Putzerfisch - Therapeut oder Terrorist? Solo oder Pärchen?

  • Hi!
    Man liest ja viel von Vor- und Nachteilen von Putzerfischen.
    Zum einen tragen sie wohl zum allgemeinen Wohlbefinden bei, und werden von manchen ja als wirklich sinnvoll, sogar als Pärchen angesehen. (zB E. Thaler - Koralle Nr. 85)

    Zum anderen können manche Individuen wohl recht lästig bzw. so aufdringlich werden, dass sie mache Fische regelrecht stressen.

    Jetzt stellt sich mir die Frage, wie man denn nun entscheidet, ob man einen Putzer bzw. ein Pärchen einsetzen sollte/darf.
    Verstärkt sich der Putzdruck durch einen Partner, oder beschäftigen sich die beiden dann etwas mehr miteinander?
    ( mal ganz abgesehen davon, wie schwer es ist, ein Pärchen zu ergattern)
    Auch sollten sich Langeweile-Ticks bei Pärchen reduzieren... richtig?

    Ab welcher Besatzdichte / wievielen größeren Fischen verteilen sich die Putzaktivitäten genug, um als Wohltat und nicht als Stress zu wirken?
    Mir geht es hier wirklich nur um den "echten" Putzerfisch (labroides d.), nicht um Alternativen ( Garnelen, Putzergrundel,..)

    Würde mich über Erfahrungen, speziell bzg. Paarhaltung sehr freuen.

    Thx 4 Info
    Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • Ich habe einen Putzer in 700l.
    Mein Becken ist an Fischen eigentlich schon überbesetzt, 3 Docs, 2 Zwergkaiser etc

    Der Putzer langweilt sich dabei sehr und hat vor kurzem angefangen, je nach Laune meine Prachtschwertgrundeln zu attackieren, eine ist sogar aus dem Becken gesprungen.

    Ich bin noch Neuling und konnte es auch alles nicht glauben, deswegen habe ich den Fisch geholt.

    Nach meinen Beobachtungen würde ich aber aus dem Bauch heraus sagen:
    Das ist ein Fisch für Schauaquarien ab 5.000l aufwärts, wo dutzende großer und mittlerer Fische schwimmen, die er putzen kann. Außerdem ist er unglaublich bewegungswütig. Meine 1,60m Beckenlänge sind viel zu wenig, ich würde ihm mindestens 3,00m zugestehen, damit er auch mal etwas Vollgas geben kann.

    Ihn zu kaufen war eindeutig ein typischer Anfängerfehler, den Schuh muss ich mir anziehen.

    MfG
    Björn

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    Wisst ihr, was das tragische an Kanada ist?

    Die hätten französisches Essen, britische Kultur und amerikanische
    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Hmm.. interessante Beobachtung. Scheint wohl viel am einzelnen Individuum zu liegen.
    Gerade da wäre es interessant, mehr über Paarhaltung zu erfahren.

    Ich habe in meinem früheren Becken auch einen Putzer gehalten, könnte von damals aber nicht allzuviel Negatives berichten.
    Ich denke, mich erinnern zu können, dass er mal meine Tridacna geärgert hat, aber die Fische waren nicht sonderlich genervt...

    Und wie gesagt, sogar E. Thaler, welche ja ohne Frage keine Anfängerin ist, publiziert die Empfehlung ein Pärchen einzusetzen.

    Mein endgültiger Fischbesatz hat sicher einige Fische in "putztauglicher" Größe, daher überlege ich ja.
    Zumal mir der Fisch auch recht gut gefällt...

    LG Mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • Habe auch ein Pärchen, das auch schon seit geraumer Zeit. Habe die Beobachtung gemacht, das seit dem der Zweite eingezogen ist (deutlich grösser als der alte), die Puzwut deutlich abgeflacht ist und die anderen Fische teilweise ums putzen betteln müssen, da die Putzer mehr miteinender beschäftigt sind anstatt zu putzen!
    Viele Grüsse
    Tobias

  • Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass diese Fische oft nicht lange leben.
    Ich hätte gerne wieder einen doch irgendwie braucht man 3 Tiere um einen zu bekommen der überlebt.
    Deshalb kaufe ich keine mehr.

    Ich weiß nicht woran das liegt ich glaube nicht ,dass er gefressen wird ???

    LG Robert
    (Schreibe gleichzeitig im Österreichischem Forum)

  • Hallo und Guten Morgen,habe auch einen Putzer der allerdings sehr friedlich ist.Er ist den zu den Bewohnern nicht aufdringlich,läßt auch meine Tridacna Maxima in Ruhe.Er zupft das eine oder andere mal an ihrer Schale,das wars aber auch schon.Mein Fischbesatz ist für die Beckengröße eher dürftig,aber meinem Putzer reicht es anscheinend.Ich habe ihn schon 4 Jahre und es würde was fehlen wenn er nicht mehr da wäre.
    Gruß Heidi

  • Hi ,

    Ich hatte bis vor kurzem (im Urlaub ist einer leider aus dem Becken gesprungen ) ein Pärchen !!! Das Verhalten dieser Fische ist sehr interessant !

    Schon die morgendliche Begrüssung ist ein Highlight !! Genervt haben sie keine Mitbewohner eher im Gegenteil .

    Die Doks und andere Fische bieten sich regelmässig den Putzern durch schrägstellen zum Putzen an !!!!

    Gruss Mario

    ATI Sirius X6+2x54W T5
    RE Double Cone 200 RD3
    150er Maxspect Gyre :krabbe:

  • Hallo Mike,

    im großen Becken habe ich einen Putzerlippfisch, der für meinen dortigen Besatz auch eine wichtige Rolle spielt. Im zweiten Becken mit einer Größe von etwa 540 Litern habe ich keinen und werde auch keinen einsetzen.

    Durch die Erfahrungen mit diesem Fisch im großen Becken, kann ich nur davon abraten, den Fisch in ein Becken deiner Größe einzusetzen.

    Ein Putzerlippfisch hat einen mächtigen Bewegungsdrang, den er in kleineren Becken einfach nicht ausleben kann. Bei mir im großen Becken leben ausreichend Putzkandidaten, die gerne auf seine Dienste zurückgreifen. Das ist schon sehr wichtig.

    Ich hatte auch mal ein Paar in diesem Becken. Die Zusammenstellung ist aber nicht einfach und hat häufig viel mit Glück zu tun. Wenn es ein Paar ist, dann macht es schon Spaß ihnen zuzusehen, denn sie beschäftigen sich wirklich viel miteinander. Leider ist irgendwann einer der beiden aus dem Becken gesprungen.

    Wobei wir schon beim nächsten Thema wären: Putzerlippfische springen gerne aus dem Becken. Das Becken sollte also gut abgedeckt sein, damit das verhindert werden kann.

    Heidi hat ein schönes großes Becken mit passendem Besatz und guten Strukturen, da fühlt sich ein Putzerlippfisch wohl und kann auch sicher sein arttypisches Verhalten zeigen.

    Aber ein Becken deiner Größe mit weniger als 500 Litern ist in meinen Augen nicht unbedingt optimal.

    Hier ergänzend noch der Link zu der entsprechenden Haltungsempfehlung:

    https://www.meerwasserforum.info/www.meerwasser…&threadID=47194

    Viele Grüße,
    Ina

  • Hi zusammen

    wenn mir das Fell juckt, darf meine liebe Frau mal eben ran (bitte nicht falsch interpretieren und erspart mir die ironischen Bemerkungen) :grinning_squinting_face: :winking_face:

    wenn sie mir aber den ganzen Tag hinterher rennen würde, dann ging mir das sicher auf die Nerven. Eine Juckstation die im Riff über einen kleine Fläche ihre Dienste anbietet, ist für mich sinnvoller. Also ganz klar, viele Putzergarnelen contra 1 oder 2 Putzerlippfische.

    Als ich bei den ersten Tauchgängen mal eine Putzerstation von Putzerlippfischen beobachten konnte, wurde ich bestätigt. Da standen in mehreren Metern Abstand viele Fische, u.a. eine Gruppe riesiger Unicornis rum. Da waren aber etliche Kubikmeter Wasser zwischen Putzern und Kunden.

    Halichoeres, oder andere Lippfische wie wir sie in den Aquariengrößen pflegen, werden auch oft angegangen. Insofern würde sich die Auswahl der Tiere mit Putzerlippfischen zusammen auch noch diskutieren lassen. Ein Kunde von mir hatte ein Cirrihilabrus Paar für 400.-€ schwimmen, beide wurden nach und nach aus dem Becken geworfen, da die Putzversuche wohl immer wieder zu Zuckungen und Sprüngen geführt haben.


    ich denke daher, die Größe des Behälters ist schon mit entscheidend, bwz. das Verhältnis Wassermenge zur Fischmenge. Da es sonst evtl. und wie man ja auch immer wieder hört, permanente Missverständnisse gibt.

    ist sicher auch von Tier zu Tier unterschiedlich, aber ich würde Garnelen wählen.
    gruß Norbert

    H Hersteller/Händler

  • Hallo

    Da ich aufgrund eine Paares recht aggressiver Scherengarnelen keine Putzergarnelen mehr halten kann habe ich ein Paar Puterlippis. Das Paar habe ich von Joachim Großkopf bekommen, wenn es um Paare geht verlasse ich mich gerne auf ihn. Leider war nach ca. einem Jahr einer von den beiden plötzlich verschwunden, keine Ahnung was mit dem passiert ist, rausspringen geht bei mir eigentlich nicht. An dem Tag fing dann das Drama an. Während das Paar die meiste Zeit des Tages mit sich selber beschäftigt war und nebenher die anderen Fische putzte ohne ihnen auf die Nerven zu gehen, entwickelte sich das Einzeltier zu einem echten Stressfisch. Er schoss stundenlang an der Scheibe hoch und runter oder jagte auf immer der gleichen Route durchs Becken, zwischendrin stresste er jeden Fisch der ihm in den Weg kam. Nach ein paar Wochen habe ich einen Putzer nachgesetzt, hat glücklicherweise sehr gut geklappt. Von dem Tag an war wieder Frieden im Becken. Die Fische lassen sich gerne putzen, wenn sie nicht wollen akzeptieren die Putzer es aber auch, Muscheln und SPS werden in Ruhe gelassen. Wenn Putzerlippis, dann nur als Paar, allerdings sollten genügend Fische vorhanden sein und das Becken sollte ausreichend Schwimmraum bieten. Bei meinem 1400 L Pott mit ordentlich Besatz scheint das einigermaßen zu funktionieren, aber ein einem kleineren Becken würde ich keinen Putzerlippi halten.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • HI,


    Ich habe jahrelang versucht Putzer-Lppis zu halten. Ich habe mir immer wieder Paare oder Einzeltiere eingesetzt, aber nach späteren 1 Woche waren alle Putzer futsch. Meine Muräne versorgt zwei Putzergrundel. Die Grundeln sind an keine anderen Fische interessiert.


    Seit einigen Wochen lebt ein Labroides bicolor im Becken. Ich hatte zu erst bedenken, weil der Fisch nicht sehr klein bleibt. Er ist auch schon gewachsen und ca. 9cm lang. Am liebsten lassen sich sich die Cirrhilabrus jordani putzen, danach sind meine 3 Docs dran. Alle anderen Fische werden nur nach reichlich betteln gejuckt.


    Ab und an wollen meine Docs von den Anampses neoguinaicus geputzt werden. Leider ohne Erfolg. Die Periclimenes brevicarpalis trauen sich nicht aus ihren Anemonen, sonst wurden sie mein Harlekin-Lippis vernaschen.


    Gruß, Dietmar

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