Eigenartige gallertartige Beläge

  • Hallo,

    gelegentlich treten in meinem Becken immer einmal wieder kleine Stellen mit Cyanobakterien auf; an sich kein großes Problem. Ich unternehme dagegen eigentlich nichts, allenfalls greife ich einmal zu einem Pinsel und wedele sie ab. In letzter Zeit beobachte ich aber, dass sich an einigen Stellen dickere Matten, bis zu ca. 3 mm dick, von schleimiger, gallertartiger Konsistenz bilden. Diese sind eher dunkelgrau-rot, lassen sich leicht vom Untergrund lösen, bleiben aber kompakt zusammen. Bekanntlich treten Cyanos oft in Form von Aggregaten mit anderen Mikroorganismen auf, aber in dieser Form hatte ich sie noch nie. Ich bin mir nicht sicher, ob es tatsächlich Cyanos sind. Hat jemand Ähnliches beobachtet?

    Gruß

    Bernd

  • Ja, taucht bei mir immer wieder an einigen Stellen auf. Meiner Beobachtung nach sind es Cyanob., die sich an strömungsstillen Stellen fleckenförmig aufbauen.

    Pußte ich sie ab, treiben sie als Klumpen/dicke Matten durchs Becken.

    Sitzt auch schonmal zwischen Briareum, das dann dort erstickt.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

    Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K.+ 5 Spots
    6 Turbellen, Rundströmung mit Wellen im 1-Sekundentakt, "Ebbe - Flut" alle 3,5 h
    Deltec 600i, Fe-Adsorber (Ramsch-Perlen), Biopellets, Balling light
    15 % Wasserwechsel/Woche

    Täglich lebende Artemianauplien + 120 cm³ frisch gezapftes Phytoplankton

  • Hi Bernd,

    erst gestern habe ich so etwas von einer Euphyllia weggemacht. Unterhalb der Köpfe ist alles damit bedeckt, sieht samtig aus. Ich dachte zuerst gar nicht an Cyanobakterien. Mit der Pinzette habe ich einen 3-2cm großen Lappen abgemacht. Ging weg die Pelle einer Wurst :winking_face: Ist nicht zerfleddert und wirkte ledrig/kompakt. Von der Farbe her ist es sehr dunkel, aber schon auch rötlich. Ist das bei dir auch so?

    Grüße

    Chris

  • Hallo Chris,

    ja, das könnte zutreffen. Allerdings sind sie nicht ledrig, eher weich. Ich habe sie inzwischen weitgehend entfernt, werde sie aber fotografieren, wenn sie sich wieder entwickeln.

    Gruß

    Bernd

  • Habe ich neuerdings auch stellenweise im Becken. Normalerweise sauge ich solche Stellen mit einem Luftschlauch ab.

    Diese Belege sind jedoch dicker und etwas fester, als die bekannten schmierigen Beläge, und lassen sich schlechter mit einem dünnen Schlauch entfernen, als mit einem Schlauch grösseren Durchmessers.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Habe ich neuerdings auch stellenweise im Becken. (...)

    Das ist insofern beachtenswert, weil Du neuerdings schreibst. Denn auch bei mir hatte ich früher immer nur diese typisch dünnen Cyanobakterien als lockeren Belag.

    Die dicken Flecken tauchen in dieser Form erst seit etwa 1,5 Jahren auf.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • Das ist insofern beachtenswert, weil Du neuerdings schreibst. Denn auch bei mir hatte ich früher immer nur diese typisch dünnen Cyanobakterien als lockeren Belag.

    Die dicken Flecken tauchen in dieser Form erst seit etwa 1,5 Jahren auf.

    Genau. Bei mir seit August '24 .

    Gruss

    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
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  • Hallo!

    Kann da ein Zusammenhang mit der Verwendung von Bakterienprodukten bestehen?

    Ich habe vor Jahren das SPECIAL BLEND von Arka verwendet und danach dicke violette Beläge die ich wie eine Folie von Gestein und Korallen abziehen konnte.

    Habt Ihr auch etwas ähnliches Verwendet?

  • In dem Becken habe ich bisher keine bakterienprodukte eingesetzt. Nur minimale Versorgung mit Oceamo duo, davor all for reef.

    Was ich ab und an zugebe ist das Arka kalkrotalgen Produkt. Außerdem dosiere ich Silikat und Ammonium, aber damit wird es nichts zu tun haben.

    Das Tier ist übrigens recht alt, hatte ich vom letzten Becken übernommen. Also kein Neuzugang.

    Grüße

    Chris

  • Hallo,

    ich kann nicht genau sagen, seit wann bei mir die dicken Beläge auftreten. Richtig bewusst ist mir dies erst seit vielleicht drei Monaten. Ausschließen kann ich aber einen Zusammenhang mit Zugaben, wie von Reinhard angedacht. Bei mir kommt nämlich mit Ausnahme ganz geringer Lanthandosierungen ( und diese unverändert seit mehreren Jahren), gelegentlichen kleinen Teilwasserwechseln (Tropic Marin pro), Calciumhydroxid für Kalkwasser, Korallenkies für Kalkreaktor, Frost und Flockenfutter seit langer, langer Zeit gar nichts zusätzlich ins Becken. Keine Spurenelementmischungen, keine Bakterienpräparate, keine Medikamente etc.. Auch keine neuen Korallen seit ein paar Jahren (Altbestand muss regelmäßig "gegärtnert" werden. Ich wüsste nicht, woher dies kommt oder was sich verändert hat.

    Vielleicht finde ich, falls sich ein Problem daraus entwickeln sollte, notfalls eine genauere Untersuchungsmöglichkeit.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo,

    feste Größen lassen sich nicht empfehlen, da die Situation in jedem Becken zu verschieden ist. Ich habe 500 ml Elimi Phos Rapid in 50 Liter Wasser verdünnt und gebe derzeit von dieser Lösung zweimal wöchentlich je 20 ml auf 1500 l gesamtes Aquarienvolumen. Also nur extrem wenig, weil dichter Korallenwuchs vorhanden ist.

    Man sollte auf jeden Fall sehr, sehr starke Verdünnungen herstellen und dann die Zugabemengen und Intervalle über einen längeren Zeitraum so lange testen, bis man einen stabilen Zielwert (bei mir ca. 0,05 mg/l PO4) eingestellt hat. Bleibt er stabil, weiß man die Mengen, muss aber trotzdem von Zeit zu Zeit nachtesten.

    Gruß

    Bernd

  • Diese "Cyano-Pußteln" sollten meiner Meinung nach als Thema weiterhin beachtet und bearbeitet werden.

    An meinem Becken nahmen sie sukkzessive allmählich zu. An schlecht beströmten aber beleuchteten Stellen, z. B. innerhalb Briareum, Bodengrund an der Scheibe, usw.

    Habe meine (seit 1977 geführten) Aufzeichnungen des laufendesn Jahres durchgeblättert und festgestellt, dass ich aufgrund irgendeines No-Name-Heftbeitrages gelesen hatte, dass pulsierende und kräftige Strömungen von Fischen nicht gemocht werden und naturfremd wären.

    Daraufhin hatte ich die Strömpumpenleistung deutlich reduziert. Die Zeiträume decken sich etwa mit den auftretenden Flecken.

    Es könnte somit einen Zusammenhang mit der Strömung bestehen.

    Die Pumpen stehen jetzt - die Fische mögesn es mir verzeihen - wieder auf kräftiges Pulsen.


    Ich werde weiterhin berichten.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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  • pulsierende und kräftige Strömungen von Fische nicht gemocht werden und naturfremd wären

    Ist doch recht allgemein ausgedrückt. Für Mandarinfische ist das vielleicht noch eine Aussage. Aber viele Fische halten sich gerade dort auf, wo wasserströmungstechnisch viel los ist.

    LG Burkhard

  • Ich denke auch, dass es eher auf die Fische ankommt. Einige Fische surfen regelrecht auf starken Strömungen. Ich sehe das z.B. bei meinen Doks oder dem Sechsstreifenlippi. Die haben keine Hemmungen vor starken verwirbelten Strömungen.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hallo zusammen!


    Die Bandbreite von Körperformen erzählt etwas über den Lebensraum der Fische. Die auf schwimmende Fische ausgeübten Widerstandskräfte hängen nicht nur von der Geschwindigkeit ab, sondern auch von der Form des Fisches!
    Rifffische haben unterschiedliche Schwimmweisen. In den unterschiedlichen Wellenströmungen muss der Fisch sich den wechselden Wassergeschwindigkeiten anpassen.
    Die Körperform wirkt sich auf die Energetik des Schwimmens und des Manövrierens aus.

    Bei Strömungsversuchen mit niedriger Geschwindigkeit zögerten Fische (Doktorfische, Riffbarsche etc), gleichmässig zu schwimmen. Erst bei einer höheren Geschwindigkeit schwammen sie gleichmässig gegen die Strömung. Schwimmweise und Morphologie beeinflussen den Energieaufwand.
    Die Bereitstellung der richtigen Strömung ist für manche Arten essentiell.

    Studien weisen darauf hin, dass Wasserströmungen im Lebensraum adulter Fische die Körperform und das Überleben ihrer Nachkommen beeinflussen. Insgesamt deuten Ergebnisse darauf hin, dass das Leben in unterschiedlichen Umgebungen Auswirkungen auf die Eigenschaften der Eltern und Nachkommen haben kann. Die richtige Wasserströmung in der Umgebung der Eltern ist der Hauptfaktor für das Überleben ihrer Nachkommen.
    Da sich in unseren Aquarien mehrheitlich sehr unterschiedliche Fischarten tummeln, sind deren individuelle und natürliche Strömungsverhältnisse selten gegeben. Der Fisch wird sich irgendwie anpassen.

    In etlichen Fällen auch auf Kosten seines natürlichen Verhaltens.

    Gruß

    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Da sich in unseren Aquarien mehrheitlich sehr unterschiedliche Fischarten tummeln, sind deren individuelle und natürliche Strömungsverhältnisse selten gegeben. Der Fisch wird sich irgendwie anpassen.

    In etlichen Fällen auch auf Kosten seines natürlichen Verhaltens.

    Da kommt noch etwas hinzu. Im unendlichen Meer wird ein Fisch beispielsweise mit der Welle mitgenommen. Wenn er dabei nicht aktiv rudert, steht er praktisch still in der Wassersäule, er merkt keine Strömung, und es gibt nur die Fortbewegung über Grund.

    Das können übliche Aquarien nicht. Dort wird die von Pumpen erzeugte Welle an den Wänden reflektiert, und es kommt zu Turbulenzen, die aufgrund der kurzen Amplitude den Fisch grundsätzlich wechselseitig bewegen. Hier kann er somit weder ruhen noch gleichmäßig gen oder mit der Strömung gleiten.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

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