Welche Spurenelemente dosieren

  • Naja, zumindestens scheint die Koralle fähig zu sein, Strömung sensorisch zu erfassen (Polypenexpansion/Rückzug bei Änderung) - es ist also IMO recht wahrscheinlich, dass die Spurenelementkonzentration nicht der einzige Mechanismus ist.
    Aber eine interessante Information ist das auf jeden Fall.

  • Ja, Carsten,
    das kann man annehmen sofern die Polypenexpansion tatsächlich auf Sinnesreize (sensorisch), also auf Nervenendigungen etc. basiert und nich ebenfalls ein anderer biochemischer Mechanismus zu Grunde liegt.
    Wenn Du mir sagst, was Du mit strömungsbedingter Polypenexpansion meinst, könnte ich schauen, ob man die vielleicht ebenfalls mit Spurenelmenten auslösen kann. :winking_face:

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo,
    naja ist nichts großartiges: wenn man z.B. in eine Seriatopora reinbläst werden sich die Polypen einziehen - ich denke schon dass ist ein Reiz und keine schnelle Warnehmung des erhöhten "Spurenelementvorkommens" duch schnelleren Wassertransport - schließlich reagiert die Koralle genauso, wenn ich reinfasse :winking_face:

    Ansonsten kann ich schon feststellen, dass gewisse Korallen (z.B. auch die angegebene Seriatorpoa, aber auch einige "langhaarige" Acroporas) die Polypen bei sehr hoher Strömung weniger stark zeigen, als bei geringer (ich hätte da ein Beispiel einer Acropora, die links in eine sehr hohe Strömung reinwächst - dort ist das Wachstum sehr hoch, aber die Koralle ist eher "kahl" - 4cm weiter rechts, wo die Strömung weit weniger turbulent ist, sieht man nicht viel von den Ästen :winking_face: )
    Das Gleiche gilt IMO für das Licht - ein kleiner Seriatopora-Ableger, den eine wachsende Koralle etwas abschattet ist seit dem viel besser geöffnet - ist ja eigentlich auch klar).

    Das man das mit Spuris auslösen kann glaube ich nicht, weil ich denke, dass die geringere Expansion eher ein Selbstschutz ist - zumindestens in den oben beobachteten Fall.

    Gruß,
    Carsten

  • Hallo Carsten,

    das ist richtig, die beschriebenen Beispiele sind Schutzmechanismen, die sicher genauso wie Berührungsreize sensorisch wahrgenommen werden.
    Ich kenne eigentlich auch keine Koralle, die sich durch die Strömung besser öffnet, Dendronephthya wird nachgesagt, dass das Öffnen der Polypen strömungsabhängig sei, für die Expansion der Kolonie und des Stammes scheint aber das Gegenteil der Fall.
    Mit dem Licht ist es auch so, dass die Poypen in den Bereichen der Sebstabschattung bei Pocillopora, Stylophora und Seriatopora eher stärker öffnen um die Zooxanthellen stärker dem Licht auszusetzen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    schade, dass die Diskussion durch die Verwendung von Ausdrücken wie "destruktiv" und "Behauptungen nicht belegt" ins Unsachliche abgleitet.

    1. Was ist an der Idee einer möglichst unkomplizierten und wenig arbeitsaufwendigen Meerwasseraquaristik,
    die in der Praxis funktioniert, "destruktiv"?

    2. Warum sind "Behauptungen nicht belegt", wenn zugehörige Messergebnisse z.B. im Ratgeber Meerwasserchemie
    stehen und diese Messungen im Einklang mit anderen Untersuchungen stehen, die du zum Teil in einem früheren Thread
    selbst zitiert hast? Und vor allem stehen sie im Einklang mit der Realität! Denn "ideale Stoffe" von denen du ausgehst,
    gibt es in der Praxis nicht. Leitungswasser, Osmosewasser, Futter, Ballingsalze und Meersalzmischungen sind keine
    "idealen Stoffe". Sie enthalten immer Verunreinigungen (=Spurenelemente). Ein Stoff wird auf der Basis von unreinen
    Naturstoffen hergestellt und mehr oder weniger gründlich gereinigt. Deshalb kann 1 kg NaCl 0,50 oder 150 € kosten.
    Und selbst das NaCl für 150 € enthält mehr Spurenelemente als Meerwasser.

    3. Lege deine kritischen Kriterien doch mal versuchsweise an deine eigene Argumentation an:
    Wo sind die Dokumentationen deiner Untersuchungen? In welcher Größenordnung und über welchen Zeitraum fanden sie statt?
    Wo sind die Nachweise, dass die von dir zitierten biologischen Vorgänge im Aquarium relevant sind?
    Wie sind sie quantifiziert? Wie unterscheidest du Reaktionen auf Grund von toxischen Wirkungen von anderen Reaktionen?

    Du siehst, es ist wirklich leicht, destruktiv zu argumentieren. Ich möchte so etwas aber nicht, genauso wenig
    wie ich immer wieder darüber diskutieren möchte, ob die Erde eine Kugel oder eine Scheibe ist.

    Interessanter als den Ansatz eines nie nachgewiesenen (aber oft widerlegten) Schwermetallmangels finde ich
    z.B. das Thema Halogene, denn hier herrscht noch völlige Unklarheit. Vielleicht lässt sich das ja in Zukunft ändern.

    Gruß Armin

  • Armin,

    was solls, Du glaubst an Deine Messwerte, die ich für völlig irrelevant halte. Was habe ich denn zitiert, hilf mir mal auf die Sprünge, schreibe doch einmal Daten. Ich habe keine Ahnung, was Deine Messwerte sind, die ich zitiert haben soll.
    Welche Salze hast Du denn im Originalzustand in ausreichender Menge von mindestens 200 l Salzwasser (natürlich als Probe) gemessen?
    Wie haben sich die Verhältnisse im Becken verändert? Welche Daten hast Du aus Aquarien? Wie kann man das erklären? Ich kenne keine Antworten von Dir zu diesen Fragen.
    Du musst Dir einmal klar machen, dass Du behauptest, Du wüsstest was wie wirkt, hast aber nie einen praktischen Versuch dazu gemacht!
    Dass Du Deine Meeresaquaristik möglichst einfach halten willst, kannst Du ja für Dich so halten, aber meine doch bitte nicht, dass Du dann über Spurenelemente eine Aussage machen könntest. Im Grunde ist bei diesen Diskussionen mit Dir immer das gleiche Spiel: "Spurenelemente sind giftig und ich mache keine Versuche, weil es mir so reicht, wie es ist." Bis auf ein paar Steinkorallen machst Du aber keine Aussagen über Tiere, die Du hältst oder zu halten versuchst. Es gibt relativ wenige Bilder oder Aussagen zu Deinem Aquarium oder den Tieren darin.

    Was Du einfach nicht akzeptieren willst, ist, dass man derzeit nur an Tieren und Algen vernünftig beurteilen kann, welche Wirkung von einem bestimmten Spurenelement oder einer Spurenelemente-Mischung ausgeht. Wenn ich sehe, dass sich Foraminiferen und Copepoden nach der Zugabe bestimmter Spurenelemente wieder stärker vermehren und sich auch andere Filtrierer vermehren, kann ich schwerlich glauben, dass die Spurenelemente, die ich zuführe, giftig sein sollen. Copepoden gelten gegenüber Schwermetallen als empfindlicher als die Algen, von denen sie sich ernähren.
    Ich muss auch nichts beweisen, da ich ausreichend zu dem Thema geschrieben habe und bislang alle meine Erfahrungen mit einer erträglichen Verzögerung der Allgemeinheit in Form von Veröffentlichungen oder Produkten zur Verfügung stehen. Du wirst mir deshalb hoffentlich nachsehen, dass ich nicht alles hier im Forum veröffentliche, es ist auch wirklich genug, was ich hier zu diesem Thema schreibe.

    Dass man bei den Halogenen viel erreichen kann, glaube ich nicht. Die praktischen Erfahrungen von mir und die enorm unterschiedliche Handhabung der Aquarianer sprechen dagegen. Beim Iod gibt es Dosierungen von 0 bis zu sehr hohen Mengen und die Ergebnisse scheinen sich nicht besonder signifikant zu unterscheiden. Aber es steht Dir natürlich frei, Versuche dazu anzustellen. Ich mache das nebenher derzeit auch weil man bei Schwämmen und einigen Leder- und Weichkorallen zumindest mit Lugolscher Lösung doch eine gewisse Wirkung erzielt.

    Ich habe z. B. grüne Sinularia flexibilis zum Schweine füttern (ungefähr 1 Quadratmeter dicht bewachsen), ich freue mich aber trotzdem wenn sie noch weiter aufgehen und noch schneller wachsen, weil ich so sehe, dass die Spurenelemente wirken und gleichzeitig durch das Wachstum Spurenelemente, die ich vielleicht bisher weniger berücksichtigt hatte, verbraucht werden und ich wieder etwas herausfinden kann, was durch das Wachstum der Tiere alles dem Wasser entzogen wird, z. B eben auch Iod.

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (19. Dezember 2009 um 22:09)

  • Armin,

    ums mal ganz klar zu sagen, da Du es scheinbar nicht merkst: Deine destruktive Art und Deine Arroganz besteht darin, dass Du behauptest, ich lüge oder spinne, wenn ich schreibe, es gibt ganz klar positive Wirkungen und auch schreibe, welche. Und alles, mit dem Du Deine Behauptungen untermauern kannst, sind Zahlen, deren Bedeutung noch niemand für das Aquarium belegt hat. Diese Zahlen sind bedeutungslos, wenn Du bei Deiner Haltung bleibst, dass Du nichts in der Praxis beweisen musst. Du musst beweisen, dass Deine Zahlen mehr sind als abstrakte Symbole ohne Bedeutung oder besser keine Behauptungen mehr aufstellen! Aquaristik besteht nicht aus Hirngespinsten!

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Armin,
    wer Tiere an den Schweinen verfüttert ,dem muß du nichts mehr beweisen. Zum eigentlichen Tema kann ich
    Idiot nichs sagen. Außer 1:0 für Dich. Du argumentiers ehrlich,und nicht zweideutig,nach meiner meinung.
    Schönen Abend noch
    Herbert

  • Hallo zusammen ,

    zum thema sinularia , ich habe dise tiere auch , und zwar in 2 verschiedenen becken.

    Sie stehen sehr unterschiedlich , und die becken unterscheiden sich auch bezüglich beleuchtung , strömung (eigentlich stehen aber beide in eher schwacher strömung , die eine direkt unter 150 w , die andere am rande von 250 , doch unterschiedliche brennermarken/kelvin)und standzeit.
    In beiden werden (allerdings erst seit kurzem wieder) spuris dosiert.
    Wie kann man es als bewiesen ansehen , welcher faktor nun für das unterschiedliche bild der korallen verantwortlich ist ?
    Die (messbaren) wasserwerte sind so gut wie gleich in beiden becken.

  • Hallo Thomas,

    ich finde es problematisch, Tiere in zwei verschiedenen Becken miteinander zu vergleichen. Zu den immer vorhandenen Unterschieden in den Lebensbedingungen kommt noch die genetische Verschiedenheit, sofern die Korallen nicht von demselben Muttertier abstammen.

    Grüße
    Ingrid

  • Hallo Herbert,

    kannst Dir gerne gegen ein geringes Entgeld einen halben Quadratmeter abholen. Ein Viertel will ich in den nächsten Monaten zu einem Händler bringen und den Rest selber behalten.

    Ingrid,

    ich denke die beiden Bilder von Thomas könnten durchaus der gleich Klon sein und vom selben Muttertier stammen. Sinularia flexibilis kann so aussehen wie auf dem ersten Bild oder noch schlechter, so dass sie nur aus kurzen Zweigen und Andeutungen von Polypen besteht oder so buschig und fedrig wie auf dem zweiten Bild.

    Thomas,

    Du kannst die Spurenelemente-Marke ruhig benennen. Ich mache das nicht, weil man es mir als Werbung auslegen könnte und weil sowieso klar ist, dass ich im allgemeinen von den PRO-CORAL K+ und A- ELEMENTS rede und sie mindestens in der empfohlenen Dosierung dosiere.
    Du führst also Spurenelemente zu,
    a) welche?
    b) in welcher Dosierung (vorgeschriebene?)
    c) wie lange?

    Außerdem wird die Sinularia flexibilis bei relativ schwacher Beleuchtung (bei mit unter T8 Mischung Aquastar/Blau) eher so aussehen wie auf dem zweiten Bild und besser öffnen. Zu starke Beleuchtung ist bei dieser Art eher kontraproduktiv. Allerdings wächst sie bei mir bis an die Wasseroberfläche mit nahezu unverändertem Polypenbild.

    Die Strömung macht keinen großen Unterschied bei Sinularia flexibilis. Nur in sehr starker Strömung bleiben die Polypen weniger geöffnet.

    Um aber Deine Frage zu beantworten: Der Beweis ist relativ einfach: Suche einen Weg, damit sich die Sinularia auf Bild 1 genauso öffnet wie die auf Bild 2 und überprüfe nach Möglichkeit ob die Veränderung umkehrbar (reversibel) und wiederholbar (reproduzierbar) ist. Also eigentlich ganz einfach ;). Ich würde damit anfangen, die Spurenelemente-Dosierung zu halbieren. Wenn das nach 2 bis 3 Monaten nichts bringt, würde ich die Spurenelemente-Dosierung gegenüber der ursprünglichen Dosierung verdoppeln und das wieder 2 bis 3 Monate durchziehen. Natürlich kann der Spurenelemente-Verbrauch in unterschiedlichen Becken unterschiedlich hoch sein. Ich denke, bei den Lederkorallen wird es schwierig sein, Überzudosieren, die holen einiges raus. Die Sinularia flexibilis ist eigentlich eine Art, die ganz gut anzeigt, was ihr gefällt. Wenn sie lange dünne Äste und buschige Polypen entwickelt, gefällt es ihr.

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (20. Dezember 2009 um 10:31)

  • Zitat

    Original von herbertm764
    wer Tiere an den Schweinen verfüttert ,dem muß du nichts mehr beweisen. Zum eigentlichen Tema kann ich
    *** böses_Wort *** nichs sagen. Außer 1:0 für Dich. Du argumentiers ehrlich,und nicht zweideutig,nach meiner meinung.

    hi herbert,

    ähmm....ich glaube nicht, dass es hierbei um einen wettstreit geht.

    höchstens, dass es letztlich die gewinner geben wird: unsere pfleglinge.

    wenn man bedenkt, dass es jahrzehnte gedauert hat, bis mal ernsthaft darüber diskutiert wird, bzw.
    wischenschaftlich versucht wird, nachzuvollziehen, warum was wirkt, ist das schon bemerkenswert.

    seit einem halben jahrhundert werden abschäumer produziert aber bislang hat kein abschäumerbauer m. e. ernsthaft untersuchungen darüber angestellt, was denn da so im schaum drin ist?! da musste erst chemiker+hobbybetreiber armin kommen.....

    ähnlich verhält es sich nun mit dem versuch, zu ermitteln, warum spurenelemente etc. so funktionieren wie wir es tausenfach beobachtet haben.

    da helfen m. e. keine theoretischen überlegungen zur deutung weiter, warum das nicht sein kann, wenn gleichzeitig durch zugabe von "elements" doch entsprechende wirkungen beobachtet werden.

    auch in diesem fall kommt, so wie immer in der riffaquariastik, erst der versuch - dann die wissenschaftliche erklärungsermittlung.

    die möglichkeit, umgekehrt zu arbeiten, besteht natürlich auch. aber da muss erst der versuch die theorien beweisen.

    man wird noch nicht am hobbyaquarianer vorbei kommen.

    warum hat alles so lange gedauert mit der erklärung von praxis durch die wissenschaft?

    weil es nicht bislang nicht im wirtschaftlichen interesse lag.

    das scheint sich nun bei hans-werner/tm zu ändern.

    initiert durch armin?

    :O

  • Hallo ihr...
    Also ich denke wenn der Hans-Werner und der Armin mal zusammen arbeiten würden,
    käme was ganz großes bei raus. :grinning_squinting_face:

    Nur bei einem punkt muss ich dem Armin zustimmen.
    Wir sehen zwar das es durch die Spurenelemente zu einer veränderung kommt
    Woher wissen wir aber das es eine reaktion auf die toxinität ist oder eine "normale" wirkung auf das
    (die) Element(e) ist.

    Grüße Daniel

  • Hallo Joe,

    ich hoffe Du siehst mir nach, wenn ich Deine Aussagen etwas geraderücken muss!

    Schon in DATZ 12/95, 1/96, 2/96 und 5/96 habe ich versucht, die Wirkung der Spurenelemente wissenschaftlich zu erklären, mit Analysen von Kalkrotalgen und Korallenskeletten, mit der Funktion in den Enzymen und aus den Analysen der Kalkrotalgen und Korallenskelette abgeleiteten Dosierungen.

    Veranlasst durch Leute wie Shimek, Kokott und Armin habe ich dann in den letzten Jahren erst einmal überprüft, ob ein Spurenelemente-Zufuhr grundsätzlich notwendig ist und bin zu dem Ergebnis gekommen, ja, sie ist notwendig. Dann habe ich einzelne "verdächtig(t)e" Spurenelemente halbiert und keine besseren Ergebnisse bekommen. Vor einem halben Jahr oder etwas länger habe ich dann bemerkt, dass die Korallen immer schlechter standen und festgestellt, dass eine Spurenelemente-Pumpe ausgefallen war. Danach habe ich erst einmal die Spurenelemente in den Balling-Lösungen von Hand zugeführt und festgestellt, dass die Verschlechterung wieder einmal durch einen allgemeiner Spurenelemente-Mangel bedingt war. Vor ein paar Monaten habe ich dann Versuche mit der Erhöhung einzelner Elemente gemacht, mit wirklich sehr guten und schnell sichtbaren Ergebnissen, insbesondere bei LPS und Lederkorallen. Seitdem lasse ich mir nichts mehr erzählen und kann ganz klar sagen, dass die Angstmache von Shimek, Armin (farbige Korallen sind Korallen im Todeskampf) und anderen absolut kontraproduktiv sind und sich auf dem Gebiet der Spurenelemente noch erhebliche Verbesserungen erreichen lassen.

    Hinzukommt, dass sich in den letzten 10 Jahren auch Wissenschaftler für die Wechselbeziehungen und Funktionen der Spurenelemente im Meer interessiert haben (z. B. Sunda und Huntsman, Saito) und diese Ergebnisse sich immer leichter finden lassen (z. B. über Google Scholar).

    Das ist der Grund, weshalb ich meinen Standpunkt, den ich im Prinzip seit 15 Jahren vertrete, wieder ganz klar und nachdrücklich vertrete und mir von Theoretikern nichts mehr erzählen lasse.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Daniel,

    ganz einfach: Vergiftungen führen nicht zu mehr Wachstum, nicht zu verstärktem Öffnen und nicht zu erhöhten Vermehrungsraten sondern immer das Gegenteil. Vergiftete Korallen wachsen langsam, ziehen sich zusammen und schleimen stark, Foraminiferen und Copepoden gehen zurück, die Vermehrungsrate sinkt. Wenn Planktonalgen und Bakterien durch Schwermetalle gehemmt werden, können sich keine Filtrierer wie Röhrenwürmer und Schwämme halten, die Wuchsstoffproduktion für bestimmte Algen (Halimeda, Neomeris, Acetabularia) und die ebenfalls mit Bakterien in Symbiose lebenden Korallen geht zurück, die genannten Algen bleiben aus, die Korallen wachsen langsamer und öffnen schlechter.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    ich hoffe Du siehst mir nach, wenn ich Deine Aussagen etwas geraderücken muss!

    hi hans-werner,

    aber sischer datt. :]

    allerdings waren solche überlegungen/beobachtungen immer wieder schnell von der bildfläche verschwunden.

    auch die von dir zitierten leute hatten keinen wirklichen lerneffekt bei uns riffaquarianern + spuriherstellen? ausgelöst oder große diskussionen.

    das scheint nun im zeitalter des internetzes anders und anders als bei hexenküchenmischern, steht bei dir
    ja der hauptaugenmerk der produkteentwickelung dahinter - gepaart mit deinem eigenen forschertrieb und
    deinen erfahrungen mit der riffaquaristik schlechthin.

    nur diese drei parameter lassen m. e. weiterentwicklungen in der frage des "warum" zu.

    die spurizusammensetzungen der letzten jahre(zehnte) sind in der hauptsache durch herantasten von zusammenstellung und wirkung der mengenmässigen zugaben, mehr oder weniger "entwickelt" worden.

    versuchsfeld waren die becken der riffaquarianer schlechthin. bezahlbare versuchsreihen aufzubauen war
    vom finanziellen standpunkt betrachtet, gar nicht drin.

    allerdings verwundert es mich, dass du, trotzt der "allgemein" bekannten? toxinität diverser produkte - allerdings mit einem verblüffenden ergebniss der farbausbildung, aber bei auch verblüffendem, schnellen verlust der stöcke bei falschdosierung - die "vergiftung" als motor der v. g. farbausbildung weit weg schiebst...!?

  • HI Joe

    Weil eine reduktion der Zooxanthellen , welche durch eine sonstige überdosierung diverser Elemente "zuviel" da sind , was anderes ist als eine ausgeglichene Dosierung normaler Elemente zur Wachs und Farbzunahme.

    ich gebe HW recht das es ohne spuren auf Dauer nicht geht , und manch theoretische Überlegung wird in der Praxis ad adsurdum geführt.
    Trotzdem sind die theoretischen Überlegungen zu beginn sehr wichtig , vor allem wenn man ergründen wieso was warum passiert ist.
    Es sind beide Wege notwendig um hier weiterzukommen

    Das grösste Problem der ganzen Diskussion ist doch das jeder nur von seiner Warte aus diskutiert und kein
    festes Thema vereinbart ist.

    Das gesamte Thema ist zu komplex um es allgemein übers Knie zu brechen.

    Gruss

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    Weil eine reduktion der Zooxanthellen , welche durch eine sonstige überdosierung diverser Elemente "zuviel" da sind , was anderes ist als eine ausgeglichene Dosierung normaler Elemente zur Wachs und Farbzunahme.

    hallo claude,

    klaro :face_with_rolling_eyes:

    allerdings stellt sich für mich die frage, warum ich "natürliche" farbgebungen durch vergiftungen hervorrufen muss.....die im schlimmsten fall sogar mit den verlust der koralle enden :frowning_face:

  • Hi Joe,

    soweit weg schiebe ich das nicht, ich muss da aber differenzieren.

    Die pauschalisierte Aussage, farbige Korallen seien Korallen im Toderkampf ist falsch. Ganz ehrlich, ich halte das für unverantwortliche Angstmache.

    Um solche Pauschalisierungen zu vermeiden, sollte immer Ross und Reiter genannt werden, d. h. das Spurenelemente-Produkt und die Wirkung. Warum werden diese Angaben immer vermieden? Auch Armin schreibt oben, er kennt eine Spurenelemente-Mischung ohne Mangan. Ja, welche bitte? Warum wird hier immer verallgemeinert anstatt konkretisiert?

    Wenn trotz daraus resultierenden Wissens die Anwender unbedingt unnatürlich bunte Korallen haben müssen und dabei über Leichen gehen, dann kann ich das leider nicht ändern.

    Für mich liegt die Zielsetzung aber ganz woanders. Mich faszinieren immer wieder die Bilder von den Nischen und versteckten Stellen im Riff. Ich würde z. B. empfehlen einmal einen Blick in das Buch REEF LIFE von Denise Nielsen Tackett & Larry Tackett zu werfen, wie es da aussieht. Da gibt es neben z. B. Acropora Schwämme, Seescheiden, Hydrozoen und azooxanthellate Korallen, die sind ganz natürlich bunt und sind dazu nicht einmal auf mehrere Kilowatt Beleuchtung angewiesen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    ich gebe HW recht das es ohne spuren auf Dauer nicht geht , und manch theoretische Überlegung wird in der Praxis ad adsurdum geführt.
    Trotzdem sind die theoretischen Überlegungen zu beginn sehr wichtig , vor allem wenn man ergründen wieso was warum passiert ist.
    Es sind beide Wege notwendig um hier weiterzukommen

    sicher, allerdings hat sich in letzter zeit ja gezeigt, dass vielfach auch die in mode geratenen 10% wöchentlichen wasserwechsels einen großteil der spurenelementeversorgung übernehmen.

    becken wie von iwan lässer sind nicht nur durch spurizugaben so geworden, sondern m. e. in erster linie infolge verstärkter ww im gegensatz zu den überlegungen der 90ger jahre, mit wenig ww und beginnender elementezugabe auszukommen.

    um zu einem gesamtergebnis zu kommen, sind natürlich praxis und theorie wichtig. nur ist die theorie durch
    feldversuche zu beweisen.

  • einen neuen ansatz scheint die fa. triton zu verfolgen.

    hier wird mittels HPLC-messung die zusammensetzung des heimischen beckenwassers ermittelt, um gezielt fehlende elemente zu ergänzen bzw. zu hohe konzentrationen einzelner elemente in der beckenspezifisch abgestimmten spurimischung zu herauszulassen.

    wenn ich das so richtig verstanden habe...

  • Hallo zusammen,

    auch bei mir stand die Theorie am Anfang, gar keine Frage. Der Ursprung meiner Überlegungen lag in einem oder zwei Lehrbüchern zur Pflanzenernährung (das erste war Amberger, Pflanzenernährung, ausgemustert von der Münchner Unibibliothek). Danach kam die Überlegung, "wohin verschwinden im Aquarium die Spurenelemente?" und ich begab mich auf die Suche nach Daten zum Einbau von Spurenelementen in Steinkorallenskelette weil die Kalkversorgung der Steinkorallen am schnellsten einen Spurenelemente-Mangel hervorrief. Nachdem ich diese Daten endlich hatte und daraus eine Zugabe zunächst einzelner und dann von immer mehr Spurenelementen errechnet hatte, kam aber der Versuch im Aquarium und hier verweigert sich Armin ausdrücklich und hartnäckig, will aber mitreden oder sogar die Meinungsführerschaft :face_with_rolling_eyes:.
    Und einige Monate nach beginn der Versuche kam die Arbeit an den Artkeln, das Manuskript und schließlich die Veröffentlichung Ende ´95.

    Theorie, die sich nicht der Verifizierung oder Falsifizierung stellt ist nichts, eine leere Blase, nur Hülle, nur Schein, nichts dahinter.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Joe,

    wer ist Triton? Hast Du einen Link?

    Potenziell interessanter Ansatz. Auch hier ist Vielfalt und Auslese Trumpf. Ich vertraue dennoch vorerst lieber auf die Bioindikation. Die Messung und Ermittlung der Bioverfügbarkeit ist extrem schwierig, nachzulesen bei Saito und anderen, die sich mit dem Thema in der Meeresbiologie befasst haben.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hi Joe

    bei mir ist ww noch nie aus der Mode gekommen und Wasserwechsel ist eben einfach für mich noch das wichtigste Hilfsmittel und immer gewesen. Bei den heutigen Aquarien muss man aber schon sagen das
    ein völliger Verzicht von Spurenzugabe keinen langfristigen Erfolg bringt.
    Da gebe ich HW absolut recht.

    Man muss natürlich auch noch bedenken wie sehr sich die Aquaristik geändert hat
    in puncto Schäumung Licht und Wasser, das muss natürlich auch einfluss auf die
    Spurenzugabe haben.

    Gruss

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    Man muss natürlich auch noch bedenken wie sehr sich die Aquaristik geändert hat
    in puncto Schäumung Licht und Wasser, das muss natürlich auch einfluss auf die
    Spurenzugabe haben.

    hi claude,

    nun, der fortschritt lässt sich nicht aufhalten, jedoch halten sich manche früher richtigen aussagen wie: "der abschäumer kann nicht groß genug sein" heutzutage immer noch hartnäckig.

    solches muss natürlich auch korrigiert werden und sich dem stand des wissens anpassen.

    auch gibt es immer noch neukunden, die stirnrunzelnd bemerken, dass wir ja gar keine hqi über unseren steinkorallenbecken haben....

    da ist noch genug an aufklärungsarbeit zu tätigen.

  • Hallo Joe,

    Triton bietet eine Analyse an, mit der man Calcium und Magnesium theoretisch 1.000 mal genauer messen kann als mit Tröpfchen ;).

    Spurenelemente im engeren Sinne bieten sie nicht an, weder Iod noch die Schwermetalle können sie messen. Insbesondere die Schwermetalle sind der Schwerpunkt dieser Diskussion, Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Chrom, Kobalt, Vanadium, Molybdän. Derzeit scheint die "Anodic/Cathodic Stripping Voltammetry" die einzige Methode zu sein, mit der man die Bioverfügbarkeit der Schwermetalle beurteilen kann, ICPMS die Methode der Wahl für Ermittlung der Gesamtkonzentration (bioverfügbar und nicht bioverfügbar). Beides ist teuer und aufwändig. Mit der Kombination der beiden Methoden kann man erst erkennen wie hoch der bioverfügbare Anteil an der Gesamtkonzentration ist.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner ,

    a)ich verwende deine neue mischung , aber erst seit c)2 wochen :winking_face: (davor ein jahr überhaupt keine , aber gut ww)
    b) vorgeschriebene dosierung
    alle punkte gelten für beide becken , die jedoch unterschiedliche standzeiten haben.

    die besser geöffnete sinularia bekommt mehr licht als die andere bei mir.
    Ich habe eigentlich keine lust , die dosierung der spuris bereits zu verändern , ich denke die zugabe läuft noch zu kurz um wirkungen zu zeigen ?
    alles andere (bis auf eine lps) steht auch sehr gut.
    Die grüne variante der sinularia habe ich auch , es hat lange gedauert bis sie anfing zu wachsen , aber schon in den monaten ohne spuri-zugabe hat sie richtig "losgelegt"

    Die beiden korallen auf meinen bildern sind von derselben mutterkoralle :winking_face:
    ich hab' mir schon gedacht das da zweifel aufkommen würden :grinning_squinting_face:

    GRÜSSE AUS DEM HOHEN NORDEN
    mein Bilderbuch

    2 Mal editiert, zuletzt von Thomas Engels (20. Dezember 2009 um 22:41)

  • Hallo Hans-Werner,

    warum diese Aufgeregtheit? Wieso diese Angriffe? Wie kommst du zu der Aussage: "Du behauptest, ich lüge oder spinne" ???
    So etwas habe ich nie gesagt und werde es nie sagen. Das entspricht nicht meinem Umgang mit Menschen.

    Vielleicht solltest du manchmal einfach gründlicher lesen, um keine vorschnellen und wie im obigen Zitat falschen Urteile zu fällen.

    Ein weiteres Beispiel: Die Quellen zu Salzuntersuchungen, die du am 23.09.2009 um 17.20 Uhr im Thread "Dosierung einzelner Elemente"
    genannt hattest. waren http://www.advancedaquarist.com/issues/sept2004/feature.htm und http://www.advancedaquarist.com/2005/11/aafeature1.
    Hättest du sie genauer gelesen, hättest du sie nicht als Beweis gegen eine hohe Konzentration von Spurenelementen in Meersalzmischungen angeführt.

    Ich gehe nicht davon aus, dass ich alles verstehe was in einem Meerwasseraquarium vor sich geht. Es gibt aber ein
    paar Basics, an denen sich nicht rütteln lässt wie z.B. der hohe ungewollte/unbewusste Schwermetalleintrag.
    Was er für Folgen hat, lässt sich noch nicht abschließend beurteilen.

    Wenn aber solche Grundlagen einfach abgestritten werden, dann macht mich das eben skeptisch.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    ich kann mir denken, dass Du das nicht bewusst machst, Du ignorierst aber hartnäckig jede Aussage zu positiven Wirkungen, Wechselbeziehungen und somit auch sinnvoller Spurenelementezufuhr, was letztlich einer solchen Aussage gleichkommt. Das nervt wirklich!

    Dass wir mit real existierenden Salzen klarkommen müssen, ist eine Tatsache, das ideale Salz war auch nur ein Gedankenmodell.

    Das spricht aber nicht gegen die Notwendigkeit einer Spurenelemente-Zufuhr, denn Anreicherungsfaktoren wie bei den Foraminiferen von 10.000 (100% der betreffenden Spuries von 1000 l in 100 g) sind schon ganz erheblich.

    Armin, ich würde mich freuen, wenn Du endlich mal versuchen würdest, Deine eigenen Schlussfolgerungen zur Spurenelemente-Zufuhr umzusetzen. Es geht doch nichts über einen kompetenten Diskussionspartner, mit dem man Beobachtungen auch diskutieren kann ;), nur über Theorien zu diskutieren bringt nichts oder mir zumindest zu wenig. Die Erklärung von Beobachtungen ist wesentlich spannender und interessanter, deshalb, ringe dich endlich zu Versuchen durch! :winking_face:

    Thomas,

    klar, 2 Wochen sind zu wenig, mal sehen wie es weiter geht!

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo nochmals!

    Da hab ich ja einen Stein ins rollen gebracht.... Aber bitte wegen mir nicht die Köpfe einschlagen. :winking_face:

    Also wie ich das hier so verfolge denke ich, dass ich einfach mal eine Dosierung von Spuris ausprobieren sollte und dann sehen werde was sich ändert.

    Es geht mir vor allem um meine SPS, die in letzter Zeit weniger Polypen zeigen und auch nicht so bunt sind, wie zu Beginn. Sie scheinen auch nicht mehr so schnell zu wachsen wie am Anfang.

    Dies kann aber theoretisch auch an den WW liegen, die wie folgt sind:

    Nitrat: 10-15
    Phosphat 0,3

    Diese Werte habe ich aber schon von Anfang an, da ich keine Osmoseanlage nutze. Möchte mir aber eine zulegen!
    Wenn es an den WW liegen würde, wären die Korallen doch recht schnell nach dem Einsetzen so geworden und nicht erst 4-5 Monate später, oder???


    Da fällt mir grad ein: Wenn ich eine Osmoseanlage verwende oder auch einen Vollentsalzer, dann holt der doch auch alle/viele Spuris aus dem Wasser, oder?
    Dann müsste man ja ohnehin Spuris dosieren, wsehe ich das richtig?


    Viele Grüße, Paul

    Einmal editiert, zuletzt von Paulie (21. Dezember 2009 um 00:56)

  • Also die nicht mehr vorhandene Farbe würde ich zunächst wirklich bei den Werten und vielleicht der Beleuchtung suchen.
    Ich glaube nämlich eher nicht, dass man Spurenelemente als so eine Art Lackierung ansehen kann (höchstes wie hier schon oft erwähnt um mit Überdosierung überschüssige Zooxanthellen "loszuwerden").
    Mag sein, dass Spuris was bringen könnten - Hans-Werner schreibt ja ein paar erstaunliche Beispiele - wie Wachstumsform und co. - aber ich würde es erstmal klassisch machen und dei Nährstoffe auf Nitrat < 5 und Phosphat wenigstens <0.1 runterbringen.

    Übrigens: 4 Monate klingen tatsächlich sehr lange für eine Reaktion - aber trotzdem würde ich hier ansetzten (wenns wirklich am Osmosewasser liegt bist Du ja auf gutem Wege), weil schaden kann das erstmal nicht.

    Vollentsalzer brauchst Du nicht - vielleicht einen Mischbettharzfilter hinter die Osmose - und wegen Spuris: vergiss das was aus der Leitung kommt (die meisten DAVON willst Du vermutlich eher nicht in dieser Menge - z.B. Kupfer) - die gibst Du mit dem Salz zu!

    Ansonsten: sehr interessante Diskussion :thup

    Gruß,
    Carsten

  • Hallo Paul,

    ich kann mich eigentlich nur wiederholen, erhöhte Nitrat- und Phosphatkonzentrationen haben ihre Ursache oft auch in einem Spurenelementemangel. Wenn durch die richtigen Spurenelemente das Wachstum angeregt wird, wird Nitrat und Phosphat verbraucht. Wenn durch Spurenelementemangel die Nährstoffkreisläufe unterbrochen sind, reichert sich Nitrat und Phosphat im Wasser an.

    Ich hatte zwar nie starken Fischbesatz in Korallenbecken aber mit Spurenelemente-Dosierung treten sowohl Überschüsse bei Nitrat und Phosphat als auch sichtbare Mangelsituationen viel weniger leicht auf. Das liegt daran, dass die Spurenelemente zur Verwertung der anderen Nährstoffe unbedingt notwendig sind. Das führt zu dem scheinbar paradoxen Ergebnis, dass zwar Nitrat und Phosphat unter der Nachweisgrenze normaler Testkits liegen, es aber wegen der verbesserten Nutztung von z. B. Polyphosphaten und organischen Stickstoffformen auch keine Mangelsituationen auftreten. Die Nährstoffe werden von den Korallen verbraucht, bevor messbare Formen in nennenswertem Umfang entstehen. Das gilt natürlich nur in gewissen Grenzen beim Fischbesatz

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo!

    Danke für die Antworten!

    @HW
    Du hattest das ja schon am anfang geschrieben, richtig. Durch die Diskussion hier hatte ich die anfänglichen Einträge ganz vergessen! Sorry!

    Ich denke ich werde mal die Dosierung von Spuris probieren und zwar das K+ und A-
    Da sind die wichtigsten Spuris ja drin, die man benötigt!?!?

    Das mit der Osmose werd ich aber wohl auch machen.
    Was bringt ein Mischbettharzfilter? Der holt noch mehr unerwünschte "Stoffe" aus dem Wasser, oder?
    Sorry, aber mit diesen Sachen kenne ich mich noch zu wenig aus!


    Gruß, Paul

  • Zitat

    Original von Paulie
    Dies kann aber theoretisch auch an den WW liegen, die wie folgt sind:
    Nitrat: 10-15
    Phosphat 0,3

    hi,

    ähnliche werte hatte, soweit ich weiss, einer unserer vorreiter in der korallenzucht Bernd Mohr ständig in seiner anlage.

    dazu spurenelementezugaben verschiedener hersteller über den tag verteilt.

    mit allerbesten ergebnissen an wuchs und farbe!

    wat nu?

    :smiling_face_with_sunglasses:

    aber solche erfahrungswerte werden komischerweise heutzutage aus unerfindlichen gründen geflissentlich übersehen.... :frowning_face:

  • Hallo zusammen,
    ich hab nun doch auch mal eine Frage zu dem Thema Spurenelemente.

    Ich mache Balling klassik + Spurenelelemente für Balling der Firma AquaFair.

    Dies schon seit Jahren in meinem alten Becken (mit Refugium) und nun in meinen neuen (mit Zeolithfilter).
    In beiden Fällen hatte und habe ich die Situation das Nitrat und Phoshat mit den Tröpfchentests nicht angezeigt werden.
    Ich hatte gelesen, ich weiss leider nicht mehr wo, das man in so einem Fall die Spurenelemtzugabe zurückfahren soll, da diese ansonsten toxisch wirken. Ich gebe daher nur die Hälfte der angegebenen Mengen zu.
    Ohne Öl ins Wasser gießen zu wollen, was ist da dran?

    Gruß
    honk

  • Juhuuu,

    ich weiß, das ist jetzt wieder so eine spinnerte Spezialistensache, aber ich habe gerade mal unsere Becken wieder genauer inspiziert und festgestellt, dass ich mittlerweile wohl drei von den symbiontischen Foraminiferen-Arten züchte. Von der letzten Interzoo hatte ich braunen Foraminiferensand aus unserem Schaubecken mitgebracht, von dem ich nicht wusste, ob die Foraminiferen noch leben. Jetzt hatte ich die ganze Zeit schon gemeint, dass im Vergleich zu den sehr runden, fast strukturlosen Schalen doch noch Kügelchen auftauchten, die nicht so glatt abgeschliffen (durch die Wellen im Riff) sondern etwas pickelig waren, aber die "Tierchen" kletterten nicht, was sie eigentlich tun sollten. Heute habe ich nun die ersten "Treibminen" entdeckt, die offensichtlich auf größere Korallenkiesstücke hochgeklettert sind und die richtig lange Stacheln haben. Damit habe ich jetzt mindestens fünf mit blosem Auge sichtbare Foraminiferen, die rote festgewachsene, die weiße bäumchenförmige und drei freilebende symbiontische Arten, in plattgedrückter Schneckenform, Linsenform und die Treibminen. Mit dem Mikroskop findet man noch einige Arten mehr. Diesen Erfolg führe ich auf die verbesserte Spuriezufuhr zurück.
    Außerdem hatte ich mein Algenbecken mit den Neomeris und Actabularia etwas mit schlechter Kohle in einem Wirbelbettreaktor versaut, nachdem schon Acetabularia auf dem Bodenkies gewachsen waren. Seit einiger Zeit wachsen diese beiden Arten wieder aus dem Gestein und Acetabularia kommt jetzt auch wieder aus dem Bodenkies.
    Ich werde versuchen in nächster Zeit mal einigermaßen vernünftige Fotos zu machen und in den Macro-Thread einzustellen, ebenso von den kleinen "Ensembles" die mir gefallen, wie von den Röhrenwürmern mit Korallenanemone und Gänsefuß, das ich kürzlich eingestellt habe. Halt einfach Vielfalt :).

    Paul, ja da sind die Spuries drin, die man braucht.

    Joe, 0,3 mg PO4 wäre mir persönlich schon etwas heftig obwohl ich weiß, dass die meisten Korallen dann schneller wachsen. Manchmal ist es auch problematisch diese nährstoffreich gewachsenen Korallen an nährstoffarmes Wasser zu gewöhnen, umgekehrtes ist m. E. einfacher, was bei Verkaufskorallen schon eine Rolle spielt.

    Honk, das wurde schon vor einigen Jahren immer gesagt, aber wenn das konkrete Produkt nicht dazu genannt wird, ist das so eine Sache. Vorstellen kann ich mir das schon, wirklich gesehen habe ich das noch nicht. Wird halt auf die Zusammensetzung ankommen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo!

    Ich hatte mir auch überlegt in einem anderen Thread mit Wodka anzufangen um die Nährstoffe etwas runterzufahren. Aber davon wird einem ja oft abgeraten.

    Wäre es sinnvoll Wodka UND Spuris zu dosieren?

    Ansonsten wäre ich der Meinung es erstmal nur mit Spuris zu versuchen!?!?

    LG, Paul

  • Hallo,

    um vielleicht Hans-Werner vorwegzunehmen: ich denke wen er recht hat und ich das nicht komplett falsch verstanden habe, kann Spurenelementzugabe und Wodka nützlich sein, wenn die Bakterien, die den Vodka zum Ernähren und Wachsen brauchen eben auch gewisse Spurenelemente zum wachsen/teilen/Stoffwechseln/was weiß ich brauchen.

    Ich mag die Wodka-Sache normal nicht so, weil man sich damit unter Umständen ganz schön was an Biomasse ins Becken holt. Ich persönlich habe da ein ungutes Gefühl - wenn es der Abschäumer rausholt oder von Tieren verwertet wird ok - aber ich denke, wenn man so massiv Nitrat/Phosphat abbaut wird das alles kaum gefressen - wie die Probleme mit Bakterien"blüten" etc. zeigen, die man bekommen kann.

    Ich würde da wie Hans-Werner lieber dafür sorgen, dass das Korallenwachstum und das der gewünschten Algen genau die Nährstoffe verbraucht, die man reinbringt - sprich Wachstum ankurbeln und/oder Nährstoffeintrag minimieren.

    Gruß,
    Carsten

  • Hai,

    es gibt bei dem Thema des Dosierens immer ein Hauptproblem, und zwar, dass man eigentlich nie mitbekommt was, bzw. wieviel eines jeweiligen Elementes gut oder schlecht auf die Tiere wirkt.
    Wenn man beispielsweise nur 10 verschiedene Elemente hätte über die diskutiert wird und diese auch in Abhängigkeit zueinander positiv oder negativrgeagieren können ergibt sich daraus eine völlig unüberschaubare Zahl der Möglichkeiten.
    Das heißt, dass es eigentlich viel zu unsicher ist, dauerhaft etwas ins Becken zu kippen.
    Viel sicherer ist dabei, wenn man die Spurenelemente über den WW ausgleicht, da dadurch auch immer das im Becken vorhandene Verhältnis mitkorregiert.
    Mir erschließt sich bisher eh noch nicht, warum man um auf bestimmte Probleme zu beseitigen, beispielsweise Phosphat, mit Mittelchen arbeitet, die um eine entsprechende Menge davon zu entfernen oder zuzuführen teurer sind als wenn man entsprechend viel Wasser wechselt. Zusaätzlich hat man nämlich dadurch noch wesentlich mehr Vorteile.

    Das Thema der Spurenelementeversorgung durch den WW funktioniert allerdings nur, wenn die benötigten Elemente im Salz höher dosiert sind als erforderlich.

    Vielleicht könnten die Hersteller ja mal wenigstens sagen ob das Salz Elemente in normaler oder geringerer Menge enthält, sie brauchen ja nicht gleich das Rezept verraten.;)

    @HW: Mich würde mal interessieren, ob Du bei Deinen Versuchen einen Unterschied erkennst wenn Du Spuren dosierst oder nur mal einen großen WW machst.


    Grüßle Jochen :wink

    „I want to know God's thoughts - the rest are details.“ Albert Einstein

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