Wasserwerte im Labor gemessen, brauche Hilfe bei der Interpretation!

  • Hallo Nobert,

    klar ist es super wenn Leute das Thema „Meerwasseraquaristik“ weiter treiben und dafür Geld und Wissen bereitstellen. Noch schöner empfinde ich es im Übrigen, dass es so viele Fachleute (wo ich auch dich zuzähle) gibt die ihr Wissen in Foren wie Meerwasserforum.info teilen. Und ich bin auch ganz bei dir, wenn es um dein Beispiel mit deinem Hund geht, ich habe nämlich auch so eine kleine Schnute hier unterm Schreibtisch liegen. :grinning_squinting_face:

    Aber, es geht mir um das was kommuniziert wird und nicht um das was möglich ist. Heute werden einige Produkte ja so dargestellt, als ob es ohne sie nicht geht. Zum Beispiel verfallen viele bei ein paar Cyanos gleich in Panik und kippen 1000 Mittel ins Wasser, weil es ihnen einige Hersteller und
    Händler so suggerieren. Das halte ich für bedenklich, weil diese Mittel auch alle nicht wenig Geld kosten. :angry_face:

    Ein Beispiel: Meine eigenen Eltern sind immer sehr begeistert von meinem Becken. Sie selber betrieben seit Jahren ein Süsswasserbecken. Zum Umsteigen konnte ich sie nie bewegen, da ihnen das mit den ganzen Werten und Mittel zu kompliziert ist (eigene Aussage). Nicht etwa weil ich ihnen das so gesagt habe, sondern weil sie es so gelesen haben. Das finde ich persönlich sehr schade.

    Ich selber bin übrigens jemand der gerne alle Werte misst (weil es mir Spaß macht und ich viel über Wasserchemie gelernt habe) und regelmäßig Bakterien dosiert. Aber auch ich warte schon lange auf eine wirklich große Erfindung, die vielleicht mal alles einfacher macht (z.B. Aqua Checker (Photometer) für alle Meerwasser-Werte). Vileicht Träume ich aber auch zu viel. :face_with_tongue:

    Gruß Jens

  • Aber, es geht mir um das was kommuniziert wird

    hi jens,

    genau.

    allerdings liegt es gerade daran, das jeder alles von sich geben kann, ohne das es auf seine richtigkeit im entsprechnenden zusammenhang überprüft wird.

    gerade wasserwerte werden da zum goldenene kalb gemacht.

    "hilfe, mein fisch hat n punkt"

    "wie sind denn deine wasserwerte?"

    "soundsoundso"

    " der ca-wert ist etwas zu niedrig, mg zu hoch und no3 und po4 solltest du ach mal in den griff bekommen, hast du auch ne referenz benutzt?"

    alles gerede um nix, da diese werte in keiner beziehung zu dem punkt am fisch stehen aber eine sugestion der unbedingt und minutieus einzuhaltenden werte bedingt.

    :smiling_face_with_sunglasses:

  • Hi,

    Auch wenn das mit den Wasserwerten mir auch oft etwas zu mechanisch durchgekocht wird, im Zusammenhang mit Pünktchen kommt das ja wohl höchstselten...blödes Beispiel.
    Du könntest Dich dann eher darüber lustig machen:
    "hattest Du auch eine UV an?"
    "hat der Fisch Stress?"
    "hast Du kürzlich Mitbewohner erworben?"
    etc. - hmmm, andererseits könnten as ja auch legitime Rückfragen sein und solche Pauschalisierungen sind schlichtweg untauglich.
    Wenn es SPS schlecht geht...nach was soll man sonst aus der ferne Hilfestellung geben als die WW möglichst im Bereich zu bringen, der sich als gut herausgestellt hat?
    Sicher, wir können auch pendeln oder was absurdes vorschlagen, wenn Dir das besser gefällt.

    Viele Grüße,
    André

  • @ Jens

    ich habe dich auch richtig verstanden.

    was das messen betrifft werde ich wohl nie ein Fan, sehe aber die Notwendigkeit mit den mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Es vergeht kein Tag wo ich hier im Laden nicht diverse Überraschungen erlebe. Das reicht von KH 20 und geht bis 1mg PO4. Von Salzdichte wollen wir gar nicht erst reden.


    Letztens hatte ich einen Anruf, die Fische liegen am Boden. Nach einer Feuerwerk von Fragen und kaum Antworten stellte sich dann heraus, er hat Sprudelwasser in sein Nano zum auffüllen verwendet. Hallo, geht's noch oder was? Das geht alles zuerst immer auf Kosten der Tiere und gehört daher abgeschafft.

    Hier ist Beratung angesagt und nicht Angst vor der Chemie machen oder nur Mittelchen verkaufen. In 95% der Fälle muss man überhaupt kein Labor bemühen, hier reicht das 1x 1 der vorhandenen Testanbieter und einer Portion Grundwissen, bzw. Erfahrung. Und sicher gibt es auch Mittel die Sinn machen.

    Aber was ist mit den 5 % denen scheinbar keiner helfen kann und die kein selbstverschuldetes Problem haben?

    Ich finde die Tests im Regal und auch die Analysenanbieter sowie die Fachleute sollten mehr in den Vordergrund.

    Ich möchte wetten, hätte Armin z.B. ein Buch über pling pling mit bunten Korallen geschrieben, hätte er die mehrfache Anzahl an Büchern verkaufen können. (sorry Armin, ich hoffe es waren auch so genug :winking_face: )


    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo!

    Angesehen von den messtechnischen Problemen und der Glaubwürdigkeit der Werte finde ich den Ansatz von Triton schon sehr interessant.
    Wenn die Bandbreite der Werte von gut laufenden Becken und sollen mit Problemen einmal bekannt ist können solche Analysen sichert sehr vielen helfen.

    Ich sehe hier schon ein riesiges Podential um unser Verständnis dafür was in unseren Becken abläuft zu verbessern.

  • etc. - hmmm, andererseits könnten as ja auch legitime Rückfragen sein und solche Pauschalisierungen sind schlichtweg untauglich.
    Wenn es SPS schlecht geht...nach was soll man sonst aus der ferne Hilfestellung geben als die WW möglichst im Bereich zu bringen, der sich als gut herausgestellt hat?
    Sicher, wir können auch pendeln oder was absurdes vorschlagen, wenn Dir das besser gefällt.

    moin andre,

    nöö, in o. g. fall - und den gibts zu tausenden - völlig überflüssig und die meist anfänger werden auf eine falsche fährte geleitet.


    bei sps sieht die sache schon wieder anders aus.

    aber da wird auch der kreis der antwortenden kleiner :winking_face:

  • @ Armin : Zusätze dosiere ich vom Jörg Kokott und Bio Digest Bakterien na ja und KH und CA via Balling Stammlösungen. Woher das Cu kommt, keine Ahnung. Was mich aber interessieren würde ist, was es anrichtet !

    Ich finde den Triton Ansatz der Messmethode super und ich habe seine Methode nicht angewendet. Es ging mir mal um einen Vergleich der üblichen Tests und dem was das Labor sagt. Gerade beim Verbauch von Spuris & Co kann man ja nie wissen, was da so alles drinne ist.

    VG
    Marco

  • Hallo Marco,

    die durchschnittliche Kupferkonzentration von Meerwasser wird mit 4 (Millero) bzw. 2,4 (mbari ) nmol angegeben, das entspricht rund 250 bzw. rund 150 ng, also 0,25 bzw. 0,15 µg, wobei die Oberflächenkonzentrationen allerdings deutlich niedriger liegen. Außerdem sind über 99 % des Kupfers im Meer nicht bioverfügbar weil durch Cyanobakterien mittels organischer Komplexbildner "entgiftet".

    Eine Überkonzentration an Kupfer sollte einen Ausstoß der Zooxanthellen und ein Ausbleichen der Korallen zur Folge haben. Mit den von Dir beobachteten Blasen würde ich es eher nicht in Verbindung bringen. Wenn Du kein Ausbleichen feststellst, würde ich davon ausgehen, dass Deine Kupferkonzentrationen keine Auswirkungen haben. Das Problem bei den ICP-Messungen ist, dass organische Komplexe zerstört (Temperatur 10.000 K) werden und das Kupfer mitgemessen wird, beispielsweise Cyanobakterien aber organische Komplexbildner abgeben, die die Bioverfügbarkeit von Kupfer auf ein Minimum reduzieren. Derzeit gibt es aber keine Messungen oder Anhaltspunkte, wie das Kupfer in Aquarien auf freie Kupfer-Ionen und stabile organische Komplexe verteilt ist.

    Nur mal ein Beispiel, was das theoretisch für Folgen haben kann: Angenommen ein kupferempfindliches Bakterium oder Cyanobakterium gibt ausreichend Komplexbildner ab, um die Kupferkonzentration auf einen für sich optimalen Wert einzustellen (macht es in der Natur auch so), dann könnte diese Konzentration für ein Tier oder eine Alge mit höherem Kupferbedarf vielleicht schon zu niedrig sein, obwohl die Messung von Gesamt-Kupfer mittels ICP-OES z. B. eine 10-fache Überkonzentration ergibt. Diese Tiere oder Algen könnten dem Wasser auch gar kein weiteres Kupfer entziehen, weil der Komplex, den die Bakterien eingestellt haben, nicht bioverfügbar ist. Wäre das Kupfer bioverfügbar, würden Algen und Korallen die Gesamt-Kupfer-Konzentration vielleicht auf 1/20 oder 1/50, also auf eine natürliche oder sogar niedrigere Konzentration, verringern. So aber bleibt das Kupfer nicht-bioverfügbar im Wasser und wird als Überkonzentration gemessen. Dieses Szenario ist nicht unrealistisch, da wir im Aquarium, bezogen auf die geringe Wassermenge, eine völlig unnatürliche Ansammlung von Bakterien, Cyanobakterien, Nährstoffen und organischen Stoffen haben und kaum einen Wasseraustausch. Sicher kann das bisher aber niemand sagen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • ... nochmal ein einfaches Beispiel: Du misst mit ICP-MS Kupfer im Meerwasser und erhältst eine Kupferkonzentration von 250 ng/l. Du sagst, "ich will die Kupferkonzentration in einem Experiment ein klein wenig erhöhen, sagen wir um 10%" und gibst 25 ng/l Kupfer als Kupfersulfat zu. Alle Korallenlarven sterben, dabei hast Du doch scheinbar Kupfer nur um 10% erhöht. Alle Überprüfungen ergeben, dass die Ergebnisse Deines Experiments richtig sind und alles korrekt gemessen wurde.
    Dieses Ergebnis gilt, bis ein Algenexperte kommt und sagt, "du musst das Kupfer polarografisch messen". Gesagt, getan, das Ergebnis der Messung ist, dass im gleichen Meerwasser nur 1,2 ng/l Kupfer in Ionenform und als schwache Komplexe, und somit nach heutiger Einschätzung bioverfügbar, vorkommen. Mit der Zugabe von 25 ng/l Kupfer als Kupfersulfat hast Du tatsächlich die Konzentration des bioverfügbaren Kupfers von 1,2 ng/l auf 26,2 ng/l und somit auf das 22-fache erhöht. Kein Wunder, dass das die Korallenlarven umgebracht hat.

    Die Zahlen sind jetzt ausgedacht, aber solche Experimente hat es tatsächlich gegeben und die haben den Ruf der außerordentlichen Giftigkeit des Kupfers für Korallen begründet. In der aquaristischen Praxis sieht es ganz anders aus, weil im Meer nahezu keine Oberflächen vorhanden sind, im Aquarium ist alles voller Oberflächen mit stoffwechselaktiven Bakterien und Cyanobakterien. Solange Du mit einer Einzeldosierung einen Schwellenwert zur Toxizität nicht überschreitest, passiert im Aquarium auch bei einer mehrfachen Überkonzentration von Kupfer nahezu gar nichts.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo zusammen,

    ein richtig interessanter Thread!

    Norbert: So ein grün-gelb-rot Schema macht die Sache etwas ZU einfach.
    Das muss man schon noch interpretieren:

    Den Kupferwert sehe ich, wie schon gesagt, kritisch. Hier ist sehr genau auf Reaktionen
    der Korallen zu achten (hell werden durch Zooxanthellenabstoßung) und beim kleinsten Anzeichen
    unbedingt die Spurenelementdosierung zu beenden.

    Auch der hohe Barium- und Molybdängehalt weißt auf eine starke Spurenelementdosierung hin,
    wobei Barium harmlos ist. Molybdän wird besonders gut von Cyanobakterien verwertet,
    könnte also vielleicht auch Probleme machen.

    Dass Iod zu gering ist und nachdosiert werden sollte, hatte ich bereits erwähnt.

    Den Nickelwert sehe ich deshalb als unkritisch, weil er immer noch etwas über dem Wert liegt,
    der üblicherweise für Meerwasser angegeben wird (0,47 µg/l). Woher Ehsan seinen Referenzwert hat, weiß ich nicht.

    Einen Phosphatwert von 0,14 mg/l sehe ich nicht als bedenklich, sondern als sehr günstig an.
    Dass ich wenig davon halte, mit sehr niedrigen Phosphatwerten zu arbeiten, ist kein Geheimnis.
    Dass die Aquarien im Vivarium seit Jahrzehnten mit Phosphatwerten von 0,2 - 0,5 mg/l stabil laufen, auch nicht.

    Calcium ist niedrig, aber nicht gefährlich niedrig. Es sollte etwas erhöht werden.

    Und Magnesium ist mit 1218 mg/l noch unkritisch. Es gibt zwar immer noch Menschen die glauben,
    dass Magnesium das Steinkorallenwachstum fördern würde, aber die glauben bestimmt auch an andere Verschwörungstheorien :grinning_squinting_face:


    @Hans-Werner: Glaub dem Algenexperten keine Wort!
    Er weiß nämlich scheinbar nicht, dass für die polarographische Messung zunächst alle organischen Verbindungen zerstört werden müssen.
    Und damit natürlich auch alle Komplexbildner. Würde er sauber arbeiten, erhielte er exakt das gleiche Ergebnis wie mit der ICP-MS.

    Gruß Armin

  • Kleiner Chemiker-Scherz, gell Armin. :grinning_squinting_face: Es sind halt Biologen die die Untersuchungen machen! Es ist immer gut, wenn es Leute gibt, die nicht wissen, wie man es richtig macht und die dann zwar keine richtigen dafür aber relevante Ergebnisse erhalten. :winking_face:

    Für das Hach-Photometer gibt es einen Kupfer-Test für den µg/l-Bereich (Porphyrin-Methode). Der dürfte eine Differenzierung in gebundenes Kupfer und Kupfer-Ionen ermöglichen. Den werde ich bei Gelegenheit mal ausprobieren, wenn ich wieder mal Phosphat-Proben koche.

    Gruß

    Hans-Werner

  • ich überlege gerade, ich habe mich ja mit dazu gemogelt und habe den Thred wegen der Triton Analyse gefunden und meine Werte gepostet. Eventuell trennt ein Admin das mal in einen neuen, oder wollen wir das in einem weiterführen ?
    Ich habe halt das Problem, dass SPS von unten aufhellen und absterben. Dabei hat es keine Rolle gespielt ob PO4 NO3 n.n. waren oder wie jetzt PO4 erhöht und Nitrat auch sicher über 5 liegt. Auch die Strömung spielt keine Rolle. Da ich da jetzt immer wieder Verluste habe
    und dem mal auf die Spur wollte, habe ich die Analyse machen lassen. Das mit den Spuris ( Sangokai ) und dem Kupfer scheinen ein brauchbarer Ansatz zu sein. Warum Eshan zu Nitrat nichts sagt, wundert mich.

    Auf jeden Fall sehr interessant :face_with_tongue:

  • Hallo zusammen, hallo Marco,

    wie sieht es denn mit der KH aus? Setzt Du Phosphatadsorber ein?

    Die Barium-Konzentration hat mich auch schon etwas verwundert, vor allem, da Strontium und Calcium nicht auf der hohen Seite sind. Eigentlich sollte Barium einfach proportional migefällt werden und sich ähnlich wie Strontium und Calcium verhalten.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner,

    ja, Absorber sind ca 1 1/2 Liter Diakat B im Einsatz nachdem der PO4 Wert angestiegen ist.
    Hatte auch bis vor knapp einem Jahr Zeolith laufen, wurde dann abgesetzt um Nährtsoffe nachweisen zu können. Dann habe ich mit der Basisversorgung von Sangokai angefangen.
    KH liegt bei 8 und wird mit Natriumhydrogencarbonat aufgepuffert.

    Nachdem dann PO4 und NO3 deutlich gestiegen sind habe ich dann wieder Zeolith und Absorber eingebracht. An der Problematik der Korallen hat sich allerdings nichts geändert. Fadenalgen und Braunalgen sind dazu gekommen.
    Nun laufen auch wieder 2 Liter Zeolith in einem selbstreinigenden Filter mit und ich dosiere Baks, jedoch keine Kohlenstoffquelle. Nitrat geht halt nicht runter, WW 55 Liter jede Woche.

    VG
    Marco

  • Hallo Zusammen

    Verfolge den Thread auch ein bischen und die ganze Wasseranalyse ist spannend. Der Tabelle entnehme ich zBsp. das FE 0 ist. Warum wird dieser Wert nicht als kritisch eingestuft. Müsste bei einer Spurenelement-Dosierung nicht Ebenfalls FE vorhanden sein?

    LG

    Nik

  • Hallo Marco,

    ich habe nach dem Phosphatadsorber gefragt, weil das Absterben von der Basis her von hoher KH und/oder von erhebelichen Schwankungen bei der Phosphatkonzentration kommen können. Solche Schwankungen erzeugt man am leichtesten mit einem Phosphatadsorber.
    Ich denke, Du musst das Phosphat besser im Auge behalten. Woher kommt das Phosphat? Hast Du selbst mal Phosphat gemessen? Der Unterschied zwischen der Analyse (Gesamtphosphat) und deinen Messwerten (reaktives Phosphat) könnte interessant sein. Du hast noch den Kalkreaktor? Vielleicht hast Du ein Bild vom Aquarium oder den Korallen?

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner,

    das aufhellen von unten hatte ich auch wo ich lange Zeit ( ja 1 Jahr ) PO4 und NO3 n.n. hatte und keinerlei Absorber in Betrieb hatte, warum auch ?. Da war dann die Vermutung, dass es ein Mangel ist und oder zu wenig Strömung. Daher dann das Gegensteuern. Da die Korallen da aber noch am besten standen und auch gewachsen sind, versuche ich jetzt diese Situation mal wieder zu erreichen. Nach dem PO4 Test von Gilbers habe ich 0,15 gemessen. Um PO4 weiter zu reduzieren habe ich mich unter anderem von 2 Zergfeuerfischen getrennt, wobei die auch bei PO4 n.n. schon drin waren.
    Bei den 0 Werten habe ich es nicht mit viel Füttern , auch Trockenfutter und unausgewschenes Frofu geschafft, NO3 und PO4 in den nachweisbaren Bereich zu bringen. Da hat das scheinbar besser funktioniert als jetzt. Dann habe ich mich halt an Jörg Kokott gewendet, da viele gute Erfahrungen gemacht haben und ich ihn auch schätze. Es wurde eine Stream mehr positioniert, nun drehen zur RD 6,5m³ als RFP noch zwei 6105 an je einer Osci Motion ihre Runden. Der Abschäumer wurde trockender gestellt und Zeolith enfernt. Un nun stehe ich da wo ich jetzt bin, mit wenig Korallen die nicht wachsen.
    PO4 und NO3 habe ich nun im Überschuss. Nitrat geht auch nicht runter. Einen Kalki habe ich nicht im Einsatz.

    Bilder werde ich welche machen, wird aber erst heute Abend werden, wenn ich es schaffe.

    Ich würde nun das ganze echt mal gerne in den Griff bekommen.

    VG
    Marco

  • Hallo Marco,

    du hast kein Nitratergebnis, weil mit der verwendeten Methode (ICP-OES)
    Stickstoffverbindungen nicht gemessen werden können.

    @Nik: Sehr aufmerksam, danke für den Hinweis!
    Das ist mir vor lauter Ampelfarben glatt durchgerutscht.

    0,00 bedeutet hier zwar nicht, dass kein Fe vorhanden ist, sondern nur, dass es
    unter der Nachweisgrenze des Messgeräts liegt. Aber in einem Aquarium,
    das mit Eisenadsorber gefahren wird und in dem offensichtlich Spurenelemente
    zudosiert werden, ist dieser Wert nicht plausibel.

    Gruß Armin

  • Hallo Marco,

    dass Korallen auf der Unterseite sehr hell sind, ist normal, das kann man auf jedem frontal geblitzten Foto sehen. Wenn sie ungewöhnlich weit absterben liegt etwas im Argen. Fotos helfen fast immer, den Zustand zu beurteilen, weil man einfach mehr sieht, Farben, Aufbau, evtl. Polypenbild usw..
    Ausbleichen durch Kupfer sollte im oberen Bereich stärker oder mindestens ebensostark sein, da Kupfer verdrängend auf Eisen, Mangan und andere Spurenmetalle wirkt, was vor allem auf die Photosynthese unter starkem Licht schädlich wirkt. Ich werde versuchen mich diesbezüglich nochmal schlau zu machen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner,

    danke für die Infos. Ja ich habe das auch beobachtet, dass die Korallen zu verbrennen scheinen. Wie wird mann denn Kupfer wieder los ?

    VG
    Marco

  • Hallo,

    Wäre das Kupfer bioverfügbar, würden Algen und Korallen die Gesamt-Kupfer-Konzentration vielleicht auf 1/20 oder 1/50, also auf eine natürliche oder sogar niedrigere Konzentration, verringern. So aber bleibt das Kupfer nicht-bioverfügbar im Wasser und wird als Überkonzentration gemessen.


    Hmm, dass wirft bei mir neue Fragen auf.
    Bei einer hohen Kupferkonzentration wachsen Algen besser?
    Reziprok, wenn wenig Algenwuchs vorhanden ist, dann ist auch die Kupferkonzentration niedrig?
    Algen wachsen und nehmen das Kupfer auf, wird es dann wieder freigesetzt wenn ich andere Nähstoffe reduzieren die zum Absterben der Algen führen?

    Grüße
    Andre

  • Ja ich habe das auch beobachtet, dass die Korallen zu verbrennen scheinen. Wie wird mann denn Kupfer wieder los ?

    moin marco,

    hmm...m. e. hat das mit "null"-werten bei no3/po4 zu tun.

    dann werden die korallen im direkten lichtbereich mordshell und "verbrennen" quasi zumindest bei uns so beobachtet.

    über den kupfergehalt zu diesen zeiten hab ich allerdings keine info....wobei - von der unterseite waren die korallen in normalfärbung.

  • das verbrennen hatte ich jetzt also beim Anstieg der Werte nicht wo sie bei n.n. waren.

    BTW : keiner einen Vorschlag wie ich das CU los werde ?

  • Hallo Marko

    Aktivekohle sollte Kupfer adsorbieren, wird ja auch bei Kupfehaltigen-Medikamenten eingesetzt.


    Gruss

    Nik

  • EDIT ! erster Link in Google :

    Es gibt einige anorganische Partikel, wie z.B. Arsen, Asbest, Cadmium,
    Chrom, Kupfer, Fluorid, Thallium und Quecksilber, die von
    Aktivkohlefiltern nicht absorbiert werden können.


    MIST !


    Hey Nik,

    guter Hinweis. Werde mich da mal einlesen.

    Marco

  • Bei einer hohen Kupferkonzentration wachsen Algen besser?
    Reziprok, wenn wenig Algenwuchs vorhanden ist, dann ist auch die Kupferkonzentration niedrig?
    Algen wachsen und nehmen das Kupfer auf, wird es dann wieder freigesetzt wenn ich andere Nähstoffe reduzieren die zum Absterben der Algen führen?

    Hallo André,

    leider falsch interpretiert! :frowning_face: Das Gegenteil ist nach meiner Beobachtung der Fall, einige Algen wie Asparagopsis, die berüchtigte Falkenbergia-Phase, bleiben bei Kupfer als erstes weg. Andersrum betrachtet wird es richtig: Kupfer ist ein essenzielles Spurenelement, das vom jedem photosynthetisierenden und atmenden Lebewesen gebraucht wird und außerdem auch in den Korallenskeletten angereichert wird. Dadurch würde es laufend dem Wasser entzogen, wäre da nicht die Konkurrenz durch die Komplexbildner der Cyanos und anderer Bakterien. Wenn die einmal ein Kupferion komplexiert haben, kann es weder von Lebewesen aufgenommen werden noch in den Korallenskeletten abgelagert werden. Das ist m. E. erst die Voraussetzung, dass sich das Kupfer so stark im Wasser anreichern kann. Kurz, die Unerreichbarkeit für die Lebewesen führt erst zu der beobachteten Anreicherung von Kupfer im Riffaquarium.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Marco,

    da hat das Internet mal wieder gelogen. Aktivkohle kann durchaus Kupfer adsorbieren.

    Aber nochmal zum Kupfer loswerden: beobachte deine Korallen und achte vor allem
    auf das, was Joe vorgeschlagen hat: NO3/PO4. Und kläre, welche deiner Zugaben Kupfer enthält.
    Die kannst du weglassen, dann pendelt sich dein Kupferwert wieder ein.

    Gruß Armin

  • Hallo Marco

    Was google so alles kann!
    "erster Link bei mir"
    "Was adsorbiert Aktivkohle aus dem Wasser? Schwermetalle wie Blei,Kupfer,Zink aus denen Hauswasserleitungen bestehen können aber auch Cadmium und Nickel.
    Geruchstoffe wie Chlor oder Huminstoffe werden adsorbiert.
    Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel -Pestizide werden adsorbiert.
    Pharmakologische Rückstände wie Medikamente und hormonähnliche Stoffe werden adsorbiert.
    Wo sollte ein Aktivkohlefilter eingesetzt werden?
    Überall dort, wo das Gesundheitsamt bedenken hat oder bei eigener Brunnenversorgung sollte ein Aktivkohlefilter zur Standardausrüstung gehören.
    Überall dort, wo Schwermetalle aus der eigenen Hauswasserleitung gelöst werden. (Blei, Zink, Kupfer) " :grinning_squinting_face:

    LG
    Nik

  • Hi zusammen
     Wasseranalysen;  
    1. welche Messeverfahren sind für die Meerwasseraquaristik anerkannt und z.Z. wo möglich

    2. mit welchen Messeverfahren können überhaupt welche Werte gemessen werden

    3. gibt es bei der Interpretation, also bezüglich Auswirkungen auf unser System, mit dem jeweiligen Wert unterschiedliche Meinungen

    4. gibt es Referenzwerte an die man sich halten kann

    5. kann man einige Werte von vorn herein ausschließen, da sie nach dem heutigen Kenntnisstand keinen Einfluß haben

    6. Umgang mit der Wasserprobe, Haltbarkeit, Abfüllung in Glas oder Kunststoff usw.


    ich bleibe dabei. Es ist nach wie vor sehr verwirrend, da man oftmals unterschiedliche Informationen bekommt. (siehe google z.B. bzw. deren Quellen)

    Mein Wunsch zu Weihnachten bleibt daher bestehen. :winking_face:


    Armin


    wenn du bitte mal eine Zusammenfassung machst, kannst du mir das gerne als "unique small book" fürs Geschäft anbieten. Vk. 9.90€, ich bestelle hiermit sofort 50 Stück, versprochen


    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo Norbert,

    einiges dazu habe ich im Ratgeber Meerwasserchemie beantwortet.
    Deswegen wird's nix mit dem "small book".

    Aber ich gehe gerne auf deine Fragen ein:

    1.In der Meerwasseraquaristik sind Tröpfchentests anerkannt. Sie können einen groben Überblick über einige Hauptelemente und die wichtigsten Nährstoffe liefern.
    In der Meerwasseranalytik gibt es dagegen Methoden wie z.B. Photometrie, Ionenchromatographie (IC), Hochleistungsflüssigchromatographie (HPLC) und verschiedene
    durch Plasma angeregte spektrometrische Verfahren wie ICP-OES (optische Emissionsmessung) und ICP-MS (Massenspektroskopie).

    Photometrie und IC bietet Peter Gilbers an, HPLC und ICP-OES Ehsan Dashti. ICP-MS wird an den Universitäten in den Küstenregionen und am IMG in Karlsruhe verwendet,
    aber nur für den Forschungsbereich.

    2. - Hauptelemente können recht gut titrimetrisch (das ist die professionelle Form von Tröpfchentests), photometrisch, mit IC und vor allem mit ICP-OES gemessen werden.
    - Spurenelemente am besten mit HR-ICP-MS (hochauflösende ICP-MS) oder RC-ICP-MS (ICP-MS mit Reaktionszelle). Je nach Konzentration können sie auch von der ICP-OES
    erfasst werden, wo deren Grenzen liegen hängt sehr stark von den Verfahren zur Probenaufbereitung ab.
    - Nährstoffe werden photometrisch, mit HPLC oder auch mit IC erfasst.

    3. Hier fehlen systematische Untersuchungen. Da es in der Meerwasseraquaristik leider meist nicht üblich ist, Dinge zu messen, sondern eher verbreitet ist, Dinge zu vermuten,
    liegt hier noch ein großes Forschungsfeld brach.

    4. Referenzwerte gibt es für natürliches Meerwasser. Hier ist z.B. Milleros "Chemical Oceanography" ein guter Anhaltspunkt. Allerdings sind diese Werte nur eine ungefähre Orientierungen fürs Aquarium. Korallen können sich sehr gut an höhere Nährstoff- und Schwermetallkonzentrationen anpassen. Wo die tatsächlichen Grenzen liegen ist noch
    nicht erforscht.

    5. Elemente wie Aluminium, Quecksilber, Blei, Bismut und Silber haben keine notwendige Funktion für Organismen bzw. wirken nur toxisch.
    Bei Lithium, Barium, Rubidium und Strontium ist die Funktion unklar.
    Arsen, Bor, Brom, Cadmium, Chrom, Cobalt, Eisen, Fluor, Iod, Kupfer, Lanthan, Mangena, Molybdän, Nickel, Selen, Vanadium, Wolfram, Zink und Zinn sind für (manche)
    Organismen lebensnotwendig, aber in höheren Konzentrationen giftig.

    6. Proben für Spurenelementuntersuchungen werden in Teflongefäße gefüllt und mit etwas hochreiner Salpetersäure versetzt.

    Gruß Armin

  • Hi Armin

    o.k. Buch habe ich, lesen muss ich noch (einiges). Ich taste mich an die Materie ran, step by step, :grinning_squinting_face: danke dir schon mal für die Mühe

    die Antwort 3 gefällt mir am besten :winking_face:


    Ich denke ich habe nun eine Menge mehr Informationen und werde das alles, auch aus dem Buch mal versuchen für mich zusammen zu fassen. Nächste Woche möchte ich mal das Wasser aus dem neuen Schaubecken analysieren lassen. Dann kommen bestimmt wieder Fragen,

    danke dir,

    lg Norbert

    H Hersteller/Händler

  • 3. Hier fehlen systematische Untersuchungen. Da es in der Meerwasseraquaristik leider meist nicht üblich ist, Dinge zu messen, sondern eher verbreitet ist, Dinge zu vermuten,
    liegt hier noch ein großes Forschungsfeld brach.


    Hallo Armin,

    das könnten doch Labors, die regelmäßig Aquarienwasserproben zur Untersuchung bekommen, leicht ändern. Wie oben schon erwähnt, gibt es einen gar nicht so aufwändigen Kupfertest für Hach-Photometer . Du gibst in Deinem Buch eine Konzentration von 41,5 µg/l Kupfer für ein Meerwasseraquarium an. Das sollte mit dem Photometer leicht messbar sein.

    Ich werde demnächst mal beginnen, Kupfer im Aquarium zu messen und schauen, wie sich Tiere und Kupferkonzentration in Abhängigkeit von Wasseraufbereitungsmaßnahmen und Spurenelemente-Zugaben verändern. Ab und an mal die Gesamt-Kupferkonzentration zu messen, dürfte besonders interessant werden, insbesondere, wenn es sonst nichts zu messen gibt.

    Das Beste am Schluss: Manchmal werden sogar Messungen aufgrund von Vermutungen angezweifelt. :winking_face:

    Gruß

    Hans-Werner

    2 Mal editiert, zuletzt von Hans-Werner (24. Januar 2014 um 12:45)

  • Hallo,

    ich schreibe auch mal etwas dazu. Wenn ich gesundheitlich wieder fit bin und den Kopf frei habe, werde ich ein ausführliches Dokument zur Probenahme von Wasserproben schreiben und was es damit alles auf sich hat. Ganz so einfach, wie einige es
    sich vorstellen, ist es auch nicht. Damit haben sich schon Generationen von Chemikern beschäftig und es ist bei einigen Schwermetallen nicht ganz so trivial, mal einfach Wasser einzuschicken. Bei den Parametern, die ich untersuche, reicht eine ganz
    normale, mehrfach ausgespülte PET-Flasche, weil es sich um „Makro-Elemente handelt und ich von der Analytik her auf der sicheren Seite bleiben möchte.


    Zitat 1 aus diesem Thread:


    Photometrie und IC bietet Peter Gilbers an, HPLC und ICP-OES Ehsan Dashti. ICP-MS wird an den Universitäten in den Küstenregionen und am IMG in Karlsruhe verwendet, aber nur für den Forschungsbereich.


    Armin, bitte schreib nicht so etwas. Gilbers und Triton haben die Ionenchromatographie von der Fa. Metrohm. Triton hat die ältere 700er-Serie, ich die neuere Serie 882.

    Ich habe durch diesen Umstand schon einige Kunden verloren (Dunkelziffer ist bestimmt höher), weil einige gesagt haben:

    Sie (also Gilbers/reefanalytics) haben ja nur eine Ionenchromatographie, Triton hat eine HPLC und kann bis zu sechs Stellen hinter dem Komma angeben.

    Die Ionenchromatographie steht primärfür Anionen und Kationen. Um mit der Ionenchromatographie Anionen, wie z.B. NO3 oder PO4 störungsfrei analysieren zu können, benötigt man zusätzlich noch einen UV/VIS-Detektor. Sonst ist die IC nicht empfindlich genug.

    Unter der klassischen HPLC mit anderen stationären Phasen und Temperaturen versteht man etwas ganz anderes, obwohl die IC auch mit Hochdruck arbeitet, aber eine andere stationäre Phase hat.

    Mit der HPLC, wie auch mit der Gaschromatographie , GC-Headspace, etc. werden eher organische Schadstoffe wie z.B. PAK’s, PCB’s, BTX, LHKW’s oder Aminosäuren etc. analysiert.

    Wer es oberhalb richtig verstanden hat, versteht bestimmt, warum ich ab und zu verzweifle und nur noch sehr wenig in den Foren schreibe. Da bastle ich lieber in meinem stillen Kämmerlein vor mich hin. Weiterhin fällt mir im Moment noch folgendes dazu ein:

    Der Kunde soll / muss wissen, wie genau Ergebnis ist

    – Problem 1:
    Kunde will von Mess-Unsicherheit nichts wissen. Er will korrekte Werte und hofft, dass Messunsicherheit nicht existiert.

    – Problem 2:
    auch dasLabor hofft, dass sich der Kunde nicht dafür interessiert; gibt zur Verwirrung Analysenergebnissemit möglichst vielen Stellen an, z.B. 5-6 auch wenn nur 1-2 hinter dem Komma abgesichertsind.

    Zitat 2 aus
    diesem Thread:

    Proben fürS purenelementuntersuchungen werden in Teflongefäße gefüllt und mit etwashochreiner Salpetersäure versetzt.

    Es kommt darauf an, was man untersucht. Wer sich mit der z.B. DIN EN ISO 5667-3 zur Konservierung von Wasserproben beschäftigt, wird schnell feststellen, dass es für unterschiedliche Parameter auch unterschiedlich Probenbehältnisse gibt. Hält man sich nicht daran, kann manzwar etwas analysieren, aber die Ergebnisse sind falsch/nicht verwertbar.

    Teflonbehälter, also ECTFE, war mal aktuell bzw. ist eine Kostenfrage. Quecksilber (Hg) wird inBorsilicatflaschen stabilisiert, früher mit Kaliumdichromat, jetzt mit KBr/KBrO3,da Hg die Eigenschaft hat, sich an die Wandung zu setzen, und so nicht mehr für eine Analyse zur Verfügung steht.

    Für eine Analyse auf Quecksilber (Hg) muss man also eine extra Flasche einschicken. Wird das aus einem Probebehältnis mit den anderen Schwermetallen Quecksilber zusammen bestimmt, ist das Ergebnis falsch bzw. nicht zu verwerten; mal ganz abgesehen von der Matix mit 10-11 g Natrium und der Linearität und Bestimmungsgrenze einzelner Parameter darin.

    Metalle bleiben nur angesäuert in Lösung, Eisen z. B. fällt ja durch Oxidation mit der Luft schnell aus. Flaschenmaterial ist eigentlichimmer Kunststoff, da Glas ja nun mal aus Sand und Soda hergestellt wird undauch Bor und Aluminium enthält.

    Hydrid-Bildner wie vor allem Zinn werden aber wieder separat mit HCl angesäuert, da sie sonst ausfallen.

    Zinn z.B. geht gar nicht mehr in Lösung, schon hydrolisiertsieht man das Zinn als weißen Schimmer an der z.B. Innenwand; es geht gar nicht mehr raus. Einmal ausgefallene Elemente sind oft vollständig nur wieder über einen Hochdruck-Aufschluss in Lösung zu bringen, da mikroline Ausfällungen so nicht gesehen werden können. Dieser Vorgang kostet aber wieder Zeit und Geld.

    Wie man an diesen paar Zeilen schon sehen kann, benötigt manfür eine „große“ Schwermetall-Analyse mindesten 3 verschiedene vorbehandelte Probenahmebehältermit mindesten 100 ml. Sonst sind die Ergebnisse nicht zu verwerten. So machen es auch akkreditierte Labore.

    Eine nicht richtig durchgeführte Probenahme nennt man unter Chemikern auch Fahrkartenschießen. Aber Papierist ja geduldig .....(ich wollte hier gerade noch etwas hin schreiben, aber ich lasse es mal besser)

    Weiterhin wichtig:
    Vergehen zwischen der Probenahme und Analyse nur wenige Stunden, reicht es aus, wenn die Wasserprobe im Labor angesäuert wird.

    Vergehen mehrere Tage zwischen Probenahme und Analyse, muss ein Probebehältnis je nach Parameter vor Ort mit z.B. HNO3 oder HCL (jeweils Suprapur)angesäuert werden, damit die Proben auch stabil bleiben.

    Zitat Norbert:

    ich bleibe dabei. Es ist nach wie vor sehr verwirrend, da man oftmals unterschiedliche Informationen bekommt.

    Der Nebel verschwindet langsam……..

    Mehr (wichtiges) kann ich leider nicht schreiben/kommentieren , sonst bekomme ich wieder sehr böse Anrufe, weil ich ja keine Ahnung von der Materie habe.

    Gruß,
    Peter

  • Hallo Peter,

    danke für die Ergänzungen. Mir fehlt manchmal die Phantasie mir vorzustellen,
    was man alles falsch interpretieren kann. Aber ich lerne dazu :winking_face:

    @Hans-Werner: Zitat "Manchmal werden sogar Messungen aufgrund von Vermutungen angezweifelt."
    Dann verlassen wir aber den Bereich der Wissenschaft und nähern uns allmählich der Esoterik :winking_face:

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,
    ist nicht schlimm, musste nur mal verdeutlicht werden.

    Ich lasse mir Anaylsengeräte für Schwermetalle (Polarographie) anbieten und muss mich auch mit solchen Umschreibungen beschäftigen.
    Das ist nicht immer ganz einfach und auf der anderen Seite sitzen ja auch Verkäufer, die ihr Analysengerät verkaufen wollen.
    Die können ja dann alles


    Norbert

    Zitat

    6. Umgang mit der Wasserprobe, Haltbarkeit, Abfüllung in Glas oder Kunststoff usw.

    Etwas habe ich ja schon dazu geschrieben. Wenn die Probenahme schon falsch durchgeführt wird, bringt dahinter die teuerste Analytik der Welt nichts, weil sie die Fehler nicht mehr beheben kann. Die Analysenmaschine analysiert dann vor sich hin und spuckt irgendwelche Zahlen aus.

    Welche Schwermetalle in einer Salzwassermatrix wie empfindlich gemessen werden können und was bei der Analyse stört, musst du schon gezielt im Labor erfragen. Es gibt in NRW einige gut ausgestattete Labore mit einer ICP-OES, die dir für jeden Parameter die Bestimmungsgrenze mit 3-Sigma (95%-Ergebnisssicherheit) sagen können und ob das Sinn macht.

    Ich finde es gut, dass du dich damit so intensiv auseinander setzt und es verstehen willst. Meinen Respekt hast du!

  • Hi zusammen


    ich möchte noch einmal etwas zu meinem "bohren" sagen. Mich interessiert eben, wer was kann und was ist das beste für welches Aquarium.

    Das ist u.a. ein Grund warum ich Jörg (Kokott) eingeladen habe, um hier mal mit ein paar Unklarheiten bei der Wirkung und bei der Anwendung seiner Produkte aufzuräumen.

    Leider werden Aussagen viel zu schnell im Sinne der stillen Post falsch wieder gegeben. Weil sie aus dem Zusammenhang heraus gerissen wurden , oder durch mangelndes Fachwissen auch unbewußt falsch erklärt werden. Es gibt aber auch Leute die nichts besseres zu tun haben, Hersteller, Händler und Systeme gegen einander aus zu spielen. Das hat nun scheinbar auch die Chemiker erreicht, und so entsteht eine Menge Unruhe im Bezug an Analytik.

    Da der Peter das hier bereits durch die Blumen angesprochen hat, möchte ich alle die ein Interesse daran haben in der Mereewasseraquaristik weiter zu kommen, denn nur darum gehts doch, mal wieder runter zu kommen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.


    Also, mir geht es um die Klärung der genauen Methoden und deren Anwendungen. Wir als einfache Aquarianer wünschen uns da mehr Transparenz, da wir das ja nicht studiert haben. Es sollte also möglich sein, mit den vorhandenen Quellen (Armin, Peter und Eshan. Andere kenn ich z.Z. nicht) eine Art Leitfaden, "wie mache ich was bei wem" zu erstellen.

    Es sind alle (auch die, die hier nur mitlesen und sicher etwas bei tragen könnten) aufgerufen mit zu machen, da ich alleine nicht sämtliche relevanten Fragen zu dem Thema weiß.

    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo Norbert,

    zuerst muss die Probenahme geklärt werden, die ein richtiges Ergebnis gewährleisten.

    Dann muss die sinnhaftigkeit von Schwermetallluntersuchungen im Meerwasser geklärt werden. Welches Schwermetall ist überhaupt interessant, wie liegen sie im Wasser vor (frei oder komplexierd) und wie kann man das am besten genau analysieren (das bioverfügbare womöglich durch Extraktion), da freie ist ja bekannt
    Mit den bisherigen Methoden kann man ja nur die z.B. Gesamtkupferkonzentrationen etc. analysieren. Aber wieviel davon liegt komplexierd vor (alles wegen der bioverfügbarkeit). Sonst macht so eine Analyse ja keine Sinn.

    Ich bin ja z.B. auch bereit, Geld in ein Analysengerät für Schwermetalle zu stecken, aber ich möchte nicht auf ein totes Pferd setzen.

    Dann folgt die Analyse, aber das ist Laborkram, der erstmal hinten an steht.

  • Hi Peter

    das bedeutet ?

    Ich benutze ein Kupferprodukt um z.B. die Farbigkeit bei SPS Korallen zu verbessern, (habe gehört sowas gibt es). Oder es wirft mir jemand 5 x 1Cent Münzen ins Becken und du kannst das im Wasser nachweisen, oder? :winking_face: bzw. was ist mit Rost woher auch immer, oder auch gerne andere Beispiele

    lg Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo Norbert,
    dann laß doch, wenn das mit dem Kupferprodukt funktioniert, dein Wasser auf Kupfer untersuchen.
    Ebenfalls deinen Sonderfall mit den 5 x 1 Cent Münzen.
    Du wirst ja dann eine Empfehlung bekommen.
    Du hast ja den Luxus, dass es von Hilden nach Düsseldorf nicht so weit ist.
    Die Probe ist dann schnell da und kann sofort untersucht werden.
    Ich verstehe jetzt ehrlich nicht, warum du nicht z.B. sofort die Triton-Methode oder eine andere anwendest.
    Diese hat sich doch neben z.B. Balling-Light von Fauna Marin , Balling (von Balling) oder der Sangokai-Methode etabliert und wird anerkannt.
    Gruß,
    Peter

  • Hi

    ich habe ein ähnliches Problem wie der Threadersteller.
    Einige kennen die Geschichte aus dem anderen Forum.

    Würde es was ausmachen die werte mit hier rein zu setzen?
    Oder lieber einen neuen Thread aufmachen?
    Mir geht es dabei eher um die Interpretation der Werte allgemein.

    Grüße

    grüße
    Dirk

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