A.leucosternon nachsetzen ?

  • Hallo Zusammen,

    da sich hier im Forum eine große Menge erfahrener Aquarianer beteiligt, möchte ich kurz mein Anliegen schildern:

    Ich habe vergangenen Donnerstag eines A.leucosternon so wie einen A.japonicus eingesetzt, beide Tiere waren augenscheinlich gesund und hatten keinerlei Verletzungen. Der A.japonicus hat schnell seine Runden gedreht und sich bis dato sehr gut eingelebt, keinerlei erkannbarer Stress im Becken auch mit dem bisherigen Besatz. Der Weißkehl war anfangs etwas Verhalten, schwamm aber seit Freitag nachmittag auch seine Runden durchs Becken. Gestern Abend ist er ganz fidel umher geschwommen, heute morgen lag er regungslos am Grund. Ich habe ihn heraus gefangen und ins Ablegerbecken gesetzt, leider ohne Erfolg, äußerlich ist nichts zu erkennen, keine Verletzungen etc.

    Da der Weißkehl eine doch sehr deutliche Bereicherung für das Becken war, möchte ich evtl. einen zweiten Versuch wagen. Dieser dürfte aber nach meinem jetzigen Kenntnisstand deutlich anstrengender werden, da ja nun der A.japonicus sich als Chef im Becken heraus kristallisiert.

    Würdet ihr einen zweiten Versuch wagen, und wenn ja, wie vorbereitet?

    Gruß
    Marc

    LG Marc

  • Hallo Marc,

    Nach meiner Erfahrung gibt es nur zwei Möglichkeiten: Der Sprung ins kalte Wasser oder der Versuch mit einer Schwimmschule. Ich nehme nicht an, dass Du den Beckenraum abteilen kannst. Das waere die beste Lösung. Hierfür genuegt eine perforierte, transparente Acrylplatte, mit der du in der Lage bist, den jeweiligen Schwimmraum zu variieren. Die Tiere koennen sich so gut aneinander gewöhnen. Eigentlich gelingt diese Variante selten, da meist in einem Riffbecken irgendetwas im Weg ist. Und sei es nur die Korallen. Bleibt also das Russisch Roulette mit der Hoffnung, dass alles gut geht oder eine Konstruktion, aehnlich der gängigen Schwimmschulen. Nur sollte im Interesse des Fisches diese genügend Schwimmraum bieten. Nichts ist schneller zum Scheitern verdammt, als ein zu kleiner Behälter, der dem Insassen ungenügenden Schwimmraum bietet und in seiner Enge die Angst vor dem vermeintlichen Aggressor bzw. Rivalen noch potenziert. Man darf ruhig annehmen, dass diese, vielleicht auch bedrohliche Situation nicht gleich zur Zufriedenheit beider Artgenossen aufgelöst wird. Deswegen sollte auch das Behältnis gross genug gewählt werden, um dem Neuankömmling etwas Sicherheit zu geben. Auch auf längere Sicht!
    Mit Schwimmschulen in "Nano-Beckengroesse" habe ich z. B. bei Groß-Kaisern die allerbesten Erfahrungen gemacht.
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,

    die Variante Abtrennung fällt definitiv aus, da die Tiere das hohl gebaute Riff unterschwimmen können.

    Somit bleibt mir nur die Schwimmschule. Diese sollte dann aber für den Weißkehldoctor entsprechend groß sein, was auch nicht ganz einfach zu händeln ist bzw. woher bekommen? Ich frag am besten mal meinen Fischdealer.

    Aber schonmal Danke für die Tips.

    LG Marc

  • Hi,

    Also nach meiner Erfahrung nach würde ich es dir nicht empfehlen. Der A.japonicus ist sehr aggressiv gegenüber seiner Artgenossen der Familie Acanthurus.
    Ich habe auch einen im Becken, obwohl er nicht von Anfang an im Becken war, war er kurz nach dem einsetzten der Chef im Becken.
    Wunderschönes Tier der A.japonicus und bei weiten nicht so heikel wie beschrieben. Ich halte ihn mit einem gelben Doc, einen Bostenzahn Doc und einen Palettinger. Mehr geht leider auch bei meinem Becken nicht. Hatte bereits zwei mal versucht noch einen Art der Doktoren hinzu zu setzen, leider ohne Erfolg.


    Erster Versuch mit einen Acanthurus nigricauda, gleiche Größe wie der Japonicus, ging gar nicht. Der nigricauda hatte nur 20 cm vom Becken hinter einen Stein. Ließ sich super mit der Hand füttern und wieder leicht aus dem Becken fangen als es nach einer Woche nach wie vor nicht akzeptiert wurde.
    Zweiter Versuch mit einen Acanthurus pyroferus, schwamm innerhalb mit den anderen Doc, nach 5 Tagen jedoch musste ich ihn in der früh leblos von der Strömungspumpe entfernen. Trotzdem das er mit den anderen geschwommen ist hat er zwischendurch immer wieder ein paar vom japonicus bekommen.

    Ich würde es mir gut überlegen einen besonders heiklen Acanthurus leucosternon nachträglich hinzu zu setzen. Das wird so denke ich nicht gut gehen.

    lg
    Peter


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  • Evtl den neuen Fisch bei Dunkelheit einsetzen. Noch besser den Japonicus fangen und im Technikbecken unterbringen. Nach ein paar Tagen wieder zusammen führen.

    Grüße Torben

    Gesendet mit Tapatalk

  • Danke Torben,

    manchmal sieht man die einfachsten Lösungen nicht :face_with_rolling_eyes:
    Ich werde den Japonicus für eine kurze Zeit ins Ablegerbecken setzen, dann sollte der Weißkehl genug Zeit zum einigermaßen streßfreiem Eingewöhnen haben :smiling_face:

    LG Marc

  • Hallo zusammen,

    Warum so pessimistisch? Wenn man gleich das Handtuch wirft, wenn es beginnt schwierig zu werden, führt uns so etwas nicht weiter. Es sind beide recht schwierige Fische, ueberhaupt wenn sie zusammengefuehrt werden sollen. Die Methode, die Torben vorschlägt, ist auch ins Kalkül zu ziehen. Funktioniert bei problematischen Fischen oft genug. Man kann sich natürlich die Frage stellen, warum diese Vergesellschaftung ueberhaupt sein muss? Es verhindert die Sicht hinter das Armaturenbrett, wenn beim Auftreten von Problemen sofortiger Rueckzug angesagt ist. Ich will damit sagen, dass es immer einen Versuch wert ist, sich mit dem Verhalten von Arten in puncto zwischenfischlicher Beziehung zu beschäftigen. Da ist nicht immer der erste Versuch ein Volltreffer. Wir haben mit der Zeit einiges Umdenken in Sachen Fischpsyche erfahren muessen. Dass dabei herausgekommen ist, dass einige Arten unter gewissen Bedingungen nicht optimal zu halten sind und manche Artgenossen nicht besonders gesellig sind, ist bekannt, aber auch immer von den jeweiligen Bedingungen abhängig. Sperrt man ein sehr agiles Tier in ein kleines Behältnis ist das Ergebnis eine Verhaltensstoerung, die meist nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und sich spaeter im abnormalen Verhalten zeigt. Wenn man aber dies beruecksichtigt und sich vor Augen führt, dass beim Leucosternon wie auch beim Japonicus primär die Krankheitsanfälligkeit im Vordergrund steht und nicht so sehr das Problem mit der Vergesellschaftung, ergibt es einen anderen Blickwinkel. Natürlich unter der Premisse, dass diese Fische auch genügend Schwimmraum, bzw. Distanz zur Verfügung haben. Zur Kompensation ihres Temperaments und des nötigen Abstandes zueinander. Erst einmal. Was am Ende dabei herauskommt ist offen und macht neugierig. Wenn wir diese Bedingungen erfüllen koennen, sollte es einen Versuch wert sein. Um jetzt nicht in den Versuch eines Theoretikers zu kommen, moechte ich aus meiner Praxis und aus eigenen Beobachtungen in meinem aquaristischenen Umfeld folgende "Pflegefaelle" nennen: Olivaceus mit Xanthurum und Hawaiiensis und Japonicus, Leucosternon mit Xanthurum und Flavescens, Pyroferus mit Xanthurum und Leucosternon, Lineatus mit Xanthurum und Olivaceus.
    Auch dem Xanthurum wurde nachgesagt, dass dieser Fisch unverträglich gegenüber Artgenossen ist. Das hat sich, bei richtiger Pflege, als Irrtum erwiesen. Genauso ist es bei etlichen Kaiserfischen poltraetiert worden. Im Grunde genommen sind das alles Fehlinterpretionen, basierend auf abnormalen Bedingungen und unter nicht optimaler artgerechter Pflege. Es genuegt eben nicht, Arten ohne Hirn zusammenzuwürfeln. Manche Beobachtungen sind auch zu kurz gegriffen, weil man sich nicht die Geduld genommen hat, weiteres Verhalten zu dokumentieren. Es muss auch gelernt werden, sie entsprechend ihrer Gewohnheiten zu pflegen. Dazu gehört letztendlich der Einblick in ihre Verhaltensstruktur. So etwas kann man sich zwar anlesen, aber wie und ob man es umsetzt, ist stark von den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort abhängig. Und von der eigenen Geduld.
    Gruss
    Hajo

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  • Hallo Zusammen,

    Zitat

    Zweiter Versuch mit einen Acanthurus pyroferus, schwamm innerhalb mit den anderen Doc, nach 5 Tagen jedoch musste ich ihn in der früh leblos von der Strömungspumpe entfernen.

    Bei mir schwimmen seit 2,5 Jahren ein Acanthurus leucosternon und ein Acanthurus pyroferus zusammen, neben zwei Zebrasoma flavescens und einem Ct. tominiensis. Der Weisskehl wurde als letzter Doktor eingesetzt.
    Stress gibt es kaum, außer gelegentliches scharfes Anschwimmen - aber es kommt niemals zu Verletzungen. Ich führe das auf folgende Faktoren zurück:
    1.) Reichlich füttern. Die Fische müssen richtig dicke Bäuche haben - also nichts für SPS-Fanatiker
    2.) ein stark strukturiertes Becken mit vielen Höhlen zum Durchschwimmen und Unterständen, damit sich die Fische "aus den Augen gehen können".

    Eine leistungsstarke UVC ist natürlich Pflicht (bei mir sind es 65Watt im Dauerbetrieb).

    LG,
    Bernhard

  • Evtl sollten die Größe der Fische stark voneinander abweichen und trotzdem beide juvenil sein. Dann könnte ein Paar entstehen.

    Grüße Torben

    Gesendet mit Tapatalk

    Hi,

    Also ich kann mir nur schwer vorstellen das ein A.leucosternon so wie einen A.japonicus ein Paar werden wird. Hybride entstehen im Meer nur zufällig und der Mensch trägt durch entsprechende Zuchten ebenfalls dazu, dass Hybriden entstehen.
    Fraglich ist allerdings, ob diese Tiere fertile Nachkommen erzeugen können. Im Aquarium wohl eher nicht. Meiner Meinung nach wird es auch mit dem Paar schwer werden. Wenn es jedoch funktionieren kann dann wie bereits gesagt sehr junge Tiere mit einen erheblichen Größenunterschied einsetzen. Wünsch dir auf jeden Fall und vor allem den Tieren viel Glück wenn du es versuchen wirst.

    lg
    Peter


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  • Marc,

    ich finde, dass man pro Acanthurus 1000-1500Liter haben sollte. Wenn die Fischis irgendwann den ganzen Tag 2 Meter nach links und wieder zurückschwimmen, hat man auch keinen Bock mehr, vor dem Becken zu sitzen. Junge Zebrasoma passen sich meist besser an kleine Becken an.


    Gruß, Dietmar

    283x130x87

  • Zitat

    Hi,

    Also ich kann mir nur schwer vorstellen das ein A.leucosternon so wie einen A.japonicus ein Paar werden wird. Hybride entstehen im Meer nur zufällig und der Mensch trägt durch entsprechende Zuchten ebenfalls dazu, dass Hybriden entstehen.
    Fraglich ist allerdings, ob diese Tiere fertile Nachkommen erzeugen können. Im Aquarium wohl eher nicht. Meiner Meinung nach wird es auch mit dem Paar schwer werden. Wenn es jedoch funktionieren kann dann wie bereits gesagt sehr junge Tiere mit einen erheblichen Größenunterschied einsetzen. Wünsch dir auf jeden Fall und vor allem den Tieren viel Glück wenn du es versuchen wirst.

    Bei Kaiserfischen klappt kann das definitiv in der Natur geschehen.

    Andre Luty hat hier im Forum darüber berichtet dass er niemals zwei Arten Zebrasoma zusammen pflegen würde da diese den andersfarbigen bevorzugen würden. Bei Acanthurus habe ich das noch nicht gehört da gerade Leucosternum, Japonicus und Nigricans sich extrem ähneln halte ich es im Aquarium für möglich

    Grüße Torben

    Gesendet mit Tapatalk

  • Hi,

    Also ich kann mir nur schwer vorstellen das ein A.leucosternon so wie einen A.japonicus ein Paar werden wird. Hybride entstehen im Meer nur zufällig und der Mensch trägt durch entsprechende Zuchten ebenfalls dazu, dass Hybriden entstehen.
    Fraglich ist allerdings, ob diese Tiere fertile Nachkommen erzeugen können............


    Hallo,

    ich glaube, dass sich Torben nur eine strenge, innerartliche Vergesellschaftung, sprich den Versuch einer stinknormalen Paarhaltung, vorgestellt hat. Keineswegs auf andere Arten übergreifend und keineswegs Hybridismus! :confused_face:

    Gruss
    Hajo

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    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Torben,

    das funktioniert bald wie Synchronschwimmen. :grinning_squinting_face:

    Die Geschichte mit dem gewollten Hybridismus sollte man sich aus dem Kopf schlagen. Aus den unterschiedlichsten Gruenden.

    Gruss
    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hi,
    aus meiner bescheidenen Erfahrung heraus: ich hatte ein Paar Leucosternon neben anderen Acanthurusarten, denen die beiden herzlich egal waren. 5 Jahre lang schwammen beide immer zusammen ohne Anzeichen irgendeiner Agression
    . Irgendwann begann die Krise, indem der eine den anderen nicht mehr aus den Aufbauten hervorliess. Das wars dann. Das Becken hat 3x2m; insofern eigentlich nicht zu klein, um sich nicht aus dem Weg gehen zu können.
    Nachsetzen muß man mit dem Gewissen vereinbaren. Ich würde es nicht machen. Die Hierarchie in jedem Becken sind von Acanthurus und/oder Kaisern stark geprägt. Ein Neuer wird von allen geschnitten; auch von denen, die vorher augenscheinlich keinerlei Notiz
    voneinander genommen haben.

    Servus
    Stefan

  • Marc,

    ich finde, dass man pro Acanthurus 1000-1500Liter haben sollte.

    Hallo Dietmar,
    nicht falsch verstehen, ich schätze deinen Ratschlag sehr, darum hab ich ja auch hier gefragt.
    Aber dein Posting passt irgendwie nicht zu dem in deinem Thread gezeigten Foto von heute morgen, und ich lese deine Thread sehr gerne.


    Und nach bisherigem Resümee meine ich heraus zu lesen, 50% mach es und 50 % lass es sein, die Beweggründe ganz unterschiedlich.
    Die Frage, warum ein zweiter Acanthurus gewünscht ist, lässt sich eigentlich nicht tiefsinniger begründen. Mann schaut sich halt so um, liest diverse Beckenvorstellung, und stellt dann irgendwann fest, dass bestimmte Tiere doch ganz nett wären im heimischen Becken. Aus diesem Grund heraus wurde es ja auch vergangenes Jahr, als sich die Möglich bot, vergrößert.

    Gäbe es eine andere vielleicht einfacherer Alternative zur Vergesellschaftung mit dem A.japonicus? (Wenn man das so fragen darf?)

    LG Marc

  • Gäbe es eine andere vielleicht einfacherer Alternative zur Vergesellschaftung mit dem A.japonicus? (Wenn man das so fragen darf?)

    Hi,

    Ich halte einen A.japonicus mit 3 weitere Doctoren (Ctenochaetus marginatus, einen sehr jungen Paracanthurus hepatus und einen Zebrasoma flavescens)
    Das geht ganz gut, gibt aber keine Garantie das dies bei dir auch funktioniert. Es kommt halt letzten Endes auch auf den Charakter des Tieres an, ob er eben auch gesellig ist oder immer auf teufel komm raus.......

    Wenn allerdings schon ein A.japonicus drinnen ist ist meist immer schwerer,....

    lg
    Peter


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  • Hi Marc,
    Dietmar hat das wohl auch auf die "heikleren" Arten bezogen....
    Einen A. striotegus kann man genausowenig mit einem A. dussumieri oder A. leucosternon vergleichen.
    Wenn Du Dir seinen ganzen Thread durchliest, siehst Du auch das es eben nicht immer klappt....

    Genauso wie Deine 1000l mit Dietmars 3000l....

    Und nur weil man früher lauter einzelne Fische zusammengesetzt hat, weil unkompliziert, geht das nicht mit allen.
    Du hast einen verloren, also ist es auch gut wenn Du Dir entsprechende Gedanken machst, wie Du das in Zukunft vermeiden kannst.
    Allerdings hast Du auch festgestellt das die Chance etwa 50:50 ist.
    Somit entscheidest Du über das Leben des Fisches.

    LG,
    Wolfgang

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