Hallo Hans-Werner,
Du hast sicher zutreffend ausgeführt, dass Korallen bei sehr niedrigen Phosphat-Konzentrationen Probleme haben, noch eine Netto-Phosphataufnahme zustande zu bringen, weshalb eine Gefahr der Phosphatlimitierung besteht.
Die nun doch nicht wenigen Berichte über gleichartige Gewebeverluste bei Korallen nach dem Einsatz von NP-Bacto-Balance führst Du ja auf Probleme mit dem Nährstoffgleichgewicht zurück. Aufgefallen ist mir in diesem Zusammenhang aber, dass bei Eingriffen in die Nährstoffverhältnisse bzw. Senkungen des Phosphats mittels anderer Methoden, seien es Adsorber oder auch Pellets, ganz selten über derartige starke Gewebeverluste berichtet wird! Sehr häufig konnte man es aber schon früher im Zusammenhang mit Kohlenstoffzugaben, etwa bei der Wodkamethode oder traubenzuckerhaltigen Mitteln zur Cyanobekämpfung lesen.
Könnte es sein, dass Du da mit dem Phosphat eine falsche Spur verfolgst und die Ursachen eher anderswo, zumindest zusätzlich, zu suchen sind? Ich weiß ja nicht welche Stoffe alles enthalten sind, aber denkbar wären Auswirkungen des "Bakterienfutters" Kohlenstoff auf die Vermehrung geschwächtes Korallengewebe angreifender Bakterienarten. Dies läßt sich auch aus Berichten über das Auslösen von RTN ableiten.
Ich meine, man sollte diese Überlegung nicht von der Hand weisen, zumal ja auch von Schäden in Becken berichtet wurden, bei denen bisher eher optimale Werte oder langjähriges gutes Korallenwachstum bestand.
Gruß
Bernd
