Nährstoffe und Phosphat-Test

  • Hallo,

    ich mache mir Anfänger-Gedanken über das immer wieder kehrende Thema der Nährstoffkonzentrationen für SPS Pflege.

    Nachdem ich Euch eine richtige Becken-Vorstellung immer noch schuldig bin :yrf, eine kurze Beschreibung meines Setups:
    ca. 460L plus TB, im TB ein Abschäumer, dahinter ein ca. 20x40x15cm DSB mit LG-Resten darauf und darüber Chaetomorpha und Caulerpa. Das Refugium wird z.Zt. nachts 15 Std. beleuchtet. Oben im Becken ca. 35Kg frisches Lebendgestein. Beleuchtet mit 320W LED.

    Standzeit ist etwas über 3 Monate.
    Das Becken hatte wie von mir erwartet eine starke Grünalgenphase, die mit der Zeit zurück ging, unterstützt durch mechanische Entfernung von mir und einem entsprechenden Trupp Algenfresser, aber insgesamt sicher auch durch Nährstoffmangel (die anfangs grünen Rasen wurden braun).

    In den ersten 2 Wochen konnte ich kurz geringe Mengen NO3 nachweisen. Danach nicht mehr. PO4 hab ich noch nie messen können. Beide Tests sind von Salifert und wurden erfolgreich gegen eine Referenz abgeglichen.

    Aktueller Besatz sind 6 Fische, div. Wirbellose, 2 kleine Krustensteine, 2 weiche Korallen, 4 LPS und 9 SPS Ableger unterschiedlicher Herkunft. Die sind in den letzten 10 Wochen nach und nach eingezogen. Ich füttere seit Fische drin sind reichlich FF ohne es zu spülen.

    Die Ableger stehen, so weit ich das beurteilen kann, gut. Der älteste, eine S. Caliendrum, is vergleichsweise hell, wächst aber spürbar. Ein A. tumida Ableger wurde evtl. ein bisschen dunkler, scheint aber langsam auch zu wachsen. Der jüngste Schwung Ableger kam aus eine Zeovit Becken und steht seit inzwischen 3 Wochen unverändert hübsch da. Alle Korallen zeigen mehr oder weniger gut ausgefahrene Polypen.
    Unter den Ablegern gibt es vereinzelte Ausnahmen. Eine SPS verliert langsam an einer Spitze Gewebe, eine LPS geht nicht mehr auf, etc. Im Moment halte ich das aber für Einzelschicksaale mit unterschiedlicher Ursache.
    Alle Fische sind fidel und gehen gierig ans Futter.

    Wie erwähnt kann ich im Wasser weder NO3 noch PO4 nachweisen. Eine Mesung gegen 5 mg/l NO3 und 0,5 mg/l PO4 war erfolgreich, d.h. meine Werte liegen vermutlich zwischen diesen Werten und 0.

    So, jetzt kommt die Frage: :winking_face:

    Reicht mir diese Information über meine Wasserwerte?

    Variante eins:
    Meine völlig laienhaften Ansichtsweise wäre im Moment: die Algen im Refugium wachsen, im Becken wachsen wenige aber doch immer wieder hier und da mal ein kleines Büschel. Alle Ableger stehen so weit gut da. Was man so an Wachstum von einem Ableger erwarten kann, weiss ich nicht, aber wenn die in 3 Wochen nicht sichtbar gewachsen sind, macht mir das keine Sorgen.
    Also regelt sich eigentlich im Moment alles gut von selbst und ich mach einfach alles weiter wie bisher. Also lehn ich mich zurück und guck meinen Fischen zu :smiling_face:

    Oder, Variante zwei:
    soll ich einfach mal phasenweise meinen AS ausschalten und die Beleuchtungszeit im Refugium verkürzen. Dazu evtl. etwas organisches Korallenfutter. Das Ganze So viel / lange, bis die Nährstoffwerte in den für mich messbaren Bereich hochkommen? Und dann passt das schon?

    Oder, Variante drei:
    Bewege ich mich am Rande des Abgrunds? Kann ich jederzeit in eine PO4 Limitierung oder sonst eine Katastrophe rutschen und würde es auf Grund unzureichender Test erst merken, wenn es zu spät ist? Komme ich nächste Woche abends heim und verbringe den Rest des Abends panisch im Forum, weil alle meine wunderschönen Ableger sich auflösen und alles ganz schlimm ist?
    Müsste ich mir also so schnell wie möglich genauere (und teuerere) Wassertests besorgen. Oer am besten gleich 50,00 Eur für n Test bei Peter ausgeben? (auch wenn ich eigentlich nur 2 Werte wissen will). Und danach nach ausgiebiger Recherche verschiedenste Maßnahmen und Mittelchen zur exakten Regulierung meiner Nährstoffwerte ergreifen?

    So. Jetzt hab ich mir die Finger wund getippt, jetzt seid Ihr dran. Über eine ausführliche und gerne auch kontroverse Diskussion würde ich mich sehr freuen :).

    schon jetzt Danke an die Experten und Grüße
    Daniel

    Ach ja: die zweite und viel einfachere Frage: der PO4 Test von Gilbers ist momentan nicht lieferbar. Machery & Nagel ist mir zu teuer. Kennt Ihr noch einen anderen, in den unteren Bereichen ähnlich genauen PO4 Test?

    Einmal editiert, zuletzt von Gump (22. Februar 2013 um 13:02)

  • Hallo Daniel,

    Messwerte sind nicht alles...
    Wenn Du das Gefühl hast es läuft ist doch alles okay.
    Meine Standardantwort: Geduld!!!
    Stell doch mal Fotos ein dann können wir Dir besser sagen ob Du an irgendwelchen Schrauben drehen musst.
    PO4 Test würde ich immer wieder Gilbers nehmen. Frag doch mal wann Peter wieder liefern kann. es kommt ja nicht auf einen Tag drauf an.

    Olaf

    Gruß von der Ostsee

  • Hi Olaf,

    grundsätzlich gebe ich Dir recht.
    Nur trau ich mich halt noch nicht so, mich nur auf mein Gefühl zu verlassen, dafür fehlt mir einfach noch die Erfahrung, glaub ich. Daher ja auch die Frage an Leute die davon ggf. mehr haben als ich :).

    Der PO4 Test von Gilbers ist übrigens seit dem 15.02. wieder lieferbar und der Test aller Parameter kostet 42,00, nicht wie geschrieben 50,00. Will ja hier keine Unwahrheiten verbreiten!

    @alle: eigentlich hat ich auf ein paar mehr Antworten gehofft, woran liegt's?
    Ist die Frage zu lang? Oder ist das Thema Nährstoffe und Ihre Regulation derzeit einfach etwas zu sehr belastet?

    Viele Grüße
    Daniel

  • Zitat

    Original von Gump
    Variante eins:
    Meine völlig laienhaften Ansichtsweise wäre im Moment: die Algen im Refugium wachsen, im Becken wachsen wenige aber doch immer wieder hier und da mal ein kleines Büschel. Alle Ableger stehen so weit gut da. Was man so an Wachstum von einem Ableger erwarten kann, weiss ich nicht, aber wenn die in 3 Wochen nicht sichtbar gewachsen sind, macht mir das keine Sorgen.
    Also regelt sich eigentlich im Moment alles gut von selbst und ich mach einfach alles weiter wie bisher. Also lehn ich mich zurück und guck meinen Fischen zu :smiling_face:

    Hallo Daniel,

    das mache ich seit 2,5 Jahren so. :ylol

    Nein, im Ernst: Ich sehe es wie Olaf. Stell doch vielleicht mal ein Bild ein. Auf einem Bild lässt sich der Zustand Deines Beckens viel besser beurteilen.

    Ansonsten kann ich nur raten, Dich nicht verrückt zu machen. Dein System ist ja noch recht jung. Lass es am besten einfach soweit es geht in Ruhe. Die Biologie und die sonstigen notwendigen Vorgänge zur Reifung Deines kleinen Riffausschnittes brauchen Zeit. Und das ganze Messen ist zwar notwendig, aber macht einen Anfänger vielleicht auch etwas nervös. Ich muss ja gestehen, dass ich die ersten 10 Wochen nicht einen einzigen Wert gemessen habe. Wozu auch? Drei Monate Einfahrzeit kann man sich und seinem Becken ruhig gönnen. Und die erzielten Werte innerhalb des genannten Zeitraumes ändern sich sowieso jeden Tag. :grinning_squinting_face:
    Danach habe ich dann mal vorsichtig Nitrat gemessen. Der Wert war gut, Einsiedler und Schnecken durften einziehen.

    Ich muss weiterhin gestehen, dass ich mit der ganzen Messerei insgesamt nicht so pingelig bin. Letzte Woche habe ich mal wieder die (für mich) wichtigsten Parameter abgeklopft. Davor habe ich es das letzte Mal vor 8 Wochen gemacht. Mein Becken läuft aber auch relativ stabil. In den Anfängen und bei Unsicherheiten möchte ich nun natürlich nicht davon abraten, die Wasserwerte zu überprüfen. Aber solange es sich eher noch um das Einfahren des Beckens handelt, würde ich mal abwarten wie es sich alles weiterhin so entwickelt.

    Viele Grüße,
    Ina

  • Hallo Daniel,

    kann ich nachvollziehen, dass man in den Anfängen der MW-Aquaristik nur schwer anhand der Tiere feststellen kann, ob alles soweit im grünen Bereich ist. Auch die Messergebnisse sind teilweise schwer zu deuten bzw. man misst auch viel Mist....

    Ich an deiner Stelle würde meine Tiere beobachten und versuchen anhand Wachstum, Polypenbild, Farbveränderungen sowie Algenwachstum bzw. Kalkrotalgenwachstum/existenz einen Status zu entwickeln. (dabei immer die Beobachtungen dokumentieren und bestenfalls mit Bildern belegen). Zusätzlich würde ich zu Beginn alle 2-3 Monate eine Wasserprobe verschicken und mir die Werte von Profis messen lassen. Diese Werte mit den Beobachtungen zusammenbringen. So bekommst du allmählich ein Gefühl für dein Becken.....bitte keinen blinden Aktionismus.....damit tut man seinen Tieren und sich selbst definitiv keinen Gefallen.....

    Grüße Ralf

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Hallo,

    danke fur Eure Antworten :).

    Zitat

    Original von Mildred
    Und das ganze Messen ist zwar notwendig, aber macht einen Anfänger vielleicht auch etwas nervös.

    Ich glaub es ist weniger das Messen, das mich nervös macht, sondern eher Posts von Leuten, die Ihre Nährstoffwerte auf's Zehntel mg/l genau einstellen ;).

    Zitat

    Original von Ralf
    zusätzlich würde ich zu Beginn alle 2-3 Monate eine Wasserprobe verschicken und mir die Werte von Profis messen lassen.

    Sorry, aber das wär mir momentan zu teuer :). Grundsätzlich komm ich ja auch mit den Test gut klar. Nur NO3 und PO4 sind halt in den Bereichen, in denen sich mein Becken offensichtlich befindet, einfach etwas unscharf. Die Frage ist nur: stört mich das?

    Und: ja, Bilder :). Ich seh's ein, Ich werd heut Abend mal versuchen n paar gscheide Bilder zu machen und die mit konkreten Fragen zu posten. Weil genau das möcht ich lernen: den Zustand meines Beckens anhand von Beobachtungen zu beurteilen und die Wasserwerte nur zum Back-Up abzugleichen.

    Danke Euch & Grüße :smiling_face:
    Daniel

    Einmal editiert, zuletzt von Gump (25. Februar 2013 um 13:30)

  • Zitat

    Original von Gump


    Ich glaub es ist weniger das Messen, das mich nervös macht, sondern eher Posts von Leuten, die Ihre Nährstoffwerte auf's Zehntel mg/l genau einstellen ;).
    l

    Die machen mich auch nervös... :winking_face:

    Ina

  • Und: ja, Bilder smile . Ich seh's ein, Ich werd heut Abend mal versuchen n paar gscheide Bilder zu machen und die mit konkreten Fragen zu posten. Weil genau das möcht ich lernen: den Zustand meines Beckens anhand von Beobachtungen zu beurteilen und die Wasserwerte nur zum Back-Up abzugleichen.

    Denau Daniel das ist schon mal eine gesunde Grundeinstellung. Dann mach mal.

    Olaf

    Gruß von der Ostsee

  • Hallo Daniel,

    ja das richtige im richtigen Moment tun ist wirklich nicht einfach. Das Ablesen des Wohlbefindens von Korallen geht nur über Erfahrung, mit dem Hintergrundwissen über das eigene Becken, da sich ja auch die Korallen in verschiedenen Becken nicht immer gleich verhalten.

    Am Anfang fing ich auch an zu rätseln, ob der einen Koralle etwas fehlt, wenn sie plötzlich einen Tag zusammengezogen war. Aber das legt sich.

    Ich denke, wenn bei den meisten Korallen ein Wachstum festzustellen ist, sieht es schonmal nicht schlecht aus.

    Grüße Andreas

  • Zitat

    Original von Gump


    Sorry, aber das wär mir momentan zu teuer :). Grundsätzlich komm ich ja auch mit den Test gut klar. Nur NO3 und PO4 sind halt in den Bereichen, in denen sich mein Becken offensichtlich befindet, einfach etwas unscharf. Die Frage ist nur: stört mich das?

    Daniel

    Hallo Daniel,

    so eine Testreihe kostet unter 30,-- Euro. Dafür hast du ein Ergebnis, mit welchen man etwas anfangen kann. Vorallem lassen sich dann auch Tendenzen rechtzeitig erkennen......dann sollte es eigentlich keine bösen Überraschungen geben....ich lasse lieber regelmäßig testen, als alle paar Tage selbst zu messen und zu hoffen, dass die Referenzlösungen auch noch ok sind und nicht in einer früheren Testreihe versaut worden sind....und mit dem gesparten Geld für weniger eigene Tests, lasse ich testen.

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Hi Daniel,

    ruhig Blut wozu blinder Aktionismus führt, haste ja am Freitag bei mir gesehen man meint noch was verbessern zu müssen und schießt nen riesen Bock.

    Und: wer viel misst, misst viel Mist. Lass deine Kiste mal laufen ich denke du bist auf dem absolut richtigen Weg.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Zitat

    Original von Ralf Schuster
    so eine Testreihe kostet unter 30,-- Euro. Dafür hast du ein Ergebnis, mit welchen man etwas anfangen kann.

    Wo lässt Du denn testen? Ich kenn bisher nur Gilbers und da kostet die Analyse, in der auch die Nährstoffe mit drin sind, deutlich mehr.

    Das es sich rechnet, Fremd-Tests anstatt eigener zu kaufen glaub ich ohne es jetzt nachzurechnen einfach erst mal nicht ;). Außerdem kann man da nur Geld sparen, wenn man nicht so wie ich schon alle Tests hat. Und ich find's schon gut, n Test da zu haben. so kann man halt bei nem Verdacht schon auch mal schnell nachmessen und den Verdacht erhärten oder abschwächen.
    Und wenn man anfängt KH und CA nachzudosieren, muss man doch ne Weile lang eh recht regelmässig messen, oder?

    @Stefan: merci :).
    Wie gesagt: komm halt mal vorbei. Dann kannst rein schau und mir sagen, wie Du findest, das es läuft :smiling_face:


    Grüße
    D.

  • Hi,

    wollte auch nur schildern wie ich es mit der Testerei halte.....ich habe bei Gilbers meines Wissens 27,- Euro bezahlt....wollte mit meinem Posting lediglich verdeutlichen, dass man entweder Tiere beobachten oder Farbumschläge studieren kann.....beides kann Spaß bereiten..mir macht Tiere beobachten mehr Spaß.

    Ca und KH sowie Mg mußt du natürlich regelmäßig messen....Es dauert bei einem neuen Becken, bis die Verbrauchswerte sich einpendeln....

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Hi Ralf,

    Du hast natürlich völlig recht, Fische gucken macht viel mehr Spaß als Wasser testen. :smiling_face:
    Und du hast gleich nochmal recht, das mittlere Paket kostet bei Gilbers 27,-, und da ist auch PO4 dabei. Nur halt kein NO3.

    Grüße
    Daniel

  • Hi Jungs,

    Hab jetzt seit 5 Jahren MW Becken und hab 2 mal nen " kleinen" Gau gehabt.
    Grund ?
    1 mal Osmoseanlage kaputt und 1 mal Ammonium oder Sauerstoffmangel beim Beckenumbau.

    Was ich damit sagen will. Bin ein fauler Hund was Wassertests angeht. Bei Osmoseanlage defekt hätte ichs vielleicht sehen müssen wen ich öfters gemessen hätte.

    Aber hab dadurch jetzt ein bisschen mehr gespür dafür. Ausserdem hab ich ne bessere Hälfte die auch gleich merkt wenn im Becken was nicht passt. :thup
    Die merkt das schneller als ich. Sie hat einfach ein Auge dafür.

    Also ich beobachte lieber meine Tiere als mich mit WW Tests zu beschäftigen. Ist eh mehr schätzen als messen.

    lg

    Jürgen

  • Hallo Ralf,

    Mg habe ich in den fünfeinhalb Jahren in denen ich jetzt Mewa mache kein einziges Mal gemessen. Solang die Kalkrotalgen wachsen wie blöd scheints zu passen.

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    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo,

    das Testen dient ja nicht nur zur Feststellung des IST-Zustandes. Wenn man gleich alle Werte dokumentiert, bekommt man gleich einen Überblick über das, was in den letzten Monaten oder Jahren im Becken so passiert ist oder sich verändert.

    Mit dem AquaCalculator hat man da eine sehr gute Möglichkeit für diese Dokumentation.

    Grüße Andreas

  • Hallo Stefan,

    darum geht es ja. Wer immer nur misst bekommt nie ein Gefühl wie es um die Werte bestellt ist. Dieses Gefühl bzw. diese Beobachtungsgabe braucht man jedoch, um auch mal gemessene Werte in Frage stellen zu können. Wie viele Aquarianer haben aus blindem Aktionismus Werte erhöht oder reduziert, ohne die Stimmigkeit zu hinterfragen.....erst später bei der Ursachenforschung wird dann festgestellt, dass bis zum Eingreifen alles gepasst hat...

    Eine gute Dokumentation sämtlicher Tätigkeiten am Becken sind für mich der Schlüssel zu einem erfolgreichen Becken. Leider habe ich dies früher nicht gemacht. Daher habe ich auch nie nachvollziehen können, weshalb sich die Tiere bzw. die WW in die eine oder andere Richtung entwickelt haben.....

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Hallo Ralf,

    da hast du natürlich recht. Für viele Wasserwerte gibts ja Indikatorkorallen, die im eigenen Becken zu finden ist interessant, hat man sie erstmal ist vieles leichter, aber zur Gegenprobe sind da Wassertest nicht schlecht. Bei meinem KH-Gau im Januar warens die Acans, die springen immer am ehesten an da war ziemlich schnell klar, was falsch gelaufen ist. Im alten Becken gabs ne silbergraue Monti digitata, die war die erste, die Farbe verlor bei gestiegenen Phosphatwerten(kenne ich im neuen Becken nicht mehr) und ich wusste immer, wann der Adsorber zu wechseln war, für Mg eben die Kalkrotalgen usw.

    Richtig dokumentieren tu ich immer noch nicht, habs mir aber jetzt fest vorgenommen (man wird nicht jünger und kann sich eben nicht mehr alles merken :winking_face: )

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan_Servus (25. Februar 2013 um 20:10)

  • Hallo Zusammen

    Ich halt die Kombination für wichtig und richtig. Regelmässig so einmal im Monat oder alle zwei Monate. Gerade in der Anfangsphase also nach der Einfahrphase sollte regelmässig gemessen werden. Hier fehlt einem Anfänger der Blick, zu dem kommt, dass hier meist der Besatz an Korallen und Wirbellosen langsam aber sicher aufgestockt wird und somit sich auch der Verbrauch und die Belastung des Wassers verändert.
    Des Weiteren möchte ich möglichst früh erkennen wenn etwas aus dem Ruder läuft. Wenn die Korallen zicken oder die Fische mit dem Bauch nach oben schwimmen :winking_face: haben sich die Werte schon ziemlich Massiv verändert. Zudem ist der Aufwand für das Regelmässige kontrollieren und bei Bedarf korrigieren, wesentlich geringer als wenn man zu spät reagiert.

    Für mich gilt
    Regelmässig Messen (Gute Test sind wichtig, MG, CA und KH von Gilbers, Nitrat von Salifert, Phosphat den Hanna Phosphor Checker HI 736
    Beobachten, Korallen, Kalkrotalgen, Algenwachstum usw. bei Bedarf wird kontrolliert
    Bei grösseren Abweichung den Messwert hinterfragen zum Beispiel Test gegen Referenz prüfen oder das Wasser von einem Kollegen oder Händler gegenprüfen lassen. Erst dann Massnahmen einleiten.
    Test's regelmässig gegen Referenz prüfen.
    Veränderungen im Becken dokumentieren.

    Bei einem so jungen Becken wie Deinem und deinem Besatz würde ich mir bezüglich Nitrat und Phosphat im NN Bereich noch keine allzu grossen Gedanken machen. Ich würde mir überlegen in welche Richtung ich den Bestand noch aufstocken möchte :ylol.

    Ansonsten:
    Ich dosiere Nitrat zu um diesen im nachweisbaren Bereich zu halten ( 1 bis 5 mg/L) bei 4 bis 5 mg/l stehen die Korallen optimal, darunter haben einige ein schlechteres Polypen-Bild und langsameres Wachstum.
    Phosphat versuche ich mittels Phosphat-Adsorber unter 0.07 mg / zu halten.

    Gruss Nik

    Einmal editiert, zuletzt von lobo (26. Februar 2013 um 10:09)

  • Zitat

    Original von lobo
    Ich halt die Kombination für wichtig und richtig. Regelmässig so einmal im Monat oder alle zwei Monate. Gerade in der Anfangsphase also nach der Einfahrphase sollte regelmässig gemessen werden. Hier fehlt einem Anfänger der Blick, zu dem kommt, dass hier meist der Besatz an Korallen und Wirbellosen langsam aber sicher aufgestockt wird und somit sich auch der Verbrauch und die Belastung des Wassers verändert...............

    Moin,

    genau!

    dazu sage ich immer noch, dass nicht nur das becken eine einfahrphase braucht/durchmacht, sondern auch der mensch.

    es nützt wenig, erst den versuch des messens zu starten, wenn die werte schon jenseits von gut und böse liegen.

    allerdings sollten wir uns auch abgewöhnen, gleich n fass aufzumachen, wenn werte mal n paar prozentpunkte abseits des "sollwertes" liegen.

    verunsichert den anfänger noch zusätzlich.

  • Hallo Zusammen,

    Was mich verwundert ist, wie jemand KH, Ca und Mg ohne nachmessen beurteilen kann?
    PO[t]4[/t] und NO[t]3[/t] kann ich anhand von Polypen und Gewebefarbe ja noch nachvollziehen.

    Wie äussert sich das?

    Viele Grüsse Alex

  • Hallo Alex,

    ich glaube auch nicht, dass man alle Werte an den Tieren erkennen kann. Ca, KH und auch Mg sollten def. regelmäßig geprüft werden. Es geht ja auch darum, möglichst konstante Werte zu haben. Daher sind kurze Messintervalle absolut sinnvoll. Dennoch lässt sich an den Tieren erkennen, wenn KH oder CA in Keller geht. Auch das Kalkalgenwachstum geht zurück, wenn Mg aus dem Ruder ist (so zumindest meine Wahrnehmung). Aber es geht ja nicht darum, eine Veränderung zu erkennen und dann die aus dem Ruder gelaufenen Werte zu korrigieren, sondern Messergebnisse anhand der Tiere verifizieren zu können.....

    Grüße Ralf

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Hallo Alle,

    danke für die vielen Antworten, das hilft mir. :smiling_face:

    Zitat

    Original von Ralf Schuster
    Aber es geht ja nicht darum, eine Veränderung zu erkennen und dann die aus dem Ruder gelaufenen Werte zu korrigieren, sondern Messergebnisse anhand der Tiere verifizieren zu können.....

    richtig!

    Und wenn man es genau nimmt geht es in dem Thread um darum, ob es reicht zu wissen, das seine Nährstoffwerte irgendwo zwischen n.n. und 5mg/l NO3 und 0,5 mg/l PO4 liegen oder ob man das genauer wissen muss.

    Und, ob man in diesem Fall ggf. etwas für mehr Nährstoffeintrag unternehmen muss oder nicht.

    Und, ob das verhaltene Wachstum von Algen und weichen Korallen als ausreichender Indikator zu werten sind, das die Nährstoffe eben nicht bei 0,0 sind, sondern schon so passen werden.

    ..mir zumindest :winking_face:

    Grüße :smiling_face:
    Daniel

  • Hallo Alex,

    nun ja ich sehe schon ganz gut am Aussehen meiner Korallen wo die KH liegt. Zumindest wenn Sie außerhalb von 6-8 dH liegt macht sich das durch ein nicht so gutes Polypenbild bemerkbar. Natürlich mußte ich das durch Messen erst "sehen lernen".
    Ca kannst Du gut am Kalkalgenwachstum erkennen.
    Mg weiß ich nicht.

    Also zum abschätzen passt das schon.

    Olaf

    Gruß von der Ostsee

  • Ach ja,

    und alles was hier zu Polypenbild, Wachstum und Farbigkeit als Indikator geschrieben wurde, leuchtet mir total ein.
    Drum werd ich auch ganz sicher noch ne Reihe Fotos posten, bin blos gestern nicht dazu gekommen.

    (Fast) alle meine Korallen zeigen Polypen. Ihr müsst mir dann sagen, ob gut oder schlecht ;).
    Ich hoffe nur, ich bekomm solche Bilder mit meinem Handy hin.


    Viele Grüße
    Daniel

  • Zitat

    Original von Gump
    Und wenn man es genau nimmt geht es in dem Thread um darum, ob es reicht zu wissen, das seine Nährstoffwerte irgendwo zwischen n.n. und 5mg/l NO3 und 0,5 mg/l PO4 liegen oder ob man das genauer wissen muss.

    Hallo

    NN bei PO4 und NO3 ist für mich nie gut. NN kann bedeuten es ist nichts vorhanden, oder in so geringen Mengen, dass du dies nicht Messen kannst. Klar kannst Du anhand des Algenwachstums und Polypenbild erkennen ob spuren davon vorhanden sind oder nicht, doch wenn ich Messe möchte ich auch ein Resultat. Des Weiteren kann ein Becken das an der NN-Grenze Betrieben wird sehr schnell kippen, bevor Du überhaupt richtig mitbekommen hast, das was nicht stimmt.
    Daher für diese Werte möglichst gute Test's. Bei NO3 ist für mich 1 bis 10 mg/l ok optimal sind 4 bis 5 mg/l. PO04 sollte unter 0.1 mg/l sein optimal bei 0.03 bis 0.05 mg/l. Es ist klar, dass mit unseren Handelsüblichen-Test nicht auf 0.1 bzw. 0.01 genau Messen kannst. Dies ist auch nicht nötig, jedoch sollte aus meiner Sicht ein Test einen Farbumschlag haben, sonst muss ich mir einen besseren test kaufen oder den Wert erhöhen, bis er in den messbaren Bereich kommt.

    Im Bezug auf den Nährstoffeintrag in Deinem Becken.
    Wenn Du nicht vor hast Dein Besatz auf zu Stocken, würde ich Nitrat zu dosieren. In Bezug auf Po4 wäre ich vorsichtiger, hier erst sicherstellen das dein Test wirklich auch im unteren Bereich etwas anzeigen kann (0.01 bis 0.1mg/l). Bei PO4 besteht immer die Gefahr, dass sich PO4-Depots bilden obwohl du im Wasser nichts nachweisen kannst, dies wird dann zu einer tickenden Zeitbombe

    2 Mal editiert, zuletzt von lobo (26. Februar 2013 um 15:06)

  • Hallo,

    im Anschluss kommen die versprochenen Bilder, aber vorher noch einige Fragen zu lobos letztem Beitrag:

    1.) Was genau bedeutet "kippen" im Zusammenhang mit niedrigen Nährstoffwerten?
    Was kann da passieren, was für Prozessen laufen da ab, mit welchem Ergebnis und wie erkennt man das (rechtzeitig)?

    2.) Gibt es nicht noch andere Wege NO3 anzuheben als zu dosieren?
    Der Bestand soll noch (moderat) erweitert werden, aber ich möchte mir da aus unterschiedlichen Gründen gerne Zeit lassen.
    Wäre es eine Möglichkeit, den Abschäumer nur noch zeitweise laufen zu lassen? Oder die Beleuchtungsdauer des Algenrefugiums zu verringern?
    Und ganz vorne vorweg: wie ist das mit Staubfutter? Das sollte doch auf der einen Seite den Korallen gut tun und auf der anderen auch auf Dauer bei den Wasserwerten nicht unbemerkt bleiben, oder?

    So, und nun zu den Bildern (das ist wie im Playoby, die Bilder sind immer das Schönste :D).
    Tut mir leid, wenn die Qualität eher mangelhaft ist, ist halt nur vom Handy.

    Erst mal eine Übersicht über das Becken:

  • So,

    hier mal die wenigen Weichen, die drin sind. Nach meinem Eindruck stehen die gut da und machen schön auf, oder? Die stehen halt auch nicht immer so da, aber das schieb ich eher auf Störung durch fleissige Baumeister und andere Fische.
    Außerdem zwei Algenarten, die vorhanden sind. Die Grünen werden jetzt nicht wirklich mehr oder breiten sich aus, aber sind da halt so.

    Sind das alles nicht Zeichen, das zumindest noch einige Nährstoffe vorhanden sein sollten?

  • So, und hier noch n paar SPS-Versuche.

    Bei der lilanen (A. millepora?) sieht man's eigentlich ganz gut. Die Polypen von allen Acroporas schaun halt so n klein bisschen raus. aber insgesamt nur recht wenig, ich würd mal sagen spürbar unter nem Millimeter. Pocillopora, Stylopora, Seriatopora (nicht alle mit Bild) zeigen das typisch "wuschelige" Polypenbild, denke ich.
    Vom Wachstum her sind sie unterschiedlich. Ich hab seit ca. 8 Wochen ne S. Caliendrum, die bildet viele neue Äste und verzweigt sich schön, ist aber insgesamt sehr hell geworden. Die zweitälteste ist die A. tumida, die ist in den letzten 6 Wochen wenn überhaupt dann nur wenige mm gewachsen. Ist das normal / gut so?

    LPS sind auch drin, hab ich aber jetzt keine Bilder. Eine Calaustrea, die wächst tatsächlich wie verrückt, da sind in den letzten ca. 5 Wochen aus 7 Köpfen schon 11 geworden. Die zeigt nur nachts Ihre Tentakeln, aber das ist auch normal, oder?
    Und dann noch ne D. axifuga. Die ist ein bisschen mein Sorgenkind. Die war tagsüber mal zwei Tage offen und ist seit dem nur noch komplett richtig total zu. Nachts kommen so n paar kleine Fussel raus, aber das ist dann auch alles. Die she ich aber leiber als Einzelfall als als Becken-Indikator :smiling_face:

  • So, und um's komplett zu machen hier noch mein anderes Sorgenkind:

    Der Montipora Ableger verliert leider an seine Spitze Gewebe :frowning_face: Zumindest ist er da auf ca. 3mm kahl und es ziehen so braune Fäden weg. Die Fäeden sheen einem Video, das ich von RTN / Brwon Jelly gesehen hab, erschreckend ähnlich. Allerdings geht da gar nix "rapid". das geht schon seit ca. zwei Wochen. Die Fäden brauchen so ca. 3-4 Tage um ca. n cm lang zu werden, dann hab ich bisher ne Zahnbürste genommen und die weggeschrubbt. Das geht sehr einfach. Zu beachten sind auch die Gasblasen, die sich da bilden. Hat irgnedwer eine Vorstellung, was das sein kann? Ist dasein Einzelfall oder kann das auch ein Anzeichen für Mißstände im Becken sein? (wie RTN ja auch).
    Ich wollt die Tage den Ast einfach ganz vorne mal abschneiden und hoffen, das das dann einfach verheilt. Gute Idee?


    So , Ihr wolltet Bilder, da habt Ihr welche! :grinning_squinting_face:

    Ich freu mich auf rege Antworten und Danke Euch schon mal.

    Grüße
    Daniel

  • Also Daniel,

    nach 3 Monaten stehen die Korallen doch sehr gut. Ich sehe da jetzt kein Problem. Den Montiporaableger behalte im Auge. Zur Not abkneifen. Ich würde das aber erstmal beobachten.
    Nitrat würde ich auf keinen Fall zudosieren. Die Nitrattests sind eigentlich nur Schätzeisen und Deine Korallen zeigen doch keine Mangelerscheinungen.
    Wenn Du etwas mehr fütterst oder eben mit Staubfutter etc. sollte das reichen.
    Also für ein drei Monate altes Becken stehen Deine Korallen top :thup
    Lass das mal so.

    Olaf

    Gruß von der Ostsee

  • Hallo

    Für mich stehe Dein korallen auch ok. Wie schon gesagt das Becken ist noch jung und braucht noch Zeit um sich zu stabilisieren.
    Was deine Monti hat kann ich Dir auch nicht sagen.

    Gruss

    Nik

    Einmal editiert, zuletzt von lobo (27. Februar 2013 um 21:34)

  • Hey Daniel,

    sieht doch super aus bei Dir!

    Ich denke, dass Du gar nicht nervös sein musst. Das ist eben immer der Vorteil, wenn man ein paar Fotos vom Becken sieht. Man kann sich ein besseres Bild machen und passende Tipps geben.
    Deine Montipora würde ich auch erst mal weiter beobachten. Solange sich der Zustand nicht verschlechtert, würde ich nichts unternehmen.

    Du bist auf einem guten Weg. Mach weiter so. :thup

    Ina

  • Hallo,

    danke für Eure Antworten. Sieht ja so aus, als ob derzeit alles passt, ich bin ja auch nicht unzufrieden :).

    Darf ich trotzdem die folgende Frage noch mal hoch holen?

    Zitat

    Original von Gump
    1.) Was genau bedeutet "kippen" im Zusammenhang mit niedrigen Nährstoffwerten?
    Was kann da passieren, was für Prozessen laufen da ab, mit welchem Ergebnis und wie erkennt man das (rechtzeitig)?

    Die Montipora werd ich noch ca. ne Woche oder so im Auge behalten und wie gehabt täglich vorsichtig abbürsten. Wenn es aber in dem (langsamem) Tempo wie bisher weiter geht, werd ich den Ast abzwicken, denk ich.

    Joe hat nicht das C....-Wort gesagt, oder? Nicht das böse C....-Wort bitte! Bitte, bitte nicht! :winking_face_with_tongue: :loudly_crying_face: :winking_face:
    Und scho ist sie wieder dahin, die ganze schöne Entspannung über das gut laufende Becken... :grinning_squinting_face:

    Viele Grüße
    Daniel

  • Was mich verwundert ist, wie jemand KH, Ca und Mg ohne nachmessen beurteilen kann?

    Alex, auf eine zu niedrige kH reagieren vor allem Steinkorallen äußerst empfindlich, bleichen aus und zeigen auch keine Polypen mehr.

    Magnesium wird Dir ganz exzellent von Kalkalgen angezeigt, haben diese außen einen weißen Rand liegt der Wert bei 1100 und höher, fehlt dieser und hört die Alge auf zu wachsen, ist er meist unter 1000 gefallen.

    Calciulmmangel ist eine Mischung aus beidem, was die Sache, vor allem für Anfänger, nicht einfacher macht.

    Die Messung dieser drei Werte hat in einem gut funktionierendem Becken, neben Phosphat, welches der wichtigste Parameter ist, durchaus seine Berechtigung.
    Wenn man sein Becken allerdings mit Calciumzugabe, Phosphatadsorber und gelegentlichem Wasserwechsel betreibt, gibt es kaum Anlaß, solche Meßwerte öfter als 1 x im Monat zu prüfen oder sich grundsätzlich Sorgen zu machen.

    Leider scheint mir die Meereaquaristik in den letzten Jahren immer mehr in eine Art Chemiebaukastenspiel abzugleiten, in dem Laien, zweifelhaften Meßwerten, die sie meist nicht in Zusammenhänge einordnen können, eine immense Bedeutung beimessen. Schlimm wird es dann, wenn gleichzeitig noch panisch reagiert und alles mögliche ins Aquarium gekippt wird.

    Auf eine einfache Grundformel gebracht:

    Wer einen normalen Beckenbesatz hat, seine Tiere vernünftig füttert, dabei kaum Trockenfutter einsetzt und regelmäßig Wasserwechsel macht, KANN eigentlich gar keine Wasserwerte haben, die vollkommen aus dem Lot sind, einen guten Abschäumer natürlich vorausgesetzt.

    Vor 20 Jahren gab es genauso schöne Aquarien wie heute, mindestens auch in der gleichen Anzahl, aber keine wirklich zuverlässigen Wassertests. Von diesen ganzen Zaubermittelchen, die es mittlerweile für das allerkleinste Wehwehchen jeglicher Korallenarten gibt, einmal ganz abgesehen.
    Darüber sollte man vor dem Kauf vielleicht einmal nachdenken.

    Abgesehen von einer Kohlenstoffversorgung und ein paar organischen Verbindungen kann da nämlich nichts anderes drin sein, als in jeder Tüte Meersalz.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hallo Forum,

    sorry für meine Hartnäckigkeit, aber ich würde gern noch mal fragen, wo die Gefahren von Nährstoffen (NO3/PO4) an der Nachweisgrenze liegen.
    Es scheint hier ja verschiedene Fraktionen zu geben. Die einen versuchen mit sehr viel Aufwand, Ihre Nährstoffe auf nn. zu bekommen und führen dann noch verschiedene Nährstoffe, Aminosäuren, Spurenelemente, etc. hinzu. Die anderen sagen, das 5-10 mg/l NO3 und so um die 0,5 mg/l PO4 gar nicht so schlecht sind und die dritten betreiben neuerdings wohl richtig Aufwand, um die Nährstoffe in diesen Bereich hoch zu bekommen.

    So wie ich das sehe, geht es bei NO3 und PO4 ja hauptsächlich um die Ernährung der Symbiosealgen (das Zoo..-Wort kann ich nicht schreiben ;)), richtig?
    So weit ich bisher gelesen habe, kann eine Koralle sich durchaus nur von Licht ernähren, ohne Zutun durch die Polypen. Kann sie sich auch nur durch die Polypen ernähren? Also ohne Zooxanthellen? (jetzt hab ich nachgeschaut;))

    Es wird öfter erwähnt, das ein Becken an der Nährsoffgrenze instabil ist und leicht kippt. Wie genau definiert sich dieser Zustand? Was passiert, wenn ein solches Becken kippt?

    Eigentlich wollte in meine Becken nie eine Nährstoffknappheit. Als ich sie dann einfach so hatte, hab ich mir gedacht: super, auch ok, da arbeiten andere hart dafür :). Aber je mehr ich dazu lese scheint mir, das das auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Was meint Ihr?


    So'n Mist, jetzt ist das wieder ein ewig lange Fragen geworden, wo doch kurze Fragen viel öfter und schneller beantwortet werden :smiling_face:
    Ich hoffe, es macht sich trotzdem der ein oder andere die Mühe, das alle zu lesen und mir was Vernünftiges zu schreiben.

    Danke Euch schon mal

    und viele Grüße
    Daniel

  • Hallo Daniel

    Hier ein Link der in meinen Augen eingie Dinge sehr gut erklärt. Wie immer gibts auch hier verschiedene Meinungen dazu.
    [URL=http://www.korallenriff.de/Sindelfingen2003/kokott2003.pdf]

    Noch zu den Werten, ich bin der Meinung dass ein Becken mit Steinkorallen einen P04 von unter 0.1 mg/l haben sollte, 0.5 mg/l ist zu hoch.

    Gruss

    Nik

    Einmal editiert, zuletzt von lobo (5. März 2013 um 13:13)

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