Altes Thema, Cyano.

  • Zitat

    Original von Armin Glaser
    Hallo Reinhard,

    Korallensand, ca. 2-3 mm. Ursprünglich mal 5-8 cm hoch, jetzt 0-20 cm :grinning_squinting_face:

    Wie hast du das mit der Paarhaltung gemacht? Hast du sie gleichzeitig eingesetzt? Geschlechtsunterschiede?

    Hallo Armin!

    Habe die Tiere bereits umgefärbt mit ca. 15cm gekauft.
    Jetzt dürften sie so um die 35 cm erreicht haben, vielleicht etwas mehr, und wachsen nur noch sehr langsam.
    Keine Aggression, weder gegen einander noch gegen andere Tiere feststellbar.
    Aber ob sie ein Paar sind?
    Ich fürchte nein.
    Zumindest habe ich noch nie so etwas wie Balzverhalten beobachten können.

    Bodengrund habe ich genau gleich, selbe Körnung und Menge.

    Servus Reinhard
    _________

    Meeresverein Austria

    2 Mal editiert, zuletzt von Reinhard Seidl (18. Dezember 2012 um 17:35)

  • Ich möchte das Thema wieder aufleben lassen, weil ich so langsam den Spaß an meinem Becken verliere. Das gesamte Becken ist mit grünen Cyanos überzogen. Seit dem 18.12. habe ich nun endlich nachweisbare Nährstoffwerte
    NO3 5mg/l, PO4 ca. 0,03mg/l
    Strömung ist auf 70fach vom Beckeninhalt. Nächste Woche sollten meine Tunze kommen, ich habe noch die Hoffnung, dass die Angaben von AquaMedic zur Strömungsleitung von den NanoProp 5000 vorne und hinten nicht stimmen. Das wäre dann noch ein Rettungsanker.

    Hat noch jemand eine Idee was ich mal testen könnte, ich fange nämlich so langsam an das ganze Thema Meerwasseraquarium zu hassen.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • moin,
    ich will hier auch nur noch mal ergänzen: ich rudere auf jeden fall zurück, was meine angaben zu bacto-balance betrifft: das temporäre starke zurückgehen der cyanos führe ich mittlerweile allein auf das absaugen und die damit verbundenen wasserwechsel zurück. nachdem ich nur noch auf 10% die woche zurückgeschraubt habe, sieht es aus wie am anfang. fahre daher bactobalance jetzt wieder langsam runter und werde es dann ganz absetzen. werde nun nach und nach alle hier empfohlenen vorgehensweisen mal durchgehen. abschäumer war nun ungefähr ne woche aus: keinerlei änderung! als nächstes werde ich noch mal kohlenstoff (alkohol oder traubenzucker) dosieren. wenn das auch nichts bringt, werde ich auch noch mal nen bodengrud-phosphattest machen und dann ggf. einen teil des bodengrunds austauschen. mir graut aber davor...
    martin

  • Also im BactoBalance ist ja eine Kohlenstoffquelle drin, von daher wird das nicht viel bringen. Das Bodengrundthema trifft bei mir nicht zu, da bin ich von überzeugt.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Hallo Thomas,

    hast Du es denn auch einmal mit einer starken Reduzierung der Strömung versucht? Es gibt eine Untersuchung der Uni-Bremen, wonach "physikalische Prozesse wie Wirbel und Strömung bei Algen und Cyanobakterien zu einer lokalen Akkumulation oder Konzentration ihrer Art führen." Ähnliche Beobachtungen habe ich selbst schon oft gemacht und auch darüber geschrieben.
    Also einfach einmal die Wirkung einer gegenteiligen Maßnahe zur bisherigen Strömungserhöhung testen.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    nein das habe ich noch nicht versucht. Das minimale was ich testen könnte wären 2000l/h zumindest nach Angabe von AM. Das wäre dann eine Stömungspumpe mit minimaler Spannung. Werde ich mal testen, danke für den Tipp.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Nächste Woche sollten meine Tunze kommen, ich habe noch die Hoffnung, dass die Angaben von AquaMedic zur Strömungsleitung von den NanoProp 5000 vorne und hinten nicht stimmen. Das wäre dann noch ein Rettungsanker.

    Na wenn Du die Entwicklung Deiner Cyanobakterien von dem Aufdruck der Strömungsangabe auf einer Pappschachtel abhängig machst, wirst Du auch in Zukunft keine Freude an dem Becken haben.

    Die Ursache sind Deine Phosphatdepots, die man einfach mit einer guten Kohlenstoffquelle und etwas Geduld beseitigen kann.
    Und den Bodengrund abzusaugen, ist nach meiner Auffassung keine große Sache, sondern in 10 Minuten getan.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Torsten, deine Erfahrung und Wissen schätze ich sehr und den Seitenhieb mit den Pumpen ignoriere ich jetzt einfach mal. Die Pumpen sind unter anderem im Anmarsch, da ich gern eine Steuerung hätte. Das bietet AM nicht. Gleichzeitig hatte ich die Hoffnung, dass die Angaben von AM nicht stimmen und die Tunze dann vielleicht helfen. Schließlich wird immer wieder davon berichtet, dass mehr strömung gegen Cyanos hilft.

    Ich kann mich nur wiederholen: mein Becken hat seit Anbeginn nicht nachweisbare Nährstoffwerte, mit der Zugabe von Stickstoff find dann das Wachstum der Korallen aber auch der Cyanos an. Durch deinen Hinweiß mit dem Bodengrund in Kombination mit meinem Umzug habe ich den Bodengrund gewechselt. Einen Phosphattest aus dem Bodengrund habe ich vor ein paar Wochen gemacht, Ergebnis: n.n. Im übrigen hatte der Wechsel des Bodengrundes nur ca. 3 Wochen die Cyanos auf der Boden zurück gehalten, dann kamen sie um so heftiger wieder. Weiterhin sind die Cyanos bei mir nicht nur im Bodengrund sondern überall, auch auf dem Glas. Eine Kohlentoffquelle ist seit ca. 6 Monaten im Einsatz (TM NP BactoBalance).

    Wie sollen die Phosphatdepots aus dem Bodengrund auf das Glas kommen wenn im freien Wasser das Phosphat nicht nachweisbar ist.

    Sorry Torsten, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass deine Schlussfolgerung nich plausibel ist, zumindest nicht bei mir.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

    3 Mal editiert, zuletzt von autoseam (5. Januar 2013 um 10:52)

  • Zitat

    Original von autoseam
    Also im BactoBalance ist ja eine Kohlenstoffquelle drin, von daher wird das nicht viel bringen. Das Bodengrundthema trifft bei mir nicht zu, da bin ich von überzeugt.

    Hallo Tomas,

    genau das ist der Falsche Ansatz, die Kohlenstoffquelle ist genau das was Du benötigst.
    Ich hatte Cyanos im Becken und ein 1g Traubenzucker + 30 ml Nite Out II, abends in mein
    Becken gegeben. Amnächsten Tag waren die Caynos weg.

    Dies funktioniert bei frischen Becken, die keine größeren Phosphatdepots besitzen, IMMER.

    Nur noch mal zur Klärung, Du hast 1 EL Bodengrund in 100 ml Beckenwasser bei 600 - 1000W
    in einem geschlossenem gefäß 3 Minuten erhitzt, dann 1 Minute stark gerührt, die Flüssigkeit
    dekantiert und nach 30 Minuten einen Phosphattest durchgeführt ?

    Falls nicht ist dein Test hinfällig, ich habe mein blues Wunder erlebt.

    Standzeit 1/10/12
    Messdatum 3/1/13

    Beckenwasser 0,00 - 0,03 mg/l
    Bodenprobe 0,05 - 0,1 mg/l

    Und ich kann Torsten nur unter stützen:

    Zitat

    Die Ursache sind Deine Phosphatdepots, die man einfach mit einer guten Kohlenstoffquelle und etwas Geduld beseitigen kann.

    Wo diese sind zeigen Dir die Cyanos einfach an, da wo sie siedeln.


    MfG Philipp

  • Hallo Philipp,

    nein, da ist dein Einwand absolut berechtigt, ich habe des Bodentest nicht durch erhitzen durchgeführt, ich habe Wasser aus dem Bodengrund abgesaugt und dieses gemessen.

    Dein Vorschlag ist es sicher Wert zu testen. Welches Gefäß hast du benutzt für das erhitzen? Ich gehe davon aus, dass das in der mikrowelle passieren soll?!

    Das NP BactoBalance ist ja bei mir auch weiterhin im Einsatz, da die Korallen damit gut stehen. Einen Effekt bei den Cyanos konnte ich nicht beobachten.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Ich nehme ein mit Osmoswasser gespühltes Keramikgefäß und decke es mit seinem PP Deckel ab, bitte nicht verschließen :smiling_face:

    Ja bitte in einer normalen Haushaltsmikrowelle.

    Ich kann meine folgenden Aussagen leider nicht belegen, ich mutmaße diese nur:

    NP-Bacto-Balance enthält N P C und soviel C das überschüssiges N P in Biomasse ungesetzt werden.


    Zum Traubenzucker:

    Traubenzucker das dist C O und H folglich wird N und P verbraucht. (Bitte >nie< mehr als 0,5g / 200 Liter / Tag)

    Meine Erfahrungen haben mir gezeigt das zwischen den Gaben auch min 1 Tag Pause sein MUSS.


    MfG Philipp

  • Hi Phillipp,

    Morgen habe ich Zeit für den Test, ich bin gespannt und werde berichten.

    Edit: Was für mich auch unabhängig jedoch nicht schlüssig bleibt, warum die Cyanos bei mir eben auch an den Scheiben und an allen Einrichtungen zu finden sind?

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

    Einmal editiert, zuletzt von autoseam (5. Januar 2013 um 11:58)

  • Hi Philipp, doch schon öfter, sogar schöner Bildern hier thread. Habe gestern erst abgesaugt. Werde also erst in den nächsten Tagen wieder sinnvolle Bilder machen können.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Hallo Thomas,

    ich denke Du hast inzwischen selbst gemerkt, dass man hier einigen Beiträge mit Vorbehalten begegenen muss.
    Nach dem Du im Wasser kein Phosphat gemessen hast, ebenso nicht im Bodengrund und diesen sogar gewechselt hast, kannst Du wohl für Deinen Fall das ewige Argumentieren mit dem Phosphat getrost vergessen.
    Armin Glaser, dessen Sachverstand bei chemischen Problemen nun wirklich außer Frage steht, hat ja auch auf den Zusammenhang zwischen Depots und Wasserwerten hingewiesen.
    Wenn man Bodengrund erhitzt und die darin enthaltenen zahlreichen Mikroorganismen dadurch abtötet, wird man immer Phosphat messen können. Aber eine solche Feststellung ist doch ohne jede Aussagekraft im Bezug auf Phosphatwerte im Becken! Wie Du richtig festgestellt hast, können die vom Bodengrund weit entfernten Cyanos Phosphat ja auch nicht direkt aus dem Boden aufnehmen. Es müsste also auch im Wasser nachweisbar sein.

    Auch wenn es einige Leute immer noch nicht verstehen, es gibt unzählige verschiedene Cyanoformen und deshalb auch kein Allheilmittel!!!
    Aussagen wie, "dies hilft immer", sind völliger Unsinn, so schön und einfach es auch wäre! Deshalb ist auch die Kohlenstoffzufuhr bei nicht von Nährstoffverhältnissen beeinflussten Cyanoformen kein erfolgreicher Bekämpfungsansatz, auch wenn einmal Traubenzuckerlösungen - erfolglos - einige Zeit als Wundermittel verkauft wurde (nur dem Verkäufer hat es gut genützt). In einer von Hans-Werner einmal verlinkten Dipl.Arbeit wurde auch Phosphat bei den damals untersuchten Cyanos als entscheidender Wachstumsfaktor eindeutig ausgeschlossen.

    Aber dies wurde auch schon alles geschrieben. Leider geben hier auch Leute oftmals Tipps, ohne den Hintergrund richtig zu lesen.

    Die grünen Cyanobakterien sind häufig den sogenannten "Reinwasserformen" zuzurechnen und dafür sprechen ja alle Deine Beobachtungen. Mit Peter Wilkens hatten wir vor vielen Jahren beobachtet, dass Reinwasserformen bei einem hohen Redoxpotential besonders gut wuchsen und dies sogar in leeren Glasbehältern mit frischem Wasser. Starke Belüftung oder Strömung wirkte da besonders förderlich, ebenso Ozonzugaben. Sie wuchsen besonders stark nahe der Wasseroberfläche. Ob nun ein hoher Sauerstoffgehalt, ein hohes Redoxpotential oder physikalische Wirkungen, wie in Untersuchungen der Uni-Bremen ermittelt, der entscheidende Faktor ist, muss dahingestellt bleiben.

    Es bleibt dabei. Es hilft nur probieren. Geh einmal von der Möglichkeit aus, dass Du eine Reinwasserform im Becken hast. Vielleicht hift dieser Ansatz weiter (also Minimalströmung, kein Wasserwechsel, höhere Nährstoffe, auch vorerst keine Mittel, die ein niedriges Nährstoffniveau halten, einsetzen usw.). Nach einiger Beobachtungszeit kannst Du sicher feststellen, ob die Cyanoplage sich eher verstärkt oder verbessert hat. Damit hast Du dann wenigstens die richtige Richtung, in welche Du agieren kannst.

    Gruß

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (5. Januar 2013 um 17:07)

  • Hallo Bernd,
    das war ein laengst ueberfaelliges "Wort zum Sonntag"!
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Bernd das kann er ja alles probieren, aber ich zieh mir mal den Schuh an.

    Welche Phosphatformen bestimmst Du denn mit einem normalen Phosphattest ?

    Möchtest Du bestreiten das das Phosphat im Boden nicht verfüghbar ist ?
    Ob direkt oder indirekt sein mal dahin gestellt.

    Und diese Aussage "dies hilft immer" ist an obige Konditionen geknüpft, die Du natürlich schön mitzitiert hast.
    Oh hast Du doch nicht, sowas ..

    Nimm Dir einfach mal 500mg Cyanonbakterien und mach eine Elementaranalyse, dann kannst Du weiter diese Dipl. Arbeit führen. Ob hinreichend oder notwendig, sie nutzen HP0[t]4[/t][h]2-[/h].


    Zu dem Rest lohnt sich wirklich keine Antwort :thup


    MfG Philipp

  • Hallo Philipp,

    dass Phosphor - wie andere! - ein essentieller Nährstoff für alle Biomassen ist, stellt doch niemand in Frage, sehr wohl aber, dass es sich dabei immer um den Auslöser für Massenvermehrungen handelt. Elementaranalysen sagen hierzu überhaupt nichts.
    Ich habe aber auch keine Lust mehr, hier immer wieder das Gleiche zu wiederholen. Da muss sich jeder selbst entscheiden, ob er seinen Bodengrund kochen oder Traubenzucker ins Becken kippen mag.

    Gruß

    Bernd

    Ps: Beiträge richtig zu lesen, ehe man Ratschläge erteilt, dürfte aber sicher nicht verkehrt sein

  • ...siebzigfache strömung.... :face_with_rolling_eyes:

    ich dachte erst, ich hab mich verlesen..... :grinning_squinting_face:

    wenns mit der strömungsvervielfachung nicht klappt, einfach mal auf das 10-fache runterschrauben.

    bernds gedanken dazu sind eher weiterführend als permanennt den bodengrund aufzukochen und das finden von "depots" mit den cyanos in direkten zusammenhang zu bringen.

    man verliert dann den blick für den rest der möglichkeiten....

  • Zitat

    Original von Joe
    man verliert dann den blick für den rest der möglichkeiten....

    Das ist richtig Joe, ich habe ja auch nie gesagt das er Bernds Vorschläge nicht nachgehen soll.

    Ich findes es halt nur amüsant das er alles generell tot redet, wenn der Vorschlag für ihn nicht sinnvoll ist.
    Und so schön gekürzt zetieren wie Bernd kann nicht jeder.

    Schönen Anbend :smiling_face:


    MfG Philipp

  • Hallo ihr alle,

    Meine bisherige Strömung lag ca. beim 20 fachen, dann habe ich den Ansatz von mehr Strömung getestet, eben mit dem siebzigfachen. Leider ohne Erfolg. Seit ca. drei Wochen fahre ich nun ohne Schaumtopf und seit dem mit nachweisbaren Nährstoffen. Bisher nicht wirklich die große Verbesserung. Seit gestern läuft nun nur eine Pumpe auf minimal, ca. 10 fache Strömung. Gleichzeitig habe ich gestern eine Menge abgesaugt. Ich werde jetzt erst einmal zwei Wochen beobachten und dann weiter schauen.

    Ich danke auf jeden Fall allen die hier unterstützen, auch wenn es offensichtlich ein "heißes" Thema ist.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Hallo,

    ich durfte bei Bernd das Becken und die dazugehörige "Filteranlage" sehen, auch was die Technik, Beleuchtung und Strömung angeht.
    Bernd hat ein Becken zuhause stehen, wovon mit Sicherheit die Mehrzahl von uns träumt...!!!

    Ebenso die Erfahrung die er seit einigen Jahrzehnten mitbringt, ohne solche Aquarianer wie er, würde ein Forum um einiges ärmer sein.
    Er redet auch nicht alles tot, wie es so "Liebevoll" genannt wird, sondern er kennt mit Sicherheit einige Vorgehensweisen (aus eigener Erfahrung) und was daraus resultiert, da gibt er Ratschläge dazu ab, nicht mehr und nicht weniger....
    Seid doch froh, wenn er es ausführlich beschreibt, dann fällt es einem leichter es zu verstehen.
    Wenn es dann ins Lächerliche gezogen wird, zieht man sich zurück, zu Recht.....
    Doch genau dann fehlt im Forum wieder ein Erfahrener Aquarianer mehr und genau das wollen wir alle nicht.

    Gruß

    Jürgen

  • Hi,

    paar wenige Cyanos hatte ich auch, aber rote.

    Die haben sich gerade dort aufgehalten, wo die Strömung am heftigsten war, nämlich am Auslass der Rückführung und an der Strömungspumpe....jeweils > 8k l/h

    Also scheint Strömung zumindest meine Cyano-Form nicht wirklich gestört zu haben.


    Du schweinst ja echt besonders hartneckige zu haben, vielen hilft ja das massive beeinflussen eines Wasserwertes, aber das hast Du ja nun auch schon durch. Mein Beileid! Ich kämpf dafür mit Bryopsis, wir können ja tauschen :winking_face: Grün ist grün...


    Viele Grüße,
    André

  • So habe nun das Becken endgültig an die Wand gefahren, könnte heulen.

    An allen SPS sind weiße Stelle zu sehen, teilweise löst sich das Gewebe in Fetzen ab.

    Wasserwerte waren unverändert.

    PO4 zwischen 0,03 und 0,1
    NO3 ca. 4
    Ca 445
    Kh 8-8,5°
    MG 1280
    pH 7,9 scheint wohl recht niedrig zu sein, heute war sie bei 8

    Gestern habe ich dann 15% Wasserwechsel gemacht wegen dem Schaden, eigentlich ist mir aber unklar was passiert ist. Lediglich der ph Wert scheint recht niedrig. Wegen der niedrigen Strömungsleistung und dem abgedeckten Becken ohne Abschäumer vielleicht, ich bin aber eher Ahnungslos.

    Strömungspumpen stehen jetzt wieder auf Vollgas.

    Anbei findet ihr ein Bild einer meiner Lieblingskorallen

    Bilder

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

    Einmal editiert, zuletzt von autoseam (8. Januar 2013 um 19:11)

  • Hallo Thomas,

    die Wirkung von getroffenen Veränderungen sieht man bei Korallen normalerweise immer erst mit einem Zeitverzug. Überlege einmal was Du vor 1 - 2 Wochen gemacht hast.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    das Becken ist heute Morgen schon ein Stück weißer, eine Acro ist komplett weiß, beide Seriatopora wird weiß.

    Nun zu meinen Veränderungen, das sagt mein Tagebuch:

    16.12. Wechsel auf alte Charge NP Bacto Balance, da voriges Fläschchen leer war (in der alten Charge sollen etwas mehr Nährstoffe enthalten sein)

    18.12. NO3 5
    Po4 0,03-0,1

    23.12. Futterautomat auf von einer auf zwei Fütterungen am Tag gestellt zur Erhöhung der Nährstoffe
    Aktivkohle 15g
    Kh= 7,5-8
    Ca=435
    NO3=2
    PO4=n.n.
    pH=8
    Salinität=1.024

    30.12. Verbrauch von Kh und Ca stagniert. Dosierpumpen ausgeschaltet
    Aktivkohle entfernt
    Kh= 8-8,5
    Ca=450
    NO3=4
    PO4=0,03-0,1
    Salinität 1.025

    04.01 Cyanos großflächig abgesaugt
    Stömungspumpe eine aus, eine auf minimal (10x)

    06.01.
    Kh= 8-8,5
    Ca=445
    NO3=5
    PO4=0,03-0,1
    Mg=1220
    Salinität 1.025

    07.01. Seriatopora verliert Gewebe.
    08.01. Alle anderen SPS verlieren nun auch Gewebe

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Hallo Thomas,

    offensichtlich hat bei Deinen Korallen seit Mitte Dezember, spätestens aber Ende des Monats, kein Korallenwachstum mehr stattgefunden, was man am stagnierenden Verbrauch von Calcium und Carbonaten erkennt.
    Auffällig sind auch die inzwischen etwas hohen Nährstoffwerte, obwohl durch die Zugabe von NP-Bacto-Balance eigentlich ein ausgewogenes niedriges Verhältnis zu erwarten wäre.
    Deinen extremen Strömungsverhältnissen sehe ich auch weiterhin kritisch. Die vorübergehende Reduzierung von zwei Tagen war sicher nicht Auslöser der Probleme mit den Korallen. Nach so kurzer Zeit verschwinden aber auch keine Cyanos.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    selbst früher ohne Steinkorallen hatte ich einen Verbrauch an Karbonathärte, deswegen ist das ganze schon sehr seltsam. Ich gehe auch nicht davon aus, dass es die Strömung ist.

    Da mein Abschäumer nun schon länger aus ist, kann auch ein NP Bacto Balance nur bedingt gute Arbeit leisten. Insgesamt sind in der letzten Woche die Korallen etwas dunkler geworden. Das hat mich auch nicht weiter gewundert, schließlich sind ja nun seit einigen Wochen auch Nährstoffe im Becken nachweisbar.

    Ich hätte die Möglichkeit den Abschäumer wieder ein zu schalten, ich habe nur bedenken ob ich damit nicht zu schnell die Nährstoffe reduziere. Heute läuft keine Fütterung über das Trockenfutter, somit wird sehr schnell wieder ein sehr geringes Maß an Nährstoffen vorhanden sein, vermutlich schnell wieder n.n.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

    Einmal editiert, zuletzt von autoseam (9. Januar 2013 um 11:39)

  • Hallo Thomas,

    ich würde den Abschäumer trotzdem wieder einschalten. Die Belastung des Wassers durch die Störungen dürfte doch realativ groß sein. Etwas niedriger sollte NO3 und PO4 schon sein. Lass vorerst nur die "Monsterströmung" weg.

    Gruß

    Bernd

  • Werd ich machen, auch wenn ich da schon wirklich Bauschmerzen bei habe. Der Abschäumer wird mir alles raus saugen was an Nährstoffen da ist. Schlimmer kanns allerdings auch nicht mehr werden.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Hallo Thomas,

    wenn Du weiterhin NP-Bacto-Balance zugibst, brauchst Du wegen der Nährstoffe keine Bachschmerzen zu haben. Da sind sie im notwenigen Verhältnis ausreichend vorhanden.

    Gruß

    Bernd

  • Liebe Cyanogemeinde,


    Hallo Thomas,

    die Wirkung von getroffenen Veränderungen sieht man bei Korallen normalerweise immer erst mit einem Zeitverzug. Überlege einmal was Du vor 1 - 2 Wochen gemacht hast.

    Gruß

    Bernd

    Das ist gleichermaßen gültig für die Korallen als auch für die Cyanos. Diese „Bakterien“ treten als Plage auch nicht über Nacht auf. Das hat schon eine Vorgeschichte. Weil nun jedes Becken eine eigene „Historie“ liefert, können Ratschläge von außen bestenfalls nur Empfehlungen sein. Sofern die gewonnenen Erkenntnisse eigenen Beobachtungen entspringen und nicht die Meinungen Dritter kolportiert werden, sollte man die angebotene Hilfe ernst nehmen und versuchen darauf einzugehen. Andererseits, wer etwas zu sagen hat, sollte sich teamworkmässig verhalten und nicht seine eigenen Eitelkeiten vorantragen.
    Für mich sind widersprüchliche Meinungen zu diesem Thema nichts Neues. Das gab es schon in den Anfängen der Meeresaquaristik und bleibt bis heute noch ein Top-Thema. Warum wohl? Weil bis dato keiner ein Allheilmittel gefunden hat, das diesen komplexen Organismen in unseren Aquarien für immer Einhalt gebietet.
    Selbst Aussagen von Julian Sprung , wie: „Starke Wasserströmung um eine Ansiedlung der Cyanobakterien auf Korallen physikalisch zu erschweren. Manuell oder mit Absaugschlauch entfernen. Nährstoffkonzentration anheben, um das Wachstum der Korallen zu verstärken. Abschäumer, Aktivkohle, Ozon oder andere Mittel zum Heben des Redoxpotentials und Senken des Gehaltes gelöster organischer Verbindungen einsetzen. Karbonathärte heben.“
    Oder der Artikel in der „Koralle“von Daniel Knop: „Rote Schmieralgen“ ein alternativer Denkansatz. Seine These: Das Fehlen von Cyanophagen (Virioplankton) im Aquarium als Gegenspieler der Schmieralgen. Wenn diese Vermutung stimmt, müssen wir alle umdenken.
    Ja, was denn noch alles? Kurioser Weise scheinen alle irgendwie Recht zu haben. Oder auch nicht?
    Einiges hat sich in der Praxis teilweise bewährt, besitzt aber nicht die Gültigkeit in allen Situationen. Deswegen macht es wenig Sinn mit fundamentalistischer Vehemenz diesem Thema zu begegnen. Es wird in der Mehrzahl nur den Fragenden verwirren und ihm bei länger anhaltendem Hick-Hack eher destruktive Ergebnisse liefern. Ursachenforschung sollte auch beweisbar bleiben.
    Die oben genannten Empfehlungen von J. Sprung können noch durch die persönlichen Beobachtungen etlicher Aquarianer ergänzt werden:
    Ob dem Ausbruch von Cyanos ein Wechsel der Beleuchtung vorausging oder das Entfernen von Teilen des Bodengrundes dazu beigetragen hatte, oder ob man die veraltete Osmoseanlage verdächtigte, alles waren zumeist Vermutungen. Auch stellte man die Zugabe von Spurenelementen unter Generalverdacht. Nur reproduzierbar war alles nicht. Vielleicht wiederholbar im Einzelfall, aber nicht auf Dauer. Dass bestimmte Lichtspektren den Roten schaden können, ist nicht zu widerlegen. Aber wird es dadurch auch allgemein verbindlich?
    Beim nächsten Befall stellte man fest, dass man zwar penibel auf sauberen Bodengrund und einen rechtzeitigen Wechsel der Beleuchtungseinheiten geachtet hatte, und Spurenelemente nur noch in halbierter Dosis verabreichte. Doch diesmal blieb der Erfolg aus. Auch mehrten sich die Fälle in denen die Plage fast regelmäßig im Herbst auftrat. Der erste Gedanke führte in die Beleuchtungsecke, weil bei tief stehender Sonne sich in dieser Jahreszeit das Licht in der Umgebung des Aquariums verändern kann. Soweit die Gegebenheiten überhaupt Sonnenlicht in der Umgebung des Beckens zulassen. Einige schwören darauf. Ich nicht, denn eines meiner damals geplagten Becken befand sich im Keller. Dort ist kein Sonnenlicht vorhanden, und trotzdem wurde ich im Herbst fast regelmäßig von der roten Plage heimgesucht.
    Ich bin kein Freund von Chemie im Becken. Daher kommen die im Handel angebotenen Wundermittel für mich nicht in Frage. Mein Rat würde immer sein: Geduldig absaugen, absaugen, absaugen! Wenn mit der Zeit ein Teil des Bodengrundes dabei verschwindet, auch gut. Der ist leicht zu ersetzen. Dabei würde ich mit der Wahrheit nicht hinter dem Berg bleiben. Diese Methode kann sich hinziehen und ist oft ein mühevolles Geschäft. Letztendlich ist der Erfolg aber immer eingetreten. Mal früher, mal später. Es sind aber nie Verluste aufgetreten. Auch deswegen nicht, weil nicht an allen Schrauben gleichzeitig gedreht wurde. Hier fällt mir wieder Bernd`s Bemerkung ein: „Überlege einmal, was Du vor 1-2 Wochen gemacht hast.“
    Manch einer ist da schon überfordert.
    Ich wollte eigentlich zu diesem Thema nicht meinen Senf hinzugeben. Weil aber manche These allzu eigensinnig in den Stand der Allgemeingültigkeit gehoben wird, bleibt mir nichts anderes übrig, als mit diesen Zeilen vor allzu optimistischen Aussagen zu warnen. Dass die Schmieralgen in nährstoffarmen wie auch in nährstoffreichen Becken zu finden sind erleichtert die Ursachenforschung auch nicht.
    Es gibt kein Rezept. Nur partielle Erfolge. Oft auch nur durch Zufall.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,

    Du hast es auf den Punkt gebracht! Leider wird in wenigen Tagen wieder die gleiche Diskussion losgehen.
    Die Möglichkeiten bezüglich der Bakteriophagen hatte ich auch schon vor langer Zeit einmal angesprochen. Den Artikel von Knop kenne ich leider nicht. Ich weiß aber, dass verschiedentlich mit Abwasser aus Kläranlagen experimentiert wurde. Da finden sich diese Fressfeinde der Cyanobakterien.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    der Aufsatz von Knop ist in der Ausgabe Nr. 67 Februar/März 2011 zu finden.
    Der Verlag hat bestimmt noch ein altes Exemplar vorrätig.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

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  • Hallo ihr zwei,

    Vielen Dank für eure Beiträge, ich bin der Meinung, dass ich nicht an allen Schrauben gleichzeitig gedreht habe, sondern im zwei Wochen Rythmus. Nun weiß ich, dass diese Zeit zu kurz war, ich hätte besser 4wochen gewartet.
    Ein Tagebuch habe ich angelegt um nachzuvollziehen was ich getan habe. Alles in allem würde mich nicht wundern wenn die erhöhten Nährstoffwerte die Ursache für mein Problem ist. Am 07.12. habe ich den Abschäumertopf entfernt, im Anschluss konnte ich die Nährstoffe nachweisen. Warum dann Jh und ca stagniert ist mir allerdings ein Rätsel.

    Jetzt ist das Kind jedenfalls in den Brunnen gefallen, das würde mir vermutlich nicht mehr passieren.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Hallo Hajo,

    danke für die Information. Ich werde mir den Artikel besorgen.

    Ich habe ja schon oft begründet, warum es kein Allheilmittel geben kann. Es wird immer wieder vergessen, dass es bei Cyanobakterien unzählige verschiedene Arten mit unterschiedlichsten Eigenschaften gibt. Die taxonomische Zuordnung ist hier unglaublich verwirrend und in ständiger Diskussion. So wurde z.B. kürzlich bei der weit verbreiteten marinen Cyanobakterie Microcoleus durch molekularbiologische Sequenzenanalysen wiederum eine hohe innerartliche Variabilität ermittelt, wobei ein Teil der genetischen Diversitäten vermutlich erst neueren Ursprungs sind.
    Im Endeffekt heißt dies, wir Aquarianer sprechen von einer"Krankheit" und haben es in Wirklichkeit mit einer Unzahl verschiedener Erreger zu tun.

    Ob allerdings mit den Bakteriophagen eines Tages einmal tatsächlich ein wirksamer Bekämpfungsansatz gefunden wird, ist derzeit auch noch recht fraglich. Dies liegt vor allem am komplizierten Nachweis der Phagen (nur über Bakterienkulturen), aber auch an Schutzmöglichkeiten (Restriktionssystem) der Cyanos ihrerseits.

    Gruß

    Bernd

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