Hallo Hans-Werner,
wir sollten vielleicht nochmal das Ziel der Diskussion definieren, dann könnte sie vielleicht wieder etwas entspannter verlaufen.
Worum es geht:
Wir diskutieren über Meerwasseraquaristik. Genauer gesagt über die Ernährung von in Aquarien gehaltenen Meerwasserzierfischen.
Und innerhalb dieses Thema über den speziellen Punkt, ob diese Ernährung ohne die Zugabe von Meeresalgen möglich ist.
Worum es nicht geht:
Es geht nicht um Fischzucht, um maximale Energiezufuhr und Gewichtszunahme.
Und es geht nicht um natürliche Bedingungen.
Die hat ein Fisch im Aquarium nunmal nicht.
Daher würde der Ansatz, den Fisch im Aquarium exakt wie in der Natur zu füttern schnell zu völlig verfetteten,
lebensunfähigen Tieren führen. Weil ihnen einfach die natürliche Bewegung fehlt.
Ziel der Meerwasseraquaristik ist es nicht, so zu tun, als ob unsere Aquarienfische im Meer leben würden.
Ziel ist, unsere Fische gesund und wohlgenährt zu halten und ihnen ein langes Leben zu ermöglichen.
Auch die Lebenserwartung gut gehaltener Fische ist übrigens unnatürlich. Nämlich unnatürlich lange.
Ein weiteres Ziel, das in einem Beitrag kurz erwähnt wurde, ist die mögliche Nachzucht der Fische. Die ist bei
den Fischen, um die es hier vor allem geht, den Doktorfischen, meines Wissens bisher weder mit Salat noch
mit Algen gelungen. Lassen wir dieses Thema also mal beiseite.
Es geht übrigens keinesfalls um die alleinige Ernährung irgendwelcher Fische ausschließlich mit Löwenzahn,
Algen oder sonst etwas nicht-tierischem. Es geht rein um das Zusatzangebot an pflanzlichem Futter.
Zusätzlich zu Frostfutter, zum Teil auch zu Trockenfutter.
Ich sage, dass die Erfahrung zeigt, dass die Haltung von Doktorfischen und anderen eher herbivoren Fischen
ohne Algenzusatz rein auf der Basis von Löwenzahn und Spinat möglich ist. Und zwar so, dass diese Fische nach
allen von außen zu beurteilenden Merkmalen einschließlich Krankheitsanfälligkeit und Lebenserwartung optimal dastehen.
Ich kann diese Ausage durch die Auswertung der Erfahrungen der letzten 20 Jahre im Vivarium beweisen.
Ich sage NICHT, dass die Haltung nicht auch anders, z.B. durch die Zugabe von Algen gleichwertig möglich wäre.
Ich selbst füttere in meinem privaten Aquarium ca. 90% Salat und ca. 10% Meeresalgen. Das funktioniert auch.
Ich habe nie von einer Überlegenheit von Landpflanzen geredet. Obwohl die Tatsache, dass sie nicht so gut wie
bestimmte Meeresalgen verwertet können, für unsere relativ bewegungsarmen Aquarienfische durchaus ein
Vorteil sein könnte. Aber das ist nur eine unbewiesene Hypothese.
A propos Hypothese. Nach Darlegung der schon mehrmals genannten Erfahrungen weiter Hypothesen wie
"weshalb sollte es weniger klar sein, dass man Algenfresser nicht mit Pflanzen ernähren kann?" zu formulieren
ist nicht sehr sachlich. Eine Hypothese ist solange eine Hypothese, bis sie bewiesen oder widerlegt ist.
Das Aufrechterhalten deiner Hypothese würde unterstellen, dass wir im Vivarium entweder phantasieren oder keine gesunden Fische haben.
Du weißt selbst, dass beides nicht richtig ist.
