Algen vs. Landpflanzen... aus: Alternative zu Norialgen?

  • Hallo Hans-Werner,

    wir sollten vielleicht nochmal das Ziel der Diskussion definieren, dann könnte sie vielleicht wieder etwas entspannter verlaufen.

    Worum es geht:

    Wir diskutieren über Meerwasseraquaristik. Genauer gesagt über die Ernährung von in Aquarien gehaltenen Meerwasserzierfischen.
    Und innerhalb dieses Thema über den speziellen Punkt, ob diese Ernährung ohne die Zugabe von Meeresalgen möglich ist.

    Worum es nicht geht:

    Es geht nicht um Fischzucht, um maximale Energiezufuhr und Gewichtszunahme.
    Und es geht nicht um natürliche Bedingungen.
    Die hat ein Fisch im Aquarium nunmal nicht.

    Daher würde der Ansatz, den Fisch im Aquarium exakt wie in der Natur zu füttern schnell zu völlig verfetteten,
    lebensunfähigen Tieren führen. Weil ihnen einfach die natürliche Bewegung fehlt.

    Ziel der Meerwasseraquaristik ist es nicht, so zu tun, als ob unsere Aquarienfische im Meer leben würden.
    Ziel ist, unsere Fische gesund und wohlgenährt zu halten und ihnen ein langes Leben zu ermöglichen.
    Auch die Lebenserwartung gut gehaltener Fische ist übrigens unnatürlich. Nämlich unnatürlich lange.
    Ein weiteres Ziel, das in einem Beitrag kurz erwähnt wurde, ist die mögliche Nachzucht der Fische. Die ist bei
    den Fischen, um die es hier vor allem geht, den Doktorfischen, meines Wissens bisher weder mit Salat noch
    mit Algen gelungen. Lassen wir dieses Thema also mal beiseite.

    Es geht übrigens keinesfalls um die alleinige Ernährung irgendwelcher Fische ausschließlich mit Löwenzahn,
    Algen oder sonst etwas nicht-tierischem. Es geht rein um das Zusatzangebot an pflanzlichem Futter.
    Zusätzlich zu Frostfutter, zum Teil auch zu Trockenfutter.

    Ich sage, dass die Erfahrung zeigt, dass die Haltung von Doktorfischen und anderen eher herbivoren Fischen
    ohne Algenzusatz rein auf der Basis von Löwenzahn und Spinat möglich ist. Und zwar so, dass diese Fische nach
    allen von außen zu beurteilenden Merkmalen einschließlich Krankheitsanfälligkeit und Lebenserwartung optimal dastehen.
    Ich kann diese Ausage durch die Auswertung der Erfahrungen der letzten 20 Jahre im Vivarium beweisen.

    Ich sage NICHT, dass die Haltung nicht auch anders, z.B. durch die Zugabe von Algen gleichwertig möglich wäre.
    Ich selbst füttere in meinem privaten Aquarium ca. 90% Salat und ca. 10% Meeresalgen. Das funktioniert auch.

    Ich habe nie von einer Überlegenheit von Landpflanzen geredet. Obwohl die Tatsache, dass sie nicht so gut wie
    bestimmte Meeresalgen verwertet können, für unsere relativ bewegungsarmen Aquarienfische durchaus ein
    Vorteil sein könnte. Aber das ist nur eine unbewiesene Hypothese.

    A propos Hypothese. Nach Darlegung der schon mehrmals genannten Erfahrungen weiter Hypothesen wie
    "weshalb sollte es weniger klar sein, dass man Algenfresser nicht mit Pflanzen ernähren kann?" zu formulieren
    ist nicht sehr sachlich. Eine Hypothese ist solange eine Hypothese, bis sie bewiesen oder widerlegt ist.

    Das Aufrechterhalten deiner Hypothese würde unterstellen, dass wir im Vivarium entweder phantasieren oder keine gesunden Fische haben.
    Du weißt selbst, dass beides nicht richtig ist.

    Gruß Armin

  • Und gleich nochmal hallo Hans-Werner,

    nach wie vor spannend finde ich die Frage, ob die Furcht vor dem hohen Iodgehalt der Meeresalgen ihre Berechtigung hat.
    Du hast sie sofort als "Esoterik" abgetan. Ich füttere zwar, wie schon erwähnt, im eigenen Becken auch Algen,
    würde aber die Bedenken von Hannes nicht so schnell abtun.

    Das mit der "natürlichen Nahrung" ist so eine Sache. Ich weiß nicht genau, wie viel Iod die natürlichen
    Algen enthalten, die jeder Fisch in meinem Aquarium in der Natur fressen würde.

    Was mich aber viel mehr beunruhigt:
    Stoffe, die im Meer von Milliarden Litern Wasser verdünnt werden, können im Aquarium schnell zu unnatürlichen und
    auch toxischen Konzentrationen anreichern. Und das gilt natürlich auch für Iod. Rotalgen können 50, aber
    auch 5000 mg/kg Iod enthalten (Gracilaria verrucosa). Ein einziges (2,5 g schweres) Gracilaria-Algenblatt, das in einem gut besetzten
    1000 Liter Aquarium nach einer Minutes aufgefressen ist, erhöht die im Aquarium vorhandene Iodmenge um 20%.
    Und sag mal meinen Fischen, sie würden ab sofort nur noch 1 Algenblatt am Tag als "Leckerle" kriegen!

    Die beliebten Norialgen gehören zum Glück zu den iodärmsten Algenarten. Ich gehe daher davon aus, dass eine Fütterung
    mit Norialgen risikolos ist. Bei anderen Algenarten wäre ich dagegen vorsichtig.

    Gruß Armin

  • Moin zusammen, moin Hans-Werner,

    wenn du den Thread nicht ganz verstehst, bist du nicht alleine, ich nämlich auch nicht.
    Bei der Diskusion Löwenzahn versus Algen steh ich auf der Seite der Algen gegen den Löwenzahn.
    Da stehst du doch auch? Wir können gerne das komplexe Verdauungssytem von Rindern erörtern, aber ein Rind mit seinen 4 Mägen und der langen Aufenthaltszeit der Nahrung im Verdauungstrakt ist ein schlechter Vergleichsorganismus für Fische. Da gibt es bessere.
    Meiner Meinung nach kann man es sich aussuchen, wofür man seine Geld ausgibt: Für Medikamente, neue Fische oder gutes Futter.
    Ich bin mir sicher, dass du dich auch für Letzteres entscheidest.

    Gruss
    Rainer

  • Zitat

    Original von Armin Glaser
    Daher würde der Ansatz, den Fisch im Aquarium exakt wie in der Natur zu füttern schnell zu völlig verfetteten,
    lebensunfähigen Tieren führen. Weil ihnen einfach die natürliche Bewegung fehlt.

    Auch eine Hypothese. In Bochum habe ich vor einigen Jahren auf der Aquarienkonferenz Doktorfische gesehen, die waren dicker als U-Boote und der Bauch war unnatürlich aufgetrieben (Fettleber?). Die wurden u. A. mit Salat gefüttert.

    Zitat

    Original von Armin Glaser
    Ich sage, dass die Erfahrung zeigt, dass die Haltung von Doktorfischen und anderen eher herbivoren Fischen
    ohne Algenzusatz rein auf der Basis von Löwenzahn und Spinat möglich ist. Und zwar so, dass diese Fische nach
    allen von außen zu beurteilenden Merkmalen einschließlich Krankheitsanfälligkeit und Lebenserwartung optimal dastehen.
    Ich kann diese Ausage durch die Auswertung der Erfahrungen der letzten 20 Jahre im Vivarium beweisen.

    Das ist kein Beweis sondern nur eine einseitige Erfahrung. Vielleicht würden die Fische noch besser aussehen und noch andere Verhaltensweisen zeigen, wer weiß. Wäre auch interessant, hier mal die Streßhormone im Blut im Vergleich zu algenernährten Fischen zu messen.
    Rein äußerlich kann ich ausschließlich mit Trockenfutter ein ebenso gutes Ergebnis erreichen.

    Zitat

    Original von Armin Glaser
    A propos Hypothese. Nach Darlegung der schon mehrmals genannten Erfahrungen weiter Hypothesen wie
    "weshalb sollte es weniger klar sein, dass man Algenfresser nicht mit Pflanzen ernähren kann?" zu formulieren
    ist nicht sehr sachlich. Eine Hypothese ist solange eine Hypothese, bis sie bewiesen oder widerlegt ist.

    Der Halbsatz bezieht sich auf eine Aussage. Ich habe auch nie behauptet, dass es völlig klar wäre, dass fleischfressende Fische nicht optimal mit Pflanzeneiweißen ernährt werden können. Aber für manche ist es völlig klar, dass das nicht möglich ist und andererseits sollen Pflanzen ein gleichwertiger oder sogar besserer Ersatz für Algen sein. Damit zeigt man nur, dass man keine Ahnung hat, was Algen sind und was sie nicht sind.

    Zitat

    Original von Armin Glaser
    Rotalgen können 50, aber
    auch 5000 mg/kg Iod enthalten (Gracilaria verrucosa). Ein einziges (2,5 g schweres) Gracilaria-Algenblatt, das in einem gut besetzten
    1000 Liter Aquarium nach einer Minutes aufgefressen ist, erhöht die im Aquarium vorhandene Iodmenge um 20%.

    Ist ja fast, wie wenn man Shit kauft, man weiß nie, was drin ist. :ylol
    Algen, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, sind vom Iodgehalt her auch als Fischfutter geeignet. Die in einem Link beschriebene Vorgehensweise zur Produktion von Nori-Algen dürfte den Iodgehalt verringern.
    Nach der Dosierungs-Emfpehlung von Fossa und Nilsen und Sprung sind es auch 11% Iod täglich oder 80 % wöchentlich und das bei einer 14-täglichen Dosierung von 160% Iod, also von X auf X+160% in einem Augenblick.

    Das Problem ist, dass man nicht weiß, was man macht, aber der Wille, die eigene Vorgehensweise zu revidieren oder auf eine sicherere Basis zu stellen scheinbar sehr gering ausgeprägt ist. Wie gesagt, ich habe beides ausprobiert und mit der Verfütterung von Acanthopora spicifera an eine Siganus-Art scheinbar einen Volltreffer gelandet. :]

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hi,

    eine kurze zwischenfrage......woher hast du denn Acanthophora spicifera bekommen??

    Grüße,

    Lars

  • Hallo Lars,

    das ist eine der schlimmsten Algen, die man mit Lebendgestein bekommen kann. Die hat anfangs ganze Aquarien zugewuchert. Mittlerweile wächst sie nur noch an einem Zulauf zu einem Becken sparsam und an einer Stelle, wo ich vorher übereinander liegende Steine auseinander gebaut habe. Dort ist sie zunächst gewuchert und wächst jetzt noch moderat. Ich könnte davon etwas für einen Algenfilter abgeben.

    Übrigens ist die Tatsache, dass man die Algen, die die Fische in der Natur fressen, nicht oder kaum sehen kann, nicht den Algen geschuldet sondern den Fischen. Zumindest einzelne Gattungen, die in den Därmen der Fische gefunden wurden (siehe Links) sind richtige Makroalgen, nur werden die immer wieder verbissen, so dass sie sehr kurz bleiben. Sperrt man die Fische durch Käfige aus, wachsen diese geschützten Stellen zu.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Guten Morgen,
    auweia,
    bei soviel Profession zum Thema Fischernährung traut man sich überhaupt keinen post mehr einzustellen :winking_face_with_tongue:

    Zitat

    Mir kommt der ganze Thread ballaballa vor und ich werde mir überlegen in so einen Quatsch weiterhin Zeit zu investieren. Den Fischen scheint es wenig zu bringen.


    Ich fühle mich doch etwas angezipft, wenn der Thread so abgekanzelt wird, nur weil es dem wissensvermittelnden professionellen Niveau so manches Teilnehmers an öffentlicher Belobigung fehlt.

    Zitat

    wenn du den Thread nicht ganz verstehst, bist du nicht alleine, ich nämlich auch nicht.


    doch, ich verstehe den Thread sehr gut, gerade richtig für mein bischen Intelligenz.
    Ich mache das Metiier nun (praxisorientiert) auch schon lange genug mit, um halbwegs zu wissen, was Sache ist und den Fischen schmeckt (eigentlich alles :grinning_squinting_face: )

    Zitat

    Bei der Diskusion Löwenzahn versus Algen steh ich auf der Seite der Algen gegen den Löwenzahn. Da stehst du doch auch?


    :ylol
    Zum Glück muß ich mir keine Rückversicherung einholen, um zu wissen, auf wessen Seite der Futterbefürworter ich zu stehen habe.

    Ich für meinen Teil sehe Vorteile weder im alleinigen marinen Grünfutter, noch auf Seiten der alleinigen Landpflanzenversenkung.

    So wie es sich in diesem Thread zwanghaft aufzuoktruieren versucht, ist die 'fischgesunde' marine, maximal mit allen notwendigen Mineralien und Spurenelementen, Proteinen beladene Nahrung den Landpflanzen und -Früchten unbedingt überlegen. Stimmt. und weiter?
    Im weiteren Sinn geht es also doch um Mast, denn die aufgenommenen Energiemengen über lebensnotwendiges Mass wird ein (z.T.) herbivor lebender Fisch in seinem Käfig durch Bewegung nicht los.
    Hat schon einmal jemand der marinen Futterverfechter über das Mass der alleinigen Nahrungsaufnahme und die Beschäftigung der Fische bei ebenselbiger nachgedacht?
    Die Mengen an gereichten Algen im Aquarium mit ihrem kompensierten Nährwert, welche in wenigen Schnappern verschlungen werden, wird ein Fisch im Riff mit der Menge an abzuweidenden Turfalgen und ihrem miserablen Nährwert (zum Glück noch mit Biofilmen behaftet) binnen eines Tages nicht vorfinden. Für das bischen an Futter schwimmt er immense Wegstrecken, -ist also beschäftigt.
    Wenn ich nun eine rohe Karotte ins Becken hänge, ...ist der Fisch beschäftigt. Mit Löwenzahn ...ist er beschäftigt, mit Zucchini ...ist er beschäftigt; usw.
    Dabei ist mir der Nährwert oder damit zugeführte Vitamine eigentlich vollkommen schnurz, (Armin umschreibt das in seinem post gewählter ) denn kompensiert bekommen die Fische den mit 'Mastfutter' der Hersteller in Granulat- oder Flockenform zusätzlich obendrauf, denn es ist eine bunte Fischgesellschaft, welche nicht nur aus herbivoren Asketen besteht.
    Das Krönchen stellt dann das Frostfutter mit ölig braunroter Sosse, welche mit 'high-energy-vitamin-additive' auf der Verpackung wirbt. (nicht falsch zu verstehen: das Zeug ist genial ! )
    Was nun der Fischmagen aus den gefütterten Tagesrationen macht, ist dem Fisch wiederum egal. Kommt das ein oder andere nur anverdaut hinten wieder heraus, freuen sich andere Mitbewohner. Selbst die Zellulose der Landpflanzen findet mit den Bakterien mehr als dankbare Abnehmer. :winking_face:

    einfach meine 2c

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (9. August 2010 um 11:12)

  • Hallo Hans-Werner,

    habe ich mir fast gedacht das die über Lebendgestein gekommen ist......habe ich bis jetzt nur noch in keinem Aquarium gesehen. Bin übrigens ebenfalls ja absoluter Befürworter von natürlicher Nahrung, solange das auch realistisch geht. Klar können wir nicht alles bieten.

    Ich sehe es ehrlich gesagt viel einfacher.....es wird schon einen Grund geben warum die Natur für verschiedene spezies auch verschiedene Nahrungsquellen bereit hält. Wir selber machen es bei uns ja eigentlich auch falsch.....und Ergebnis ist allgemeine Verfettung und Krankheiten.

    Klar würde gerne was abnehmen!! Wie wäre es am 03.09.?? Wollte zu deinem Vortrag nach Kerpen gerne kommen.

    Grüße und Danke,

    Lars, der übrigens auch keinerlei Wissenschaftliche These dazu aufstellen kann sich aber trotzdem traut dazu was zu schreiben :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Lars Greiss (9. August 2010 um 10:14)

  • OT
    Danke für Acanthopora spicifera. :thup
    Habe nach Bildern gegoogelt, um was es sich handelt; bisher hatte ich noch keine Gelegenheit einer Identifikation gehabt. Diese Turfalge habe ich nämlich zuhauf jeweils als Aufwuchs mit immensem Wachstum an frischen Ablegersteinen einer Region, welche dann selbst die aufsitzenden Steinkorallen in Bedrängnis bringt. Eben zu Beginn eine echte Plage.
    Nach dem ein- bis zweimaligem Abrupfen bleibt aber dann der Wuchs verhalten.
    Übrigens weiden selbst Zebrasoma und Naso diese Algen mit Vorliebe von eingebrachten Ableger-Steinen.
    Umgekehrt verlieren in ein mit Acanthopora dicht bewachsenes Becken eingesetzte Fische doch leider auch schnell den Appetit daran; so zumindest meine Erfahrung. Wahrscheinlich, wenn der Aufwuchs bereits zu hoch ist. Fuchsgesichter habe ich dahingehend allerdings noch nicht geprüft.
    Die Alge ist aber hervorragendes Refugium für Zooplankton.
    Eine Umsiedlung in ein Filterbecken habe ich noch nicht versucht, da mir der Nährstoffentzug aus dem Wasser bisher vom Gefühl her zu gering erschien.

    Servus
    Stefan

  • Zitat

    Original von Stefan C.
    Wenn ich nun eine rohe Karotte ins Becken hänge, ...ist der Fisch beschäftigt. Mit Löwenzahn ...ist er beschäftigt, mit Zucchini ...ist er beschäftigt; usw.

    Wenn Du das so realistisch sehen willst .... Man lasse mal den alten Erziehungsgrundsatz "man spielt nicht mit dem Essen" außen vor und gibt Futter rein als Spielzeug. Ok.

    Nur das mit den Nährwerten und dem Verfetten ist schon wieder so eine Theorie. Vielleicht äußert sich eine verbesserte Ernährung darin, dass die Fische mal ihre natürliche Größe erreichen. Vielleicht lassen sich dann schwierige Arten ganz einfach halten. Wir wissen es nicht, weil es scheinbar niemanden interessiert, dass Algen etwas anderes als Pflanzen sind und auch ernährungsphysiologisch wahrscheinlich ganz anders verwertet werden.

    Dann sollte man aber auch sagen, Pflanzen sind Spielzeug und evtl. Darmfüller für Fische mit unklarem ernährungsphysiologischem Wert. Man kann dann einfach nicht sagen, sie seien ein guter Ersatz für die natürliche Algennahrung. Die Zusammensetzung steht gegen letztere Behauptung.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    Ich beobachte durchaus das Gerangel an einer eingehängten Karotte, Zucchini, Gurke.
    Da werden Rangordnungen ausgemacht, soziale Gefüge auf immer neue Proben gestellt, die Fische dadurch unter natürlich 'gesunden' Streß gesetzt. Beobachte das mal an einem eingehängten Algenbüschel?
    Dass das das Essen als 'Spielzeug' betrachtet werden könnte....da fehlt mir der Verniedlichungsfaktor bei meiner Sichtweise der Vorgänge.

    Zitat

    Vielleicht äußert sich eine verbesserte Ernährung darin, dass die Fische mal ihre natürliche Größe erreichen.


    die natürliche Grösse zu erreichen, wage ich zu behaupten, dürfte beim Großteil der betriebenen Aquarien kaum wünschenswert sein. Alleine durch die Behältnisse bedingt, erreichen gleiche Fische mit gleichem Alter bei identischem Futter Größenabweichungen bis zu 50%. Da kann ich mich getrost auf nun 10jährige eigene Erfahrungen bei Zebrasoma, Hepatus, Halichoeres u.a. stützen.
    Bei mir erschrecken viele Besucher, wenn sie einen Biochoeres mit 20cm sehen, der lt. MW-Lexikon gerade mal bis 12cm erreichen soll. Pseudanthias mit~15cm, Imperatoren mit +/- bereits 40cm, wobei mir auch klar ist, das bei letzteren noch einiges ginge.
    In einem früheren Thread wurde ich einmal ungläubig verlacht, was und wieviel ich täglich verfüttere.
    Ich habe kerngesunde Fische, einige davon wohl zeckerlfett, der überwiegende Teil vollkommen 'normal' genährt.
    Und ja, ich verfüttere auch Algen, Trocken- als auch frisch.
    Die Fische sind auch wählerisch. Einige Blätter Ulva (wovon ich derzeit wieder überreichlich hätte) und es reicht ihnen auch schon wieder. Dann wie schon zuvor geschrieben, einige bewachsene Ablegersteine und nach abweiden derselben ist daran schnell die Lust vergangen.
    Die Abwechslung, Geschmack,der Futterneid, gegenseitige Animation u.v.a. machen die 'Nahrung' an sich aus.
    nur aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet, wird man der Physiologie der Ernährung und ihren Anforderungen daran nicht gerecht.

    Servus
    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan C. (9. August 2010 um 12:31)

  • Hallo Stefan,

    das hört sich doch gut an! Ich glaube, der Weg dahin war in der Vergangeheit aber nicht immer ganz sorgenfrei, oder?
    Wenn Dir Spielzeug nicht gefällt, nimm Beschäftigungstherapie!

    Da man den Thread wirklich langsam begraben kann, noch einmal festgehalten um was es eigentlich ging:

    Zitat

    Original von ChristophKlose
    Ja ich gehöre zu der Fraktion die alles in Frage (auch mich selber) stellt, Mittel und Methoden verändern sich. Glaubst Du das wir uns heute an der Spitze der Allwissenheit befinden?
    Das Hobby (und das ist meine Meinung) ist noch nicht einmal aus der Kindheit raus, es gibt noch so viele Sachen und Dinge, die ungeklärt sind....
    Über Methoden und Anwendungen die wir heute als ''Gott gegeben'' ansehen werden wir in 5Jahren schmunzeln.
    Frag mal die alten Hasen wie das war als damals die ersten Leutz den RieFi abgeklemmt haben, eine Welle der Empörung........
    Komisch wie sich Verhaltensmuster immer wieder wiederholen!


    Wir müssen die Methoden verfeinern, um herauszubekommen, was wir nicht wissen. :grinning_squinting_face:
    So ein Streßtest wie in dem Forellenfutter-Link aber ohne Herausfangen wäre schön.
    Ersatzweise habe ich Links gepostet, die besser gesichertes Wissen enthalten und teilweise zu unserem Wissen im Widerspruch stehen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo zusammen,
    Armin
    Ich hatte mich zwar eigentlich schon fast verabschiedet aber mir schwant, dass du die Diskusion nicht sterben lassen willst. Warum?


    Zitat

    Wir diskutieren über Meerwasseraquaristik. Genauer gesagt über die Ernährung von in Aquarien gehaltenen Meerwasserzierfischen.
    Und innerhalb dieses Thema über den speziellen Punkt, ob diese Ernährung ohne die Zugabe von Meeresalgen möglich ist.

    ich erkenne die Tatsache, dass ihr 20 Jahre mehrere Becken Algenarm/frei unterhaltet als empirische Langzeituntersuchung an.

    Zitat

    Worum es nicht geht:

    Es geht nicht um Fischzucht, um maximale Energiezufuhr und Gewichtszunahme.
    Und es geht nicht um natürliche Bedingungen.
    Die hat ein Fisch im Aquarium nunmal nicht.

    Fortpflanzungsverhalten sehe ich als echte Bestätigung von artgerechter Haltung an.
    Natürliche Bedingungen sind anzustreben, wenn auch kaum zu erreichen.

    Zitat

    Daher würde der Ansatz, den Fisch im Aquarium exakt wie in der Natur zu füttern schnell zu völlig verfetteten,
    lebensunfähigen Tieren führen. Weil ihnen einfach die natürliche Bewegung fehlt.

    Bei Doktoren sicher richtig, aber bei einem Korallenwächter?

    Mich hat folgender Artikel stutzig gemacht:
    http://reefkeeping.com/issues/2003-02/rs/feature/index.php

    gruss
    Rainer

  • Hallo Rainer,

    wollte Dir eine PN schicken bezüglich des Forellen-Artikels, geht aber nicht.

    Warum ist es sicher richtig, dass eine natürliche Ernährung zu verfetteten Fischen führt? Bei Forellen führt die Ernährung mit Pflanzenprotein-Nahrung zu kleineren aber fetteren Fischen. Ähnlich ist es mit der Leberverfettung. Die wird nicht generell von Fetten sondern von Kohlenhydraten und den falschen Fetten verursacht.

    Die Behauptung ist wieder eine Anwendung von Nichtwissen.
    Die richtige Ernährung von Fischen ist der menschlichen Intuition nicht zugänglich, jede Hypothese muss überprüft werden!

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (9. August 2010 um 17:50)

  • Meingott Hans-Werner,

    langsam wird die Diskussion doch lächerlich. Du hast Deine Positionen breit und nachdrücklich begründet (wenn auch wohl nicht jedem immer sofort verständlich), Armin Glaser hat für mich gut nachvollziehbar und ausgewogen argumentiert. Warum kann man dies nicht einfach so stehen lassen? Es hat doch kein Mensch etwas dagegen, wenn möglich Algen zu verfüttern, aber es gibt eben auch den anderen Weg. Mit ständig neuer selektiver Zerlegung der nicht Deiner Meinung entsprechenden Argumente und Übergehen der Dir wohl weniger in den Kram passenden Fakten hat die Diskussion eine abgehobene Richtung genommen, die wenig mit der realen Aquarienpraxis zu tun hat, aber stark an die Rechthaberei fundamentalistischer Mullahs erinnert. Gegen derartige Argumentationsweisen bist Du doch früher immer recht vehemt zu Felde gezogen, nun vertritts Du sie selbst mit größtem Nachdruck. Es ist im Leben nun einmal so, dass Menschen die Dinge unterschiedlich sehen können. Argumente haben beide Ansätze hinreichend ausgetauscht, so dass sich jeder seine Meinung bilden kann. Aber hier geht es wirklich nicht um die Mast von Speisefischen und auch das psychologische Empfinden der Aquarienfische wird wohl weiter ungewiss bleiben.
    Falls ich Dir aus falscher Einschätzung Deines Hintergrundes zu Unrecht eher kommerzielle Beweggründe unterstellt habe, bedauere ich dies sehr. Von einer beispielhaften faire Toleranz ist diese Diskussion aber leider nicht getragen.

    Trotzdem viele liebe Grüße

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (9. August 2010 um 18:37)

  • Hallo Hans-Werner

    für die PN-Funktion muss man glaube ich Premium-Mitglied sein, bin ich aber nicht. Aber ich kenn einen, der deine Visitenkarte in Nürnberg bekommen hat.
    Du wird eine Mail von S....-Rainer@t-online.de bekommen.

    Das ich von deinem Link nur das Abstraktum lesen kann und mich danach einloggen muss ist richtig?

    Zitat

    Die Behauptung ist wieder eine Anwendung von Nichtwissen.


    In Richtung Armin?

    Zitat

    Die richtige Ernährung von Fischen ist der menschlichen Intuition nicht zugänglich, jede Hypothese muss überprüft werden!


    Man stelle mir die finanziellen Mittel zur Verfügung und ich fliege noch heute los zur Feldforschung!

    Grüsse
    Rainer

  • Ja, Bernd,

    welche Position vertrete ich denn? Fasse doch bitte mal zusammen!

    Hallo Rainer,

    - dass man nur zum Abstraktum kommt ist normal, geht mir auch nicht anders, das gibt aber schon einen Einblick.

    - Wer auch immer meint, dass eine natürlich Ernährung bei Doktorfischen automatisch zu Verfettung führt, ohne diese Aussage geprüft zu haben. Demnächt kommt ein jeder daher und erzählt, Verfütterung von Algen führe zu Verfettung der Fische und es hat immer noch keiner geprüft. So setzt man Meerwasser-Mythen in die Welt.

    - Das geht an Fischen unter kontrollierten Bedingungen viel besser! Nicht umsonst weiß man das meiste von kommerziell interessanten Zuchtfischen. Außerdem geht es darum, dass angeblich Doktorfische bei natürlicher Ernährung unter Aquarienbedingungen verfetten.

    Ich halte mal dagegen, dass alle Untersuchungen zeigen, dass Fische unter unnatürlichen Ernährungsbedingungen verfetten.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (9. August 2010 um 23:50)

  • Hallo Hans-Werner,

    auf eine Zusammenfasung Deiner Position verzichte ich, da ich niemand langweilen möchte; aber um Dir Deinen Seelenfrieden zu verschaffen (da es wohl doch nur ums Recht behalten geht):

    DU HAST RECHT; DU HAST RECHT; DU HAST RECHT!

    Um auch das immer angestrebte letzte Wort zu behalten, darfst Du mich auch gern noch einen ignoranten Altvorderen nennen. :wink

    Viele Grüße

    Bernd

    PS. Da Du andere offensichtlich für inkompetent hälst, wenn sie Deinen Gedankengängen nicht folgen: Ich glaube schon verstanden zu haben, dass Du der Auffassung bist, dass Landpflanzen im Gegensatz zu Meeresalgen nicht die für Fische ernährungsphysiologisch notwendigen Stoffe enthalten würden und der verantwortungsbewußte Aquarianer deshalb auf das bestehende Angebot oder die Eigenzucht zurückgreifen sollte.
    Ich aber folge Dir trotzdem nicht, weil mich Deine selektiven und nicht unbedingt einschlägigen Quellen nicht hinreichend überzeugen, ich weder Deine diesbezzügliche fachliche Kompetenz ausreichend beurteilen kann noch selbst über ausreichend fischernährungswissenschaftlichen Hintergrund verfüge, um dies abschließend zu beurteilen, dies aber bei anderen Vielschreibern auch befürchte, außerdem das Angebot an Sushialgen aus Zuchtanlagen - wo auch immer - wohl auch nicht dem natürlichen Futter entspricht, Norialgen von meinen Doktorfischen und Fuchsgesicht nur ungern genommen werden, das Hauptfutter ohnehin in erster Linie tierischen Ursprungs ist und damit wohl auch Iod u.a. Stoffe ausreichend zugeführt werden und kompetente Andere sowie ich selbst aber über mehr als langjährige empirische Erfahrung und Dauererfolge mit "Grünzeug" verfügen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Koberstaedt (10. August 2010 um 00:31)

  • Hallo zusammen,

    ich finde, die Diskussion engleitet mittlerweile zu sehr ins persönliche, als dass man sich davor noch verschließen könnte. Kein guter Forenstil, nach meiner Meinung.

    Ich empfinde Hans Werners Darstellungen übrigens keinesfalls als fundamentalistisch, zumal Hans -Werner seine Argumentation sogar durch wissenschaftliche Arbeiten untermauert, was sonst hier übrigens keiner tut! Nur weil jemand seine Meinung hartnäckig vertritt, auch um Um-/Andersdenken anzuregen(!), kann man ihm doch keinen Vorwurf machen! Ihr wisst doch, der schlauere gibt nach, was den Dummen die Gelegenheit gibt, die Führung zu übernehmen. :winking_face:
    Ich habe selten bzw. noch nie, so eine intensive Diskussion über Fütterung gelesen und das ist doch erstmal absolut positiv zu sehen, oder? Ich denke, wir alle wollen doch, dass unsere Fische nicht nur Haferschleim-mäßig am Leben erhalten werden, sondern dass wir ihnen auch mal den Sonntagsbraten bieten, oder? wir wissen nur leider nicht sicher, was der Haferschleim ist und was der Sonntagsbraten. Das gegenseitige Wissen hierüber auszutauschen und Anregungen zu geben, kann garnicht schaden!

    Viele Grüße,
    Ben

  • Zitat

    Original von Hans-Werner

    - Das geht an Fischen unter kontrollierten Bedingungen viel besser! Nicht umsonst weiß man das meiste von kommerziell interessanten Zuchtfischen.

    Hallo Hans Werner ,

    Naja ,wenn ich mir deinen forellen-link so ansehe , beschränken sich die erkenntnisse auf die beschaffenheit der filets mehrere tage nach dem tode,dazu noch in der mikrowelle "vergewaltigt" , das ist für mich als koch noch relativ interessant ,(allerdings bereits befremdend und abstossend)
    als aquarianer registriere ich schockiert , das man scheinbar sogar streng carnivore fische wie forellen zwangsweise zu vegatarianer machen kann -
    das könnte ja auch ein argument dafür sein , das es schnurzpipegal ist , was man in herbi-omni oder carnivore fische hineinstopft , solange sie es eine zeitlang überstehen ?
    ...ein bischen kleiner und fetter - das passt ja eh auf die viele unser zöglinge...

    Da würde ich dir schon lieber recht geben ,das fische , die sich in der natur a u s s c h l i e s s l i c h von algen ernähren,im aquarium sicher schlecht mit löhwenzahn bedient sind,für die meisten unsere fische spielt es aber keine grössere rolle ob sie spinat oder norialgen bekommen.
    In diesem thread scheinen aber alle in einem topf zu landen , solange sie nur ein bischen grünzeug knabbern ...

    aber ganz davon ab , dieselbe diskusssion kann man ja auch bei den anderen rubrikken des futterthemas betreiben , wie gut ist z.b. trockenfutter gegen frostfutter , wobei es ja auch hier grosse unterschiede gibt, die für den aquaristen nicht unbedingt einfach zu erkennen sind , solange man sich nicht ausschliesslich auf eine futtersorte beschränkt ?
    Aber es gibt nur wenige sorten vollwertiges alleinfutter, und eine einzige futtersorte ist wohl auch kaum natürlich ...

    GRÜSSE AUS DEM HOHEN NORDEN
    mein Bilderbuch

    3 Mal editiert, zuletzt von Thomas Engels (10. August 2010 um 03:12)

  • Hallo Thomas,

    im Forellen-Artikel geht es auch um Fettablagerungen im Mesenterium (Aufhängung des Darmes), also das, was um die Organe herum als Verfettung in der Bauhöhle wahrgenommen wird.

    Es geht außerdem um Pflanzenproteine, nicht um Pflanzen. Pflanzenproteine fallen teilweise als Abfallprodukte an oder werden aus proteinreichen Pflanzenteilen gewonnen. Die Forellen stellen Mindestanforderung an den Proteingehalt. Es geht darum, Fischmehl in der Massenfischzucht möglichst weitgehend zu ersetzen, was angesichts der Plünderdung der Meere kein schlechtes Ansinnen ist.

    Wie gesagt, Rotalgen und Braunalgen sind sehr verschieden von Pflanzen und werden nach einer modernen Systematik auch nicht zu den Pflanzen gezählt, weil sie eben biochemisch so verschieden sind.

    Wenn es also unerwartete Widerstände bei der Verfütterung von Pflanzenproteinen an Fleischfresser gibt, warum sollen dann Pflanzen und Algen gleich oder gleichwertig sein?

    Erst wenn man diese Problematik erkannt hat, kann man sie ernsthaft prüfen. Solange man glaubt, das sei kein (großer) Unterschied, kann man Vor- oder Nachteile des Einen oder Anderen nicht erkennen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner ,

    das pflanzen und algen sehr unterschiedliche eigenschaften haben , ist mir schon klar und das habe ich auch nirgendwo bestritten.
    Was ich aber trotzdem bezweifle , ist das dieser unterschied für die meisten unserer fische im aquarium von bedeutender relevanz ist.
    Das man in der speisefischzucht fischmehl durch pflanzenmehl ersetzt , und das sogar bei raubfischen funktioniert, ist sicher aus eigenen gründen lobenswert , hat aus aqauaristischer sicht aber fürchterlich wenig mit artgerechter haltung zu tun.
    Was für (die allermeisten) aquarianer oberster wunsch und ziel ist , ist bei der speisefischzucht eher lästige begrenzung...

    GRÜSSE AUS DEM HOHEN NORDEN
    mein Bilderbuch

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas Engels (10. August 2010 um 11:33)

  • Zitat

    Original von bubble
    Hallo zusammen,

    ich finde, die Diskussion engleitet mittlerweile zu sehr ins persönliche, als dass man sich davor noch verschließen könnte. Kein guter Forenstil, nach meiner Meinung.

    Hallo Ben,

    da muss ich Dir fraglos zustimmen und mich auch ausdrücklich dazu bekennen, selbst an dieser Entwicklung mitgewirkt zu haben. Dies geschieht allzu leicht in der Hitze der Diskussion, sollte aber eigentlich wirklich nicht notwendig sein.

    Im Sinne einer Versachlichung möchte ich doch noch einmal versuchen, ein Resümee aus m e i n e r Sicht zu ziehen:

    Die Ausgangsfrage war ja, wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, in etwa dahin gerichtet, ob und welche zusätzlichen Möglichkeiten bzw. Bezugsquellen für eine Algenfütterung bestehen?
    Hierzu kam recht wenig, was wohl auch dafür spricht, dass da die Möglichkeiten eher begrenzt sind.
    Stattdessen wurde angeführt, dass die Algenfütterung ja eigentlich gar nicht notwendig sei, da mit "Grünzeug" ein ausreichender Ausgleich erfolge. Hieran hat sich dann die Diskussion erhitzt.

    Die eine Seite vertritt im Kern die Auffassung, man müsse dazulernen, es gebe mit Norialgen etc. genügend Angebote, vor allem könne man ja auch selbst geeignete Algen züchten. Für die richtige Ernährung der Fische sei dies notwendig oder sogar unverzichtbar. Als Beleg werden div. wissenschaftliche Quellen angeführt, die die Gegenseite nicht vorweisen könne.

    Ich teile dagegen die Auffassung, dass zwar div. Algen fraglos ein hervorragendes (Zusatz-)futter darstellen, was auch die Pioniere der Meeresaquaristik schon immer dargelegt haben, eine derartige Fütterung aber verzichtbar sei. Dass Angebot an verfügbaren Algen entspreche wie eigentlich die gesamte Aquarienernährung auch nicht dem natürlichen Futterangebot, die Zucht sei wegen möglicher Iodbelastung etc. nicht unumstritten, darüber hinaus Aufwand und Erfolg nicht unbedingt in Relation. Die ernährungsphysiologische Notwendigkeit sei nicht belegt, die angeführten Quellen bezögen sich auf andere Ausgangsfragen wie z.B. die Zucht von Speisefischen (im Süßwasser). Die Kernaussage aber lautet, langjährigste breite Erfahrungen hätten gezeigt, dass es - teilweise auch aufgrund der zusätzlichen Verwendung div. Landpflanzen - mit der Fütterung kein Problem mehr gibt.

    Hier liegt für mich der springende Punkt! Allzu oft wurden in der Vergangenheit "Problemlösungen" für Probleme präsentiert, die es gar nicht gab. Meist verschwanden sie dann auch wieder rasch im Vergessen. Hier scheint es mir genauso zu sein, eigentlich hatte keiner Probleme mit der Grünfütterung, sondern eher mit der Algenbeschaffung. Nun werden Lösungen mit Nachdruck begründet und ich finde das Problem nicht.

    Gab es ein Problem wegen der fehlenden Algenfütterung? Ich sehe keines.

    Mag die Lochkrankheit hier als Argument gelten? Nach meinem Kenntnisstand scheint sie heute ein absolutes Randproblem zu sein. In den Foren ist sie auch kaum ein Thema. Für Betroffene könnten Futteralgen vielleicht die Lösung darstellen, aber für die anderen bleibt die Frage nach Aufwand und Nutzen.

    Ist die Algenfütterung für das allgemeine Wohlbefinden der Fische zuträglicher? Nun, wir können sie nicht fragen, aber viele eigene und fremde Beobachtungen zeigen, dass Grünzeug den Ersatzalgen häufig vorgezogen wird. Dies mag ein schwächeres Argument sein, denn ich esse auch lieber fette Schweinshaxe statt gesundes Gemüse, aber lassen wir den Fischen doch ihre Freude.

    Welche Vorteile bietet letztlich die Algenfütterung? Werden Fische dadurch größer? Vielleicht, aber wird dies in einem normalen Aquarium überhaupt angestrebt? Werden sie gesünder oder bunter? Ich sehe keine Belege. Werden andere Fortschritte wie etwa die Zucht damit wahrscheinlich? Wohl eher nicht, denn die Probleme liegen eher bei der Ernährung der Aufzucht.

    Bleibt die berechtigte Frage nach den wissenschaftlichen Untersuchungen für die von mir geteilte Ansicht. Ich kenne leider keine, aber spricht dies wirklich dagegen? Wo es kein Problem gibt, da wird auch selten etwas wissenschaftlich erforscht. Empirische Beobachtungen können aber durchaus dem Rang eines wissenschaftlichen Beleges entsprechen.

    Dies ist meine unmaßgebliche Sicht der Dinge. Nach all den langen Jahren der Beschäftigung mit der Meeresaquaristik bleibt mir hofffentlich die Ruhe, mit Geduld die weitere Entwicklung abzuwarten. Dann wird man sehen.

    Gruß

    Bernd

    2 Mal editiert, zuletzt von Koberstaedt (10. August 2010 um 18:00)

  • Zitat

    Original von Koberstaedt
    Gab es ein Problem wegen der fehlenden Algenfütterung? Ich sehe keines.

    huhu,

    wollte immer was schreiben, aber nur was...?!

    bernd hat es auf den punkt gebracht und da kann ich mich einfacherweise gleich dranhängen.

    rein wissenschaftlich betrachtet, mag das ein ernstes problem sein :face_with_rolling_eyes:...

    für die fischepflege in unseren aquas eher weniger.

  • Hallo Joe,

    das hast du schön auf den Punkt gebracht:

    Was ein theoretisch-wissenschaftliches Problem sein könnte, muss noch lange kein aquaristisches sein.
    Und für die Aquaristik ist die Praxis und eindeutig belegte Erfahrungen das Relevante.

    Rainer: Klar, bei dem Korallenwächter hast du recht. Der hat so ungefähr seine natürliche Bewegung im Aquarium.
    Bloß, der frisst keinen Löwenzahn. Und übrigens auch keine Algen.

    Die Hypothese mit dem möglichen Vorteil von schlechter verwertbarer Nahrung habe ich hauptsächlich dazu aufgestellt,
    um Menschen, die Hypothesen Erfahrungen vorziehen, eine Brücke zu bauen. Aber vielleicht hat sie wirklich was
    (Stichwort Ballaststoffe in der Ernährung des Metropolenmenschen).

    @Hans-Werner: Was ist bitte eine "einseitige Erfahrung"? In welchem Aquarium sehen Fische "besser aus" als im Vivarium?
    Was würden sie für Verhaltensweisen zeigen und wo zeigen sie diese?

    Die Messung von Stresshormonen ist übrigens nur eine Rationalisierung, um für Untersuchungen nicht Jahrzehnte
    zu benötigen. Denn langfristig zeigt sich solcher Stress auch physisch. Aber nur wenn er vorhanden ist.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    das einseitige an der Erfahrung ist ganz einfach, dass nach Deinen Ausführungen keine Algen verfüttert wurden. Es fehlt der Vergleich im selben Aquarium an den selben Fischen und bei der ansonsten gleichen Fütterung. Aquarien, die technischen Möglichkeiten, die Gewohnheiten und das Wissen der Pfleger und deren Beobachtungsgabe unterscheiden sich, so dass es kaum möglich ist, die Aquarien verschiedener Besitzer zu vergleichen. Wenn man hingegen nacheinander unterschiedliche Futtermittel bei ansonsten gleicher Fütterung und Pflege einsetzt, kann man sich ein besseres Urteil bilden.

    Bernd, im Prinzip kann ich dem weitgehend zustimmen, nur bei der Größe der Fische ist es so eine Sache. Ob der Aquarianer das will oder nicht muss völlig dahingestellt bleiben, es kann ein Indiz für die Qualität des Futters sein.

    Joe und Armin muss ich entgegenhalten, dass sie einfach nicht anerkennen, wie unterschiedlich Algen und Pflanzen sind. Die Wahrscheinlichkeit spricht gegen ihre grob vereinfachende Auffassung und die Argumentation einfach so abzutun ohne gezielte Versuche zu machen gleicht für mich einer Weigerung, ernsthaft an eine Optimierung der Pflegebedingungen heranzugehen, mein weiß ja schon alles. Leider ein Haltung, die ich schön öfter wahrgenommen habe.

    Gruß

    Hans-Werner

    P. S.: Armin, woran erkennst Du denn die physischen Auswirkungen des Stresses? Wenn die Fische kleiner bleiben, können das physische Auswirkungen des ernährungsbedingten Stresses sein. Wie viele Fische hast Du schon seziert, dass Du die physischen Auswirkungen erkennst?

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (11. August 2010 um 08:28)

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Wenn man hingegen nacheinander unterschiedliche Futtermittel bei ansonsten gleicher Fütterung und Pflege einsetzt, kann man sich ein besseres Urteil bilden.

    Joe und Armin muss ich entgegenhalten, dass sie einfach nicht anerkennen, wie unterschiedlich Algen und Pflanzen sind. Die Wahrscheinlichkeit spricht gegen ihre grob vereinfachende Auffassung und die Argumentation einfach so abzutun ohne gezielte Versuche zu machen gleicht für mich einer Weigerung, ernsthaft an eine Optimierung der Pflegebedingungen heranzugehen, mein weiß ja schon alles. Leider ein Haltung, die ich schön öfter wahrgenommen habe.

    P. S.: Armin, woran erkennst Du denn die physischen Auswirkungen des Stresses? Wenn die Fische kleiner bleiben, können das physische Auswirkungen des ernährungsbedingten Stresses sein. Wie viele Fische hast Du schon seziert, dass Du die physischen Auswirkungen erkennst?

    hallo hans-werner,

    zu ersterem stellt sich die frage, wer solche versuchsreihen über monate, sogar jahre? durchführen soll.

    ein futterhersteller....? :ylol

    natürlich weiss armin und ich über unterschiede von planzen/algen, allerdings flacht die kurve der "optimierungsmöglichkeiten" in der allgemeinen mewa-aquaristik immer mehr ab und ich sehe keinen hinweis, durch haufenweise "kranker" fische aufgrund völlig falscher fischeernährung die nichtvorhandenen probleme ernsthaft angehen zu müssen.

    :]

  • Hallo Joe,

    sehr fantasievoll ?(!

    Wenn er nicht durch Aussagen, wie, dass Fische von Algen verfetten oder dass das sowieso das Gleiche sei davon abgehalten wird, kann diese Versuche jeder durchführen und beispielsweise Foren geben die Möglichkeit, die gewonnenen Einsichten und Erfahrungen auszutauschen. Für was gäbe es sonst Foren? Was wäre sonst der Vorteil des Austausches und der Vernetzung?

    Man sollte die Aquarianer nur nicht davon abhalten, frisch und mit einer offenen Sichtweise an Versuche heranzugehen. Exakt das versucht aber meiner Meinung nach die "das haben wir schon immer so gemacht"-Fraktion.

    Ach ja, ein bisschen Anleitung für Fütterungsversuche mit Algen ist nicht schlecht. Ich glaube, Nori ist nicht die schlechteste Wahl, auch andere Rotalgen wie z. B. selbstgezüchtete Acanthophora sind sicher sehr gut, ebenso wie viele andere Rotalgen, die nicht zu ledrig sind. Solche Algen wurden von den untersuchten Fischarten bevorzugt gefressen.

    Wenn von den Unterschieden Algen/Pflanzen doch etwas angekommen ist, kann ich nur sagen, es muss nicht bewiesen werden, dass die natürliche Nahrung geeignet ist ....

    Grüße

    Hans-Werner

    P. S.: Da ich die Möglichkeit habe, werde ich weitere Fütterungsversuche mit Algen machen. Möglicherweise werde ich entsprechende Fische überwiegend mit Rotalgen füttern. In den Därmen der untersuchten Algen- und Aufwuchsfresser wurde eigentlich keine/minimal tierische Beikost gefunden.

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (11. August 2010 um 09:53)

  • Hallo zusammen,

    einen Vorschlag hätte ich noch, wie man auf die Schnelle überprüfen kann, ob Pflanzen ein gleichwertiges oder zumindest akzeptables Futter sind: Man bietet über mindestens eine Woche immer Pflanzen und Algen gleichzeitig den Fischen an. Nicht alle Fische akzeptieren ein ungewohntes Futter sofort.

    Ich gehe davon aus, und die Versuche mit Siganus fuscescens scheinen das zu bestätigen, dass Fische Futter wählen, das sie optimal verwerten können. Auch wenn sie an ungewohntes Futter zunächst nicht gehen, werden sie wahrnehmen können, welches Futter ihnen am besten bekommt. Folglich sollten sie spätestens nach einigen Tagen das Futter bevorzugt fressen, das ernährungsphysiologisch für sie am besten ist.

    Für mich wäre jedes Ergebnis akzeptabel, nur, es sollte ein nachvollziehbarer Versuch sein, der, wenn schon, den Fischen die Wahl lässt und nicht den Hypothesen des Pflegers.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Was bevorzugt wird, muss nicht unbedingt besser sein. Siehe verfettete Laborratten, verendete Rehe, die nur noch Doppel-Null-Raps (ohne Bitterstoffe) gefressen haben. Und bei Menschen ist es teilweise ja auch nicht anders.

  • Da bislang keine derart extremen Auswüchse bekannt sind, weder von Pflanzennahrung noch von naturnaher Nahrung, könnte man zumindest sicherstellen, dass die Pflanzen evtl. von den Fischen bevorzugt werden und sie ihm somit keine für ihn wahrnehmbaren Probleme mit der Verdauung oder dem Stoffwechsel bereiten. Man könnte dann Armin folgen und sagen, er sieht nach zwanzig Jahren äußerlich noch ganz gut und gesund aus, dass er ernährungsphysiologisch nicht ganz optimal versorgt wurde, hat er so gewollt. Wäre doch schon was, oder?

    Mich wundert, dass bei Lebensraum, Bewegungsfreiheit etc. schon die ausuferndsten Forderungen aufgestellt wurden und bei so simplen aber elementaren Bedürfnissen wie dem nach der richtigen Ernährung die Forderungen ganz klein werden, obwohl doch relativ leicht erfüllbar ?(. Das zeigt, dass alles nur eine Frage der menschlichen Ästhetik ist und nicht eine Frage des logischen Denkens.

    Grüße

    Hans-Werner


  • Hallo Hans-Werner,

    dies habe ich einige Seiten zuvor ja schon vorgeschlagen und Ergebnisse (weshalb ich auch so auf den Erfahrungswerten herumreite) kann ich gleich mitliefern:

    Paracanthurus hepatus - sofort nach Kauf Feldsalat, gleichzeitig gegebene Norialgen n i c h t angenommen,
    nach Wochen gelegentlich Norialgen - Trockenfutter, Frostfutter und Grünzeug
    werden aber gegenüber Norialgen immer bevorzugt, an Caulerpa wird gern gezupft

    Zebrasoma flavescens - sofort nach Kauf Blattsalat und Spinat, keine Norialgen, später auch Caulerpa

    Siganus vulpinus - sofort alles (Caulerpa, kurze Fadenalgen, Grünzeug) - erst später verhalten Norialgen

    Pomacanthus navarchus - zunächst nur Frost-und Lebendfutter, nach einem Jahr plötzlich Obst und Grünzeug,
    nie Caulerpa und Norialgen.

    Dies sind individuelle Beobachtungen (bei P. hepatus und S. vulpinus mehrfach, bei Z. flavescens zweifach).Allerdings gibt es fraglos starke individuelle Unterschiede, besonders bei P. navarchus.

    Noch eine Beobachtung: Grüne Pflanzen werden roten vorgezogen (direkter Vergleich mit unterschiedlich gefärbtem Pflücksalat)

    Und eine weitere Anmerkung: In dieser Diskussion werden immer Algen und Landpflanzen ohne Differenzierung verglichen, aber Algen sind nicht gleich Algen und Landpflanzen natürlich auch nicht. Gummibäume frißt bei mir niemand.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    das entspricht ja so ziemlich dem, was ich auch sage. "Algen" ist eine künstliche Gruppe, in der es große Unterschiede gibt. Die "Algen" sind wesentlich unterschiedlicher als alle Landpflanzen zusammen. Die Unterschiede zwischen Rot-, Braun- und Grünalgen sind sogar größer als zwischen Landpflanzen und einigen Grünalgen.

    Ich habe nur unbearbeitete, getrocknete Porphyra-Algen (Nori-Rohstoff) und die werden gut angenommen. Den Auswahl-Versuch muss ich allerdings selbst auch erst anstellen.

    Roter Salat enthält gewöhnlich mehr Bitterstoffe. Ich denke nicht, dass Doktorfische eine Aversion gegen rote Blätter haben.

    Caulerpa sind verschieden mit Abwehrstoffen ausgestattet. Caulerpa sertularioides wird von unserem Siganus schlechter angenommen als Acanthophora spicifera. Ein Zebrasoma scopas hat Caulerpa racemosa (oder lentilifera?) in einem Becken kurz gehalten.

    Nach meiner Beobachtung spielt es auch eine Rolle, wie die Algen im Becken gewachsen sind bzgl. Nährstoffen und evtl. Biofilmen. Manche Wasserzusätze haben das Abweiden von Algen gefördert.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (11. August 2010 um 17:14)

  • Ok ich will auch mal Zebrasoma Flav.

    Eisbergsalat = nicht angerührt dafür abe rdie Lippis die mal probiert haben
    Kopfsalatt = wie oben

    Norialgen = wie oben

    Wakame = Zebrasoma ganz wild drauf Lippis immer noch ab und an beissend, Samtanemonenfisch schnappt sich reste die davon umherfliegen.

    Resumee es kommt wohl auf die Algen art an. Übrigens wurden die Algen zeitgleich auch mit Salat angeboten.

    LG Matze

    EDIT = Ohne das Algen Zeitgleich gegeben wurden war Banane ein renner. Karotte wurde nie angerührt ebenso wie Gurke.

    Einmal editiert, zuletzt von Matzaton (11. August 2010 um 17:43)

  • Hallo Hans-Werner,

    ich glaube, dass sich die Fische vor allem am getrockneten Zustand der Norialgen stören. Die Caulerpa ( verm. C.taxifolia) habe ich aus dem Algenfilter lose ins Becken gegeben. An C. prolifera gehen alle seltsamerweise viel weniger.
    Aber versuch´s selbst einmal mit frisch importierten Fischen.
    Bezüglich Bitterstoffen: Selbst größere, ältere ! Löwenzahnblätter werden gern gefressen (gilt übrigens auch für meinen Diademseeigel, der dafür jeden Aufwuchstein links liegen lässt). Am liebsten (Vergleichstest gleichzeitige Zugabe) wird übrigens Pimpinelle vom Kräuterbeet und frischer Beinwell (nur junge Blätter) genommen.

    Gruß

    Bernd

  • @ Carsten

    weichst du deine algen nicht vorher ein?

    Meine werden zuvor immer eingeweicht so wie es auch auf der Packung steht. Selbst die Norialgen hatte ich extra in langen gebogegene Streifen geschnitten und eingeweicht.

    LG Matze

  • Zitat

    Original von Hans-Werner

    Ich gehe davon aus, und die Versuche mit Siganus fuscescens scheinen das zu bestätigen, dass Fische Futter wählen, das sie optimal verwerten können.

    Hallo Hans Werner ,

    das trifft nur zufallsweise zu.Meine fische bevorzugen klar ein granulat vor selbstgefangenen mysis , nur die seepferde sind schlauer ... sogar als meine kinder.
    Die futtern nämlich auch lieber gummibärchen als möhrengemüse :winking_face:

  • Zitat

    Original von Hans-Werner

    Mich wundert, dass bei Lebensraum, Bewegungsfreiheit etc. schon die ausuferndsten Forderungen aufgestellt wurden und bei so simplen aber elementaren Bedürfnissen wie dem nach der richtigen Ernährung die Forderungen ganz klein werden, obwohl doch relativ leicht erfüllbar ?(. Das zeigt, dass alles nur eine Frage der menschlichen Ästhetik ist und nicht eine Frage des logischen Denkens.

    ja das ist mir auch schon öfter aufgefallen.
    Ich glaube aber , das das daran liegt , das es die meisten leute es einfach nicht besser wissen , so leicht ist hochwertiges futter meiner meinung nach denn nicht unbedingt zu bekommen , und wohl schon gar nicht , wenn es um algen
    (von nori und caulerpa mal abgesehen) geht.
    Hier in Norwegen hätten viele leute die möglichkeit , sich arten wie prophilera und andere hochwertige futteralgen frisch zu "pflücken" , sie wissen aber nichts darüber und haben noch dazu höllische angst , sich was frisches lebendes aus der natur ins becken zu kippen.
    Den unterschied zwischen gutem und schlechten futter kann man auch nur erkennen , wenn man beide qualitäten überhaupt mal gesehen hat .
    bevor ich z.b. selber anfing zu angeln (um bei fischen zu bleiben ;)) , dachte ich auch immer , der fisch im supermarkt war frisch , solange er nicht stank ...

    GRÜSSE AUS DEM HOHEN NORDEN
    mein Bilderbuch

    5 Mal editiert, zuletzt von Thomas Engels (11. August 2010 um 22:52)

  • Hallo Hans-Werner,

    was machen die Fische im Vivarium bloß falsch? Was haben sie für Probleme, die sie jahrzehntelang so geschickt
    selbst vor ausgewiesenen Experten wie Hannes Kirchhauser (der mehr Ahnung von Fischen hat als wir beide zusammen)
    verstecken können? Neurosen? Burn-Out -Syndrom? Weltschmerz? Oder kommen wir da doch allmählich in den Bereich der Esoterik?

    Ich sehe jedenfalls keinen Grund, kerngesunde Fische umzubringen und zu sezieren, bloß weil ich ihnen unterstelle,
    sie würden ihre Probleme zu gut vor mir verstecken.

    Doch zurück zur ernsthaften Diskussion:

    Ich habe mir nochmal die von dir und Rainer genannten Quellen angeschaut und langsam gefällt mir meine
    Ballaststoff-(oder Low-Energy-)Hypothese immer besser. Ein Zebrasoma xanthurum zum Beispiel scheint in der
    Natur fast zu 100% Algen zu fressen. Andererseits verschmäht er wohl in keinem Aquarium der Welt ihm
    angebotenes tierisches Frostfutter oder auch Trockenfutter. Das heißt, er nimmt ein unnatürliches Futter
    zu sich, das energiereicher ist als sein natürliches Futter. Nähme er zusätzlich große Mengen energiereiche,
    gut verwertbare Algen zu sich, käme es zu einem Energieüberschuss. Dazu kommt natürlich noch das erhebliche
    Bewegungsdefizit im Vergleich zu seiner natürlichen Lebensweise. Ein schlechter verwertbares Futter, wie Salat,
    Löwenzahn usw. könnte bei dieser tierischen Ernährungsgrundlage von Vorteil sein.

    Dies passt auch zu dem Schluss, zu dem Ron Shimek in dem von Rainer erwähnten Artikel kommt:
    "Such food need not be specifically formulated to be highly nutritious: rather it should be of low to moderate nutritional value."

    Gruß Armin

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