gänzlich alleinbegeisterter und blutiger Noch-nicht-mal-Anfänger sucht Kontakt, Anschluss, Hilfe, Tipps und alles Drumherum

  • Liebe Meerwasserforumsfreunde

    Seit langer Zeit interessiere ich mich schon für Meeresbewohner und vor allem für Korallen; soweit nichts besonderes (insbesondere hier, schätze ich mal). Seit einigen Tagen spiele ich mit dem Gedanken, mir ein Nano-Becken (aus Platz- und Frau-Gründen) zuzulegen, was bei mir grundsätzlich immer zur Folge hat, dass ich meine komplette Freizeit darauf verwende, mich meinem Interessensfokus zu widmen. Infolge dessen habe ich natürlich unzählige Videos, Erfahrungsberichte, Dokumentationen, Vlogs, Produktvorstellungen u.ä. geschaut; so viele, dass ich durchaus schon eine ganz grobe Vorstellung von meinem Meerwasserbeginn habe. Genau darin liegt auch mein Problemchen: Ich habe schlichtweg niemanden, mit dem ich mich darüber austauschen könnte, geschweige denn jemanden, der mir verschiedenste Möglichkeiten live zeigen könnte. Auf der Suche genau danach, wende ich mich hier an Euch.
    Gibt es jemanden im Großraum Kaiserslautern (jaja, ich weiß: Pfälzer Wald, dunkel, leer, einsam, pro km² 0,8 Menschen, ... ;-)), der Interesse an einer Kontaktaufnahme mit mir hätte, um seinen Spleen für Meerwasser und dessen Bewohner zu teilen?
    Natürlich ist mir bewusst, dass "normale" Menschen in meiner Situation einfach das nächste Aquaristik-Geschäft aufsuchen, oder moderner: Viele Themen in einem Meerwasserforum lesen und erstellen und dabei erkennen, dass es sogar Stammtische gibt (Gott weiß wo und wann ;-)), aber ich spreche wohl für einige hier, wenn ich schreibe: Ich bin vieles, aber nicht normal. (Davon abgesehen habe ich natürlich auch überhaupt keine Ahnung, was ein "vernünftiges" Aquaristik-Geschäft ist (Problem: Siehe Klammer hinter "Kaiserslautern").)

    Vielen Dank vorab an alle, die das hier lesen, evtl. geographisch ungünstig wohnen und kurioserweise sogar mit dem Gedanken spielen, sich zu melden.

    In diesem Sinne schließe ich meine Kontaktanzeige und wünsche allen ein frohes Eierfest.

    Ach: Weil es mir so gut gefallen hat und noch besser passt: :newb:

  • Mein Hauptaugenmerk liegt sicherlich auf Korallen (ich untertreibe noch, wenn ich schreibe: KEINE AHNUNG WELCHE), habe aber natürlich schon "Informationen" bekommen von wegen: Lebendgestein (wegen der Bakterien), Schneckchen (wegen der Algen), evtl. klitzekleine Fischchen (wegen der Nährstoffe). Ansonsten habe ich noch keine Idee, außer dass Korallen darin Platz finden sollten.

    PS: Über 60 - evtl. 90 Liter lässt sich ganz sicher auch im Rahmen der Familie diskutieren :winking_face:.

  • Die meisten wollen Clownfische, so 90-100 Liter ein Anemonen-/Weichkorallen Artenbecken für ein Paar wäre einfach und schön.

    Aber Technik und Versorgung sollte auf den Zielbesatz ausgelegt sein d.h. erst müsstest du wissen, was grob realisiert werden soll.

    VG

    Chris

  • Naja, Zielbesatz ist halt das oben erwähnte. Bei der Technik ist es die übliche Schwierigkeit, weshalb ich hier nach "Kontakt" frage, denn dass zum Becken noch eine Lampe, Strömungspumpe, Abschäumer, Heizer, evtl. Lüfter (keine Ahnung, wie sich die Temperatur in meinem Becken in meinem Wohnzimmer entwickelt -> Sommer -> Winter), evtl. Filter, evtl. Osmolator dazukommt, habe ich jetzt häufig schon "gehört", aber die Frage ist dann auch immer: Was genau?! Dabei wäre das eigentlich noch mein kleinstes Problem, denn man kann sich ja schon umhören und wenn man etwas "solides" sucht, wird man durchaus fündig. Ich bräuchte nur die Erfahrung, ob und was man evtl. gebraucht kaufen kann und soll und wenn ja, was... Außerdem bin ich natürlich ein so kolossaler Anfänger, dass ich auch noch eine Osmoseanlage (eigentlich mit Druckerhöhung über eine Pumpe) benötige, da ich lieber auf "Nummer sicher" gehen möchte und ca. wöchentlich einen Wassertausch durchführen möchte... Bei all diesen Überlegungen ist eben nur ganz lustig, dass alle "Profis" sagen: Ja, das ist ja bei so einem kleinen Becken kein großer Aufwand... Wenn man aber dann, wie ich, überhaupt nix hat, dann ist es durchaus aufwändig; und ich möchte schon, da es sich um Tiere handelt, damit verantwortungsbewusst umgehen.
    Du siehst also: Fragen über Fragen, die einfach viel zu mühsam sind, sie immer schriftlich zu stellen und in einem Gespräch wesentlich schneller geklärt wären.

  • Naja, ein Anemonen-/Weichkorallen Becken ist am leichtesten im Betrieb und Technik, ggfs der wöchentliche Wasserwechsel dürfte ausreichen. Willst du LPS/SPS halten, brauchst du fast ein Versorgungssystem und dadurch vll auch eine Dose.

    Aber ja, Osmosewasser selber zu erzeugen macht Sinn und vereinfacht alles. Man kann aber teilweise auch Osmosewasser oder direkt Meerwasser selbst kaufen. Kommt drauf an was man möchte. Es ist auch ein Unterschied, ob man bei 500 Liter 20% Wasserwechsel macht oder eben bei 100 Liter. In der Theorie reicht auch ne Vollentsalzer Patrone um sein Wasser zu erzeugen, Osmoseanlage braucht Platz und Zeit.

    Wenn du kein Mentor hast, probiere doch erst ein möglichst einfachen Besatz und wenn alles klappt, kann man sich noch immer an schwierigere Tiere wagen. Und gebrauchte Komplettsets bekommt man teilweise sehr günstig, die Frage des Alters und des Zustandes. Komplettsystem sind aber allesamt brauchbar, aber keins ist wirklich perfekt. Für Beispiele an Nano Becken findest du eigentlich genügend Becken Vorstellungen in den Foren.

    VG

    Chris

  • Danke Dir. Ich halte mal Ausschau und werde mich in Zukunft ganz sicherlich daranwagen; wenn alleine, dann ganz bestimmt so, wie Du es beschrieben hast. Sollte mein Aufruf unerwarteterweise erfolgreich sein, freue ich mich riesig, würde bestimmt viel früher starten und wäre auch viel sicherer.

  • Also ich habe auch erst Ende Februar/ Anfang März angefangen und habs auch so gemacht wie du. Erst mal einlesen und recherchieren und trotzdem hast du dann am Anfang total die Basicfrahen und alles ist aufregend und neu und weil du ja nichts "falsch" machen möchtest fragst du (ich) halt lieber einmal zu viel nach.


    Ich persönlich habe mit nem Komplettset gestartet ("Yasha90", gibts auch in kleineren Varianten und fasst Brutto 90 Liter, da is dann schon nen Licht, nen Abschäumer und ne Rückförderpumpe (glaub so heißt das) dabei. Bräuchtest dann noch nen Heizstab und ne Steömungspumpe was das Becken angeht).

    Bislang läuft das eigentlich alles ganz gut. Die anderen haben da sicher mehr Erfahrung aber was mir so berichtet wurde sind 90-100 Liter noch zu klein für die Anemonenfische. Aber gibt auch coole kleinere Fische wie Grundeln, oder fürn 30 Liter Becken so was wie sexy Shrimps.

  • Danke Dir für die Rückmeldung. Natürlich habe ich das Yasha schonmal betrachtet und es steht auch auf meiner "Liste", auch wenn ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob und wie ich es dann noch "pimpen" muss (Heizer, Strömungspumpe, evtl. eine Nachfüllautomatik). Wie organisierst Du Dir Dein Osmosewasser für den Wasserwechsel und wie oft wechsels Du überhaupt? Solche Fragen habe ich natürlich auch, denn eine zusätzliche Osmoseanlage schlägt auch nochmal zu Buche, sowohl platz- als auch geldmäßig.

    Achso, ja: Geplant sind für die 30 Liter selbstverständlich nur die ganz kleinen Grundeln u.ä..

  • Enge zuerst etwas ein, was genau Dich an der Meerwasseraquaristik interessiert und welche Tiere Du pflegen möchtest. Dann kann man viel eher Ratschläge geben, was dafür passend ist.

    Zweiter Schritt wäre dann, eine gebrauchte Aquarienausstattung zu suchen, wo jemand aufhört und alles verkaufen will, das gibt es gerade jetzt häufiger und Du hast eine Menge von dem benötigten Technikkram direkt dabei, was sonst sehr teuer ins Geld gehen würde. Aber wie gesagt, vorher Ziel klären und danach erst passendes Gesamtangebot suchen, am besten mit einem erfahrenen Aquarianer zusammen, der berät und hilft beim Start.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Danke für die Rückmeldung.
    Die Einengung ist ganz klar: Ziel: einfach(st)e Korallen. Erst wenn das sicher steht und läuft (mindestens 1-2 Jahre), dann evtl. in eine jetzt für mich noch nicht sichtbare Richtung gehen. Mehr kann ich leider nicht sagen.

  • Die anderen haben da sicher mehr Erfahrung aber was mir so berichtet wurde sind 90-100 Liter noch zu klein für die Anemonenfische.

    Ansichtssache, für ein Artenbecken untere Grenze würde ich sagen. Meine beiden entfernen sich nur bei der Fütterung vll 20 cm von ihrem Ersatzpartner weg d.h. eine Grundfläche von 40x40 oder 50x50 mit schönen farbenfrohen Anemonen als Artenbecken 🤷


    Kleiner Nachtrag, ist nur meine Meinung und artenabhängig, sprich für die Arten die grob unter 10 cm bleiben. Aber immer noch besser, als ein Leben an der Silikonnaht zu führen. 🤔😅

    VG

    Chris

    Edited once, last by Linkstein (April 2, 2026 at 7:45 PM).

  • Wegen des geeigneten Besatzes kannst du ja mal im Meerwasserlexikon rumstöbern, da stehen auch immer Literangaben als Richtwerte dabei.

    Danke Dir für die Rückmeldung. Natürlich habe ich das Yasha schonmal betrachtet und es steht auch auf meiner "Liste", auch wenn ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob und wie ich es dann noch "pimpen" muss (Heizer, Strömungspumpe, evtl. eine Nachfüllautomatik).

    Also Nachfüllautomatik brauch ich eig. Nicht. Ich muss bei meinen 90 Litern halt jeden Abend so ca. 1 Liter Osmosewasser nachfüllen, aber das ist ja schnell gemacht. Wenn du 2-3 Tage mal nicht da bist sollte das noch klappen, aber bei ner Woche müsste sich dann wer drum kümmern.

    Wie organisierst Du Dir Dein Osmosewasser für den Wasserwechsel und wie oft wechsels Du überhaupt? Solche Fragen habe ich natürlich auch, denn eine zusätzliche Osmoseanlage schlägt auch nochmal zu Buche, sowohl platz- als auch geldmäßig.

    Also fürn 30 Literbecken reicht mmn so ne einfache Osmoseanlage mit nachgeschaltetem Harzfilter. Die ist auch nicht sehr teuer. Glaub meine hat damals so 70-80 € gekostet.

    Achso, ja: Geplant sind für die 30 Liter selbstverständlich nur die ganz kleinen Grundeln u.ä..

    Auch wenn die Grundeln (hab selbst noch keine) kaum schwimmen hätte ich da nen schlechtes Gewissen die in nen 30 Literbecken zu stecken. (Gefährliches Halbwissen): ich glaub minimal 50 Liter oder so sind vorgeschrieben (scheinbar doch nicht).

    Edited 2 times, last by Konstimator (April 2, 2026 at 8:08 PM).

  • Danke für die Antworten.
    Die Osmoseanlage muss wohl sein und eine Nachfüllautomatik mit allen damit verbundenen Vorkehrungen wohl auch, denn eine Woche Puffer hätte ich im Notfall schon ganz gerne. Was Deine letzte Antwort angeht: Genau das ist mein Problem: Ich weiß noch viel weniger als Du und damit einfach viel zu wenig, als dass ich (nahezu) alle Entscheidungen alleine treffen könnte... und mich blind auf einen Fachverkäufer verlassen ist nicht so ganz meine Sache. Von daher danke ich allen hier ganz herzlich für Beiträge aller Art.

  • Stelle dir mal vor Du gibst in ein 200l Becken einen Tropfen Öl!

    was passiert?

    Jetzt nehme mal ein 30 l Becken und Du gibst einen Tropfen Öl!

    was passiert Da?

    Ich will Dir hiermit nur mal klar machen wie schwierig es ist zu klein anzufangen.

    Bei 30 l verzeihst es dir null Abweichung und du wirst kläglich Scheidern.

    Sorry denke mal drüber nach - ich will nur helfen.

    Gruß der Peter

  • Die Pflege von Anemonen in einem 30l Becken stellt hohe Ansprüche an den Pfleger, wenn überhaupt sinnvoll. Anemonen reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen, lieben eine starke Lichtintensität und eine möglichst stressfreie Wasserbewegung. Wenn wir annehmen, dass die schwankenden Sommer- wie auch Wintertemperaturen einen erheblichen Einfluss auf die Temperaturkonstanz innerhalb dieses kleinen Raums haben - eine für optimale Zooxanthellendichte erforderliche Lichtintensität mit Sicherheit auch Einfluss auf das dann zu erwartende Algenwachstum haben werden - ist ein 30l Becken wenig bis gar nicht geeignet als eine stabile Basis für die Pflege von Wirtsanemonen, inkl. der beliebten Blasenanemonen. Schon gar nicht inklusive Besatz mit Anemonenfischen.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Oha, ich wollte keine Grundsatzdiskussionen in Gang setzen, auch wenn es aus meiner Perspektive durchaus lustig ist. Danke Euch für die Informationen, Meinungen, Tipps und Hilfestellungen; ich wollte nie Fische und "nur" die aller einfachsten Korallen (habe mir "sagen" lassen, dass dies wohl Lederkorallen sind); weder hochkomplizierte SPS noch Annemonenfische oder Delfine. Meine beruflichen Voraussetzungen sind auch durchaus so, dass ich etwas von Konzentrationen, exponentiellem Wachstum und auch Volumen/Geometrie verstehe. Ich habe lediglich ein paar glaubhafte Videos gesehen, in denen solche Ideen umgesetzt wurden und bin nur auf der Suche nach einem "Interessensaustauschpartner". Sollte sich ein solcher finden, wäre das supi, wenn nicht, werde ich mir soviele Informationen beschaffen, wie es nur eben geht und dann entscheiden, ob und wie ich das umsetzen kann. Aus diesem Gesichtspunkt heraus kann ich mich für jede Stellungnahme Eurerseits nur bedanken und freue mich, wenn jemand aus Erfahrung mit einem 30 - 90 Liter-Becken berichten kann.
    Also nochmals: Vielen Dank für Eure Beteiligung an diesem Thema.

  • Hallo und willkommen im Forum!


    Meine Anfängertage sind auch erst ein paar Jahre her und noch heute kann man stets und ständig was dazu lernen. Die Thematik ist komplex, die wissenschaftlichen Erkenntnisse oft rudimentär und manchmal fragt man zwei Leute und bekommt drei Meinungen. Das macht es alles nicht einfacher.

    Aber es ist auch kein Hexenwerk. Mein erstes Becken läuft nach wie vor, es gab noch nie eine Vollkatastrophe, Umzüge wurden damit überstanden und selbst zwischen "Fisch springt in Ablaufschacht" und "Technik fällt am Wochenende aus" hat es immer Spaß gemacht :smiling_face: Allerdings würde ich dir an diesem Punkt gleich raten, dass du dir jemanden suchst, der dein Becken bei einer Abwesenheit von einer Woche mal ansehen kommt. Ich würde mein Becken ungern so lange stehen lassen. Zu oft ist schon die blöde Nachfüllpumpe ausgefallen. Oder durch einen Stromausfall ging das Licht nicht mehr aus. Oder du hast einen Fisch drin, der nur Frostfutter nimmt und damit nicht mit Futterautomat gefüttert werden kann. Oder oder oder :smiling_face:


    Und dann kann ich dir nur weiter raten, hier auf die Leute zu hören die dir raten, dass das erste Becken kein Minibecken sein sollte. Es wird dadurch wirklich nur schwerer. Ausserdem kommst du so extrem schnell an den blöden Punkt, dass du gerne xy drin hättest und es nicht geht :smiling_face: (Ok, ehrlicherweise kommt dieser Punkt meistens eh irgendwann :grinning_squinting_face: )

  • Hallöchen Dea

    Herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Selbstverständlich werde ich allen, die erfahren sind und sich mitteilen wollen, ganz genau "zuhören" und versuche so gut wie alles, was sich mir erschließt, umzusetzen. Aufgrund einiger Recherche habe ich jetzt aber tatsächlich herausgefunden, dass ein Aquaristikgeschäft in meiner "Nähe" tatsächlich große Erfahrungen mit Nanos hat, weshalb ich mich da nächste Woche mal draufstürzen werde... ach ja: einige Korallen-Bücher sind natürlich auch noch auf dem Weg zu mir.
    Natürlich sind mir die Probleme bei "Minibecken" klar und offensichtlich, aber zu mehr wird es in nächster Zeit definitiv nicht reichen. Meine Idee bis hierher ist es auch eigentlich erstmal nur Lebendgestein reinzusetzen und mir das mal ganz genau anzuschauen, gerne auch über mehrere Monate hinweg. Wenn ich dann das Bedürfnis habe, mit zusätzlichem Aufwand beschäftigt zu werden, wird das ganz geruhsam und langsam geschehen. Da ich aber halt ein Anfänger mit exakt NULL Vorkenntnissen, Erfahrungen und Equipment bin, bastele ich erstmal an einer Osmoseanlage, dann an einem Becken mit dem Allernötigsten und erst DANN ist ein Steinchen dran. Ich bin sehr gespannt und freue mich schon sehr auf das biotopische Abenteuer. Vielleicht findet sich ja aber auch noch jemand, der diesen Weg mit mir (uns... Kinder sind natürlich dabei) gehen möchte. Leider wohne ich aber weder in München, noch in Karlsruhe oder gar in Barsinghausen (ich kenne lediglich jemanden, der in Hannover wohnt) ;-).

    Danke Dir vielmals für Deine Tipps und noch ein schönes Eierfest.

  • Ich möchte hier mal ein kurzes Plädoyer für kleine Becken halten. In den Nuller Jahren hatte ich 450l. Als Wiedereinstieg vor ein paar Jahren habe ich dann mit 5l wieder gestartet und bin jetzt über 10l bei 35l gelandet.

    Die Tropfen-Analogie ist in meinen Augen nur halb passend. Meist kommt nämlich nicht nur ein Tropfen sondern schleichend mehrere. Im kleinen Becken merkt man das dann schneller als im großen. Aber die Probleme werden im großen Becken wie im Kleinen die gleichen werden. Nur ist das beim kleinen Aquarium wesentlich einfacher, schneller und kostengünstiger zu korrigieren. 100% Wasserwechsel? Mal schnell alles ausräumen und komplett reinigen? Alles an Gestein abbürsten? Das Aquarium mal in einem anderen Raum aufbauen? Umzug? Da wird doch schnell klar welche Größe einfacher ist. Und ziemlich sicher wird es mal zu Problemen kommen, egal welche Größe man da hat.

    Der Kostenfaktor ist noch ein Pluspunkt. Vor allem der oft unterschätzte Aufwand für Besatz. Ein häufiger Kommentar ist, dass beim Start mehr Korallen eingebracht werden sollen. Aber das ist nicht günstig und ich vermute, dass viele das bei der Planung unterschätzen. Bei Totalverlust fällt man da auch weicher. Auch die gesamte Versorgung ist natürlich viel günstiger. Kosten pro Liter sind bei kleinen Becken höher aber der Gesamtpreis niedriger.

    Die Nachteile: Bei der Technikauswahl ist man mitunter eingeschränkt. Die Proportionen der Technik zum Becken sind auch eher unvorteilhaft. Beim Besatz ist man natürlich sehr eingeschränkt. Fische gehen gar nicht wie ich finde. Bei Korallen wird’s auch nicht einfach. LPS vernesseln gerne andere Korallen. Da wird’s schnell zu eng. Weichkorallen werden schnell sehr groß - auch nicht ideal. SPS finde ich bisher am geeignetsten, jedoch hab ich es noch nicht geschafft eine schöne Wuchsform hinzukriegen, vor allem weil auch da der Platz fehlt. Bei mir wird es also auf weitere Vergrößerung hinauslaufen. Aber bis dahin konnte ich viele Erfahrungen sammeln, weiß nun eher wie ich ein Becken zu betreiben habe, welchen Stil ich mag und wie ich das Becken einschätzen kann.

  • Hallo Mackelshak

    Danke Die vielmals für Dein Plädoyer. 5 Liter finde ich echt krass, krass geil :winking_face:. Aber das traue ich mir beim besten Willen nicht zu. Deine Einschätzung, die Korallen betreffend, finde ich sehr interessant, denn über das Vernesseln, von dem ich zwar weiß, daß es das gibt, habe ich einfach viel zu wenig Ahnung. Danke Dir für diese Info. An SPS-Korallen wage ich mich erstmal garnicht, da ja auch die Lichtquelle und die Wasserqualität nochmal eine Stufe höher als beim Einstieg sein sollten (so zumindest meine Einschätzung). Die Idee mit Kleinstfischen wie Grundeln, kommt auch nur von der Kenntnis (?), daß die Fische Nährstoffe für die Korallen liefern (können, sollen?!) -> auf die Fischchen kann ich locker verzichten (auf Delfine auch :winking_face:).
    Die beiden Bilder Deines Aquariums sind einfach toll und es gefällt mir gut. Aus welchem Grund hast Du Dich gegen "normalen Boden" entschieden (oder sieht man es nur nicht so gut?). Womit hast Du begonnen? Welche (eingeschränkte) Technik nutzt Du? Wie oft wechselst Du das Wasser? ... Oh nein, sobald ich Deine Bilder sehe: Schon fangen die ganzen Fragen an.
    Nochmal: Vielen Dank für Deine Antwort und viele Grüße.

  • Bitte nicht persönlich nehmen, aber 6-7 Korallen auf einen Glasboden zu stellen hat für mich nicht viel mit Riffaquaristik zu tun.
    Trotzdem ist es natürlich eine beachtliche Leistung, Wasserwerte usw. mit so wenig Volumen stabil zu halten.

    Grüße Andreas

    180x70x65 (OptiWhite-Glas)
    Technikbecken 100x50x40
    Giesemann Aurora V4 150cm
    2x Tunze 6075 Hub / 1x Tunze 6105 Hub
    Tunze smartcontroller 7000
    Nyos Quantum 160
    Dupla RO 600

  • An SPS-Korallen wage ich mich erstmal garnicht, da ja auch die Lichtquelle und die Wasserqualität nochmal eine Stufe höher als beim Einstieg sein sollten (so zumindest meine Einschätzung).

    SPS sind eine recht breite Kategorie. Viele Montipora Arten sind sehr anspruchslos und verzeihen viel. Für so ein kleines Becken kann ich mir allerdings auch Zoanthus und Scheibenanemonen gut vorstellen. Die können auch aktiv gefüttert werden, was gerade auch bezüglich des Punktes Nährstoffe hilft:

    Quote from SteindesAnstosses

    Die Idee mit Kleinstfischen wie Grundeln, kommt auch nur von der Kenntnis (?), daß die Fische Nährstoffe für die Korallen liefern (können, sollen?!)

    Das mit den Nährstoffen ohne Fische habe ich auch lange für das größte Problem gehalten. Vielleicht ist es das auch noch aber inzwischen läuft es ganz OK mit Phosphat- und Ammoniumdosierung. Vor kurzem hatte ich noch Nitrat in den nachweisbaren Bereich gebracht, was allerdings nur zu starkem Algenwuchs führte (daher auch noch der bewachsene Glasboden, was allerdings gerade schon besser wird). Der höhere Nitratwert hat jedoch scheinbar zu besserer Farbe geführt. Irgendwas ist ja immer :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Quote from SteindesAnstosses

    Aus welchem Grund hast Du Dich gegen "normalen Boden" entschieden (oder sieht man es nur nicht so gut?). Womit hast Du begonnen? Welche (eingeschränkte) Technik nutzt Du? Wie oft wechselst Du das Wasser?

    Ich finde Sand sehr schön und hatte auch welchen drin:

    Die Beleuchtung war hier eine einfache 70W UVB Terrarium Metalldampflampe (top Licht wie ich finde, nur leider recht konzentriert). Das Problem mit dem Sand war die Pflege. Er verdreckt recht schnell und war bei mir dann auch schnell mit Cyanobelägen u. a. überwachsen. Er ist auch recht schnell verklumpt. Stärkere Strömung hat ihn auch immer verweht. Deswegen habe ich ihn irgendwann entfernt.

    Technik ist Stand jetzt:

    Licht: Giesemann Vervve (6h 100% + 4h mit reduziertem Blau)

    Strömung: Vortech MP10 + Jebao SLW 10 (MP10 auf 80% random, Jebao auf 100% random)

    Abschäumer: Sander Piccolo mit Ozon (Ozon erst seit 2 Wochen)

    ein einfacher 50W Glasregelheizer

    Versorgt wird mit Fauna Marin Balling Light (Bolus Methode) mit erhöhten Spurenelementanteil, DIY Phosphat- und Stickstoffmischung (70% Ammonium, 25% Urea, 5% Nitrat) und seit kurzem Extradosis Oceamo Regulator A Spurenelemente. Wasserwechsel 5l/Woche mit Fauna Marin Salz. 1-2 Mal pro Woche wickel ich für ein paar Stunden Filterwatte um die MP10 um Schwebstoffe rauszufiltern.

    Das Becken lief sehr lange nur mit der MP10, 50W LED Beleuchtung (2x25W Balken) und Heizer. Also die Basics an Equipment und dann halt Wasserwechsel + KH/CA Versorgung + Nährstoffe (Sangokai). Das ist im Grunde also alles sehr simpel. Die größten Katastrophen waren immer der Verlust von Korallen aufgrund von Phosphatmangel. Seit ich bei der Phosphatdosierung großzügiger bin und auch mehrmals die Woche PO4 messe, ist allerdings alles gut. Ohne Fütterung musst du vielleicht bei den ganzen kommerziellen Versorgungssystemen bei Nährstoffen aber auch bei Spurenelementen (ich sehe Futter als große Spurenelementquelle) mehr dosieren als vorgesehen, vor allem wenn die Korallendichte steigt. Das Verhältnis Korallenmasse zu Wasservolumen ist bei diesen kleinen Aquarien schnell sehr groß! Ich dosiere täglich 4dkH/l an KH nach und etwa 0.03mg/l PO4 um die Werte zu halten. Die Dosierempfehlungen der Systeme sind auf Standardbecken angepasst, die durch den größeren Puffer und zusätzliche Fütterung keinen so hohen Bedarf haben.

    Bitte nicht persönlich nehmen, aber 6-7 Korallen auf einen Glasboden zu stellen hat für mich nicht viel mit Riffaquaristik zu tun.
    Trotzdem ist es natürlich eine beachtliche Leistung, Wasserwerte usw. mit so wenig Volumen stabil zu halten.

    Ich finde das Becken jetzt auch gar nicht mal so gut (unschönes Licht, zu voll, Algen, Acros viel zu klein, zu viel sichtbare Technik). Das ist eher noch in der Entwicklung. Mein Ziel ist ein reiner Acroporabesatz mit nur wenigen Tieren (im Grunde die drei, die jetzt auf dem kleinen Steinbogen sitzen). Der Rest soll schon ne ganze Weile weg, will nur keiner haben... Und im Idealfall hätte ich noch ein zweites Becken, dass ähnlich zu diesem hier aussehen würde: https://www.reef2reef.com/threads/30g-su…e-nano.1117900/

    Dazu könnte ich noch viel mehr schreiben aber das würde den Thread hier hijacken. Ich möchte vor allem zeigen, dass diese Beckengröße sehr viel Spaß macht, unkompliziert ist und viele Möglichkeiten bieten kann auch wenn es nichts spektakuläres ist. Aber alles natürlich absolut Geschmackssache.

    Viele Grüße

    Michael

  • Danke Dir vielmals für die ausführliche Antwort.
    Wassertests und Zugabe von Nährstoffen habe ich mir noch garnicht angeschaut, das steht als nächstes auf meiner To-Do-Liste. Denkst Du, daß es möglich ist, mit einem wöchentlichen Wasserwechsel von 80% eine Nährstoffzugabe vermeiden zu können? Natürlich hängt das stark vom Korallenbesatz ab, aber einer der Vorteile eines Nanos ist ja die Möglichkeit, sehr große Wasserwechsel stattfinden zu lassen?!
    Auch bei Sand bin ich da Deiner Meinung und finde ihn durchaus ansprechend, allerdings gefällt mir da eine 2-3mm Körnung etwas besser (Vor- oder Nachteile zu feinem Sand?? Keine Ahnung); ich hatte gehofft, daß das "Algenreinigen" des Bodens durch ein paar lustige Kegelfechterschnecken o.ä. arrangiert werden könnte?!
    Kurioserweise habe ich jetzt schon viel Spaß an diesem Thema, dabei besitze ich überhaupt nocht kein Aquarium und beschäftige mich erstmal nur damit :winking_face_with_tongue:.
    Nochmals dankeschön für Deine Ausführungen.

  • Denkst Du, daß es möglich ist, mit einem wöchentlichen Wasserwechsel von 80% eine Nährstoffzugabe vermeiden zu können? Natürlich hängt das stark vom Korallenbesatz ab, aber einer der Vorteile eines Nanos ist ja die Möglichkeit, sehr große Wasserwechsel stattfinden zu lassen?!

    Bitte nicht die Versorgung mit Elementen und Spurenelementen mit der Nährstoffversorgung zu verwechseln. Nährstoffe primär N + P sind eigentlich nicht Bestandteil von Salzen für den Wasserwechsel. 🤔 Nährstoffe sind daher separat zu dosieren, entweder über Futter oder über Lösungen, gibt's ja genügend aufm Markt.

    VG

    Chris

  • Oha, danke Dir. An dieser Information bin ich bisher offensichtlich berührungslos vorbeigeschrammt. Ist bei mir jetzt abgespeichert.

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