Dinos durch Beleuchtungsreduzierung quasi weg - und jetzt?

  • Hi,

    die Dino-Plage in unserem Becken ist deutlich geringer geworden bzw. optisch fast weg, nachdem wir seit mittlerweile etwa einer Woche die Beleuchtung auf 6 Stunden Blaulicht reduziert haben. Sonst haben wir nichts bewusst unternommen, nur die KH halten wir etwas höher (8-9) und die geringe Salinität (32-33) wegen falscher Refraktometereichung wurde angepasst.

    Wie geht es jetzt weiter? Ist wieder alles braun, sobald wir die Beleuchtung wieder erhöhen? Wie kann man das vermeiden? Sollte das Licht so reduziert bleiben, bis alles weg und auch unterm Mikroskop nicht mehr nachweisbar ist?

    Danke!

  • Heute sind überhaupt keine Dino-Beläge mehr zu erkennen, daher werden wir ab morgen das Blaulicht wieder über die normale Zeit anlassen. Wenn sich in den nächsten Tagen dann nichts zum Negativen verändert, kommt das Weißlicht auch wieder dazu.

  • Hallo Christiane,

    irgendwie stolpert Ihr ja von einer Katastrophe in die nächste. :frowning_face:

    Ich frage mich auch schon seit längerem, wo das "eigentliche" Problem bei Euch liegen könnte. So richtig komme ich aber noch nicht drauf. Meine Tendenz geht aber eher dahin, dass die Biologie nicht stabil steht bzw. der Besatz noch nicht optimal ist. Im Moment schätze ich es eher so ein, dass Ihr zwar Symptome bekämpft, aber die Ursache noch nicht richtig an der Wurzel gepackt bekommt. Ihr kümmert Euch sehr intensiv um die Wasserwerte, aber dabei vernachlässigt Ihr vielleicht etwas die Biologie.

    Ich möchte deshalb noch mal ein paar Dinge nachfragen:

    - Wie lange steht das Becken mit dem jetzigen Aufbau?
    (Die Frage zielt darauf, dass mich interessiert, wie lange das Becken gerade wieder "in Ruhe" ist)
    - Nach dem Fischbesatz hatte ich ja schon gefragt. Aber was habt Ihr denn an Wirbellosen im Moment genau drin?
    - Wie sehen die derzeitigen Pflegemaßnahmen aus und in welchen Intervallen?
    - Wie hoch ist die komplette Strömungsleistung? Laufen alle Pumpen gleichzeitig, wechselnde Strömungsverhältnisse...?

    Es wäre schön, wenn Du dazu ein paar Sätze schreiben würdest. Natürlich kann und muss man an den Wasserwerten vieles ablesen, aber das Becken ist eben ein Gesamt-Organismus, der bei Euch scheinbar nicht so richtig ins Gleichgewicht kommt. Ich hoffe, dass Deine Antworten helfen, die Probleme etwas genauer zu beleuchten.

    Viele Grüße,
    Ina

  • ich hatte folgende Probleme im Becken:

    1. Abschäumer ohne Frischluftversorgung
    CO² ohne Ende im Wasser. Nach Umstellung auf Au0enluft stieg der ph-Wert von 7,7 auf 8,2 innerhalb von 2 Tagen.

    2. Kieselalgen
    Durch falsches Gestein waren Kieselalgen immer leicht vorhanden, und genau dort entstanden bei Beleuchtung die Dinoflecken.
    Nach Austausch der Steine durch Lebendgestein und Einsatz von Absorbern sind diese verschwunden.

    3. Zu hoher Bodengrund
    Dort wo durch Strömung der Boden etwa 4-5cm hoch war entstanden immer die braunen Flecken (Kiesel + Dinos).
    Keine Ahnung wieso. aber nachdem ich die Sandmenge nochmal korrigiert habe, wurden es weniger.

    Nach Beleuchtungsreduzierung für 3 Wochen + phycoex sieht das Becken besser aus. Ich fahre nächste Woche die Beleuchtung wieder hoch. Mal sehen obs gereicht hat.

  • Hallo, Ina,

    danke, dass du dir so viele Gedanken machst :smiling_face:

    Zitat

    Original von Ina Fischer
    Ich frage mich auch schon seit längerem, wo das "eigentliche" Problem bei Euch liegen könnte.


    Das eigentlich Problem ist, dass das Becken bei uns vermutlich nicht die Priorität hat, die es haben müsste :frowning_face: Viele Probleme sind hausgemacht, z.B. dass wir zu lange nicht gemerkt (weil nicht überprüft) hatten, dass sich im Osmosewasser Silikat befindet, weil das Mischbettharz erschöpft war. Auf der Basis der daraus entstehenden Kieselalgen haben sich erst Cyanos und nach einer Weile eben die Dinos ausgebreitet. Oder dass wir seit Monaten der Meinung sind, dass die Strömung eigentlich stärker sein müsste, dafür aber eine neue Pumpe bräuchten und deshalb lieber so herumprobieren (es laufen eine Tunze 6205, eine Tunze 6100 und eine Tunze 6055, die beiden großen aber im Wechsel; der hintere Riffbereich ist insgesamt kaum beströmt). Naja und so gibt es noch ein paar Beispiele...

    Dazu kommen natürlich auch noch die Probleme, die ich eher als Pech bezeichnen würde. Ich sage nur "unerklärliches Fischsterben in 2011, Bryopsis als Reinstwasserform usw.

    Eigentlich sind wir mittlerweile kurz davor, das Becken aufzugeben und höchstens noch ein kleines zu behalten :confused_face: Man steckt jeden Monat so viel Geld darein und hat die meiste Zeit des Jahres kaum Freude, sondern mehr Frust beim Anschauen. Und damit es dauerhaft zur Freude würde, müssten wir eher noch mehr investieren (allein schon den Fischbesatz aufstocken), vor allem aber auch Zeit und Energie, die wir derzeit einfach nicht übrig haben. Wir sind eben auch einfach nicht bereit, uns selbst ein Hobby weiterzufinanzieren, von dem wir den Eindruck haben, dass wir zu wenig dafür tun. Natürlich hätten wir gerne ein dauerhaft schönes, stabil laufendes, gesundes Becken, aber wenn es mit dem uns möglichen Aufwand eben nicht reicht, dann sollten wir vielleicht einfach so konsequent sein und das Becken auflösen.

    Ich beantworte natürlich trotzdem gern deine Fragen :winking_face:

    Zitat

    - Wie lange steht das Becken mit dem jetzigen Aufbau?


    Seit Anfang Januar.

    Zitat

    - Nach dem Fischbesatz hatte ich ja schon gefragt. Aber was habt Ihr denn an Wirbellosen im Moment genau drin?


    Fisch wie gesagt eher wenige und vor allem eher kleine Fische. Die großen sind ein Fuchsgesicht und ein (kleiner) Borstenzahndoktor.
    Wirbellose: Ca. 10 Schnecken (zuwenig, ich weiß...), ein grabender Seestern, ein Schlangenseestern, zwei Putzergarnelen, eine Scherengarnele, viele Seewalzen (H.hilla).

    Zitat

    - Wie sehen die derzeitigen Pflegemaßnahmen aus und in welchen Intervallen?


    Wasserwechsel ca. alle zwei Wochen 10% mit Absaugen von Cyanobelägen u.ä., Zugabe von Ballingsalzen nach Bedarf, tägliches Füttern (ist ja klar).

    Zitat

    - Wie hoch ist die komplette Strömungsleistung? Laufen alle Pumpen gleichzeitig, wechselnde Strömungsverhältnisse...?


    S.o. Tunze 6205 (gedrosselt) und Tunze 6100 (gedrosselt) im Wechsel mit gegensätzlicher Positionierung. Tunze 6055 auf 100% läuft durch (strömt bodennah, aber nur auf einer Seite).

    Derzeit mit nur Blaulicht (4 Röhren) geht es dem Becken recht gut. Die Korallen sind bis auf das Briareum alle wieder offen, die Beläge weg, der "Staub" auf der Deko natürlich wie immer vorhanden.

    Sogar die Wasserwerte sind in der letzten Zeit stabil, wobei Magnesium immer noch stabil hoch ist.

  • Zitat

    Natürlich hätten wir gerne ein dauerhaft schönes, stabil laufendes, gesundes Becken, aber wenn es mit dem uns möglichen Aufwand eben nicht reicht, dann sollten wir vielleicht einfach so konsequent sein und das Becken auflösen.

    Auflösen könnt Ihr ja immer noch...später... :winking_face:
    Wäre doch schade drum!

    Ich habe gerade nicht viel Zeit, werde Dir aber dazu noch ausführlicher antworten.

    Viele Grüße,
    Ina

  • Hallo Christiane,

    zunächst einmal solltet Ihr wirklich klären, ob Ihr noch mit dem Willen und der Leidenschaft dabei seid, dieses Hobby auch weiterhin betreiben zu wollen. Ich sehe im Moment nicht so das Problem, dass der Aufwand so riesig wäre, sondern eher dass Ihr ein wenig resigniert habt. Der Aufwand, den ich an meinem Becken habe, ist wirklich als minimal einzustufen. Wenn Ihr es also noch wirklich wirklich wollt, dann sehe ich auch die Chance, dass sich der Traum vom stabil laufenden Becken erfüllen wird. Aber natürlich geht es nicht ohne gewisse Investitionen. Aber eben in die richtigen und gewünschten Dinge. Ich habe die Meerwasseraquaristik ja nun auch nicht erfunden und ich kann nur von meinen Erfahrungen und Überlegungen berichten. Tausend Wege führen nach Rom, aber mein Weg hat mich zu dem Becken geführt, dass ich mir immer gewünscht habe: Stabil, ohne großartige technische Unterstützung und mit relativ wenig pflegerischem Aufwand. Meine Fische sind gesund, entspannt und harmonisch untereinander. Meine Korallen wachsen und erfreuen mich jeden Tag.
    *klopf auf Holz* =)
    Und Euer Becken sieht doch eigentlich auch recht gut aus. Die "Plagegeister" bekommt man mit ein bißchen Geduld schon in den Griff. Da sehe ich langfristig eigentlich kein größeres Problem.

    Hier mal eine Auflistung der Dinge, die ich tun würde, wenn es mein Becken wäre:

    1. Schnecken und Einsiedler einsetzen
    (Größenordnung 20x Tectus, 20x Einsiedler; über Turboschnecken hatten wir uns ja schon verständigt)
    2. Links den Steinaufbau noch etwas reduzieren
    3. Korallen einbringen
    4. Langfristig die Nischen in den Bereichen der Wirbellosen auffüllen (Percnon, Nassarius, Cerithium, Babylonia...)
    5. Ansonsten mal drei Monate außer Füttern, Wasserwechsel und Balling nichts machen, Hände raus, Beleuchtung normal
    6. Fischbesatz erweitern

    Der Hintergrund ist einfach folgender: "Plagegeister" gibt es eigentlich nicht wirklich. Es sind eben die Arten, die sich unter den gegebenen Umständen besser oder schneller vermehren als andere. Ich nenne sie immer gerne Sieger der Evolution. Sie schaffen es eben immer wieder sich wunderbar an Umstände anzupassen, Lücken im Konkurrenzdruck auszunutzen und sich schnell zu vermehren.
    Diesen Dingen muss man entgegenwirken, dann erledigen sich die Plagegeister eigentlich von alleine. Deshalb mein Ansatz. Einsiedler und Schnecken bringen dauerhaft Bewegung in die Oberflächen. Korallen schaffen Konkurrenz und besiedeln die freien Flächen. Abbau der Steine wirkt sich positiv auf die Strömungsverhältnisse aus und schafft Platz für Korallen. Auf Dauer wird Dein Becken trotz optimal eingestellter Wasserwerte nicht ohne die genannten Dinge auskommen, wenn Du keine Plagegeister mehr sehen möchtest. Dort wo Raum im Riff ist, wird er besiedelt. Wenn wir keine Algen, Cyanos und Dinos wollen, dann müssen wir die Flächen besiedeln. Und zwar mit Korallen und Wirbellosen. Das ist aus meiner Sicht die beste Versicherung für ein langfristig stabil und gut laufendes Becken, an dem Du und Deine Familie viel Freude haben werden.

    Abbauen kannst Du nur einmal...wäre doch traurig. :frowning_face:

    Viele Grüße,
    Ina

  • Hi Ina,

    dein Vorschlag das Becken für 3 Monate in Ruhe zu lassen ist gut, aber dann sollten Änderungen erst NACH einer längeren Ruhezeit gemacht werden. Allerdings würde ich sofort Einsiedler und grabende Seesterne einsetzten.

    Schnecken UND Einsiedler ein zu setzten sehe ich als sehr riskant an. Meisten bleiben nur die Einsiedler übrig.....Also besser Einsiedler ODER Schnecken. Ich selber bevorzuge Einsiedler und würde in diesem Becken 50 bis 60 Stück von klein bleibenden Arten wie Clibanarius einsetzten. Entsprechend auch lehre Gehäuse zum Wohnungswechsel.

    Der Bodengrund wird durch Einsiedler und den meisten Schnecken nicht gut umgegraben. wesentlich Effektiver sind da grabende Seesterne. Davon würde das Becken auch nochmal locker 10 Stück vertragen.

    Wenn du Gestein entfernst, entfernst du wichtigen aktives Filtermaterial und bringst die Biologie wieder stark durcheinander.

    Percnon, Nassarius, Cerithium, Babylonia und Co. sind kontraproduktiv zu Einsiedlerkrebsen,insbesondere bei Nassarius und Babylonia. Da die Gehäuse besonders gern genommen werden, auch wenn die Schnecke noch darin "Wohnt". Percnon benötigen viele Algen zum Fressen und die möchte Christiane ja nicht haben. Ich auch nicht......

    Den Anteil der Korallen hoch fahren ist durchaus gut zur Nährstoffreduzierung. Den Fischbesatz hochfahren bedeutet immer eine starken Eingriff in Biologie und Nährstoffhaushalt. Also wenn dann nur sehr sehr langsam über längeren Zeitraum ohne Reduzierung der Filteroberfläche wie LS.

    Das Becken muss ein biologisches Gleichgewicht finden. ich denke das wolltest du sagen. Bei Christianes Becken sehe ich die beste Möglichkeit darin Putzkommandos zu rekrutieren und das Becken ihn ruhe zu lassen. Dabei auf die Wasserwerte zu achten und diese stabil zu bekommen in den Parametern die sich gerne hätte.

    Das die Strömung hier geändert werden muss sehe ich eigentlich nicht. Sie ist keiner Meinung nach in Ordnung.

    Gruß Micha

  • Hallo Micha,

    in meinem Becken leben Einsiedler, Tectus, Turbo, Nassarius, Engina, Babylonia, Percnon und Archaster in wunderbarer Harmonie. Da gibt es keinerlei Probleme mit Übergriffen von Einsiedlern. Häuschen zum Wechseln müssen natürlich zur Verfügung stehen.

    Die Anzahl von 10 Archaster halte ich für deutlich zu hoch! Soviele Sandflächen hat Christiane in ihrem Becken nicht. Wovon sollen die Seesterne denn auf Dauer satt werden?

    Zu den Percnon-Krabben: Ich habe auch nicht viele Algen im Becken. Da ich aber meine herbivoren Fische viel mit Grünzeug füttere bekommen auch diese Krabben ihren Anteil. Sie sind dabei sehr erfinderisch. =) Mein Männchen hat inzwischen einen Durchmesser von etwa 15 cm. Ich denke, er wird satt... :winking_face:

    Viele Grüße,
    Ina

  • Hi,

    ich glaube du bringst da ein wenig durcheinander in meiner Antwort.

    wie gesagt oftmals bleiben nur die ein Einsiedler übrig aber nicht immer. Ich bin auf die Problematik eingegangen, dass man beim gleichzeitigen Pflegen von Einsiedlern mit starken Verlusten bei den Schnecken einfach rechnen muss. Das hat aber nicht mit Percnon oder Archaster zu tun. Diese werden nicht von Einsiedlern angriffen, halt nur in natürlichen Todesfalle eventuell verspeist. :O

    Bei mir lebt eine Turbo seit ewigen Zeiten. Alle anderen wurden von den Einsiedlern eliminiert. Was die eine Auszeichnet, keine Ahnung.

    Was die Menge der Archaster angeht habe ich ein ähnlich strukturiertes Becken von nahezu identischem Volumen wie Christiane. Bei mir leben 10 Archaster angulatus und 4 Clypeaster australasiae. Alles bestens genährt und sorgen für besten Bodengrund. Kaum Detrius oder anderes ist im Boden. Keine Phosphatdepos und so weiter. Die Besatzdichte sorgt erst dafür, dass der Bodengrund gut gereinigt und durchmischt wird. Ab und zu ist auch mal ein Archaster im Gestein wenn es sich besonders lohnt. Aber eher selten. Mit 2 oder 3 Tieren insgesamt für den Bodengrund in so einem Becken erhält du keinen Effekt und dein Boden wird im Laufe der Zeit mit Detrius und Co zusetzten. Daher ja oftmals der Rat nach 2 bis 3 Jahren den Bodengrund sukzessive zu tauschen.

    Wenn du deine Percnon zusätzlich fütterst ist das absolut OK. Aber dann besetzten sie auch keine Nische mehr. Und darum ging es dir ein deiner ersten Ausführung. Daher mein Hinweis darauf.

    Gruß Micha

    Einmal editiert, zuletzt von Micha W. (13. März 2013 um 12:25)

  • Hallo Micha,

    kann deine Einwände nur bedingt bestätigen. Habe in unseren Becken immer Schnecken und Einsiedler parallel gepflegt. Aus meiner Sicht gibt es lediglich dann gezielte Übergriffe, wenn entweder nicht ausreichend Nahrung den Einsiedlern zur Verfügung steht oder aber ein "Wohnungsmangel" vorliegt. Sind beide Voraussetzungen gegeben, konnte ich nie wirklich gezielte Übergriffe feststellen.

    Die Anzahl an Archaster angulatus halte persönlich ebenfalls für überzogen. Auf etwas mehr als einem qm Bodengrund bei einer Sandhöhe von wenigen cm muß schon gehörig Detritus und sonstig verwertbares anfallen, um diese Tiere in dieser Anzahl ausreichend zu ernähren.....klar bleibt in deinem Sand nichts übrig...ob es allerdings ausreicht alle Tiere langfrisitg zu ernähren ??

    Weshalb besetzt ein Tier keine Nische mehr, wenn es zusätzlich gefüttert wird?? Trotz Fütterung von Docs und Zwergkaiser mit Grünzeug sorgen diese nach wie vor dafür, dass Steine und sonstige "Freiflächen" algenfrei bleiben?

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Hi Ralf,

    genau wenn die Einsiedler nicht genug freies Futter bekommen, gehen diese auf die Schnecken los. aber ist in Christinas Becken aus meiner Sicht nur eine Art angesagt, da die Tiere das Becken säubern ohne groß extra Futter zu bekommen.

    Meine Archaster und Clypeaster sind nun seit mehr als 3 Jahren mit nur einem Verlust aktiv und sind seit dem auch immer schön gewachsen. Auf ein Becken von der Größe wie es bei Chritiane vorhanden ist gehen gut 8-10 Archaster rein. Es muss nicht soviel sein wie bei mir, aber 2 oder 3 sind auch definitiv zu wenig, wenn der gewünschte Effekt die Bodenreinigung und Umwälzung sein soll. Bei mir ist der Boden von 0 bis circa 7 cm hoch.


    Ina hat die Percnon als Nischenbesatz vorgeschlagen. Wenn diese sich nun Hauptsächlich von übrigen Futter ernähren, besetzten sie diese Nische nicht mehr oder nur sehr gering. Und nun kommen sich doch Einsiedler und Percnon in Konflikt, da ja beide Algen abweiden. Also in Christinas Fall würde ich keine Percnon vorschlagen, eher in Becken mit Problemen bei Fadenalgen.

    Gruß Micha

  • Zitat

    Original von Micha W.
    Ina hat die Percnon als Nischenbesatz vorgeschlagen. Wenn diese sich nun Hauptsächlich von übrigen Futter ernähren, besetzten sie diese Nische nicht mehr oder nur sehr gering. Und nun kommen sich doch Einsiedler und Percnon in Konflikt, da ja beide Algen abweiden. Also in Christinas Fall würde ich keine Percnon vorschlagen, eher in Becken mit Problemen bei Fadenalgen.

    Hallo Micha,

    eigentlich ernähren sich meine Percnon hauptsächlich von dem, was sie so im Becken finden. Ich füttere sie nicht gezielt, sondern sie stauben sich hin und wieder etwas von der Fischmahlzeit ab. =) Probleme mit Fadenalgen habe ich keine. Sie sind aber trotzdem dauernd dabei den Aufwuchs von der Dekoration zu zupfen.
    Hast Du schon Percnon-Krabben gepflegt?

    Vielleicht habe ich mich mit dem Begriff "Nische" aber auch falsch ausgedrückt. Ich bin eben der Meinung, dass ein Becken ein größere Artenvielfalt aufweisen sollte, damit es stabil funktioniert. Bei mir kommen alle gut zurecht, finden ausreichend Nahrung und tun sich gegenseitig auch nichts an. Im Gegenteil, meine Turbo brunneus vermehren sich wie der Teufel und werden nicht von Einsiedlern belästigt.

    Viele Grüße,
    Ina

  • Hi,

    ich habe Percnon schon vor vielen Jahren gepflegt. Damals waren sie bei mir auch immer gut genährt. Zum Schluss haben sie mein TB sauber gehalten.

    Heute hätten sie kaum noch eine Chance zu überleben. Ich füttere meine Fische sehr gezielt und abwechslungsreich. Aber halt eben auch sehr langsam und behutsam. So das von dem eingebrachten Futter so gut wie nichts an den Fischen vorbei geht. Meine Einsiedler bekommen in Form eines Stückchen Fisches ab und zu noch was extra und die Korallen werden auch gefüttert. Aber von Fischfutter bleibt fast nichts übrig trotz starker Strömung beim Füttern. Somit hätte auf Grund fehlender Algen und fehlendes extra Futters die Percnon keine Chance mehr bei mir.

    Nur viele Arten arten in ein Becken zu tun stabilisiert aber auch kein Becken. Es kommt auf ein biologisches Gleichgewicht, Ausgewogenheit oder wie du es nennen willst an. Allein Biodiversität bringt keine Stabilität.

    Gruß Micha

  • Vielen Dank für die rege Diskussion und für die intensiven Gedanken!

    Fast alles, was geschrieben wurde, kann ich nachvollziehen und habe natürlich auch eine eigene Meinung dazu. Den Steinaufbau links können wir kaum reduzieren, weil der Kasten links hinten der Technikschacht ist. Was davon abgehend in den Raum hineinragt, sind überwiegend Keramikäste mit einzelnen kleineren Brocken LG drauf, d.h. darunter ist alles hohl und wird von den Fischen als Rückzugsort genutzt.

    Wir haben schon zu viele Schnecken durch Einsiedler verloren (trotz leerer Gehäuse im Angebot), um diese Arten noch mal gleichzeitig zu pflegen. Die eine oder die andere Art müsste aber in großer Stückzahl rein, das ist richtig. Auch dass der einzelne grabende Seestern nicht viel bringt, ist sicher richtig. Und mehr Korallen als Konkurrenz zu Algen wären ebenfalls nötig, vom Fischbesatz ganz zu schweigen (die ersten Glasrosen machen sich schon wieder breit...).

    Letztlich ist unser Hauptproblem aber, dass wir einfach keine große Lust mehr haben, immer weiter (viel) Geld in die Hand zu nehmen (das wir nach Hausbau mit unfertigem Garten und Kleinkind auch nicht gerade im Überfluss haben) und in das Becken zu stecken, weil wir das Gefühl haben, dass jederzeit wieder kleinere oder größere Katastrophen passieren können :frowning_face: Es sind auch so Dinge wie, dass wir eine halbe Ewigkeit nach einem Pärchen Baggergrundeln bei Händlern vor Ort gesucht haben, bis endlich ein Pärchen auf der Stockliste stand. Ergebnis: Trotz Abdeckung sprang die eine Grundel nach drei Tagen raus. Sowas ist zum Heulen und einfach nur frustrierend. Jetzt haben wir eben wieder nur eine Grundel und kaum Chanchen auf eine Verpaarung. Und das ist nur ein Beispiel...

    Wir haben gerade begonnen, unser kleines 250l-Becken in Gang zu bringen, in das dann ausgewählte Steine, Korallen und die kleineren Fische langfristig umziehen werden. Der Rest steht dann wahrscheinlich bald im Marktplatz :frowning_face:

    Natürlich ist es schade drum, aber wir denken, dass es für uns eine Erleichterung sein wird, nur noch ein kleines Becken zu pflegen. Von heute auf morgen so ganz ohne Meer im Haus, mag ich mir nämlich auch nicht vorstellen :winking_face: Ob wir das kleine Becken dann langfristig behalten, entscheiden wir in aller Ruhe in den nächsten Monaten.

  • Zitat

    Original von Azalee
    Wir haben gerade begonnen, unser kleines 250l-Becken in Gang zu bringen, in das dann ausgewählte Steine, Korallen und die kleineren Fische langfristig umziehen werden.

    Hey Christiane,

    viel Spaß!

    Klein ist doch auch fein. =)

    Viele Grüße,
    Ina

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