und zu den Akten gelegt werden kann. Insgesamt ist das Gleichgewicht immer labil und man muss ständig kontrollieren, ob auch alles richtig läuft.

    Im frisch eingerichteten Becken werden von der Deko (Sand und Steine) viel von den Nährstoffen gebunden, sie reagieren ähnlich wie Phosphatadsorber. Nach etwa einem halben Jahr ist die Deko meist gesättigt und die Nährstoffwerte gehen "unerklärlich" hoch, obwohl man nichts anders macht und nicht mehr füttert. Zu wenig Nährstoffe gerade am Anfang sind auch nicht gut, deshalb ist es gerade am Anfang oft sinnvoll auch die Korallen zu füttern mit Staubfutter.

    Zusätzlich hilft das Futter den Korallen auch, mit dem Strahlungsstress fertig zu werden. Starke Beleuchtung bei karger Kost mögen auch lichthungrige Korallen nur in Grenzen. Wenn nach dem Einsetzen der Korallen vermehrt braune Schmierbeläge auftauchen sieht da eher nach Dinoflagellaten aus, welche wegen Lichtstress von den Korallen abgegeben werden. Das Licht eine Spur reduzieren in Intensität und Dauer kann hier helfen den Stress zu reduzieren.

    Der Verbrauch an kH ist am Anfang zum überwiegenden Teil durch die Mikroalgen und Bakterien verursacht. Das ganze Becken einschließlich Sand und Steine ist Siedlungsfläche, welche durch die Biofilme erobert wird. Du kannst das Verhältnis Steinkorallen zu übrigen Becken mit Bakterien und Algen in etwa abschätzen, indem der Verbrauch von Calcium zusammen mit dem paritätischen kH den Korallen zugeordnet wird, der Rest an kH Verbrauch ist verursacht durch Bakterien und Biofilme.

    Um zu helfen wäre ein gutes Foto, was genau an "Algen" Du vorleigen hast, sehr hilfreich.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hallo,

    danke für die Erklärung. Ich hatte mich im Vorfeld relativ viel in die Thematik Meerwasser eingelesen & dachte, dass die Riffkeramik eigentlich keine Nährstoffe mehr bindet, da das Material gebraucht gekauft wurde und direkt aus dem anderen Becken in meins umgezogen ist.

    Bzgl. Kombination Lichtstress & wenige Nährstoffe - das klingt plausibel. Ich werde die Beleuchtungsdauer reduzieren, intensiv ist die Beleuchtung in meinem Becken nicht.

    Bilder liefere ich nach, wenn das Licht an ist.


    Viele Grüße

    Alex

  • Die Wahrscheinlichkeit für Dinoflagellaten ist hoch, aber letztendlich wirst Du es nur über ein Mikroskopie-Bild wirklich sehen können. Oft sind es auch Mischbeläge aus Kieselalgen und Dinoflagellaten.

    Ein UVC-Klärer kann helfen, die etwas im Zaum zu halten, aber letztendlich wirst Du vor allem mechanisch mit Absaugen die Beläge reduzieren müssen. Es ist die "Häßliche Phase" des Beckens, wo man durchwandern muss.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hallo Alex,

    Fadenalgen treten bei niedrigen Nährstoffwerten gern auf, bevorzugt in stark beströmten Bereichen. In der Einfahrphase ist dies häufig der Fall. Momentan würde ich sie nur mechanisch bekämpfen. Wenn du sie nicht in der Griff bekommst und auf Dauer stark zunehmen, käme auch die Erhöhung des pH-Wertes mittels Kalkwasser infrage. Besonders effektiv haben sich bei mir Kugel-Seeigel (Mespilia globolus) erwiesen. Für diese ist dein Becken aber wahrscheinlich noch zu "nackt".

    Gruß

    Bernd

  • Wie lange war denn die Keramik im Betrieb? Die sieht ja eigentlich eher frisch aus, wo kommt die her? Macht ja ein Unterschied ob die 2 Wochen im neutralen Wasser lag oder aus einem Becken welches Jahre lief 🤔


    Und ja , ich würde auch die CC etwas aufstocken. Vor allem die Schnecken, welche Aufwuchs fressen. Für'n Seeigel wär's noch etwas zu früh würde ich sagen, dafür ist noch zu kahl.

    VG

    Chris

  • Hi,


    danke euch für die Rückmeldungen und ich wünsche erstmal eine frohe Weihnachtszeit.

    Die Riffkeramik war mehrere Jahr ein einem Becken, bevor ich die übernommen habe.

    Ich habe jetzt erst einmal die Beleuchtungsdauer reduziert von 11 auf 9 Stunden. Die Fadenalgen stören mich nicht, das werden auch nicht mehr, lediglich die vorhandenen werden länger, die bereits zu groß für die Cleaning Crew sind. Hier zupfe ich sukzessive ab.

    Kieselalgen dienen den Dinoflagellaten auch als Nahrung, korrekt? Hier hatte ich zu Beginn relativ viele. Wie entfernt ihr die Beläge, die sich auf den Korallen befinden? Auch absaugen oder mit einer weichen Bürste?


    Viele Grüße

    Alex

  • Hallo, wollte ein kurzes Update geben.

    die Fadenalgen sind größtenteils verschwunden, die Kiesealgen werden auch weniger.

    Ich habe mir vom Nachbar ein Mikroskop geborgt & konnte die Dinoflagellaten sicher als solche identifizieren. Diese sauge ich händisch täglich 1-2 x ab & gebe das Wasser durch Vlies gefiltert zurück ins Becken. Hier werden es allerdings nicht wirklich weniger - trotz Reduktion der Beleuchtungsdauer. Es scheinen jedoch zumindest keine giftigen Dinoflagellaten zu sein, da die vorhandenen Schnecken diese fleißig fressen & ich hier bisher keinerlei Ausfälle bzw. Verhaltensänderungen beobachten konnte.

    Da die Wasserwerte jetzt prinzipiell passen (PO4 jetzt bei 0,03 & NO3 bei 3, Verhältnis 1:100), möchte ich mir das Thema Beleuchtungsstress genauer ansehen. Die Beleuchtungsdauer habe ich bereits reduziert, nun möchte ich mir die Farbtemperatur der LED ansehen. Die PRO2 Saltwater LED hat einen sehr hohen Blauanteil. Ist es sinnvoll diesen deutlich zu reduzieren?


    Viele Grüße

    Alex

  • Hi, SPS sind keine im Becken, lediglich Weichkorallen & LPS.

    Zusätzlich sind noch von Juwel die LED Blue & die LED Marine über dem Becken, hier gibt es leider keine genauen Messergebnisse bzw. Datenblätter.


    Alle Infos, die ich zu den beiden Leuchten habe:


    Juwel LED Marine 895 mm, 14000 K, 2950 Lumen

    Juwel LED Blue 895 mm, 440 Lumen


    Dann mach ich mich mal schlau, wo ich ein PAR-Messgerät auftreiben kann.

  • Hallo Alex,

    auf Dinoflagellaten hat die die Farbtemperatur relativ wenig Einfluss, eher die noch ein bisschen niedrigen Nährstoffwerte. Meist hilft es, wenn die Dinoflagellaten häufig gestört werden, etwa durch kurzes Aufwirbeln von Bodenbelägen. Nach einiger Zeit verschwinden sie dann.

    Gruß

    Bernd

  • Diese sauge ich händisch täglich 1-2 x ab & gebe das Wasser durch Vlies gefiltert zurück ins Becken. Hier werden es allerdings nicht wirklich weniger - trotz Reduktion der Beleuchtungsdauer.

    Das machst du schon alles richtig. Leider kann es manchmal Wochen oder gar Monate dauern. Es gibt so viele unterschiedliche Arten und Unterarten. Und je nach Art gibt es unterschiedliche Strategien (UV, Kieselalgenblüte, Bakterienblüte, H2O2, Temperatur).

    Was immer hilft und angebracht ist: stören und absaugen. Und was auch sehr wichtig ist: so wenig wie möglich zugeben an Spurenelementen, keine Wasserwechsel machen bei Befall. Wenn man dann beständig weiter absaugt, werden die in der Regel weniger und verschwinden irgendwann. Ist aber auch keine Garantie bzw. Patentrezept.

    Ich hatte 10 Jahre gar keine sichtbaren Dinoflagellaten und dann in zwei Becken mehrmals hintereinander Probleme damit und viel dazu gelesen. Wenn der Befall anhält und man irgendwas machen muss, gibt es für jede Art teilweise sehr ausgereifte Behandlungsstrategien. Nur leider funktionieren die nicht in jedem Becken. Ich würde jetzt erstmal abwarten, ob die nicht von alleine wieder weg gehen.

    Zum Thema Licht: man kann schon die Beleuchtung prüfen, Spektrum, Intensität und Dauer. Aber damit wird man Dinoflagellaten nicht los. Auch die häufig eingesetzte Dunkelkur (3-5 Tage absolute Dunkelheit) hilft in den meisten Fällen nur kurz. Das Becken sieht dann wieder sauber und schön aus, aber es dauert nicht lange, bis die Algen wieder auftauchen. Zusätzlich schwächt man Korallen und andere lichtbedürftige Organismen. Ich würde da nicht zuviel ändern bzw. nur überprüfen, ob Dauer, Intensität und Spektrum für die zu pflegenden Tiere passen.

    Nährstoffe: zumindest bei mir tauchten Dinos immer auf, wenn die Nährstoffe, vor allem Phosphat, nicht mehr nachweisbar waren. Du hast angegeben 0,02 und 0,03. Klar kann das kein Problem sein, aber es sind punktuelle Messungen, die auch nicht super genau sind und eventuell gibt es Zeiten, wo PO4 nicht mehr zur Verfügung steht. Ich habe die Nährstoffe durch mehr Fütterung bei Dinobefall immer etwas angehoben.

    Zu den Ursachen: kann man m.E. nach vergessen, darüber zu philosophieren. Irgendwas scheint sich in betroffenen Becken so zu verändern (chemisch, physikalisch), dass das etablierte Mikrobiom geschwächt wird und Dinoflagellaten einen Vorteil haben. Breiten sie sich erstmal aus, verstärken sie oft die negativen Bedingungen für andere Organismen, z.B. durch Abgabe von schädlichen Stoffen. Daher ist das Absaugen und Entfernen der Beläge so wichtig.

    Ansonsten: manche behandeln Dinos recht aggressiv mit Wasserstoffperoxid, andere lösen durch Kohlenstoffzugabe eine gezielte Bakterienblüte aus und wiederum andere dosieren Silikat, um eine Kieselalgenblüte auszulösen. Das kann alles funktionieren, aber eben auch nicht. Es gibt Dinos, die Algen und Bakterien fressen, es gibt welche, die mit Ihnen in Symbiose leben (die meisten Dinos können keine B Vitamine herstellen und müssen sie sich holen), bei manchen funktioniert jedoch die Strategie und Kieselalgen bzw. Bakterien verdrängen die Dinos.
    In den meisten Fällen führt eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen letztlich zum Erfolg.

    Dein Becken ist frisch und da würde ich jetzt mal sagen, kann passieren und ist durchaus nicht ungewöhnlich und geht auch meist schnell wieder vorbei.

    Ansonsten gibt es den wohl längste Diskussion zu diesem Thema hier:

    Dinoflagellates – Are You Tired Of Battling Altogether?
    I don't know what percentage of folks had luck battling dinos with any of the methods in the old Dino thread but it's obviously a very low percentage, so I'd…
    www.reef2reef.com

    Außerdem gibt es noch gute Zusammenfassungen:

    A dinoflagellate treatment guide

    Beating dinofalgellates: a complete guide

    Grüße

    Chris

  • Danke dir für die ausführliche Antwort.

    Ich bin hier tatsächlich sehr geduldig und störe die Beläge fleißig bzw sage sie ab. Ich möchte mögliche Mittel wie Dino X etc. nur im allergrößten Notfall verwenden, darüber kann ich mir Gedanken machen, falls sich der Befall partout nicht auflösen möchte. Dunkelkuren habe ich jetzt auch mehrfach gelesen, möchte aber die sowieso bereits gestressten Korallen nicht weiter ärgern.

    Da die CC die Beläge und Fäden jedoch fleißig vertilgt, halte ich zumindest eine weitere Ausbreitung gut in Grenzen.

    Aktivkohle habe ich jetzt noch ergänzend in den Filter gepackt, UV-C Klärer habe ich noch einen da, den ich für ein Süßwasserbecken benötigt hatte, den möchte ich aber vorerst nicht nutzen.

  • Kurzes Update: Die Beläge verschwinden nicht wirklich, trotz täglichem Absaugen.

    Ich vermute den Grund für die Ausbreitung beim niedrigen PO4-Wert. Dieser bewegt sich bei den meisten Messungen tatsächlich unterhalb der Nachweisgrenze. Auch in dem von Chris verlinkten Beitrag werden nicht vorhandene Nährstoffe als häufiger Auslöser beschrieben.

    Ich habe die Leistung des Abschäumers reduziert & füttere generell mehr, aber der Fischbesatz ist natürlich sehr niedrig & ich bin mir nicht sicher, ob ich weitere Tiere besetzen sollte, bevor die Problematik besser geworden ist. Mein Plan wäre es jetzt, Phosphat & Nitrat zu dosieren bis Bodengrund etc. gesättigt sind und hier stabile Werte zu halten. Das sollte auch den gestressten Korallen zugute kommen. Aktivkohle lasse ich weiterhin mitlaufen, falls doch Dino-Arten dabei sind, die Giftstoffe abgeben. Unschlüssig bin ich bzgl. eines Einsatzes von UVC, da hierbei ja auch Plankton abgetötet wird, welcher ansonsten in Konkurrenz zu den Dinos treten kann.

  • Dinos sind ziemliche Überlebenskünstler. Wenn tatsächlich zu wenig Nährstoffe im Becken sind, kann das dazu führen, dass die Biofilme bzw. Bakterien und was da sonst noch kreucht, keine Nahrung mehr haben und Dinos es leicht haben, sich auszubreiten.

    Auch wenn es nervig ist, aber eine Woche ist nicht viel. Es kann u.U. Wochen oder Monate dauern - leider. UV würde ich nur einsetzen, wenn du die Art sicher bestimmen kannst. Einige gehen nachts in ein Schwimmstadium über und die erwischt du dann damit. Andere nicht. UV sollte dann auch direkt im Becken betrieben werden und etwas überdimensioniert sein. Keine Sorge wegen Plankton, wenn du das nicht zugibst, wirst du im normalen Aquarienwasser nicht viel davon finden.

    Leider können einen Dinos in den Wahnsinn treiben, vor allem wenn man offensichtlich keinen Fortschritt sieht. Wenn die jetzigen Maßnahmen auch nach längerer Zeit nichts ändern, solltest du die Sorte bestimmen und dann mit härteren Geschützen aufwarten. Aber es fällt mir schwer bzw. ist ohne Bestimmung nicht möglich, konkret etwas zu raten. Ostreopsis habe ich relativ schnell wegbekommen mit UV und täglichem Absaugen. Protocentrum (vermutlich) war deutlich hartnäckiger. Da habe ich es mit Kohlenstoff versucht (massives Wachstum), Mikroblasen, Zugabe von Silikat und Wasserstoffperoxid. Das hat 2-3 Monate gedauert. Ich kann aber nicht sagen, was bzw. ob von diesen Maßnahmen etwas geholfen hat oder ob die irgendwann einfach wieder verdrängt worden sind.

    Seit fast einem Jahr steht das Becken wieder super da, 3-4 Verluste an Korallen hatte ich aber. Und es ist nach wie vor so, wenn die Nährstoffe gegen 0 gehen, fängt es mit ganz leichten Belägen an, sehr punktuell. Aber wenn ich dann sofort verstärkt füttere (nicht übertrieben), erledigt sich das sehr schnell bzw. breitet sich nicht aus.

    Kürzlich habe ich was interessantes gelesen: bei Befall das Becken massiv zu besetzen mit Korallen. Die bringen ja alle Bakterien mit und besetzen freie Flächen. Ist aber mal wieder nur ein Ansatz, da fehlen bisher genügend Versuche.

    Grüße

    Chris

  • Hallo,

    ich würde die zu niedrigen Nährstoffwerten möglichst nicht mit chemischen Präparaten angehen. Damit gerät oftmals noch weit mehr aus dem Lot! Bei dem selbst erkannten niedrigen Fischbesatz liegt die Lösung doch auf der Hand. Es könnten ja durchaus auch ein paar robuste Arten sein, wobei die meisten Dinoflagellaten auf Fische ohnehin kaum Wirkung haben. Darüber hinaus ist immer Ruhe und Geduld notwendig. Weitermachen wie bisher, mit dem Stören am Ball bleiben. Das hat bei mir immer geholfen, aber natürliche Änderungsprozesse brauchen eben ihr Zeit.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,


    danke für die Rückmeldung, dann werde ich das tun. Die Variante mit einem Mehrbesatz an Tieren ist mir so oder so lieber, ich hatte nur Bedenken bzgl. der aktuell nicht stimmigen Biologie im Becken und wollte diese vorab einpendeln. Die aktuell besetzten Fische sind jedoch sehr munter und ehrlicherweise kann ich denen nicht mehr füttern, ohne dass sie platzen...


    Manuelles Stören mache ich täglich 1-2x, das werde ich auch weiterhin tun. Ich bin auch in keinster Weise ungeduldig, ich möchte nur bestmöglich vorgehen, da die Korallen teilweise aktuell nicht allzu gut aussehen.

    Viele Grüße

    Alex

  • Hallo Alex,

    Bernd's Anmerkungen sind nichts mehr hinzuzufügen. Nur eines noch: Ungeduld ist die Mutter aller Untugenden! Trotz permanenter Störungen wird der Rückgang längere Zeit in Anspruch nehmen. Oft wird dann verzweifelt nach Alternativen gesucht, die Geld kosten und meist nichts bringen. Also, fass nicht die Kurzstrecke ins Auge, sondern eher den Halbmarathon.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

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