Ab wann vergessen Fische... ?

  • Hallo zusammen, nach etlichen Monaten der Abstinenz zog bei uns vor einigen Tagen ein neuer Chelmon ein. Unser Acanthurus kannte bereits den alten Chelm (zog damals allerdings nach ihm ein!) und beide kamen gut miteinander klar. Nun zum neuen...

    Um Stress zu vermeiden haben wir gleich 8 neue Fische eingesetzt, kleinere, mittlere und eben den Chelmon. Alles lief gut, wir haben sie alle erdt ins TB gesetzt, beobachtet. Dann kamen sie ins Hauptbecken, auch hier alles gut, bis auf den Chelmon. Der Acanthurus hat ihn ordentlich verprügelt, gejagt und der Chelm durfte nur in einer Ecke hocken, regungslos, wo er ihn nicht sehen kann. (Unser Becken hat 4m, wodurch bei jeder Begegnung quasi "neu gemobbt" wird.) Seit Tagen hat der Chelm nun nichts gefressen. Ist völlig apathisch und wir müssen eine Lösung finden. Idee war ihn präsenter zu setzen. Also Chelm in eine Box. In die Mitte des Beckens. Das brachte nichts. Der Acanthurus hatte mehr Respekt vor der Box. Der Chelm war zu weit oben. Chelm wieder rausgelassen um die nächste Idee zu starten, nämlich beide in die Box zu setzen. Gesagt getan. Beim jagen konnte ich den Doktor erwischen, beide in die Box. Was allerdings auch überhaupt nichts brachte, der Doktor war mehr mit den Ausbrechen und der bewegten Umgebkng unter ihm beschäftigt.

    Nun haben wir beide ins TB verfrachtet. Chelm hockt nun in einer Ecke, der Dok unten. Idee hierbei: nach ein paar Tagen den Chelmon als erstes umzusetzen, ein paar Std später den Doktor. Aber hat der dann sein altes Zuhause vergessen? Also sind die Karten neu gemischt ?

    Oder macht es Sinn den Chelmon gleich ohne Doktor einzusetzen? Und den Doktor zeitverzögert nachzusetzen?




    VG Tina

  • Oder macht es Sinn den Chelmon gleich ohne Doktor einzusetzen? Und den Doktor zeitverzögert nachzusetzen?




    VG Tina

    Genau das würde ich versuchen. Der alte Chelmon hat sich den Marotten des Acanthurus angepasst.

    Der neue Chelmon muss sie noch umschiffen lernen und die Dominanz begreifen.

    Das ist allerdings anfangs nicht einfach.


    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)


    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo, also ist es am sinnvollsten den Chelmon direkt einzusetzen und den Dok im TB zu lassen.

    Wie lange würdest du den Dok im TB lassen?

  • Beim Chelmon ist zusätzlich noch das Problem, dass er deutlich langsamer frisst als der Doktor, wenn er überhaupt Futter aus der Wassersäule nimmt. Mindestens für die Zeit der Eingewöhnung und um zu sehen, ob er wirklich ausreichend Futter aufnimmt braucht er erst mal die Zeit, das Futter überhaupt wahrzunehmen, zu begutachten und dann zu fressen.


    Wenn er dann noch Staubsauger wie Doktoren, Fahnenbarsche oder Riffbarsche als Futterkonkurrenz hat wird es für ihn nicht leicht. Besser den Acanthurus (welcher eigentlich?) erst mal in der Box lassen, damit der Chelmon zur Ruhe kommt, das Becken kennen lernen kann und sich alle aneinander gewöhnen können.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Beim Chelmon ist zusätzlich noch das Problem, dass er deutlich langsamer frisst als der Doktor, wenn er überhaupt Futter aus der Wassersäule nimmt. Mindestens für die Zeit der Eingewöhnung und um zu sehen, ob er wirklich ausreichend Futter aufnimmt braucht er erst mal die Zeit, das Futter überhaupt wahrzunehmen, zu begutachten und dann zu fressen.


    Wenn er dann noch Staubsauger wie Doktoren, Fahnenbarsche oder Riffbarsche als Futterkonkurrenz hat wird es für ihn nicht leicht. Besser den Acanthurus (welcher eigentlich?) erst mal in der Box lassen, damit der Chelmon zur Ruhe kommt, das Becken kennen lernen kann und sich alle aneinander gewöhnen können.

    Hallo Sandy , vom fressen sind wir noch weit entfernt. Er traut sich aktuell ja nichtmal zu schwimmen. In der Box sitzt keiner mehr. Beide im TB. Ich werde den Chelm aber direkt umsetzen so wie Hajo schrieb. Frage ist nur noch wie lange wir mit der erneuten Zusammenführen warten sollen.

    Der Doktor ist ein nigricans.

  • Hallo Hajo, also ist es am sinnvollsten den Chelmon direkt einzusetzen und den Dok im TB zu lassen.

    Wie lange würdest du den Dok im TB lassen?

    14 Tage würde ich schon veranschlagen.

    Im Zuge der erneuten Zusammenführung wäre möglicherweise der Spiegeltrick hilfreich.

    Während der Doc sich an seinem Spiegelbild abarbeitet, lässt er Dampf ab, der Aggressionsdruck sinkt und erneute Attacken auf den Chelmon werden abgemildert.

    Manchmal dauert es etwas länger bis Frieden einkehrt.

    Es ist einen Versuch wert.

    Der Nigricans ist einer von den durchsetzungsstarken Arten. Er ist kein Lämmchen.

    Warum er sich ausgerechnet den Chelmon vornimmt, kann nur er beantworten. :smiling_face:


    Gruß

    Hajo

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    (Mark Twain)


    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hi,


    14 Tage finde ich auch gut. Bis dahin muss chelmi schon gefuttert haben. Kann man nicht einen Meter vom Becken für den Doc reservieren (abtrennen), damit der Chelm sich mit seinen neuen Freunden kennenlernt und ggf. Futter im Riff findet.


    Gruß

    Dietmar

    283x130x87

  • Hallo Hajo, den Spiegel hatten wir auch schon versucht. Es interessiert ihn überhaupt nicht. 14Tage wird hart für den armen Kerl. Der Chelmon muss nun erstmal feststellen das ihm keiner mehr was böses will, bislang schwimmt er weiter nur auf der Stelle..

  • Kannst du Gedanken lesen? Genau das war eben bei uns Thema...

    Leider nein, das werden wir aber beim nächsten Mal wenn man ein Becken plant oder dieses neu aufsetzt mit einplanen! Das Becken ist zu sehr zugewachsen.. Aktuell ist es absolut nicht möglich.

  • Hallo Sandy , vom fressen sind wir noch weit entfernt. Er traut sich aktuell ja nichtmal zu schwimmen. In der Box sitzt keiner mehr. Beide im TB. Ich werde den Chelm aber direkt umsetzen so wie Hajo schrieb. Frage ist nur noch wie lange wir mit der erneuten Zusammenführen warten sollen.

    Der Doktor ist ein nigricans.

    Dass der Chelmon erst mal direkt und massiv Prügel bezogen hat und jetzt voll verstört ist kann man nur einen sehr schlechten Anfang nennen. Der brauchst jetzt wirklich Ruhe und die Möglichkeit, ans Fressen zu kommen. Wenn das nicht klappt gib ihn lieber wieder ab, solange der Chelmon noch bei Kräften ist. Ich hatte das Glück, dass der Chelmon wieder zurückgenommen wurde als er nach einer Woche bei mir nicht vernünftig gefressen hat bei der Staubsauger-Rockerbande als Kollegen.


    Eine weitere Möglichkeit sehe ich noch: Du hast noch das kleine Becken, da dürfte er ganz anders zur Ruhe kommen. Zumindest für den Übergang bis er frisst und sich erholt hat wäre das noch eine Möglichkeit. Ist zwar viel zu klein für auf Dauer, aber für den Übergang als Eingewöhnungsbecken viellicht möglich. Hat das Becken einen Abschäumer? Mein Chelmon hat auf zu wenig Sauerstoff bei Abdeckung etwa relativ schnell reagiert.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Hallo Hajo, den Spiegel hatten wir auch schon versucht. Es interessiert ihn überhaupt nicht. 14Tage wird hart für den armen Kerl. Der Chelmon muss nun erstmal feststellen das ihm keiner mehr was böses will, bislang schwimmt er weiter nur auf der Stelle..

    Der Schock scheint in diesem Fall wohl tief zu sitzen.

    Es wird nicht einfach werden.

    Die brutale Vehemenz des Acanthurus wird ihm noch länger in den Knochen stecken.

    Einerseits gut, denn nun ist er auf die Attacken vorbereitet, kann sie einschätzen.

    Anderseits kann dadurch seine Schreckhaftigkeit zunehmen und den weiteren Prozess um die Nahrungsaufnahme erschweren.

    Vor diesen Problemen habe ich nicht selten gestanden.

    Die Idee von Didi mit der Abtrennung hatte ich schon früh verwirklicht.

    Einfach eine passende Plexischeibe zwischen das Riffgestein gesteckt und fertig war der safty place.

    Für besondere Fälle habe ich mir dann einen oben offenen Kasten kleben lassen, der gross genug war, um auch größeren Fischen die Ankunft zu erleichtern.

    Ich möchte auch nicht verschweigen, dass es einige Versuche ohne Happy End gab.

    Dass das Zusammenleben eines Imperators mit einem Paracentropyge multifasciata nicht möglich war, musste ich auch lernen. Wie so vieles, was mit der Fischpsyche zu tun hat.

    Ich drück euch fest die Daumen, dass alles noch ein gutes Ende findet.


    Gruß

    Hajo

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    (Mark Twain)


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  • Dass der Chelmon erst mal direkt und massiv Prügel bezogen hat und jetzt voll verstört ist kann man nur einen sehr schlechten Anfang nennen. Der brauchst jetzt wirklich Ruhe und die Möglichkeit, ans Fressen zu kommen. Wenn das nicht klappt gib ihn lieber wieder ab, solange der Chelmon noch bei Kräften ist. Ich hatte das Glück, dass der Chelmon wieder zurückgenommen wurde als er nach einer Woche bei mir nicht vernünftig gefressen hat bei der Staubsauger-Rockerbande als Kollegen.


    Eine weitere Möglichkeit sehe ich noch: Du hast noch das kleine Becken, da dürfte er ganz anders zur Ruhe kommen. Zumindest für den Übergang bis er frisst und sich erholt hat wäre das noch eine Möglichkeit. Ist zwar viel zu klein für auf Dauer, aber für den Übergang als Eingewöhnungsbecken viellicht möglich. Hat das Becken einen Abschäumer? Mein Chelmon hat auf zu wenig Sauerstoff bei Abdeckung etwa relativ schnell reagiert.

    Das kleine Becken wäre durchaus auch eine Option. Einen MiniAS hat es, ist auch nicht abgedeckt. Wir lassen ihn nun erstmal da wo er ist. Das ganze hin und her verbessert die Situation nicht.

    Abgeben habe ich bereits versucht, keiner hat sich gemeldet (mehrere Whatsapp Gruppen im Umkreis). Er ist per Versand eingetroffen, war 2 Tage unterwegs da er bereits nachts eingecheckt wurde, versand aber erst am Abend erfolgte (von FA Mr..). Rückgabe daher schwierig. Beim Versand waren noch 2 Fische verstorben... offenbar hat der Chelm da auch ordentlich einen mitbekommen. Ich drücke ihm jetzt einfach die Daumen. Denke die nächsten Stunden werden entscheidend sein...

    Wenn er erstmal selbst auf Futtersuche gehen würde, das wäre schon wie ein Jackpot...

  • Gib ihm ein paar Tage, wenn es sich nicht bessert würde ich ihn umsetzen, und dort direkt auch etwas Lebenfutter für ihn präsentieren. Lebende Rote Mückenlarven, Artemia, Mysis, eine frische geknackte Miesmuschel, egal was, er muss erst mal fressen. Solange er aber nicht mal neugierig wird, wie die Gegend aussieht, wird er wohl auch nicht fressen.


    Die neue Umgebung mit anderem Milieu und Geruch kann ihn dann auch aus dem Schock rausholen, wenn es im großen Becken nicht besser wird.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Der Chelmon muss nun erstmal feststellen das ihm keiner mehr was böses will, bislang schwimmt er weiter nur auf der Stelle..

    moin tina,


    so ist es und auch das auf der stelle schwimmen (in deckung bleiben) ist nicht unüblich.


    spart übrigens seine kräfte.


    wenn er futterfest ist - mehr oder weniger - wird er auch in der deckung vorbeitreibendes frofu als solches bei gelegenheit aufpicken.


    daher ist eine ausreichende, ggfls aus übermäßige futterzugabe zu anfangs notwendig.


    sein aktionsdradius wird sich so nach und nach vergrößern und auch das eine oder andere beckeneigene lebendfutter zusätzlich finden.

  • Moin, er hat es nicht geschafft...

    Da nun alle Fische von dem Versand betroffen sind (Totalausfall von 9 Fischen), vermute ich das es auch daran mit lag. Ich habe es dem Händler gemeldet, nur falls noch weitere betroffen sind, vieleicht können sie für sich ja nachvollziehen was los war und das zukünftig vermeiden... Sehr frustrierend und lässt einen 1x mehr darüber nachdenken ob das so richtig ist was man da macht...

  • Sehr frustrierend und lässt einen 1x mehr darüber nachdenken ob das so richtig ist was man da macht...

    Das kann man nicht verallgemeinern.

    Bei einem Internetkauf ist das Risiko hoch, weil man die Qualität nicht vorher betrachten und bewerten kann.

    Man ist dem Zufall ausgeliefert.

    Der Zufall ist der vertrauenswürdige Händler und die Gesundheit des Fisches gleichermassen.

    Den Internetkauf von Fischen lehne ich persönlich ab.

    Gebranntes Kind scheut das Feuer!

    In den Zeiten vor dem Internet sind wir hunderte Kilometer gefahren, auch um die Kondition der Fische vor Ort zu prüfen.

    Erkrankte Fische sind in der Aquaristik immer Thema gewesen und es wird auch zukünftig so bleiben.

    Heutzutage erleichtert die Internetbestellung zwar den Kauf, sie lässt uns aber im Ungewissen, welche Qualität uns letztendlich erwartet.

    Das ist der Pferdefuss an der Geschichte rund um den Versand von lebenden Tieren.

    Von einem renommierten Versandhandel erwarte ich trotzdem mehr Kontrolle und Vermögen schwache und kränkliche Tiere zu erkennen, und sie nicht unüberlegt auf die Reise zu schicken. Leider kommen solche Fälle immer wieder vor.

    Um dem aus dem Wege zu gehen, ziehe ich den Gang/Fahrt zum Händler vor.

    Dann entscheide ich, wer oder was in die Tüte kommt.


    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)


    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Naja, sind alle neue Fische vom Acanthurus nicht akzeptiert und verjagt geworden? Kommt vll auch drauf an, welche Fische eingesetzt wurden.

    Nein alle anderen waren ihm egal, wurden sehr gut aufgenommen. Ergebnis dennoch dasselbe.


    Wie Hajo schrieb werden wir nun auch davon absehen..

    Bei uns hat bislang alles gut funktioniert gehabt bei diesem Händler. Ich weiß nur das die Box sehr früh aufgegeben wurde (laut Händler nur gescannt) und was unterwegs passierte weiß nunmal keiner. Mir tun die Tiere unendlich leid..

  • Ich habe den Verdacht, dass der zu lange Transport die Tiere stark geschwächt und geschädigt hat. Dass bereits Tiere bei Ankunft tot waren deutet sehr stark darauf hin. Zusätzlich könnte es sein, dass durch die lange Zeit mit der entsprechenden Anreicherung von Ammonium und Kohlendioxid das Problem bei der Anpassung noch verstärkt wurde.


    Habt ihr die Tiere nach der Oceamo-Methode angepasst oder normal mit Beckenwasser allmählich angepasst?


    Generell ziehe ich gerade bei Tieren den Gang zum Händler ebenfalls vor, kann aber verstehen, dass dies nicht immer möglich ist, wenn die Strecke zu lang wird.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Von einem renommierten Versandhandel erwarte ich trotzdem mehr Kontrolle und Vermögen schwache und kränkliche Tiere zu erkennen, und sie nicht unüberlegt auf die Reise zu schicken. Leider kommen solche Fälle immer wieder vor.

    Das wäre zu schön, um wahr zu sein.
    Leute bestellen online, weil es so schön billig ist. Der Händler vor Ort soll für ein Apfel und ein Ei die Eingewöhnung und das Risiko des Ablebens übernehmen und dann noch billiger sein, als der Versandhandel.

    LG
    Daniel

  • Ich habe den Verdacht, dass der zu lange Transport die Tiere stark geschwächt und geschädigt hat. Dass bereits Tiere bei Ankunft tot waren deutet sehr stark darauf hin. Zusätzlich könnte es sein, dass durch die lange Zeit mit der entsprechenden Anreicherung von Ammonium und Kohlendioxid das Problem bei der Anpassung noch verstärkt wurde.


    Habt ihr die Tiere nach der Oceamo-Methode angepasst oder normal mit Beckenwasser allmählich angepasst?


    Generell ziehe ich gerade bei Tieren den Gang zum Händler ebenfalls vor, kann aber verstehen, dass dies nicht immer möglich ist, wenn die Strecke zu

    direkt nach Ankunft umgesetzt, schubweise ca 3x Wasser zugeführt

  • Das wäre zu schön, um wahr zu sein.
    Leute bestellen online, weil es so schön billig ist. Der Händler vor Ort soll für ein Apfel und ein Ei die Eingewöhnung und das Risiko des Ablebens übernehmen und dann noch billiger sein, als der Versandhandel.

    LG
    Daniel

    Darum ging es bei uns nicht. Wir wollten einen futterfesten Chelmon einsetzen. Dieser war dort vorrätig, alle weiteren Fische sollten "ablenkung" sein, um das Eingewöhnen des Chelmons zu erleichtern. Das Gruppengefüge sollte sich so neu finden und es für alle Neuen "einfacher" machen.

  • direkt nach Ankunft umgesetzt, schubweise ca 3x Wasser zugeführt

    Bei einem normalen Übernacht-Transport ist das auch völlig in Ordnung und gut. Leider ist es bei einem längeren Transport keine gute Idee. Bei einem längeren Transport sammelt sich eine Menge Kohlendioxid durch die Atmung der Fische an. Gleichzeitig wird durch Atmung und Koten auch einiges an Ammonium ins Wasser abgegeben. Beim Übernacht-Transport ist dies noch nicht im kritischen Bereich, aber bei längerer Dauer führt dies zu signifikanter pH-Absenkung und einem deutlichen Ammoniumgehalt.


    Solange der pH-Wert deutlich abgesenkt ist, bleibt das Gleichgewicht Ammonium zu Ammoniak zugunsten des wesentlich weniger toxischen Ammoniums, aber wenn beim Angleichen mit Beckenwasser der pH-Wert angehoben wird, wandelt sich ein Teil des Ammoniums in das sehr giftige Ammoniak um und vergiftet dann die Fische.


    Deshalb ist es bei längeren Transporten ratsam, zuerst Salinität, Temperatur, pH-Wert und wenn vorhanden Ammonium im Transportwasser zu messen, dann im Umsetzbehälter Salinität, Temperatur und mit Sprudelwasser pH-Wert anpassen und die Fische dann direkt aus dem Transportwasser in den Umsetzbehälter zu transferieren (ohne Transportwasser). Jetzt kann normal wieder an das Beckenwasser angeglichen werden. Das ist in Kürze die Oceamomethode für die Angleichung, wenn der Transportweg zu lange dauerte.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Bei einem normalen Übernacht-Transport ist das auch völlig in Ordnung und gut. Leider ist es bei einem längeren Transport keine gute Idee. Bei einem längeren Transport sammelt sich eine Menge Kohlendioxid durch die Atmung der Fische an. Gleichzeitig wird durch Atmung und Koten auch einiges an Ammonium ins Wasser abgegeben. Beim Übernacht-Transport ist dies noch nicht im kritischen Bereich, aber bei längerer Dauer führt dies zu signifikanter pH-Absenkung und einem deutlichen Ammoniumgehalt.


    Solange der pH-Wert deutlich abgesenkt ist, bleibt das Gleichgewicht Ammonium zu Ammoniak zugunsten des wesentlich weniger toxischen Ammoniums, aber wenn beim Angleichen mit Beckenwasser der pH-Wert angehoben wird, wandelt sich ein Teil des Ammoniums in das sehr giftige Ammoniak um und vergiftet dann die Fische.


    Deshalb ist es bei längeren Transporten ratsam, zuerst Salinität, Temperatur, pH-Wert und wenn vorhanden Ammonium im Transportwasser zu messen, dann im Umsetzbehälter Salinität, Temperatur und mit Sprudelwasser pH-Wert anpassen und die Fische dann direkt aus dem Transportwasser in den Umsetzbehälter zu transferieren (ohne Transportwasser). Jetzt kann normal wieder an das Beckenwasser angeglichen werden. Das ist in Kürze die Oceamomethode für die Angleichung, wenn der Transportweg zu lange dauerte.

    Mir wurde eine noch kürzere Anpassung empfohlen vom Händler. Gerade aufgrund der schlechten Lieferbedingungen, um Stress zu vermeiden.

  • Dann lieber ganz auf Anpassung verzichten und die Fische einfach einsetzen (ohne Transportwasser). Das ist bei längeren Transporten noch besser als eine Anpassung mit Transportwasser. Beutel für 20 Minuten ins dunkle Technikbecken hängen für Temperaturanpassung und dann einfach rein ins Becken.


    Wenn ich über Nacht einen Fisch bekomme hat das Wasser einen pH-Wert von 7,3-7,6 und Ammonium ist noch nicht wirklich kritisch. Da ist eine kurze Anpassung ausreichend und nach 20-30 Minuten kann der Fisch ins Becken entlassen werden.


    So wurde es mir auch z.B. von White Corals explizit empfohlen. Offenbar ist der Händler davon ausgegangen, wenn dieses Hintergrundwissen nicht vorhanden ist, lieber so kurz wie möglich als ein langer Vergiftungsprozess.


    Aber wie heißt es so schön: vertrauen ist gut, messen ist besser! Also Salinität messen, manche Fischanlagen werden auf sehr niedriger Saliniität betrieben, da dauert die Anpassung dann besser etwas länger. pH-Wert ist eine gute Methode die Zeit des Transports abzuschätzen. Wenn der Händler morgens direkt die Fische in den Beutel steckt, abends erst an das Logistik-Unternehmen übergibt und dieser dann erst am nächsten oder gar übernächsten Tag die Lieferung übergibt kannst Du teilweise heftige pH-Werte messen im Transportwasser.


    Bei einem pH-Wert unter 7 im Transportwasser würde ich auf langen Transport umschalten und Ersatzwasser für das Umsetzen vorbereiten. Das Arka MyAqua pH-Messgerät ist sehr billig und ausreichend genau, damit kann man den pH-Wert gut messen. Salinität zusätzlich messen reicht für die Bereitstellung von Ersatz-Umsetzwasser.


    Ich kaufe selten Fische im Internet, auch weil ich die Fische lieber vorher sehe möchte und zeigen lasse, wie sie Futter aufnehmen. Bin auch immer froh, wenn ich etwa bei Joe sehe, wie sie im Korallenbecken rumwuseln, weil ich dann weiss, dass zum einen die Salinität und Wasserwerte normal sind, ich keine große Anpassung vornehmen muss und zum anderen die Fische nicht mit starken Medikamenten behandelt werden. Sind sie im reinen Fischbecken lohnt es sich nach Salinität und Medikamentierung zu fragen. Meist haben sie dann eine Salinität von 30-32, teilweise sogar noch weniger.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Mich würde interessieren, warum die Fische 2 Tage unterwegs waren.

    Wie ist denn die Stellungnahme des Händlers?


    Gruß

    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)


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  • Mich würde interessieren, warum die Fische 2 Tage unterwegs waren.

    Wie ist denn die Stellungnahme des Händlers?


    Gruß

    Hajo

    Sie wurden aus dem Homeoffice nachts eingecheckt, sollen vormittags verpackt worden sein, um dann abends an GO übergeben zu werden um dann Tags darauf vormittags bei uns anzukommen.

  • Am Sendungsverlauf solltest Du ja sehen können, wann sie vom Logistikunternahmen angenommen und bei Dir dann abgegeben wurden. Ich hatte allerdings auch den netten Fall, dass ein Fisch bei mir per Go geliefert wurde, der Auftrag am Liefertag weiterhin "in Bearbeitung" stand, ich keine Sendebestätigung oder Tracking bekam und der Bote dann um 12 Uhr morgens bei mir auf der Matte stand. Zum Glück nichts passiert mit dem Fisch. Sollte nicht so laufen, passiert aber leider immer wieder und jedes mal ärgerlich und Stress auf allen Seiten.

    Tote Tiere bei Ankunft am besten direkt ungeöffnet Foto machen und melden.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Am Sendungsverlauf solltest Du ja sehen können, wann sie vom Logistikunternahmen angenommen und bei Dir dann abgegeben wurden. Ich hatte allerdings auch den netten Fall, dass ein Fisch bei mir per Go geliefert wurde, der Auftrag am Liefertag weiterhin "in Bearbeitung" stand, ich keine Sendebestätigung oder Tracking bekam und der Bote dann um 12 Uhr morgens bei mir auf der Matte stand. Zum Glück nichts passiert mit dem Fisch. Sollte nicht so laufen, passiert aber leider immer wieder und jedes mal ärgerlich und Stress auf allen Seiten.

    Tote Tiere bei Ankunft am besten direkt ungeöffnet Foto machen und melden.

    Wie bereits geschrieben wurde nachts eingecheckt. Fotos wurden natürlich gemacht von den ersten die bereits in der tüte leblos waren. Restliche Ausfälle zogen sich über die nächsten Tage. Es ging mir auch überhaupt nicht um das Geld, es ging mir darum wenn möglich aufzuklären was passiert ist.

    Der Händler hat von uns alle Parameter zur Überprüfung bekommen, Beckenbilder, Icp vom aktuellen Monat, Futtersorten und Futterintervall, Fischbesatz, sowie Ablauf des Einsatzes. Soweit gab es nichts zu beanstanden, von daher gehen wir von einem Transportproblem aus (das sich aber nicht nachvollziehen lässt).

  • Wenn Fische bereits tot ankamen dürfte das schon ein deutlicher Hinweis sein, dass auch die übrigen Tiere in Mitleidenschaft gezogen sein dürften und dies eine Folge des schlechten Transports war.


    Bei guter und richtiger Verpackung mit genügend Sauerstoff und Wasser und richtiger Temperierung sollten die Fische auch eine Reise von zwei Tagen überstehen, sonst kämen keine Transporte aus Indonesien oder Australien hier lebend an.

    Viele Grüße


    Sandy

  • Hallo,


    noch einmal zurück zur Ausgangsfrage: Offensichtlich scheint tatsächlich ein Erinnerungsvermögen bei Fischen zu existieren.

    Eigentlich habe ich nur relativ beschränkt Erfahrungen bezüglich neu hinzugekommener Fische; einfach deshalb, weil der Besatz schon recht lange vorhanden ist. Vor zwei Monaten war dann mein uraltes Fuchsgesicht plötzlich verschwunden und aufgrund des dichten Korallenbesatzes nicht mehr auffindbar. Mein Palettendoktor und das Fuchsgesicht waren jahrelang richtig unzertrennlich, beide immer dicht beieinander. Nur abends haben sie getrennte Schlafplätze aufgesucht.

    Seit dem Verschinden des Fuchsgesichts wirkt der Palettendoktor viel unruhiger und schwimmt weit mehr im Becken herum.


    Vor zwei Wochen habe ich dann gedacht, dass doch noch etwas Platz im Becken wäre und einen Centropyge acanthops sowie einen winzigen Escenius stigmatura neu eingesetzt. Der Schleimfisch wurde von allen Beckeninsassen völlig ignoriert, der Zwergkaiser dagegen von allen Demoisellen, Clownfischen und ganz besonders vom Palettendoktor verjagt. Bei dem dichten Korallenbesatz gibt es zwar beste Rückzugsmöglichkeiten für den Neuen, allerdings kam er lange nur schwer an Futtergaben. Erst seit zwei Tagen ist er mutiger geworden und kommt aus der Deckung. Der Doktor erschreckt ihn aber gelegentlich immer noch.


    Heute kam nun doch wieder ein neues Fuchsgesicht - Winzling von 5 - 6 cm - ins Becken. Alle Altinsassen, einschließlich des Zwerkaisers, haben die üblichen Drohgebärden gezeigt, nicht aber der Palettendoktor! Völlig friedlich ohne jede Drohgebärde schwimmt er sofort wieder neben dem Fuchsgesicht, welches anfänglich zwar etwas zurückgewichen ist, jetzt aber total entspannt an den ersten Algen knappert.

    Es scheint mir doch recht danach auszusehen, dass da eine Erinnerung vorhanden ist.


    Gruß


    Bernd

  • Hallo Bernd. Hier auch ein kleines Update.

    Wir haben uns direkt nach dem Verlust des Chelm einen Vorort Händler gesucht der vernünftige Becken hat und dort einen mutigen futterfesten chelmon erhalten (wenn der Dok eh schon im TB sitzt..). Der doc blieb noch 4tage im TB damit der neue chelm sich erst umschauen konnte. Die erste Stunde ging er direkt noch ans Frostfutter. Seitdem nicht mehr. Offenbar ist alles andere leckerer im Becken. Der Dok kam also ein paar Tage später hinzu, er war erst kurz unsicher, dann wusste er sofort wo er war. Alle anderen Fische kannten ihn auch noch. Die Jagd begann, allerdings war recht schnell Schluss damit, der Chelm war unbeeindruckt und pickte weiter. Kurzum: es gab keine Probleme, die beiden werden keine Freunde, aber akzeptieren sich.

    Offenbar war das merkwürdige Verhalten durch den Transport schuld, der Dok hat offenbar gespürt das der damalige "Neue" nicht okay war. Wir vermuten er wollte ihn deshalb loswerden (mein Revier, und ein Fisch der nicht ok ist könnte Fressfeinde anlocken, also schnell aus dem Sichtfeld bringen).

    Also wir haben daraus gelernt. Keine Versand Fische mehr. Vor Ort kaufen (soweit möglich).

    Auch zwei Meiacantus und der gewünschte Lippfisch waren da vorrätig. Aktuell erfreuen wir uns an den neuen Mitschwimmern. Nach dem Sommerurlaub wollen wir die restlichen Fischwünsche noch ergänzen, natürlich aus demselben Laden. Und wenn er sie nicht hat, dann verzichten wir lieber!

    VG Tina

  • Die Jagd begann, allerdings war recht schnell Schluss damit, der Chelm war unbeeindruckt und pickte weiter. Kurzum: es gab keine Probleme, die beiden werden keine Freunde, aber akzeptieren sich.

    Ich würde es eher ausdrücken als "sie ignorieren sich" da ihre Lebensweise sich kaum schneidet. Mein Chelmon ist auch robust und federt Attacken vom Chromi, wenn er gerade mal wieder auf Krawalltour ist, auch gelassen ab. Meine Erfahrung mit dem Versand von Fischen war bisher ebenfalls nicht sehr berauschend. Wann immer möglich würde ich auch den Kauf vor Ort empfehlen. Dann sieht man das Verhalten des Fisches vor Ort.

    Viele Grüße


    Sandy

  • moin,


    nach dem ignorieren kommt die freundschaft :winking_face:


    bei fischen wie doc, fuchs und falter (chelmon) ist zu beobachten, dass die oft im trup unterwegs sind und gemeinsam das becken durchforsten.


    entfernen sich einige und es bleibt einer zurück, weil er gerade beschäftigt ist, flitzt er beim bemerken des entfernens fix den weiterwandernden hinterher.


    die gruppe bietet sicherheit !?

  • Nicht nur Sicherheit.

    Doktorfische und Kaninchenfische auf Nahrungssuche finden wir in gemischten Gruppen.

    Diese Nähe kann auch eine genetisch verankerte Eigenschaft bedeuten.

    Viele Augen sehen mehr.

    Freundschaft? Zweckfreundschaft würde ich sagen.

    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)


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