Lateinische Bezeichnungen

  • Hallo
    ich habe immer das Problem, wenn ich in einem Geschäft bin oder mich mit einem Aquarianer unterhalte, dass ich nur die lateinischen Namen um die Ohren geschmissen bekomme.
    Hat jemand einen Tipp wie und wo ich am besten eine Art Lexikon bekomme, wo deutsch und lateinisch zusammen stehen wie Vokabeln und ich das irgendwie lernen kann.

    Grüsse

    Tina und Axel

    1,60x0,70x0,65 Giesemann Moonlight 2x250Watt/2x30Watt T8, 1000 Liter H&S Abschäumer, Tunze Rückförder 1073.040, Tunze Controller 7096 mit 2x6055,6095,6105

  • :wink Endlich mal jemand dem es geht wie mir. Und noch schlimmer sind die Abkürzungen. Die findet man dann auch in keinem Lexikon.

    LG Karin

  • Hallo Karin,

    ich glaube wir sind nicht die Einzigsten hier :ylol :ylol
    Mal sehen, ob jemand helfen kann :grinning_squinting_face:

    Liebe Grüße

    Grüsse

    Tina und Axel

    1,60x0,70x0,65 Giesemann Moonlight 2x250Watt/2x30Watt T8, 1000 Liter H&S Abschäumer, Tunze Rückförder 1073.040, Tunze Controller 7096 mit 2x6055,6095,6105

  • Hallo,

    was für Ausdrücke suchst Du denn? Im Meerwasserlexikon sind viele Allgemeinnamen, und der lateinische Namen, aufgeführt, Du kannst auch nach Allgemeinnamen suchen...
    Gruß
    Alex

  • Ja ich weiss, aber ich fände so ein Nachschlagewerk nicht schlecht, so ähnlich wie ein Wörterbuch.
    Ich werde mir wohl mal die Arbeit machen und mir die gängigsten Sachen heraussuchen.

    Grüsse

    Tina und Axel

    1,60x0,70x0,65 Giesemann Moonlight 2x250Watt/2x30Watt T8, 1000 Liter H&S Abschäumer, Tunze Rückförder 1073.040, Tunze Controller 7096 mit 2x6055,6095,6105

  • Tina da hilft nur viel lesen. Irgendwann wird's ne Selbstverständlichkeit. Es gibt bei Korallen aber auch bei Fischen so viele unterschiedliche Arten und Formen mit irgendwelchen deutschen Fantasienamen lässt sich oft nichts anfangen. Die lateinischen sind eben weltweit gleich.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo Tina,

    auch wenn es zunächst mühsam ist, halte Dich an die lat. Namen und präge Dir auch die für Dich notwendigen ein. Mit den deutschen Trivialnamen oder gar den kreativen Erfindungen mancher Händler kommt man oft nicht weiter. Da entstehen leicht Verwechslungen, und in der richtigen Fachliteratur werden auch nur die lat. Bezeichnungen verwendet.

    Gruß

    Bernd

    (Hoppla, das hat sich jetzt mit Stefan´s Beitrag überschnitten)

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (16. Januar 2013 um 15:23)

  • Danke für die Antworten!!
    Da habt ihr wohl recht. So ging es mir als ich eine Milka kaufte und lernen musste, dass dies auch ein Phantasiename ist.
    Na dann werde ich wohl lernen müssen :winking_face:

    Liebe Grüße

    Grüsse

    Tina und Axel

    1,60x0,70x0,65 Giesemann Moonlight 2x250Watt/2x30Watt T8, 1000 Liter H&S Abschäumer, Tunze Rückförder 1073.040, Tunze Controller 7096 mit 2x6055,6095,6105

  • Hi,
    das sehe ich genau wie meine beiden Vorredner. Viele lateinische Bezeichnungen eignet man sich mit der Zeit automatisch an.
    Das geht natürlich nicht von heute auf morgen.
    Bestes Beispiel ist der Zebrasoma flavescens. Auf Deutsch Hawaiidoktor, gelber Seebader, Zitronendoktor, gelber Segelflossendoktor und was ich sonst noch. Beim lateinischen Namen gibt keine Verwechslungsgefahr oder Missverständnisse.

    Viele Grüsse Alex

  • Hallo Tina,

    bei ernsthaftem Interesse kann ich in diesem Fall nur raten, sich entsprechende Fachliteratur zuzulegen. Je vielfältiger, desto besser. Woher (Buch oder Internet), wäre auch egal, wobei ich das Buch immer vorziehen würde. Wenn man kein „Lateiner“ ist, fällt es sicher schwerer Systematik und Nomenklatur der Tiere zu verstehen. Je öfter man aber darüber liest, desto klarer werden auch die Zusammenhänge und mit der Zeit geht einem die ungewohnte Bezeichnung locker von den Lippen. Ebenso sollte man sich zwingen, die deutsche oder englische Bezeichnung zu ignorieren. Alles meist Unsinn und verwirrend obendrein.
    Als Hilfestellung kann ich Dir ein Werk aus dem Landbuch-Verlag empfehlen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es diesen Verlag überhaupt noch gibt. „Die Namen unserer Aquarienfische“ von Werner Schmettkamp. Herausgegeben im Jahre 1985. Es umfasst zwar nicht den Bereich der „Niederen“, ist aber für die Benennung von Süßwasserfischen und Seewasserfischen gleichermaßen nützlich, und erleichtert dem Interessierten den Umgang mit den wissenschaftlichen Namen.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Zusammen,

    ich habe zwar nie Latein in der Schule gehabt, aber wenn ich mich nicht irre sind das keine lateinische Bezeichnungen, sondern wissenschaftliche Namen.
    Ich denk das, z. Bsp. beim Amphiprion clarkii, nur die Artbezeichnung lateinisch ist und Clarkii ein Hinweis auf den Erstbeschreiber bzw. dem Endecker ist.

    Oder liege ich da falsch?

    Salzige Grüße aus dem Sauerland.
    Lutz

  • Hallo Lutz,

    kann sein, muss nicht!
    Was sagt Dir der Name Pomacanthus imperator? Oder Hoplolatilus purpureus?
    Pseudochromis diadema? Bei Pseudochromis fridmanni liegts Du allerdings wieder
    richtig. :grinning_squinting_face:
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Lutz,

    die wissenschaftlichen Namen sind entweder lateinische oder latinisierte Worte. Die einheitliche Namensgebung (Nomenklatur) geht auf Linne´zurück. Da damals Latein die Sprache der Wissenschaft war, wurde sie für die international einheitlichen Bezeichnungen zu Grunde gelegt. Auch alte, ursprünglich aus dem griechischen stammende Bezeichnungen, wurden latinisiert.
    Das erste Wort, der Gattungsname, ist meist ein direkter lateinischer Begriff. Der folgende Artname, der oftmals den Namen des Erstbeschreibers beinhaltet, ist dann meist nur lateinisiert.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo,

    wenn als 2. Name eine Person steht kann es der Entdecker oder eine Ehrung einer wichtigen Person sein (z.B. Thalasoma klausewitzi - Klausewitz ist ein Bearbeiter der Systematik von Tieren des Roten Meeres). Erst der 3. Name ist der Beschreiber (dann kommt es noch darauf an ob der 3. Name im Klammern steht oder nicht):

    z.B. Pseudochromis fridmani Klausewitz, 1968 = Gattung+Artnahme+Erstbeschreiber+ Jahr

    Würde der Klausewitz in Kammern stehen ist er glaube nicht der Erstbeschreiber, sondern hat die Art aus systematischen Gründen umbenannt oder neu eingeordnet.

    Das Problem ist, dass die lateinischen Namen auch öfter wechseln können - aber man fuchst sich da rein und der lateinische Name ist für den Infoaustausch besser um die Art eindeutig anzusprechen.

    beste Grüße

    Andre´

  • Hallo Tina, Axel und Karin,

    insofern kann ich euch gut verstehen als humanistische Bildung im Allgemeinen und 'tote' Fremdsprachen im Besonderen heutzutage in der Gesellschaft keinen Stellenwert mehr besitzen.

    Ich hab in der Schule noch Latein gelernt, und auch wenn die letzte Schulstunde bald 36 Jahre her ist, so hilt mir das Verständnis dieser Sprache auch beim Umgang mit wissenschaftlichen Namen. Altgriechisch hab ich zwar nicht gelernt, aber zahlreiche Namen sind von immer wieder auftauchenden Silben abgeleitet, deren Bedeutung recht einfach zu erlernen ist. Sehr oft beschreiben die wissenschaftlichen Namen das Tier, die Pflanze oder was auch immer recht bildhaft. 'Reticulum' etwa stammt aus dem Lateinischen und ist das (kleine) Netz. So ist die Netzhaut des Auges auch als Retina bekannt und der Netzpython Python reticulatus sehr treffend als der Python (das ist die Riesenschlange aus der griechischen Mythologie, die vom Gott Apollon bei Pytho=Delphi getötet wurde) mit dem Netzmuster beschrieben. Auch der Guppy, Poecilia reticulata, ist derart stimmig beschrieben: Der - immer groß geschrieben - Gattungsname stammt von gr. poikilos=verschiedenartig, variabel, der - immer klein geschriebene - Artname beschreibt wieder die für die Urform des Guppy typische Netzzeichnung. Bei der Zebrasoma flavescens tu ich mir zwar schwer, den zebraartigen Körper (den der Gattungsname verspricht) zu erkennen, aber flavescens - von lat flavus, gelb - passt wiederum.

    Das wissenschaftliche Namensgebungssystem hat den Vorteil, Verwandtschaftsverhältnisse systematisch auf mehreren Ebenen darzustellen - auch wenn sich zunehmend herausstellt, dass sich die Natur nicht immer in ein Schema zwängen lässt und die Nomenklatur bei zahlreichen Gruppen alle paar Jahre durcheinandergewürfelt wird.

    Tina: Genau aus diesem Grund möchte ich dir abraten, dir die Arbeit zu machen und eine Liste anzufertigen. Das grundsätzliche Verständnis der Systematik und die Erlernung von ein paar meist aus dem Altgriechischen oder dem Lateinischen stammenden (oder halt latinisierten) Silben wird auch ohne Schulkenntnisse in einem überschaubaren Zeitrahmen möglich sein. Eselsbrücken wie die genannten Beispiele helfen dabei.

    Denn - das haben die Vorschreiber schon mehrfach betont: Trivialnamen (seien sie nun deutsch oder englisch) sind in erster Linie dazu da, Verwirrung zu stiften.

    Liebe Grüße
    Linda

  • Zitat

    Original von Andre Luty

    Würde der Klausewitz in Kammern stehen ist er glaube nicht der Erstbeschreiber, sondern hat die Art aus systematischen Gründen umbenannt oder neu eingeordnet.

    Das Problem ist, dass die lateinischen Namen auch öfter wechseln können - aber man fuchst sich da rein und der lateinische Name ist für den Infoaustausch besser um die Art eindeutig anzusprechen.

    beste Grüße

    Andre´

    Nein, es ist der Namen des Erstbeschreibers, aber die Art wurde einer anderen Gattung (=Genus) zugeordnet.

    Manchmal sieht man auch Artnamen, die aus dem Genus + zwei weiteren Teilen bestehen. In diesem Fall handelt es sich um eine Unterart z.B. eine Farbvariante.

  • Hallo,

    leider ließe sich die Liste mit etwas befremdlichen lateinischen Namen fast endlos fortsetzen, so heißt "flavescens" "gelb werdend", ich kenne den aber nur in Gelb, der spätblaue Doktor heißt aber nicht "coerulescens", also "blau werdend" sonder "coeruleus", also "blau". Ganz interessant wird es bei Naso brevirostris. "Rostrum" steht für einen zugespitzten Fortsatz, "brevi" heißt "kurz", "Naso" heißt "Nase" oder "Schnauze", also auf lateinisch heißt er ungefähr "Schnauze mit kurzem Horn", auf deutsch heißt er "Langhornbader", da er tatsächlich im Alter das längste Rostrum hat.
    Naja, die meisten lateinischen Namen sind eben aus einer Zeit, als die Beschreiber die Fische weniger im Wasser als in Alkohol und Formalin kannten ;).

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    tja über die Wahl des lateinischen Namens mag man manchmal verwundert sein oder schmunzeln, aber letztlich gibt es immer nur eine (gerade) gültige Version (auch wenn Tiere manchmal umbenannt werden). Auf Deutsch und Englisch und sicher auch in anderen Sprachen gibt es aber oft unzählige Bezeichnungen für ein und denselben Fisch - da ist mir die "holprige" lateinische Bezeichnung noch lieber, denn ich weiß, dass wir garantiert das gleiche Tier meinen.
    Wobei wenn man fremdsprachige Vorträge hört, muß man sich oft erst mal in die unterschiedliche Betonung des lateinischen einhören, um zu verstehen, welches Tier da gemeint ist. :grinning_squinting_face: (aber die Disskusion hatten wir auch schon mal, wie das lateinische richtig ausgesprochen wird)

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

    Einmal editiert, zuletzt von MarkusK (17. Januar 2013 um 20:54)

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