Ursachenforschung und Diskussion zum Sprung/-Fluchtverhalten von Grundeln im Aquarium

  • Guten Abend zusammen,

    Hallo Matthias,

    meine Erfahrungen mit Grundeln sind ja alle noch recht frisch, wie mit der ganzen Meerwasseraquaristik.
    Ich habe als erstes ein Pärchen V.wardii eingesetzt, leider habe ich selber dabei einige Fehler gemacht:
    1. Hatte ich kein Mondlicht.
    2. Meine damalige HQI ging über Zeitschaltuhr abends plötzlich aus.
    3. War mein Becken zwar abgedeckt aber zwischen Abdeckung und Überlaufschachtabdeckung war noch Platz.
    4. Habe ich nicht auf Hinweise hier im Forum gehört das gerade diese Art heikler ist als andere.
    So kam es das in der zweiten Nacht eine Wardii auf die Abdeckung des Überlaufschachts sprang und dort verstarb.
    Die zweite ist nach einer Woche spurlos verschwunden (nein sie ist nicht rausgesprungen, mein Becken ist von allen Seiten einsehbar)

    Also habe ich einen zweiten Versuch mit V.puellaris versucht:
    1. Mit Mondlicht
    2. Mit dimmbarer Beleuchtung, das Licht geht langsam über 2 Stunden aus
    Und so freuen sich beide Puellaris seit ca. 3 Monate bester Gesundheit.
    Schön ist zu sehen, das sie balzen, mehrere unterschiedliche Höhlen nutzen, keinerlei Scheu mehr zeigen, und fett sind,
    ich würde sagen augenscheinlich geht es ihnen super gut.
    Ich will sie nicht mehr missen, ist ihr ganzes Verhalten und ihr unermütliches Arbeiten ist super interessant anzuschauen.

    Zu meinen Fragen weiter oben:
    - Mein Becken könnt Ihr in meinem Diskussions-Threat anschauen, ebenso die Fischgesellschaft.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Guten Abend Matthias,

    ja da hast Du recht, habe keine Abdeckung mehr drauf, nur meine 23 cm hohe Lichtblende, nach ca. 3 Wochen nachdem
    die Grundeln, regelmäßig abends ihre Höhle aufgesucht haben, habe ich die Abdeckung entfernt.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hallo

    Zitat: "Berechnen die Japaner Flächen anders als wir?

    33,6 - 101,0 m² (d.h. 3,3 - 5,7 m RADIUS - in der Natur natürlich nicht kreisrund)".

    Ist das jetzt wegen der Reviergröße so gemeint? - Die Reviere sind nicht gleich rund sondern der Riffstruktur angepasst. Praktisch ist die Fläche über ein Meterraster im Riff ermittelt worden, wo die Grundelpaare optisch verfolgt worden.
    Ich habe das nur vereinfacht über einen Kreis ausgedrückt, um es anschaulicher darzustellen.

    Aquarien-Praktisch ist es logisch, wenn man im Aquarium das entsprechende Futter bereitstellen kann, dass die Tiere nicht ein so großes Territorium beanspruchen/benötigen. Aber da geht es ja weiter, wer kann Amblygobius artgerecht ernähren. das Futter wird in den Beitrag als Fadenalgen und bentische Copepoden im Sandgrund beschrieben.

    Ein ganz anderes Beispiel sind Amblyeleotris steinitzii und Ctenogobiops maculosus - dort sind Dichten von 3 Paaren/m² in der Natur gefunden worden, wenn diese mit Knallkrebsen zusammenleben. Praktisch kann ich mir das im Aquarium nun gar nicht vorstellen (ich habs auch noch nicht probiert und würde gar nicht auf die Idee kommen). Gute Darstellung der Reviere findet ihr hier: http://www.google.de/imgres?imgurl=…d=0CG8QrQMwIzhk

    beste Grüße Andre´

  • Ich noch einmal:

    Hans-Werner hat am Anfang dieses Beitrages bezweifelt, dass die Tiere nicht älter als 2 - 3 Jahre werden. Praktisch ist das aber gerade bei den hier behandelten Arten so. Das ist übrigens ein Grund warum Valenciennea oder Stonogobiops monogam leben - sie können es sich nicht leisten, in dem kurzen Leben auch noch neue Partner zu suchen. In der Grundelliteratur gibt es da viele hinweise. Gerade auch Eviota und Bryanopsis leben sogar nur wenige Monate.

    Beste Grüße Andre´

  • Gerade auch Eviota und Bryanopsis leben sogar nur wenige Monate.

    Beste Grüße Andre´

    Hallo Andre',

    auch da scheint es noch (meiner meinung nach ) deutliche unterschiede zu geben.

    während Eviota sigillata einen zyklus von nur 59 (!)tagen hat (https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/2026_Eviota_sigillata.htm)

    finden sich angaben (wenn auch nur wenige) bis zu drei jahren

    https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/394_Eviota_bifasciata.htm


    https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/393_Eviota_atriventris.htm


    also für mich ist das schon ein unterschied , ich würde nicht automatisch sagen ,man sollte keine fische kaufen,die man nicht mehr als2-3 jahre halten kann -

    wer weiss (oder will es sagen) ,was eigentlich die wirkliche durchscnittliche lebenserwartung aller imoprtertierten aquarienfische ist ?

    demnach müsste der handel mit zierfischen vielleicht grundsätzlich in frage gestellt werden ...


    ...was die natürliche ernährung von grundeln im aqua angeht , finde ich,gilt ähnliches.

    Wieviele von den uns gepflegten tieren bekommen denn wirklich dasselbe futter im aqua wie in der natur ?

    die allermeisten kommen auch mit alternativen klar.

    Nun habe ich zugegebenerweise keine erfahrung mit amblygobius , aber da sie sogar pflanzliche wie auch tiersiche nahrung aufnehmen,kann man sie wohl nicht als nahrungsspezialisten bezeichenen ?
    ich nehme an ,es ist bei diesen arten wichtig,das genug futter auf/an/in den bodengrund gelangt ...
    ...dagegen ich hoffe nicht , das Hans Werner diese arten meinte,wenn er davon spricht , man könne grundeln auch ohne bodengrund halten...

    mfg

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    bitte richtig zitieren. Ich habe nicht davon gesprochen, dass man Baggergrundeln ohne Bodengrund halten kann, das ist eine Unterstellung. Ich habe geschrieben, ich kenne jemanden, der tut das. Ich habe das nicht gewertet und nicht behauptet, das wäre gut (oder schlecht) so. Ich maße mir nicht permanent Urteile über andere Leute an, weil nur ich weiß, wie es richtig geht.

    Hallo Daniel,

    ich werde keine Grundel kaufen, solange ich nicht weiß, dass es das nächste Mal besser klappt. Ich werde auch nicht die Haltung empfehlen. Letztlich kann jeder tun, was er für richtig hält, ich kann ihn ja sowieso nicht daran hintern. Außerdem ist mir ein stabiler Bestand und eine gewisse Vertrautheit der Fische wichtiger, da brauche ich nicht unbedingt Fische, die eine normale Lebenserwartung von nicht mehr als 2 bis 3 Jahren haben. Ich habe das bei einer Neueinrichtung probiert, es hat nicht geklappt, damit ist das für mich vorerst gegessen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo zusammen,

    vielleicht sollte man bei den kursierenden Angaben zum Lebensalter der Tiere einen Unterschied beachten, nämlich zwischen einem Leben in der Natur und im Aquarium.
    Das eine Neon Grundel 4.5 Jahre alt werden kann, hat mich verwundert. Wie der Artikel zeigt, allerdings nur in der Gefangenschaft.
    Auch die gemeldeten Daten bezüglich der Umfrage von "Langlebigkeit von Grundeln in Aquarien" (Delbeek), zeigten für die meisten Grundeln eine höhere Lebenserwartung als in der Natur.
    Jedenfalls nicht nur 1-2 Jahre. Bei der Angabe von 4.5 Jahren Lebenserwartung für eine zwergenhafte Grundel kann ich keine Kurzlebigkeit im Sinne von verkürzter Lebenszeit erkennen.

    http://www.advancedaquarist.com/2009/12/fish2

    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

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