Neubeginn mit Riffkeramik

  • Hallo, ich möchte hier mein Becken vorstellen, welches sich im Moment wieder in der Einfahrphase befindet.

    Zunächst aber, möchte ich Euch schreiben was mich zu dem Neubeginn bewegt hat.

    Das Becken sah ja Anfang des Jahres noch ganz gut aus (s. Bild 1), jedoch hatte ich immer wieder Probleme den PO4 Wert im Becken, trotz massivsten Einsatzes von Adsorbern unter 0,12mg/l PO4 zu halten. Mit Nitrat hatte ich weniger Probleme (Wodkamethode).

    Ende März/ Anfang April installierte ich meine selbstgebaute LED + T5 über dem Becken und brachte auch neuen Bodengrund ein. In dieser Zeit begannen dann auch die Probleme mit diversen Algen. Schmieralgen, Goldalgen, Cyanos und Dinos, von Allem eine bisschen.

    Zunächst versuchte ich durch Erhöhung des pH Wertes, mittels Kalkwasser, den Dinos Herr zu werden. (4 Wochen) Da dies keinen Erfolg brachte, spielte ich mit dem Gedanken ein Algenmittel einzusetzen. Dazu beriet ich mich mit einem „Hersteller“ eines Algenmittels. Mir wurde dazu geraten das Licht zu reduzieren, Adsorber entfernen, Ozon aus sowie die Dosierung von Spurenelementen, Wodka und Aminos einzustellen. Wasserwechsel sollte ich auch erstmal keine mehr machen.

    Also bestellte ich mir das Algenmittel und machte es so wie mir geraten wurde, jedoch wurde es nicht besser, sondern eher noch schlechter. Der Nitratwert stieg von unter 1mg/l auf über 30mg/l und der PO4 Wert von ca. 0,1mg/l auf über 0,45mg/l. War ja auch irgendwie klar, da ja kein Adsorber mehr verwendet wurde.

    Meinen SPS/ LPS Korallen ging es zu diesem Zeitpunkt zunehmend schlechter und starben reihenweise ab. Wieder mit Rücksprache, stellte ich die Dosierung des Algenmittels ein und erhöhte langsam wieder die Beleuchtungsdauer. Auch eine Auslagerung der noch lebenden Korallen in ein extra Becken, welches ich auf die schnelle organisierte, half nichts. Sämtliche SPS/LPS die noch nicht Tot waren sind abgestorben, nur einige Weichkorallen und Gorgonien leben noch. Denen haben wohl die schlechten Wasserwerte nichts gemacht und ich hatte sie im Becken gelassen.

    Zu diesem Zeitpunkt spielte ich schon mit dem Gedanken der Aufgabe meines Hobbys. Ich hatte schon keine Lust mehr überhaupt ins Becken zu schauen und ich lies es nur noch so laufen ohne mich großartig zu kümmern.

    Nach langen Beratungsgesprächen mit meiner Frau fassten wir gemeinsam den Entschluss das Becken neu zu starten. Da ich immer Probleme mit PO4 hatte, wollte ich der Ursache auf den Grund gehen und Entschloss mich auch zu einer kompletten Umgestaltung des Beckens. Der Riffaufbau sollte offener und mit mehr Schwimmraum gestaltet werden, so dass keine Schmuddelecken mehr entstehen. In diesen vermutete ich die Ursache des PO4 Problems. Mein Riffaufbau lies in der Ecke, wo sich der Ablaufschacht befindet einfach zu wenig Strömung zu.

    Außerdem hatte ich es satt, wenn man mal einen Stein, oder mehrere Steine, aus dem Wasser genommen hat, diese nicht wieder so ins Becken zurücksetzen zu können wie es ursprünglich aussah.

    Dies war der Zeitpunkt den Neubeginn mit Riffkeramik zu machen.

    Ich nahm also Kontakt mit Torsten Luther von Korallenwelt auf, und bestellte meiner Vorstellung entsprechend die Riffkeramik. Zusätzlich lies ich mir auch noch die Abyzz 200 „aufschwatzen“, was ich bis heute nicht bereue.

  • Am 19.08 bekam ich dann die Riffkeramik per Spedition geliefert. Das Auspacken an sich war schon ein riesen Akt,( war echt gut verpackt das Zeug). Danach stellte ich die RK erstmal im Hof auf und befreite sie mit einem Hochdruckreiniger vom Feinstaub.

    Anschließend packte ich die RK in ein 500l und ein 200l Fass mit Osmosewasser für 3 Wochen. Das Osmosewasser wechselte ich in den 3 Wochen dreimal.

    Am 6. September war es dann so weit. Ich nahm die RK aus dem Osmosewasser und stellte sie zum trocknen in die Sonne. Danach ging es ans Becken ausräumen und übersiedeln der restlichen Korallen sowie einigen Lebendsteinen in das 500l Fass.

    Beim Absaugen des Sandes bestätigte sich meine Vermutung über den hohen PO4 Wert. In der Ecke
    des Deltabeckens(Ablaufschacht) war eine riesige Stelle mit schwarzem Schmodder, welcher auch nicht gerade sehr angenehm roch (Bild vom Stein mit schwarzen Stellen).

    Danach reinigte ich das Becken sowie Technikbecken mit DANKLORIX und ich muss sagen es ist alles richtig sauber geworden. Natürlich spülte ich alles mehrmals mit Wasser ab. Pumpen, Abschäumer und andere Technik legte ich in einem kleinen Fass mit Entkalkungsmittel ein.
    Das ganze nahm den ganzen Tag und die halbe Nacht in Anspruch, aber ich konnte am nächsten Tag damit beginnen die RK ins Becken einzubringen, was gar nicht so einfach war (Gewicht).

    Ein Problem(chen) hatte ich dann aber doch. Die Verkleidung des Ablaufschachts war zu lang, dies lies sich aber mittels einer Astsäge leicht beheben.
    Die RK stellte ich im Becken auf ca. 6mm starke Plexiglasplatten, richtete sie aus und begann die Spalten zwischen den einzelnen Platten sowie um die ganze RK herum die Hohlräume mit dem Riffmörtel von Korallenwelt zu schließen.

    Nach der Trocknung des Riffmörtels wurde das ganze Becken nochmal mit Leitungswasser geflutet. Nach zwei Tagen entfernte ich das Wasser wieder und ersetzte es mit Osmosewasser und salzte auf. Einen Tag später brachte ich den Sand ein.

  • Das Becken wird komplett ohne lebende Steine gefahren. Ich brachte nur ca. 50kg lebenden Sand CaribSea AragAlive Bahamas Oolite sowie 5kg "Echter" Live-Sand aus der Karibik von Reefcare ein.
    Nachdem sich der Sand einigermaßen gesetzt hatte, ca. 1 Tag später, brachte ich Bakterien von Microbelift Special Blend sowie Night Out II ein.

    Drei Tage später zogen dann auch schon die ersten Wirbellosen/ Fische (Schnecken, Einsiedler und ein paar Grundeln ein).

    Noch eine Woche später musste ich auch schon die restlichen Fische übersiedeln, da das Wasser im 500l was zu kippen begann.

    Hier folgen jetzt einfach nur noch ein paar Bilder vom Aufbau und Ausmörteln mit Riffmörtel von Korallenwelt.

    Danke möchte ich noch sagen an Torsten, Sudad, Norman und Gerald für Ihre Beratung und Untersützung.

  • Ach ja eine Wasseranalyse vom 2 Tag habe ich auch noch bei Gilbers machen lassen:

    Salinität 36,2
    Nitrit 0,029mg/l
    Nitrat 2,90mg/l
    Kieselsäure als SiO2 2,986mg/l
    o-Phosphat 0,05mg/l
    Eisen 0,043
    Calcium 330mg/l
    Magnesium 945mg/l
    Karbonathärte KH 5,2

    Im Moment messe ich noch jeden 2 bis 3 Tag die Wasserwerte (Tests von Gilbers) und habe diese auch entsprechend angepasst.
    NO3 hat sich bis jetzte bei ca. 4mg/l eingebendelt, PO4 bei 0,05mg/l.

    Korallen sind auch schon ein paar din.

    Einige verluste an Fischen, neben den ganzen Korallen, habe ich natürlich auch zu beklagen, allerdings noch im "500l Zwischhälterungsfass".

    Mein Zebrasoma Veliferum klemmte sich im Riffaufbau ein, bewegte sich wahrscheinlich zu heftig woraufhin der Riffaufbau absackte und ihn einquetschte.
    Dann starben noch ein Mandarinfischchen sowie eine Grundel.

  • Also ein Laie erkennt auf jeden Fall, daß es ein Meerwasserbecken ist... :face_with_tongue:

    Nur die Ruhe Thomas, das wird schon alles. Silicarbon weiter mitlaufen lassen, nach vier Wochen nochmal wechseln und bei solch einer Hau Ruck Aktion ist auch ein Seehase hilfreich, aber erst, wenn sich wirklich Algenwuchs einstellen sollte.

    Für die Korallen kannst Du etwas Natriumhydrogencarbonat zugeben, um den KH Wert auf über zehn zu heben, der ist erfahrungsgemäß in neuen Riffkeramikbecken nicht sehr hoch!

    Einfach in den nächsten Supermarkt und eine Packung Backpulver oder Kaisernatron (Dr. Oettker) gekauft.
    Sollte Lebensmittelqualität haben...

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hi Torsten,

    hat etwas gedauert mit meinem Bericht :D.

    Silicarbon läuft wieder mit, hatte es zwischenzeitlich mal rausgenommen.

    Im Moment ist ein Seeohr mit drinne, eine Seegurke sowie diverse Schnecken und Einsiedler, die schön das Riff abgrasen. Dachte eigentlich die Seegurke lebt auf dem Boden, aber naja.

    Die Wasserwerte gleiche ich mit Balling an.

    Edit: Nach den anfänglich braunen Schmieralgen kommen mittlerweile die ersten grünen Algen zum Vorschein und überziehen die RK. Beleuchtungsdauer weiß ist bei ca. 3 Std. tgl.

    Grüße Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasW (20. Oktober 2010 um 12:18)

  • So hier noch ein paar Bilder:

    Bild 1 zeigt das Becken bei voller Beleuchtung. Sieht auf dem Foto etwas blaulastig und dunkel aus. In echt ist es nicht ganz so dunkel.

    Beleuchtet wird mit 96 Cree LED kaltweiß und roaylblau @750mA und 3x54W T5 Osram blau.

    Neben dem Salarias ist noch ein Ecsenius bicolor am Algen vertilgen.

  • Hi Gerald,

    das kannst du aber laut sagen, bei mir sah es wochenlang wie auf einer Baustelle aus. :grinning_squinting_face:
    Überall sind irgendwelche Brocken rumgeflogen.

    Kannst gerne vorbeikommen.

    Gruß Thomas

  • Hallo Jörg

    Danke!

    Ich hoffe nur, da ich doch schneller als gedacht die Fische zurück setzen musste, ohne größere Probleme geht.

    Gruß Thomas

  • Hallo,

    heute habe ich mal ein kleines Video gemacht, dass das Becken nach ungefähr zwei Monaten Laufzeit zeigt.

    Video

    und hier noch aktuelle Wasserwerte, alle gemessen mit Tests von Gilbers, bis auf NO3 der ist von Machery und Nagel

    NO3 2 bis 3 mg/l
    PO4 um 0,025mg/l (nach meinem optischem Empfinden eher weniger)
    Salinität 35,66
    Ca 420mg/l
    Mg 1305mg/l
    Kh 6,3 (etwas wenig, wurde aber schon gegen gearbeitet)

    Einziges Problem was ich im Moment noch habe, ist die Regulierung des Wasserstandes im TB.
    Entweder kommt zuviel von oben runter, zu wenig oder es bleibt im TB auf eine Höhe und oben im Becken sinkt der Wasserstand.

    Gruß Thomas

  • Hallo,

    ich möchte mich hier auch nochmal bei Torsten für sein vorweihnachtliches Geschenk bedanken.
    Ich habe bei ihm, Anfang Dezember, eine Bodenplatte für mein Becken bestellt.

    Diese ist für eine Stelle gedacht, an der mir die Strömung immer den Sand wegbläst.
    Die Platte habe ich am letzten Montag bekommen, da ich aber die ganze Woche unterwegs war, konnte
    ich sie noch nicht auspacken und wässern, und sie ist somit noch nicht im Becken.

    DANKE Torsten

    Mittlerweile sind auch ein paar weitere LPS Korallen eingezogen, die ich von Chris bekommen habe.
    Ein Video habe ich gestern auch noch gemacht: Video

    Ich gebe immer noch alle 2 Wochen Bakterien von Microbe Lift hinzu (Special Blend und Night Out II), aber nur noch geringe Mengen. Auch hier ein Danke schön an Sudad.

    Meine aktuellen Wasserwerte:

    Ca 430mg/l (Filtergranulat)
    Mg 1335mg/l (Filtergranulat)
    kH 8,2 dkH (Filtergranulat)
    PO4 0,05mg/ (Filtergranulat)
    NO3 2mg/l (Machery Nagel)
    ph 8,2 Tropic Marin

    So und jetzt noch Fotos.

    Gruß und eine besinnliche Vorweihnachtszeit
    Thomas

  • Hi,

    nachdem ich ja im September 2010 einen Neubeginn nach einer Dinoplage gestartet habe, haben mich diese Biester schon wieder heimgesucht. Seit ca. 2 Wochen breitet sich dieser rostbraunfarbene Teppich schon wieder aus.

    Da meine Wasserwerte eigentlich ok sind. Frage ich mich natürlich woran das liegt.

    Könnte es an der LED Beleuchtung liegen?
    Oder an Nutzung von PO4 Adsorber auf Eisenhydroxidbasis?

    Alle Test bis auf Nitrat (Machery und Nagel) und pH (Tropic Marin) mache ich mit Gilbers Umwelttechnik.

    Ca 430mg/l
    Mg 1350mg/l
    Kh 7,6
    ph 8,2
    PO4 0,02mg/l
    NO3 2 bis 3mg/l
    Dichte 1023,4 bei 25°C

    Desweiteren machen sich auch Algen der Gattung Derbesia breit.

    Zunächst habe ich erstmal die Weißlicht LEDs abgeschaltet. Leider kann ich im Moment nicht viel mehr machen, da ich bis nächste Woche noch sehr viel unterwegs bin und dadurch nicht zu Hause sein kann. Meiner Frau möchte ich das nicht zumuten (Kalkwasser).

    Auch habe ich ja schlechte Erfahrung gemacht mit einem Algenmittel.

    Ich werde erstmal eine Wasserprobe an Peter schicken um die Wasserwerte gegenprüfen zu lassen.

    hier noch ein Video

    Gruß Thomas

  • Ich bin kein Fachmann was Dinos oder andere Plagen betrifft. Nur habe ich immer die Erfahrung gemacht, das ich mit dem LiveSand immer so eine braune Schicht bekommen hatte. Seit dem ich den LiveSand weg lasse oder nur sehr wenig einsetze, kommen diese Beläge nicht mehr.
    Eventuell ist Dein Becken auch noch nicht wirklich stabil. Was hast Du denn zusätzlich an lebenden Steinen eingesetzt zur RK? Eventuell trägt das noch nicht zu 100% eingefahrene Millieu dazu bei, das sich die Dinos so verbreiten. Das können die Experten hier aber besser beurteilen.

  • Hallo Thomas,

    auch wenn ich das Einsetzen von so vielen Fischen bei frischen RK Becken als sehr problematisch ansehe würde ich Dir in diesem Falle zu einem Paar A. phalaena oder byonensis raten. Die lieben das Zeug und putzen es recht schnell weg, leider steigen sie sehr hoch beim Baggern und verteilen den Sand sehr gleichmäßig im Becken.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo

    @Kevin
    nein ich habe nur mit LiveSand eingefahren. Bei dem Crash im letzten Jahr hatte ich auch keinen Livesand im Becken gehabt, sondern ganz normalen feinen Kies 2 bis 3mm von ATS. Allerdings frisch eingebracht.

    @ Jens,

    ich wollte ja auch nicht so schnell Fische einsetzen, da mir aber das Wasser in der 500l Tonne gekippt ist, musste ich meinen Fischbesatz raus nehmen und in das gerade 2 Wochen alte Becken einsetzen. Da ich Bakterien von Microbe Lift benutzte, habe diese Fische wohl auch keinen Schaden genommen. Bis vor zwei Wochen war ich mit der Entwicklung des Beckens auch sehr zufrieden, dann dauchten die ersten Dinos auf dem Sand auf.

    Für den Boden habe ich mittlerweile folgende Tiere drin:

    zwei grabende Seesterne
    2 Babylonias
    zig andere grabende Schnecken
    2 schwarze Seegurken, die eigentlich nur in der Deko rummachen, grrrrrrrrrrrr
    1 Amblygobius byonensis (waren mal zwei)
    1 Valenciennea sexguttata (waren mal zwei)

    Die Sexguttata gräbt zwar richtig gut, aber nur an Stellen wo keine Dinos sind. Die Byonensis gräbt weniger.

    Wie vertragen sich Phalaena und Byonensis? Mit der hatte ich in meinem "zerschossenem" Becken gut Erfahrung gemacht.

    Danke für eure Antworten
    Gruß Thomas

  • Hallo Thomas,

    befinden sich die Beläge ausschließlich auf dem Sandboden?
    Man kann nichts davon auf der Riffkeramik entdecken.
    Mit dem Live-Sand hatte ich damals auch ähnliche Probleme wie Kevin. :frowning_face:
    Nach dem Wechsel auf einen anderen Bodengrund verschwanden die
    rotbraunen Beläge eine Zeit lang. Dann aber tauchten sie wieder auf. :loudly_crying_face:
    Merkwürdigerweise nur auf dem neuen Bodengrund, nicht auf dem Gestein.
    Um es vorweg zu nehmen: Die Cyanos waren Kieselagen! :grinning_squinting_face:
    Eine frühe mikroskopische Untersuchung hätte Aufschluss geben können.
    So plagte ich mich mit dem täglichen Absaugen oder/und Unterrühren der befallenen Flächen.
    Auch setzte ich zur Unterstützung grabende Seesterne, grabende Seeigel und grabende Schnecken ein.
    Stutzig wurde ich erst, als die Schnecken, die sonst nur auf dem Gestein und den Scheiben ihren Dienst versahen, Teile der Beläge des Sandbodens fraßen. Ich ließ sie gewähren und unternahm nichts. Einige Wochen später erschienen dann auf diesen Stellen die ersten winzigen, fädigen Grünalgen. Irren ist menschlich! :grinning_squinting_face:
    Falls es aber doch Cyanos sind, ist deren Vernichtung auf biologischem Weg nach heutigem Erkenntnisstand schwer zu meistern. In der einschlägigen Literatur gibt es keine absoluten
    „Wahrheiten“, sondern leider nur Empfehlungen. Jedes Aquarium unterliegt auch seinen eigenen Gesetzen…..
    Vielleicht, um dem Problem näher zu kommen, ist der Artikel von Daniel Knop in der neuesten „Koralle“ hilfreich? Falls seine These stimmt, wird auf diese beschriebene Weise der Rückgang der Cyanos leider auch nicht sobald von statten gehen. Geduld ist angesagt.
    Cyanos kommen, aber sie gehen auch. Mal früher, oft mal später.
    Von einem übertriebenen Aktionismus halte ich persönlich nichts.
    Die Plage macht sich in Becken mit allerbesten Wasserwerten genau so breit, wie auch in Aquarien, die nahe an der Schmerzgrenze ihres Nährstoffhaushaltes sind.

    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,

    ich glaube nicht das es sich bei diesem Bodenbelag um Cyanos handelt.
    Ich habe direkt eine Probe vom Bodenbelag genommen und unter dem Mikroskop eindeutig Dinos identifiziert. Siehe auch das Video.

    Silikat habe ich mit Salifert gemessen und dieser lag unter 0,1mg/l ich konnte kein Blau erkennen.

    Wasser wird mit Osmose mit anschließender 17l Mischbettpatrone aufbereitet. Die Mischbettpatrone ist mittlerweile eineinhalb Jahre in Betrieb, der Leitwert liegt aber laut Leitwertmessgerät bei 005micro simens oder wie das heisst.

    Mittlerweile habe ich mit Sudad telefoniert, er meinte das eventuell zu wenig Strömung über dem Boden ist, und sich dadurch CO2 Depots im Boden gebildet haben, von denen sich die Dinos besonders gut ernäheren können.

    Möglich ist das schon, jedoch habe ich eine Abyzz 200 drin die auf 43% im Wellenmodus läuft. Mehr kann ich nicht aufschrauben, da sonst der Sand weggeblasen wird.

    Grüße Thomas

  • Hallo,

    Mittlerweile habe ich mit Sudad telefoniert, er meinte das eventuell zu wenig Strömung über dem Boden ist, und sich dadurch CO2 Depots im Boden gebildet haben, von denen sich die Dinos besonders gut ernäheren können.

    Alles möglich. Aber es passiert halt auch in Aquarien mit kräftiger Strömung. :grinning_squinting_face:
    Die Dinos machen auch vor den Glasscheiben nicht halt. Wo ist da denn das CO2-Depot
    zu suchen? :confused_face:
    Daniel Knop hat in seinem Artikel diese These (CO2-Depot) auch parat, aber in anderem Zusammenhang.
    Außerdem kenne ich keine Strömungspumpe die permanent den Sand bewegt um ihn gleichzeitig
    nicht auch großflächig zu verteilen. Dann hättest Du das Problem nur an andere Plätze verlagert.
    Bitte, versteh meinen leichten Pessimismus nicht falsch. Ich bin sehr an der Lösung dieses Problems interessiert und werde Deine weiteren Versuche aufmerksam verfolgen.
    Viel Glück!

    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hi,

    @ Kevin

    wenn ich es nächste Woche schaffe, mache ich mal ein Video. Diese Woche klappt es nicht mehr. Leider habe ich auch ein Problem mit dem hochladen. Mit 384 kbits dauert das eine Weile.

    @ Hajo

    Nun an eine Lösung des Problems wäre ich auch interessiert! :grinning_squinting_face:

    Beleuchtung habe ich ja erstmal nur auf Blau umgestellt.

    Werde wohl als nächsten Schritt es mit Kalkwasser probieren. Dazu eine Frage. Beim letzten Befall hatte ich das Kalkwasser in die Kammer des Abschäumers laufen lassen. Ist das sinnvoll? Oder ist es besser die Reinstwasserkammer zu nutzen?

    Außerdem werde ich mir nächste Woche noch einiges an Schnecken, Einsiedlern und Seesternen besorgen.

    Wie schaut es denn nun aus mit der Vergesellschaftung von Phalaena und Byonensis?

    Ach ja wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war der Belag zunächst auch auf der Riffkeramik, da ist er aber ziemlich weg. Bin mir aber jetzt nicht sicher, da ich seit letzten Samstag keinen Blick mehr ins Becken werfen konnte.

    Gruß Thomas

  • Hallo Thomas,

    hatte ich auch mit RK. Abhilfe: kompletten Bodengrund entfernt. Siikatabsorber. Anschließend echten lebenden Sand hinzu, etwas frisches LS ins TB, zusätzlich Microbe Lift Nite-Out und Spezial Blend, höhere Dodsierung wie von Sudad bereits angegeben.

    Überprüfe in diesem Zusammenhang noch mal deine KH, Phosphat und Nitrat. Meine Vermutung war bei mir , das Aufgrund der Nährstoffarmut die Dinos den Bakterien überlegen waren und die Oberhand bekommen haben. Hinzu kam der unglückliche Umstand das die KH auf 6 viel (falsch eingestelle Grotech Anlage, Balling-Salze) und gleichzeitig sich der Silikatgehalt erhöht hat, weil meine Nachfüllautomatik ständig frisches Silkat hinein gepumt hat. Niedrige KH und reichlich Silikat, das mögen irgendwie die Dinos.

    Ich hab zwar einen nachgeschalteten Reinstfilter mit MB 20 Harz, nur der Wasseranschluß von der Hausleitung zur Osmose war nicht dicht und dadurch wurde Luft mit eingezogen, was das Harz zur schnellen Erschöpfung brachte. Überprüfe mal deine Anlage wenn du eine hast.

    Für die Nährstoffarmut war ich selber schuld. Ich hatte am Anfang keine Fische drinnen und mein Aufbau bestand ja nicht aus LS, also von was sollte sich die Bakterien ernähren.

    Ich würde immer wieder RK nehmen nur an die Einfahrphase wurde ich ganz anderst machen. Nicht wie oft beschrieben.

    Die Dinos gingen schneller als sie kamen, kein Witz. Sie werden mit Sicherheit noch im Becken sein, aber sie sind nicht mehr auf dem Sand oder Steinen als braune Flecken zu sehen.

    lg

    Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von thfeder (17. Februar 2011 um 13:00)

  • Hi,

    nächste Woche werde ich aufjedenfall noch eine Wasserprobe an Peter (filtergranulat) schicken um bzgl. der Wasserwerte sicher zu gehen. Ich habe in letzter Zeit wirklich mehrmals wöchentlich das Wasser getestet, und danach einfach die Ballingsalze zugegeben. Hauptsächlich Natriumhydrogenkarbonat um die kH anzuheben. Mg und Ca waren im Übermaß vorhanden.

    @ Thomas,

    Danke für deinen Beitrag, ist sicherlich noch eine Option die ich in Betracht ziehen werde. Jedoch habe ich ja das Becken mit Livesand und mit 5kg echtem lebenden Sand eingefahren. In dem Bereich des Beckens (linke Ecke), indem eine starke Strömung von oben Richtung Boden ist, befindet sich bereits sehr grober Korallenbruch 12 bis 18mm. Darauf sind keine Dinos erkennbar.

    Die Osmoseanlage müsste eigentlich dicht sein. Außerdem entlüfte ich auch vor Betrieb immer den Mischbettfilter.

    Grüße Thomas

  • Hi,

    so gestern heimgekommen, 75l Wechselwasser angesetzt und Wasser gewechselt. Dabei habe ich die oberste Sandschicht großflächig abgesaugt. Anschließend habe ich noch 250ml Special Blend dosiert.

    Heute habe ich keine Dinos befallenen Stellen auf dem Sand gesehen.

    Mal sehen wie es weiter geht.

    Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es jedoch, auf der RK habe ich auch einige Stellen mit Dinos gefunden.

    Gruß Thomas

  • Hallo,

    so bisher keine Dinos mehr auf dem Sand entdeckt. Allerdings beleuchte ich im Moment auch nur mit Blaulicht und gebe zusätlich noch Kalkwasser, statt Osmosewasser, zum Verdunstungsausgleich hinzu.

    Am Mittwoch habe ich auch noch zusätlich 100 Calcinus laevimanus (Einsiedler), 25 Cerithium caeruleum (Schnecken) sowie 3 Archaster typicus (grabende Seesterne) ins Becken rein.

    Gestern in der Nacht habe ich dann noch eine grüne Nacktschnecke entdeckt. Vermutlich
    Elysia verrucosa.

    Allerdings frage ich mich wie diese ins Becken kommt, da ja kein Lebendgestein drin ist, und von welchen Algen sie sich ernährt.
    Wenn ich Glück habe ernährt sie sich von den Fadenalgen der Gattung Derbesia. Diese macht sich ja auch im Moment etwas im Becken breit. Identifizieren konnte ich sie anhand eines Bildes aus dem Buch: Trojaner im Meerwasseraquarium.

    Grüße Thomas

  • Hi,

    so ein kleines Update.

    Seit dem 28.02.11 laufen die weißen LEDs wieder mit. Angefangen habe ich mit einer halben Stunde, mittlerweile bin ich bei zweieinhalb Stunden. Bis jetzt kein Anzeichen von Dinos auf dem Sand.

    PO4 war letzte Woche bei 0,13mg/l. Seit Samstag laufen in einem Wirbelfilter 250ml NP Biopellets, statt PO4 Adsorber auf Eisenbasis, mit.

    Der Wirbelfilter wird mit 66l/std durchlaufen. Ist das zu wenig?

    Die Fadenalgen scheinen auch auf dem Rückmarsch zu sein.

    Grüße Thomas

  • Thomas laß´ alles wie es ist, klingt ja zunächst ganz gut.
    Wenn Phosphat unter o,1 absinkt, bist Du auf dem richtigen Weg!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hi Torsten,

    ok dann lass ich das mit den NP Biopellets so laufen. Die brauchen ja auch laut Hersteller bis zu 14 Tagen bis sich etwas tut.

    Mich wundert es, das es so wenig Rückmeldungen bzgl. der Biopellets gibt. Laut einem bekannten Händler, wird das Zeug gekauft wie verrückt.

    Grüße Thomas

  • Hi,

    hat zwar etwas gedauert, aber hier ist jetzt das Video

    Ich hoffe man kann was erkennen bzgl. der Strömung. Stärke min3% max. 43% Pulszeit 0,7sec.

    Am 08.03. habe ich nochmal PO4 gemessen. Da dieser immer noch bei 0,14mg/l lag habe ich doch nochmal etwas PO4 Adsorber eingebracht. Mittlerweile ist er wieder unter 0,06mg/l, und der Adsorber heute wieder rausgekommen.

    Zu den Biopellets.
    Ob sie schon Einfluss aufs Becken nehmen, kann ich noch nicht sagen. Jedoch habe ich diese ja in einem Wirbelfilter mit ca. 66l Durchfluss. Den "internen Umlauf" (extra Pumpe), der die Pellets etwas in Schwebe halten soll, ist mittlerweile zu schwach die Pellets zu verwirbeln. Es hat den Anschein, dass sie zusammenkleben.

    Vielleicht kann einer was dazu schreiben.

    Gruß Thomas

  • Hi Kevin,

    ja, in dem Becken befindet sich nur die Abyzz. Ein Förderpumpe mit 5000l ist im Technickbecken.

    Die Abyzz ist in etwas so angebracht, dass sie diagonal durchs Becken strömt. Dadurch ist im hinteren Eck des Beckens etwas weniger Strömung, was aber anscheinend den Anemonen und der Turbinaria peltata recht gut gefällt.

    Dafür geht die Strömung aber im diagonalen Ecken ziemlich stark nach unten weg. Dies sieht man an der großpolypigen Gorgonie. Die wird an dem längeren Arm ganz schön nach unten gedrückt.

    Die Turbinaria hatte ich erst diagonal gegenüber der Pumpe auf halber Höhe platziert. Dort hat sie ihre Polypen nur um etwa die Hälfte expandiert. Wie du siehst macht sie jetzt voll auf.

    Grüße Thomas

    PS benutzt denn echt keiner die NP Biopellets und kann etwas dazu schreiben?

  • Hi,

    heute habe ich den Wirbelbettfilter komplett umbauen müssen. Der Filter war Innen so von einem Bakterienbelag verstopft, das keine interne Umwälzung mehr stattfinden konnte. Auch waren die Biopellets total zu einem einzigen Klumpen verklebt.

    Anstatt über den Bypass von der Förderpumpe gespeist zu werden, bekommt der Filter sein Wasser wieder direkt von der Aquabeepumpe, die zuvor für die interne Umwälzung zuständig war.

    Wie stark sollte den der Durchlfuss im Reaktor ungefähr sein?

    Grüße und Danke für Eure Antworten
    Thomas

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