empfohlene Abschäumer(pumpen)leistung für stabilen pH Wert

  • Hallöchen :smiling_face:

    Ich habe eine Frage bzgl. der Stabilisierung des pH Werts.

    Ich betreibe meinen Abschäumer schon mit Luftzufuhr von "draußen". Der Raum in dem unser Becken steht ist auch groß und wohl ausreichend belüftet. Trotzdem ist mir mein pH Wert noch nicht stabil und hoch genug und ich habe mit CO2 Übersättigung zu kämpfen. Die Hauptursache vermute ich in der Pumpenleistung des Abschäumers (H&S 200-1260). Diese wird mit 650L Luft/h angegeben und der AS soll ja für 1500L Becken ausreichen, also müsste er mit unseren 850L ja locker zurande kommen, dennoch habe ich das Gefühl, dass er einfach nicht genug CO2 austreiben kann... Habe auch keinen Kalki oder sonstiges am laufen, was CO2 Eintrag bringen könnte und die Oberfläche ist auch gut bewegt.


    Meine eigentliche Frage nun, gibt es um einen stabilen pH Wert zu gewährleisten einen >Richtwert< zum Luft-/Wassergemisch des Abschäumers? Soetwas wie *Beispiel* pro 100L Aquainhalt mind. 100L Luft und mind. 150L Wasser *Beispiel*
    Oder wenigstens nen Richtwert zum Verhältnis Luft<->Wasser bei der Pumpenleistung des AS?

    Würde mich sehr über Tipps und Infos freuen

    Liebe Grüße
    Nici

  • moin nici,

    du wirst gegen windmühlenflügel kämpfen, da die ph-wertschwankung durch den verbrauch der algen bei licht diesen verursacht.

    von übermässiger abschäumung mal ganz zu schweigen.


    edith sacht noch: die schwankung 7,9-8,2 ist nicht bedenklich.

  • Ich bin noch ein Neuling, aber ich lehne mich mal weit aus dem Fenster:

    Daß der PH-Wert im MW-Aquarium vom Abschäumer geregelt wird, ist mir neu.

    CO2-Übersättigung, hast Du das irgendwie gemessen?
    CO2 reichert sich nachts an, durch die Atmung der Fische etc.
    Tagsüber wird es von Algen (wie Joe schon schrieb), Korallen etc abgebaut und O2 produziert. Eine O2 Sättigung stabilisiert den PH-Wert, CO2 zieht den PH nach unten, soweit richtig.

    Es gibt allerdings auch genug Becken, die sogar ohne Abschäumung betrieben werden und keine allzu starken Schwankungen im PH haben, allerdings hängt das natürlich auch stark vom jeweiligen Besatz ab.
    Ein Fischbecken wird kaum ohne Abschäumer auskommen.
    Der Abschäumer bringt natürlich viel O2 ins Wasser und hilft damit, den PH zu stabilisieren, aber nicht alleine.

    Ursache für ein Mißverhältnis bei O2/CO2 können z.B. auch mangelnde Pufferkapazität des Wassers sein (was für Wasserwerte hast Du? KH, Ca etc), starke Bakterientätigkeit (verbrauchen u.U. sehr viel Sauerstoff, oft in DSB, Jaubert usw zu sehen, wenn die Sauerstoffzufuhr eingeschränkt ist), und noch ein paar andere Faktoren.

    Einen stark schwankenden PH-Wert alleine der Abschäumleistung in die Schuhe zu schieben, halte ich für falsch.
    Ich würde die Ursache erstmal woanders suchen bzw mir das Gesamtbild des Beckens ansehen, Besatz, Wasserwerte usw und erstmal dort suchen.
    Eventuell hast Du Gammelecken wegen ungünstiger Strömung etc etc, die Ursachen können vielfältig sein.

    Ansonsten gilt wie immer:
    Gib den Profis hier im Forum möglichst umfangreiche Daten zu Deinem Becken, am besten mit Foto, dann kann Dir garantiert jemand helfen :smiling_face:

    MfG
    Björn

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    Wisst ihr, was das tragische an Kanada ist?

    Die hätten französisches Essen, britische Kultur und amerikanische
    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Hi Nici

    Das selbe Problem wie Du hatte ich auch.
    Ich habe ein Algenrefugium des Nachts laufen, und Verdunstungswasser fülle ich mit Kalkwasser auf.
    KH-Wert halte ich bei 8.
    Seit dem habe ich mit größeren PH Schwankungen ruhe. :smiling_face_with_sunglasses:

    Gruß Ewald

    _______________________________________________________________________________________________________________________________

    Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
    Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
    hab ich Angst vorm Licht. :loudly_crying_face:

  • Hallo Björn,

    der pH-Wert wird tatsächlich vom Abschäumer beeinflusst, da hier starker Gasaustausch stattfindet.
    Ist CO2 übersättigt, kann der Abschäumer den pH erhöhen,
    ist CO2 untersättigt, dann kann er den pH verringern.

    Die CO2-Sättigung kann man recht einfach messen, aus dem pH und der Alkalinität kannst du sie errechnen
    (im Ratgeber Meerwasserchemie findest du die dazu notwendige Grafik auf S.54).

    O2 hat keinerlei Einfluss auf den pH-Wert.

    Ob der Abschäumer O2 ins Wasser bringt, hängt von der O2-Sättigung ab.
    Bei vielen Korallen und Algen und gleichzeitig wenig Fischbesatz wird er tagsüber eher O2 entfernen.

    Das O2/CO2 Verhältnis hat überhaupt nichts mit der Pufferkapazität zu tun.

    Natürlich ist der Abschäumer nicht der einzige Einflussfaktor auf pH-Schwankungen.
    Aber auch ein nicht zu unterschätzender Faktor.

    Gruß Armin

  • Vielen Dank für die Korrektur :smiling_face:

    Da habe ich den AS wohl sehr einseitig betrachtet, nämlich nur als O2 Zufuhr. Dinge wie den "Partyeffekt" habe ich vorhin wohl völlig vergessen, mea culpa :smiling_face:
    Dein Buch habe ich und werde wohl noch einmal öfter darin nachschlagen müssen.

    MfG
    Björn

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  • Hallöchen alle zusammen :smiling_face:

    ja, dass ich gegen Windmühlen zu kämpfen habe ist mir klar, aber dann will ich wenigstens mit allen Mitteln kämpfen und meinen AS dementsprechend ausgelegt haben...

    Ratgeber Meerwasserchemie, hab ich schon gründlichst gelesen und verinnerlicht, aber trotzdem leider noch keinen wirklichen Ansatz bzgl. Luft-/Wasserleistung des AS. Meine logische Schlussfolgerung wäre: je mehr Luft desto besser, siehe auch die neuste Entwicklung in der AS Technik wo man ca den AQinhalt als Luftleistung findet... Also tatsächlich, je mehr -> je besser, solange es noch blubbert und halt noch ausreichend Wasser beigemischt wird?!

  • ... Also tatsächlich, je mehr -> je besser, solange es noch blubbert und halt noch ausreichend Wasser beigemischt wird?!

    hi mini,

    nein, eigentlich nicht.

    oder besser ausgedrückt, die zeit der megaabschäumerleistung wird nicht/kaum noch benötigt, da infolge enormen korallenwuchses und moderatem fischbesatz auch
    die anfallenden, abzuschäumenden produkte viel geringer sind.

    d.h., man kommt in der regel bei einem abschäumer mit guter "luftleistung" auch mit der nummer oder zwei kleiner bestens zurecht.

  • Hi Joe,
    es geht mir ja nicht um die Abschäumleistung an sich (Müll rausbringen) sondern wirklich rein nur um den Gasaustausch, den ich durch den AS bewirken kann....

  • moin mini,

    ja, aber das eine ist mit dem anderen verbunden.

    bei zu extremer abschäumung, die den gasaustausch verbessern soll, wird den korallen eine nahrungsgrundlage entzogen, die du dann durch diverse mittel dazuführen musst, was wieder den abschäumer
    zum arbeiten anregt etc....

    letztlich besteht m . e. keine notwendigkeit zu einer solchen massnahme.

    wüsste momentan auch nicht, ob das je "wissenschaftlich" untersucht wurde.

    die schwierigkeit beginnt schon darin, dass es keine vergleichbaren becken gibt und du sozusagen für jedes becken eine eigene, fliessende formel finden müsstest.

    von der permanenten veränderungen der beckenparameter durch wachsende korallen etc. ganz abgesehen.

    besorg dir am besten einen regelbaren abschäumer mit digitaler luftliterleistung und fahre eigene versuche.;-)

  • siehe auch die neuste Entwicklung in der AS Technik wo man ca den AQinhalt als Luftleistung findet... Also tatsächlich, je mehr -> je besser, solange es noch blubbert und halt noch ausreichend Wasser beigemischt wird?!

    Von der Entwicklung höre ich auch zum ersten mal, vielleicht kann da noch jemand was zu sagen, der mehr Ahnung hat.
    Nach allem, was ich weiß, ist die Luftleistung in Liter gerechnet meistens deutlich höher.
    Beispiel mein Abschäumer:
    ATI Powercone 200, die Luftleistung wird angegeben mit 1.800-2.000 l/h, AS für Becken bis max 1.000l.
    Bei meinen 800l brutto habe ich also rund die 2,5fache Luftleistung.
    Der Abschäumer funktioniert bei mir prima, habe nix zu mäkeln. Bei meinem starken Fischbesatz wäre ein 800l Luftleistungsabschäumer garantiert zu klein.

    Mit der Formel Beckeninhalt = Luftleistung wäre ich also vorsichtig, das hängt auch stark vom Besatz ab. Was Joe schrieb geht ja auch in die Richtung.
    In einem 1.000l Becken mit großem, nachts beleuchteten Algenrefugium, mit nur ein paar Leierfische im Becken, die man kaum füttern muss bei entsprechendem Aufbau mit LS, kommt man theoretisch gewiss auch ganz ohne AS aus.

    MfG
    Björn

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  • Hallo mini,

    Wenn es Dir nur um den Gasaustausch geht, waere eine hohe Saeule von Vorteil. Mal davon abgesehen, wie ist denn das Becken abgedeckt? Oben offen oder geschlossen?
    Eigentlich kann ich Deine Verbissenheit nicht ganz verstehen. Erhoehe die KH um einen Punkt und schau, was passiert. Leichte CO2-Uebersaettigungen sind an der Tagesordnung.
    Die Schwankungen im PH-Bereich sind daher fuer mich normal und treiben mir nicht den Schweiss auf die Stirn. Ausserdem kann sich ein niedriger PH durch hoeheren CO2-Eintrag auch guenstiger auf die Kalzifizierung auswirken.
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • moin,

    es gab vor jahren mal einen ausfsastz von brockmann: sind unsere becken co2-mangelbecken?

    mal schaun, ob ich den noch finde.

    war in einem heftchen zum meerwassersymposium in lünen abgedruckt.

  • Hallo Joe,

    Kann ich Dir vielleicht weiterhelfen? Schau mal 5. Internationales Meerwasser-Symposium 1999 (Optimierung der Pflegebedingungen).
    Uebrigens hat er dieses Thema noch vertieft in "Fische und Korallen im Meer und im Aquarium" (Birgit Schmettkamp Verlag).
    Gruss
    Hajo

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  • danke hajo,

    hats suchen abgekürzt.

    aalso, bei zuwenig co2 (niedriger kh-wert) verringert sich das wachstum von korallen.

    waws wir ja eigentlich schon wissen.

    infoge von zuwenig co2 im wasser greifen die zooxanthellen auf das hydrogencarbonat zurück, was ihnen insgesamt viel energie kostet und somit zu einem geringeren wachstum führt - so brockmann.

    mal zusammengefasst.

  • Hallo Nici,

    deine Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

    Der Gasaustausch ist abhängig von der Oberfläche der Gasblasen,
    von deren Geschwindigkeit und von der Kontaktzeit.

    Daher ist, wie Hajo schrieb, z.B. eine hohe Säule günstig für die Kontaktzeit.
    Je nach Strömungsführung kann die Kontaktzeit aber in der gleichen Säule
    unterschiedlich sein. Eine große Luftmenge ist zwar Voraussetzung für
    eine große Oberfläche, je nach Blasengröße ist die Oberfläche aber bei
    gleicher Luftmenge sehr unterschiedlich.

    Fazit: Das lässt sich nur empirisch ermittlen.

    Gruß Armin

  • Nochmals danke für alle eure Antworten.
    Ja den Aufsatz "Sind unsere Becken CO2-Mangelbecken" kenne ich schon ;o) ist an sich auch gut für mich nachvollziehbar... allerdings will ich igs auf etwas ganz anderes hinaus :face_with_rolling_eyes:
    Auch, dass wenn ich mehr Abschäumerleistung habe, ich mehr Stoffe rausziehe ist mir klar (ginge ja aber auch den Topf (zeitweise) einfach abzulassen)... oder ich muss es halt nochmal zufüttern (muss man ja bei versch. anderen Methoden auch...)

    Danke für den Tip mit der hohen Säule und auch nochmal der Hinweis auf die Reaktionszeit! Abgedeckt ist mein Becken nicht, aber ich kann ja wenn ich einen Austausch über die Oberfläche will, diese gezielt zusätzlich anströmen bzw. eben nicht....

    Ich denke ich werde mal den Selbstversuch starten und sehen, wohin ich komme. Vielleicht kann ich dann, wenn es klappt oder eben nicht, auch nochmal genauer verdeutlichen worum es mir geht bzw. welches Ziel ich angestrebt habe und ob ich dahingekommen bin :grinning_squinting_face:

    Danke ihr Lieben :winking_face: :thup

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