Tm Np-bacto-balance

  • Hallo Hans-Werner

    Betr. Abgabe von PO4 durch Kalkrotalgen:

    Ich hatte 1/2 Jahr Wasserwerte im nn.-Bereich und das bereits vor dem Einsatz von TM BB und TM Pellets, weshalb ich auf diese Produkte gestossen bin um sicher den Korallen etwas Nährstoffe zuzuführen und nicht einen Absturz zu riskieren.

    Habe vor ca. 1 Monat eine ganze Seitenscheibe und ca. 1/4 der Rückscheibe von den flächigen Kalkrotalgen befreit und nach
    einer Woche PO4 von knapp über 0.1, NO3 ca. 2, gemessen. Die Kalkrotalgen habe ich leider nicht abgsogen (hätte ohnehin nur einen Teil entfernen können).

    Meine Vermutung deshalb, dass diese entfernten Kalkrotalgen PO4-Depots freigesetzt haben. Im Moment versuche ich mit Eisenabsorber den Phosphatwert zusätzlich zu reduzieren.

    Gruss Lidia

  • Hallo Hans-Werner,

    danke für die rasche Antwort; Bei mir könnte es der zu tiefe Mangesiumgehalt sein (muss aber das noch mit einer Referenzlösung gegen messen - aber ich habe jetzt gemerkt, dass das momentan verwendete Salz einen sehr tiefen Magnesium-Anteil hat) und dass auch CA zu knapp ist (ich habe den Kalkreaktor etwas zurück genommen, um einen von Dir empfohlenen tieferen KH zu erziehlen).

    Ja es sind Bryobsis; Dann wage ich doch noch eine Erhöhung der NP-BB-Dosis um etwas tiefer beim Stickstoff zu kommen (wegen Magnesium .... die Bryobsis lieben ja keine höheren Magnesiumwerte, den werde ich sowieso erhöhen müssen...).

    Meine Beobachtung: Bei vielen Dingen habe ich einen richtigen Wachstumschub bekommen (z.B Gorgonien viel buschiger!) - aber auch bei Glasrosen und den kleinen Röhrenwürmer (Bispira viola) .. Aber ein Chelmon hat dann innert einer Woche die mehreren hundert Röhrenwürmer und die paar Dutzend Glasrosen beseitigt! Sagenhaftes Schauspiel!

    @Lidia: Du hast natürlich auch einen Kalkreaktor und vorher keinen Adsorber drinn :winking_face: (Vielleicht macht Hans-Werner mal eine Version für Kalkreaktor-Geschädigte ... :ylol :ylol)

    Gruss Marcel

  • Hi,

    ich bin da kein Experte, nur wenn es Bryopsis sind - hab viel gelesen in letzter Zeit dazu.

    Wenn es Bryopsis sind dann dürfte mehr NP-BB kontraproduktiv sein. Bryopsis kann man nicht wirklich aushungern, mit Ihren feinen Ästchen bleiben genug Nährstoffe hängen und die leben auch von Nitrit. Nitrit hast Du z.B. bei porösen Steinen (z.B. künstliche Aufbauten) und sehr geringen Nitratwerten (gestörte Stickstoffkette). Deshalb wird manchmal Nitraterhöhung empfohlen bei n.n. NO3.

    Das mit mehr Magnesium ist auch ein Gerücht, bei manchen Leuten gehen die auch bei Mg 2000 nicht ein, es ist wohl ein Zusatzstoff im Kent Tech M der dazu führt, dass wenn man viel reinkippt (z.B. erhöhen um 300 vom Basis-Mg-Wert) diese daran eingehen. MgChlorid hilft z.B. mal gar nichts, MgSulfat wohl nur ein bisschen bei riesen Werten. Letztlich lagern Bryopsis wohl eher viel Mg ein, so schlecht finden die das wohl nicht. Dadurch schmecken Bryopsis wohl auch sehr bitter...und keiner frissts.

    Viele Grüße,
    André

  • Hallo André,

    was sind "keinerlei nachweisbare Werte". Ich habe irgendwann auch mal Bryopsis in den Anlagen gehabt, sie sind aber dann verschwunden. Was soll sie also zum Verschwinden gebracht haben?

    Hallo Lidia,

    wenn Du die Kalkrotalgen abschabst, kann ich mir schon vorstellen, dass etwas Phosphat freigesetzt wird, zumal Kalkrotalgen recht phosphathaltig sind. Die Menge an Phosphat, die beim abkratzen freigesetz wird, übersteigt aber sicher die, die freigesetz wird, wenn sie nur absterben.

    Wie schon geschrieben, würde ich bei den Konzentrationen bei der Absenkung mit NP-BACTO-BALANCE arbeiten und nicht mit Adsorber, wegen des N-P-Gleichgewichtes.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hi,

    was Sie bei Dir zum Verschwinden gebracht hat weiss ich nicht. Viele Leute raten ja nur es sei dies oder jenes gewesen wenn es denn endlich weg ist und haben oft an x Parametern gewackelt oder es waren laut Fotos nicht mal Bryopsis.

    So schwirrt auch die hohe Mg-Anfälligkeit von Bryopsis durch die Foren, obwohl es eindeutig spezifisch das Mittel Kent Tech M ist (welches zufällig für Mg-Erhöhung da ist, aber andere Bestandteile sind der Treiber) und alle anderen Mg-Mittel nicht belastbar funktioniert haben (nur wenige % behauoten das und haben oft an mehreren Sachen herumgeändert).
    Genauso sehe ich das, wenn 2 Mann meinen, bei Ihm habe NP BB geholfen.

    Wenn diverse sehr erfahrene Leute bei Bryopsis darauf hinweisen, dass man den Nitratwert erhöhen sollte und dies schlüssig begründen, dann erscheint mehr mehr NP-BB einfach mal recht unlogisch.

    Wenn bei Leuten Korallen wegen Nährstoffmangel ausbleichen und die anderen Grünalgen eingehen (ebenfalls in Foren als Beispiele zu finden) und nur Bryopsis weiterwächst, dann belegt das auch eher, dass man Bryopsis nicht auf der Ebene NO3/PO4 aushungern kann.

    Viele Grüße,
    André

  • Danke Hans-Werner

    Weiter oben hast Du geschrieben: " Ich würde nicht davon ausgehen, dass Kalkrotalgen Phosphat abgeben, es sei denn, man löst sie im Kalkreaktor auf ".

    Denke die Kalkschicht hinter den eigentlichen Algen war wohl auch sehr phosphalhaltig.

    Ich habe vor einigen Tagen BB von 4.0 auf 3.5ml gesenkt und mache Morgen wieder meine wöchentlichen Wassertests.
    Je nach dem werde ich den Adsorber entfernen.

    Mit bestem Dank
    Lidia

  • Hallo,

    das Absterben des Gewebes bei SPS von unten her hat sich leider fortgesetzt und intensiviert. Betroffen sind jetzt auch Acropora sp., Montiporo digitata und Pocillopora damicornis. Pavona cactus, Stylophora pistillata und alle LPS zeigen bisher keine Anzeichen. Auch die fragmentierten Stücke scheinen noch in Ordnung zu sein.
    Inzwischen sieht es mir fast danach aus, als ob sich RTN gebildet hat. Lediglich eine fetzenartige Gewebeablösung ist nicht zu beobachten; auch erfolgt das Absterben noch relativ langsam, aber unaufhaltsam.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    das ist echt tragisch was in deinem Becken los ist,
    aber eins kann ich dir versichern es ist kein RTN. Glaub mir, ich habe das ganze hinter mir.
    Bei RTN kannst du mit zuschauen wie eine faustgroße Acropora innerhalb eines 1/2 Tags hinüber ist ;(,
    bei Seriatopora geht´s noch schneller.
    An deinen Wasserwerten habe ich gesehen, dass du ein sehr nährstoffarmes System fährst.
    Ich hatte ein solches System auch mal mit Zeolith geführt. So richtig begeistert war ich damit nie.
    Aus diesem Grund habe ich vor einem halben Jahr entschieden dies zu ändern und habe das Zeolith langsam
    abgesetzt. Nun fahre ich mein System mit 2,5 Nitrat (angepasst mit Calciumnitrat) und 0,1 Phosphat.
    Ich kann dir sagen, dass ist ein riesiger Unterschied.
    Daher meine Vermutung--->> deine Korallen sind am verhungern.


    Grüße

  • Hallo Peter,

    es ist richtig, dass mein Becken relativ nährstoffarm gefahren wurde; dies aber schon seit vielen Jahren unverändert und trotzdem mit Korallen mehrfach zugewuchert und wieder gekürzt. Da ich farblich noch ein bisschen eine Verbesserung wollte, habe ich einige Zeit die Bacto-Ballance eingesetzt. Entweder dadurch oder durch eine kurzzeitige zu hohe Alkalinität hat plötzlich die negative Entwicklung begonnen, zumindest besteht ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang. Ansonsten gab es keinerlei Veränderungen.
    Versprochen hatte ich mir ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis auf niedrigem Niveau, da ja neben Kohlenstoff auch Nährstoffe vorhanden sein sollen. Aber vermutlich waren diese doch zu wenig und wurden zu stark Richtung Limitierung gesenkt.

    Ich vermute nun, dass das absterbende Korallengewebe - zumindest ähnlich wie bei RTN - eine übermäßige Entwicklung schädlicher Bakterien, welcher Art auch immer, fördert. Mit Beginn der Probleme habe ich die Nährstoffe langsam erhöht (NO3 momentan ca. bei 3 mg/L, PO4 bei 0,025 bis 0,03 mg/l, KH 7, Ca 420, Mg 1350, Salinität 34,5), aber bisher ist die Entwicklung nicht gestoppt.

    Gruß

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (2. Februar 2013 um 23:55)

  • Hallo Bernd,

    hast Du den Beitrag mit einem Nitrat : Phosphat-Gewichts-Verhältnis von 10 (entspricht einem molaren N : P-Verhältnis von 15) gelesen? Wie kommst Du zu einem Nitrat : Phosphat-Verhältnis von 100? Das geht doch nicht spontan oder durch Fütterung. Futtermittel haben ja auch ein molares N : P-Verhältnis von annäherungsweise 15.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Bernd,

    hier ist nochmal ein sehr interesanter Bericht. Reefcare
    Vielleicht kennst du Ihn ja schon, hier wird genau dein Problem beschrieben.
    Wie Hans- Werner schon sagt, ist dein jetziges Verhältnis N : P überhaupt nicht tragbar.

    Übrigens habe ich die Info von Herrn Gilbers, dass in 4-8 Wochen ein Nitrat Test rauskommt :thup

    Gruß

    Einmal editiert, zuletzt von Peter_J (3. Februar 2013 um 11:16)

  • Hallo Hans-Werner,

    NO3 habe ich erst vor wenigen Tagen mit Stickstoff+ versuchsweise langsam angehoben (als Versuch die Entwicklung zu stoppen, war also nicht ursächlich!). Früher, vor dem Einsatz von Bacto-Balance, lagen die Werte relativ stabil bei ca. 1 mg/l NO3 und 0,025 - 0,04 mg/l PO4.
    Damals hatte ich die Korallen auch 2 - 3 mal wöchentlich gefüttert (JBL-Korallenfluid, Coral-Vitalizer, Dupla-Coral Food und Cyclop-Eeze). Diese zusätzliche Fütterung hatte ich dann auf Deine Empfehlung hin mit der Dosierung von B-B eingestellt.
    Anfang Januar, zu Beginn der Probleme, lagen die Werte dann nahe Null, wobei genaueste Messergebnisse in diesem Bereich natürlich immer etwas unsicher sind.
    Denkbar ist für mich nach wie vor, dass die dann kurzzeitige ( 2- 3 Tage dauernde) versehentliche starke Anhebung der Alkalinität in Verbindung mit den niedrigen Nährstoffwerten auslösend war. Leider lassen sich die fortschreitenden Gewebeverluste bisher nicht aufhalten. In den oberen Bereichen der Korallen besteht noch ein normales Wachstum.

    Hallo Peter,

    danke für den Bericht. Im Prinzip kannte ich den Inhalt, aber es ist eine schöne Gesamtübersicht über die meisten Futtermittel.
    Ich füttere jetzt langsam wieder verstärkt.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    der Umstand, dass Du vorher schon Probleme hattest, macht die Richtung, in der Du Dich bewegst nicht richtiger, im Gegenteil. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich schon darauf hingewiesen habe, dass es einen Zusammenhang zwischen geringer Phosphatkonzentration, hoher KH und Absterben der Korallen von der Basis gibt. Mit der Erhöhung der Nitratkonzentration bewirkst Du effektiv eine Verringerung beim Phosphat durch eine Verschiebung des Nährstoffgleichgewichtes. Wenn das vorher schon jenseits von 10, bei 25 bis 40 war, wird es nicht besser, wenn es auf 100 erweitert wird. Ich kann nicht oft genug wiederholen, dass es m. E. keinen Beleg für einen Stickstoffmangel bei Korallen in Becken mit Fischen gibt. Alle bisherigen Empfehlung sehe ich eher in einer falschen Vorstellung von den natürlichen Verhältnissen und der Physiologie der Korallen, der auch ich lange anhing, oder als Maßnahme gegen hohe Phosphatüberschüsse, bedingt durch Korallenkalk-Reaktoren. Von einem Phosphatüberschuss kann aber bei Dir nicht die Rede sein. Ich würde deshalb mit keiner Verbesserung rechnen, wenn Du nicht Stickstoff mal Stickstoff sein lässt und Dich um ein Zurechtrücken des N : P-Verhältnisses kümmerst. Geringe (bis mäßige) Phosphatüberschüsse sind völlig harmlos im Gegensatz zu Stickstoffüberschuss. Das sieht mittlerweile sogar die Wissenschaft so.

    Gruß

    Hans-Werner

    Edit: Antworten haben sich überschnitten. Diese Phosphat-Konzentration sollte Besserung bringen.

    2. Edit: Wenn man mal wieder in der wissenschaftlichen Literatur unterwegs ist ...: Nach diesem Artikel machen sich Korallen(-Holobionten) ihre Stickstoffverbindungen sogar selber durch symbiotische stickstofffixierende heterotrophe Bakterien.

    2 Mal editiert, zuletzt von Hans-Werner (3. Februar 2013 um 14:04)

  • Hallo Hans-Werner,

    da hast Du zweifellos recht. Das kurzzeitige starke Ungleichgewicht war so auch nicht beabsichtigt und hat sich nach etwas Zeitverzug inzwischen besser eingependelt. Mit ein bisschen Fütterung werde ich es wohl auch so halten können. Die Alkalinität ist ja seit knapp vier Wochen wieder im normalen Bereich um 7°.

    Wie siehst Du es hinsichtlich bakterieller Einwirkungen im Bereich der Gewebeauflösungen? Mit bloßem Auge ist an den Auflösungsstellen ja nichts sichtbar; das Gewebe zieht sich einfach zurück ohne Fetzen oder sonstige Spuren.
    Hierfür könnte sprechen, dass an den fragmentierten Stücken bisher keine Gewebeverluste sichtbar sind.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    dieser Abbau von Gewebe ist meiner Meinung nach alleine durch die Koralle betrieben. Wenn es an wichtigen Gewebebausteinen für Wachstum in den hellen Bereichen fehlt, baut die Koralle Gewebe in den weniger "wirschaftlichen" beschatteten Bereichen ab, um die benötigten Gewebebausteine zu mobilisieren und für Wachstum einzusetzen.

    Sehr ähnliche Reaktionen kennt man auch von höheren Pflanzen, die ein ähnliches Problem haben. Auch sie mobilisieren bei N-, P- oder K-Mangel Nährstoffe aus alten Blättern um wachsen zu können. Deswegen sind vergilbende (Chlorosen) und absterbende (Nekrosen) alte Blätter sind ein Zeichen für Makronährstoffmangel bei Pflanzen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    dies mit dem Abbau in weniger gut belichteten Bereichen ist bei mir tatsächlich so der Fall. Dann besteht ja noch Hoffnung, dass die Entwicklung demnächst gestoppt wird.

    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Hans-Werner,

    nochmals zum Nährstoffgleichgewicht: Schau Dir einmal die Seite von Korallenzucht Wendel in Leinsweiler an. Er betreibt die Anlage schon viele Jahr mit herausragendem Ergebnis (super Korallen mit besten Farben).

    Seine Werte: mindestens 10 mg Nitrat bei max. 0,03 mg Phosphat!!

    Die Praxis scheint da der Theorie vom Nährstoffgleichgewicht ([welches m.W. auch noch niemand größenmäßig definiert hat; das Redfield-Verhältnis wurde unter Hinweis auf die unterschiedlichen Ansprüche der Organismen als Rahmen ja auch abgelehnt) doch deutlich zu widersprechen. Andere Züchter fahren nach meinem Kenntnisstand ebenfalls sehr stark Stickstoff betont. Wie siehst Du dies in diesem Fall?

    Viele Grüße

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (3. Februar 2013 um 18:20)

  • Hallo,ich kenne den Jürgen von Korallenzucht Wendel persönlich sehr gut,ist bei mir ( 15km) um
    die Ecke,er fährt momentan Nitrat bei 50!!! , teilweise noch mehr.
    Und alles passt , wenn ich von ihn Korallen bei mir einsetze,Polypen sofort auf,passt alles.
    Grüsse Torsten :thup

    Schuran Acrylglasbecken 110x50x50
    AI Nero 5 , ledaquaristik powerbeam vollspektrum 125 Watt, Eheim ECO 300 Aussenfilter

  • Hallo,
    wie wurden die 10 bzw. 50 mg/l Nitrat bestimmt? Vor allem, bei welchem Nitrit-Wert?
    Der "richtige" Nitrat-Wert ist doch gar nicht bekannt.
    Man sollte bei diesen Messwerten nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und falsche "wissenschaftliche" Erkenntnisse daraus ziehen.
    Gruß,
    Peter

  • Hallo Joe,
    bei 50 mg/l gebe ich dir recht, aber nicht bei 10 mg/l.
    10 sind nicht unbedingt 10 und 50 nicht unbedingt 50.
    Trotzdem muss man schon die genauen Werte kennen, um Empfehlungen abgeben zu können.
    Es geht ja hier auch um die Verhältnisse zueinander.
    Gruß,
    Peter

    Schwerpunkte: Instrumentelle Analytik, Entwicklung analytischer Methoden und Adsober

    http://www.filtergranulat.de

    Einmal editiert, zuletzt von filtergranulat (4. Februar 2013 um 08:42)

  • Hallo Torsten,

    möchtest Du Dir sowas in klein nachbauen? Wir bringen in den nächsten Wochen endlich unseren belüfteten Bioreaktor REACTOR 5000 auf den Markt, den kann man auch mit Siporax füllen. Mir erscheint die Anlage etwas zu technikzentriert, wenig naturnah und wenig auf die Biologie der Korallen abgestimmt, aber wenn´s funktioniert ...
    Meins wär´s nicht, aber viele Wege führen bekanntlich nach Rom.

    Hallo Bernd,

    Du schreibst, Du hast sonst keine Änderungen vorgenommen, im Dezember hattest Du aber noch andere neue Produkte in Erprobung, wie Du mir mitgeteilt hast. :confused_face: Vielleicht solltest Du mal etwas umfassender darstellen, was Du sonst noch alles machst und Bilder einstellen. Es ist dann leichter, zu beurteilen, was los ist und was helfen könnte. Insbesondere Bilder sind immer hilfreich und interessant. Außerdem könnte es für andere Nutzer von NP-BACTO-BALANCE helfen, was zu tun und was eher zu vermeiden ist.

    Vor mindestens 15 Jahren habe ich auch mal Becken umgestellt von Versorgung mit Phosphat und Stickstoff auf nur noch Stickstoff um den grünlichen Belag auf den Steinen und Cyanos weg zu bekommen. Außerdem gefiel mir die Wuchsform der Korallen unter der kombinierten Versorgung nicht. Das Ergebnis war, dass einige Korallen erstmal zu 2/3 von unten her abgestorben sind, ich glaube einige kleinere auch ganz. Nachdem sie die Umstellung dann gepackt hatten, ging es ganz gut, wenn die Phosphatkonzentration nicht unter eine gewisse Grenze fiel. Das war aber ohne zusätzliche Organik-Versorgung und bei Wendel wird ja alles für eine schnellstmögliche Oxidation und Entfernung von aller Organik gesorgt (Siporax-Rieselfilter, Ozon, größzügige Abschäumer).
    Der Unterschied ist, Wendel hat einen festen Korallenbestand, den er in einer bestimmten Art pflegt. Würden bei fast allen Anwendern eines Produktes viele Korallen erstmal zu 2/3 absterben, wird man wohl nicht viel Freude damit haben. Es steht aber natürlich jedem frei, seine Anlage nach Vorbild von Korallenzucht Wendel zu fahren.

    Ich würde aber empfehlen, erst einmal meinen Ratschlägen zu NP-BACTO-BALANCE zu folgen, da ich damit doch die etwas längeren und umfangreicheren Erfahrungen habe und auch sonst schon einige Erfahrungen und Kenntnisse mit Nährstoffen und Korallen habe. Ich denke, es ist ein Unterschied, ob ich Bakterien und Korallen zusätzlich mit Organik versorge, u. a. ist die Konkurrenzsituation und das Korallenwachstum (abhängig von den zusätzlichen Nährstoffen) ein anderes.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    Deine Argumente leuchten mir schon ein, und ich habe auch nicht die Absicht Wendel´s Werte anzuwenden. Mit liegt auch nichts an einem exorbitaten Korallenwuchs, denn das Becken ist ohnehin sehr voll und dauerndes Beschneiden nicht erstrebenswert.
    Was aber mich und sicher auch andere interessieren würde, wäre einen Aussage zum erstrebenswerten quantitativen Nährstoffgleichgewicht. Hier gab es ja bereits einmal eine kontroverse Diskussion über das Redfield-Verhältnis, welches auch Du als nicht auf alle Organismen übertragbar abgelehnt hattest. Da man aber im Aquarien eine Vielzahl unterschiedlicher Organismen pflegt, müsste man einen Kompromisswert definieren. Aber da gibt es nie eine konkrete Aussage, zumindest habe ich noch keine mitbekommen. Mein Rat 1:11 wurde einmal abgelehnt, aber es geistern immer irgendwelche imaginären Größenordnungen durch die Diskussionen. Was wäre Deine Empfehlung?

    Zum Einsatz anderer Mittel: Diese hatte seit Anfang November einige Zeit verwendet. Mit Bacto-Balance hat sich die Verwendung aber entgegen meiner ursprünglichen Absicht nur ein paar Tage überschnitten (Mittel war verbraucht und eine Kombination wäre hinsichtlich der Wirkung schlechter zu beurteilen). Die Probleme traten erst Wochen später auf, so dass ich trotz Zeitverzug einen Zusammenhang für sehr unwahrscheinlich halte.

    Ein paar Bilder kann ich machen.

    Viele Grüße

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (4. Februar 2013 um 11:14)

  • Hallo Hans Werner,

    Ich hätte auch eine zusätzliche Frage. Du hast ja mal gesagt die Dosierung immer soweit erhöhen bis die Korallen ( Polypenbild, Farben ) gut aussehen wenn dann eine Verschlechterung eintritt aufhören die Dosis zu erhöhen.

    Hast du bei deinen Versuchsreihen eine allg. menge festellen können, dass ungefähr als Richtmaß genommen werden kann mit kleiner Abweichng nach oben oder unten soll heissen z.B im 500liter Becken konntest du evtl ab einer täglichen dosis von 4 ml keine Verbessunrung mehr sehen oder halt ab einer Dosis von 1ml pro 100 liter konntest keine Verbesserung sehen.....

    Hast du sowas beobachten können oder ist das viel zu individuell d.h jedes Becken hat eine andere Maximale Dosiermenge.

    Ati 8x80w,BubbleMaster 200,DeBary,Kalkreaktor+Ph-Control,2x6105+7095,Sander C50,Pelletreaktor

    Gruß

    Cemil

  • Hallo Bernd,

    ok, alles klar, Bilder gerne!

    Im gut messbaren Bereich ist ein Nitrat-Phosphat-Gewichts-Verhältnis von 10 (molar 15) ein guter Anhaltspunkt, bei sehr niedrigen Konzentrationen ändert sich das aber aus mehreren Gründen.

    Korallen haben bei sehr niedrigen Phosphat-Konzentrationen ein Problem, noch eine Netto-Phosphataufnahme zustande zu bekommen. Das bedeutet, sie geben ständig Phosphat ab und bei einer gewissen niedrigen Konzentration ist die Abgabe so hoch wie die Aufnahme, sinkt Phosphat im Wasser noch weiter, kommt sogar eine Netto-Phosphatabgabe zustande. Sorokin hat das schon recht früh durch Tracer-Experimente mit radioaktivem [h]32[/h]P herausgefunden. 0,1 - 0,3 µmol/l Phosphat sind (1 µmol Phosphat = 0.095 mg Phosphat) 0,0095 bis 0,0285 mg/l Phosphat, also zwischen rund 0,01 und 0,03 mg/l Phosphat.
    Die Konzentrationen für anorganischen Stickstoff (Ammonium, Nitrat, Nitrit) liegen im Vorriff bei 0,2 bis 1 µmol/l, also nur relativ wenig höher als die Phosphat-Konzentrationen, und die Korallen können diesen Stickstoff noch aufnehmen ohne dass sie stärker stickstofflimitiert sind.

    Deswegen sage ich, dass Korallen unter praktischen Bedingungen im Aquarium nicht stickstofflimitiert werden können aber sehr wohl phosphatlimitiert.

    Im Aquarium wird der Stickstoff mit abnehmender Konzentration immer schneller umgesetzt und irgendwann wird das Ammonium so schnell aufgenommen und recycelt, dass gar kein Nitrat mehr entsteht. Wie will man dann noch das N : P-Verhältnis am Nitrat festmachen? Mal abgesehen davon ist 1 µmol/l gerade mal 0,02 mg/l NH4 oder 0,06 mg/l NO3. Wer will solche Konzentrationen noch messen, selbst wenn sie rein als NH4 vorliegen?

    Also, Du siehst schon, die Physiologie der Korallen und die Probleme der Messung spielen eine größere Rolle. Da hat das Messen von Nitrat nur noch wenig Sinn.

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (4. Februar 2013 um 13:47)

  • Hallo Cemil,

    bei unseren älteren 1100-Liter-Anlagen konnte ich bis zur empfohlenen Maximaldosierung, die nicht überschritten werden soll, gehen, also bis 1 ml auf 100 l. Bei höheren Dosierungen konnte ich keine Verbesserung mehr sehen.

    Diese Anlagen sind aber schon über 10 Jahre alt, sie wurden über Jahre mit verschiedenen organischen Zusätzen (z. B. REEF ACTIF) betrieben und die Becken sind nur 30 cm hoch, dafür aber 4 Stück im Regal. Das bedeutet, in den Becken sind auf einer größeren Fläche reichlich Korallen und Bakterien, die das NP-BACTO-BALANCE aufnehmen und abbauen können.

    Ich nehme an, dass die maximale sinnvolle Dosierung von NP-BACTO-BALANCE davon abhängt, wie viele Korallen, welche von Bakterien besiedelte Flächen und welche Baktiendichten vorhanden sind. Die Zahl und Größe der Korallen und die Besiedelung durch Bakterien können sich aber bei einer gegebenen Aquariengröße ändern. Deswegen muss man ausprobieren, wo die optimale Dosierung für ein Becken liegt und diese optimale Dosierung kann sich auch mit der Zeit ändern. Deswegen haben ich die Dosierempfehlung an die Beobachtung der Korallen gebunden und wir haben eine extra Sparte "BIO-ACTIF PROFESSIONAL" aufgemacht. Damit wollten wir zeigen, dass sich diese Produkte an den erfahrenen Aquarianer wenden, der seine Korallen schon etwas besser kennt, weil die niedrigen Nährstoffkonzentrationen etwas mehr Fingerspitzengefühl und Kenntnis erfordern.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner !

    Ich finde ja euren Pelletreaktor sehr gelungen , habe mir auch schon ein Video angesehen.
    Kann man den Reaktor auch für PO4 Adsorber oder Kohle benutzen?

    Grüsse Torsten

    Schuran Acrylglasbecken 110x50x50
    AI Nero 5 , ledaquaristik powerbeam vollspektrum 125 Watt, Eheim ECO 300 Aussenfilter

  • Hallo Torsten,

    die V2 Bio React 500 sind speziell für Pellets. Da die Filtermaterialien gegen den Boden gewirbelt werden, wäre bei Kohle hochstwahrscheinlich der Abrieb zu groß. Alubasierter Phosphatadsorber könnte funktionieren, ich wäre aber vorsichtig und würde insbesondere den Boden des Reaktors ab und zu prüfen, nicht dass das relativ scharfkantige Material ein Loch in den Boden schleift.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo,

    ein paar Bilder:

    Bild 1: Becken vor dem Problem
    Bild 2: Becken jetzt (befallene Korallen weitgehend fragmentiert und neu eingesetzt)

    Detailbilder folgen

  • Bild 1: befallene Acropora (welche noch nicht fragmentiert wurde) Die "Knuppel"an einigen Spitzen waren vor der vorletzten Fragmentierung entstanden, als die Acropora die Wasseroberfläche erreicht hatten. Diese Äste sterben nun vollständig ab.

    Bild 2: befallene Seriatoproa caliendrum

  • Hallo Bernd,

    leider kann ich auf dem unteren Bild nur wenig erkennen. Du kannst normalerweise die Bilder bis auf 30 bis 50% der Qualität komprimieren und dann entsprechend weniger verkleinert einstellen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Bernd,

    da gab es eine Überschneidung, ich meinte das kleine Bild.

    Die Acropora sieht nicht so aus, als wäre sie unter sehr nährstoffarmen Bedingungen gewachsen. Das grünliche Skelett und die dunkle Gewebefarbe weißen auf einen gewissen Phosphatgehalt während des Wachstums hin. Das kennzeichnet Korallen, die bei einer Phosphatabsenkung gerne Probleme machen. Ein Grund mehr, die Konzentrationen nicht zu sehr in Richtung Stickstoff zu verschieben sondern mehr auf das Phosphat zu achten! Leider kenne ich das nur zu gut und ich kann Dir versichern, Du hättest sehr wenig Freude an so einer Koralle, wenn Du Nitrat so hoch einstellst wie bei Korallenzucht Wendel angegeben.

    Ich denke, die Empfehlungen, die ich Dir gegeben habe, waren richtig, Stickstoff runter und auf etwas Phosphat achten. Nach dem Aussehen der Acropora würde ich sagen, mindestens 0,03 mg/l Phosphat halten.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    das Bacto Balance würde ich gerne mit dem K-Elements mischen, um einen Kanal der Dosierpumpe zu sparen. Eigentlich sollte das doch kein Problem darstellen, oder sehe ich das falsch?

    Danke & viele Grüße,
    Björn

  • Hallo Björn,

    es könnte durchaus ein Problem auftreten: Wenn Du das NP-BACTO-BALANCE verdünnst, hat es nicht mehr die Konzentration um Bakterien und Pilze zu hemmen, es könnte z. B. schimmeln.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hi,

    Wasseraktivität ... macht Sinn, ja! Hab ich Schlafmütze nicht bedacht. Kennt man ja eigentlich von der Marmelade! Dann muss ich wohl doch einzeln dosieren. Oder kannst du zufällig den AW-Wert vom BB abschätzen? :grinning_squinting_face: :winking_face:


    Viele Grüße,
    Björn

  • Hallo Björn,

    ich kann Dir sagen, dass ich mit dem Wassergehalt in die Nähe der Obergrenze gegangen bin um die Herstellung und Dosierbarkeit des NP-BACTO-BALANCE zu vereinfachen. Es kann also praktisch nicht mehr vedünnt werden.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    wie ich mal in einem früheren Posting angedeutet habe, schien mir der Phosphatgehalt von ca. 0.15 zu hoch und setzte ca. 300 ml Alu-Adsorber (kleiner durchfluss!) ein (natürlich habe ich im Hinterkopf gehabt, dass Du empfohlen hast, keinen Adsorber mehr bei/unter 0.1 mg/l einzusetzen .. ). Gleichzeitig erhöhte ich die Dosierung von NP-BB nochmal leicht (ich habe ja von den wachsenden Algen an einzelnen Stellen erzählt) von ca. 4 ml auf 4.5 ml.

    Die Farben kamen immer besser zu Geltung; aber auch LPS, Kursten und auch Weichkorallen (Lederkorallen) oder Gorgonien scheint es bestens zu gehen.

    Dann aber Gestern Morgen der Schreck ...
    Tags zuvor hatte ich nicht alle Zeit, die Korallen betrachten, da durch eine Grippe und Arbeit das Hauptmerk eher auf normale Fisch-Fütterung lag.
    Bei einer Acropora lösten sich Fetzen ab ... Ich nahm darauf hin die Korallenschere und fertigte Ableger daraus,
    da sonst sich der Schaden nur noch mehr ausweitet.

    Messung davor:
    KH 6,5 bis 7,5 (mit TM 6,5 mit Tetra-Tropfen 7,5)
    => Kalkreaktor - Leerlauf-Zeit über Nacht zusätzlich erhöht, damit der KH noch leicht etwas tiefer gehen kann..
    Posphat: 0.1 mg/l (Gilbers),
    (muss dazu noch sagen, dass ich glaube, dass Farbverschiebung da sind, seit ich NP-BB benutze ...)
    Nitrat: 2 mg (TM)

    Sofortmassnahme: Adsorber raus, NP-BB runter auf 2.5 ml, Staubfütterung und Zusatzmahlzeiten für Fische ..


    Wenn ich die Entwicklung der Korallen anschaue (Färbung), denke ich, dass ein Mangel da ist.

    Hinweis:
    Ich setze seit rund 3 Jahren immer etwas Zeolith (ca. 0.7 l) ein, da ich mit einem Knopf-Lindenholzabschäumer
    eher auf der "schonenderen Abschäumer-Generation" bin ... - Als Bakterienfutter hatte ich zuvor Vodka 4 ml genommen, entsprechend bin seit dem Einsatz von NP-BB runter auf unter 2 ml,
    Brutto-Wasservolumen (inkl. Gestein und Tiere) ca. 730 l

    Ich ich trotz 0.1 Phosphat Posphatlimitiert ?

    die Algenstellen habe ich heute eliminiert (war halt eine rechte Arbeit, den Turm abzumontieren und die Algen wegzunehmen) - die Farben und Polypen stimmen für ich.

    Gruss Marcel

    Anhang: 1) Problem-Acropora - 2+3) Problem-Zonen Algen, 4-5): Restliche Korallen sind heller und intensiver in Farbe als vorher, aber auch Polypen sind weiter geöffnet ..

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