Hallo Wolfgang,
das verstehe ich jetzt nicht, muss ich vielleicht auch nicht.
Es geht darum, erst einmal festzulegen was "artgerecht" ist. Meines Erachtens ist die unkritische Übertragung natürlicher Verhältnisse oft eher nicht artgerecht. Die Haltung diverser Tiere in zu großen Behältnissen, z. B. von Spinnen, Schmuckhornfröschen etc. kann ich persönlich nicht als Verbesserung in der artgerechten Haltung sehen, da es tatsächlich erschwert wird, die Bedürfnisse des Tieres zu befriedigen, z. B. bezüglich Futter.
Im Prinzip kennen wir das ja aus der Meeresaquaristik, dass es ab einer gewissen Beckengröße schwierig wird, den "Tanker" noch zu steuern und die optimalen Wasserparameter zu gewährleisten.
Wogegen ich mich strikt und vehement und schon immer wehre, ist diese seltsame militante Art vieler Tierschützer (zumindest der scheinbar einflussreichen), möglichst alles zu verbieten, außer natürlich die eigenen Hobbys. Man wird gut erkennen, dass beim Tierschutz Katzen- und Hundehalter weit eher geschont werden, denn wer bezahlt die Beiträge an Tierschutz- und sonstige Lobbyvereine, die beim Gesetzgeber vorstellig werden ...?
Ich bin aktiv in zwei Naturschutzverbänden und werde möglicherweise noch einem dritten beitreten und engagiere mich im einheimischen Artenschutz. Es gibt weder ein Artenschutz- noch ein Tierschutzargument gegen die Exotenhaltung, das nicht relativ problemlos zu handhaben wäre, meine feste Überzeugung!
Du kannst es auch in dieser Diskussion durchgängig verfolgen, es wird die natürliche, fast immer überraschend sehr kurze, durchschnittliche Lebensdauer eines Fisches in aller Regel nicht gekannt oder nicht wahrgenommen. Es wird der tägliche Kampf des Tieres in der Natur um Nachkommenschaft, Nahrung etc. nicht so wahrgenommen. Die Natur wird als ein paradiesischer und harmonischer Platz wahrgenommen, der schön anzuschauen ist und wo es eine Freude ist, sich aufzuhalten. Das ist es für Tiere definitiv nicht! Es ist Kampf, fressen und gefressen werden, Ringen um Nahrung, Fitness, Gesundheit und Fortpflanzung. Im Riff läuft das nicht anders als zwischen Löwen und Zebras, Krokodilen und Gnus, nur leiser, unauffälliger, teils nächtlich. Die Aquarianervorstellung ist in aller Regel naturromantisch und es will auch keiner wirklich ein Fressen und Gefressenwerden im Aquarium!
Gruß
Hans-Werner
